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CKomet

Chefziege

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Dienstag, 19. Juni 2012, 20:42

Nach der Begrüßung und Vorstellung sollte es mit dem Kampftest von Vilkas losgehen. Als erstes sollte Varis an die Reihe kommen. Er war mit einem riesigen Zweihänder bewaffnet. Vilkas hatte wie gewohnt zu diesem Test einen Einhänder und einen großen Schild in der Hand. Alle anderen zogen sich oben auf die Bänke zurück und nur Vilkas und Varis blieben unten auf dem Trainingsplatz zurück. Nerena fragte erstaunt, ob man den Test wirklich mit echten Waffen machen müsse und ob es nicht besser sei, dafür die stumpfen Übungswaffen zu benutzten. Akkirah lächelte. Ihr ging es damals genauso und sie wusste wie sich die Elfe fühlte. „Macht euch keine Sorgen, Vilkas weiß was er tut. Es wird schon nichts passieren und ihr müsst auch keine Angst haben, solltet ihr ihn aus versehen verletzten.“ Insgeheim hatte sie aber doch Angst um ihren Mann, als sie ihn vor seinem Gegner stehen sah. Varis war locker einen Kopf größer und auch kräftemäßig Vilkas weit überlegen.
Vilkas gab Varis das Zeichen ihn anzugreifen. Dieser ließ sich nicht lange bitten und schlug mit voller Kraft auf Vilkas ein, welcher den Hieb mit seinem Schild blockte. Akkirah hörte leise wie das Schilde Schaden nahm. Varis war wirklich sehr stark, selbst Farkas hätte nicht so zuschlagen können. Den nächsten Angriffen wich Vilkas geschickt aus und Varis lief schlug ins Leere. Aber er lernte schnell und es wurde für Vilkas schwerer den Angriffen aus dem Weg zu gehen. Aber man merkte Varis an, das ihm die Übung und Kondition fehlte seinen Zweihänder längere zeit zu schwingen und seine Bewegungen wurden langsamer und Vilkas nutzte das aus und wäre es ein echter Kampf gewesen hätte Varis die ein oder andere schwere Wunde davon getragen. Nach wenigen Minuten gab Vilkas das Zeichen zum aufhören. Er nickte Varis anerkennend zu. „Ihr könnt mit eurer Waffe gut umgehen. Allerdings wirkt ihr etwas eingerostet und auch eure Kondition könnte besser sein. Aber das können wir sicherlich schnell ändern.“ Dann gingen beide zu den anderen nach oben. Vilkas brauchte eine kurze Pause und etwas zu trinken bevor er mit Nerena weitermachte. Akkirah reichte ihm ein Becher Wasser, den er ihr dankbar abnahm.
Nach kurzer Pause winkte er Nerena zu sich und gab ihr zu verstehen, das sie ihm folgen sollte. Sie bemühte sich tapfer hinter ihm herzugehen, doch mal konnte ihre Unruhe bemerken. ‚Sah ich damals genau so verschüchtert aus wie sie?’, fragte sich Akkirah. Na ja sie hatte das Glück gehabt das sie alleine mir Vilkas draußen auf dem Übungsplatz war und keine „lästigen“ Zeugen dabei waren. Nachdem Vilkas Nerena das Zeichen zum Angriff gegen hatte, ging die Elfe zunächst zaghaft auf Vilkas los. Vilkas blockte ihren Hieb mit Leichtigkeit mit seinem Schild ab. Dadurch ermutigt schlug Nerena kräftiger zu und versuchte nach und nach auch die Deckung von Vilkas zu durchbrechen, was ihr aber nicht gelingen wollte. Die Arme mühte sich fast eine Viertelstunde ab ohne auch nur ansatzweise mal Vilkas irgendwie in Bedrängnis zu bringen. Dann brach er die Übung ab. „ich denke ich habe genug gesehen. Die Ansätze sind da, aber müssen noch weiter gefördert werden. Ich vermute ihr seid hauptsächlich mit dem Bogen vertraut?“ Nerena nickte. „Okay, dann lasst mal sehen, wie gut ihr damit umgehen könnt. Akkirah, würde ihr bitte mit eurem Bogen dazu kommen?“ Akki nickte, nahm ihren Bogen und ging hinunter. „Wir werden aus immer weitere Entfernung versuchen die drei Scheiben unterhalb der Schmiede zu treffen. Vilkas gibt vor in welcher Reihenfolge wir sie treffen müssen. Ich werde vorlegen und dann seit ihr dran.“ Vilkas trat zur Seite und nickte. Nachdem sich die beiden Schützinnen aufgestellt hatten gab Vilkas das Kommando. „Mitte, Rechts, links“. Akkirahs Pfeile trafen in gewünschter Reihenfolge die Ziele genau in die Mitte. Dann war Nerena dran. Wieder gab Vilkas die Reihenfolge vor und auch die Elfin traf die Scheiben in der Mitte. Bei den nächsten zwei Durchgängen wurde der abstand immer größer. Beide trafen aber immer genau in der Reihenfolge wie Vilkas es vorgab. Wobei er bis dahin sowohl für Akki als auch Serena immer die Gleiche Zielfolge angegeben hatte. Beim letzten Durchgang aber änderte er diese für Nerena, die sich aber drauf eingestellt hatte, dieselbe wie Akki zu haben. Sie traf zwar genauso gut wie zuvor aber musste sich doch im nach hinein von Vilkas anhörten, das man auch zuhören müsse was gesagt wird. Wenn man im Kampf gegen mehrere Gegner stehen würde, müsste man sich drauf verlassen können, dass sich an das gehalten wird was angesagt wurde. Sonst könne es übel ausgehen. Nerena senkte beschämt den Kopf. Akkirah legte tröstend den Arm um sie. „Nehmt es euch nicht zu sehr zu Herzen. Es war auch ziemlich gemein von Vilkas erst beim letzten Mal die Reihenfolge unter uns abzuändern.“ Sie knuffte Vilkas, der zu ihnen getreten war, in die Seite. „und nun denke ich könnten wir etwas zu essen vertragen Wie ich Tilma kenne hat sie schon alles vorbereitet. Und weil das Wetter heute so schön ist, würde ich vorschlagen wir machen es uns hier draußen gemütlich. Frogar und Farkas, würdet ihr bitte helfen hier aufzudecken?“ Die beiden nickten und stürmten schnell in die Methalle um den Wunsch von Akkirah nachzukommen.
Eine halbe Stunde später saßen alle gemeinsam beim Essen und unterhielten sich. Akkirah beteiligte sich selbst wenig und lies wenn Vilkas reden, hörte aber selbst genau zu was die anderen erzählten. Nerena saß zwischen Athis und Ria mit denen sie sich schnell anfreundete. Varis unterhielt sich hauptsächlich mit Farkas und Aela. Frogar war erstaunlich brav und bemühte sich nicht immer dazwischen zu fragen, wenn ihm etwas interessierte. Nach dem Essen bat Akkirah Ria den beiden Neulingen ihre neue Unterkunft zu zeigen. Frogar schloss sich ungefragt an. Torvar und Athis halfen derweil Tilma den Tisch wieder abzudecken und alles nach drinnen zu tragen. Akkirah bat die Mitglieder des Zirkels sich in der Tiefenschmiede zu treffen, da man dort am besten ungestört reden konnte. Zehn Minuten später waren die vier dort versammelt. Ohne lange umschweife sprach Akkirah dann sogleich ihre Gedanken wegen Tilma aus. Farkas wirkte erstaunt. Ihm war es bisher nicht so aufgefallen, aber er gab auch zu nie so drauf geachtet zu haben. Aela hatte es auch schon seit einiger Zeit beobachtet und fand die Idee von Akkirah nicht schlecht. Nun war nur die Frage, wo fand man ein passendes Mädchen und wie erklärte man es Tilma sie bei den Gefährten auszunehmen? Es wurde beschlossen das jeder sich darüber Gedanken machen sollte und wenn man unterwegs war Ausschau nach einem passenden Mädchen hielt. Es sollte ja auch keine überstürzte Aktion werden. Anschließend wurde beschlossen, dass die beiden Neulinge die nächste Zeit erst mal mit Waffen und Konditionsübungen beschäftigt werden würden. Um Varis würden sich hauptsächlich die Zwillinge kümmern und Athis sollte den Umgang mit dem Schwert von Nerena verbessern. Vilkas würde einen Trainingsplan aufstellen. Der Rest sollte wie gewohnt die Aufträge abarbeiten, die herein kamen.
So gingen dann die nächsten drei Monate wie im Flug vorbei. Während Vilkas die meiste Zeit dabei war, seine Zweihandkünste an die anderen weiterzugeben, versuchte Akkirah die Koordination der Aufträge vermehrt zu machen, so das Aela, die es zuvor hauptsächlich gemacht hatte auch endlich wieder öfters selbst Arbeiten übernehmen konnte. Wenn es zeitlich passte begleitete Akkirah sie dabei, auch wenn Vilkas es nicht so gerne sah, aber da er auch ab und an mit Farkas loszog, konnte er es ihr nicht verbieten.
Frogar verbrachte nun die Morgende in den Ställen von Weislauf, wo er sich ums Ausmisten, Füttern und Pflegen der Pferde kümmern durfte. Skulvar hatte eines Morgens, als Akkirah wie gewohnt sich um ihre Stute selbst kümmerte angefragt, ob der Junge nicht für ihn arbeiten dürfe. Er hatte ein gutes Händchen für die Pferde und ihm machte die Arbeit wie es schien spaß. Er sollte es auch nicht umsonst machen, sondern Skulvar würde ihn dafür entlohnen. Nachdem Akkirah diese Bitte dem Zirkel vorgetragen hatte und niemand etwas dagegen hatte, sondern es im Gegenteil gut fand, das der Junge etwas Verantwortung auf sich nahm, durfte Frogar dann morgens die Stallarbeit verrichten. Am Nachmittag war dann aber weiterhin seine schulische Bildung, für die hauptsächlich Ria und Akkirah verantwortlich waren, dran, auch wenn ihm das nicht so recht passte und er lieber andere Dinge tun würde. Trotzdem bleib ihm genug Zeit mit seinem Freund noch durch Weislauf zu streifen und den Einwohnern den einen oder anderen Streich zu spielen.
Wie es schien hatte sich noch ein Pärchen unter den Gefährten gefunden. Ria und Torvar verbrachten viel Zeit gemeinsam miteinander. Allerdings schien in letzter Zeit ein paar dunkle Wolken über den beide zu hängen. Zu Mindestens hatte Akkirah den Eindruck, denn als sie Vilkas eines Abends drauf ansprach, war dieser darüber verwundert, denn ihm war nicht aufgefallen, dass etwas nicht stimmen würde. So beschloss Akki direkt mit Ria zu reden. Sie bat Ria am nächsten Tag, doch zu ihr zu kommen, was diese auch etwas erstaunt tat.
Als die beiden gemütlich bei einem Becher Met im Besprechungszimmer, wie Akkirah den Vorraum von ihren Gemächern nannte saßen, sprach Akki Ria direkt auf das an, was ihr aufgefallen war. Ria wurde rot. Ihr war nicht bewusst gewesen, das es den anderen aufgefallen war, das sie und Torvar mehr als nur Freunde waren. „So etwas läßt sich nun mal schwer in einer kleinen Gemeinschaft wie der unseren Geheimhalten. Es stellt sich nun natürlich die Frage, wie ernst ist es euch beiden? Wenn es was Ernsthaftes ist, dann ist es unpassend das ihr im Gemeinschaftsraum untergebracht seid und ihr solltet euer eigenes Zimmer bekommen.“
„Ich habe Torvar sehr gerne und würde gerne mit ihm dauerhaft zusammen sein. Aber….“ Ria schwieg einen Moment und Akkirah ließ ihr die Zeit sich selbst zu finden um weiter zu reden. „Aber irgendwie scheint er in letzter Zeit wieder häufiger in die Taverne zu gehen und trinkt dort zu viel. Nun frage ich mich, ob es an mir liegt und was ich falsch gemacht haben könnte.“ Sie schaute Akkirah traurig an. „Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich traue mich nicht ihn direkt anzusprechen.“ Akkirah nahm Ria in den Arm, die den Tränen nahe war. „Ach, meine Schwester. Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut.“ Sie seufzte, als sie dran dachte wie oft sie Vilkas nicht gesagt hatte was sie fühlte und dachte und wie das immer wieder zu Missverständnissen geführt hatte.
In dem Moment kam Vilkas den Gang entlang um in ihre Gemächer zu gehen weil er etwas holen wollte. Auf ein Zeichen von Akkirah machte er aber gleich kehrt, schloss aber zuvor noch ganz leise die Tür vom Besprechungszimmer, damit die beiden nicht auch noch von anderen gestört werden konnten, wofür Akkirah ihm sehr dankbar war.
Nachdem sich Ria wieder etwas beruhigt hatte sagte Akkirah: „Auch wenn es schwer fällt, ihr müsst mit Torvar reden. Ansonsten würde immer etwas Unausgesprochenes zwischen euch stehen. Ich werde nachher auch noch mal mit Torvar sprechen. Was danach kommt liegt dann aber in euren Händen.“
Ria nickte erleichtert. „Ich danke euch, Schwester, dass ihr mir Hoffnung gegeben habt. Ich werde heute Abend mit Torvar versuchen über alles zu reden.“
Akkirah lächelte sie an. „Es wird schon werden, da bin ich mir sicher.“
Dann ging Ria, denn sie war heute dran Tilma beim vorbereiten des Essen machen zu helfen. Solange sich keine andere Lösung gefunden hatte, hatten die Gefährten sich abgesprochen im Wechsel Tilma unter die Arme zu greifen, nach Möglichkeit aber so, das diese es nicht merkte.
Akkirah machte sich auf die Suche nach Torvar. Oben auf dem Trainingsplatz sah sie zunächst nur Vilkas, der als er sie erblickte sofort zu ihr kam und sie in die Arme nahm. „Alles in Ordnung, mein Herz? Gibt es Probleme?“ fragte er sie besorgt. „Nein, mein Liebster. Ich vermute nur das zwei Leute zu wenig miteinander geredet haben, so wie ihr und ich vor lange Zeit es auch versäumt haben.“ „Torvar und Ria?“ Akkirah nickte. „Wisst ihr wo ich Torvar finden kann?“ „ Er war nur kurz hoch zu Eorlund um sein seinen Kriegshammer abzuholen, den er hat ausbessern zu lassen. Er müsste gleich wieder da sein.“ „Würdet ihr ihn bitte zu mir runter schicken, wenn er wieder da ist?“ „Werde ich machen, mein Herz.“ Bevor er sie losließ gab er ihr noch einen Kuss und dann ging sie wieder hinein, während Vilkas sich wieder seinen Übungen mit dem Zweihänder zuwandte.
Akkirah saß mit einem Buch in der Hand in Besprechungszimmer als Torvar hereinkam. „Ihr habt nach mir geschickt?“
„Ja, ich würde gerne mit euch reden. Bitte schließt die Tür.“. Er tat wie ihm geheißen. „Was gibt es? Habe ich etwas nicht zur Zufriedenheit der Gefährten ausgeführt?“ Er neigte schon immer zu starken Selbstzweifeln, was ihn auch schnell dazu brachte zu tief in den Metbecher zu schauen.
„Nein, ihr macht eure Arbeit genauso gut wie jeder andere auch.“ Akkirah lächelte ihn an. „ Es geht mir um etwas anderes. Nun wie fange ich es am besten an?“ Akkirah dachte kurz nach bevor sie weiter sprach. „Ach warum lange um den heißen Brei rumreden. Was ist zwischen euch und Ria vorgefallen? Ihr seit nun schon seid längerer Zeit zusammen, aber die letzte Zeit scheint ihr euch wieder vermehrt dem Met zuzuwenden. Warum?“
Torvar wurde knallrot. Mit so einer direkten Anfrage hatte er nun wirklich nicht gerechnet. „Ähmm, ja…“, er wusste nicht was er antworten sollte. „ Ria ist in letzter Zeit immer so beschäftigt. Entweder mit Frogar, sie hilft Tilma oder ist mit den beiden neuen Nerena und Varis am Reden.“ Bei der Erwähnung von Varis verdunkelte sich Torvars Blick kurz. Und unsere Aufgaben sind meist so verteilt, das wir selten die Gelegenheit haben gemeinsam unterwegs zu sein.“ Er senkte den Blick. „Was soll man denn da Abends anderes machen, als in der Taverne etwas zu trinken?“
Nun war es an Akkirah kurz zu Schweigen und nachzudenken. Sie schien an dem Zustand scheinbar nicht ganz unbeteiligt zu sein, denn schließlich war sie es die die Aufgaben an die Mitglieder der Gefährten verteilte.
„Es tut mir leid, dass mir das nicht aufgefallen ist. Aber warum habt ihr denn nicht einfach mal etwas gesagt? Dann hätten wir andere Lösungen gefunden und ihr hättet mehr zeit füreinander gehabt.“
„Wer bin ich denn, das ich die Anweisungen der Anführer der Gefährten in Frage stelle?“
„Ihr seit wie jeder andere ein vollwertige Mitglied der Gefährten, das zu jeder Zeit seine eigene Meinung und Anregungen frei äußern darf. Und wenn man es nicht vor den anderen machen möchte, kann man jederzeit direkt zu mir kommen, oder meinen Stellvertretern. Aber wenn nichts gesagt wird gehen wir alle davon aus, es wäre so wie es geplant wurde in Ordnung.“
„Ihr habt Recht, ich hätte was sagen sollen.“
„Jupp und ihr solltet auch mit Ria sprechen und ihr sagen was euch bedrückt sowie ihr zuhören, wenn sie etwas hat.“ Sie machte eine kurze Pause. „und nun wird es denke ich Zeit fürs Mittagessen. Danach könnt ihr mit Ria überlegen wie ihr den Nachmittag verbringt. Ich übernehme heute Nachmittag die Aufsicht von Frogar. Und heute Abend machen wir uns dann gemeinsam Gedanken wie wir die Arbeit in den nächsten Tagen einteilen, damit niemand zu kurz kommt.“
Torvar fing an zu strahlen. „Danke“ sagte er nur und verschwand dann schleunigst. Akkirah sah ihm kopfschüttelnd nach und ging dann langsam hinterher. Als sie in der Methalle ankam saß Torvar schon neben Ria, deren Gesicht auch wieder fröhlich aussah und sie schienen Pläne für den freien Nachmittag zu schmieden. Akkirah setzte sich neben Vilkas und legte kurz ihren Kopf an seine Schulter bevor sie sich was zu Essen auffüllte.
Am Nachmittag während Vilkas im Hof mit Varis und Nerena am arbeiten war saß Akkirah gemeinsam mit Frogar oben an einem der Tisch. Frogar war in seine Rechenaufgaben vertieft während Akkirah die Liste mit den zu erledigenden Aufträgen vor sich hatte. Aela war noch mindestens drei Tage unterwegs. Farkas und Athis müssten eigentlich am späten Nachmittag wieder zurück sein. Irgendwie war scheinbar momentan in Himmelsrand die Hölle los. Die Banditen wurden immer dreister und durch den Krieg wurden viele Raubtiere aus ihren Höhlen vertrieben und machten nun den einfachen Bauern oder Holzfällern das Leben schwer. Glücklicherweise hörte man in letzter zeit aber so gut wie nichts von irgendwelchen Drachen. Sollten alle dieser Tiere schon wieder verschwunden sein? Akkirah hoffte das es so war, denn sie hatte es immer noch nicht geschafft den Graubärten einen Besuch abzustatten. Und wenn keine Drachen mehr da wären, würde das bestimmt auch nicht mehr notwendig sein. Hoffnungsvoll sah sie in den Blauen Himmel der über Weislauf leuchte.
Dann wandte sie sich wieder ihrer Aufgabenliste zu. Langsam war es Zeit die beiden neuen auch mal mit loszuschicken. Nur wer sollte mit ihnen gehen? Ria und Torvar wollte sie die nächste Zeit gemeinsam losschicken. Eine dritte Person mitgeben würde unpassend sein.
Sie selbst würde sich um Frogar kümmern. Außerdem musste auch das Haushaltsbuch mal wieder auf aktuellen Stand gebracht werden. Akkirah hasste diese Aufgabe. Sie fing an Namen zu den Aufgaben zuzuteilen. Ein Einwohner von Einsamkeit war von einer größeren Banditenbande entführt worden und seine Angehörigen wurden nun erpresst ein Lösegeld zu zahlen. Die Kerle hatten sich in Redorans Zuflucht eingenistet. Es würde sicherlich nicht leicht werden den gefangene dort Lebend raus zu holen. Da war es schon sinnvoll eine größere Gruppe hin zu schicken. Ein sicherer Bogenschütze wäre dabei sehr wichtig. Doch dafür würde an sich nur sie und Aela in Frage kommen. Sie selbst konnte nicht und Aela war noch unterwegs. Also überlegte Akkirah Nerena diese Aufgabe zu kommen zu lassen. Dazu Athis, der flink mit seinem Schwert in engen Gängen agieren konnte und Vilkas der Ruhe bewahren und wenn Luft war auch gegen eine größere Gruppe Gegner mit seinem Zweihänder in Schacht halten konnte. Oder sollte sie doch lieber Farkas mit schicken? Aber der war manchmal etwas ungestüm was gerade bei Befreiungsaktionen nicht immer gut kam. Nein Vilkas wäre die richtige Wahl. Sie seufzte. Das würde heißen ihn Wahrscheinlich sieben Tage nicht sehen. Farkas und Varis würde sie nach Reach schicken. Dort machte eine Gruppe von Abgeschworen den Besitzern einer kleine Mine Nahe am Fürstentum Weislauf ärger. Torvar und Ria könnten Richtung Ivarstatt gehen. Am Wegesrand neben dem Fluß hatte sich mindestens ein Eistroll niedergelassen und die Reisenden mussten nun einen riesigen Umweg machen, da man an dem Wesen nicht vorbei kam.
Akkirah war noch in Gedanken mit der Aufgabenverteilung vertieft als Frogar sie am Arm rüttelte. „Akki, ich bin fertig. Nun schaut doch bitte ob alles richtig ist.“
Sie strich dem Jungen durchs Haar und überprüfte dann was er geschrieben hatte. Bis auf zwei Zahlendreher hatte er seien Sache gut gemacht. Nachdem er diese korrigiert hatte, entließ sie ihn zum spielen in die Stadt.
Nach dem Abendessen stellte Akkirah den Plan mit der Aufgabenverteilung für die nächsten Tage vor und bat darum wenn jemanden etwas daran nicht zusagte es bitte gleich zu sagen. Der Einzige der Anstalten machte etwas gegen den Vorschlag zu sagen, war Vilkas, aber dann lies er es doch sein. Ihm war klar das Akkirah das nicht Grundlos so geplant hatte und auch ihr gefiel es so bestimmt nicht. An diesem Abend gingen die meisten zeitig in ihre Betten, da sie fast alle am nächsten Morgen früh aufbrechen wollten.
Als Akkirah zu Vilkas im Bett krabbelte nahm er sie fest in die Arme. „Ich würde viel lieber mit euch losziehen, mein Herz.“ „Glaubt mir, Vil, ich auch. Beim nächsten Mal sind wir wieder gemeinsam dran, das Verspreche ich euch.“

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Donnerstag, 21. Juni 2012, 21:05

Am nächsten Morgen waren wirklich alle recht früh in Gange. Akkirah und Vilkas fiel es schwer aufzustehen, denn sie wussten, sie würden sich mehrere Tage nicht sehen und wollte jede gemeinsame Minute noch nutzen. Aber irgendwann mussten auch sie das Bett verlassen und sich ankleiden. Akkirah sammelte einige Dinge zusammen von denen sie meinte, Vilkas könne sie unterwegs gut gebrauchen und packte sie in die Satteltasche. Es war beschlossen worden, das Vilkas, Nerena und Athis zu Pferd losziehen würden. Damit würden sie schneller vorwärts kommen und es wäre auch sicherer, wenn sie die Geisel befreit hatten diese so nach Einsamkeit zu begleiten. Denn eine berittene Gruppe wurde seltener Angegriffen als eine die zu Fuß unterwegs war. Eigentlich hätten auch Farkas und Varis zu Pferd losziehen sollen, aber Aufgrund dessen das keine 10 Mammuts Farkas auf ein Pferd bringen würden mussten die beiden zu Fuß gehen. Weil es hätte doch etwas blöde ausgesehen wenn Varis geritten wäre, während Farkas zu Fuß ging. Sie würden aber bis Rorikstatt mit der Kutsche fahren. Diese sollte sich auch heute Morgen auf den Weg nach Markath machen, was passend war. Ria und Torvar hatten von vorneherein vor gehabt zu laufen, denn sie wussten ja nicht genau wo sich der Troll aufhalten würde.
Während die Gefährten noch am Frühstücken waren, war Frogar schon zu den Ställen hinunter gelaufen, um die Pferde zu füttern und schon mal das Zaum- und Sattelzeugs raus zu legen. Selbst satteln konnte er die meisten noch nicht, weil dafür war er noch zu klein. Nur bei Adelante, die brav neben dem Strohballen, den er sich hinlegte stehen blieb gelang ihm das bisher. Skulvar hatte drei ruhige Wallache rausgesucht, die er den Gefährten zur Verfügung stellen wollte. Aber Frogar machte nur zwei von ihnen und Adelante fertig, so wie es ihm Akkirah aufgetragen hatte. Die drei Reiter sowie Torvar und Ria wollten so früh wie möglich aufbrechen. Farkas und Varis mussten sich gedulden bis der Kutscher fertig war und der wollte nicht vor zehn losfahren.
Farkas und Akkirah gingen mit hinunter um sich von ihren Schildgeschwistern zu verabschieden. Als Vilkas Adelante gesattelt unter stehen sah, schüttelte er den Kopf: „Das geht nicht. Ich kann Adi nicht nehmen.“ Akkirah nahm ihn in den Arm. „Ich will aber, dass ihr sie reitet. Dann weiß ich, dass euch nichts passieren wird. Sie wird euch vor allen Gefahren unterwegs warnen. Und für mich wird sich hier bei Bedarf schon ein Pferd finden.“ Skulvar nickte und deutete grinsend auf den jungen zappeligen falbfarbenen Hengst im Auslauf. „Wagt es nicht das Tier meiner Frau zu geben, der ist ja gar noch gar nicht zugeritten.“ Vilkas war entsetzt über diesen Vorschlag. „Versprecht mir, dass ihr euch nicht auf dieses wilde Tier setzt, mein Herz.“ Sie spürte die Angst die ihn überkommen hatte. „Ich verspreche es Euch, mein Liebster.“ Sie küsste ihn zum letzten Mal bevor er auf Adelante aufstieg. Akkirah schlang kurz die Arme um die Stute und beschwor sie, gut auf Vilkas aufzupassen und ihn heil zu ihr zurückzubringen. Als wenn die Stute sie verstanden hätte schnaubte sie ihr ins Ohr. „Passt gut auf euch auf, Bruder“, sagte auch Farkas zum Abschied während er seinen Arm trösten um Akkirah gelegt hatte, die den Tränen nahe war. Dann ritten die drei los. Ria und Torvar machten sich auch auf den Weg. Akkirah und Farkas standen noch einige Zeit da und schauten den Reisenden nach. Dann zog Farkas Akkirah an der Hand haltend fort. „Nun kommt, Schwester. Vilkas ist bald wieder zurück. Es ist doch nicht das erste Mal, das er ohne euch losgeht.“ „Ihr habt ja recht, aber es fällt mir immer wieder schwer ihn gehen zu lassen, zumal er gut eine Woche fort sein wird. Das ist doch was anderes als zwei oder drei Tag...“ Sie seufzte leise. „Ihm ist es auch nicht leicht gefallen, das konnte man ihm ansehen. Aber nun kommt wirklich, Varis und ich können bestimmt noch ein paar gute Ratschläge von unserem Herold gebrauchen, bevor auch wir los müssen.“ Sie versuchte zu lächeln und Frogar ergriff ihre andere Hand und zog sie wie schon Farkas weiter. Was sollte sie nur gegen zwei Kerle machen? Sie ließ sich von den beiden mitziehen und nach einem kurzen Stück gelang es Frogar mit seiner Art auch schon, Akkirah ein lächeln abzugewinnen. Nachdem die drei oben in Jorrvaskr angekommen waren half Akkirah Farkas und Varis ihre Sachen zu packen und dann wurde es auch schon langsam zeit für die beiden zur Kutsche hinunter zu gehen. Auch Frogar musste wieder runter, denn er war mit seiner arbeit bei den Ställen noch nicht fertig.
Akkirah verabschiedete sich von Farkas in der Methalle und ging dann hinunter in ihre Gemächer, wo sie anfing, die ungeliebte Buchhaltung zu machen und zu schauen, wie es um ihre Vorräte bestellt war. Wegen der Vorräte zog sie Tilma zu Rate und gemeinsam stellen sie eine Liste auf von Dingen die sie wieder brauchen würden. Damit war sie bis Mittag beschäftigt. Nach dem Essen das sie nur mit Tilma, Vignar und Brill eingenommen hatte, da Frogar noch unten bei den Ställen war und wahrscheinlich bei Skulvar etwas zu essen bekam ging sie hinunter zum Markt und bestellte bei Charlotta die notwendigen Dinge. Diese freute sich, über die Großbestellung und versprach die waren würden in den nächsten Tagen direkt nach Jorrvaskr geliefert werden. Sie überlegte ob sie am nächsten Tag mal nach Flusswald rüber reiten sollte um Gerdur zu besuchen. Da könnte sie sich dann gleich erkundigen wie teuer eine große Fuhre Holz werden würde, denn auch die Holzvorräte gingen langsam mal wieder dem Ende entgegen und Belethors Holz war immer recht teuer.
Sie ging hinunter zu den Ställen um Skulvar zu fragen ob er nun doch ein passendes Pferd für sie hätte. Der Wallach, den eigentlich Vilkas haben sollte müsste ja nun noch arbeitslos sein.
Sie hatte Glück. Der Wallach würde ihr bei Bedarf die nächsten Tage zur Verfügung stehen. Wo sie Skulvar nun auch schon alleine traf, fragte sie auch gleich, wie er eigentlich mit der Arbeit des Jungen zufrieden war. Skulvar konnte sich vor Lob kaum bremsen, so schwärmte er von Frogar.
„Hättet ihr eigentlich etwas dagegen, wenn der Junge anfängt Reiten zu lernen?“ Fragte Skulvar plötzlich. Akkirah dachte nicht lange nach, denn sie hatte eh vorgehabt ihm es auf Adelante beizubringen. Wenn aber Skulvar Zeit hatte wäre es natürlich auch sehr gut, zumal der Junge dann auch gleich auf verschiedenen Pferden lernen könnte. Sie nickte:“ Ich habe absolut nichts dagegen. Solange er nicht auf den Falben gesetzt wird“, lachte sie.
„Ihr wollt eure Stute nicht vielleicht doch verkaufen? Sie und der Falbe würden ein gutes Zuchtpaar ergeben.“
Akkirah schüttelte den Kopf: “Die gebe ich nicht her. Ach würdet ihr morgen Frogar frei geben? Ich würde ihn gerne mit nach Flusswald nehmen, wenn er denn möchte.“
„Das geht in Ordnung, so fleißig wie der Junge immer war hat er sich eine freien Tag erdient.“
„Danke. Wir sehen und dann morgen bei Sonnenaufgang.“
Dann ging Akkirah wieder in die Stadt. Sie statte ihrem kleinen Haus einen Besuch ab und schaute ob alles in Ordnung war, und lüftete mal ordentlich durch. Dann begab sie sich wieder hoch nach Jorrvaskr. Bis zum Abendessen war es noch eine Weile hin und so begab sich Akkirah hinunter in Ihre Gemächer wo sie Papier und Kohle hervorkramte und einfach mal anfing den Grundriss des Wohnquartiers auf zu Zeichnen. Sie überlegte wie man etwas Platz schaffen könnte. Von Anfang an hatte ihr das Achterzimmer etwas missfallen, da man dort selten wirklich Ruhe hatte. Es dürfte nicht schwer sein die Rundbögen dicht zu machen und dort jeweils eine Tür reinzusetzten. Damit würde es schon mal etwas ruhiger werden können. Auch war jeweils zwischen den Räumen von Aela und Frogar, sowie den Zimmern der Zwillinge Platz um einen kleinen zusätzlichen Raum zu schaffen. Wenn allen anderen wieder da wären würde sie ihnen ihren Vorschlag zeigen. Mal schauen, was die davon halten würden. Dann müsste sie sobald Vilkas wieder da war mit ihm wegen seines alten Zimmers sprechen. Er brauchte es ja nun nicht mehr und es wäre hervorragend für Ria und Torvar geeignet.
Dann wurde es auch schon langsam Zeit sich wieder hoch zu begeben. Vignar und Brill saßen schon am Tisch und Frogar kam gerade in die Methalle von draußen herein gestürzt. Sie musste ihn aber noch mal wieder vom Tisch hoch scheuchen, da er sich doch erst noch Waschen sollte. Bei Essen bat Akkirah Vignar doch am nächsten Tag, wenn sie unterwegs sein würde auf die Methalle ein Auge zu haben und wenn jemand mit einem Auftrag kam, diesen Anzunehmen. Vignar lächelte und nickte. Als Frogar hörte das es mit nach Flußwald durfte war er vollkommen aus dem Häuschen. Er liebte es Ausflüge in die Umgebung zu machen.
Nach dem Essen half Akkirah Tilma beim Abräumen und abwaschen und begab sich dann hinab ihn ihre Gemächer, wo sie sich aufs Bett packte und ein Buch vor die Nase nahm. Es dauerte wie meist, wenn Vilkas nicht da war sehr lange bis sie einschlafen konnte. Am nächsten Morgen war sie auch schon früh wach und als Frogar vorsichtig an ihre Tür Klopfte war sie schon angezogen. Gemeinsam aßen sie etwas Brot und Akkirah trank einen Becher Tee, während Frogar seine Ziegenmilch zu sich nahm. Dann zogen sie auch los. Akkirah war wie immer sicherheitshalber voll bewaffnet. Frogar trug ein kleines extra von Eorlund für ihn angepasstes Schwert bei sich. Frogar saß vor Akkirah auf dem Wallach, der bisher scheinbar noch keinen Namen hatte und von Frogar einfach immer Brauner gerufen wurde. Nach einigen Metern war Akkirah froh, dass sie Vilkas Adelante mitgegeben hatte. Der Wallach hatte so einen harten Gang, dass sie kräftig durchgeschüttelt wurde. Auch seine Trittsicherheit ließ etwas zu wünschen übrig. Er war nicht für unebene Bergpfade geeignet. Trotzdem erreichten die drei Flußwald gegen Mittag.
Gerdur freute sich sehr Akkirah wieder zu sehen. Sie war gerade mit Hod und ihrem Jungen beim Essen, als Akkirah mit Frogar ankam. Sie wurden herzlich eingeladen, mit ihnen zu Essen, was Akki gerne tat. Nach dem Essen durften die beiden Jungen, die im gleichen Alten waren gemeinsam Flußwald unsicher machen. Hod ging zurück an seine Arbeit während Akkirah Gerdur beim Aufräumen half. Als beider fertig waren setzen sie sich gemütlich auf die Bank vor dem Haus. Akkirah fragte Gerdur, wie es mit ein oder gar zwei Fuhren Holz aussehen würde. Da es Aufgrund der Spannungen zwischen den einzelnen Fürstentümern in letzter zeit häufig zu übergriffen gekommen war, hatte sich das auch auf den Holzhandel ausgewirkt. Dazu kam, dass Helgen komplett zerstört worden war und damit hatte Gerdur zurzeit Holz im Überfluss übrig. Sie wurden sich auch schnell handelseinig und so sollten in gut drei Wochen 2 Fuhrwerke von Weislauf kommen und das Holz abholen. Akkirah erkundigte sich noch, ob Gerdur etwas von ihrem Bruder Ralof gehört hatte und ob es ihm gut ging. Sie selbst hatte ihn seit ihrer Flucht aus Helgen und dem anschließenden Besuch in Flußwald, wohin er sie damals mitgenommen hatte, nicht wieder gesehen. Gerdur wusste nur dass es viel für Ulfric unterwegs war, und dass es als sie die letzte Nachricht vor 3 Monaten erhalten hatte soweit gut ging.
Dann wurde es auch schon wieder Zeit zum Aufbruch, denn Akkirah wollte nicht noch in der Nacht auf der Straße sein. Sie rief nach Frogar, der kurz darauf außer Atem mit Gerdurs Sohn ankam. Sie hatten gemeinsam mit der Tochter des Schmieds fangen gespielt. Akkirah und Frogar erreichten die Ställe von Weißlauf als die Sonne unterging. Sie versorgten schnell noch den braunen und gingen dann hoch nach Jorrvaskr, wo Tilma eine Kleinigkeit zu Essen für die beiden bereithielt. Nach dem Essen unterhielt sich Akkirah noch etwas mit Vignar um zu erfahren ob sich etwas ereignet hatte, was nicht der Fall war. Beruhigt begab sie sich in ihre Gemächer wo sie vor dem Schlafengehen wieder etwas las.
Der nächste Tag fing Ereignislos an. Gegen Mittag kam dann Aela von ihrer Tour zurück. Sie war nicht alleine und wurde von einer jungen Nord in Akkirahs Alter begleitet.
„Das ist Marla. Sie ist in Drachenbrügge aufgewachsen und war lange Zeit als Jägerin unterwegs. Dann hatte sie sich der kaiserlichen Armee als Kundschafter angeschlossen. Dort lernte sie den Umgang mit Schwertern. Aber im Laufe der Zeit hatte feststellen müssen, dass die Ziele der Kaiserlichen doch nicht so ganz mit den ihren in Einklang zu bringen waren. Außerdem wurde wohl jemand höhergestelltes aus ihrer Gruppe ihr gegenüber etwas zu aufdringlich und als sie ihm in die Schranken verwies wurde das als Angriff auf ihn gewertet und sie musste die Armee verlassen. Ich habe sie unterwegs getroffen und wir sind ins Gespräch gekommen. Als sie erfuhr dass ich den Gefährten von Weislauf angehöre fragte sie dann ob die Möglichkeit bestehen würde, dass sie bei uns aufgenommen werden könnte. Ich sagte ihr, das kann ich nicht entscheiden, da müsste sie schon mit nach Jorrvaskr kommen und dort selbst anfragen.“
Akkirah musterte die Frau. Sie trug leichte Lederkleidung, hatte einen Jagdbogen dabei und ein Bastardschwert, das sowohl mit einer, als wie auch mit zwei Händen genutzt werden konnte. Sie war nicht viel größer als Akkirah aber wesentlich breiter und kräftiger gebaut. Ihr Gesicht machte einen offenen ehrlichen Eindruck und ihre dunkelgrünen Augen schauten sie direkt an.
„Hallo Marla. Ich bin Akkirah. Zurzeit sind leider alle anderen ausgeflogen und unterwegs, also muss euer Antrag auf Aufnahme bei der Gefährten noch ein wenig warten. Bis dahin kann ich euch als Unterkunft die beflaggte Mähre Empfehlen. Die Zimmer sind günstig und sauber und auch das Essen ist sehr gut. Wenn ihr mögt könnt ihr aber gerne zum Training herkommen, bis die Entscheidung gefallen ist.“ Akkirah lächelte sie an.
„Ich danke euch. Ich hoffe es wird mir gelingen euch von meinen Qualitäten zu überzeugen.“ In dem Moment kam Frogar von seiner Arbeit bei den Ställen zurück.
„Akki, Akki, Skulvar hat erzählt das in Nähe der Koppeln, die außerhalb der Ställe liegen ein paar Wölfe gesichtet wurden. Können wir da heute Nachmittag mal kontrollieren gehen?“
„Frogar, ihr wisst doch, das es unhöflich ist, wenn Leute unterhalten einfach dazwischen zu sprechen.“ Frogar senkte beschämt den Kopf. „Es tut mir Leid Akki, ich wollte nicht unhöflich sein.“
Marla näherte sich dem Jungen und fuhr ihm mit der Hand durchs Haar. „Er ist doch noch ein kleines Kind, da passiert so etwas schnell einmal und es war bestimmt nicht böse gemeint.“
Frogar wich zur Seite und schmiegte sich an Akkirah „Ich bin kein kleines Kind.“ sagte er wütend. Akkirah legte ihren Arm um ihn. „Kommt, mein Freund, geht euch erst mal waschen und dann lasst euch von Tilma was zu essen bringen. Später reden wir über die Angelegenheit mit den Wölfen, Okay?“ Frogars Augen leuchteten als er nickte. Er löste sich von Akkirah und ging hinunter in die Wohnquartiere. Beim Gehen warf er Marla noch einen bösen Blick zu.
Als er fort war wandte sich Akkirah an Marla. „Auch wenn er noch ein Kind ist, hat er sich hier zu benehmen. Und es ist unpassend, wenn sich da eingemischt wird.“ In Marlas Augen blitzte ganz kurz etwas wie Widerwillen auf, was weder von Akkirah noch Aela bemerkt wurde. „Es tut mir leid. Ich werde mich beim nächsten Mal zurückhalten“, sagte sie mit leicht gesenktem Blick. Akkirah nickte freundlich und dann verabschiedete sie sich erst mal von der Anwärterin. „Ich würde nun gerne erst mal von Aela erfahren was sich bei ihr getan hat.“
„Aber sicher doch, ich werde mich in die beflaggte Mähre begeben und dort einquartieren.“ Marla lächelte, dann drehte sie sich um und ging.
„Sie ist sehr selbstsicher und weiß was sie will“, sagte Aela nachdem Marla gegangen war. „Aber Ansonsten machte sie bisher einen guten Eindruck auf mich, wo wir unterwegs waren.“
„Warten wir ab, was sich denn die Tage so ergibt und was die andern, wenn sie zurück sind sagen werden.“
„Wo sind sie eigentlich alle?“
„Nun, es gab einiges zu tun und auch unsere Neulinge müssen ja mal irgendwann mit raus, also habe ich sie mit den anderen losgeschickt. Und da Ria und Torvar wohl auch mal etwas Zeit für sich brauchten mussten sie halt auf die anderen verteilt werden.“ Akkirah seufzte leise.
Aela sah sie an. „Also musste Vilkas auch mit?“ Akki nickte. „Ach verdammt, ich vermisse ihn so sehr.“ Aela nahm sie in den Arm. „Ach Schwester, er ist doch bald zurück. Macht euch deshalb nicht immer so verrückt. Früher ging es doch auch, das ihr einige tage ohne einander auskamt.“ „Da waren wir aber auch noch nicht verheiratet. Das war also was ganz anderes.“ Akki musste irgendwie über sich selbst lachen, den Aela hatte ja recht. Aber seit der Geschichte mit ihrem verlorenen Kind fühlte sie sich ohne Vilkas einfach nur unwohl. Aela ging dann auch erst mal in ihr Zimmer um sich etwas frisch zu machen.
Zwischenzeitlich war Frogar auch schon wieder da. „Wollen wir nun losgehen und nach den Wölfen schauen?“ Akkirah nickte. Eigentlich sollte Frogar heute ja Schreibübungen machen, aber die konnten auch noch am Abend gemacht werden. Sie selbst konnte auch etwas Abwechslung gebrauchen. „Nehmt euren Bogen mit. Und ihr werdet genau tun was ich euch sage wenn wir auf die Wölfe stoßen, verstanden jungen Mann?“ Frogar nickte. Akkirah holte auch ihren Bogen und dann machten sie sich auf den Weg. Auf dem Markt bei der beflaggten Mähre trafen sie wieder auf Marla, die sich dort etwas umsah. „Wenn es euch recht ist, würde ich euch gerne begleiten“, lächelte sie. „Ich könnte auf den Jungen aufpassen, während ihr euch um die Wölfe kümmert.“ Frogar wollte sagen, er bräuchte keinen Aufpasser, als Akkirah ihm zuvor kam. „Danke für das Angebot, aber wir gehen alleine los. Zwei können sich besser vor Tieren verbergen als drei.“ Zwinkerte Akkirah der anderen Frau zu. Diese nickte und wandte sich wieder den Ständen zu.
„Ich mag diese Frau nicht“, sagte Frogar als sie kurz vor dem Tor von Weislauf waren.
„Ihr kennt sie doch noch gar nicht. Wartet mit euerem Urteil noch ein paar Tage.“ Versuchte sie ihn zu beruhigen. Allerdings hatte Akkirah Marla gegenüber auch recht gemischte Gefühle. Sie wusste nicht wieso und daher wollte sie versuchen ihr so unvorgenommen wie nur möglichen gegenüber aufzutreten.
Die Außenkoppeln von Skulvar befanden sich neben den Feldern von Pelagias Hof. Da war es schnell möglích das Wölfe aus den bergen hinab kamen. Als sie bei den Koppeln ankamen, gab Akkirah Frogar ein Zeichen hinter ihr zu bleiben. Vorsichtig schlichen sie im Schutz der Sträucher, die die Koppeln an der Außenseite umgaben, zu der den bergen zugewandten Seite. Die 2 Pferde die sich zurzeit auf der Koppel befanden, wirkten beunruhigt. Aber nicht wegen ihnen sondern weil sie die Wölfe witterten. Dann sah Akkirah einen Schatten zwischen den Felsen herum schleichen. Sie Gab Frogar ein Zeichen stehen zu bleiben und zeigte in die Richtung wo sie den Wolf gesehen hatte. Frogar sah ihn auch, und dann tauchten noch zwei weitere auf. Sie beobachteten die Wölfe eine Weile Es schien sich um recht junge Tiere zu handeln die sich gerade erst zusammen gefunden hatten und noch nicht sonderlich vertraut mit einander waren. Akkirah zog ihren Bogen und wies Frogar an es ihr nachzutun. „Ihr versucht den hellen Wolf zu treffen. Lasst euch beim Zielen Zeit und bleibt ruhig. Sobald ihr geschossen habt, kümmere ich mich um die beiden anderen. Frogar nickte und spannte seinen Bogen. Er war vorsichtig eine schritt zur Seite getreten um eine bessere Schussposition zu erhalten. Dann Schoß er seinen Pfeil ab. Er hatte gut gezielt allerdings hatte der Wolf sich genau in dem Moment versucht umzudrehen so das der Schuß nicht sofort tödlich war. Er musste noch einmal seinen Bogen nachspannen und einen zweiten Pfeil hinterher jagen der dem Tier dann endgültig das leben nahm. Akkirah hatte mehr glück. Ihre beiden Pfeile trafen sofort und die Wölfe brachen auf der Stelle tot zusammen.
„Das habt ihr gut gemacht“, lobte sie Frogar und strich ihm übers Haar. Frogar strahlte. Sie wollten den drei Tieren die Felle abziehen, und auf den Weg zu ihnen ließ Akkirah Frogar wieder hinter sich gehen. „man weiß nie ob die Tiere wirklich tot sind. Manchmal ist noch etwas Leben in ihnen und sobald man neben ihnen steht greifen sie einen an. Und das ist meist für den Jäger tödlich. Wieder nickte Frogar. Aber in diesem Fall mussten sie eich keine Sorgen machen. Die drei Wölfe waren mausetot. Sie zogen ihnen die Felle ab und dann gingen sie zurück nach Weißlauf. Adrienne, die Schmiedin unten in Weißlauf würde ich über die Felle bestimmt freuen, denn sie hatte viel zu tun und Leder war oftmals knapp bzw. sie musste es teuer von den Jägern, die vorbei kamen kaufen.
Der Rest des Tages verlief wie geplant. Nach dem Abendessen musste sich Frogar noch mit Schreibübungen beschäftigen die Akkirah überwachte, während sie sich nebenbei mit Aela über die Dinge der letzten Tage unterhielt. Dann wurde es auch bald Zeit schlafen zu gehen. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück erschien Marla. Sie fragte ob sie ein wenig auf dem Übungsplatz trainieren dürfe. Akkirah hatte nichts dagegen einzuwenden und sah ihr eine weile dabei zu wie sie mit ihrem Bastradschwert die Puppen bearbeitete. Sie wirkte recht sicher im Umgang mit der Waffe. Gegen Mittag kamen Ria und Torvar zurück. Es hatte sich rausgestellt, das es sich um ein Trollpärchen und nicht einen einzelnen Troll gehandelt hatte. Aber trotzdem hatten beide wenig Mühe gehabt die Bestien zu erledigen. Akkirah beobachtete die beiden. Sie schienen sich unterwegs wirklich ausgesprochen zu haben so wie sie miteinander umgingen, was Akki sehr freute. Sie stellte den beiden noch Marla vor, mit der Ria sich auf Anhieb verstand. Nach kurzer zeit verließ Marla dann die Gefährten und begab sich zurück in die beflaggte Mähre. Ansonsten passiert an diesem Tag nicht mehr viel. Am nächsten Morgen beschloss Akkirah eine kleinen ausritt zu machen. Sie lieh sich wieder den Wallach und ritt in Richtung nördlichen Wachturm. Sie ließ das Pferd unter stehen und ging die zerfallenen Treppen nach oben. Die Wachen beachteten sie kaum und grüßten sie nur kurz. Als sie da oben nach Weißlauf rüberblickte dachte sie daran wie sie schon mal hier oben stand. Wie lange war das nun schon her? Es musste gut eineinhalb Jahre her sein. Was hatte sich seit dem alles verändert. Sie war froh sich damals dafür entschieden zu haben zurück zu den Gefährten zu gehen, sonst wäre sie heute nicht mit dem wundervollsten Mann von ganz Himmelsrand verheiratet. Und wieder stellte sie fest, wie sehr sie ihn vermisste. Sie beschloss wieder hinab zu gehen und dabei sah sie aus der anderen Richtung zwei Männer den Weg entlang kommen. Farkas und Varis. So beschloss sie ihnen entgegen zu reiten.
Als sie sich den beiden näherte sah sie das Farkas irgendwas Großes auf dem Rücken trug. Beim näheren hinblicken sah sie dass es sich um einen ausgewachsenen Hirsch handelte. Aber warum half Varis nicht beim tragen? Nachdem Akkirah die zwei erreicht hatte ließ Farkas den Hirsch zu Boden gleiten und nahm seine Schwägerin zur Begrüßung in den Arm. Varis nickte ihr nur einfach zu.
„Was ist denn das? Warum muß sich Farkas alleine damit abschleppen?“ sie konnte ihre Neugierde nicht so ganz unter Kontrolle halten.
„Es gab da nur eine kleine Wette und die hat Farkas verloren also musste er den Hirsch alleine tragen.“ Akkirah musste lachen. Das Sah Farkas mal wider ähnlich. Bestimmt hatte er mal wieder den Mund zu weit aufgemacht und das hatte er nun davon. Sie beschloss lieber nicht weiter nachzufragen um was es ging. Aber da sie nun hier war und ach ein Pferd dabei hatte entschied sie, dass der Wallach das tote Tier das letzte Stück nach Weißlauf tragen sollte. Die Männer widersprachen dem nicht. So gingen sie dann gemeinsam zurück in die Stadt. Während Akkirah sich noch bei den Ställen um das Pferd kümmerte gingen die beiden Männer schon mal nach oben. Wider musste Farkas den Hirsch alleine tragen. Auf alle Fälle würde es ein gute Abendessen geben. Frogar freute sich auch sehr, das Farkas wieder da war und bedrängte ihn solange Vilkas nicht da war, das er am nächsten Nachmittag mit ihm etwas mit dem Schwert üben würde. Akkirah nickte Farkas zustimmend zu und damit war das dann beschlossen. Der Rest des Abends erzählten dann Varis und Farkas was ihnen unterwegs so passiert war. Auf alle Fälle schienen Farkas und Varis sehr gut mit einander ausgekommen zu sein.
Auch am nächsten Morgen kam Marla zum Trainieren vorbei. Farkas erbot sich etwas mit ihr zu üben. Wieder beobachtete Akkirah sie. Marla machte auch gegen Farkas keine schlechte Figur im Umgang mit ihrer Waffe. Aela die zu Akkirah getreten war, bestätigte das es hand und Fuß hatte was Marla machte. Es schein als könne sie wirklich eine gute Ergänzung für ihre Truppe werden. Nur Frogar hielt weiterhin abstand zu der Frau, aber versuchte es nicht offen zu zeigen. Am Abend gab es dann die Reste von dem Hirsch vom Vortag. Akkirah ging anschließend zeitig in ihre Gemächer und lass noch etwas. Mit Glück würde Vilkas morgen wieder bei ihr sein dachte sie und schlief dann mit dem Buch in der Hand ein.
Mitten in der Nacht wurde dann leise die Tür zu Akkirahs Zimmer geöffnet. Da sie die nächste zuvor schon immer zu wenig geschlafen hatte, war sie heute fest eingeschlafen. Es war Vilkas der das Zimmer betrat. Er und seine Truppe hatten beschlossen als es dämmerte kei Lager aufzuschlagen sondern einfach nach Jorrvaskr durchzureiten. Athis wusste wie sehr es Vilkas zu seiner Frau drängte und auch Nerena hatte keine Probleme damit, trotz der Dunkelheit weiter zu reiten. Ihre Pferde waren noch fit genug um das mitzumachen. Und so stand Vilkas nun in der Tür und sah seine Frau auf dem Bett liege, das Buch immer noch in der hand. Er musste lächeln. Am liebsten hätte er sie sofort in die arme genommen, aber ihm war klar, dass es für sie etwas unangenehm gewesen wäre, solang er noch seine Rüstung anhatte. Er versuchte sich leise zu entkleiden, aber dabei wurde Akkirah dann doch wach. „Vil, mein Liebster“, sie sprang so schnell aus dem Bett und stürmte auf ihn zu um ihn in die Arme zu nehmen das er keine Chance hatte sich zu Ende zu entkleiden und so stürzten sie denn beide gemeinsam zu Boden da Vilkas sein Gleichgewicht verlor. Auch er schloss sie in die Arme und küsste sie. “Ihr seit schon zurück? Ich habe nicht vor morgen mit euch gerechnet. Aber ich bin so froh das ihr wieder bei mir seid.“ „Ich habe euch vermisst mein Herz.“ Akkirah half Vilkas aus dem Rest der Rüstung und dann zog Vilkas ihr das Nachthemd aus und sie verschwanden gemeinsam im Bett und es dauerte lange bevor beide erschöpft und glücklich einschliefen.

CKomet

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Freitag, 22. Juni 2012, 14:29

Langsam wurde Akkirah wach. „Guten Morgen, mein Herz“, hörte sie Vilkas flüstern. „Ich dachte schon ihr wolltet überhaupt nicht mehr aufwachen.“ „Das müsst ausgerechnet ihr sagen, den man sonst kaum aus dem Bett bekommt“, gab sie zurück. Vilkas lachte und richtete sich auf. „Kommt mein Herz, oder wollt ihr wirklich erst zu Mittag aufstehen?“ Sie seufzte und stand dann auf und fing an sich anzukleiden. Vilkas folgte ihrem Beispiel. Als sie nach oben kam waren alle schon in Gange und teilweise mit ihrem Frühstück fertig. Akkirah bat darum, das nach dem Frühstück sich die Mitglieder des Zirkels in der Tiefenschmiede zusammen fanden. Und am frühen Nachmittag sollte dann eine gemeinsame Besprechung mit allen stattfinden. Akkirah und Vilkas ließen sich zeit mit ihrem Frühstück und gingen dann in die Tiefenschmiede, wo schon Aela und Farkas warteten.
„Ich schätze es stehen mal wieder ein paar Entscheidungen an, und ich wollte sie erst mit euch Besprechen.“ Akkirah lächelte. „Zunächst wären da die endgültige Aufnahme von Varis und Nerena als vollwertige Mitglieder der Gefährten. Farkas und Vilkas, ihr habt die beiden nun auch unterwegs beobachten können. Meint ihr, ihr könnt schon ein urteil fällen oder sollte noch gewartet werden?“
Farkas machte den Anfang: „Varis hat sich sehr umsichtig gezeigt, er ist ein erfahrener Kämpfer, der sich aber an Anweisungen hält und nicht unnötig widerspricht. Aber wenn er Vorschläge macht haben diese hand und Fuß. Und seine kämpferischen Fähigkeiten konnte man ja auch schon auf dem Übungsplatz erkennen. Er ist absolut umgänglich und wäre meines Erachtens nach eine Bereicherung für die Gefährten.“
Die drei anderen nickten zustimmend. Dann war Vilkas dran mit seiner Einschätzung von Nerena. „Sie hält sich im Hintergrund und versucht nicht unnötig vorzupreschen, wenn es im Kampfgetümmel unübersichtlich wird. Wenn sie die Aufgabe hat vorweg zu gehen und als Kundschafter zu fungieren ist sie vorsichtig und überlegt bei der Sache. Mit dem Bogen kann sie hervorragend umgehen auch in brenzligen Situationen. Unterwegs war sie eine angenehme ruhige Begleiterin. Sie hat eine beruhigende Art, die gerade im Umgang mit verschüchterten Menschen die schon einiges Hinter sich haben. Ich würde auch sagen auch Nerena ist dazu geeignet eine gute Gefährtin zu werden. Ihre Schüchternheit wird sie sicherlich noch weiter ablegen wenn sie länger dabei ist.“
„Wenn es dann keine Einwände gibt sollten wir heute Nachmittag die anderen darüber informieren und sollten auch der Rest der Gefährten einverstanden sein können wir die beiden heute Abend feierlich in unseren Reihen aufnehmen.“
Aela lächelte. „Das hört sich nach einem guten Plan an. Was werden wir nun mit Marla machen?“
„ Da Vilkas wieder da ist, wird er sie heute Nachmittag nach der Besprechung mal testen. Wobei ich nachdem was man bisher sehen konnte nicht wüsste, was gegen eine Anwärterschaft spricht. Was mir allerdings etwas Sorgen bereitet ist das Verhalten von Frogar Marla gegen über. Er scheint etwas gegen sie zu haben, was mich etwas traurig stimmt.“
Vilkas legte ihr die Hand auf die Schulter. „Jungen haben manchmal ihren eigenen Kopf. Er wird sich bestimmt bald mit ihr anfreunden, wenn er sie besser kennen lernt. Er sit ja kein dummer Junge.“
„Gerade das bereitet mir Sorgen. Wobei ich ehrlich sein muß, auch ich habe manchmal ein sonderbares Gefühl in ihrer Nähe das ich nicht erklären kann. Ich befürchte der Junge hat mich da etwas beeinflusst.“ Sie senkte den Kopf.
„Ach Schwester, macht euch nicht allzu viele Gedanken darüber. Gemeinsam werden wir schon sehen, wie es um Marla bestellt ist.“ Aela sah Akkirah an und nickte ihr aufmuntern zu.
„Also gut. Damit wäre auch das soweit erst mal geklärt. Ich habe aber da noch ein paar Dinge, die Besprochen werden müssen. Vielleicht bin ich auch mit meiner Überlegung auf dem Holzweg aber ich muß es loswerden. Zunächst einmal eine Bitte an Vilkas.“ Sie sah ihn an. „Ihr habt ja immer noch euer altes Zimmer unten in dem Wohnquartier, das ihr ja nicht mehr braucht. Wärt ihr bereit es abzutreten?“
Vilkas sah Akkirah erstaunt an. “Ich brauche es nicht mehr. Es sei denn ihr wollt mich wieder loswerden“, grinste Vilkas sie an. Sie gab ihn einen Kuss „Niemals geben ich euch wieder her mein Liebster.“ Die beiden anderen konnten sich ein grinsen auch nicht verkneifen. Akkirah holte tief Luft.
„Hätte dann jemand was dagegen wenn Ria und Torvar das Zimmer bekommen?“
“ich werde gleich Anfangen meine Sachen auszuräumen.“ Vilkas lächelte Akkirah an. Auch Farkas und Aela hielten es für eine gute Idee. „Die beiden werden sich freuen, wenn sie das erfahren“, meinte Farkas.
„Gut wieder ein Punkt abgehakt. Dann der nächste Punkt. Ich bin der Meinung, das unser Gemeinschaftsschlafsaal zu groß ist. Ich würde ihn gerne in zwei Räume aufteilen und mit Türen versehen.“ Die drei anderen sahen sie erstaunt an. „Das war doch bisher immer so gewesen? Was findet ihr schlecht daran?“ Aela war erstaunt. „Nun, als ich dort meine zeit verbracht habe war es mir zu unruhig dort. Irgendwer kam und ging immer, man hatte nie wirklich mal einen Augenblick für sich.“ „Hmmmm, darüber habe ich ehrlich gesagt nie so recht nachgedacht. Ich würde aber schon gerne Wissen was die anderen dazu sagen. Sollte sie ähnlich denken wie ihr, sollten wir das ändern.“ Meinte Aela nachdenklich. Die Zwillinge nickten zustimmend.
„Dann muß dringend das Dach der Terrasse im Hof repariert werden. Bei Regen kann man kaum noch draußen sitzen ohne Nass zu werden. Und ich befürchte bei einem Heftigeren Sturm könnte er auch abgedeckt werden.“
Vilkas nickte zustimmend. “Ja das muß auch alle Fälle dringendst gemacht werden. Ich könnte bei Jon Kampf-Geborener mal anfragen, der ja Zimmermann ist, ob er Zeit hätte den Auftrag anzunehmen.“ „Das wäre sehr gut. Damit wären meine Punkte auch erst mal alle durch. Hat von euch noch irgendwer etwas das wir besprechen sollten?“ Alle schüttelten mit dem Kopf. Okay, dann sind wir fertig und können unseren anderen Aufgaben wieder nachkommen.“
Als sie die Tiefenschmiede verlassen hatte, fragte Vilkas Akkirah, ob sie ihm beim Ausräumen behilflich sein könnte, damit es etwas schneller ging. Sie nickte und auch Farkas bot sich an mitzuhelfen. Zu dritt ging die Arbeit recht fix voran. Den größten Teil brachten sie in ihre gemeinsamen Gemächer. Ein Teil der Bücher, die sie doppelt hatten bekam Farkas. Als das Zimmer schließlich leer war stand Vilkas irgendwie wehmütig im Raum. „Neun Jahre war das mein Zimmer, wo ich mich zurückziehen konnte wenn ich meine Ruhe haben wollte. Irgendwie eine lange Zeit.“ Akkirah nahm ihn in die Arme und so standen sie einige Zeit ohne etwas zu sagen da. Dann wurde es auch schon wieder Zeit nach oben zu gehen, Mittag hatten sie ausfallen lassen. Sie hatte Tilma auch schon mal drauf hingewiesen, das es wohl am Abend ein größeres Festmahl geben würde, was die alte Dame sehr freute.
Als Akkirah und Vilkas die Methalle betraten waren schon alle Gefährten anwesend. Auch die beiden neuen waren da und auch Marla hatte sich angefunden. Akkirah bat Farkas mit Varis, Nerena und Marla noch mal nach draußen zu gehen und dort zu warten, bis man sie wieder hineinrufen würde. Kommentarlos begaben sich die vier nach hinaus.
Nun fragte Akkirah die Restlichen Anwesenden, ob sie irgendwelche berechtigten Einwände gegen die Aufnahme von Varis und Nerena hätten. Aber niemand sprach sie gegen sie aus. Akkirah freute sich sehr drüber. Dann stellte fragte sie noch, ob jemand etwas gegen Marla vorzubringen hätte, sollte Vilkas mit ihrer Kämpferischen Leistung zufrieden Sofort sprang Frogar auf. „Ich will sie nicht hier haben. Ich mag sie nicht, sie hat was Böses an sich.“ Das kam aus tiefsten herzen und Akkirah wusste nicht so recht was sie dazu sagen sollte. Die meisten der anderen konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen, schwiegen aber. Vilkas schüttelte den Kopf, er wusste auch nicht was er dazu sagen sollte. Dann wandte sich Akkirah an den Jungen: “Frogar, jemanden nicht zu mögen ist kein berechtigter Grund für eine Ablehnung. Man sollte nicht nur aus dem Gefühl heraus urteilen sondern schon etwas mehr beitragen. Was natürlich nicht heißt, das man komplett die innere Stimme ignorieren soll.“ Sie kniete sich vor dem Jungen, der einen unglücklichen Eindruck machte, hin und nahm ihn in die Arme. Dann stand sie wieder auf und fragte noch mal ob jemand etwas gegen Marla einzuwenden hatte und da das scheinbar nicht der Fall war, wurde beschlossen sie wenn denn Vilkas sein Okay gab, sie aufzunehmen. Athis holte dann die draußen stehenden wieder herein.
„Nerena und Varis“, fing Akkirah an, nachdem alle in der Methalle versammelt waren. „ ihr habt es geschafft und seit von nun an vollwertige Mitglieder bei den Gefährten. Ich hoffe ihr werdet ihnen stets Ehre machen.“ Varis lächelte freudig und Nerena wurde rot vor Freude. Sie bedankten sich beide für das Vertrauen und versprachen ihren Pflichten so gut es ging immer nachzukommen. Akkirah umarmte die beiden und dann wurden sie von den anderen umringt.
Nacheine weile bat Akkirah noch mal um ruhe. Sie wandte sie zunächst an Marla. „ Vilkas wird euch nachher auf dem Hof prüfen was eure Kampffähigkeiten angeht. Wenn er nichts gegen euch einzuwenden hat, werdet ihr als neue Anwärterin bei den Gefährten aufgenommen.“ Akkirah lächelte sie an. Marla schien vor Freude zu strahlen. „Ich danke euch und ich werde euch sicherlich nicht enttäuschen.“
Es entstand eine kurze Pause. Diese nutzte plötzlich Torvar und trat vor. Er hielt Ria fest an der Hand, die ihm etwas schüchtern folgte. Es fiel im sichtlich nicht leicht zu sprechen, aber er überwand sich doch es zu machen: „Meine lieben Schildschwestern und Brüder. Wir beide möchten offiziell bekannt geben, dass wir uns verlobt haben.“ Er wurde vollkommen rot und wusste nicht mehr weiter. Akkirah trat an die beiden heran und nahm sie nacheinander in die Arme. „Ich freue mich wahnsinnig für euch beiden und hoffe ihr werdet ebenso glücklich wie Vilkas und ich.“ Dann nickte sie Vilkas zu, der neben sie trat. Auch er gratulierten den beiden herzlich: „Ach ja, bevor das in Vergessenheit gerät und ich umsonst aufgeräumt habe“, Vilkas konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. „ Von nun an steht euch beiden mein ehemaliges Zimmer zur Verfügung. Das ist wohl passender als der Gemeinschaftsschlafsaal.“ Torvar und Ria wussten nicht was sie sagen sollten, aber man sah ihnen an das sie sich sehr darüber freuten. „Ihr könnte nachher gleich anfangen eure Habseligkeiten umzuräumen, wenn ihr möchtet.“ Ria konnte sich nicht mehr zurückhalten und fiel Vilkas vor Freude um den Hals. „Hey, nicht so stürmisch, ich möchte nicht das Akkirah oder Torvar eifersüchtig werden“, lachte er. „Außerdem solltet ihr euch bei Akki bedanken. Es war ihre Idee.“
Nachdem sich nach einigen Minuten wieder alle etwas beruhigt hatten, fragte Akkirah noch mal, was die anderen von der Idee halten würden, den großen Schlafsaal zu teilen. Dieser Vorschlag wurde von den betroffenen sehr positiv aufgenommen zumal Nerena auch anmerkte sie würde sich wohler fühlen wenn sie nicht immer unter den Augen der Männer sich umziehen müsse. Damit war auch dieser Punkt von der Tagesordnung gestrichen. Akkirah bat Varis und Farkas frisches Fleisch auf dem Markt zu besorgen. Zum Selbstjagen würde nicht genug Zeit da sein, damit man abends eine ordentliche Feier veranstalten konnte. Nerena und Frogar sollten sich von Tilma eine liste geben lassen mit den weiteren Dingen die man für das Festessen benötigen würde und dann auch zum Markt gehen. In der Zwischenzeit könne Vilkas Marla testen. Aela und Akkirah würden dabei zuschauen.
So verteilten sich dann erst mal alle und gingen ihren aufgaben und Tätigkeiten nach. Vilkas Aela, Akkirah und Marla gingen in den Hof. Wie zu erwarten war fand Vilkas nichts an dem kampffertigen von Marla auszusetzen. Allerdings hatte Akkirah das komische Gefühl das Marla heute anders gekämpft hatte, als wie sie es gegen Farkas gesehen hatte. Es wirkte etwas unbeholfener. ‚Ach Quatsch’, sagte sie sich schließlich, ‚Frogar fängt an dich anzustecken und du bildest es dir nur ein.’
Nach der Prüfung beschloss Akkirah noch mal zu den Ställen hinunter zu gehen. Heute Morgen war sie ja nicht dazu gekommen. Vilkas ließ es sich nicht nehmen sie zu begleiten. So gingen sie dann Arm im Arm hinunter zu den Ställen durch Weißlauf. Akkirah war glücklich. Bei den Gefährten lief wie gewünscht und sie war an der Seite ihres geliebten Mannes. Was wollte sie noch mehr. Die Feier am Abend wurde auch sehr schön und dauerte bis in die frühen Morgenstunden.

CKomet

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Samstag, 23. Juni 2012, 14:20

Der nächste Tag verlief relativ ruhig. Alle ließen sich Zeit was das Aufstehen anging. Nur Frogar Tilma und Akkirah waren wie gewohnt zeitig hoch. Es gelang ihr, ohne Vilkas zu wecken sich aus seine Armen raus zu winden. Bevor sie das Zimmer verließ gab sie ihm noch sanft einen Kuss. Er hatte am Abend zuvor wohl doch den einen oder anderen Becher Met zu viel gehabt, grinste sie vor sich hin und verschwand dann leise. Oben war Tilma schon in Gange um die Reste vom Vorabend abzuräumen. Akkirah half ihr dabei. Kurz darauf kam dann auch Frogar, der bevor er zu den Ställen hinunterging etwas Essen wollte. Akkirah trank während sie Tilma half nur einen Becher Tee. Etwas Essen würde sie später, wenn auch die anderen da wären. Als Frogar hinunter ging, begleitete sie den Jungen. Sie wollte sich selbst um ihre Stute kümmern. Nachdem sie fertig war ging sie wieder hinauf. Zwischenzeitlich waren auch die meisten der anderen aufgewacht. Die Zwillinge saßen beide wie gewohnt nebeneinander und schienen beide leichte Probleme mit Kopfschmerzen zu haben. Sie waren es halt nicht gewohnt zu viel zu trinken. Aber sie hatten sich von Varis, der einiges wegstecken konnte mitreißen lassen. Akkirah setzte sich neben Vilkas der recht leidend aussah und gab ihn zur Begrüßung erst mal eine Kuss. Varis der am anderen Ende der Tafel sah wirkte im Gegensatz zu den Zwillingen absolut munter und war mit Athis und Nerena in eine angeregte Unterhaltung vertieft. Nachdem d alle etwas gegessen hatten schien es den meisten dann auch schon wieder besser zu gehen. Farkas nahm seinen Zweihänder und begab sich hinaus in den Hof. Die meisten der anderen folgten ihn
Akkirah fing an die Umbaupläne aufzuskizzieren. Vilkas hatte beschlossen gleich hinunter zu Jon Kampf-Geborener zu gehen um ihn zu überreden, die Arbeiten zu übernehmen. Zum Glück war er nicht so extrem wie der Rest seiner Familie der Meinung, dass man mit den Grau-Mähnen nichts zu tun haben müsste, von denen es ja auch welche in Jorrvaskr gab. Abgesehen war Akkirah bekannt, das er und Olfina, die aus dem Hause Grau-Mähne abstammt, ein heimliches Verhältnis haben. So kam er dann mit Vilkas hoch zu Jorrvaskr. Gemeinsam setzten sich dann Jon, Vilkas und Akkirah zusammen und besprachen wie man am Besten vorgehen sollte und auch wie lange die umbau Maßnahmen in den Wohnquartieren dauern würde. Sobald die Materialien herbei geschafft worden wären würden man zwei maximal drei Tage brauchen um zwei neue Steinwände angepasst hochzuziehen und die Türen einzusetzen. Sie bat Jon sich um die entsprechenden Bestellungen zu kümmern. Die Reparatur des Daches der Terrasse würde etwas länger in Anspruch nehmen. Die alten Holzpfeiler waren im laufe der Jahre durch die Wettereinflüsse auch angegriffen und es wäre wenn sinnvoll, statt nur ein neues Dach zu decken, gleich die Stützen mit auszutauschen. Vilkas nickte Akkirah zu, als sie ihn fragend ansah. Sie einigten sich drauf das sobald die Steine da waren mit dem Innenausbau angefangen wurde. Während dieser zeit müssten dann die in den Räumen wohnenden Gefährten für ein paar Tage, sofern sie nicht eh unterwegs waren, in der beflaggten Mähre unterkommen. Im Notfall würde Akkirah auch hier kleines Häuschen zur Verfügung stellen, sollte gerade nicht genug Platz im Gasthof sein.
Nachdem das erst mal alles besprochen war, war es auch schon Mittag geworden. Akkirah und Vilkas aßen eine Kleinigkeit und gingen hinab zu den Ställen um einen Ausritt in die Umgebung von Weislauf zu machen. Sie wollten schauen, ob die üblichen Banditenverstecke weiterhin unbesetzt waren. Es hatte sich anscheinend rum gesprochen, das die Gefährten regelmäßig für Ordnung sorgten und sie immer wieder vertrieben denn selbst das Lager am Stehenden Strom war weiterhin verlassen. Und so konnten die beiden ihren Ausritt genießen.
Auch die nächsten Tage verliefen recht ruhig. Athis und Varis zogen gemeinsam los um einen Verbrecher wieder einzufangen, der aus dem Gefängnis in Morthal entflohen war und in der Umgebung von Helgen gesichtet worden war. Aela hatte mehrere Aufträge, wo sie unliebsame Mitbewohner, die sich einfach in den Häusern einiger Bürger einquartiert hatten erledigen sollte. Besonders Skeever drangen immer wieder gerne in die Keller von alten Häusern ein. Aber auch ein Bär machte Nahe Einsamkeit auf einem Bauernhof Probleme und hatte schon zwei Ziegen gerissen. Wenn sie alle der Reihe nach aufsuchen würde war Aela sicherlich locker zwei Wochen unterwegs. Nachdem Akkirah und Vilkas wieder in Jorrvaskr war, nutzte sie jede Gelegenheit raus zukommen nachdem sie monatelang meist sozusagen das Haus gehütet hatte, als die beiden unterwegs waren, was Akkirah gut verstehen konnte.
Der Rest der Truppe blieb in Jorrvaskr und sie nutzten die Zeit ihre Fertigkeiten im Umgang mit ihren Schwertern oder Bögen zu verbessern. Vilkas war gut damit beschäftig sich um alle zu kümmern. Besonders viel Zeit verbrachte er mit Marla, die ihn immer wieder bat ihr zu helfen. Diese schien sich gut eingelebt zu haben sie verbrachte viel Zeit mit Nerena, mit der sie sich angefreundet hatte, aber auch mit Ria, wenn diese nicht gerade im siebten Himmel mit ihrem Torvar schwebte. Nur Frogar verhielt sich ihr gegenüber weiterhin abweisend. Marla bemühte sich immer wieder darum mit dem Jungen ins Gespräch zu kommen, aber er blockte jeden Versuch ab und so gab Marla es bald auf. Akkirah machte sich langsam Sorgen wie das weiter gehen sollte. So hatte sich der Junge nie aufgeführt. Vilkas versuchte Akkirah zu beruhigen. Es wäre nur eine Phase die Frogar durchmachte. Das würde sich bestimmt bald wieder legen. Akkirah hatte ihre anfänglichen bedenken gegenüber Marla in der Zwischenzeit verloren. Sie benahm sich nicht auffällig und war stets hilfsbereit.
Eines Nachmittags bei den Schwertübungen, als Marla mal alleine mit Vilkas im Hof war, passierte etwas, was Vilkas etwas verwirrte. Während der Übungen geriet Marla ins Stolpern und Vilkas fing sie ab damit sie nicht stürzte. Dabei hatte er plötzlich das Gefühl sie würde sich mehr an ihm Hilfe suchend klammern als Not tat. Er wischte den Gedanken aber schnell wieder von sich. Am nächsten Tag passierte etwas Ähnliches. Als er ihr zeigte wie sie ihr Schwert in einer bestimmten Angriffsituation halten sollte und ihr dabei versuchte die Hand zu führen hatte er den Eindruck sie würde sich an ihn lehnen. Er zog sich sofort zurück. Marla tat so als wäre nichts passiert.
Zwei Tage später saß Marla mit Nerena auf der Terrasse und unterhielt sich. Frogar saß in der Nähe über sein Geschichtsbuch vertieft, aber er konnte jedes Wort der Unterhaltung verstehen.
„Findet ihr es nicht merkwürdig, das Akkirah, obwohl sie nun schon so lange mit Vilkas verheiratet ist, nicht die geringsten Anzeichen einer Schwangerschaft zeigt?“ fragte Marla plötzlich Nerena. „Aber warum sollte das merkwürdig sein? Sie hat so viel zu tun, da würde sie eh kaum zeit haben sich um ein Kind zu kümmern.“ „Also wenn ich mit einem Mann so zusammen wäre wie sie, dann wollte ich auch Kinder von ihm haben wollen. Das gehört doch zu einer Beziehung dazu. Ansonsten hätte man doch gar nicht Heiraten müssen. Ich glaube ja eher das Akkirah etwas gegen Kinder hat“ Die beiden standen beim letzten Satz auf und verließen die Terrasse und Frogar konnte nichts mehr verstehen. Als er nach einiger Zeit nach drinnen verschwand, weil es draußen zu windig wurde, fragte er später als Akkirah sich zu ihm setzte um ihn abzuhören plötzlich.
„Akki, warum habt ihr eigentlich keine eigenen Kinder? Alle Leute die ich kenne und die verheiratet sind haben welche. Nur du und Vilkas nicht. Mögt ihr keine Kinder?“ Akkirah war von dieser Frage vollkommen überrascht und ihr stiegen sofort die Tränen in die Augen. Sie schluckte und versuchte sie zu unterdrücken, was ihr aber nicht gelang und sie zu weinen anfing. „Akki, was ist mit euch? Habe ich etwas Böses gesagt?“ Er sprang auf und wollte ihr den Arm um die Schulter legen. Aber Akkirah zog sich zurück. „Bitte geht und lasst mich alleine, Frogar“, sagte sie ihn. Der Junge war vollkommen verwirrt und hatte Angst Akkirah sei böse auf ihn. Er lief mit gesenktem Kopf in sein Schlafzimmer und versteckte sich unter der Bettdecke. In dem Moment kam Vilkas von draußen herein. Er wollte mit Akkirah über Marla sprechen, denn wieder hatte sie eben beim Training versucht sich ihm zu nähern und so ging das nicht weiter. Sie machte es so unauffällig und immer nur dann wenn kein anderer in der Nähe war. Als er sie eben drauf aufmerksam machte tat sie vollkommen unschuldig, als wäre nichts geschehen.
Aber als Vilkas Akkirah in tränen aufgelöst am Tisch sitzen sah, vergaß er sein Problem mit der Anwärterin. Er sah gerade noch wie Frogar in die Wohnquartiere verschwand. Er lief zu Akkirah hinüber und nahm sie in die Arme. „Mein Herz, was ist geschehen? Warum weint ihr.“ Sie brauchte einige Minuten um sich wieder zu fangen. Dann erzählte sie Vilkas was Frogar sie gefragt hatte und das sie da wieder an ihr verlorenes Kind denken musste. Vilkas hielt sie ganz fest an sich gedrückt. „Mein armes Herz. Ich bringe euch nach unten. Ihr solltet euch etwas hinlegen.“ „Nein, Vil, ich muß mit Frogar reden. ich habe ihn eben einfach weggeschickt.“ „Ich mache das für euch. Ihr legt euch etwas hin. Bitte.“ Sie sah ihn tief in seine eisgrauen Augen und konnte ihm den Wunsch nicht abschlagen. Sie nickte nur und dann brachte er sie runter. Er blieb noch einen Augenblick neben ihr sitzen, bevor er sich zu Frogar hinüber begab. Er hörte den Jungen unter der Decke schluchzen. „Frogar, mein Junge, was ist mit euch?“ Vorsichtig nahm er die Decke weg um den Kleinen anzusehen. „Akki ist böse auf mich, sie hat mich einfach weggeschickt. Sie mag mich nicht mehr.“ Vilkas strich ihm über das Haar. „Das stimmt doch gar nicht. Akkirah ist nicht böse auf euch und sie hat euch genauso gern wie zuvor. Sie ist nur etwas Traurig, weil ihr sie mit eurer Frage an etwas Schlimmes erinnert hast, das ihr wieder fahren ist. Und darauf war sie nicht gefasst. Und in solchen Situationen sagt und tut man manchmal Sachen die man nicht wirklich böse meint.“ „Glaubt ihr wirklich?“ „Natürlich, ich kenne doch meine Akkirah“, er lächelte Frogar an und nahm ihn in die Arme. „Sie hat euch furchtbar lieb, genau wie ich.“ Nach diesen Worten verschwand der traurige Ausdruck auf Frogars Gesicht und er fing wieder an zu strahlen. „Und nun kommt wieder mit nach oben und macht eure Aufgaben zu Ende. Abendessen müsste auch bald fertig sein.“ Frogar fiel Vilkas um den Hals, dann sprang er aus dem Bett und rannte nach oben. Vilkas begab sich wieder zu Akkirah, die sich wieder gefangen hatte. er setzte sich zu ihr und nahm sie fest in die Arme. „Fühlt ihr euch besser, mein Herz?“ „Ja“ flüsterte sie. „Ich muß endlich lernen nicht jedes Mal, wenn man mich auf ein Kind anspricht in Tränen auszubrechen. Andere die so was erlebt haben machen das ja auch nicht.“ „Ihr seid aber nicht andere und es ist ja nun auch och nicht allzu lange her, wo es passiert ist.“ Er küsste sie „Kommt, wir sollten wieder nach oben gehen.“ Akkirah nickte.
Als sie nach oben kam stand das Essen schon auf dem Tisch. Diejenigen die nicht unterwegs waren saßen an ihren Plätzen und hatten schon angefangen zu Essen. Frogar sah Akkirah schüchtern an, als sie kam und sich wie gewohnt neben ihn setzte. Dann fuhr sie ihm mit der Hand durchs Haar und er fing an zu strahlen. Er sprang auf und viel ihr um den Hals. „ ich wollte euch nicht zum Weinen bringen, es tut mir ja so leid. Ich habe euch furchtbar lieb“, schoss es aus ihm raus. Akkirah nahm ihn in den Arm. „Auch ich habe euch sehr lieb. Aber nun setzt euch wieder und esst.“ Lächelte sie. Niemand sah den bösen Blick den Marla den beiden vom anderen Ende des Tisches zuwarf.
Die nächsten Tage verliefen wieder ohne irgendwelche großartigen Vorkommnisse. Akkirah und Vilkas hatten beschlossen, sobald Aela zurückkam, auch mal wieder auf Tour zu gehen. Willem, der Wirt aus dem Gasthaus in Ivarstatt hatte ihnen geschrieben, das in letzter Zeit häufig merkwürdige Geräusche aus dem alten Grab bei dem Dorf zu hören waren. Daher hatte er Akkirah gebeten doch mal, wenn sie in der Nähe wäre, sich dort umzuschauen. Sie hatte ihm geantwortet das sie so bald es ihre Zeit erlauben würde nach dem Rechten sehen wollte.
Aber am Nachmittag des dritten Tages, als Akkirah gerade mal wieder die Buchführung oben in der Methhalle machte, kam Marla wütend reingestürmt. In der Halle war nur Torvar noch mit anwesend, der seine Rüstung einölte, die er zuvor nach einer Reparatur von Eorlund abgeholt hatte anwesend. Farkas war mit Athis unterwegs und Ria hatte beschlossen für ihr neues Zimmer ein Bärenfell zu beschaffen und war daher mit Nerena und Varis losgezogen einen zu erlegen. Frogar war heute Nachmittag mit Lars Kampf-Geborener draußen auf deren Hof.
„Ihr solltet euren Mann besser unter Kontrolle halten. Es kann ja wohl nicht angehen, dass er sich während des Trainings einfach an einem vergreifen will.“
Akkirah war vollkommen überrascht. Was wollte Marla von ihr? Beziehungsweise, was hatte sie da gerade von sich gegeben? Sie glaubte ihren Ohren nicht so ganz zu trauen. Die junge Frau stand zitternd vor ihr. „Euer Herr Gemahl hat soeben auf dem Trainingsplatz versucht mich zu verführen. Dabei wurde er auch handgreiflich, als ich mich gewährt habe und hat mir eine Ohrfeige verpasst.“ Ihr Gesicht war auf der linken Seite leuchtend rot. „Bitte beruhigt euch erst mal“, Akkirah versuchte einen klaren Kopf zu behalten. „Was, ich soll ruhig bleiben? Nachdem was gerade geschehen ist? Aber klar, so naiv wir ihr seid könnt ihr euch nicht vorstellen was passiert ist.“
In dem Moment betrat Vilkas die Halle. „Ach da kommt er ja, der wunderprächtige Herr Gemahl, der ja so ehrbar ist, das man einer Frau mir keinen Glauben schenken muß.“
Vilkas stand da und wusste nicht was er sagen sollte. Zuvor hatte Marla draußen beim Üben versucht ihn zu küssen, als er ihr nach einem Sturz hoch half. Darauf hin hatte er ihr eine Ohrfeige verpasst und gesagt, sie solle so was nie wieder wagen, ansonsten würde er dafür sorgen, dass sie ihre Sachen packen kann. „Was hat sie euch erzählt?“ fragte Vilkas vorsichtig.
„Na was sollte ich ihr wohl erzählen? Die Wahrheit natürlich, wie ihr versucht habt mich gewaltsam zu nehmen. Wäre ja auch nicht das erste Mal. Oder was war das mit dieser Nadja Steinarm? Die habt ihr doch auch versucht für euch zu gewinnen, bis Akkirah auftauchte und ihr euch ihr zugewandt habt und Nadja fallengelassen habt. Na ja, Akkirah ist ja auch eine leichte Beute wie mir scheint, so Vertrauensseelich wie sie immer ist.“
Vilkas fehlten die Worte bei diesen Beschuldigungen. Er spürte wie eine rasende Wut in ihm aufstieg. Er konnte sie kaum bezähmen und wollte auf Marla losgehen und ihr eine Tracht Prügel verabreichen. „Vil, nicht“, Akkirah versuchte ihn zurückzuhalten, aber er stieß sie gewaltsam zur Seite das sie stürzte. Als er sie am Boden liegen und ihren entsetzten Blick sah, wurde ihm bewusst was er getan hatte. Sofort ging er zu ihr und kniete sich neben sie. „Bitte glaubt mir, das wollte ich nicht, mein Herz.“ Sie fasste beruhigend nach seiner Hand. „Da seht ihr es, er ist wie von Sinnen, das er selbst auf seine Frau losgeht.“ Marla hatte sich schutzsuchend zu Torvar gestellt, der zwischenzeitlich aufgestanden war. Er wusste nicht was er von der Sache halten sollte. „Ihr sollte euch vielleicht mal mit eurer Verlobten unterhalten. Wer weiß was da noch bei rauskommt. Aber nein, nur weil ich neu dabei bin und er schon seit Ewigkeiten zu den Gefährten gehört und dazu noch Mitglied des Zirkels ist, wird man wohl eher ihm glauben als mir. Nun Nadja Steinarm kann sich dazu ja nicht mehr äußern, da sie fort ist.“
„Ist das wahr, was Marla behauptet, Vilkas?“ fragte Torvar mit einem ungewohnt eisigen Ton in der Stimme.
„Torvar, ihr kennt mich schon seit langem. Natürlich ist nichts von dem was diese Schlange von sich gibt wahr. Sobald Ria zurück ist, könnt ihr sie fragen, ob ich jemals versucht habe mich ihr unsittlich zu nähern.“ Man konnte die unterdrückte Wut in Vilkas Stimme weiterhin spüren. Nur dank Akkirah gelang es ihm, sich nicht auf Marla zu stürzen.
„Sicherlich wird sie allem, was Vilkas sagt zustimmen, da sie Angst vor ihm hat.“ Konnte man Marla sagen hören.
Akkirah die zwischenzeitlich wieder auf den Beinen stand unterbrach sie: „ Es reicht. Marla ihr geht hinunter in euren Schlafsaal und wartet dort bis ich euch rufen lasse. Vilkas ihr geht ins Brisenheim und bleibt dort. Ich halte es für besser, euch dort warten zu lassen.“ Sie sah ihn sorgenvoll an, weil sie befürchtete er würde sie missverstehen und denken sie würde ihm nicht vertrauen. Er nickte nur und verließ kommentarlos Jorrvaskr. „Torvar, ihr und ich werden Ria entgegen gehen und alleine mit ihr wegen der Vorwürfe sprechen, die Marla gemacht hat. Danach werden wir hoffentlich wissen, wer die Wahrheit gesagt hat.“ Torvar nickte zustimmend. Sie warteten noch einen Moment bevor sie losgingen, damit Vilkas Zeit genug hatte sich ins Brisenheim zu begeben. Es hatte Akkirah in der Seele wehgetan zu sehen, wie Vilkas davon gegangen war. Sie zweifelte keinen Moment an seinen Worten. Aber warum? Warum hatte Marla solche Behauptungen aufgestellt? Warum wollte sie einen Keil zwischen die Gefährten treiben. Was steckte dahinter?

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Samstag, 23. Juni 2012, 21:10

Als Akkirah mit Torvar der recht schweigsam war die Straßen von Weißlauf passierte und am Brisenheim vorbei kam stockte sie kurz. Am liebsten wäre sie hineingegangen um bei Vilkas zu sein, aber sie musste weiter. Es war ihre Pflicht als Herold der Gefährten weiter zu gehen. Der Nachmittag war schon recht weit fortgeschritten und die Jagdgesellschaft müsste eigentlich schon längst auf dem Rückweg sein. Sie wollten auf der anderen Flussseite gegenüber der Höfen von Weislauf ihr Glück versuchen Sie müssten also den Weg an der Honigbräuerei zurückkommen wenn sie erfolgreich waren, was Akkirah nicht bezweifelte. Als sie sich der Brücke näherten sahen sie die drei auch schon mit ihrer schweren Beute beladen. Akkirah und Torvar gingen ihnen schneller entgegen. Als die drei die beiden kommen sahen, waren sie ein wenig erstaunt. Was für einen Grund mochte es geben, das man ihnen entgegen kam? Als sie zusammentrafen nahm Torvar seine Ria erst mal in den Arm. Akkirah bat die anderen beiden sie mögen bitte schon mal alleine weitergehen. Sie hätten etwas Dringendes mit Ria zu besprechen. Nerena und Varis taten wie gewünscht, zwar etwas erstaunt, aber sie würden sicherlich später den Grund dafür erfahren.
Ria wusste nicht was sie sagen sollte. Sie war sehr verwundert, als sie mit Akkirah und Torvar alleine auf der Strasse stand „Ist irgend etwas passiert? Kam eine Nachricht von meiner Familie?“ Ihre Familie lebte auf einen kleinen Hof nördlich in den bergen von Markath. Ihre Eltern führten den Hof und ihr großer Bruder sollte ihn übernehmen. Von ihr und ihrer Schwester wurde erwartet, das sie sich mit einem der jungen der Nachbarschaft verheiraten würden, wie es dort oben brauch war, aber Ria hatte andere Pläne. Schon als kleines Mädchen träumte sie davon, zu den Gefährten zu gehen, die ihr als Helden in den Geschichten in ihrer Großmutter vorgestellt wurden. Ihre Eltern konnten das nicht verstehen und verboten ihr sogar auf die Jagd zu gehen. Daher haute sie mit 17 auch ab, denn sie wollte nicht auf einem Hof leben. Sie traf auf ein paar Jäger, die sie bei sich aufnahmen und ihr zu mindestens die Grundbegriffe im Umgang mit dem Bogen zeigten. Einer von ihnen war früher bei der Armee gewesen und von ihm konnte sie lernen ein Schwert zu händeln. Als sie sich einigermaßen sicher im Umgang mit den Waffen fühlte verließ sie sie Jäger und ging nach Jorrvaskr wo sie als Anwärterin aufgenommen wurde und bis heute geblieben ist. Sie hatte ihren Eltern nie gesagt wo sie war. Erst als sie sich mit Torvar verlobt hatte sie ihnen eine Nachricht zukommen lassen. Und nun fürchtete sie die Antwort.
„Es ist nichts der gleichen, mein Schatz“, antwortete Torvar. Er hatte zuvor Akkirah drum gebeten selbst seiner Frau die Fragen zu stellen. „ Es geht um etwas vollkommen anderes. Es kam da ein Gerücht auf. Bitte habe keine Angst und antworte ganz ehrlich. Hat sich Vilkas dir jemals aufgedrängt und versucht dich zu verführen?“ Torvar wurde rot als er diese Frage stellte. Ria war im ersten Moment etwas verblüfft als sie die Frage hörte. Sie sah Akkirah entgeistert an und dann musste sie plötzlich lachen. „Bitte was soll Vilkas getan haben? Nein, das glaubt ihr doch selbst nicht, oder?“ Sie schüttelte den Kopf. In den letzten Wochen, seit sie mit Torvar zusammen war sie viel selbstsicherer geworden und wirkte nicht mehr wie das kleine Mädchen. „Nein, ich weiß nicht wer so was in den Umlauf gebracht hat, aber Vilkas war stets die Ritterlichkeit in Person, besonders Frauen gegenüber. Bitte seid mir jetzt nicht böse Torvar, aber ich gebe zu, als ich neu war ich es die versucht hat ihn näher zu kommen, aber das war lange bevor ihr zu den Gefährten gekommen seid. Aber er hat mich wie so ziemlich auch jede andere Frau außer später euch, Akki, nie weiter beachtet oder gleich in ihre Schranken verwiesen.“ Akirah war erleichtert als sie das hörte. Aber sie hatte auch nichts anderes erwartet. „Was war mit Nadja? Gab es da irgendwelche Vorkommnisse zwischen ihr und Vilkas?“ Wenn ihr auch da auf eine Art Verhältnis hinauswollt, da kann ich auch nur wieder nein sagen. Nadja hätte sich nie mit Vilkas eingelassen sie hatte ihn stets verachtet weil er nicht so kräftig gebaut und stark war wie zum Beispiel sein Bruder. Immer wieder hat sie wenn wir unter uns waren über ihn hergezogen. Abgesehen davon war sie über beide Ohren in Skor verliebt. Nur hatte sie nicht die geringste Chance bei ihm zu landen. Aber bitte was ist denn nun passiert, das ihr so komische Fragen stellt?“
„Nun, Marla hat heute Nachmittag Vilkas beschuldigt sich an ihr vergehen zu wollen und dabei angeführt, das es ja nicht das erste Mal gewesen sein sollte und ihr und Nadja ihre Geschichte bestätigen könnt. Bitte lasst uns zurückgehen.“ Akkirah wollte so schnell wie möglich zurück nach Weislauf.
„Dieses verdammte Miststück. So was hätte ich ihr niemals zugetraut.“ Ria schaute traurig aus. „Ich habe sie für eine Freundin gehalten. Aber warum hat sie das behauptet?“
„Ich weiß es nicht. Zumal es ihr doch klar sein müsste, das ich es ihr nicht geglaubt hätte. Aber sie scheint einen Keil in die Gemeinschaft treiben zu wollen indem sie uns gegeneinander aufbringt. Wahrscheinlich hat sie damit gerechnet, das ich sie wegsperre und Vilkas ohne wenn und aber verteidige. Wäre ich nicht Herold der Gefährten und für alle verantwortlich hätte ich sie auch sofort zum Teufel gejagt als die Behauptung aufgestellt hat. Aber so sah ich mich gezwungen euch zunächst zu befragen bevor ich ein Urteil fälle. Hätte ich gehandelt wie es mein Herz mir befohlen hat, hätte sie bestimmt Torvar gegen uns aufgebracht und damit so ein Keil in unser gegenseitiges Vertrauen getrieben.“ Akkirah senkte traurig den Kopf.
Torvar wirkte etwas beschämt, als Akkirah das sagte. „Ihr habt Recht. Ich war vorhin versucht Marla zu glauben. Wer kommt denn bitte auf so eine Geschichte?“
Schweigend gingen sie weiter nach Weislauf. Als sie das Stadttor passiert hatten bat Akkirah die beiden schon mal hoch nach Jorrvaskr zu gehen. Sie würde Vilkas abholen.
Akkirah betrat leise ihr kleines Haus. Vilkas war nicht zu sehen. Auch nicht im kleinen Alchemiezimmer wo er sonst gerne saß und ein Buch las. Sie rief nach ihm. Bekam aber keine Antwort. Ihr Herz machte einen Aussetzer. Das gefiel ihr gar nicht. Sie ging die Treppe hoch und betrat ihr Schlafzimmer. Es war alles unberührt hier. Dann hörte sie das leise knardschen des Gästebettes. Sie lief in das Zimmer rüber. Vilkas lag dort auf dem bett und starrte einfach die Decke an. Sie setzte sich zu ihm aufs Bett: „Vil, ihr habt mir soeben eine Schrecken eingejagt.“ Sie beugte sich über ihn um ihm einen Kuss zu geben. Er drehte seinen Kopf zur Wand rüber. „Verschwindet. Ich will alleine sein“, hörte sie ihn ungehalten flüstern. „Vil, was ist mit euch? Warum wendet ihr euch ab von mir?“
Er drehte sich zu ihr um und sah sie mit seinen ärgerlich funkelnden eisgrauen Augen an: „Wer hat sich den von wem abgewendet? Wer hat mich einfach fortgeschickt? Das wart ja wohl ihr!“
Genau das hatte sie befürchtet. Vilkas hatte nicht verstanden warum sie das tun musste. Tränen stiegen ihr in die Augen. „Vil, mein Liebster, zu keiner Zeit habe ich mich von euch abgewendet. Ich liebe euch über alles, aber ich bin nicht nur eure Frau, ich bin auch der Herold der Gefährten. Nur darum musste ich euch fortschicken.“
„Als meine Frau hättet ihr zu mir stehen müssen. Das habt ihr nicht getan. Daher bitte ich euch noch mal, geht.“
Tränen liefen Akkirah die Wangen hinunter. „Ihr wollt es nicht verstehen. Und damit hat Marla dann ja erreicht was sie beabsichtigt hat. Entweder einen Keil zwischen uns beiden und den Rest der Gefährten treiben oder zwischen euch und mir.“
Sie stand müde auf und verließ das Zimmer. Als sie in der Tür stand drehte sie sich noch mal zu Vilkas um. Er hatte sich wieder der Wand zugewendet. „Vilkas, bitte kommt mit mir.“
Er rührte sich nicht. Also blieb ihr nichts übrig als zu gehen. Sie hasste sich dafür, das zu tun. So leise wie sie gekommen war verließ sie wieder das Haus und ging langsam nach Jorrvaskr hoch. Ihr Herz war ihr schwer dabei. So leer hatte sie sich noch nie gefühlt. Außer vielleicht als sie ihr Kind verloren hatte. Es war ihr egal ob die Bewohner von Weislauf sie weinen sahen. Sie ließ ihren Tränen einfach freien lauf. Als sie den Markt hinter sich gelassen hatte vernahm sie eilige Schritte hinter sich: „Mein geliebtes Herz, bitte wartet.“ Sie blieb stehen und drehte sich um. Vilkas stand vor ihr, ergriff ihre Hand und fiel vor ihr auf die Knie. „Bitte verzeiht mir. Ich habe mich wieder mal wie ein Idiot benommen und nur an mich gedacht.“ Sie zog ihn sanft wieder hoch schlang ihm ihre Arme um den Hals. Mehr als ein leises „Ach Vil“, bekam sie aber nicht raus. Ihre Tränen versiegten als er sie in die Arme nahm und fest an sich drückte. So standen sie Mitten im Weg unterhalb der Treppe die zum Platz mit dem Gülden Grünbaum führte. Als beide sich wieder einigermaßen gefangen hatzen gingen sie Arm in Arm den Rest des Weges hoch nach Jorrvaskr. Ria und Torvar warteten schon ungeduldig auf sie. Varis und Nerena standen bei ihnen. Die ersten beiden hatten den anderen noch nichts weiter gesagt. Sie wollten das Akkirah das machte. Akkirah bat Ria hinunter in den Schlafsaal zu gehen und Marla hoch zu holen. Da meldete sich Nerena zu Wort. „Marla ist nicht unten. Als ich mich eben umgezogen habe war ihr Bett leer und ihre Kommode stand offen und war ausgeräumt.“
„Diese verdammte Schlange. Sie wusste das sie entlarvt war und hat sich aus dem Staub gemacht.“ Vilkas war wütend.
„Damit dürfte aber wohl nun endgültig klar sein, dass sie die ganze Zeit gelogen hatte. Das spart uns nun den Rauswurf von ihr.“ Akkirah war insgeheim froh darüber. Sie hätte nicht gewusst, was sie mit Marla hätte tun sollen. Wenn es nach Vilkas gehen würde, hätte sie ihren Kopf verloren und tief im inneren hatte Akkirah das genau so gesehen. Torvar ging auf Vilkas zu. „Verzeiht mir, das ich an euch gezweifelt habe; Vilkas.“ „ Es ist schon in Ordnung“, Vilkas klopfte Torvar beruhigend auf den Rücken.“ Wahrscheinlich hätte ich auch erst mal so reagiert, wenn ich nicht selbst davon betroffen gewesen wäre.“
Varis und Nerena standen die ganze Zeit da und verstanden nicht um was es ging. Akkirah erklärte es ihnen kurz mit wenigen Worten. Beide waren sehr betroffen als sie erfuhren was geschehen war. Aber glücklicherweise war dieses Kapitel nun abgehakt. Dann kam Frogar von seinem Ausflug zu den Höfen zurück. Als Akkirah ihn sah musste sie lächeln. Er war verwundert, weil er nicht Verstand warum.
„Das nächste Mal werde ich besser auf eure innere Stimme, genau wie auf die meine hören, wenn es darum geht jemanden hier aufzunehmen. Ich befürchte ich muß da noch viel lernen um ein Gefühl wie Kodlak es hatte, dafür zu entwickeln.“ Vilkas legte seinen Arm um sie. „Er hatte euch viele Jahre an Erfahrung voraus und ich Wette, wäre er Jünger gewesen als er diesen Posten bekam, wären ihm in der Anfangszeit auch solche Fehler unterlaufen. Aber ich habe seinem Urteil immer vertraut und er hat euch ausgewählt weil er wusste, dass ihr die Richtige für diese Aufgabe seid. Und er hatte Recht damit.“ Akkirah kuschelte sich an ihn.
Immer noch wusste Frogar nicht so recht um was es ging. Ria klärte ihn dann aber auf.
„Ich wusste, dass sie böse ist.“ Mehr sagte er nicht. Dann lief er hinunter um sich saubere Kleidung anzuziehen bevor er wieder zum Essen hochkam. Der Rest des Abends verlief dann recht geruhsam. Nach dem Essen setzte sich Ria etwas mit Frogar hin um gemeinsam die Geschichte der Nords durchzugehen. Akkirah und Vilkas zogen sich frühzeitig in ihre Gemächer zurück.
Als am nächsten Tag Farkas und Athis von ihrer Tour zurückkamen waren sie sichtlich geschockt, als sie das mit Marla erfuhren. Beide hätten so was nicht für möglich gehalten, war sie zu den beiden doch immer recht normal gewesen. Aber so kann man sich halt in Menschen Täuschen. Zwei Tage später kam dann auch Aela wieder. Für sie war das was gesehen ist besonders schwer zu verdauen, denn schließlich war sie es gewesen die Marla mitgebracht hatte. Akkirah versuchte ihre Schildschwerster zu trösten. Denn schließlich steckt man ja nie in den anderen drinnen und mit Varis und Nerena hatte sie doch schon mal zwei gute Gefährten gefunden.
Nun da sowohl Aela als auch Farkas wieder in Jorrvaskr waren und es zurzeit recht ruhig in Himmelsrand zuging, beschlossen Akkirah und Vilkas sich auf nach Ivarstatt zu machen. Akki hatte alles notwendige notiert, was die Umbaumaßnahmen anging und sowohl Aela als Auch Farkas versprachen das sich die beiden keine Sorgen machen müssten, es würde schon alles so laufen wie sie geplant hatten. Nachdem alles geregelt war, wollte Akkirah und Vilkas dann am nächsten Morgen frühzeitig aufbrechen. Sie rechneten damit, dass sie zwei Tage zu Pferd brauchen würden. Sie nahmen genug Proviant mit, um unterwegs sich nicht selbst versorgen zu müssen. Farkas und Frogar begleiteten die beiden als sie aufbrachen noch bis zu den Ställen. Frogar weil er eh zu seiner Arbeit musste und Farkas wollte sich wie meist dort von ihnen verabschieden. Als die beiden aufbruchbereit waren klammerte sich Frogar an Akkirah. „Bitte nehmt mich doch mit. Ich werde auch bestimmt nichts machen was euch stören könnte.“ „Das geht nicht mein Junge“, antwortete sie wir haben nur ein Pferd und das kann zwei tragen aber bei dreien wird’s doch etwas schwierig.“ „Ihr könnt doch ein zweites mitnehmen. Dann reite ich abwechseln bei Euch oder Vilkas mit. Bitte ihr dürft nicht ohne mich los reiten.“ Diese Hartnäckigkeit war Akkirah so nicht von ihm gewohnt.“ Vilkas legte seinen Arm um den Jungen. Wenn wir zurück sind, verspreche ich euch werden wir alle drei gemeinsam losziehen. Und dann nehmen wir halt zwei Pferde. Aber heute geht das nicht.“ „Versprecht ihr mir wirklich das wir gemeinsam etwas machen?“ irgendwie klang der Junge verzweifelt. „Auch ich verspreche es dir. Das sollte euch doch sicherlich als Antwort genügen, Frogar, oder?“ Er nickte. Dann stiegen die beiden auf Adelante und ritten los. Es versprach ein wunderschöner sonniger Tag zu werden, nachdem sich die Frühnebel aufgelöst hatten. Die Straße war Menschenleer. In diesen Tagen war wegen der Unruhen selten jemand unterwegs.
Am späten Nachmittag ereichten sie die Weggabelung wo es nach Rifton, Ivarstatt oder Windhelm ging. Hier stießen sie auf einen Weinhändler mit seiner Kutsche, dem ein Missgeschick passiert war. Eines der Räder der Kutsche hatte sich gelöst. Aber er hatte Glück im Unglück. Die Achse war heil geblieben. Gemeinsam gelang es den dreien das Rad wieder zu befestigen und der Händler konnte seine Weg fortsetzten. Er bedankte sich recht herzlich für die Hilfe. Aber da er seine Ladung erst noch verkaufen wollte, hatte er kein Geld das er den beiden geben konnte. Diese wollte eh nichts für die Gefälligkeit haben, aber er bestand drauf den beiden eine Flasche seines guten Wein zu geben. es würde die beiden sicherlich in der Nacht gut wärmen. Da sagten beide nicht sein und dann setzte sie jeder ihren weg fort.
Am Abend schlugen Akkirah und Vilkas ihr Lager unter einem kleinen Felsvorsprung nahe am Weg auf. Sie beschlossen die Flasche Wein, die sie bekommen hatte zum Abendessen zu leeren. Der Wein schmeckte süßlich und war recht schwer, aber war sehr lecker. Er machte die beiden schnell schläfrig. So dauerte es nicht lange bis sie auf ihrem Lager Arm in Arm fest einschliefen. Sie bemerkten die vier Gestalten nicht die sich leise anschlichen. Der Wind stand auch so, das Adelante sie nicht rechtzeitig genug wittern konnte und bemerkte deshalb den Pfeil der ihrem Leben ein Ende bereitete zu spät.

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Sonntag, 24. Juni 2012, 20:59

Wie in einem Nebel nahm Akkirah ihre Umgebung war. Sie lag auf ein paar alten Fellen und befand sich in einer dunklen Zelle. Sie hatte nicht mehr ihre Wolfsrüstung an sondern trug nur eine dünne Tunika. Es war feucht und kühl in der Zelle, so das sie vermutete sie würde sich irgendwo unten in einer Festung befinden, den Steinmauern nach zu urteilen. Es gab einen wackeligen Tisch und einen Stuhl. Auf dem Tisch stand das Geschirr vom Vortag. Sie sah auf dem Boden neben dem Tisch eine kleine Pfütze. Scheinbar hatte sie den Inhalt des Bechers versehendlich verschüttet. Sie hatte fürchterlichen durst, aber sie traute sich nicht nach denjenigen, die sie hier scheinbar eingesperrt hatten zu rufen. Wie war sie hier her gekommen? Und die viel wichtigere Frage, wo war Vilkas? Sie erinnerte sich noch daran das Vilkas und sie am Abend zusammen saßen etwas aßen und einen Becher Wein dazu tranken, dann überkam sie eine plötzliche Müdigkeit und das letzte woran sie sich erinnerte war, das sie im Arm von Vilkas einschlief. Vorsichtig erhob sie sich. Der Gang vor ihrer Zelle war bis auf vereinzelte Fackeln dunkel und niemand war zu sehen. Wie in weiter ferne vernahm sie leise Stimmen, konnte aber nichts verstehen. Sie sah sich nun gründlich in ihrer Zelle um. An einer Wand lief ein kleines Rinnsal Wasser herab. Sie fing etwas davon auf und probierte, ob es trinkbar war. Sie hatte Glück. Also nahm sie den Becher, wobei sie erst mal stutze. Als sie dran roch, erkannt sie die Reste eines Betäubungsmittels. Sie beschloss den Becher nicht zu nutzen und fing etwas von dem herab laufenden Wasser mit der Hand auf und tank es dann. Dann hörte sie Stimmen und Schritte, die sich ihrer Zelle näherten. Sie ging so schnell sie konnte zurück zu ihrem Felllager und legte sich hin.
„Wie lange wollt ihr sie noch unter Drogen halten?“, hört sie eine ihr bekannte Stimme fragen. Marla, schoss es Akkirah durch den Kopf. „Die nächsten zwei Tage wird die Dosis herabgesetzt. In drei Tagen werden wir dann sehen, ob er in ihrer Gegenwart endlich bereit ist zu tun, was wir von ihm wollen.“ Akkirah verstand nicht worum es ging. Allerdings ahnte sie, dass man sie als Druckmittel benutzten wollte. Und wen könnte man mit ihrer Hilfe unter Druck setzten? Vilkas! Das bedeutete, auch er war hier gefangen und er lebte. Sie versuchte so zu tun als würde sie schlafen, als die Marla die Zelle betrat. In ihrem jetzigen Zustand hätte sie keine Chance die beiden Frauen zu überwältigen. Marla räumte nahm den alten Teller und Becher weg und stellte dafür frisch gefüllte hin. Akkirah wartete bis die beiden weg waren bevor sie wieder aufstand. Scheinbar war der Gang die ganze zeit unbewacht, außer wenn man ihr was zu Essen brachte. Vorsichtig roch sie an dem Brot und dem kalten gebratenen Fleisch das man ihr hingestellt hatte. Sie konnte nicht erkenne,n das man auch ihr Essen präpariert hatte, als sie aber am Becher roch konnte sie sofort erkennen das da man da wieder etwas hineingetan hatte. sie versuchte zu erkennen was es war um vielleicht die Wirkung zu erkennen. Nirnwurz, Koblodschemel, Knochenmehl und Craniswurzel. Die lähmende Wirkung einiger der Pflanzen sollte wohl dafür sorgen, dass ihre Bewegungen langsam blieben und nebenbei ihre Gesundheit geschwächt wurde. Dazu noch ihre Ausdauer niedrig halten. Gut damit würde sie wissen wie sie sich verhalten musste, auch wenn sie den Becher nicht mehr austrank. Da sie nicht wusste ob zwischendurch jemand zu Kontrolle kommen würde und wie oft sie etwas zu essen und trinken bekam, leere sie den Becher zu hälfte in einer Zellenecke. Als sie etwas von dem Brot und Fleisch zu sich genommen hatte, versuchte sie die ihre Zellentür genauer zu untersuchen Mit glück konnte sie das Schloss öffnen. Leider war dem nicht so. Ihre die Tür war aus Holz und nur im oberen Bereich gab es Gitterstäbe um durchzuschauen. Sie würde so nicht von außen an das Schloss herankommen können und die Tür war so gefertigt das man von innen auch nicht an den Mechanismus herankam. Mist also musste sie warten bis ihre Wächter die Tür öffneten. Mit etwas, das sie als Waffe verwenden konnte sah es auch schlecht auf. Sowohl der Tisch als auch der Stuhl waren aus so mürben Holz, das diese beim ersten versuch jemanden damit anzugreifen auseinander fallen würden. Und der Teller war aus Metal so dass sie ihn nicht zerbrechen konnte um eine Scherbe als Waffe in die Hand zu bekommen.
Sie spürte aber wie sich ihre Kräfte langsam regenerierten. Sie versuchte ein paar Übungen zu machen um ihre Muskeln wieder zu stärken und sie fragte sich wie lange sie wohl schon in diesem Loch war. ‚Vil, mein Liebster, wo seid ihr nur? Und wie geht es euch?’ dachte sie. Diese dicken Wände schienen alle Geräuschen zu schlucken. Sie musste sich irgendwo im Keller befinden. Es gab nirgends Fenster. So wusste sie auch nicht, welche Tageszeit gerade herrschte. Hier unten gab es nur gleichmäßige Dunkelheit die durch eine kleine schwächliche Fackel gegenüber von ihrer Zelle etwas erhellt wurde.
Jetzt wo sie ihr Verstand wieder klarer geworden war, hatte sie das Gefühl die Zeit wäre stehen geblieben. Sie fühlte sich hilflos und einsam, wie ein eingesperrtes Tier, na ja, was anderes war sie ja auch genauso genommen zurzeit nicht. Wie lange war sie schon hier? Und wo befand sie sich. Immer wieder schossen ihr diese Fragen durch den Kopf. Genau wie das warum. Marla. Was hatte sie damit zu tun? Schlimm genug das sie versucht hatte die Gefährten gegenseitig auf zu hetzen, aber das sie nun auch hier war konnte nichts Gutes bedeuten. Sie musste dran denken wie sie wegen der Behauptung von Marla Vilkas fortgeschickt hatte, auch wenn sie nichts von dem was diese Person sagte geglaubt hatte und dieser es falsch verstanden hatte. und sie erinnerte sich an den Abend als sie und Vilkas nach dem Missverständnis abends in Bett lagen. Und wie sie ihm gesagt hatte, sie wünsche sich nichts mehr, als mit ihm gemeinsam viele Kinder zu haben. Als sie ihm das sagte strahlten seine eisgrauen Augen vor unbändiger Freude. Am liebsten hätte sie laut nach ihm gerufen. Vielleicht ist er in der Nähe und würde sie hören können. Wusste er, dass sie noch am Leben war? Wahrscheinlich würde er sich genau wie sie Sorgen machen. Diese Unwissenheit machte sie fast rasend. Aber sie musste Ruhe bewahren und sie durfte auch nicht weinen. Ihre Wächter durften nicht merken, dass sie nicht mehr unter dem Einfluss der Droge stand und so legte sich erst mal wieder auf die Felle und deckte sich zu, denn es war recht kalt hier unten.
Später stand sie vorsichtig wieder auf und aß den Rest und kippte auch den Rest von dem Gesöff weg, den man ihr hingestellt hatte. Dann schlief sie unruhig ein.
Irgendwann hörte sie wieder Stimmen. Diesmal war eine männliche dabei. Sie erinnerte sich daran was die zweite Frau gesagt hatte, man wolle die Dosis der Droge senken, also rechnete man damit, das möglicherweise nicht vollkommen benommen auf ihren Fellen liegen würde. Also versiuchte sie mitzuspielen. Als sie den Schlüssel im Türschloss hörte, bewegte sie sich als hätte sie plötzlich was gehört und gab grummelnde Laute von sich. Sie sah aus halb geöffneten Augen wie eine kräftige Gestallt mit einem Schwert bewaffnet sich an der Tür postierte, jederzeit bereit sie sofort anzugreifen sollte sie auch nur eine falsche Bewegung machen. Etwas an dem Schwert ließ sie stutzen. Sie wusste nicht was, aber diese Aufmachung kam ihr irgendwie bekannt vor. Als hätte sie solche vor langer Zeit schon mal gesehen. Wieder war es Marla, die ihr etwas Frisches zu Essen und Trinken hinstellte bevor sie ging trat sie Akkirah kräftig in die Seite. „Langsam dürft ihr aufwachen, meine Liebe. Morgen ist es soweit und ihr werdet euren Mann wieder sehen. Das muß euch doch freudig stimmen.“ Sie lachte höhnisch und wollte noch mal zutreten. „Lasst das sein, ich möchte Morgen mir nicht eine halb Tote vornehmen dürfen, so was macht doch kein Spaß.“
Akkirah schluckte als sie das hörte. Was hatte man vor mit ihr? Egal, was man mit ihr vorhatte, sie würde sich so teuer wie möglich verkaufen. Dann dachte sie wieder über das Schwert nach. Silbern. Das war es das Schwert war aus Silber gefertigt. Kein normaler Kämpfer nutzte solche Schwerter, da Silber viel zu brüchig war. Aber … nein das konnte nicht sein. Sie und Vilkas hatten sie doch zerschlagen. Die Silberne Hand. Die Werwolfjäger. Es mussten welche entkommen sein und dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie selbst hatte eine Gruppe in Trevas Wacht am Leben gelassen. Sie wollte damals kein unnötiges Blutvergießen begehen. Sollte dass ein Fehler gewesen sein? Aber warum hatte man sie am Leben gelassen? Wenn die Silbern Hand Rache wollte, hätten sie sie und auch Vilkas doch gleich töten können. Das wäre doch viel einfacher gewesen. Was wollte man von ihnen? In wahrscheinlich wenigen Stunden würde sie es wissen. Sie lauschte den Gang entlang bevor sie aufstand und sich ans Essen machte wieder kippte sie den Inhalt des Bechers weg und aß nur eine Teil des Essen. Den Rest würde sie später zu sich nehmen. Und wieder versuchte sie ein paar Übungen zu machen, um ihren Körper wieder in Form zu bringen. Dann schlief sie wieder etwas und stand wieder auf um zu Essen und zu trainieren. So verging die Zeit gefühlt schneller als am Vortag.
Dann war es soweit. Sie hörte die Schritte sehr deutlich, wdas mussten diesmal mehr Leute sein als an den Tagen zuvor. Man wollte also doch auf Nummer sicher gehen. Das gefiel Akkirah gar nicht. Sie erwartete ihren Besuch sitzend auf ihrem Lager. „Ah ihr seht schon ja wieder recht Munter aus“, sagte die ihr unbekannte Frau, die vor drei Tagen schon mal da war. Marla stand schweigend neben ihr, genau wie dieser Kerl der Gestern dabei war als sie ihr Essen erhalten hatte.
„ Wo sind wir hier, wer seid ihr und was wollt ihr von mir?“ fragte Akkirah leise und sie hoffte ihre Stimme klang noch unsicher.
„Nun, ich denke meine Cousine Marla kennt ihr bereits?“ Akkirah antwortete nicht. „Nun, auch wenn es euch egal sein kann, ich bin Kisda.“ Akkirah zuckte bei dem Namen unwillkürlich zusammen. Das war doch das Mädchen, mit dem Vilkas einst verlobt war. „Ah, ihr scheint zu wissen wer ich bin, eurer Reaktion nach zu urteilen.“
„Was wollt ihr von uns?“
„Könnt ihr das nicht erraten? Ihr seid doch sonst so ein helles Köpfchen.“ Wieder schwieg Akkirah.
„Nun ich will euch nicht im Unklaren lassen, lange werdet ihr eh nichts von diesem Wissen haben, wie ihr euch sicherlich denken könnt. Aber es liegt an euch ob es schnell oder qualvoll mit euch zu Ende gehen wird.
Ich bin die neue Anführerin der Silbernen Hand, die immer noch auf der Jagt nach diesen Bestien ist, die sich bevorzugt in Nächten in Werwölfe verwandeln. Meine Gruppe war in Trevas Wacht stationiert, als einige von euch Gefährten, von denen bekannt ist, das sich auch unter diesen Werwölfe befinden unser Hauptquartier überfielen und alle dort Anwesenden getötet haben. Mir ist es egal wer von euren Leuten das war, ihr und Vilkas ihr werdet die ersten sein, die unsere Rache zum Opfer fallen. Und für Vilkas hatten wir eigentlich etwas Besonderes vorgesehen, aber leider will er nicht so wie wir es möchten. Ich hoffe ihr werdet ihn dazu bringen können, das zu tun was wir wollen und dann werden sowohl er, als auch ihr einen schnellen Tod bekommen.“
Akkirah wusste nicht was sie sagen sollte. Wie konnte man jemanden, den mal geliebt hatte einfach so töten wollen? Vilkas hatte ihr doch nie etwas angetan. Er hatte ihr nur zeigen wollen, was er zu dem Zeitpunkt war.
„Warum hasst ihr Vilkas so? Ihr habt ihn doch mal geliebt“ entfuhr es Akkirah.
„Ja ich mochte ihn, bis er mir sein wahres Gesicht zeigte. Habt ihr es jemals gesehen? Eine gefährliche bösartige Bestie in Wolfsgestalt.“ „Vilkas ist und war nie bösartig.“, konnte sich Akkirah nicht zurückhalten.
„Habt ihr je gesehen, wie eine solche Bestie einen Menschen zurichten kann?“
Akkirah schwieg wieder. Sie musste an Sinding denken, der ungewollt in seiner Werwolfgestalt ein kleines Mädchen getötet hatte. Es war noch gar nicht so lange her. Sie und Vilkas hatte ihn in Kaserne von Falkenring kennen gelernt, nachdem sie noch mal durch den Ort gekommen waren und die trauernden Eltern des Mädchens, das er zerrissen hatte trafen. Er hatte ihnen erzählt wie es zu diesem „Unfall“ kam, denn er hatte es nicht absichtlich getan. Nachdem er sich in seine Werwolfgestalt verwandelt hatte war er aus der Kaserne geflohen. Später hatten Akkirah und Vilkas ihn in einer abgelegen Höhle, die für ihn genug Platz zum überleben bot wieder getroffen. Er versprach ihnen diese Höhle nie wieder zu verlassen und so ließen sie ihn am Leben.
„Ihr schweigt? Dann habt ihr es wohl nie erlebt. Seit glücklich darüber, so etwas ist grausam. Aber nun wird es Zeit, Vilkas zu besuchen. Findet ihr nicht?“
Zum wiederholten Mal sagte Akkirah nicht. ‚Vil, mein Liebster, was haben die mit euch vor?’ dachte sie nur. Sie wurde von dem bulligen Kerl brutal auf die Beine bezogen und sie sah dabei seinen lüsternen Blick. Kisda ging vor Marla und der bullige Kerl schubste sie hinter den beiden her. Sie bemühte sich wackelig auf den Beinen zu stehen. Im Gang wurde sie von den zusätzlichen vier Mitgliedern der Silbernen Hand, die alle gut bewaffnet und in verstärkten Rüstungen rum liefen, in die Mitte genommen und so musste sie den anderen folgen. Der bullige Kerl machte den Abschluss. Es ging durch ein Gewirr von Gängen und irgendwie kam es ihr hier bekannt vor. Nach dem sie sich weiter nach oben in der Burg gearbeitet hatten, vernahm Akkirah einen schmerzerfüllten Schrei. Ihr blieb fast das Herz stehen. „VIL“, schrie sie nur. Sie bekam von hinten eine Stoß in den Rücken und hörte ein knurrendes: „Schweigt“. Sie riss sich zusammen und stolperte weiter. Sie betraten einen Raum in dem diverse Metallkäfige standen. Zellen für Werwölfe. Sie waren aber alle leer. Sie wusste was sie gleich sehen würde und die Angst ließ sie zittern. Die Folterkamme des Schattenstollen Refugiums. Der Raum war größer als sie ihn in Erinnerung hatte. Und dann sah sie ihn. „Vil, mein Liebster“, kam es ihr tonlos flüsternd über die Lippen. „Was haben sie mit euch getan?“ Er hing unbekleidet an mit den Armen an einem Holzbalken gebunden, der von der Decke herab an eine Kette hin. Man hatte die Höhe gerade so eingestellt das er stehen konnte und nicht nur am Balken hin. Er war über und über mit blutigen Striemen bedeckt und auch duzende von Brandwunden konnte Akkirah sehen. Sein rechtes Bein wirke merkwürdig verdreht. Genau wie sein rechte Unterarm. ‚Bei Talos’ dachte Akkirah, ‚wer sind hier die Bestien?’ Sie versuchte zu Vilkas zu laufen aber die vier Wachen hielten sie zurück. „Ihr Schweine, was habt ihr ihm angetan?“, grenzenlose Wut überkam sie. Wieder versuchte sie sich loszureisen bekam aber von dem bulligen Kerl eine so kräftige Ohrfeige verpasst, das sie fast das Bewusstsein verlos.
Man stellte sie seitlich von Vilkas an eine Wand. Der bullige Kerl blieb vor ihr stehen und zwei der Wachen hielten sie fest. Die anderen traten an das andere Ende des Raumes. Hier standen noch sechs weitere Wachen, davon drei mit Pfeil und Bogen bewaffnet.
Vilkas war Bewusstlos vor Schmerzen. Kisda wandte sich an den Mann der hinter Vilkas nahe beim Feuer in den Brenneisen lagen, stand. „Rod, Gebt ihn das Mittel, damit seine Schmerzen nachlassen. Und dann kippt ihm ein Eimer kaltes Wasser ins Gesicht damit er aufwacht.“ Rod tat wie geheißen. Er packte Vilkas brutal an den Haaren und flösste ihm etwas ein. Nach ein paar Minuten, die Akkirah wie eine Ewigkeit vorkamen Schüttete er ihm das Wasser über den Kopf und Vilkas erwachte.
Kisda ging zu ihm und legte ihre Hand unter sein Kinn und drehte seinen Kopf so zur Seite das er Akkirah ansehen konnte. „Schaut wen ich euch mitgebracht habe. Seht sie euch gut an. Denn so hübsch wie sie jetzt ist, wird sie nie wieder aussahen wenn Riikkard mit ihr fertig ist. Wollt ihr das? Sicherlich doch nicht, als zeigt uns endlich eure wahre Gestalt.“. Das war es was sie wollten Vilkas sollte sich vor allen Augen in einen Werwolf verwandeln. Nur konnte er das doch gar nicht mehr. Denn er war keiner mehr. Abgesehen davon konnte sie seinem Blick ansehen, dass er sie nicht erkannte. Trotz des Mittels das man ihm gegeben hatte sah sie das sein Blick von den quälenden Schmerzen verschleiert war.
Nachdem keine Reaktion erfolgte ließ Kisda Vilkas Kopf los und trat zu Seite „Nun wie ihr wollt“ sagte sie und dann wandte sie sich Riikkard, dem bulligen Kerl zu. „ Sie gehört euch, macht mit ihr was euch beliebt.“ In dem Moment klarte sich der Blick von Vilkas kurz auf. Er versuchte sich zu befreien was ihm aber nicht gelang. Riikkard hatte sein Messer gezogen und griff nach Akkirahs Kleid und schlitzte es auf. „Dann wollen wir doch mal ein bisschen Spaß miteinander haben, meine Hübsche.“ Das waren die letzten Worte die er je sagen sollte, denn plötzlich flog er von einer Druckwelle getroffen Quer durch den Raum. Auch Kisda und Marla die nebeneinander standen wurden von der Welle erfasst und umgeworfen. Die beiden Wachen die Akkirah hielten waren so überrascht, dass sie Akkirah losließen. Diese schnappte sich das Schwert einer der Wachen und stieß er ihr in den Hals. Mit Schwung zog sie es wieder raus und aus dieser Bewegung schlug sie der anderen den Kopf vom Leib. Die Bogenschützen auf der anderen Seite hatten ihr erstaunen überwunden und legten auf Akkirah an. Aber diese machte einen Schritt zur Seite so das die Bogenschützen sie nicht tödlich treffen konnten und sie nur zwei Pfeile in den linken Oberarm bekam. Den Schmerz den die Pfeile verursachten bemerkte sie nicht. Wieder kamen ihr unbewusst Worte in einer anderen Sprache über die Lippen. Und plötzlich standen die Mitglieder der Silbernen Hand in Flammen. Kisda, Marla und Riikkard bekamen den Großteil des Feuerinfernos ab und starben fast augenblicklich. 3 weitere erlitten so schwere Verbrennungen, das sie zu Boden gingen und sich nicht mehr rührten und nur vor Schmerzen stöhnten. Rod, der immer noch hinter Vilkas stand hatte und anfänglich vor entsetzten erstarrt war, fing sich wieder. Er lief zu dem Feuer und wollte eines der Eisen nehmen um Vilkas damit zu töten. Aber Akkirah war schneller. Die Wut verlieh ihr übermenschliche Kräfte, genau wie das Drachenblut in ihr, obwohl es ihr auch gleichzeitig Kraft raubte. Noch bevor Rod eines der Eisen ergreifen konnte fielen seine Hände ins Feuer. Sie ließ ihn so liegen. Vier Männer standen noch auf ihren Beinen. Drei davon auf einen Haufen der vierte etwas abseits, ein Bogenschütze. Akkirah schaffte es gerade noch mal die Worte zu sprechen die ein Flammenmeer auslösten bevor sie von den Bogenschützen an der rechten Schulter getroffen wurde. Für die drei gab es kein entrinnen und sie Verbrannten elendig. Und wieder ignorierte Akkirah den Schmerz und schaffte es das Schwert zu halten und auf den Bogenschützen los zu gehen. Dieser war vollkommen durch den Wind, bei dem was er zu sehen bekam, und konnte sich nicht mehr auf seinen Bogen konzentrieren, was ihm zum Verhängnis wurde, denn so gelang es Akkirah zu ihm zu kommen und ihm ihr Schwert in den Leib zu rammen. Hier war jetzt niemand mehr der ihr gefährlich werden konnte. Sie nutzte die Pause um die Pfeile herauszuziehen. Es war ihr dabei egal, ob die Wunden weiter aufrissen. Dann hörte sie Stimmen und Schritte die von weiter oben kamen. Von unten dürfte keiner mehr kommen. Sie behielt den oberen Eingang im Auge und es dauerte nur einen kurzen Augenblick als fünf weitere Mitglieder der Silbernen Hand in die Folterkammer gestürmt kamen. Sie hatten den Fehler gemacht keinen vorzuschicken, der die Lage erst mal erkundet. So war es für Akkirah ein leichtes alle fünf nach dem betreten der Kammer in Feuer zu hüllen. Sie lauschte. Nichts mehr außer dem Stöhnen von Rod und den dreien die den ersten Feuersturm überstanden hatte war zu hören. Akkirah nahm einen Dolch zu Hand, denn das Schwert konnte sie nicht mehr halten und schnitt dann den Überlebenden die Kehlen durch. Das erschien ihr humaner als sie langsam und qualvoll sterben zu lassen, denn trotz allem was geschehen war konnte Akkirah nicht ganz aus ihrer Haut hinaus. Nachdem niemand weiter hinunter die die Folterkammer gekommen war ging Akkirah mit dem Rest ihrer Kraft zu Vilkas und löste die Fesseln und ging dann ihm in den Armen halten gemeinsam mit ihm zu Boden, bevor auch sie bewusstlos zusammenbrach.

CKomet

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Montag, 25. Juni 2012, 22:25

Nach einer geraumen Weile kam Akkirah wieder zu sich. Sie lag unter Vilkas. Durch den Druck seine Kopfes an ihrer Schulter hatte die Blutung ihrer Wunde zum Glück nachgelassen. Nun fing sie auch an Schmerzen zu verspüren. Und sie spürte auf ihrer nackten Haut, die Feuchtigkeit, die von dem Blut und Wundsekret aus Vilkas Wunden austraten. „Vil, mein Liebster“, flüsterte sie leise und strich ihm ganz sanft übers Haar. Von ihm kam keine Reaktion. Sie mochte sich nicht rühren, denn sie wollte ihm keine weitern Schmerzen zufügen. Vorsichtig sah sie sich um. Um sie herum lagen lauter Leichen, die meisten mit Schweren Verbrennungen. War das wirklich ihr Werk gewesen? Sie wusste nicht wie sie das gemacht hatte. Akki erinnerte sich nur noch dran, das sie außer sich vor Wut plötzlich etwas sagte. Es kam ihr einfach so über die Lippen. Wie konnte das sein? Was war das? Sie erinnerte sich plötzlich daran, dass sie so etwas ähnliches schon mal getan hatte. An dem Tag, als sie ihren ersten Drachen getötet hatte bei Weißlauf und wo eine der Soldat ihr sagte sie wäre ein Drachenblut. Auch da hatte sie mit einem Wort eine Druckwelle ausgelöst. Aber Feuer? Woher kannte sie die Worte dafür? Wieder versankt sie kurz in Gedanken. Natürlich, als sie ihren zweiten Drachen tötete war dort eine Mauer gewesen, die plötzlich in ihrer Nähe zu mit Schriftzeichen zu leuchten begann. Nun erkannte sie die Bedeutung. Sie versuchte sich die Worte ins Gedächtnis zu rufen, aber es gelang ihr nicht. Angst überfiel sie plötzlich. Sie musste ein Feuerinferno losgetreten haben. Was wenn sie das unter in Kampf tun würde, wenn auch ihre Freunde in der Nähe waren? Würde sie es da unter Kontrolle halten können? Die Graubärte. Sie musste so bald sie konnte zu ihnen. Sie würden ihr helfen können, mit ihrer Fähigkeit umzugehen.
Akkirah überlegte was sie nun tun sollte. Sie konnten hier so nicht liegen bleiben. Sie wollte Vilkas aber auch nicht einfach so auf den dreckigen Boden mit seinen offenen Wunden legen. Also versuchte sie sich ihre zerrissene Tunika auszuziehen. Mit viel Mühe und unter Schmerzen gelang es ihr. Vorsichtig schob sie diese unter Vilkas und schob ihn dann von sich hinunter auf den Boden. Sie erinnerte sich, dass etwas weiter den Gang hoch Quartiere der Bewohner dieser zerfallenen Festung waren. Dort würde sie etwas zu anziehen und auch Decken finden. Es fiel ihr schwer Vilkas hier so liegen zu lassen, aber es ging nicht anders. Sie gab ihm einen Kuss richtete sich auf und ging erst Mal zu dem toten Bogenschützen hinüber um seinen Bogen und auch die restlichen Waffen an sich zu nehmen. Dabei überlegte sie kurz ob sie ihn entkleiden sollte, um sich erst mal selbst seine Rüstung über zu ziehen. Sie ließ es sein, erstens würde es zu viel Zeit kosten und zweitens war er wesendlich größer als sie und wer weiß ob sich noch weitere Mitglieder der Silbernen Hand in der Festung aufhielten, die bisher nichts von dem, was hier unten geschehen war, mitbekommen haben.
Sie schlich den Gang entlang und hatte Glück und kam ungesehen zu den Wohnquartieren. Sie durchsuchte die Schränke und fand ein paar einfachen Hemden und eine Lederrüstung. Die Sachen waren zwar etwas groß, aber das war ihr egal. Besser als komplett unbekleidet rum zu laufen. Sie fand auch etwas zu Essen und mehrere Flaschen vom guten Alto-Wein. bevor sie sich mit den Fundstücken ankleidete, nahm sie eine Flasche vom Wein und öffnete sie. Dann kippte sie das Zeugs über ihre Wunden. Sie musste die Zähne ordentlich zusammenbeißen um nicht laut aufzuschreien. Sie wickelte die übrigen Hemden, das Essen und die Weinflaschen in en paar Decken. Bevor sie damit wieder hinunter zu Vilkas ging versuchte sie im Gang noch eine kleine Falle aufzubauen indem sie einen Stolperband spannte, das dafür sorgte das ein paar Krüge und Teller hoffentlich laut umfallen würden und sie damit vor näher kommen Feinden gewarnt wurde. Dann ging sie zurück zu ihrem Mann. Als sie die Folterkammer wieder betrat merkte sie wie es hier fürchterlich nach verbranntem Fleisch stank. Aber das musste sie ignorieren. Sie kniete sich neben Vilkas nieder. Sie fühlte seien Herzschlag. Er war kaum zu spüren und auch seine Atmung war sehr unregelmäßig und schwach. Sie hatte Angst Vilkas anzufassen, denn es gab kaum eine Stelle wo er nicht von blutigen Striemen oder Brandwunden gezeichnet war. Am schlimmsten was, das sie nicht wusste wie sie ihm auf die Seite drehen konnte, um seinen Rücken vorsichtig mit Wein zu desinfizieren, da sie fürchtete sie würde sein gebrochenes Bein und den Unterarm damit noch mehr schaden. Aber wenigstens schien es saubere Brüche zu sein und die Kochen wirkten nicht gesplittert. Trotzdem waren sie nicht in der korrekten Position.
Sie beschloss ihm erst mal etwa Wein zu trinken zu geben und hoffte dass er damit nicht ganz so viel spüren würde. Es war nicht einfach ihm den wein einzuflössen. Der grossteil ging daneben. Dann ging sie zu dem Feuer hinüber, wo die Brandeisen lagen. Es waren 5 Stück die dort lagen. Es handelte sich um gerade Eisenstangen, sie an einer Seite etwas abgeflacht waren. Akkirah nahm sie aus dem Feuer und ging zu einem Eimer mit Wasser, der n der Seite stand rüber und warf sie da rein um sie auszukühlen. Sie wollte damit versuchen die Bruchstellen provisorisch zu schienen. Dann ging sie wieder zu Vilkas und gab ihn noch etwas Wein. Dann zerriss sie eines der Hemden in Streifen, mit denen sie die Stangen an seinem Arm und Bein in Position bringen wollte. Es war kein leichtes unterfangen und mehrfach stöhnte Vilkas auf. Als sie damit fertig war musste sie selbst erst mal eine Pause machen. Ihr war zum Heulen zumute aber sie musste jetzt stark sein. Außerdem musste sie sich Gedanken darüber mache wie sie Vilkas hier rausbekommen würde. Tragen konnte sie ihn nicht. Die Türen der Käfige in dem man die Werwölfe gefangen hielt. Wenn sie davon eine aus den Angeln heben könnte müsste es gehen Vilkas darauf zu leben, wenn sie die mit Fellen du decken polstete und dann könnte sie ihn mit Hilfe eines Seilen das sie daran befestigte Ziehen ohne ihn großartig dabei Bewegen zu müssen. Sie beschloss auf der stelle nachzuschauen ob. „Ich bin gleich zurück mein Liebster“, flüsterte sie und strich ihm durchs Haar. So schnell sie konnte lief sie zu dem Raum mit den Käfigen. Leider war es nicht so einfach möglich wie sie gedacht hatte eine der Türen aus ihren Angeln zu bekommen, aber mir Hilfe einer Stange und einer Axt gelang es ihr. Sie merkte wie ihre Schulterwunder wieder aufriss, bei der Anstrengung, aber es war ihr egal. Die Tür war wichtig und auch wenn sie recht schwer war, würde sie ihr Vorhaben damit ausführen können. Als sie wieder bei Vilkas war machte sie eine kurze pause und Aß eine Kleinigkeit und nahm eine Schluck wein zu sich.
Dann schob sie die Tür neben Vilkas und legte sich schon mal mit Decken aus. Anschließend versuchte sie vorsichtig Vilkas darauf zu auf die linke Seite zu drehen, damit sie seinen Rücken behandeln konnte. Als sie das geschafft hatte schob sie Fellbedeckte Tür in seinen Rücken und rollte ihn Vorsicht drauf. Sie versuchte ihn mittig auf der Tür zu platzieren. Anschließend behandelte sie die Wunden auf seiner Vorderseite. Auf dem Rücken war er Größtenteils mit Peitschenhieben übersäht. Auf seine Vorderkörper sah es schlimmer aus. Hier hatte man ihm nicht nur geschlagen, sondern auch mit den verdammten glühenden Eisen teilweise heftige Brandwunden verpasst. Es war ein Wunder das er noch am Leben war. Ein Hieb hatte man ihn auch übers Gesicht verpasst, wobei er aber glück gehabt hatte das seinem Auge nicht passiert war. Nachdem sie fertig war deckte sie ihn zu.
Da bisher niemand weiter aufgetaucht war hoffte sie, dass sie wirklich alle Mitglieder der Silbernen Hand erwischt hatte. Sie musste sich nun selbst erst mal wieder ausruhen. Sobald sie sich etwas stärker fühlte wollte sie dann versuchen mit Vilkas hier weg zu kommen. Bevor sie sie sich kurz hinlegte küsste sie Vilkas. „Bitte bleibt bei mir und verlasst mich nicht“. Kaum hatte sie sich hingelegt, versank sie auch schon in einem unruhigen Schlummer.
Sie wachte auf, weil sie was scheppern hörte. Sofort war sie auf den Beinen und hatte den Bogen in der Hand. Sie sprang hinter einer der Streckbänke wo sie selbst etwas Deckung hatte und gleichzeitig den Zugang nach oben unter Kontrolle hatte. Verdammt, die Kommenden waren vorsichtig nachdem sie in ihre Stolperfalle getappt waren. Wie viele mochten es sein? Zwei könnte sie möglicherweise sofort hintereinander erledigen eine dritten würde sie mit Glück noch mit dem Schwert schlagen können, aber sollten es mehr sein hätte sie ein Problem. Sie hockte mit gespannten Bogen hinter ihrem Schutz. Nichts bewegte sich. War es ein Fehlalarm gewesen? Sie merkte wie ihre Kräfte immer mehr schwanden und ihre Konzentration nachließ. Dann sackte sie in sich zusammen und ihr Pfeil traf mit einem leisen scheppern die Wand. ‚Es tut mir leid Vil’, dachte sie noch, ‚wir sehen und in Sorvengarde wieder.’
Als sie wieder zu sich kam, wurde sie von eine Frau in den Armen gehalten. Sie brauchte einen Moment um zu erkennen wer es war. „Aela“, flüsterte sie. Dann brach sie in Tränen aus. „Weint ruhig, Schwester“, hörte sie die Jägerin leise sagen. „Alles wird wieder gut werden. Wir sind nun bei euch.“ Nachdem sich Akkirah etwas beruhigt hatte sah sie Farkas neben Vilkas knien und seien Hand halten. Sein Gesicht war wie versteinert und man konnte erkennen, dass er große Angst um seinen Bruder hatte. „Vil“, flüsterte Akkirah und Aela half ihr zu ihm rüber zu gehen. Sie merkte, dass noch mehr da waren. Athis, Torvar und Ria standen an am Eingang. Akkirah ging neben Farkas in die Knie und fuhr Vilkas durchs Haar. Dann sah sie Farkas an. Noch nie hatte sie ihn Weinen gesehen. „ Er wird es schaffen“, sie versucht zuversichtlich zu klingen, aber Vilkas sah so blas aus, und immer noch war kaum zu erkennen das Vilkas atmete. Sie einen Arm um Farkas. So verharrten sie eine ganze Weile. Dann ergriff Aela das Wort. „Wir sollten von diesem unseligen Ort verschwinden. Farkas und Torvar. Ihr werdet Vilkas auf dem Gestell tragen. Ria, ihr helft Akkirah. Athis und ich gehen vor. Es gibt oben einen Stall mit einem Pferd und Kutsche. Wir werden das Pferd schon mal anspannen. Mit der Kutsche ist es sicherer, als wenn wir zu Fuß gehen. Frage ist nur wohin? Nach Weißlauf brauchen wir gut zwei Tage. Ich weiß nicht ob Vilkas das überstehen wird.“ Sie senkte den Kopf. „Winterfeste, die Magier Akademie“, hörte man leise Akkirah sagen. „Colette Marence, sie hat mir damals auch das Leben gerettet. Einen Tagesritt von hier entfernt.“
„Gut, Wir bringen ihn nach Winterfeste.“. Auch Farkas nickte. Dann liefen Aela und Athis vor. Torvar und Farkas trugen Vilkas auf der provisorischen Trage und Ria stütze Akkirah, die es alleine kaum geschafft hätte die Festung zu verlassen. Oben beim Stall hatten Aela und Athis es geschafft, den alten Wallach anzuspannen. Es war zwischenzeitlich dunkel geworden. Trotzdem hatten sie beschlossen die Nacht durchzufahren Es war eine klare Nacht und di beiden Monde leuchteten hell am Himmel. Vilkas wurde mit seiner Trage auf die Ladefläche gelegt. Akkirah setze sich zu ihm und hielt seine Hand fest in der ihren. Farkas und Aela setzten sich vorne auf den Kutschbock. Es war beschlossen worden, das Athis, Ria und Torvar zurück nach Jorrvaskr gingen.
Akkirah versuchte, nachdem sie losgefahren waren, sich neben Vilkas zu legen und zu schlafen. Aber sie konnte kein Auge zutun. Farkas sah sich immer wieder um zu seinem Bruder. Dann fragte Akkirah wie die Gefährten sie gefunden hatten. War Adelante zurück nach Weislauf gelaufen, als man sie überwältigt hatten? Farkas senkte den Blick und auch Aela schwieg im ersten Moment. Das gefiel Akkirah nicht.
„Nein, Adelante kam nicht zurück nach Weißlauf“, fing Aela an. „Wir hatten euch spätestens nach sechs Tagen zurück erwartet. Als ihr auch am siebten Tag nichts von euch hörten machten sich Farkas und Nerena auf die Suche nach euch. Sie fanden den Platz an dem ihr übernachtet hattet.“ Aela schluckte bevor sie weiter sprach. „ Das es euer Lagerplatz gewesen sein musste war daran zu erkennen, das Adelante dort tot am Boden lag. Sie war durch eine Pfeil getötet worden.“ „NEIN“, Akkirah war entsetzt. Ihre geliebte Stute, die ihr und auch Vilkas so oft das Leben gerettet hatte, war Tod. Das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein. „ Es tut mir leid, dass ich euch das erzählen musste“, Aela fühlte sich nicht wohl in ihrer Haut. Sie wusste wie sehr Ihre Schildschwester an dem Tier gehangen hatte. Akkirah schluchste. Aela erzählte einfach weiter, das erschien ihr am Besten. Farkas und Nerena versuchten irgendwelche Spuren und hinweise zu finden, aber nach einer Woche und wenn es dann ach immer wieder geregnet hat, war kaum etwas Brauchbares zu finden. Im Lager waren keine Kampfspuren zu sehen. Farkas blieb da und schickte Nerena, die die Nacht durchlief zurück nach Jorrvaskr um mich zu holen. Ich beschloss Athis, Torvar und Ria auch mitzunehmen. Vignar sollte mit Unterstützung von Varis und Nerena die Stellung in Jorrvaskr halten. Als wir losgingen mussten wir Frogar einsperren, denn er wollte unbedingt mit. Er wirkte völlig aufgelöst, als er hörte ihr wärt vermisst. Als wir bei Farkas ankamen, war er schon recht schweigsam. Er spürte dass etwas Schlimmes mit seinem Bruder geschehen sein musste. Aber auch zu fünft konnte wir auf normalen Wege keine Spuren entdecken. Ich sprach mit Farkas und bat ihn mit den drei anderen den weg etwas hinauf zu gehen und dort nach Spuren zu suchen. Nachdem sie fort waren verwandelte ich mich in einen Werwolf. Es gelang mir tatsächlich Witterung von euch aufzunehmen. Ich folgte der Spur eine weile und erkannte bald das sie auf eine Kutsche umgestiegen waren. Damit konnte sie sich dann nur noch auf den Hauptwegen halten. Ich nahm wieder meine menschliche gestallt an und suchte die anderen Wir folgten dem Weg, wo ich bemerkt hatte das sie da entlang gefahren waren. Als wir am Abend rast machten entfernte ich mich von der Gruppe und verwandelte mich wieder um zu sehen welchen Weg die Kutsche eingeschlagen haben mochte, denn kurz hinter unserem Lager kam eine Weggabelung. Ich entdeckt dort spur wieder. Ich verwandelte mich zurück und ging wieder zu den anderen. Am nächsten Morgen folgten wir meiner Eingebung und fanden dann am Nachmittag eine Spur, die vom Hauptweg abging. Wir folgten der Spur bis wir am Schattenstollen Refugium ankamen. Es war für uns ein leichtes die Wachen, die draußen herum liefen zu töten. Wir erkannte sofort um was für eine Gruppe es sich gehandelt hatte. Sie trugen alle Schwerte aus Silber. Auch im oberen Bereich der Festung waren noch 3 Wachen, die schnell und leise ihr leben ließen. Und dann fanden wir euch. Und einen Haufen Toter.“
Aela schwieg. Akkirah konnte auch erst mal nicht sagen. Fast zwei Wochen waren sie in Gefangenschaft gewesen. Mehr als eine Woche hatte man Vilkas also misshandeln können. Sie schwor sich, sollte ihr jemand wieder ein Mitglied der Silbernen Hand über den Weg laufen würde sie es Gnadenlos töten. Sie brach in Tränen aus. „Ich trage die Schuld an dem Was passiert ist. Hätte ich damals in Trevas Wacht nicht die Meisten am Leben gelassen, wäre das niemals passiert.“ „Das ist doch Blödsinn, Schwester. Ihr konnte doch nicht wissen, dass so was passieren würde. Ihr habt damals richtig gehandelt. Kodlak hat mich damals, weil ich mehr von euch verlangt hatte zu rede gestellt und ich habe eingesehen das ich falsch mit meinen Rachegefühlen lag. Ihr habt gehandelt wie es sich für eine anständigen Menschen gehört.“
Akkirah schwieg eine ganze weile. Dabei strich sie immer wieder Vilkas durchs Haar. Nachdem sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte, erzählte sie dann was passiert war, nachdem sie in der Festung wieder zu sich gekommen war.
Als Akkirah geendet hatte, fiel sie dann doch langsam in einen unruhigen schlaf und wurde erst Wach als sie Winterfester erreicht hatten.

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Samstag, 30. Juni 2012, 19:02

Es war eisig kalt, bewölkt, aber trocken als die Akkirah, Aela und die Zwillinge mit der Kutsche die Ortsmitte erreichten.
„Wohin nun? Vilkas in den Gasthof bringen?“ Aela war hatte die Kutsche vor dem Gasthof angehalten. Farkas schwieg, Akkirah die gerade erst wieder erwacht war überlegte:
„Nein, lasst uns direkt zur Akademie fahren um keine Zeit zu verschwenden, sollten wir die Möglichkeit bekommen oben aufgenommen zu werden.“ Also fuhren sie bis zu Ende des Dorfes, wo der Zugang zur schmalen, teilweise zerfallenen Brücke, die zur Magierakademie führte. Dort wurden sie aufgehalten. Faralda, die unten an dem Zugang wache stand wollte sie nicht passieren lassen:
„Nur Magier oder diejenigen die es werden wollen bekommen Zugang. Alle anderen haben hier nichts verloren.“
„Bitte“, konnte man Akkirah leise sagen hören „wenn mein Mann nicht schnell zu Colette Marence gebracht wird, wird er sterben. Habt doch Mitleid“
„Tut mir leid, aber ich habe meine Anweisungen.“
Sie hatte nicht mitbekommen, wie sich von der Ortsmitte her jemand genähert hatte. Es war Enthir, den Akkirah und Vilkas gut kannten. „Was ist hier los?“ Dann erkannte er Akkirah.
„Bitte Enthir, wir müssen so schnell wie möglich zu Colette.“
Er erkannte Vilkas der hinten auf der Ladefläche lag. „Ihr habt recht, er muß sofort zu ihr, ansonsten kann nur ich noch was für ihn tun, aber ob das so in eurem Sinne wäre.“ Er versuchte Akkirah aufzuheitern.
„Lasst sie durch. Ich übernehme die Verantwortung. Kümmert euch solange um das Pferd.“
Enthir ging vor. Farkas nahm das Kopfende der provisorischen Trage, während Akkirah die drauf bestand, Aela zu unterstützen das Fußende trugen. Der Weg über die halbzerfallene Brücke war nicht einfach, besondern nicht mit ihrer Last, denn nicht nur das der Weg uneben war und das einstmals stolze Geländer teilweise weg gebrochen war wehte ein scharfer Wind der sie in die Tiefe pusten wollte. Trotzdem gelangte ihnen heil die Akademie zu erreichen.
Man hatte sie schon von weitem gesehen. Oben wurden sie von der Hochmagierin Mirabelle empfangen. Als sie Vilkas sah, schickte sie sofort nach Colette, die gerade Unterricht gab und
führte die Gefährten ins innere der Akademie, wo normalerweise die Lehrlinge untergebracht waren. Sie betteten Vilkas vorsichtig auf der frisch bezogenen Schlafstätte, als Akkirah zusammenbrach. Ihre Wunde an der Schulter war durch die Anstrengung Vilkas mit zu tragen wieder aufgebrochen und der Blutverlust den sie erlitt, forderte seinen Tribut. Aela gelang es gerade noch Akkirah aufzufangen bevor sie zu Boden ging, da erschien auch schon Colette.
„Ich kenne euch doch“, sagte Colette zu Akkirah, diese nickte nur schwach. „Hmmm…. Ihn erkenne ich auch. Er mag keine Magie.“ „Es ist egal was er mag oder nicht, wenn das die einzige Möglichkeit ist, ihm am Leben zu halten, dann halt auch mit Magie“, mischte sich Farkas ein, denn er wusste, das es Akkirah nicht leicht fallen würde die Entscheidung zu treffen, denn so sehr sie seinen Bruder auch liebte, sosehr kannte sie seine Abneigung gegen Magie und würde seinen Wunsch nichts damit zu tun haben zu wollen wahrscheinlich entsprechen, genau wie Vilkas es damals bei ihr getan hatte.
„Enthir, nebenan ist doch noch ein Zimmer frei, bringt sie darüber.“ Sie wandte sich an Aela „Ihr werdet mit ihr gehen und auf sie aufpassen.“
„Nein, ich will bei Vil bleiben. Ich lasse ihn nicht alleine.“ Akkirah versuchte sich von Aela loszureißen die sie in den Arm genommen hatte, um dem Wunsch der Heilerin nachzukommen. „Seit vernünftig Schwester ihr braucht Ruhe.“
„Ich brauche nur Vil.“ Aela zog sie mit sich.
Kaum hatten sie den Raum verlassen bemerkte Colette wie Vilkas Herzschlag anfing zu flattern. „Verdammt“, flucht sie. „Bringt die Frau zurück. Sie soll hier bleiben. Onmund, rief sie einem jungen Mann zu, der Sich vor der Tür aufhielt. Bringe Felle und bereite hier ein zusätzliches Lager für die Frau.“
Dann wandte sie sich Vilkas zu. „Es sieht nicht gut aus. Ich weiß nicht ob selbst die Magie der Wiederherstellung hier noch was bewirken kann. Man kann damit zwar Heilung beschleunigen, aber jemanden komplett vor dem Tod retten, das ist selbst damit nicht möglich. Ansonsten würden wesendlich weniger Menschen an Krankheiten oder in den kriegen sterben müssen.“ Akkirah, die sich neben das Bett von Vilkas gekniet hatte hielt seine Hand fest. Farkas kniete neben ihr und hatte seinen Arm um sie gelegt. Aela hatte sich etwas zurückgezogen.
Nachdem Akkirah Vilkas Hand genommen hatte, schien zu mindestens sein Puls sich wieder beruhigt zu haben. Er war weiterhin sehr schwach aber gleichmäßiger geworden. „Enthir, wärt ihr so freundlich das kleine Blaue Fläschchen aus dem obersten Regal links neben der Tür aus meinem Zimmer zu holen. Und einen Becher warmes Wasser.
Brelyna, statt dumm rum zu stehen und zu gaffen holt mit einen großen gefüllten Seelenstein.“ Die Junge Frau wurde rot und beeilte sich der Aufforderung der Heilerin nachzukommen.
Colette versuchte den Gefährten zu erklären was sie vorhatte. „Zunächst müssen wir dafür sorgen, dass sein Rücken von den größten Wunden befreit wird, damit er einigermaßen vernünftig darauf liegen kann. Wie schon anfangs gesagt, werde ich seine Wunden nicht komplett verschwinden lassen können, sondern nur dafür sorgen dass sie sich schneller schließen. Er wird auch genau solche Narben zurückbehalten, als würde er auf normale Art behandelt werden. Also erwarte keine Wunder. Ich kann aber immer nur wenige auf einmal versuchen zu schließen. Dafür werde ich den Großteil meiner magischen Kraft verbrauchen. Würde ich mehr versuchen könnte es mich selbst das Leben kosten. Mit Hilfe von dem Seelenstein kann ich etwas mehr Kraft nutzen. Leider kann man immer nur zurzeit die Kraft aus einem einzigen Stein ziehen. Danach braucht man erst mal etwas Erholung bevor man weiter machen kann. Dieses wird leider ein bis zwei Tage dauern. Auch für den Patienten könnte es den Tod bedeuten wenn man zuviel auf einmal versucht, da sich der Körper dagegen währen könnte, was meist mit Fieber einhergeht. Sie sah zu Farkas und Akkirah. Ihr werdet mit feuchten kalten Tüchern dafür sorgen, dass seine Temperatur so niedrig wie möglich bleibt. Ich lasse euch dann auch eine schalte mit Salbe bringen, die ihr auf seine Wunden auftragen müsst.“ Sie wandte sich an Akkirah, „Auch ihr sollte euch gleich damit behandeln. Brelyna wird euch hinterher verbinden.“ Brelyna, die gerade zurück mit dem Seelenstein gekommen war nickte. Auch Enthir hatte das gewünschte gebracht. Colette ließ ein paar Tropfen von dem Trank in den Becher fallen und reichte ihn Akkirah. „Trinkt, das wird euch etwas stärkten.“ Akkirah leerte den Becher in einem Zug. Und sie spürte sofort die belebende Wirkung
Onmund war zwischenzeitlich mit den Fellen zurückgekehrt und fing an neben dem Bett ein Lager daraus zu machen. Danach zog er sich wieder zurück. Bevor Colette anfing bat sie Farkas und Aela, Vilkas vorsichtig auf die Seite zu drehen, und dabei drauf zuachteten das seine gebrochenen Gliedmaßen gerade gehalten wurden. Nur so konnte Colette an die Wunden am Rücken rankommen. Sie nahm den Seelenstein in die linke Hand und fing an sich zu konzentrieren. Dann strich sie mit der rechten hand langsam die schlimmsten und tiefsten Wunden entlang wobei diese sich zusammenzogen. Das Ganze ging nur sehr langsam von statten. Und man sah Colette die Anstrengung an. Bevor sie angefangen hatte leuchtete der Seelenstein hell, und je länger sie am werken war, desto mehr verblasste der Stein, bis er nur noch wie stumpfes Glas aussah. Dann musste sie aufhören. Die schlimmsten Wunden waren nun soweit verschorft, das sie, sofern Vilkas sich nicht unruhig hin und her werfen würde geschlossen bleiben würden.
Colette trat von Vilkas zurück und gab Farkas und Aela ein Zeichen ihn vorsichtig zurück auf den Rücken zu legen. Akkirah sah die blasse Heilerin an. „Ich danke euch vielmals, für das was ihr gerade getan habt.“ „Nun, noch ist nichts gewonnen. Ich will euch nicht die Hoffnung nehmen, aber es kann immer noch sein das er es nicht überleben wird. Und selbst wenn ist nicht gesagt, ob er je wieder der alte sein wird. Solch Schmerzen, wie er sie erdulden musste können einen Menschen zerstören oder dafür sorgen das er sich in sich selbst zurück zieht und nie wieder aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht.“ Sie sah die entsetzten Gesichter von Akkirah und Farkas. „Ich will euch keine Angst machen, aber ich möchte dass euch klar ist, dass er noch lange nicht über den Berg ist. Es kann alles gut gehen muß es aber nicht. Und nun werde ich mich hinlegen. Es hat mich sehr viel Kraft gekostet zu tun was getan werden musste.
Sie gab Brelyna noch Order eine Salbe anzurühren und sie Farkas und Akkirah zu geben, denn es war ihr klar, das die beiden niemand anderen Vilkas damit behandeln lassen würden.
Die vier Gefährten blieben dann erst mal einige Zeit alleine. Aela bat Akkirah sich die Rüstung auszuziehen, damit sie wenn Brelyna zurückkam, erst mal Akki behandeln konnte. Widerstreben stand Akkirah auf. Farkas übernahm ihren Platz und nahm die Hand von Vilkas in die seine. Jetzt erst merkte Akkirah wie erschöpft sie war. Trotzdem wollte sie sich nicht hinlegen.
Als Brelyna mit der Salbe, und einer großen Schüssel eiskaltem Wasser, sowie einem Haufen Frischer saubere Leinentücher zurückkam, fragte Aela sie, ob es möglich wäre ihnen etwas zu Essen und trinken zu bringen. Sie hatten schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu sich genommen. Die junge Anwärterin nickte. Vorher gab sie Akkirah noch einen Becher mit einem sonderbar riechenden Gebräu. Sie erkannte es. Es war das Mittel, das sie selbst, als sie in im Gasthof von Winterfester schwer verletzt war trinken musste. „Colette sagt, es soll alle halbe Stunde etwas davon bekommen.“ „Danke schön. Wir werden dafür sorgen, dass er es trinkt“, Akkirah versuchte optimistisch zu lächeln.
Während Aela sich um Akkirahs Wunde kümmerte und sie anschließend fest Verband legte Farkas seinem Bruder ein kaltes Tuch auf die Stirn, denn seien Temperatur fing, wie voraus gesagt an zu steigen und danach behandelte er die anderen Wunden mit der Salbe. Es dauerte auch nicht lange und dann kam etwas zu essen. Während Akkirah sich um Vilkas kümmerte, konnte Farkas und Aela sich erst mal stärken.
Den Rest des Tages verbrachten die vier abwechselnd damit Vilkas das heilende Gebräu zu verabreichen und seine Temperatur unten zu halten. Kaum jemand von den anderen Magiern ließ sich sehen und darüber waren die drei sehr froh. Am Abend kam Colette vorbei um nach ihrem Patienten zu sehen. Sie selbst war immer noch sehr blass und wirkte erschöpft. Sie brachte einen neuen Becher mit dem Heilmittel und noch eine neue Salbe, mit der sie Vilkas vor der Nacht behandeln sollten. Auch eine neue Schüssel mit eiskaltem Wasser wurde gebracht und etwas zu essen. Nach dem Essen beschloss Aela sich im Nebenzimmer hinzulegen. Akkirah und Farkas teilten sich im Wechsel das Felllager. Wenn Akkirah an Vilkas Seite saß versuchte Farkas etwas zu schlafen und umgekehrt, was aber beiden nicht sonderlich gut gelang. So ging es bis zum nächsten Morgen.
Colette sah schon wieder fast so fit aus, wie am Tag zuvor, bevor sie ihre Kräfte genutzt hatte um Vilkas zu helfen. Sie schien auch optimistischer zu sein, was das Überleben von Vilkas anging. „Heute Abend werde ich versuche, dafür zu sorgen, das sein Knochen am Bein anfängt richtig zusammen zuwachsen. Übermorgen sind dann seine Unterarmknochen dran. Anschließend werden ich mir wohl noch mal seine Rücken vornehmen müssen, damit es nicht dazu kommt das er sich dort wund liegt.
„Wie kann ich euch nur dafür danken? Und was mich auch interessieren würde, kann jeder die Kunst der Wiederherstellung erlernen?“ Akkirah war nachdenklich geworden.
„Nun, mein Kind. Theoretisch kann jeder jede Schule der Magie lernen. Aber es ist ein beschwerlicher langer Weg und man sollte damit in frühster Jugend betreten. Und gerade die schule der Wiederherstellung kann für den Anwender gefährlich werden, wenn man sich überschätzt. Ich würde euch davon abraten es zu versuchen. Ihr würdet euch ehr selbst gefährden, denn ihr handelt wie mir scheint oft emotional und nicht bedacht wie man es tun sollte, wenn man mit Magie umgeht.“
Akkirah senkte den Kopf.
„Nun seid nicht traurig, ihr habt so viele andere Fähigkeiten. Außerdem schätze ich euren Mann so ein, das er, selbst wenn er dank der Magie vollkommen wiederhergestellt wird, nie sonderlich begeistert sein würde, wenn ihr euch damit beschäftigt.“
„Ich befürchte da habt ihr Recht. In manchen Dingen ist er ein Sturkopf.“ Es war das erste Mal das Akkirahs lächeln nicht gezwungen wirkte, seitdem sie in Winterfeste angekommen war.
Colette sorgte dafür dass immer genug von dem Heilmittel da war, um es Vilkas zu geben. und auch das die drei Gefährten genug zu essen und trinken hatten. Gegen Mittag beschloss Aela, das es für sie das Beste wäre, zurück nach Jorrvaskr zu gehen. Akkirah und Farkas waren ausreichend um Vilkas zu umsorgen. Sie würde die Kutsche nehmen, mit der sie gekommen waren. Auch wenn sie zu Fuß möglicherweise schneller wäre, sicherer war es auf alle Fälle damit. Der Abschied verließ recht kurz und dann war Aela auch schon fort.
Die nächsten Tage verliefen echt eintönig. Vilkas war weiterhin bewusstlos und reagiert auf nichts. Positiv war aber das sich sein körperlicher Zustand stabilisiert hatte, trotz der weiteren Heilaktionen von Colette. Sein Herz schlug schon wieder viel kräftiger. Sein Bein und sein arm hatte Colette in die richtige Lage gebracht und dann versucht das zusammenwachsen zu beschleunigen. Es würde aber weiterhin Monate dauern bis er das Bein und auch den Arm wieder voll belasten durfte. Trotzdem verließen Akkirah und Farkas nur in äußersten Notfällen das Zimmer von Vilkas.
Als Akkirah das Zimmer mal verlassen hatte und in der Vorhalle stand, bat Brelyna sie eines Nachmittags um Hilfe. Sie bräuchte jemanden, der ihr bei einem Experiment helfen würde. Es ging um einen Verwandlungszauber. Akkirah sagte zu, denn schließlich hatte Brelyna ihr auch geholfen. Und so ließ sie das Experiment über sich ergehen, welches allerdings mehrfach Fehl schlug. Nach drei Stunden des letzten Versuchs war Akkirah wieder sie selbst.
Farkas hatte ich zwischenzeitlich schon Sorgen gemacht. Aber sie konnte ihn beruhigen.
Nach vier Wochen waren die äußeren Wunden von Vilkas größtenteils gut verheilt. Nur das Bewusstsein hatte er immer noch nicht wieder erlangt und das bereitete sowohl Akkirah als auch Farkas immer mehr sorgen. Jeden Tag saßen die beiden abwechselnd an seinem Bett und sprachen mit ihm oder lasen ihm etwas vor. Aber Vilkas reagiert nicht darauf.
Eines Abends, als Akkirah gerade bei Vilkas am Bett saß und Farkas sich ein wenig in der Akademie umsah, beschloss sie sich zu ihm ins Bett zu legen. Seine Wunden waren soweit gut verheilt auch wenn sie teilweise hässliche Narben hinterlassen hatte. Sie legte wie sie es immer gerne getan hatte ihren Kopf auf seine Brust und schlang ihren Arm um ihn und kuschelte sich an ihn. Nach kurzer Zeit schlief sie so ein. Als Farkas zurückkam versuchte er nur vorsichtig Vilkas etwas von dem Trank, den er immer noch mehr oder weniger als Nahrungsersatz zu sich nehmen musste, zu geben und dann beschloss er die beiden alleine zu lassen und Akkirah schlafen zu lassen.
Als sie erwachte fühlte sie wie sie es immer geliebt hatte, seinen Herzschlag und sein gleichmäßiges Atmen. Aber da war noch etwas anderes. Er hatte in der Nacht seine Hand bewegt, denn sie spürte Seine Finger auf ihren Arm. „Vil, mein Liebster, bitte kommt zurück zu mir. Ich weiß das ihr nicht für immer fort seid.“ Vorsichtig richtete sie sich etwas auf um ihm ins Gesicht zu sehen. Seine Gesichtzüge hatten sich etwas verändert. Sie glaubte ein Lächeln um seine Mundwinkel herum zu erkennen. Dann küsste sie ihn. Als sie sich erhob war das Lächeln immer noch da. Sie stand auf um den Becher mit dem Heiltrank zu holen.
Als sie sich wieder zu Vilkas ans Bett setzte und seinen Kopf etwas anhob, hatte sie das Gefühl, er würde jeden Moment erwachen.
„Farkas, kommt schnell“, rief sie.
Wenige Sekunden später stand Farkas neben ihr: “Was ist los Schwester?“
„Seht ihn euch an. Fällt euch etwas auf? Oder bilde ich es mir nur ein?“ Sie bekam es etwas mit der Angst zu tun.
Er kam nicht zum Antworten, denn plötzlich schlug Vilkas die Augen auf. Akkirah wusste nicht was sie sagen sollte. Sie nahm seine linke Hand und fuhr ihm mit der anderen durchs Haar. Sie spürte wie er ihre Hand festhielt. „Akki, mein Herz“ flüsterte er ganz leise. Das war zuviel für Akkirah und sie brach vor Freude in Tränen aus. „Vil, mein Liebster“, mehr brachte sie nicht raus. Farkas war los gestürmt um Colette zu holen. Als die beiden gemeinsam zurückkamen, war Vilkas immer noch wach. Er versuchte zu sprechen, aber Akkirah hatte ihm sanft ihre Finger auf den Mund gelegt. „Ihr müsst euch noch ausruhen mein Liebster. Und trinkt das hier.“ Sie gab ihm den Becher mit dem Rest von dem Heiltrank. Er trank vorsichtig den halben Becher, der noch darin war leer. Als er fertig war wollte er wieder was sagen, aber Akki versucht ihn davon abzuhalten. Aber Colette hielt sie zurück. „Lasst ihn reden, mein Kind.“
„Ich kenne euch“ flüsterte Vilkas. „Ihr habt meiner Frau vor etwa einem Jahr das Leben gerettet. Wo sind wir hier? Das ist nicht der Gasthof von Winterfeste.“
Akkirah hielt seine Hand fest. Colette antwortet. „Nun damals habe ich eurer Frau das leben gerettet und diesmal euch. Es ist schön, das ihr wieder unter uns weilt.“ Sie lächelte. „ Und wie befinden uns in der Akademie von Winterfester.“ „Der Akademie?“ Alle spürten das Vilkas darüber nicht sonderlich erfreut war. „ Eure Gefährten sahen keinen anderen Ausweg, als euch sofort hier hoch zu mir zu bringen. Alles andere hätte zu lange gedauert und euren Tod bedeuten können. Und wie mir scheint hatte sie recht damit, denn ihr lebt noch.“ Zu Akkirah und Farkas gewand sagte sie dann. Ich lasse euch frühstück bringen und für den Patienten eine leichte Brühe. Er sollte nun anfangen wieder richtige Nahrung zu sich zu nehmen.“ Dann verschwand sie.
„Seid uns nicht böse, mein Liebster, aber es gab für uns keine andere Möglichkeit.“ Er zog ihre Hand an seine Lippen und küsste sie. „Wie könnte ich euch Jemals böse sein, mein Herz? Oder euch Bruder? Es ist schön bei euch zu sein.“ Die drei schwiegen. Es dauerte nicht lange, dann brachte Onmund das Essen. Akkirah fütterte Vilkas. Anschließend schlief er erschöpft wieder ein. Als er zwei Stunden später wieder erwachte war seine Stimme schon viel kräftiger. Er wollte wissen, was passiert war. Das Letzte, woran er sich erinnern konnte, war, dass er gefesselt an einem Balken stand oder hing und von den Mitgliedern der Silbernen Hand misshandelt wurde. Und er hatte ganz kurz bevor er bewusstlos wurde Akkirah gesehen. Im Wechsel erzählten Farkas und Akkirah was geschehen war. Danach schlief Vilkas erst mal wieder ein.
Farkas lief in den Ort hinunter in die Stadt um einen Kurier zu finden, damit er eine Botschaft nach Jorrvaskr überbringen konnte. Als er wieder hoch zur Akademie kam schlief Vilkas immer noch. Colette saß bei Akkirah und unterhielt sich mit ihr über die Zukunft. Farkas blieb schweigend in der Tür stehen und hörte nur zu. „Nun da er das Schlimmste überstanden hat, sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie es weiter geht. Sobald er transportfähig ist, wäre es das Beste ihr würde in den Gasthof umziehen. Nicht das wir etwas gegen eure Gegenwart hier haben, aber die Akademie ist nun mal ein Ort des Lernens und ansammeln von Wissen und kein Pflegeheim.“
„Ihr habt ja Recht und ich bin euch allen sehr dankbar, das wir so lange hier bleiben durften. Ich wünschte ich könnte es euch irgendwie vergelten, aber ich weiß das ich als Magierin wohl recht wenig taugen würde. Aber solltet ihr mal Probleme haben, die wir Gefährten lösen können, müsst ihr uns nur bescheid geben. Wir würden euch sofort helfen. Darauf habt ihr mein Wort.“
Colette legte Akkirah die hand auf die Schulter. „Danke. Sollten der Fall eintreten, werden wir gerne auf das Angebot zurückkommen.“
„Wann denkt ihr, das Vilkas transportfähig sein wird? Ich werde mich dann darum kümmern, das eine Kutsche kommen wird die uns Heim bringt.“
„Nun ich denke in ca. einer Woche dürfte er Transportfähig sein. Aber ihr müsst trotzdem drauf achten das er ruhig liegen bleibt und die Kutsche zu heftige Schlaglöcher meidet. Er wird dann noch mindestens 2 Monate das Bett hüten müssen. Mit so einem Oberschenkelbruch ist nicht zu spaßen und der sollte weitestgehend ausgeheilt sein, bevor Vilkas langsam anfangen kann, das Bein vorsichtig zu belasten. Dummerweise wurde sein rechter Arm zusätzlich gebrochen, so dass er sich nicht mit mal mit Krücken bewegen kann. Es wird Anfangs immer jemand da sein müssen der ihn stützt. Er wird das Laufen fast neu erlernen müssen, denn auch seine Muskeln des anderen Bein werden sich durch das Liegen zurückbilden. Aber so wie es zurzeit aussieht denke ich, wird er vollständig genesen, Es wird halt nur etwas dauern. Ihr müsst nur aufpassen das er sich nicht zu früh übernimmt“
„Wir werden es gemeinsam schaffen.“ „Davon bin ich überzeugt.“ Colette stand auf und verließ den Raum.
Als Akkirah Farkas sah sprang sie auf und fiel ihm um den Hals. „Habt ihr das gehört? Wir können bald zu Hause.“ Sie weinte vor Glück. „Verdammt, ich hätte mit meiner Nachricht noch etwas warten sollen, dann hätte ich gleich drum bitten können, dass uns eine Kutsche hergeschickt wird.“
Sie bemerkten das Vilkas wieder aufgewacht war. Sofort setzten sich beide auf die Bettkante. Akkirah gab ihn seinen Kuss. „Bald könne wir nach Hause, mein Liebster“, flüsterte sie ihm ins Ohr. Er lächelte sie an. Farkas stand auf und holte eine Schale Brühe aus der Küche, die Akkirah Vilkas anschließend zu essen gab. Am Abend schlief Akkirah das erste Mal seit langen wieder tief und fest an der Seite von Vilkas der sie in seinem linken Arm festhielt.
Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Da die reguläre Kutsche zurzeit nur unregelmäßig zwischen Weißlauf und Winterfester verkehrte hatte Farkas drum gebeten ihnen eine von Skulvar zu schicken. Damit war auf alle Fälle auch gesichert, dass genug Platz für Vilkas vorhanden sein würde und er nicht neben irgendwelchen Waren liegen musste. Da die Wege durch die Schneeschmelze der letzten Tage schwer passierbar waren, dauerte es ein paar Tage bevor die Kutsche endlich Winterfeste erreichte. Daher waren Vilkas, Akkirah und Farkas schon hinab in den Ort umgezogen. Farkas hatte seinen Bruder vorsichtig getragen. Die Wirtsleute freuten sich über ihre Gäste. Es kam selten jemand nach Winterfeste.
Als die Kutsche angekommen war, stürmte sofort ein kleiner Junge in den Gasthof. „Akki, Vilkas, Farkas, wo seid ihr?“ „Habt ihr in unsere Abwesenheit eure guten Manieren verlernt?“ Schimpfte Akkirah gespielt, „Macht sofort die Tür hinter euch zu, draußen ist es kalt.“ „Oh… ja…“ Frogar drehte sich mit beschämtem Blick um und schloss die Tür. Danach lief er dann zu Akkirah die ihn fest in den Arm nahm. „ich hatte solche Angst um euch und Vilkas. Aber sie wollten mich nicht gehen lassen um zu euch zu kommen.“ „Nun seid ihr wieder bei uns und alles wird gut.“ Sie nahm ihn bei der hand und führte ihn in ihr Zimmer, wo Vilkas im Bett saß. „Springt aber nichts aufs, bett, ansonsten müssen wir hier doch noch länger bleiben.“
Brav setzte er sich auf die Bettkante und fing dann sogleich an zu reden, Vilkas strich dem Jungen durchs Haar. Auch er hatte den kleinen Wirbelwind sehr vermisst. Kurz darauf betraten der Kutscher und Athis den Gasthof. Akkirah und Farkas begrüßten Athis freudig. Der Abend wurde gemütlich in dem Zimmer von Vilkas und Akkirah verbracht, da Vilkas das bett nicht verlassen konnte. Zwei Tage später, da sich das Pferd ausruhen musste, machte sich die Truppe dann auf den Weg nach Jorrvaskr.

CKomet

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Sonntag, 1. Juli 2012, 17:14

Die Fahrt nach Jorrvaskr verlief recht gemütlich. Man hatte die linke Bank der Kutsche etwas verbreitert so das Vilkas darauf in Felle gehüllt bequem liegen konnte und nicht im Fußraum untergebracht werden musste. Frogar saß meist vorne auf dem Kutschbock und durfte auf geraden Stücken auch mal die Zügel in die Hand nehmen. Akkirah, Farkas und Athis saßen auf der rechten Bank Sie hatte sich alle in dicke Felle gehüllt, da es wieder sehr kalt geworden war. Das zwang sie auch nicht den direkten Weg nach Weißlauf über die berge zu nehmen sondern die doppelt so lange über Windhelm. So brauchten sie 7 Tage um Weißlauf zu erreichen. Dort angekommen, trug Farkas seinen Bruder hoch nach Jorrvaskr. Akkirah wich wie meist nicht von seiner Seite. Frogar war vorgelaufen um den Anwesenden in der Methalle bescheid zu geben das sie wieder zurück wären.
Oben angekommen, wurden sie gleich von allen umringt bis Tilma ein Machtwort sprach und sie die Zwillinge und Akkirah erst mal passieren ließen und Vilkas unten in ihren Gemächern vorsichtig zu Bett gebracht wurde. Die Reise war für Vilkas sehr anstrengend gewesen und er schlief daher kurz nach der Ankunft fest ein. Akkirah wollte bei ihm bleiben, aber Tilma bestand darauf, das sie mit nach oben komme solle. Schließlich war sie der Herold und die anderen sollten von ihr erfahren was die letzten Wochen passiert war. Akkirah seufzte, denn Tilma hatte ja Recht. Vilkas würde eh ein paar Stunden tief und fest schlafen, also konnte sie ruhig mit nach oben gehen.
Bevor sie die Treppe hinauf ging, schaute sie aber erst mal, wie der Umbau des Schlafsaals gelungen war. Die Rundbögen waren ordentlich mit Steinen ausgefüllt worden und zwei kräftige Holztüren dort eingearbeitet. Es war genauso wie sie es sich vorgestellt hatte. Jon hatte sehr gute Arbeit geleistet. Als sie die Methalle betrat hatte sich alle an dem großen Tisch versammelt. Sie nahm ihren gewohnten Platz ein und fühlte sich etwas traurig dabei, weil Vilkas nicht neben ihr saß.
„ Es ist schön wieder zu Hause zu sein. Ich freue mich, dass ihr alle da seid und Gesund und Munter seid. Ich hoffe ihr werdet mit nicht böse sein, wenn ich nur in Kurzform beschreibe was passiert ist, weil ich würde gerne so schnell wie möglich zurück zu Vilkas“
Das konnten alle verstehen und so erzählte Akkirah nur kurz wie es in der Akademie gelaufen war, wie sie in zuvor in Gefangenschaft geraten sind und befreit wurden, das hatten ja einige der Gefährten miterlebt und allen anderen erzählt. Als sie geendet hatte, trug Tilma etwas zu Essen auf. Hungrig machten sich alle darüber. Als Akkirah fertig war entschuldigte sie sich und nahm einen Teller mit Essen hinunter. Vilkas erwachte als sie das Zimmer betrat und lächelte sie an. Akkirah stelle den Teller kurz auf den Nachttisch und beugte sich über ihren Mann und küsste ihn. Dann suchte sie ein paar Kissen zusammen und half Vilkas sich aufzusetzen. Anschließend setzte sie sich zu ihm und fütterte ihn, weil mit der linken Hand sich Vilkas noch immer recht ungeschickt anstellte, selbst wenn Akkirah ihm alles in Mundgerechte Häppchen vorschnipselte. Als er alles aufgegessen stellte sie den Teller zur Seite und entkleidete sich um auch ins Bett zu gehen. Sie nahm vorsichtig die Kissen wieder hinter dem Rücken von Vilkas weg und dann kuschelte sie sich an ihn. Das Hemd das Vilkas trug störte sie, aber er bestand darauf es zu tragen, nachdem er gesehen hatte wie sein zerschundener Körper aussah. Aber sie wollte ich deshalb nicht mit ihm streiten und ließ ihn gewähren. So schliefen sie dann bald beide ein.
Am nächsten Morgen stand Akkirah zeitig auf. Sie holte etwas zu Essen und Trinken für Vilkas der noch schlief und sich selbst. Sie fragte sich wie es wohl weitergehen würde. Vilkas würde noch gut zwei Monate nicht aufstehen dürfen. Sie merkte ihm jetzt schon an, dass es ihm nicht gefiel, denn er war es nicht gewohnt so lange ans Bett gefesselt zu sein. Als sie das Zimmer wieder betrat war auch Vilkas wach. „Guten Morgen mein herz“, begrüßte er sie. Sie stellte kurz das Tablett mit dem frühstück auf dem Nachttisch ab und setzte sich zu ihm und schlang ihre Arme um ihn. “Ich wünsche euch auch einen wunderschönen guten Morgen, mein Liebster. Es ist schön wieder zu Hause zu sein, findet ihr nicht auch?“ Er nickte nur. Dann nahm sie das Tablett und gemeinsam frühstückten sie. Als sie fertig waren brachte Akkirah das Tablett zurück nach oben und kam dann mit einer Schüssel warmen Wasser zurück. Als sie ihm das Hemd ausziehen wollte sträubte er sich. „Bitte nicht. Ich möchte nicht das ihr euch diesen Anblick antut.“ Vorsichtig nahm sie ihn in die Arme. “Vil, mein Liebster. nun stellt euch nicht so an. Ihr saht anfangs noch viel schlimmer aus.“ Sie ignorierte die Abwehr und es gelang ihr ihm das Hemd auszuziehen. Danach wusch sie ihn mit dem warmen Wasser. Als sie fertig war zog sie ihm vorsichtig ein frisches Hemd an. Als sie fertig war nahm sie ihn noch mal in den Arm gab sie ihm einen Kuss. „Ich liebe euch, Vil genauso wie ihr seid.“ „Und ich liebe euch über alles mein Herz.“
„Was wollen wir heute Morgen machen? Soll ich ein Buch herholen und wir lesen gemeinsam?“ „Solltet ihr nicht lieber nach oben gehen und schauen, was da so an arbeit angefallen ist? Ich vermute es gibt da genug zu tun.“
„Das kann warten, Vil. Jetzt seid ihr erst mal dran. Also was wollen wir machen?“
„Hmmm. Das war mir jetzt am liebsten wäre geht leider nicht. Also holt ein Buch.“
Sie lächelte und schnappte sich eines das sie noch nicht kannte Sie half Vilkas sich aufzusetzen, indem sie wieder ein paar Kissen in seinen Rücken packte und dann setzte sie sich zu ihm und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Im Wechsel lassen sie dann und merkten kaum wie die Zeit verging. Gegen Mittag klopfte Farkas an die Tür. „Tilma läßt euch ausrichten, dass es Zeit für das Mittagessen ist.“ „Danke ich komme und hole es.“ Akkirah stand auf. „Ich bin sofort zurück mein Liebster.“ „Ich werde hier sein, wenn ihr zurückkommt“ Akkirah fuhr ihm mit der Hand durchs Haar und folgte Farkas.
Nach dem Essen schlief Vilkas erst mal wieder ein. Akkirah nutzte die zeit um nach oben zu gehen und mit den anderen Gefährten zu sprechen. Aela hatte eine liste mit Aufgaben zur Hand, die erledigt werden mussten. Sie hatte mit der Verteilung gewartet, weil sie wollte dass alle anwesend waren, wenn Akkirah und Vilkas zurückkamen. Nun wurde es aber wieder Zeit an die Arbeit zu gehen. Akkirah sah die Liste durch und dann fragte sie Aela, was sie am liebsten machen würde. „Ich kann noch hier bleiben und euch unterstützen damit ihr mehr Zeit für Vilkas habt.“ „Ihr habt hier lange genug wieder die Stellung gehalten und ich weiß das ihr das nicht gerne macht, als sucht euch was aus und dann ab mit euch Schwester.“ „ Wie ihr meint“, dann zeigte sie auf ein paar Aufträge, die man gut nach und nach auch alleine bewältigen konnte. Akkirah nickte. Torvar und Ria baten darum etwas machen zu können, was sie zu mindestens in die Nähe von Rifton bringen würde. Sie könnten dann gleich dort zum Tempel von Mara gehen um wegen eines Termins für ihre Hochzeit anzufragen. Und ob es möglich wäre, das in Jorrvaskr abzuhalten. Denn hier war ihre Familie und außerdem wollten sie Vilkas und Akkirah dabei haben und nach Möglichkeit wollten sie recht bald heiraten. Rias Eltern hatten in der Zwischenzeit zugestimmt und sie hatte Angst dass sie es sich noch mal überlegen könnten. Es wurde beschlossen dass sie sich um eine Banditenbande kümmerten, die Nahe Rifton eine alte verlassene Festung besetzt hatte. Beide nickten erfreut. Farkas würde gemeinsam mit Nerena Richtung Markath aufbrechen. Abgeschworene machten dort wieder mal die Gegend um einen kleinen Hof unsicher. Dann hatte noch Falk Feuerbart aus Einsamkeit um Hilfe ersucht. Um was es genau ging wollte er nicht sagen, aber ihm wäre am Liebsten wenn Akkirah selbst kommen könnte. Das musste sie ablehnen also schickte sie Athis und Varis los, mit den besten Grüße von ihr.
Anschließend ging sie in den Hinterhof um zu sehen, wie die neue Überdachung geworden war. Auch hier war sie sehr zufrieden mit der Arbeit .von Jon Kampf-Geborener. Die neuen Stützen waren ordentlich verarbeitet und das Dach sah aus als würde es einige Jahrhunderte überstehen. Als sie so draußen stand kam ihr eine Idee. Sie beschloss am nächsten Tag nochmals mit Jon zu sprechen. Dann ging sie wieder hinein und hinunter zu Vilkas, der zwischenzeitlich auch wieder wach geworden war. Sie beschlossen dort wo sie vor Mittag aufgehört hatten weiter zu lesen Farkas hatte beschlossen ihnen das Abendbrot gleich runter zu bringen. Er setzte sich zu den beiden und so aßen sie gemeinsam.
Am nächsten Morgen brachen die meistern der Gefährten frühzeitig auf. Farkas verabschiedete sich, bevor er loszog, noch von Vilkas. Damit war es wieder ruhig in der Methalle geworden. Akkirah bat Vignar am Vormittag ein Auge drauf zu haben wenn Besucher kommen würden. Sie selbst wollte unten bei Vilkas bleiben. Nach dem Mittagessen, als Vilkas wieder schlief ging sie hinunter zum Markt um zu schauen, ob sie Jon finden würde. Sie hatte Glück er war am Marktplatz und unterhielt sich mit Charlotta.
„Darf ich stören“, fragte sie als sie dazu trat? Sie nickte den beiden zur Begrüßung zu.
„ich war eh mit der Bestellung fertig“, meinte Jon. „Was gibt es denn? Ist etwas nicht mit der Arbeit in Ordnung, die ich gemacht habe?“
„Nein, es ist alles genauso wie ich es mir vorgestellt habe. Recht herzlichen Dank dafür. Ich hätte nur noch eine Kleinigkeit und denke ihr werdet es am besten hinbekommen.“
Dann lasst uns in die beflaggte Mähre gehen und es besprechen. Ich habe heute noch nichts gegessen.“
„okay, dann lasst uns gehen“, sie lächelte, „ aber seid nicht böse, wenn ich nur etwas trinke, ich habe gerade erst gegessen.“
Nach dem sie mit Jon alles besprochen hatte ging sie wieder hoch nach Jorrvaskr. Vilkas war schon wach und Frogar saß bei ihm. Akkirah staunte immer wieder, wie ruhig der Junge sein konnte, wenn er wusste dass es erforderlich war. Sie blieb in der Tür stehen und beobachtete die beiden Frogar erzählte Vilkas was er die letzte Zeit gemacht hatte und das er nun reiten lernen durfte. Nur an den falbfarbenen Hengst durfte Frogar nicht ran, weil dieser zu wild war.
Die folgenden Tage verliefen recht gemütlich. Akkirah saß die meiste Zeit bei Vilkas im Bett. Wenn der Kurier mit den Aufträgen kam, wurde dieser meist von Vignar oder Tilma empfangen, die die Anfragen dann später an Akkirah weitergaben. Das Haushaltsbuch musste auch wieder auf aktuellen Stand gebracht werden. Die Umbau und Erneuerungsarbeiten hatte doch ein recht großes Loch in die Kasse gerissen, wie Akkirah feststellte. Es wäre wohl sinnvoll die nächste zeit mal wieder selbst auf die Jagt zu gehen, so das man nicht unbedingt das teuere Fleisch auf dem Markt kaufen musste. Also beschloss Akkirah eines Mittags hinunter zu den Ställen zu gehen und Skulvar zu fragen, ob er ihr ein Pferd leihen könnte.
Sie kam gerade bei den Ställen an, als die Kutsche von Einsamkeit eintraf. Hinten war ein Pferd angebunden. Skulvar selbst war nicht anwesend, da er gemeinsam mit Frogar die äußeren Koppeln inspizierte und nach dem Rechten schaute. Nur der neue Stallbursche Janik war da. Akkirah mochte den grobschlächtigen Kerl nicht, aber Skulvar hatte nicht die Zeit einen besseren vorübergehenden Ersatz für Jervar zu finden, der wegen einer Familienangelegenheit für einige Zeit nach Cyrodiil musste. Akkirah sah wie das Pferd vor dem Mann zurückwich, als er es losbinden wollte. Die junge Stute legte die Ohren an. Das wertete der Mann als Angriff und schlug mit der peitsche, die er in der Hand trug mit aller Kraft zu. “Dir werde ich schon Manieren beibringen und zeigen das man mich nicht angiftet.“ Das vollkommen verängstiget Tier riss sich los und stürmte davon. In ihrer Panik achtete die Stute nicht darauf, wo sie hintrat und stolperte über einen zerrotteten Baumstamm. Dabei schien sie sich verletzt zu haben denn sie lahmte anschließend. Ein kurzes stück weiter verhedderte sich der Strick, der immer noch an ihrem Halfter hing und so musste das Tier stehen bleiben.
Der wütende Stallbursche folgte der Stute wütend. Auch Akkirah schloss sich ihm an. Sie befürchtete der Kerl würde noch mehr Schaden anrichten. Mit hängendem Kopf stand die Stute auf drei Beinen da. „Du Mistvieh, dir werde ich zeigen, das man nicht einfach davon läuft.“ Akkirah die hinter ihm war, antwortete: „Ihr werdet gar nichts tun sondern ganz schnell verschwinden, ansonsten werdet ihr mit mir ärger bekommen.“ Der Mann kam nicht aus der Gegen, und da Akkirah lange Zeit abwesend war und auch in letzter Zeit kaum eine fuß vor die Stadt gesetzt hatte, wusste er nicht mit wem er es zu tun hatte. Sonst wäre er wohl etwas vorsichtiger gewesen. „Ihr habt mir nichts zu sagen, kommt näher und ich werde auch euch eine tracht Prügel verpassen.“ Akkirah ging weiter. Da platze Janik der Kragen und er wollte mit der Peitsche Akkirah eines überziehen. Sie wich dem Schlag geschickt aus und bekam die Peitsche zu fassen und riss sieh ihm aus der hand. Damit hatte der Kerl nicht gerechnet. Wütend stürme er auf Akkirah los und wollte sie nun mit der Faust niederschlagen. Aber auch diesmal wich Akkirah wieder geschickt aus und es gelang ihr ihm einen Treffer in seinem Gesicht zu platzier, was ihn noch wütender machte. Wieder ging er direkt auf sie los, und Akkirah sprang einfach nur zu Seite, So ging es eine ganze Weile, bis sie plötzlich eine Stimme hörte. „Janik, verschwindet. Ihr seid entlassen! Ihr könnt euch gleich euren Lohn abholen und dann will ich euch hier nicht mehr sehen“ Skulvar und Frogar waren gerade zurückgekommen. Sie hatten von weiten gesehen was geschehen war. Akkirah war zwischenzeitlich zu der verängstigten Stute gegangen und versuchte sie zu beruhigen. Nachdem ihr das gelungen war schaute sich ihr Bein an. Gebrochen war nichts, aber das Bein schwoll an. Wahrscheinlich die Bänder überdehnt. Hoffentlich nicht gerissen. „Skulvar beobachtete Akkirah und Frogar, der bei ihr stand wie sie sich um da Pferd kümmerten. „Wärt ihr so freundlich die Stute vorsichtig zum Stall zurückzubringen? Dann kann ich mich um Janik kümmern und er ist verschwunden wenn ihr ankommt.“ Akkirah nickte. Ganz langsam führte sie die Stute zurück zu den Ställen und Frogar blieb bei ihr. Als sie bei den Ställen angekommen waren, schickte Akkirah den Jungen hoch zu Acadia, damit er ihr ein paar Kräuter und Zutaten beschaffte aus denen sie eine Brei mischen würde, den man der Stute aufs Bein schmieren könnte, damit es gekühlt wurde. Der Junge brauchte nicht lange, bis er wieder zurück war. Akkirah zeigte ihm wie man den Brei zubereitete und dann Auftrug.
Nun konnte man nur noch abwarten und hoffen, dass es schnell wieder heilte. Als sie fertig war bedankte sich Skulvar bei ihr. Dann fiel ihr der eigentliche Grund wieder ein, warum sie gekommen war. Sie fragte, ob Skulvar ihr für die nächste Zeit ein Pferd zur Verfügung stellen konnte. Er nickte. Er zeigte auf einen dunklen Wallach. Den könnt ihr euch jederzeit nehmen, wenn ihr ihn braucht. Akkirah bedankte sich bei dem Skulvar und dann wurde es auch zeit wieder hoch zu gehen. Es war später geworden als gedacht und Vilkas würde sich bestimmt schon wundern, wo sie abblieb.
Als sie wieder bei Vilkas war, erzählte sie ihm was bei den Ställen passiert war. „Und der Kerl hat euch auch wirklich nichts getan, mein Herz?“ „Nein, Vil, ich war schneller als er.“ Sie nahm in beruhigend in den Arm.
Am nächsten Morgen kam Jon vorbei. Er hatte es geschafft, das was sich Akkirah vorgestellt hatte herzustellen. Er musste es nur noch zusammen setzen. Akkirah zeigte ihm wo sie die beiden Gegenstände hinhaben wollte. Es handelte sich dabei um zwei Bänke. Im ersten Moment sahen sie eigentlich gewöhnlich aus. Aber man konnte sie so auseinander ziehen, dass aus der Sitzfläche ein Liegefläche wurde. So würde Vilkas auch wieder am allgemeinen Leben der Gefährten teilhaben können und nicht immer nur unten in ihren Gemächern liegen müssen. Allerdings musste dann immer jemand da sein, der ihn rauf oder runter tragen würde, aber das war wohl das geringste Problem. Als Jon die Bänke zusammengebaut hatte bat Akkirah ihn doch zum Essen zu bleiben und ihr und Vilkas Gesellschaft zu leisten.
Vilkas freute sich über den besuch. Aber es gelang ihm nicht herauszubekommen, was er in Jorrvaskr gemacht hatte. Akkirah wollte ihren Mann damit überraschen.
Am späten Nachmittag kam dann endlich die Gelegenheit eine der Bänke zu testen. Farkas und Nerena waren zurückgekommen. Sie Abgeschworenen hatte ihnen keine großartigen Probleme gemacht und die Bewohner des Hofes konnten nun ohne Angst ihrer Arbeit nachgehen. Akkirah bat Tilma ein paar Felle oben auf die neue ausgezogenen Bank zu legen.
Dann sagte sie Farkas er möge Vilkas bitte hoch tragen. Vilkas wusste nicht was los war. Und Farkas schwieg einfach nur grinsend. Als er dann oben in der Methalle auf die neue Bank gelegt wurde wusste Vilkas nicht was er sagen sollte. Er freute sich sehr, endlich aus dem Zimmer auszukommen und sich wieder mit den anderen unterhalten zu können ohne das diese immer erst um Erlaubnis bitten mussten sein Zimmer zu betreten. Es wurde ein sehr schöner Abend.
So gingen dann die nächsten Wochen relativ ruhig ins land. Akkirah koordinierte die Aufträge und wenn sie ein wenig Zeit hatte ging sie hinunter zu den Ställen. Sie hatte sich mit der neuen Stute angefreundet und wann immer sie vorbei kam wurde sie von dem Tier mit einem leisen Schnauben begrüßt. So oft es ging schnappte sie sich den Wallach um ein wenig auf jagt zu gehen. Wann immer jemand da war, der Vilkas nach oben oder draußen bringen konnte, wurde das genutzt, auch wenn sich Vilkas recht unwohl fühlte wie ein Kind durch die Gegend getragen werden zu müssen. Auch wenn Vilkas so nun am Leben der Gefährten gut teilhaben konnte, wurde er immer unzufriedener. Es lag ihm überhaupt nicht, nur rum zu liegen und selbst nichts machen zu können. Akkirah konnte das gut nachvollziehen, aber ändern konnte sie an der Situation auch nichts. Das stimmte sie traurig. Sie hoffte das es besser werden würde, wenn Vilkas endlich anfangen könnte mit dem laufen. Aber das würde noch gut drei Wochen dauern, bevor es losging.
Eines Tages kam ein Brief von der Akademie. Man hatte in der Ausgrabungsstelle von Saarthal, in der Nähe von Winterfeste einen seltsamen Gegenstand gefunden. Dazu war es gekommen, weil Akkirah, als sie in Winterfeste weilte eines Tages die Novizen zur Ausgrabungsstelle begleitet hatte. Diese war nur ca eine Stunde von der Akademie entfernt und Colette fand, Akkirah müsste mal dringend was anderes sehen, als das Zimmer von Vilkas und die Nebenräume. Nachdem alle sie überredet hatten war sie schließlich mitgegangen. Im Inneren der Ausgrabungsstätte fand sie ein merkwürdiges Amulett mit dessen Hilfe sie in einem bisher noch nicht entdeckten Bereich von Saarthal hinein gelangten. Hier kam es zu einer merkwürdigen Begebenheit. Es schien so als würde um sie herum die zeit stehen bleiben und sie hatte eine Vision. Ein merkwürdig gekleideter Magier sprach zu ihr. Sie erzählte davon niemanden als sie zurück kehrte, Vilkas ausgenommen.
Was es mit diesem Gegenstand auf sich hatte, würde man aus einigen Büchern entnehmen können, die allerdings von einem ehemaligen Novizen gestohlen worden waren. Daher fragte man bei Akkirah an, ob sie dabei helfen könne, die Bücher zurückzuholen. Akkirah zeigte den Brief Vilkas. Er bestand darauf das Akkirah sich selbst um die Angelegenheit kümmern sollte, was ihr gar nicht gefiel denn sie wollte Vilkas nicht alleine lassen. Nicht jetzt, wo er immer reizbarer wurde. Vilkas überredete schließlich Farkas, mit Akkirah los zu gehen. Varis versprach Akkirah, er würde in der Zwischenzeit auf Vilkas aufpassen. Glücklicherweise war der Ort, an dem sich der diebische Novize versteckt haben sollte nur eine Tagesreise von Weislauf entfernt, so würden sie mit Glück maximal drei Tage weg sein.
Am Morgen als sie Aufbrechen wollten, war Akkirah nicht sonderlich Glücklich. Sie versuchte ihre Gedanken vor Vilkas aber zu verbergen, denn es war ja sein Wunsch, dass sie etwas raus kam. Sie hielt ihm lange im Arm bevor sie aufbrachen. Dann machten sich Farkas und Akkirah auf zur Dämmerlichtfestung. Da Farkas sich bis heute nicht auf ein Pferd setzte, blieb ihnen nichts übrig als zu Fuß zu gehen. In und um die Festung waren viele Magier, die ihnen nicht wohl gesonnen waren. So blieb ihnen nichts übrig als diese auszuschalten. Dabei ging Akkirah vor und deaktivierte wo nötig Fallen oder machte Farkas auf Stellen aufmerksam wo er lieber nicht drauf treten sollte. Den meisten kämpfen konnten sie aus dem Weg gehen, weil Akkirah mit ihrem Bogen die Gegner schnell und leise töten konnte ohne die anderen auf sie aufmerksam zu machen. Nur wenn zu viele auf einem Haufen waren musste auch Farkas mal zu seinem Schwert greifen. Im Gefängnis der Festung fanden sie dann den abtrünnigen Novizen. Er war in eine Zelle eingesperrt. Man schien ihn nur ausgenutzt zu haben, um an die Bücher zu kommen und hatte ihn dann hier eingesperrt. Was man mit ihm vorhatte wusste er nicht. Er bat darum ihn laufen zu lassen. Er würden den beiden auch helfen die Bücher zurück zu holen, was aber sowohl Akkirah als auch Farkas ablehnten. Vorsichtig schlichen sie weiter und gelangten irgendwann in dem Turm der Festung. Hier hatte sich die Anführerin der Magier zurückgezogen, die die Bücher bei sich hatte. mit etwas Überredungskunst gelang es Akkirah, das man ihr die Bücher zurückgab. Nachdem Farkas und Akkirah die Festung verlassen hatten beschlossen sie, sich eine Stelle zum Übernachten zu suchen. Abwechselnd hielten sie Wache. Am früher morgen brachen sie dann auf um zurück nach Weislauf zu kehren. Akkirah hatte beschlossen, die Bücher mit einem Kurier nach Winterfest zu schicken und sie nicht selbst zurück zu bringen, denn sie wollte nicht noch länger von Vilkas getrennt sein.
Als sie Jorvasskr am späten Nachmittag erreichten lag Vilkas draussen unter der Dach der Terrassse und schaute Varis und Nerena beim Trainieren zu. Immer wieder gab er Anweisungen. Akkirah lächelte, als sie das sah. So war er wenigstens beschäftigt. Sie ging zu ihm und nahm ihn in die Arme. „Ihr scheint mich nicht zu vermissen, Vil.“ „Das ist nicht wahr, mein Herz.“ Auch er legte beide Arme um sie und zog sie an sich. „Ich habe euch mehr vermisst als ihr euch vorstellen könnte.“ „Vorsichtig mit eurem Arm, Vil. Auch wenn er noch geschient ist müsst ihr aufpassen.“ Er grummelte ungehalten. Sie küsste ihn und damit beruhigte er sich wieder.
Am nächsten Tag kam Danica, die Heilerin aus Weislauf vorbei. Heute sollte Vilkas die Schien die seinen Arm stützte abgenommen werden. Leichte dinge hatte er trotz der Schiene in letzter Zeit mit seiner Hand wieder festgehalten. So gelang es ihm auch selbstständig zu essen. Akkirah freute sich sehr darüber, denn es war doch recht unbequem, wenn Vilkas sie nachts damit in den Armen hielt. Sie hatte nie was gesagt, denn für ihn war es schließlich noch schlimmer. Danica sah sich den Arm genau an. Dann lächelte sie. „Es sieht alles sehr gut verheilt aus. Ihr könnt langsam anfangen den Arm wieder zu belasten und eure Muskeln aufzubauen. Bis ihr aber wieder ein Schwert damit richtig schwingen könnte werden wohl noch ein paar Monate ins Land gehen.“ Das war etwas was Vilkas nicht gerne hörte. Trotzdem lächelte auch er.
Als Danica wieder fort war, nahm Akkirah Vilkas in die Arme. „ Nur noch drei Wochen und ihr werdet das erste Mal aufstehen dürfen. Und dann wird es nicht mehr lange dauern bis ihr wieder auf den Trainingsplatz könnt, um den anderen zu zeigen, wie man mit dem Schwert umgeht“, versuchte sie Vilkas aufzumuntern. Sie wusste selbst es würde noch Monate dauern bis er wieder soweit laufen konnte, um selbst zu trainieren. Es würde noch eine schwere Zeit bis dahin werden, das war ihr klar. Aber gemeinsam würden sie das schaffen.
Vier Tage später kam ein Eilkurier aus Winterfeste. „Ihr müsst sofort zur Akademie kommen. Eure Anwesenheit dort ist von größter Bedeutung.“ Stand in der Nachricht die der Erzmagier persönlich geschrieben hatte. Vilkas und Farkas waren bei ihr als sie die Nachricht laut vorlas. „Das kann ich nicht machen. Ich werde zur Zeit hier gebraucht. Es tut mir leid, aber ihr müsst dem Erzmagier mitteilen, das es mir im Moment nicht möglich ist, für mehrere Tage einfach zu gehen.“ Sie hielt Vilkas bei diesen Worten an der Hand. „ Es muß schon etwas wichtiges sein, wenn man nach euch rufen läßt, mein Herz.“ „Das ist mir egal. Ich will bei euch bleiben.“ „Mir geht es hier gut. Das wisst ihr. Geht gemeinsam mit Farkas los. Dann weiß ich das auch ihr gut aufgehoben seid.“ „ich möchte euch aber nicht erlassen, Vil.“ „Mein Herz, gut das Frogar nicht anwesend ist. Ihr würdet ein sehr schlechtes Beispiel abgeben.“ Ihre Augen begannen wütend zu funkeln. Sie ärgerte sich über sich selbst. Er hatte Recht. Sie führte sich gerade wie ein kleines Kind auf. Aber sie machte sich halt sorgen um Vilkas. Er war in letzter zeit immer launischer geworden und bisher konnte sie das Meiste abfangen so, das die anderen davon nicht viel merkten. Sie seufzte. Vielleicht ist es besser ich gehe wenn dann alleine. Farkas sollte bei euch bleiben. „Nein, ich möchte das Farkas euch begleitet. Bitte mein Herz, tut mir diesen gefallen und nehmt ihn mit.“ Akkirah senkte den Kopf, wenn er sie so bat konnte sie ihm nichts ausschlagen. Farkas stand von seinem Stuhl auf. "Ich werde zu Skulvar hinab gehen und fragen ob er uns morgen eine Kutsche zur Verfügung stellen kann. Dann können wir gleich aufbrechen und sind in hoffentlich spätestens 7 Tagen zurück."
Akkirah gab sich geschlagen. Vilkas nickte und Farkas lief dann auch gleich los.
Akkirah hatte in der Nacht schlecht geschlafen. Am Abend zuvor hatte sie Varis gebeten sich um Vilkas zu kümmern. Er hatte eine beruhigende art und würde mit Vilkas Launen hoffentlich klar kommen, sollte er ungehalten werden. Nachdem sie sich von Vilkas verabschiedet hatten, brachen Akkirah und Farkas dann auch in aller frühe auf.

CKomet

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Dienstag, 3. Juli 2012, 20:12

Vilkas lag traurig im Bett, nachdem Akkirah fort war. Er selbst hatte sie fortgeschickt. Sie wollte es nicht. Aber er konnte es kaum noch ertragen einfach nur Nacht für Nacht neben ihr zu liegen ohne sich mit ihr zu vereinigen. Er verfluchte sein verdammtes Bein dafür. Und sich selbst, weil er immer ungehaltener wurde und nichts dagegen tun konnte. Er wünschte sich er könne sie zurückrufen. Aber nun war es zu spät. Er vergrub sein Kopf in ihrem Kissen in dem noch er Geruch von ihr fest hing.
Akkirah saß derweil genauso traurig neben Farkas auf der Kutsche. Und egal was Farkas versuchte, es gelang ihm nicht sie aufzumuntern. Irgendwann gab er es auf. Als sie gegen Mittag die Berge erreichten wurde es kälter und Schnee begann zu fallen. Sie nahmen sich ein paar Decken und hüllten sich darin ein. Drei Tage brauchten sie um Winterfeste zu erreichen. Der Kutscher nahm sich im Gasthof ein Zimmer und stellte das Pferd im Stall des Gasthofs unter. Akkirah und Farkas beschlossen erst mal nach oben zur Akademie zu gehen. Es war ja erst Nachmittag. Danach konnte sie sich unter immer noch ein Zimmer besorgen.
In der Akademie wurden sie zunächst, als sie die Halle der Elemente betaten von Ancano, einen auf Akkirah von Anfang an unheimlich wirkenden Altmer, der den Thalmor angehört, empfangen. „Na endlich seid ihr da. Ein Mönch von Psijic-Orden ist aufgestaucht und verlangt euch zu sprechen. Ich frage mich was der von jemand wie euch will. Folgt mir hinauf zum Erzmagier.“ Er ließ keine Widerworte zu und ging voraus. Akkirah und Farkas sahen sich Schulterzuckend an und folgten dem Elf.
Der Erzmagier stand mit seinem Besucher in Eingangsbereich seiner Gemächer. Als sich Akkirah dem Fremden näherte, überkam sie wieder dieses komische Gefühl, als würde die zeit um sie herum stehen bleiben, wie schon es schon mal in Saarthal passiert war. Sie sah sich um und alle außer ihr und dem Fremden schienen wie erstarrt zu sein. „Was passiert hier? Was wollt ihr von mir? Wer seid ihr?“ Akkirah wollte eigentlich noch mehr wissen, aber es drehte sich irgendwie in ihrem Kopf. „Ich habe nicht viel zeit zu Erklärungen, da ich diesen Zustand nicht lange aufrechterhalten kann“ antwortete der Fremde. Dann erklärte er ihr auf die schnelle wer und was er und sein Orden waren und was sie von ihr wollten. Man gab ihr die Schuld, etwas aus den Tiefen von Saarthal hervorgeholt zu haben, das großes unheil über die Welt bringen kann. Und da sie es beschworen hatte, war sie auch dazu auserkoren es zu beenden. Akkirah schüttelte verwirrt den Kopf. Das konnte sie nicht glauben. Sie hatte doch nur einen geheimen Gang entdeckt, was jeder andere genauso hätte tun können. Sie seufzte resigniert. „Was verlangt ihr, das ich tun soll?“ „Findet und sprecht mit dem Auguren von Dunlain. Wir werden euch beobachten und bei bedarf unterstützen und leiten sofern wir es können. Nun ist meine zeit aber zu Ende und ich muß gehen.“ Kaum sagte er das spürte wie die Zeit wieder normale formen annahm und alle anfingen sich zu bewegen. „Es tut mir leid, ich habe mich geirrt. Sie ist nicht die Person die wir gesucht haben.“ Als Farkas das hörte wurde er sauer: „ Was bitte soll das? Erst lasst ihr nach ihr schicken und sie nimmt den weiten weg auf sich, obwohl sie noch andere Verpflichtungen hat und dann kommt ihr daher und sagt einfach, ihr habt euch geirrt?“ Bevor Farkas sich noch weiter in Wut reden konnte, legte sie ihre Hand auf seinem Arm. Bei Vilkas wirkte das immer Wunder und sie hoffte Farkas würde ähnlich reagieren. Und so war es dann auch. Er sah sie an und sie warf ihm einen beruhigenden Blick zu. Er verstand und schwieg. Ancano war sofort nach der Aussage des Fremdens, das er sich mit Akkirah geirrt hatte, gegangen. Akkirah ging zum Erzmagier und fragte ihn nach dem Auguren von Dunlain. Dieser war erstaunt als sie ihn erwähnte und sagte auch gleich, dass niemand ihr hier an der Akademie etwas zu ihm sagen könne. Irgendwie glaubte ihm Akkirah das nicht. Trotzdem gingen sie und Farkas. Im Hof traf sie Mirabelle. Ohne nachzudenken fragte sie die Stellvertreterin des Erzmagiers nach dem Auguren. Und sie hatte glück. Angeblich sollte man ihn unterhalb der Akademie in der Müllhalde finden. Sie zögerte nicht und machte sich auf die Suche nach einem Zugang zur Müllhalde. Farkas wollte sie zurückhalten, aber da sie nun schon hier waren, da wollte sie nun auch wissen, was los sei. So schlimm könne es da unten ja nun auch nicht sein. Farkas schüttelte den Kopf und folgte ihr Was blieb ihm auch anderes übrig. Er hatte Vilkas versprochen auf sie aufzupassen. Unten war es teilweise zerfallen und durch die Risse im Gemäuer war Schnee und eis teilweise eingedrungen. Sie trafen auf zwei Eisgeister, die ihnen aber keinerlei Probleme bereiteten, denn Akkirahs Pfeile trafen sofort ihre Ziele. Scheinbar wurden die unteren Räume in früheren Zeiten für nicht erlaubte Experimente benutzt. Sie fanden ein altes Tagebuch aus dem so was hervorging. In einem Raum fanden sie eine merkwürdige Statur, die die Form einer Hand hatte. die Finger ließen sich bewegen, aber es passierte nicht. Also gingen sie erst mal weiter, bis sie zu einer verschlossenen Tür kamen. Hier schien es nicht weiter zu gehen. Als Akkirah noch mal dran rüttelte erklang von innen eine Stimme. Farkas fasste sie am Arm und wollte sie fortbringen, aber Akkirah dachte nicht daran. Nun wollte sie wissen, was sich hinter der Tür verbarg und rüttelte noch mal dran. Dann ließ sich die Tür öffnen. Der Raum war in der Mitte in eine blaues lichte getaucht. Es erinnerte sie irgendwie an ihre erste Begegnung mit Nocturnal, der deadrischen Fürstin der Schatten. Aus dem Licht erklang eine Stimme. Sie warnte Akkirah vor dem was sie begonnen hatte. Der Gegenstand, der durch ihr zutun gefunden worden war, war scheinbar sehr gefährlich. Und sie war nicht die einzige die hinweise darüber suchte. Dieser Thalmor Magier Ancano schon sich auch dafür zu interessieren und hatte es geschafft vor ihnen hier aufzukreuzen. Die Stimme aus dem Licht riet ihr, den Stab des Magnus zu finden. Dann löste sich das licht plötzlich wieder auf. Akkirah und Farkas beschlossen zurück zum Erzmagier zu gehen und mit ihm über das was sie hier untern gehört hatte zu sprechen.
Der Erzmagier hatte sich schon schlafen gelegt, aber das war Akkirah nun egal. Sie fragte ihn nach dem Stab des Magnus und wurde an Mirabelle verwiesen, die sich scheinbar vor kurzem mit diesem Gegenstand beschäftigt hatte. Akkirah bedankte sich für die Auskunft und machte sich auf die Suche nach Mirabelle. Sie fand sie in ihren Räumlichkeiten. Von Mirabelle erfuhren Akkirah und Farkas, das sich eine Gruppe Magier aus Cyrodiil, die sich die Synode nennen, schon seit geraumer zeit auf der suche nach dem Stab von Magnus gemacht haben. Da sie recht arrogant auftraten wurde ihnen in der Akademie mehr oder weniger nicht sonderlich weitergeholfen. Das einzige was Mirabelle wusste, war, das sich die Gruppe sich nach Mzuft aufgemacht hatte. Akkirah fluchte lautlos. Sie wusste wo die Ruine lag. Sie wünschte sich Adelante würde noch leben und Farkas keine Angst vor dem Reiten haben. Dann würden sie es in maximal zweieinhalb Tagen schaffen können, dorthin zu gelangen. Aber mit Kutsche würden sie bestimmt gut fünf Tage brauchen. Sie war versucht zuerst nach Weißlauf zurückzukehren und sich dort ein Pferd schnappen und alleine nach Mzuft aufzubrechen. Aber sie wusste, das Vilkas das nie zulassen würde. Aber zunächst ging sie mit Farkas hinunter in den Gasthof. Sie würden dort die Nacht verbringen und am Morgen gleich wieder aufbrechen. Sie sagte dem Kutscher wo ihr nächstes Ziel lag und er überlegte, das es machbar wäre, nicht dem Hauptweg zu fahren sondern durch die Schneefelder. Das würde bestimmt 1-2 Tage einsparen, je nachdem wie man durchkam. Das gefiel Akkirah schon viel besser. Bevor sie schlafen ging schrieb sie noch eine Nachricht an Vilkas die sie am Morgen einem Kurier geben würde, damit Vilkas sich keine unnötigen Sorgen wegen ihres längeren Wegbleibens machen müsste. Farkas versuchte noch es ihr auszureden. Er wollte dass sie erst zurück nach Jorrvaskr fuhren. Aber Akkirah stellte sich auf stur. "Wenn ihr nicht mitwollt nehmt die Kutsche und ich gehe alleine los." Resigniert gab er auf. Ihr wäre es auch lieber gewesen nach Jorrvaskr zurück zugehen.
Am nächsten Morgen fuhren die drei dann los. Der Weg über die Schneefelder war nicht einfach, aber machbar. Bis sie zum Fluss kamen. Hier gab es dann ein Problem, das alle vergessen hatten. Mit der Kutsche war dieser zurzeit nicht passierbar, denn er war nicht komplett gefroren sondern in der Mitte offen. So bleib dem Kutscher nichts anderes übrig, als umzudrehen. Akkirah und Farkas wollten aber nicht noch mehr Zeit verlieren und beschlossen bis Windhelm zu Fuß zugehen und dort wenn möglich eine andere Kutsche Mieten. Sie hatten Pech. Es war keine Kutsche verfügbar. Einzig ein älterer Wallach stand zu Verfügung, den der Stallbesitzer Akkirah und Farkas leihen könnte. Nun war Guter Rat teuer. Farkas hatte seit seiner Kindheit Angst sich auf den Rücken eines Pferdes zu setzten. Damals war er mal ziemlich unglücklich gestürzt. Und als er älter war und zum Werwolf geworden war, da wurden Pferde in seiner Gegenwart immer sofort unruhig. Einzig zu Adelante hatte er angefangen ein positives Verhältnis aufzubauen, da er diese öfters mal betreut hatte. Aber draufgesetzt hatte er sich trotzdem nie. Sie beschlossen zunächst die Nacht im Gasthof zu verbringen. Am nächsten morgen gingen sie dann frühzeitig zu den Ställen hinunter.
„Ach Farkas, könnt ihr nicht versuchen über euren Schatten zu springen und mit mir zureiten? Alles andere würde einfach zu viel Zeit kosten.“ Sie wirkte recht unglücklich. Weil sie würde nicht ohne Farkas weitergehen. Das würde ihr Vilkas sehr übel nehmen und seinem Bruder genauso. Aber zu Fuß würden sie eine Ewigkeit brauchen um nach Mzuft zu gelangen. Farkas wirkte sehr unglücklich. „Ich weiß nicht, Schwester.“ Er ging an den Wallach heran der in der Box stand. Das Tier merkte natürlich die Unsicherheit von Farkas und fing an ein wenig unruhig zu werden. “Da seht ihr es. Das Tier mag mich nicht.“ „Das ist doch Blödsinn.“ Sie nahm zwei Äpfel aus dem Korb der nahe der Boxen Stand. Hier gebt ihm die. Ihr werdet sehen, er ist ganz lieb.“ Vorsichtig tat Farkas wie ihm geheißen. Diesmal blieb der Wallach ruhig und nahm ganz vorsichtig die Äpfel aus der Flachen hand von Farkas. Als er sie aufgefressen hatte stupste er ihn an um noch mehr zu bekommen. „Da seht ihr? Er mag euch.“ Akkirah ging zum Stallbesitzer. Habt ihr einen Becher starken Met?“ Der Mann grinste. „Ich glaube ich habe genau das richtige für euch. Ich werde es euch bringen.“ Akkirah bedankte sich und drückte dann Farkas eine Bürste in die hand und zeigte ihm wie man damit die Sattelfläche reinigte. Immer noch zurückhaltend ging Farkas ans Werk. Als sie beide Fertig waren kam der Stallbesitzer mit einem großen Becher Met zurück. Akkirah probierte einen kleinen Schluck und dann gab sie den Becher Farkas. „Trinkt das aus. Das wird euch entspannen und ihr werdet sehen, wie schön es sein kann auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen.“ Farkas hatte seine Zweifel daran. Aber er kannte die Hartnäckigkeit seiner Schwägerin. Er leerte den Becher mit einem Zug. Akkirah hatte angefangen den Wallach zu satteln. Als sie fertig war schwang sie sich auf seine Rücken. Dann nahm sie den Fuß wieder aus dem Bügel und schob ihn soweit nach hinten das Farkas ihn gut erreichen konnte. Etwas ungeschickt setzte er seine Fuß hinein und versuchte sich hinauf zu schwingen. Akkirah half ihm und dann hatte er es auch schon geschafft. Unsicher legte er seine Arme um Akkirah um sich zu halten. Der Stallbesitzer reichte Akkirah die Packtaschen, die vorne am Sattel befestigt wurden hoch Sie bedankte sich noch mal bei ihm und sagte, sie würden den Wallach sobald sie zurück in Weißlauf waren mit der nächsten Kutsche zurückschicken. Akkirah ließ den Wallach langsam losgehen. Als er die ersten Schritte Machte klammerte sich Farkas fest an sie. Nachdem sie ein paar Minuten unterwegs waren merkte sie, dass er lockerer wurde. „Nun, dann wollen wir mal eine flottere Gangart einlegen, ansonsten hätte wir ja gleich zu Fuß gehen können.“ Wieder klammerte sich Farkas fest an Akkirah, als sie den Wallach antraben ließ. Diesmal dauerte es etwas länger, bis er sich an den Rhythmus des Tieres gewöhne und der Met half dabei auch etwas. Akkirah ließ das Pferd öfters als normal für sie war anhalten, damit Farkas zwischendurch sich mal die Beine vertreten konnte. Er war es ja überhaupt nicht gewohnt zu reiten und sie wollte nicht das zu seiner Angst noch zu starke schmerzen durch Muskelkarten hinzukamen. So erreichten sie gegen frühen Nachmittag erst Kyneshain. Hier übernachteten sie und am nächsten morgen ging es dann weiter. Farkas jammerte zwar nun rum wegen des Muskelkaters, aber immerhin war seien Angst verflogen.
Am Nachmittag erreichten sie dann Mzuft. Schon von außen machte die Ruine einen riesigen Eindruck. Akkirah konnte sich dran erinnern schon mal mit Vilkas davor gestanden zu haben. Allerdings waren sie nicht hineingekommen. Farkas und sie begaben sich nun zum Haupttor. Dieses ließ sich öffnen. Die Magier der Synode schienen eine Weg gefunden zu haben, das Tor zu öffnen. Im inneren stießen sie auf einen schwer verletzten Magier. Er schien von den mechanischen Wächtern, die man immer wieder in diesen alten Ruinen fand, angegriffen worden zu sein. Er war mehr tot als lebendig. Sie konnte gerade noch verstehen wie er ihnen zuflüsterte. „ Findet den Fokus“ und „Sucht Paratus im Okular“, dann verstarb er. Akkirah und Farkas sahen sich ratlos an. „Ich befürchte wir müssen uns weiter ins Innere hinein wagen. Ich gehe vor, ihr gebt mir Deckung.“ Farkas nickte und dann drangen sie weiter ins innere der alten Zwergenruine vor. Akkirah achtete genau darauf wo sie hintrat und warte auch immer wieder Farkas vor den gefährlichen Fallen. Farkas hielt sich etwas zurück. Er wusste, das Akkirah vorsichtig war und sie konnte wesendlich leiser schleichen als er. Immer wieder trafen sie auf mechanische Wächter. Aber Akkirah war so gut wie immer schneller mit ihrem Bogen, so dass die Kreaturen ihnen nie wirklich gefährlich wurden. Er bewunderte sie dafür sehr und dachte sich, sie hätte hier bald besser alleine durchgehen können, da wenn er es war der Geräusche verursachte und die Gegner auf sie beide aufmerksam machte.
Immer wieder blieben die beiden staunend stehen und bewunderten die Architektur. Akkirah wünschte sich Vilkas könne das sehen. Sie würde, wenn er wieder gesund war mal einen Ausflug hierher machen. Sie wischte die Gedanken wieder fort, denn sie musste sich auf das was vor ihnen lag konzentrieren. Sie waren nun in einem bereich vorgedrungen, wo die mechanischen Wächter zum größten Teil zerstört waren. Dafür lebten hier nun Falmer mit ihren Haustieren. Auch hier gelang es Akkirah, die meisten der Falmer zu erwischen, bevor sie auch nur merkten, das es Eindringlinge gab. Nur zweimal kam Farkas Zweihänder zum Einsatz. Ansonsten war Akkirah immer schneller. Nach einer gefühlten Ewigkeit fanden sie noch eine Leiche eines Magiers der Synode. Sie schienen zu mindestens noch auf dem richtigen Weg zu sein.
Immer weiter drangen Farkas und Akkirah ins Innere der Ruine vor. In einer riesigen halle trafen sie dann auf eine größere Horde Falmer. Hier hatte Akkirah keine Chance die Feinde nach und nach auszuschalten und endlich kam auch Farkas mal in den Genuss wirklich zeigen zu können, was in ihm streckte. Mit seinem Zweihänder streckte er vier der Falmer nieder. Akkirah erwischte die restlichen mit ihrem Bogen. Sie durchsuchten wie schon zuvor alle ihre Feinde. Bei einem der Falmer fanden sie einen merkwürdigen Gegenstand. Ob es sich dabei um den Fokus handelte, von dem der sterbende Magier am Eingang von Mzuft gesprochen hatte? Dummerweise ließ sich die Tür hinter der großen Treppe nicht öffnen. Dafür wurde ein Schlüssel gebraucht. Akkirah und Farkas beschlossen die anderen Räume zu durchsuchen. Sie wurden schließlich fündig und fanden einen Schlüssel. Als sie ihn an der Tür oberhalb der Treppe ausprobierten, ließ sich die Tür öffnen. Sie gingen den dahinter liegenden Gang noch ein Stück weiter, bis sie zu einer weiteren verschlossenen Tür kamen. Sie schien von innern verriegelt zu sein. Farkas wollte kräftig dran rütteln, aber Akkirah hielt ihn davon ab. Man wusste ja nie, was sich dahinter verbarg. Plötzlich hörten sie eine leise Stimme von der anderen Seite der Tür. „Gavros, seid ihr es?“ sie hörten schlurfende Schritte sich der Tür nähern. „Warte, ich mache euch auf.“
Die Tür öffnete sich ein wirr wirkender alter Mann erwartete sie. Er trug dieselbe Robe, wie schon zuvor der Mann am Eingang und der Tote den sie später gefunden hatten. Als Paratus sie sah erschrak er. „Wo ist Gavros? Was habt ihr mit ihm gemacht? Wer sied ihr überhaupt?“ Akkirah sah den Alten an. „Es tut mir leid, aber er ist verstorben. Wir konnten nichts mehr für ihn tun.“
„NEIN, das darf nicht sein, dann ist unsere Mission verloren. Er hatte den Fokus bei sich und ohne diesen können wir unser Experiment nicht beenden. Die jahrelange arbeit war Vergebens.“ Er schien den Tränen nahe zu sein. „Aber warum seid ihr hier? War es euere Tat unsere Arbeit zu sabotieren?“
„Wovon redet ihr? Was für eine arbeit? Wir sind aus einem anderen Grund hergekommen.“ Akkirah schüttelte den Kopf. Dann fiel ihr der Gegenstand ein, den sie einen der Falmer abgenommen hatten. „Ist es das was ihr benötigt?“
„Der Fokus! Ihr habt ihn zurückgebracht.“ Der alte Mann hätte beinahe einen Freudentanz aufgeführt. Er schien insgesamt etwas geistig mitgenommen zu sein. Er war wohl zu lange hier in diesen Räumen alleine gewesen. Akkirah beschloss ihn direkt nach dem Stab des Magnus, den sie suchten anzusprechen. Der Magier überlegte sich ihnen etwas zu sagen, wenn sie ihm zuvor helfen würden, das Experiment, das er und seine Gruppe im Auftrag der Synode ausführen sollten, zu Ende zu bringen. Akkirah blieb nichts anderes übrig als ja zu sagen. So folgten Akkirah und Farkas Paratus. Sie mussten eine Art Wendelgang Hochgehen wo sich oben eine Art Kuppel befand und eine seltsame Vorrichtung aufgebaut war. An einer Stelle gab es drei Schalter mit denen man die sich an der Kuppel in verschiedenen Höhen angebrachten Spiegel verschieben ließen. In der Mitte der Vorrichtung musste scheinbar der Fokus platziert werden. Akkirah legte ihn vorsichtig hinein. Durch das Licht das von oben in den Raum hineinfiel entstanden durch Brechung, drei weitere Lichtstrahlen. Diese zeigten in verschiedene Richtungen und waren in unterschiedlichen Höhen angebracht. „Ihr müsst den Fokus kühlen. Dadurch ändert sich die Brechung des Lichts. Danach müssen die Spiegel so angeordnet werden, das jeder der drei Strahlen auf einen trifft.“ „Wie bitte soll ich denn den Fokus kühlen soll ich Schnee und eis von draußen hereinholen?“ Der Alte starrte sie erstaunt an? ich dachte ihr wärt ein Magier? So was sollte doch jeder Zauberer beherrschen.“ Akkirah schüttelte den Kopf. Ich bin kein Magier und ich weiß nicht wie man einen Eiszauber spricht. Und ich will es an sich auch gar nicht wissen. Ich möchte nur den verdammten Stab des Magnus finden.“ Sie war verzweifelt. Der Mann würde ihr nicht helfen, wenn sie es nicht schaffte die strahlen umzulenken. So stand sie da und starrte den Fokus an. plötzlich kamen ihr ein paar Worte über die Lippen. Sie wusste nicht wie und woher sie sie kannte, aber es erinnerte sie an den Schattenstollen Refugium, als sie auch ohne zu wissen, wie und warum als sie in Gefahr war ein paar Worte Sprach und die Welt um sie herum in eine Flammeninferno getaucht wurde. Doch diesmal war es keine Feuer das sie durch die Worte die sich sprach erzeugte sondern es war ein Eisstrahl. Der Fokus kühlte sich dadurch ab und die Lichtstrahlen wurden so umgelenkt, das jeder ein einer anderen Höhe an die Kuppel strahlte. Akkirah bekam es mit der Angst zu tun, denn sie konnte sich das nicht erklären. Sie spürte nur, es musste was mit den Drachenseelen zu tun haben, die sie in sich aufnahm. Sie wünschte sich Vilkas wäre da und würde sie festhalten. Sie stand eine zeitlang zitternd da. Farkas war zu ihr gekommen und hatte seinen Arm um sie gelegt. „Was war das, Schwester, was ist mit euch, geht es euch gut?“ Er wusste nicht was er tun sollte. So etwas hatte er zuvor noch nie gesehen. Nun begann er zu ahnen was passiert war, bevor sie Akkirah und Vilkas vor Monaten gefunden hatten. „Haltet mich fest, Farkas. Ich habe Angst. Ich weiß nicht was mit mir passiert ist und wie ich das mache.“ Tränen liefen ihr über die Wangen. Farkas hielt sie fest in den Armen wusste aber nicht was er sagen sollte. Nach einer Weile beruhigte sich Akkirah wieder. Der Alte war auch schon ungeduldig geworden. Ihn schien es nicht merkwürdig vorgekommen zu sein, was Akkirah gemacht hatte. „Nun seht doch zu, dass ihr die Spiegel richtig einstellt. Nicht das der Fokus sich wieder von selbst erwärmt und damit die Strahlen wieder eine falsche Position bekommen.“ Akkirah löste sich aus Farkas Armen und ging zu den drei Schaltern. Sie schaffte es die Spiegel richtig einzustellen. Nachdem sie das geschafft hatte erschien plötzlich an der Wand hinter den Schaltern eine Karte von Tamriel. Sie wurde aber nicht vollständig dargestellt.
„Was habt ihr gemacht?“ kreischte der Alte. „ihr habt etwas in der eurer Akademie, das das Experiment behindert. Ihr wollt nicht das wir es schaffen.“ Wieder wusste Akkirah nicht was der verwirrte Mann von ihr wollte. Aber sie vermutete das der Gegenstand, den die Magier von Winterfeste durch ihre Hilfe gefunden hatten etwas mit dem hier nicht funktionierenden Experiment zu tun haben müsste. „Bitte ich weiß nicht was los ist und ob in der Akademie etwas ist, das euch hier stört, ich möchte nur wissen, wo der Stab des Magnus ist. Ihr habt versprochen mir zu agen wo er zu finden ist.“ „Labyrinthion, sucht ihn in Labyrinthion“ Dann drehte der alte sich um und schaute starr auf das Bild an der Wand. Akkirah und Farkas überließen ihn sich selbst. „Wir müssen dorthin, Farkas. Aber zuvor will ich zu Vilkas nach Jorrvaskr.“ Farkas nickte und sie machten sich auf den Weg die Ruinen zu verlassen.

CKomet

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Donnerstag, 5. Juli 2012, 20:26

Als Akkirah und Farkas die Ruinen von Mzuft durch einen Nebenausgang verlassen wollten, blieb um Akki plötzlich wieder mal die Zeit stehen. Vor ihr tauchte wieder einmal dieser merkwürdige Psijic Mönch Quarantir auf. „Was wollt ihr denn nun schon wieder“, fragte Akkirah etwas ungehalten, denn sie fühlte sich komisch in diesem zeitlosen Zustand. Farkas stand wie erstarrt neben ihr. Quarantir antwortet nur: „ich habe keine Zeit für lange Erklärungen. Ihr müsst sofort zurück zur Akademie gehen.“ Dann verschwand er wieder und die Zeit lief wieder normal ab. Farkas hatte nichts mitbekommen und wunderte sich nur warum Akkirah plötzlich mit gerunzelter Stirn neben ihm stand.
„Was habt ihr, Schwester?“
„Quarantir, er ist gerade hier gewesen, Beziehungsweise ein Abbild von ihm und hat mir gesagt, ich solle dringend zur Akademie zurückkehren.“ Akkirah senkte den Kopf. „Aber er kann mich diesmal den Buckel runterrutschen. Ich werde erst mal nach Jorrvaskr gehen.“
„Haltet ihr das für eine gute Idee? Wenn er so plötzlich hier auftaucht, muss wohl etwas Schlimmeres geschehen sein.“
„Das wird warten können bis ich bei Vilkas war.“ Sie ging zum Ausgang und öffnete die Tür. Farkas folgte ihr. Sie kamen ein ganzes Ende höher aus der Ruine heraus als wie sie sie betreten hatten. Sie mussten einige Absätze hinabklettern um zu dem Wallach zu gelangen, den sie Nahe des Eingangs zurückgelassen hatten. Es war schon weit nach Mitternacht, also beschlossen die beide, die Nacht vor der Ruine zu verbringen und im Wechsel wieder Wache zu halten. Am frühen Morgen aßen sie eine Kleinigkeit von den Resten ihrer Vorräte. Sie würden heute unterwegs wohl etwas jagen müssen. Farkas zögerte nun nicht mehr, als er auf das Pferd aufstieg. Akkirah hatte Recht, langsam fing es an ihm zu gefallen. Sie brauchten
Tage um nach Weislauf zurück zu kommen, da sie sie nun unterwegs jagen oder ein paar Wurzeln sammeln mussten. Auch war der Wallach nicht mehr der Jüngste und mit zwei Leuten auf dem Rücken nicht so ausdauernd. Ab und an bekam Akkirah überkam Akkirah ein merkwürdiges Gefühl, als sie unterwegs waren. Als würde jemand versuchen sie zu rufen. Sie bemühte sich es zu ignorieren und sich nichts vor Farkas anmerken zu lassen. Es war kurz vor Mitternacht als sie bei den Ställen ankamen. „Lauft schon hoch, ich kümmere mich um das Tier“, sagte Farkas und scheuchte Akkirah weg. Es blieb ihr nichts übrig al sich schon alleine auf den Weg hoch zu Jorrvaskr zu machen, was ihr auch nicht unbedingt schwer fiel. Endlich wieder in Vilkas Armen liegen können, das war es was sie sich wünschte. Also lief sie wie der Wind durch die Stadt. Im Vorbeilaufe traf sie auf Amren, der gerade aus dem trunkenen Jägersmann kam und auf dem Weg nach Hause war. Sonst lief ihr niemand übe den Weg. In der Methalle war es auch schon dunkel. Niemand hatte mit ihnen gerechnet und so waren auch alle die anwesend waren schon zu Bett gegangen. Akkirah bemühte sich leise hinunter zu gehen um niemanden zu wecken. Sie hatte eine kleine Kerze angezündet als sie hinunter in die Wohnquartier kam, denn in ihren Räumen würde es sicherlich dunkel sein. Als sie das Schlafzimmer schlief Vilkas wie zu erwarten war tief und fest. Sie sah ihn eine Weile einfach nur an. Ganz vorsichtig entledigte sie sich dann ihrer Kleidung und schlüpfte dann zu ihm unter die Decke. Er wachte dadurch auf. Sofort legte sie ihre Arme um ihn und küsste ihn. „Oh, Vil, ich habe euch vermisst, mein Liebster.“ „Ich euch auch, mein Herz. Ich werde euch bestimmt so schnell nicht wieder gehen lassen.“ Er zog sie fest an sich und im Dunkeln konnte er nicht sehen, wie sich ihr Gesicht traurig verzog. Sie befürchte, dass sie wohl bald wieder aufbrechen musste. Es ließ ihr keinen Ruhe, das der Mönch des Ordens sie versucht hatte zur Akademie zu rufen. Aber nun war es erst mal egal. „Und war der Gegenstand, den ihr holen wolltet es Wert, länger von mir fort zu sein?“ „Nichts und niemand ist das Wert. Bitte haltet mich einfach nur fest und lasst uns schlafen. Morgen können wir über alles reden, mein Liebster.“ Sie lag in den Armen ihres Mannes und das war für den Moment alles was sie wollte und sie vergaß die Welt um sich herum.
Am Morgen wachten Vilkas und Akkirah fast gleichzeitig auf. Akkirah schmiegte sich an Vilkas und er fuhr ihr mit seiner Hand sanft durchs Haar. „Wollt ihr mir nun berichten was ihr erlebt habt, mein Herz?“ und Akkirah erzählte was passiert war und auch das sie den Stab, wegen dem sie eigentlich unterwegs waren noch nicht hatten. Als sie von Quarantir erzählte fing sie an zu zittern. Sie wusste nicht warum, aber sie spürte, dass er versuchte sie wieder zu erreichen. Aber sie sperrte sich dagegen. Vilkas spürte ihr zittern und hielt sie fest umschlungen bis sie sich wieder beruhigte. „Ich habe Angst, Vil. Man scheint mich zu rufen, aber ich will bei euch bleiben. Ich will nicht fortgehen.“ „Wenn ihr nicht wollt müsst ihr es doch auch nicht.“ Sie versuchte zu lächeln. Sie bleiben noch einige Zeit im Bett, bis es doch langsam Zeit fürs Frühstück wurde. Akkirah lief nach oben und holte zwei Teller mit Brot und Aufschnitt hinunter. Gemeinsam aßen sie im Bett. Sie waren gerade fertig als Farkas an die Tür klopfte. „Hey, Bruder, wie sieht es aus, wollt ihr etwas an die frische Luft? Und hat Akki es euch schon erzählt? ich traue mich nun, mich auf ein Pferd zu setzten. Eure Frau hat eine Art einen zu überreden, die es einem unmöglich macht zu widersprechen“, grinste er. Vilkas schaute ihn erstaunt an. “Nein, das hat sie mir nicht erzählt.“ „Nun, es gab sicher auch genug anderes was sie euch berichten musste. Und nun lasst mich euch hoch tragen.“ Ohne weitere Worte abzuwarten, nahm er Vilkas auf den Arm und trug ihn nach oben. Draußen war es auf der Terrasse angenehm warm. Und Varis und Athis waren dabei ihre mit ihren Schwertern zu üben. Farkas setzte Vilkas auf der Bank ab. Akkirah setzte sich zu ihm. Farkas hatte einen Stuhl genommen und sich zu den beiden gesetzt. Dann erzählt er Vilkas wie Akkirah in dazu überredet hatte, reiten zu lernen. Vilkas konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er kannte seine Frau. Wenn die sich was n den Kopf setzte. War es manchmal schwer sie davon abzuhalten.
Plötzlich wurde Akkirah bleich und fing ganz leicht an zu zittern. Vilkas legte seinen Arm um sie und Farkas, der es auch bemerkte fragte: „Schwester, was ist mit euch ihr zittert und seid plötzlich blas geworden.“
„Ich weiß nicht. Irgendwer ruft mich.“
„Quarantir?“
„Ich weiß es nicht, aber es fühlt sich fast so an.“
„Farkas sucht einen Kurier. Er soll sofort nach Winterfeste aufbrechen und nachfragen was da los ist. Danach kann Akkirah dann entscheiden ob sie hier bleibt oder doch lieber geht. Ich hoffe das ist so in eurem Sinne, mein Herz?“ Er sah sie fragend an. Akkirah nickte und kuschelte sich an ihn.
Farkas stand auf und ging hinunter in die Beflaggte Mähre. Dort fand sich fast immer ein Kurier, der auf Arbeit wartete. Akkirah blieb bei Vilkas sitzen. Sie beobachteten die beiden unten übenden. Akkirah sah Vilkas von der Seite an. Sie erkannte seinen sehnsüchtigen Blick, auch endlich wieder eine Waffe in der Hand zu halten und dort unten zu stehen. Sanft gab sie ihm einen Kuss auf die Wange. „Nur noch wenige Tage, mein Liebster und ihr dürft endlich anfangen wieder auf eigenen Füssen zu stehen.“ Vilkas seufzte „Ja, mein Herz. Das wird auch Zeit. Ich halte es nicht mehr lange aus wie ein Kleinkind durch die Gegend getragen zu werden.“ Tröstend legte sie ihren Arm um seine Schulter. Kurze Zeit später kam Farkas wieder hoch. „Das wäre erledigt. Ein Kurier ist unterwegs.“
Akkirah sah ihn lächelnd an. „Danke, Bruder.“ Dann wandte sie sich an Vilkas. Seid ihr mir böse, wenn ich noch vor Mittag schnell hinunter zu den Ställen laufe? Ich muß noch dafür sorgen, das der Wallach den wir uns in Windhelm ausgeliehen haben zurück zu seinem Besitzer kommt. Dann kann ich auch gleich Frogar begrüßen, nicht das er beleidigt ist.“ Sie zwinkerte Vilkas an. Er nickte. „Lauft, mein Herz. Je schneller ihr macht, desto eher seid ihr wieder bei mir“ Er zog sie zum Abschied an sich und küsste sie. Sie stand auf und lief so schnell sie konnte hinab zu den Ställen. Skulvar brachte gerade die Falbe Stute, die scheinbar wieder genesen war, in ihre Box. Dabei schimpfte er wie ein Rohrspatz.
„Seid Gegrüßt, Skulvar. Aber was schimpft ihr denn so?“ „Diese elendige Stute hat etwas geben meinen Hengst. So wie die sich aufführt, wird sie nie eine Zuchtstute. Wofür habe ich da nur das Geld ausgegeben. Ich glaube bevor ich noch weitere Verluste mit ihr mache werde ich sie so schnell es geht verkaufen. Als Reittier taugt sie leider, dank Janik nicht viel. Sie hat vor den meisten Männern Angst und benimmt sich entsprechend. Mir so einem Tier kam man in einem Mietstall nichts anfangen.“ Er wirkte bedrückt. „Ich kaufe sie euch ab.“ Akkirah wusste selbst nicht wie sie dazu kam, das zu sagen. „Ihr wollt sie haben? Seid ihr euch da sicher? Und was wird Vilkas dazu sagen, wenn ihr einfach mir nichts dir nichts ein Pferd kauft?“ „Er wird sagen, das war eine gute Idee und sich freuen.“ „Nun, wenn das so ist, die Stute gehört euch. Ihr bekommt sie zu dem halben üblichen preis. Ich bin froh das ich sie los bin und auch weil ich weiß das sie es bei euch gut haben wird.“ Er reichte ihr die Hand. Akkirah ergriff sie. Damit war der Kauf besiegelt. „ich werde euch morgen das Gold vorbeibringen, wenn es euch recht ist. Hat sie eigentlich einen Namen?“ „Lasst euch Zeit wegen des Goldes. Das eilt nicht. Und ja. Sie heißt Fiinja.“ Akkirah ging zu der Stute rüber. Sie erkannte sie sofort wieder und schnaubte als Akkirah ihren Hals streichelte. „hallo, meine Kleine. Ich hoffe wir beiden werden gut miteinander auskommen. Und ich hoffe auch ihr werdet Vilkas mögen.“ ‚Und er euch“ dachte sie bei sich.
„Ich vermute aber mal, der Kauf eines Pferdes war nicht der Grund für euren Besuch?“ Akkirah lachte. „nein, so etwas hatte ich eigentlich nicht im Sinn als ich herunterkam. Ich wollte euch eigentlich bitten, den Wallach mit dem wir gestern Nacht gekommen sind, dem nächsten Kutscher, der nach Windhelm fährt mitzugeben. Das hatte wir mit dem dortigen Stallbesitzer so abgesprochen.“
„Das habe ich schon in die Wege geleitet.“ Akkirah staunte. “Farkas war gestern Abend noch kurz bei mir und hat mir deshalb Bescheid gegeben. Ich war übrigens sehr erstaunt als er sagte, er wäre auf ihm her geritten. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir ihn nach seinem Abgang von dem Pferd, das er sich unerlaubt ausgeliehen hatte hoch nach Jorrvaskr gebracht haben und er seitdem immer einen weitern bogen um die Pferde gemacht hat.“
Akkirah grinste. „ Ich hoffe er wird von nun an etwas mutiger sein und sich öfters mal auf den rücken eines Pferdes schwingen. Ihr habt nicht zufällig eine passendes ruhiges Tier, das er sich ausleihen kann?“ „Ich denke ich hätte da was für ihn. Aber nun muß ich wieder an die Arbeit. Leider ist Jervar immer noch nicht zurück und auch wenn Frogar wirklich viel macht, ist die arbeit momentan kaum zu schaffen.“ „Wo ist Frogar eigentlich? Ich wollte ihn eigentlich begrüßen, da ich ihn heute Morgen verpasst habe.“ „Es ist auf der Außenkoppel den Zaun prüfen. Sobald er kommt gebe ich ihm bescheid und er kann zu euch hochkommen.“ „Ich danke euch. Morgen bringe ich euch dann das Gold für Fiinja vorbei und werde mal eine kleinen Testritt mit ihr unternehmen.“
Dann drehte sie sich um und lief schnell wieder hoch nach Jorrvaskr. Sie fragte sich, was Vilkas wohl sagen würde, wenn er erfuhr, dass sie ein Pferd gekauft hatte. Vilkas saß immer noch draußen auf der Bank obwohl es eigentlich zeit zum Essen war. Aber Farkas hatte einen Tisch vor die Bank gestellt und es sah so aus als würde man heute hier Essen. Tilma brachte gerade Teller und Geschirr nach draußen. „Wartet Tilma. Ich helfe euch.“, rief Akkirah. „Das braucht ihr nicht Kindchen. Ich habe schon fast alles hier. Außerdem hilft Farkas schon.“ Er kam gerade mit einem Tablett voll dampfender Schüsseln und diversen Krügen Met raus. Da es wirklich nichts mehr zu helfen gab, setzte sich Akkirah dann gemütlich zu Vilkas. Tilma nahm sich einen Stuhl während sich Farkas, Athis und Varis an die lange Seite des Tisches setzten.
Das Essen verlief sehr unterhaltsam. Akkirah und Farkas berichteten Abwechselnd was sie die letzten Tage so erlebt hatten, während Varis und Athis anschließend erzählten, was ihnen so widerfahren war. Nach dem Essen brachte Farkas Vilkas erst mal wieder nach unten ins Schlafzimmer. Vilkas hatte sich dran gewöhnt nach dem essen etwas zu schlafen. Akkirah begleitete ihn. Nachdem Farkas das Zimmer verlassen hatte entkleidete sich Akkirah und legte sich zu Vilkas. Als sie so in seinem Arm lag, erzählte sie ihm von dem Kauf der Stute.
„Seid ihr mir böse, dass ich das getan habe ohne mit euch darüber zu sprechen?“ fragte sie vorsichtig. „Mein Herz, wie könnte ich euch böse sein. Ihr werdet die richtige Entscheidung getroffen haben und ich bin schon gespannt auf das Tier.“ Er sah sie lächelnd an. Akkirah war erleichtert. Kurz darauf schlief er ein. Akkirah blieb die ganze Zeit wach. Sie spürte zwischendurch wieder, wie jemand versucht mit ihr auf einer anderen Ebene Kontakt aufzunehmen wogegen sie sich mit allen Kräften wehrte. Am frühen Nachmittag wurde Vilkas wieder wach. Akkirah stand auf und bat Farkas Vilkas wieder nach oben zu tragen. Das Wetter hatte sich am Nachmittag geändert und es war ein wenig stürmisch geworden. So beschlossen sie in der Metthalle zu bleiben. Kaum hatten sich Vilkas und Akkirah oben gemütlich gemeinsam mit Farkas hingesetzt, als Frogar hereingestürmt kam. „Akki, Akki. Ihr habt Fiinja gekauft! Darf ich sie dann auch mal reiten?“ Der Junge fiel ihr um den Hals. Farkas war erstaunt. Davon hatte sie vorhin nichts erzählt. „Dürft ihr, nachdem ich mich mit ihr vertraut gemacht hab. Das verspreche ich euch.“ Der Junge sprang vor Freude durch die Halle. „Nun solltet ihr euch aber erst einmal waschen und dann lasst euch von Tilma etwas zu Essen bringen. Ihr seht hungrig aus.“ Frogar tat wie ihm geheißen.
„Ihr habt euch ein Pferd gekauft?“ Farkas konnte es nicht glauben. „Ja. Erinnert ihr euch an die Stute von der ich erzählt hatte, die diese Aushilfsstallbursche misshandelt hatte. Jetzt gehört sie Vilkas und mir.“ Akkirah lächelte. „Übrigens hat Skulvar ein ruhiges passendes Pferd, das wie geschaffen für euch wäre. Ihr könnt es euch jederzeit ausleihen, jetzt wo ihr Geschmack am Reiten gefunden habt.“ Farkas sah Akkirah lachend an. „Ihr seid unmöglich, Schwester.“ Er knuffte sie in die Seite. Weder er noch Akkirah bemerkten wie sich kurz Vilkas Blick verdüsterte. Wenig später kam auch schon Frogar wieder. Er hatte seine Lehrbücher dabei und bat Akkirah ihn abzufragen. Vilkas lehnte sich auf seiner Bank zurück.
Er kam sich wie so häufig in letzter Zeit einfach nur überflüssig vor. Sonst hatte Frogar ihn immer gefragt bzw. er hatte mit dem Jungen geübt. Aber nun wurde er selbst dafür nicht mehr gebraucht. Akkirah fühlte, das etwas mit Vilkas nicht stimmte. Er war ruhiger als zuvor und wirkte bedrückt. Sie wollte ihn aber nicht hier vor allen anderen nach dem Grund fragen. Sieh ahnte was los war und versuchte ihn in die Arbeit mit Frogar einzubinden, indem sie immer wieder Frogar dazu animiert auch Vilkas etwas zu fragen. Kurz vor dem Essen stand Akkirah auf und überließ es Vilkas die Restlichen Aufgaben mit Frogar durchzugehen. Sie selbst ging zu Tilma um ihr beim Vorbereiten des Abendessens zu helfen.
„Kann ich nicht auch dabei helfen?“ fragte Frogar. „Nein, ihr habt eure Aufgaben noch fertig zu machen und bleibt hier bei Vilkas.“ Sie sah Vilkas lächelnd an. Er erwiderte das lächeln, allerdings merkte man ihm an das es nicht von Herzen kam.
Nach dem Essen saßen alle noch einige Zeit gemütlich zusammen bevor sie sich alle Zu bett begaben. Es war ein neuer Auftrag rein gekommen. Bei der kleinen Eisenmine, nahe Flusswald hatten sich ein paar Banditen eingenistet. Varis und Athis sollten am nächsten Morgen los und sich drum kümmern.
Am folgenden Morgen stand Akkirah zeitig auf. Vilkas grummelte etwas ungehalten, was Akkirah einfach ignorierte. Bevor sie ging gab sie ihm einen Kuss und dann begab sie sich hinunter zu den Ställen. Frogar begleitete sie. Akkirah hatte gleich das Gold für den Kauf der Stute mitgenommen. Sie wollte dann gleich mal einen kleinen Proberitt machen. ’bei Talos’, fluchte sie leise innerlich als sie hinunter gingen. Sie bräuchte ja auch noch neues Sattel und Zaumzeug. Als sie unten ankamen, wartet Skulvar schon. Er hatte geahnt das Akkirah, wie sie es früher bei ihrer alten Stute gewohnt war sehr früh am Morgen kommen würde. „Guten Morgen, Akkirah“, begrüßte der Stallbesitzer sie. „Wollt ihr einen kleinen Ausritt wagen? Ich habe passendes Sattelzeug schon bereit gelegt.“ Akkirah sah einen Sattel vor der Box liegen. „Ich würde gerne eine kleine Runde drehen. Seid bedankt, Skulvar.“ Frogar hatte sich gleich an seine Arbeit gemacht. Akkirah war immer wieder erstaunt mit welchem Elan der Junge selbst nach der nun schon recht langen Zeit seiner Arbeit nachkam.
Nachdem Frogar weg war trat Skulvar dichter an Akkirah heran. „Ich würde gerne mit euch wegen dem Jungen sprechen.“ Er senkte etwas den Kopf, denn er wusste nicht wie er weiter sprechen sollte. „ Was ist passiert? Hat Frogar etwas angestellt?“, Akkirah wunderte sich. „Nein, überhaupt nicht, der Junge macht alles richtig. So wie man es sich nur wünschen kann. Nun, also ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Ihr wisst, meine Frau und ich sind Kinderlos und wir werden auch niemals eigene haben. In den letzten Monaten hat meine Frau Lina den Jungen immer mehr ins Herz geschlossen. Daher wollten wir euch fragen, da er ja ein Waisenkind ist, ob ihr etwas dagegen hättet, wenn wir ihn adoptieren. Er würde meinen Namen bekommen und später die Ställe übernehmen können.“ Skulvar war rot geworden, als er die bitte vortrug. Akkirah war sprachlos. Mit solch einem Anliegen hatte sie niemals gerechnet. Sie musste schlucken. Was sollte sie dazu sagen? Sie und auch der Rest der Gefährten hatten den Jungen sehr gerne. Frogar sah in den Zwillingen so was wie ein Vaterersatz. „Das kommt überraschend, Skulvar.“ Akkirah fand langsam ihre Sprache wieder. „Ich kann das nicht alleine entscheiden. Und was sagt Frogar denn überhaupt dazu?“
„Der Junge weiß noch nichts davon. Ich wollte zuerst mit euch darüber sprechen, bevor ich ihm etwas sage. Ich wollte nicht, das er, solltet ihr unser Ansinnen ablehnen, möglicherweise enttäuscht wäre.“ „Ich verspreche euch, das ich sobald ich wieder oben in Jorrvaskr bin mit Vilkas und Farkas sprechen werde und ihre Meinungen dazu anhöre. Danach werden wir mit euch darüber sprechen. Ich hoffe das ist so in eurem Sinne.“
„Ich danke euch. Und nun will ich euch nicht länger aufhalten“. Er begab sich wieder an seine Arbeit. Akkirah sattelte vorsichtig Fiinja. Dann führte sie das Pferd auf die Strasse und schwang sich in den Sattel. Die Bewegungen der Stute waren noch weicher als die von Adelante. Sie schien solide ausgebildet worden zu sein. Die Feinheiten fehlten aber noch. Das würde aber im Laufe der Zeit kommen, da war sich Akkirah sicher. Sie wirkte ähnlich trittsicher wie Adelante. Sie war etwas kräftiger gebaut als Adelante. Damit würde sie genauso wenige Probleme haben sie und Vilkas gemeinsam zu tragen, wie ihre alte dunkle Stute das getan hatte. Aber richtig bei der Sache war Akkirah nicht. Sie musste über vieles nachdenken. Was sollte sie wegen Frogar sagen? Es war für den Jungen eine großartige Chance eine neue richtige Familie zu bekommen. Er mochte die Arbeit mit den Tieren. Was konnten sie in Jorrvaskr ihn dagegen bieten? Immer wechselnde Bezugspersonen, weil sie alle oftmals für längere Zeit unterwegs waren und eigentlich auch nie wussten ob sie zurückkommen würden. Jorrvaskr war eigentlich kein vernünftiger Ort für Kinder. Okay, auch die Zwillinge sind dort aufgewachsen, aber sie hatten zu mindestens anfangs noch ihren Vater da gehabt. Wahrscheinlich war es die beste Lösung für Frogar. Wenn er es denn wollte.
Nach einer halben Stunde kehrte Akkirah zurück Sie sattelte das Pferd ab und putzte es über und gab ihm noch ein paar Äpfel aus dem großen Trog, den Skulvar stets gut gefüllt stehen hatte. Dann ging sie wieder hoch nach Jorrvaskr. Am Gülden Grünbaum traf sie auf Danica.
„Danica, kann ich euch Kurz sprechen?“ „Natürlich, mein Kind, was gibt es? Ist etwas mit Vilkas?“ „Nein, es geht ihm soweit ganz gut“, Akkirah lächelte. Ich wollte nur Fragen, wann Vilkas die ersten Schritte machen darf. Die vier Monate sind nun ja so gut wie um.“ „Wisst ihr was, ich komme morgen Vormittag hoch und wir schauen und sein Bein an und dann entscheiden wir das, wenn ihr einverstanden seid.“ „Ich danke euch. Wir sehen und dann morgen Vormittag.“ Akkirah freute sich. Mit Glück dürfte Vilkas morgen das erste Mal aufstehen. Endlich ging es wieder vorwärts. Lange hätte er es bestimmt auch nicht mehr ausgehalten. Akkirah stürmte freudig die Treppen hoch. Verdammt es war später geworden als sie gedacht hatte. Als sie die Methalle betrat, hatte Farkas Vilkas schon nach oben gebracht. „Wo wart ihr solange?“ Vilkas stimme klang leicht vorwurfsvoll. „Sie legte ihre Arme um ihn. „Es tut mir leid mein Liebster. Aber es gab ein paar Leute, die mich unterwegs aufgehalten.“ Lasst uns nach dem Frühstück drüber sprechen.“ Sie legte sich etwas Brot auf den Teller. Tilma kam mit der Teekanne und füllte ihren Becher voll. „Danke Tilma. Ihr seid die Beste.“ Akkirah lächelte sie an. „Übrigens“, wandte sich Akkirah an Vilkas, „ich habe Danica getroffen. Sie wird morgen vorbei kommen und wenn sie nichts zu beanstanden hat, werdet ihr endlich mit laufen anfangen dürfen.“
Vilkas Augen begannen zu leuchten. „Danke mein Herz, das ist das Beste was ich seit langen gehört habe.“ Sie ergriff seien hand und drückte sie. Es war schön ihn endlich mal wieder so zuversichtlich zu sehen. Den Rest des Frühstücks schwiege Vilkas, Akkirah und Farkas. Als die drei fertig waren und Tilma den kleinen Tisch abdecken wollte, an dem die drei saßen, bat Akkirah, Tilma sich eine Stuhl zu nehmen und sich zu ihnen zu setzten. Sie müsse etwas mit ihnen allen besprechen. Dann trug sie den Wunsch von Skulvar vor. Als sie geendet hatte herrschte Schweigen. Sie waren alle genauso überrascht wie Akkirah, als sie das gehört hatte. Tilma war die erste die sprach: „Ich werde den kleinen Wirbelwind schrecklich vermissen.“
„Er ist ja nicht aus der Welt“, meinte Akkirah. „Er kann uns jederzeit besuchen.“ „Dann habt ihr euch also schon dafür entschieden ihn gehen zu lassen?“ Der Ton in Vilkas Stimme gefiel ihr nicht so recht. Nunja, er hatte die letzten zwei Monate wohl mit die meiste Zeit mit dem Jungen verbracht. Und in dieser zeit war er ihn wie ein Sohn ans herz gewachsen. „Nein, mein Liebster“, sie sah Vilkas tief in die Augen, “ich habe nichts entschieden, ich habe nur meine Meinung gesagt, sollte Frogar gehen. Ich selbst weiß nicht was richtig ist. Er würde bei Skulvar und seiner Frau eine richtige Familie haben, die jederzeit da ist. Nicht so wie hier, wo immer jemand anderes da ist, der sich um ihn kümmert. Er würde einen sicheren Beruf haben, als wenn er als Gefährte durch die Gegend streift. Ich mag den Jungen sehr und wenn ich könnte würde ich ihn selbst adoptieren, sofern ihr damit einverstanden wärt. Aber wir sollten vernünftig handeln. Wir sind Abenteurer, stets in Gefahr unser leben zu verlieren. Er hat schon seine richtigen Eltern verloren. Die Gefahr, das Skulvar und seiner Frau etwas zustößt und er wieder alleine dasteht ist geringer, als würde er bei uns bleiben.“ Ihr standen die Tränen in den Augen, als sie das sagte. Vilkas nahm sie in die Arme. „Es tut mir Leid, mein Herz, ich wollte eben nicht so scharf reagieren. Vermutlich habt ihr Recht. Es wäre das vernünftigste. Was sagt Frogar denn dazu?“ „Er weiß noch nichts davon. Skulvar wollte zuerst mit uns reden bevor er Frogar fragt. Nicht das sich der Junge am Ende gezwungen fühlt sich zwischen zwei Seiten entscheiden zu müssen.“ Akkirah sah Farkas an. „Was denkt ihr, Bruder?“ „Der Junge soll entscheiden was er will. Es ist schließlich sein Leben.“
Vilkas nickte. „ Ja, soll Frogar sagen was er für richtig hält. Er ist alt genug um das entscheiden zu können. Farkas, würdet ihr zu Skulvar hinunter gehen und ihn heute Abend zum Abendessen einladen? Zusammen mit seiner Frau.“ Farkas nickte. „ich mache mich sogleich auf den Weg. Vielleicht überlege ich mir dabei auch mal mich alleine auf ein Pferd zu setzten“, grinste er. Dann verließ er die Methalle.
Akkirah half Tilma fix dabei, den Tisch abzuräumen. Dann setzte sie sich zu Vilkas auf die Bank. „Und wie ist eure neue Stute?“ „Unsere“, korrigierte Akkirah ihren Mann. „Sie wird euch gefallen.“ Sie schmiegte sich an ihn. „Bald werdet ihr sie kennen lernen können.“
Die Zeit bis zum Abendessen verlief recht schnell. Kurz vor dem Abendessen kam Frogar, der von nichts wusste. Es wurde noch ein weiterer Tisch zu dem kleinen gestellt, da Vilkas noch nicht an der großen Tafel sitzen konnte. Akkirah blieb mit dem Jungen solange unten bis die Gäste gekommen waren. Als sie dann hochkamen, war er erstaunt Skulvar und seine Frau dort sitzen zu sehen.
„Ist heute ein besonderer Tag? Ich habe euch noch nie hier bei den Gefährten gesehen?“ staunte der Junge.
Akkirah sah Vilkas fragend an, ob er lieber was sagen wollte. In solchen Dingen fand er oftmals die besseren Worte. Aber er schüttelte fast unmerklich den Kopf. Also fing Akkirah an: „Skulvar und Lina möchten euch etwas fragen. Und habt keine Angst wahrheitsgemäß zu Antworten. Niemand wird euch böse sein, egal wie ihr euch entscheidet.“ Sie legte dem Jungen den Arm um die Schulter. Dann ging sie zu Skulvar hinüber. „Dann mal los, Skulvar.“ Lächelte sie. So fragte dann Skulvar, etwas stockend Frogar, was er davon halten würde, wenn er und Lina ihn adoptieren würden. Frogar hörte ruhig zu, und als Skulvar fertig war sah er alle der Reihenfolge nach an, drehte sich plötzlich um und lief aus der Methalle hinunter in die Wohnquartiere. Akkirah fing sich als erstes wieder. Mit so einer Reaktion hatte keiner gerechnet.
„Bleibt ihr sitzen und fangt schon mal an zu Essen. Ich gehe hinunter und rede mit ihm.“ Die anderen nickten. Akkirah folgte Frogar. Er hatte sich aufs Bett geworfen und weinte unter seiner Decke. Sie setzte sich zu ihm aufs Bett und legte ihre Hand auf seine Schulter. „Frogar, mein Kleiner, was ist mit euch?“ „Ihr habt mich nicht mehr lieb und wollt mich loswerden“ schluchzte der Junge. „Niemand will euch loswerden.“ Sie zog ihm die Decke weg und küsste ihn auf die Wange. „Wir alle haben euch sehr gerne und möchten nur das Beste für euch. Und ihr dürft selbst entscheiden was ihr wollt. Ob ihr bei uns bleiben möchtet oder ob ihr nicht doch lieber zu Skulvar und Lina hinunter ziehen möchte. Und egal wie ihr euch entscheidet niemand wird euch deshalb böse sein und euch nicht mehr mögen. Und ihr müsst es auch nicht sofort entscheiden ihr habt alle Zeit die ihr wollt dafür. Schlaft ein paar Tage darüber und horcht in euch hinein, was ihr wirklich selbst möchtet. Und dann entscheidet ihr.“ Sie strich ihm sanft durchs Haar. Frogar sagte nichts. Er lag einfach nur da. Akkirah blieb noch eine Weile bei ihm sitzen. Schließlich stand sie auf. „Soll ich euch etwas zu essen runter bringen? Ihr müsst etwas essen.“ Er nickte. Dann stand sie auf und ging zurück nach oben.
„Was ist mit Frogar? Kommt er wieder hoch?“ Skulvar schaute etwas unglücklich drein. „Lasst dem Jungen etwas Zeit. Es hat ihn ziemlich überrascht und er wird ein paar Tage brauchen um zu verstehen, was es für ihn bedeutet. Diese Zeit sollten wir alle ihm geben.“ Die anderen nickten zustimmend. „Ich bringe ihm etwas zu Essen hinunter. Er möchte jetzt etwas für sich sein. Danach komme ich wieder hoch.“ Bei dem letzten Satz sah sie Vilkas an. Sie machte einen Teller für Frogar fertig und ging wieder hinunter. Dann setzte sie sich wieder zu ihm ans bett. „Wollt ihr alleine essen, oder soll ich noch bei euch bleiben?“ Er sah sie an. „Bitte lasst mich nicht alleine.“ Sie sah ihn lächelnd an. „Ich bleibe bei euch. Und nun esst etwas.“ Er tat wie geheißen. Nachdem er gegessen hatte fing er vorsichtig an fragen zu stellen. Akkirah beantwortet alle so gut sie es konnte. Sie merkte wie langsam seine Angst verschwand. Als er schließlich richtig müde war, half Akkirah ihm beim auskleiden und deckte ihm zu und gab ihm noch einen gute Nachtkuss. „ich schaue nachher noch mal nach euch bevor ich zu bett gehe, sagte zu ihm. Aber nun sollte ich mich wohl etwas nach oben begeben.“ Er nickte und schlief dann auch schon bald ein.
„Es ist eingeschlafen“, sagte Akkirah als sie zurück zu den anderen kam. Habt ihr mir noch etwas übrig gelassen? Ich habe nun auch fürchterlichen Hunger.“ Sie setzte sich zu Vilkas. Dann berichtete sie was mit dem Jungen besprochen hatte. Sie blieben alle noch bis fast Mittarnacht sitzen. Dann verabschiedeten sich Skulvar und Lina. Akkirah begeleitet sie noch nach draußen. „Er wird die richtige Entscheidung treffen und zu euch kommen. Ich kenne den Jungen. Er liebt die Arbeit bei den Ställen und den Umgang mit den Pferden mehr und auch wenn es so scheint, ist er nicht der Typ, der ständig unterwegs sein will.“ Skulvar und Lina nickten. Akkirah verabschiedete sich mit einer Umarmung von Lina und gab Skulvar die hand. Dann ging sie wieder hinein. Farkas hatte Vilkas in der Zwischenzeit schon hinunter getragen. Nachdem Farkas sie und Vilkas allein gelassen hatte begab auch sie sich zu bett und schmiegte sich an Vilkas. Beide schwiegen und dachten über das was geschehen war nach. Irgendwann übermannte aber doch der Schlaf beide.

CKomet

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Samstag, 7. Juli 2012, 01:06

Akkirah wachte früher als gewohnt auf. Vilkas schlief noch fest. Wieder fühlte sie, dass jemand versuchte mit ihr Kontakt aufzunehmen, wie schon öfters in den letzten Tagen. Davon war sie scheinbar wach geworden. Sie seufzte leise. Warum konnte sie nicht einfach gemütlich neben Vilkas liegen und an nichts denken außer sich zu freuen bei ihm zu sein? Nein es gingen ihr so viele Dinge durch den Kopf. Was würde Frogar nun machen? Würde er in Jorrvaskr bleiben oder sich doch für Skulvar und Lina entscheiden? Wie würde es sein wenn Vilkas endlich die verdammte Schiene vom Bein entfernt bekommen würde? Wie lange würde es dauern bis er wieder laufen könnte? Und wie lange bis sie dann auch endlich gemeinsam wieder hinausziehen konnten? Bei all der Aufregung in den letzten Tagen hatte sie auch beinah vergessen, dass auch noch eine Hochzeit anstehen würde. Ria und Torvar wollten in gut drei Wochen heiraten. Zurzeit waren sie bei Rias Eltern zu Besuch. Sie wollte dass sie ihren zukünftigen Ehemann noch vor der Hochzeit kennen lernen würden. Die Hochzeit sollte dann in einem kleinen Kreis in Jorrvaskr stattfinden, was Hauptsächlich wegen Vilkas gemacht wurde, denn Torvar und Ria wollten alle Gefährten dabei haben. Und bis dahin war fraglich ob er schon wieder reisen konnte. Und ohne Vilkas würde wohl auch Akkirah nur ungern kommen.
Irgendwann hatte Akkirah das Gefühl, nun wäre doch die zeit zum Aufstehen gekommen. Vorsichtig löste sie sich aus der Umklammerung von Vilkas, wobei sie wie meist versuchte ihn nicht zu wecken. Dieses Mal gelang ihr es auch. Er gab nur ein leichtes ungehaltenes Grummeln von sich und schlief aber dann weiter. Vorsichtig kleidete sie sich an. Bevor sich das Zimmer verlies gab sie Vilkas aber noch einen Kuss. Leise ging sie zum Zimmer von Frogar hinüber. Sie wollte schauen, ob er noch schlief oder ob er heute zu Skulvar gehen würde. Die Zimmertür war angelegt und er lag nicht im Bett. Sie ging nach oben. Frogar saß an der großen Tafel und aß sein Frühstück. Akkirah setzte sich zu ihm und strich ihm durchs Haar. „Wie fühlt ihr euch heute Morgen, Frogar? Habt ihr gut geschlafen?“ Er wirkte blass und unausgeschlafen. Er schüttelte den Kopf. „Ich konnte nicht einschlafen.“ „ihr seht blass aus. Ihr solltet euch noch etwas hinlegen.“ „Das geht nicht. Ich muß mich doch um das Füttern der Pferde kümmern.“ Akkirah nahm ihn in den Arm. „Ihr seit ein prima Junge.“ „Aber ich weiß nicht was ich tun soll. Ich will euch hier nicht verlassen, aber ich mag auch Skulvar und Lina.“
„Ihr könnt uns hier jederzeit besuchen, solltet ihr euch für Skulvar und Lina entscheiden. Wir sind ja nicht aus der Welt. Und nun kommt, die Pferde warten. Ich begleite euch.“
Sie ergriff seine Hand und er lies er sich gefallen. So gingen sie dann durch die Stadt bis hinunter zu den Ställen. Skulvar war schon dabei die Strohballen bereitzulegen. Er begrüßte Akkirah und Frogar, als wäre nie etwas gesehen. Sie hatten es abgesprochen, das sie so normal wie möglich mit Frogar umgingen und ihn nicht drängten eine Entscheidung zu treffen und nur auf seine Fragen reagieren wollten, aber ihn nicht aktiv ansprechen. Akkirah putze Fiinja und gab ihr ein paar Äpfel. Heute Morgen wollte sie nicht reiten. Sie wollte so bald wie möglich zurück bei Vilkas sein. Heute sollte er schließlich endlich, wenn Danica nichts einzuwenden hatte seinen ersten Gehversuch machen. Akkirah freute sich drauf, das er endlich anfangen konnte wieder auf eigene Beinen zu stehen.
Akkirah fand Vilkas unten in ihrem Schlafzimmer im Bett sitzend vor. Er wollte hier unten bleiben bis Danica kam. Akkirah setzte sich zu ihm und nahm ihn in die Arme. Er erwiderte die Umarmung. „Ich liebe euch, mein Herz“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Ich euch auch, Vil“
Plötzlich wurde Akkirah bleich und ein Zittern überkam sie. „Mein Herz, versucht immer noch jemand euch zu rufen?“ Er sah sie besorgt an. Sie nickte nur. Vilkas hielt sie einfach nur fest. Nach und nach wurde sie wieder ruhig. „Es geht nun wieder. Habt ihr schon was gegessen oder Soll ich euch etwas bringen?“ „Farkas hat mir schon was gebracht.“ So warteten sie dann einfach nur auf Danica. Sie mussten nicht lange auf Danica warten. Farkas brachte sie zu ihnen runter. Akkirah und Vilkas begrüßten die Heilerin. Danica sah sich das Bein von Vilkas genau an. Dazu entfernte sie auch die Schienen. Sie nahm den Fuß von Vilkas und drückte dagegen. Vilkas verzog ganz leicht das Gesicht aber Danica schien zufrieden zu sein. „Es sieht soweit man es von außen beurteilen kann gut aus. Ihr dürft anfangen aufzustehen. Aber ihr dürft das Bein erst mal noch nicht voll belasten. Ich habe euch Krücken von Jon anfertigen lassen. Er kann sie bei Bedarf noch etwas anpassen. Wie sieht es mit eurem Arm aus? Habt ihr damit Probleme? Denkt daran wenn ihr versucht mit den Krücken zu gehen, das ihr auch euren Arm immer noch etwas schonen müsst.“ Vilkas nickte. Dann setzte er sich zum ersten Mal seit Ewigkeiten so hin, dass seine Beine den Boden vor dem Bett berührten. Akkirah sah ihn strahlend an. Farkas ging zu seinem Bruder griff ihm unter den Arm und half ihm sich aufzurichten. Vilkas legte sein Gewicht auf das linke Bein und Danica reichte ihm die Krücken. Er schaffte es damit drei Schritte zu machen, dann mussten Akkirah und Farkas ihn auffangen, damit er nicht stürzte. Sie brachten ihn zurück zu Bett wo er sich drauf fallen ließ. „Das war schon sehr gut, Vilkas“, versuchte Danica ihn aufzumuntern, als sie seinen verzweifelten Blick sah. „Ihr werdet jeden Tag en paar mehr Schritte schaffen. Aller Anfang ist nach so langer Zeit schwer. Und ihr habt mit eurer Frau und eurem Bruder Menschen um euch die euch dabei unterstützen. Vilkas schwieg und hatte den Kopf gesenkt. „Ich muß wieder zurück in den Tempel. Dort warten noch weitere Patienten auf mich.“ Sie verabschiedete sich von Vilkas und Akkirah. Farkas brachte sie wieder hinauf. Als sie fort war nahm Akkirah Vilkas in die Arme. „Ihr schafft es mein Liebster. Bald werdet ihr alleine hier rum rennen können.“ „Ich wünschte ich könnte euren Optimismus teilen“, seine Stimme klang verbittert. „Ich kann ja nicht mal auf meinem eigentlich gesunden Bein mehr halten.“ „Vil, ihr braucht nur Übung. Ihr werdet sehen, es wird jeden tag besser werden.“ Sie küsste ihn. „Und nun legt euch ein paar Minuten hin um euch wieder zu erholen. Und dann versuchen wir es wieder.“
Sie übten so den ganzen Vormittag. Zum Essen brachte Farkas seinen Bruder wieder hoch in die Methalle. Auch hier übte Vilkas weiter. Bis zum Abend war er soweit, dass er es fast schaffte ohne Hilfe von Akkirah oder Vilkas auf die Beine zu kommen. Aber danach musste er sich auch gleich wieder setzten. Frogar der am Nachmittag dazu kam freute sich sehr, als er Vilkas zum ersten Mal stehen sah. Als Athis und Varis nach dem Abendbrot die Methalle betraten gratulierten die beiden Vilkas auch zu dem Erfolg endlich wieder auf eigenen Füssenstehen zu können. Alle schienen glücklich zu sein. Nur Vilkas ging das alles zu langsam. Er hatte sich mehr erhofft. Akkirah machte es traurig zu sehen, das Vilkas sich nicht so freute, und zufrieden war wie sie gehofft hatte. Als sie abends im Bett lagen wollte sie ihn etwas aufmuntern. Nun wo er seine Schiene nicht mehr trug und nicht mehr in nur auf dem Rücken liegen musste, hoffte sie sich endlich wieder mit hm zu vereinigen. Als sie neben ihm lag fuhr ihre Hand langsam von seiner Brust Richtung Bauch und noch tiefer. Sie spürte dass er sich verkrampfte. „Bitte nicht mein, Herz. Ich bin noch nicht soweit.“ Sie legte ihre Hand wieder auf seine Brust und beugte sich über ihn um ihn zu küssen. „Wir haben alle Zeit der Welt, Vil.“ Dann wurde sie plötzlich wieder von einem Zitteranfall geschüttelt. Vilkas erschrak. „Mein Herz, so geht es nicht weiter.“ Er wollte noch mehr sagen aber in dem Moment erklang ein Klopfen and der Tür. Es war Farkas. Er hatte von einem Kurier eine Nachricht aus Winterfeste erhalten, die Dringend war. Akkirah hatte sich an Vilkas geschmiegt. Sie wollte die Nachricht nicht lesen. Also nahm Vilkas den Brief entgegen.
„Akkirah,
Ihr müsst so schnell es geht nach Winterfeste zur Akademie kommen, irgendwas geht hier vor und wir brauchen eure Hilfe. Ancano versucht etwas mit dem Gegenstand den ihr gefunden habt, zu machen. Wir können nicht zu ihm vordringen.
Hochachtungsvoll
Savos Aren“
„Bei Ysmir. Auch wenn es mir nicht gefällt, ihr müsst dort hingehen und vor Ort nach dem Rechten sehen“, sagte er leise zu Akkirah.
„Ich will euch nicht schon wieder verlassen, Vil. Nicht jetzt, wo ihr anfangt zu gehen. Ihr braucht mir hier. Und ich brauche euch.“
Je schneller ihr aufbrecht, desto ehr seid ihr zurück. Und dann werdet ihr auch wieder frei von den Anfällen sein. Denn dann habt ihr getan was sie wollten.“ Er versuchte sie mit diesen Worten aufzumuntern.
„Ich werde sie begleiten, Bruder, und auf sie aufpassen.“ Ließ sich Farkas vernehmen. Vilkas nickte abwesend. Dann verließ Farkas das Zimmer und ließ Akkirah und Vilkas alleine. Er beschloss schon mal alles für die Tour nach Winterfeste vorzubereiten so, das er und Akkirah am nächsten morgen zeitig aufbrechen konnten. Je eher sie loskamen, desto eher waren sie wieder zurück, wie Vilkas es ja schon gesagt hatte. Er spürte das Vilkas Akkirah dringend brauchte um gesund zu werden. Also würde er alles dran setzten, damit sie schnell zurückkommen würden.
Akkirah weinte lange in den Armen von Vilkas bevor sie einschlief. Warum konnte sie nicht einfach nur bei ihm sein? Warum verhinderten die Götter das immer wieder. Was hatten sie nur getan um sie so gegen sich aufzubringen?
Auch Vilkas war alles andere als glücklich. Aber wer weiß was passieren würde wenn sie blieb? Würde man auf andere Art versuchen sie dazu zu bringen nach Winterfeste zu kommen? Es waren Magier. Und auch wenn sie ihm das Leben gerettet hatten, hatte er weiterhin kein gutes Gefühl sich mit ihnen einzulassen. Und man sollte sie niemals verärgern. Also gab es keine andere Möglichkeit. Akkirah musste gehen. Aber sie würde Farkas an der Seite haben. Und er würde schon auf sie aufpassen. Dessen war sich Vilkas sicher. Allerdings versetzte ihn dieser Gedanke auch einen kleinen Stich im Herzen. Es dauerte noch eine Weile nachdem Akkirah in seinen Armen eingeschlafen war, bis auch e ins reich der Träume entschwand.
Am nächsten Morgen ging dann alles recht fix. Dank der Vorbereitung von Farkas konnten sie gleich bei Morgengrauen aufbrechen. Frogar war traurig, das Akkirah schon wieder fort ging. Varis versprach Akkirah sich gut um Vilkas zu kümmern. Nachdem sich Akkirah noch mal von Vilkas verabschiedet hatte brachen sie auf zu den Ställen. Akkirah machte Fiinja fertig und Farkas würde den Wallach den Skulvar ihnen zur Verfügung gestellt hatte nehmen.
Frogar war mit ihnen runtergekommen und half beim Satteln der Pferde. Farkas wäre lieber mit der Kutsche gefahren, aber es war gerade keine da, die in die Richtung wollte. Und zu Pferd waren sie schneller. Akkirah nahm Frogar noch zum Abschied in die Arme dann schwang sie sich in den Sattel. Sie wollte so schnell wie möglich los, um bald zurückkommen zu können. Farkas war etwas unsicher, als er auf sein Pferd stieg. Es war das erste Mal das er alleine auf einem Pferd saß. Bisher hatte er immer hinter Akkirah gesessen.
Akkirah ließ Fiinja ordentlich ausgreifen. Farkas Wallach hatte da teilweise Mühe hinterher zu kommen. So kamen sie recht schnell vorwärts. Sie versuchte die pause auf ein Minimum zu reduzieren, Trotzdem brachten sie fast drei Tage um nach Winterfeste zu gelangen, wo sie am späten Nachmittag ankamen. Sie brachten die Pferde in den Stall beim Gasthaus und liefen dann gleich hinauf zur Akademie. Man erwartete sie schon. Savos Aren und Mirabelle standen in der Der halle der Elemente vor dem Raum, wo der merkwürdige Gegenstand, einer riesigen Kugel, den Akkirah mit gefunden hatte, aufbewahrt wurde. Der Zugang zu diesem Raum war durch eine magische Barriere versperrt. Sie erfuhren das Ancano, der Magier der Thalmor, den seine Leute als Berater an die Akademie geschickt hatten sich mit der Kugel, die als Auge von Magnus bezeichnet wurde Als Akkirah und Farkas eintrafen beschlossen Savos und Mirabelle, sich Zugang zu der halle zu verschaffen. Akkirah sollte sie dann hinein begleiten. Die beiden Magier mussten eine grossteil ihrer kraft aufwenden um die Barriere zu zerstören. Im inneren der halle stand Ancano vor dem Auge von Magnus und war mit ihm durch von seinen Händen ausgehenden Blitzen verbunden. Als Savos versuchte Ancano von der Kugel zu trennen sprach dieser einen erneuten Zauber aus und alles um Akkirah herum verschwamm und sie wurde bewusstlos.
Als sie wieder zu sich kam, saß sie neben Mirabelle, die an einer der Säulen der Halle lehnte. Farkas kniete neben den beiden. Er sah sie besorgt an. Akkirah schüttelte den Kopf. „Mir geht es gut.“ Er nickte erleichtert. In der Mitte der halle um die Kugel und um Ancano herum hatte sich eine neue Schutzwand gebildet, die man nicht durchdringen konnte. Von Savos war nichts zu sehen. Mirabelle die sehr schwach war, bat Akkirah nach Savos zu suchen. Er war verschwunden nachdem Ancano die neue Barriere erschaffen hatte. Akkirah stand auf und ging gemeinsam mit Farkas hinaus. Draußen fanden sie den Grossteil der anderen Magier und Novizen versammelt. Sie standen um die Leiche von Savos Aren, den Erzmagier herum. Niemand wusste wie er hierher gekommen war. Aber alle waren geschockt, das er nun Tod hier lag. Tolfir, der als Lehrmeister der Novizen galt, sprach sie an. ihr müsst hinunter in die Stadt. Irgendwas Schlimmes geht da unten vor. Akkirah nickte nur. Sie sagte ihm noch das Mirabelle noch schwer angeschlagen in der Halle der Elemente liegen würde, dann machte sie sich mit Farkas und zwei der anderen Magier auf den Weg in die Stadt.
Sie hatte Angst vor dem was sie da erwarten würde. Magie war auch nichts mit dem sie gerne umgehen wollte. Sie konnte Vilkas Abneigung dagegen vollkommen verstehen. Kaum hatten sie die Stadt betreten, da sahen sie auch schon die leuchtenden Wesen, die durch die glücklicherweise leeren Strassen flogen. Während Faralda und Arniel Gane ihnen mit Magie zu Leibe rückten, zogen Akkirah und Farkas ihre Schwerter. Die beiden kämpften Rücken an Rücken, so dass die bösartigen magischen Wesen keine richtige Chance hatten ihnen zu nahe zu kommen. Der Kampf dauerte mehr als eine Stunde und als alle Wesen vernichtet waren, waren auch Akkirah und Farkas fast am Ende ihrer Kräfte. Trotzdem begleiteten sie die beiden Magier wieder hinauf zur Akademie. Akkirah glaubte nicht, das es damit zu Ende war. Sie wollte daher mit Mirabelle sprechen, die die Stellvertreterin des Erzmagiers war.
Akkirah und Farkas fanden Mirabelle in der halle der Elemente. Sie beobachtete das Treiben von Ancano. Als sich Akkirah näherte drehte sie sich zu ihr um. „Ihr müsst den Stab des Magnus finden. Nur mit seiner Hilfe können wir Ancano Einhalt gebieten.“
„Bei Talos, ich hätte gleich nach Labyrinthion gehen sollen um den Stab zu holen.“
„Labyrinthion? Der Stab ist in Labyrinthion? Daher also…“
„Was meint ihr damit?“
„Vor einigen Tagen gab mir Savos etwas, das aus Labyrinthion stammt. Er sagte zu mir:’ Wenn die Zeit gekommen ist, werdet ihr wissen was ihr damit machen müsst’.“ Sie griff in einer Tasche ihrer Robe und holte ein Amulett hervor. „Hier nehmt es. Savos wollte das ihr es bekommt. Behaltet es als Andenken an ihn. Und nun solltet ihr euch unverzüglich auf die Suche nach dem Stab machen.“
„Ihr werdet aber wohl nichts dagegen haben, wenn wir die Nacht erst mal im Gasthof verbringen“, ließ sich plötzlich Farkas etwas ungehalten vernehmen. Ihr seht doch wie erschöpft Akkirah ist. So kann sie nicht aufbrechen.“
„Wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann ruht euch zuvor etwas aus.“ Sie drehte sich wieder um, damit sie Ancano beobachten konnte.
Akkirah und Farkas gingen hinunter in die Stadt. Auf dem Weg dort hin wurden sie nochmals von einer magischen Anomalie angegriffen. Aber ansonsten passierte nichts weiter. Sie nahmen sich zwei Zimmer. Bevor Akkirah schlafen ging schrieb sie noch eine Nachricht an Vilkas, die sie am nächsten Morgen gleich einem Kurier in die hand drückte, der sie nach Jorrvaskr bringen sollte. Dann machten sich Akkirah und Farkas auf den Weg nach Labyrinthion. Es wurde wieder eine harte Tour, denn Akkirah versuchte so gut es ging den direkten Weg nach Labyrinthion zu nehmen. Und dieser Führte nicht über Strassen sondern ging Querfeld ein über die Berge und durch die Wälder. Farkas hielt es fast für ein Wunder als sie heil nach 2 Tagesitten die Stufen nach Labyrinthion erreichten. Er wäre am liebsten tot vom Pferd gefallen. Er war es immer noch nicht gewohnt so lange im sattle zu sitzen und nun taten ihm alle Knochen weh. Aber er wollte vor Akkirah keine Schwäche zeigen und biss die Zähne zusammen. Wie schaffte es Vilkas es nur mit ihr mitzuhalten, fragte er sich.
Vor dem Eingang von Labyrinthion wurde Akkirah plötzlich bleich und sackte fast in sich zusammen. Farkas wusste nicht was los war. Sie waren gerade von den Pferden abgestiegen. Er lief zu ihr rüber aber sie winkte ab. „Es geht schon wieder. Ich hatte nur eine kurze Vision von dem was vor langer Zeit hier passiert ist.“ Savos und fünf weitere Magier sind anscheinend schon mal hier eingedrungen. Warum konnte ich aber nicht erkennen.“
„Seid ihr euch sicher, dass wir da nun rein müssen?“ Farkas fühlte sich nicht sonderlich wohl.
„Ja“. Und ohne zu zögern ging Akkirah auf die Tür zu und dann betraten beide Labyrinthion. Sie hatte gerade die erste Halle passiert, als Akkirah wieder eine Vision hatte. Wieder sah sie die Sechs Magier. Sie konnte aber kaum verstehen worüber sie sich unterhielten. Also gingen sie weiter bis sie zu einer Gittertür kamen, die sich mit einem Hebel kurzzeitig öffnen ließ bevor sie wieder zuging. Akkirah beschloss die Tür zu passieren während Farkas den Hebel betätigte. Er protestierte, aber Akkirah setzte sich am Ende durch.
Hinter dem Tor tauchten wie aus dem Nichts plötzlich diverse Skelettkrieger auf und das was nicht mal das Schlimmste. In der Mitte des Raumes erhob sie ein großer Skelettdrache. Akkirah zog diesmal gleich ihr Schwert. Mit ihrem Bogen würde sie gegen die übermacht der Gegner nicht weit kommen. Farkas stand auf der anderen Seite des Gitters musste verzweifelt mit ansehen, wie sich Akkirah der übermacht stellte. Aber seien Sorge war am Ende unbegründet. Akkirah schaffte es mit heiler Haut davon zu kommen, und die Skelette lagen in Einzelteile zerlegt um sie herum. Auf dieser Seite der Gittertür befand sich auch ein Hebel. Akkirah betätigte ihn und so konnte Farkas zu ihr kommen.
„Das nächste Mal lasst ihr mich gleich mit rein.“ sagte er nur etwas ungehalten.
„ich versuche dran zu denken“, kam von ihr nur. Dann setzte sie den Weg fort und Farkas blieb nichts anderes übrig als ihr wieder zu folgen. Sie kamen zu einer Tür, die mit Eis bedeckt war. Farkas versuchte sie zu öffnen, und er hätte sich wohl schwer verletzt als er die Tür berührte, wenn er keine Handschuhe getragen hätte, die ihn vor dem scharfen Eissplittern schützen. „Hier kommen wir nicht weiter.“
Akkirah sah sich weiter um. Und wieder sah sie plötzlich was vor Jahren passiert sein musste. Einer der Gruppe um Savos Aren war ums leben gekommen und der Rest überlegte umzukehren. Aber dann wurde entschieden weiter zu gehen. Akkirah fand auf einem Sockel eine Zauberspruchrolle. Mit dieser konnte man angeblich ein magischen Feuer erzeugen, wenn man sie lauf vorlas. Solche Rollen konnte man ein einziges Mal verwenden, dann verloren sie die in ihnen befindliche Magie. Akkirah beschloss es zu versuchen. Sie Ging zur Tür hinüber und bevor sie die Rolle laut vorlas, las sie sie mehrfach im Stillen, um ja keinen Fehler zu machen. Sie hätte nicht damit gerechnet dass es funktionieren würde. Aber das Eis wurde von dem magischen Feuer vernichtet und so konnte sie die Tür passieren. Diesmal hörte auch Farkas eine Stimme, die laut durch die Räume hallte. Sie schien laut mit Savos zu sprechen.
Akkirah und Farkas gingen weiter. Immer tiefer führte sie ihr Weg ins Innere von Labyrinthion. Mehrfach hatte Akkirah Visionen von der Expedition, bei der jedes Mal einer der Teilnehmer verschwand oder starb. Und immer wieder trafen sie auf Drauge, Skelettkrieger oder auch auf Trolle. Sie waren schon mühe geworden, weil sie seit Stunden unterwegs waren. Akkirah wollte aber hier in diesem Grab keine Rast machen. An einer Stelle überkam sie wieder dieses Gefühl, als würde etwas besitzt von ihr ergreifen oder in ihren Geist eindringen. Sie sah die runde Wand und wusste was passierte. ‚Vil’, dachte sie ‚warum seid ihr nicht hier um mich zu halten. Ich vermisse euch’ Am liebsten hätte sie geweint. Farkas legte seien Arm auf ihre Schulter. Sie beruhigte sich langsam wieder.
Dann endlich kamen sie dem Stab, wegen dem sie gekommen waren näher. Akkirah konnte seine Gegenwart fühlten. Sie konnte nicht sagen wieso, aber es war einfach so. Sie sahen zwei geisterhafte Magier, die eine Gestalt, die Akkirah für einen Drachenpriester hielt, mit ihren Zauberstäben in einem Bann gefangen hielten. Akkirah erkannte das es sich um Atmah und Hafnar aus der Expedition handelte. Aber wo war Savos? Er musste als letztes noch übrig geblieben sein. Der Drachenpriester schien den gesuchten Stab in seinem besitz zu haben. Akkirah und Farkas hatten aber keine Möglichkeit an ihn heran zu kommen, Also mussten sie zunächst versuchen die beiden Geister zu beseitigen und dann hoffen, dass sie den Drachenpriester besiegen konnten. Farkas war mit dem Plan einverstanden. Akkirah gelang es mit ihrem Bogen die beiden Magier unbemerkt zu erledigen. Danach war es glücklicherweise nicht allzu schwer den Drachenpriester zu erwischen. Nun konnte sie endlich seinen Stab an sich nehmen. Akkirah war erleichtert. Nun konnten sie so schnell wie möglich zurück nach Winterfeste reiten. Doch bevor sie Labyrinthion verlassen sollten, trafen sie auf einen Freund von Ancano. Er schien geahnt zu haben, das Akkirah bis hierher vordringen konnte und hatte Estorm geschickt um sie aufzuhalten indem er sie tötete und dann den Stab in seinen besitz brachte. Aber gegen Farkas und Akkirah hatte er keine Chance.
Nachdem sie die riesige Grabstätte verlassen hatten und zurück zu ihren Pferden gekehrt waren machten sie doch erst mal eine Pause. Es war eh dunkel und demzufolge viel zu gefährlich um los zu reiten. Sobald es aber etwas heller wurde brachen sie auf. Wieder schonte Akkirah weder sich noch die Pferde und so waren sie dann zwei Tage später zurück in Winterfeste. Von weiten sahen sie schon, das in der Akademie etwas nicht stimmte. Die magische Barriere, die Ancano erschaffen hatte erstreckte sich nun um das komplette Gebäude. Die Bewohner der Stadt waren darüber ziemlich beunruhigt, denn sie wussten nicht was es bedeutete und die Magier verschwiegen auch den wahren Grund lieber. Akkirah und Farkas brachten die Pferde wieder in dem Stall des Gasthofs und liefen dann hoch zur Akademie. Tolfir erwartete die beiden schon. „Habt ihr den Stab?“ Akkirah nickte und zeigte ihn Tolfir: „Wo ist Mirabelle?“ Tolfir senkte den Kopf. „Sie ist tot, sie hat es nicht geschafft raus zu kommen. Zuvor hat sie aber dafür gesorgt das alle anderen heil die Akademie verlassen konnten.“
Akkirah senkte traurig den Kopf. Sie mochte die Magierin irgendwie. „Was machen wir nun?“ „Gebt mir den Stab“, bat Tolfir.“ Denn ich vermute ihr wisst nicht wie man mit so einer Waffe umgeht.“ Akkirah schüttelte den Kopf. Tolfir richtete den Stab auf die Barriere. Nachdem er mehrfach eine Art Energieball darauf abgefeuert hatte, verschwand diese. Nu konnten alle wieder die Akademie betreten. Nur Tolfir, Akkirah und Farkas betraten die Halle der Elemente, in der sich immer noch Ancano mit dem Auge des Magnus aufhielt. Kaum waren sie an den Thalmor herangetreten wirkte er einen Zauber, der zu mindestens Farkas außer Gefecht setzte. Ancano lies ein paar magische Anomalien erscheinen und versuchte dann Akkirah und Tolfir zu töten, was sich als nicht so einfach herausstellte wie er dachte. Das Auge des Magnus hatte sich zwischenzeitlich geöffnet. Sowohl Akkirah als auch Tolfir bemerkten, dass solange das Auge offen war, Ancano keinen Schaden nahm. Also versuchte Tolfir mit Hilfe des Stabes dafür zu sorgen das es sich wieder schloss, während Akkirah Ancano direkt Angriff. Mit so was hatte der Thalmor nicht gerechnet und nach kurzer zeit gelang es Akkirah ihn zu besiegen. Kaum war er Tod schloss sich auch das Auge endgültig und Akkirah lief zu Farkas, der in sich zusammen gesunken auf dem Boden lag. Er kam langsam wieder zu sich, Akkirah war darüber sehr froh. Als er neben ihr stand und sie gemeinsam zu Tolfir hinübergehen wollten, spürte Akkirah wieder diese bekannte kribbeln, das auftauchte, wenn sich der Psijic Mönche sehen ließ. Du tatsächlich, wie aus dem nichts erschien Quarantir. Er gratulierte Akkirah zu der Bewältigung des Problems. Er und seine Gefährten hatten beschlossen, das es zu Gefährlich war, das Auge des Magnus hier zu lassen. Daher wollten sie es an einen sicheren ort bringen, den nur sie kannten. Wie aus dem Nichts erschienen noch zwei weitere Gestalten, die genau wie Quarantir gekleidet waren und dann verschwanden alle drei nach einer kurzen Zeremonie gemeinsam mit dem Auge.
Akkirah fragte nun Tolfir: „War es das? Ist es hiermit beendet?“ „Ich hoffe es zu mindestens“, sagte der alte Magier. „Wir werden nun wohl erst mal einen neuen Erzmagier suchen müssen. Das wird sicherlich einige zeit in Anspruch nehmen. Ihr seid aber jederzeit herzlich Willkommen die Akademie zu besuchen.“
Akkirah bedankte sich bei dem alten Mann und dann verließen sie und Farkas so schnell es ging die Akademie. Sie bleiben über Nacht wieder im Gasthof und machten sich dann am nächsten Morgen früh auf den Weg zurück nach Weislauf.

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Samstag, 7. Juli 2012, 20:06

Sie brauchten wieder fast drei Tage zurück. Unterwegs passierte nichts Besonderes. Schon ab Mittag konnte sie Die Drachenfeste von weiten sehen. Akkirah ließ Fiinja wieder kräftiger ausgreifen und Farkas sein Wallach bemühte sich tapfer hinterher zu kommen. Akkirah konnte es kaum erwarten wieder nach Jorrvaskr zu kommen. Zu ihrem Vilkas. Was machten seine Laufkünste, fragte sie sich. Hatte er sich auch nicht übernommen? Auch die Hochzeit von Ria und Torvar rückte näher. Noch etwas über eine Woche und dann würden die beiden offiziell als Paar gelten. Akkirah freute sich für die beiden.
Am späten Nachmittag erreichten sie endlich die Ställe von Weislauf. Sie sattelten die Pferde ab und versorgten sie. Akkirah und Farkas wollten gerade hoch in die Stadt gehen als, Frogar mit Lina aus dem Haus kam. Frogar rannte stürmisch auf Akkirah zu und sie nahm ihn in die Arme. Farkas lächelte, als er sie so sah. Dann bat Lina Akkirah noch kurz mit ins Haus zu kommen. Akkirah war davon nicht gerade begeistert, wollte sie doch so schnell es ging hoch zu Vilkas, aber sie nickte lächelnd und bat Farkas schon mal vorzugehen. Sie würde bald nachkommen. Er nickte und machte sich auf den Weg nach oben.
Lina bot Akkirah etwas zu trinken an. Da sie von dem langen Ritt doch sehr durstig war, nahm sie gerne einen Becher Tee an. „Was gibt es neues?“ Fragte Akkirah als sie in der Küche auf einem der Stühle saß. Sie ahnte es zwar, denn Frogar wirkte etwas verschämt als er so in der Küche stand. „Frogar, sagt es ihr. Es war doch euer Wunsch es Akkirah selbst zu sagen.“ Lina strich dem Jungen sanft über das Haar. „Ich… ich…“, Dann fing er an zu weinen. „Werdet ihr mich auch wirklich weiterhin lieb haben, wenn ich hier bleibe?“ Akkirah stand auf und kniete neben ihm nieder und nahm in fest in die Arme. „Frogar, natürlich werde ich euch weiterhin mögen. Wie könnte ich je was anderes machen. Ihr seid doch ein kleiner Schatz, den man einfach gerne haben muß.“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn. „Dann habt ihr euch also entschieden, hier zu bleiben?“ Er nickte. „Vilkas war traurig, als ich es ihm heute Morgen gesagt habe. Und er hat hinterher nicht mehr mit mir gesprochen. Ich glaube er ist böse auf mich.“ „Quatsch, Frogar. Vilkas kann euch auch nicht böse sein, lass ihm ein zwei Tage, dann werdet ihr schon sehen, das er euch genauso gerne hat wie vorher auch.“ „Wirklich?“. „Ja, ich kenne doch meinen Vil.“ Akkirah lächelte. Sie ahnte das Vilkas etwas ungehalten war. Er war in letzter Zeit oft gereizt. Kein Wunder, da er ohne Hilfe nichts selbst machen konnte. Sie hatte gehofft, dass es nun besser werden würde. Aber es brauchte halt alles seine Zeit. Akkirah wandte sich an Lina. „Wart ihr schon beim Jarl wegen der Adoption?“ „Nein, wir wollten warten bis ihr zurück seid und hatten gehofft, ihr würdet mit kommen. Wir wissen nicht so recht was wir da sagen sollen.“ „ich werde versuchen morgen Nachmittag einen Termin beim Jarl zu bekommen. Dann gehen wir gemeinsam hoch und erledigen den Papierkram.“ „ Ich danke euch. Ich habe ehrlich gesagt etwas Angst vor dem Jarl.“ Das müsst ihr nicht, Er ist ein freundlicher Mann.“ Akkirah leerte ihren Becher und dann machte sie sich auf nach Jorrvaskr. Sie traf Tilma auf den Markt, wo sie sich mit Fralia unterhielt. Akkirah nickte den beiden zur Begrüßung zu und ging gleich weiter. Als sie die halle betrat hörte sie gerade noch wie die Tür auf der anderen Seite, die auf den Trainingsplatz führte, schwungvoll zugeschlagen wurde. Sie dachte sich nichts dabei und ging hinunter zu ihrem Zimmer. Sie vermutete Vilkas und Farkas da, denn draußen war es heute etwas ungemütlich und stürmisch und da sie nicht hier oben in der Methalle waren mussten sie unten sein. Als Akkirah hinunter kam, waren sowohl die Türen vom Besprechungszimmer, als auch vom Schlafzimmer zu, was sie etwas verwunderte, denn tagsüber waren diese normalerweise offen. Irgendwas stimmte nicht. Als sie die Tür des Schlafzimmers öffnete hörte sie Vilkas schluchzen. Sofort rannte sie zu ihm und kniete sich neben dem bett auf dem er lag nieder und legte ihren Arm um ihn. „Vil, mein Liebster, was ist passiert, warum weint ihr?“ Sie bekam es mit der Angst zu tun, denn so aufgelöst hatte sie Vilkas noch nie gesehen. Und wo war Farkas? Eigentlich hätte er hier sein müssen, und ihm schon mal berichten, was sie erlebt hatten. Er drehte sich von ihr weg. „Vil, redet mit mir, bitte“, ihre Stimme klang ängstlich. „Vil.“
Sie strich ihm mit der Hand übers Haar. Dann wartete sie. Irgendwann musste Vilkas was sagen. „Geht, lasst mich alleine, Ihr hätte mich lieber im Schattenstollen Refugium sterben lassen sollen.“ „Vil, was redet ihr da für ein Blödsinn?“ „Was bin ich den schon noch Wert? Ich kann nicht kämpfen, nicht mal laufen. Was kann ich den Gefährten noch bieten? Selbst Frogar ist fort gegangen. Und Farkas…. Den habe ich auch gerade vertrieben und dafür gesorgt, dass er mich hasst. Es wäre wirklich das Beste ich würde tot sein und damit niemanden mehr zur last fallen“ Wieder fing er an zu weinen. Akkirah wusste nicht so recht wie sie reagieren sollte. Sie zog die Stiefel aus und legte sich hinter ihm aufs Bett um ihn besser in die Arme nehmen zu können. „Ihr fallt doch niemanden zur last und warum sollte Farkas euch hassen. Er ist euer Bruder und er liebt euch über alles. Genauso wie ich es tue, mein Liebster.“ Vilkas versuchte sich aus ihrer Umarmung zu winden, aber Akkirah hielt ihn hartnäckig fest. „Auch ihr werdet euch von mir abwenden wenn ihr hört was ich ihm vorgeworfen habe.“
„Beruhigt euch mein Liebster, und dann erzählt ihr mir was passiert ist.“ Es dauerte lange bevor Vilkas was sagte. „ Ich habe Farkas vorgeworfen, euch mir wegnehmen zu wollen. Ich weiß nicht mehr wie es dazu kam. Er sagte etwas und ich wurde wütend. Ich weiß nicht mehr was ich alles sagte und was er darauf antwortete. Am Ende gab ein Wort das andere und ich habe Farkas eine Ohrfeige verpasst. Danach ist er wütend davon gegangen.“
Im ersten Moment wusste Akkirah nicht was sie sagen sollte und sie hätte ihm am liebsten auch eine Ohrfeige verpasst, für die blödsinnige Beschuldigung. Dann beugte sie sich über ihn und drehte sein Gesicht zu ihr und küsste ihn. „Ihr seid manchmal wirklich ein riesiger Idiot, mein Liebster.“ Sie sah ihn lächelnd in seine traurigen eisgrauen Augen. Und wieder gab sie ihm einen Kuss. „Ich liebe euch, mein kleiner eifersüchtiger Idiot.“ Er beruhigte sich langsam, denn er fühlte, das sie ihm nicht wie er befürchtet hatte böse war. „Wie habe ich nur eine Frau wie euch verdient, mein Herz.“ Er drehte sich um, legte seine Arme um Akki und schmiegte sich an sie. So lagen sie dann lange Zeit einfach nur Arm in Arm da, bis sich plötzlich Akkirahs Magen lautstark bemerkbar machte. Sie hatte morgens das letzte Mal was gegessen und unterwegs nur einen halben Apfel zu sich genommen. Die andere Hälfte hatte sie Fiinja gegeben. „Wie steht es mit euch, Vil. Habt ihr auch Hunger?“ Er schüttelte den Kopf. „ Ich gehe nach oben und hole mir etwas. Ich bin bald zurück“ Sie ahnte das er nicht mitkommen würde, wenn sie ihn bat, also lies sie es sein. Sie hoffte oben Farkas zu treffen um kurz mit ihm zu reden. Sie fand ihn in einer Ecke auf einem Stuhl sitzen. Er wirkte eher traurig als wütend. Akkirah ging zu ihm hinüber. „Vil hat mir erzählt, was er angestellt hat. Bitte seid ihm nicht böse, er meinte es nicht so.“ „ In dem Moment als er es sagte meinte er es so.“ antwortete Farkas traurig. „Daher ist es wohl besser, ich würde für einige Zeit Jorrvaskr verlassen.“ „Fangt ihr jetzt auch an, euch wie ein Idiot zu benehmen? Es liegt scheinbar bei euch in der Familie und was soll man von Zwillingen auch anderes erwarten.“ Akkirah wurde diesmal echt wütend. „Ihr geht da jetzt mit mir runter und sprecht euch mit eurem Bruder aus. Und wenn ich gegessen habe, will ich euch wieder so wie immer als Herz und Seele vorfinden. Ansonsten überlege ich mir zu gehen.“ Farkas erschrak, als Akkirah das sagte. Aber er traute ihr zu es auch zu machen. Auch wenn es ihr Wahrschlich das Herz brechen würde, seinen Bruder zu verlassen. Aber sie wusste, das die Brüder sich immer sehr nah gestanden hatten und sie wollte nicht Schuld daran sein, das sie sich zerstritten. „Ihr braucht mich nicht hinunter begleiten, ich gehe alleine.“ „Danke Farkas.“ Er stand auf und ging hin unter. Akkirah blieb oben und nahm sich etwas zu Essen. Als sie sich gerade den Teller aufgefüllt hatte, kam Tilma gemeinsam mit Athis und Varis, die von der jagt zurückgekommen waren in die Methalle. „Was macht ihr alleine hier oben, wunderte“, sich Tilma. „Sollte ihr nicht bei Vilkas sein?“. Akkirah lächelte. „Vil und Farkas haben etwas zu besprechen und zwar alleine, daher habe ich beschlossen hier oben zu essen bis sie fertig sind.“ Danach erzählte sie ihnen, was sie in den letzten Tagen erlebt hatte und sie erfuhr, was die anderen so getrieben hatten. Und sie hörte dass morgen Ria und Torvar von dem Besuch bei Rias Eltern zurückkommen würden. Und dann würden die Vorbereitungen für die Hochzeit losgehen.
Akkirah merkte nicht wie die Zeit verging, als sie oben mit den anderen saß. Irgendwann kam Farkas hoch und sah sie lächelnd an. „Ihr solltet hinunter gehen, ansonsten glaubt Vilkas wirklich ihr hättet getan was ihr mir angedroht habt“, zwinkerte er ihr zu. Die anderen schauten etwas verwirrt, aber weder Akkirah noch Farkas klärten sie darüber auf. Akkirah stand dann auf und ging hinunter zu Vilkas, der auf einem der Stühle im Besprechungszimmer saß und auf sie Wartete. „Ist wider alle in Ordnung, mein Liebster“, begrüßte Akkirah Vilkas. Er nickte. „War das, was ihr Farkas gesagt habt, wirklich euer Ernst? Das ihr gegangen wärt?“
„Nein, denn ich könnte ohne euch nicht leben.“ Sie schlang ihre Arme um seinen Hals. „Und nun würde ich mich gerne zu Bett begeben.“ Sie reichte Vilkas seine Krücken. „Schafft ihr es selbst hinüber zu kommen, oder muß ich versuchen euch zu tragen?“ Sie sah ihn herausfordernd an und Vilkas musste lachen. „Ihr seid unbeschreiblich, mein Herz.“ Er nahm seine Krücken und stand vorsichtig auf. Langsam ging er ins Schlafzimmer hinüber. Solch kurze Wege schaffte er ohne Schwierigkeiten alleine. Akkirah beobachtete ihn. Dann entledigte sie sich ihrer Kleidung und legte sich zu Vilkas ins Bett. Sie wollte sich an Vilkas kuscheln hielt aber dann inne. „Was ist mit euch, mein Herz?“ Vilkas wunderte sich ein wenig. „Mit mir ist nichts, Vil, aber mit euch.“ Vilkas sah sie unsicher an, „Was ist los, mein Herz, was ist mit mir nicht Ordnung?“ „Das verdammte Hemd das ihr tragt. Ich möchte nichts zwischen euch und mir haben.“ „Aber, ihr wisst doch…“ weiter kam er nicht denn Akkirah fackelte nicht lange und zog daran um es ihm auszuziehen. Widerwillig entledigte sich Vilkas schließlich von dem Teil, das er wegen seines entstellten Körpers trug. Sie schmiegte sich nun an ihn. „So ist es doch viel besser“, flüsterte sie. Vilkas sagte nichts sondern zog sie nur fest an sich. Er spürte wie ihm der Sinn nach mehr stand und Akkirah es genauso wollte. So vereinigten sie sich nach Monaten das erst mal wieder und er konnte nicht verstehen warum er zuvor Angst davor hatte es zu tun. Glücklich schliefen beide später ein.
Es war schon recht spät, als Akkirah und Vilkas fast zeitgleich erwachten. „Guten Morgen, mein Herz“, begrüßte Vilkas sie ganz leise. „Das wünsche ich euch auch, Vil.“ Sie zog ihn an sich um ihn einen Kuss zu geben. Sie lagen noch eine Weile aneinander geschmiegt im Bett. Dann beschloss Akirah aufzustehen. „Was habt ihr heute alle vor mein Herz, das ihr schon aufstehen müsst?“ „Sie dachte kurz nach. „Als erstes mal etwas frühstücken. Ich habe nämlich Hunger. Denn ich liege ja nicht den ganzen Tag nur im Bett.“ Vilkas schleuderte ihr ein Kissen an den Kopf. „Ihr kleines Biest, wartet nur, wenn ich erst wieder vollkommen fit bin.“ Sie dachte an die vergangene Nacht und musste grinsen. „Oh bloß nicht, ich glaube das überstehe ich nicht. Sie warf ihm das Kissen zurück an den Kopf.“ Dann packte sie seine Hand und zog ihn hoch. „Kommt mit mir.“ „Darf ich mich aber zuvor noch ankleiden?“ Sie lachte. „Ja, dürft ihr.“ Sie reichte ihm seine Hose und ein frischen Hemd rüber, dass er schnell überstreifte. Dann nahm er seine Krücken und ging los. Als sie oben die Treppen erreicht hatten lief Vilkas das Wasser nur so von der Stirn. Varis, der auch schon auf war kam angelaufen. „Vilkas ihr seid leichtsinnig. Ihr solltet die Treppen doch noch nicht alleine gehen. Und ihr, Akkirah, hätte das verhindern müssen.“ Sie hatte ein schlechtes Gewissen. Sie wusste nicht wie viel Vilkas schon schaffen konnte und es war ihr nicht bewusst, wie Anstrengend es sein musste die Treppen hochzugehen. Wenn sie das geahnt hätte, hätte sie ihn zuvor nicht im Schlafzimmer angestachelt. „Varis, schimpft nicht mit Akkirah. Sie wusste nicht, dass ich noch keine Treppen steigen soll. Und ich habe es alleine geschafft.“ Er freute sich wie ein kleines Kind. „Nun kommt aber und setzt euch. Nicht das ihr doch noch vor Überanstrengung zusammenbrecht.“ Varis schob Vilkas in Richtung Tisch und setzte ihn auf einen Stuhl. Akkirah nahm neben ihm Platz. Tilma brachte ihnen etwas zu Essen und Trinken auf das sich beide mit Heißhunger stürzten. Eigentlich hatte Akkirah noch hinunter zu den Ställen laufen wollen, aber sie wusste, dass sich Frogar oder Skulvar um Fiinja kümmern würden, wenn sie nicht auftauchte. Als sie fast fertig waren kam auch Farkas. Er war schon unten bei den Ställen gewesen. Er hatte gestern kurz bevor sie bei den Ställen angekommen waren bemerkt, dass sein Wallach ungleichmäßig ging und wollte sich nun erkundigen ob es dem Tier wieder gut ging. Vilkas musste lächeln. Das sich Farkas nach dem befinden eines Pferdes erkundigen würde, einem Wesen, vor dem er bis vor einiger Zeit einen riesen Bogen gemacht hatte. Und er konnte sich auch selbst nicht mehr erklären, wie er am Vortag auf die Idee gekommen war, dass sein Bruder ihm seine Frau ausspannen wollte. Er schämte sich immer noch dafür, ihn so beschuldigt zu haben.
Nach dem Essen half Akkirah Tilma beim Abräumen und anschließenden Abwaschen. Die Männer waren sitzen geblieben. Athis, der etwas länger geschlafen hatte, hatte sich nur noch dazugesetzt. Sie warteten bis Akkirah wieder da war, um dann zu sehen, wer was am heutigen Tag machen würde. Vilkas würde in der Methalle bleiben und bei bedarf Besucher Empfangen. Akkirah spürte, das er nicht begeistert davon war, aber das war halt das einzige was er tun konnte. Und sich dabei um die Buchführung kümmern. Er wusste das Akkirah die Arbeit nicht mochte und es nur immer ungern tat. Sie ergriff seine Hand, als er ihr diese Arbeit abnahm und sah ihn dankbar an. Farkas wollte im Hof ein wenig trainieren. Er meinte er wäre die letzten Tage etwas aus der Übung gekommen. Varis schloss sich ihm an. Athis wollte sich die bekannte Höhle unterhalb von Drachenfeste anschauen und schauen, ob die Gerüchte stimmten und sich dort wieder einmal Banditen eingenistet hatten. Akkirah wollte den Vormittag mit Vilkas verbringen. Am Nachmittag würde sie dann mit Skulvar, Lina und Frogar hoch nach Drachenfeste zum Jarl gehen, damit dieser die Adoption von Frogar genehmigte. Als Akkirah das ansprach wurde Vilkas still. Er hatte den Jungen wirklich sehr gerne. Akki legte ihre Arme um seinen Hals. „Es ist am Besten so, Vil, und ihr wisst es auch.“ Er seufzte. Sie hatte ja Recht, aber trotzdem fehlte ihm der Junge.
Der Vormittag verging recht ruhig. Niemand kam zu Besuch. So animierte Akkirah Vilkas regelmäßig aufzustehen und ein Stück zu gehen. Sobald er merkte es würde zu viel werden sollte er sich setzten. Vor dem Essen schaffte er es dann auch schon eine Runde in der Halle zu drehen ohne außer Atem zu geraten. Nach dem Essen setzte Vilkas seine Übungen fort. Eigentlich hätte er lieber ruhen sollen, aber sie hatte zwischendurch mit Varis abgesprochen, das wenn sie zum Jarl hochgehen würden, das er in der Zeit seine Pause machen sollte. Als Skulvar, Lina und Frogar kamen wurden erst mal alle begrüßte. Frogar lief als erstes zu Akkirah und fiel ihr um den hals. Dann ging er etwas schüchtern zu Vilkas rüber. Dieser versuchte zu lächeln und nahm den Jungen auch in den Arm. Akkirah erkannte wie schwer es Vilkas fiel. „Akkirah sagte ihr habt mich weiterhin lieb, auch wenn ich nicht mehr hier wohne.“ „Was denkt ihr denn von mir? Natürlich mag ich euch genauso wie vorher, mein Junge“ Als er das gesagt hatte fing Frogar wieder an zu strahlen. Auch das Lächeln von Vilkas war nun nicht mehr so verkrampft. Er sah, dass der Junge sich bei seinen zukünftigen Adoptiveltern wohl zu fühlen schien. Als sie aufbrechen wollten rief Akkirah zuvor nach Farkas, damit er Vilkas hinunter begleiten konnte. Diesmal sollte er die Treppen nicht alleine gehen, sondern Farkas sollte ihn da lieber tragen, auch wenn es Vilkas nicht passte.
Akkirah und die anderen gingen dann den Weg hoch zur Drachenfeste. Es war schon einige Zeit her, dass sie dem Jarl einen Besuch abgestattet hatte. Sonderlich wohl fühlte sie sich in der Drachenfeste eh nie. Der Eingangsbereich der Festung war meist von den beiden Kindern des Jarls beherrscht, die ständig im Streit lagen oder die Besucher von oben herab behandelten. Da ihre Mutter verstorben war, gab es auch niemanden außer den Dienern die sich richtig um die Kinder kümmerten. Ihr Vater wusste nicht so recht was mit ihnen anzufangen und hatte außerdem noch einen Haufen anderen Sorgen, wegen der Unruhen im Land.
Als sie vor den Jarl traten hatte der Vogt die Papiere schon bereit gelegt. Das Ganze war nur eine formale Sache. Da es keine Verwandten gab, die gegebenenfalls hätten Einspruch erheben können, ging alles schnell über die Bühne. Der Jarl fragte nur noch Frogar ob er diese Entscheidung aus freien Willen getroffen hatte und danach wurden die Papiere unterschrieben. Als das erledigt waren konnten die vier Besucher wieder gehen. Nun war Frogar offiziell der Sohn von Lina und Skulvar. Akkirah freute sich mit der neuen Familie. Am Gülden Grünbaum verabschiedete sie sich von den dreien und ging zurück nach Jorrvaskr.
Vilkas schlief noch. Sie hatte kurz nach ihm geschaut, wollte ihn aber nicht wecken. Der Vormittag war doch recht anstrengend für ihn gewesen. Akkirah hoffte, dass sie die nächste Zeit nicht wieder unerwartet getrennt werden würden, denn dann würde es bestimmt weitere Rückschläge oder Verlangsamungen bei Vilkas Wiederherstellungsprozess geben. Am Nachmittag war ein Kurier aus Falkenring gekommen. Aela und Nerena würden noch ein paar Tage dort verbringen. Und Torvar und Ria waren zurückgekommen. Beide strahlten bis über beide Ohren. Noch acht Tage und es sollte endlich soweit für die beiden sein. Ria fragte Akkirah, ob sie ihr in den nächsten Tagen bei den Vorbereitungen helfen könnte. Akkirah lächelte und nickte. So viele Leute sollten ja am Ende auch nicht kommen. Die Gefährten wären da, zu denen auch Vignar und Brill gehörten, Eorlund und Fralia, Charlotta und ihre Tochter, Frogar jetzt mit neuer Familie sollte dabei sein und ihre Eltern. Es war also eine überschaubare Gesellschaft.
Kurz vor dem Abendessen brachte Farkas Vilkas wieder hoch. Einmal am Tag Treppensteigen sollten vollkommen genügen, waren alle, mit Ausnahme von Vilkas zurzeit der Meinung. Der Abend stand zum größten Teil im Zeichen der Vorbereitungen wegen der Hochzeit. Trotzdem gingen alle zeitig zu Bett. Diesmal musste Akkirah Vilkas nicht mehr bitten, sich auch seines Hemdes zu entledigen.
Akkirah stand am nächsten Morgen früh auf. Heute wollte sie hinunter zu den Ställen gehen. Vilkas wollte sie nicht gehen lassen, aber Akkirah entschlüpfte ihm. Sie küsste ihn noch bevor sie ging und dann lief sie geschwind hinunter zu den Ställen. Fiinja begrüßte sie mit einem Schnauben. Daraufhin bekam sie wie gewünscht ihren Apfel. Dann machte sich Akkirah schnell an die Arbeit und säuberte die Box und fütterte die Stute. Vielleicht würde sie nach dem Mittag, wenn Vilkas etwas ausruhte eine Runde reiten können.
Als Akkirah wieder in Jorrvaskr ankam, war Vilkas schon oben in der Methalle. Varis hatte diesmal aufgepasst und dafür gesorgt das Vilkas die Treppen noch nicht hochging. Vilkas war über die Behandlung etwas ungehalten, hielt aber den Mund. Akkirah spürte den Unmut ihres Mannes. Nach dem Frühstück gingen Vilkas und Akkirah auf die Terrasse. Das Wetter war heute relativ gut. Hier konnte Vilkas Varis und Athis beim trainieren zuschauen und ihnen zu mindestens theoretische Tipps geben. Akkirah sorgte dafür das Vilkas regelmäßig ein eine kleine Runde um die Tische drehte. Sich aber zwischendurch immer wieder ordentlich ausruhte. Ria hatte sich zu ihnen gesellt. Sie hatte eine Liste dabei mit Dingen, die für das Festessen benötigt würden. Sie sprach diese Mit Akkirah durch und wollte dann noch vor Mittag gemeinsam mit Akki hinunter zu Charlotta um die Bestellung aufzugeben. Torvar war zwischenzeitlich mit Farkas im Trunkenen Jägersmann gegangen um dort die Getränke zu bestellen. Denn da hatte man immer große Vorräte lagern.
Als Akkirah und Ria bei Charlotta ihre Bestellung aufgegeben hatten und gerade am überlegen waren, wie die Vorräte hoch nach Jorrvaskr kamen, erbot sich Farkas diese hochzubringen. Charlotta nickte ihm dankbar zu, denn für sie alleine wäre es doch etwas viel geworden und wenn sie gleich Pelagia gefragt hätte die Vorräte nach oben zu bringen, hätte sie am Ende weniger dran verdient und sie konnte jede Septime als allein erziehende Mutter gebrauchen.
Zum Mittagessen waren alle wieder in der Methalle. Vilkas sah müde aus. Das regelmäßige Bewegen strengte ihn ziemlich an. Die Zeit in ihrer Abwesenheit hatte er ja immer nur das Nötigste gemacht und Varis konnte ihn nicht dazu bringen regelmäßig ein paar Schritte zu machen. Nach dem Essen begleitete Akkirah Vilkas nach unten. Sie blieb noch etwas beim ihm sitzen bis er einschlief. Dann ging sie wie geplant zu den Ställen und machte eine Ausritt mit Fiinja. Am Nachmittag blieben Vilkas und Akkirah oben alleine in der Methalle. Die anderen waren alle draußen. Akkirah fiel auf, das Vilkas wesendlich ruhiger beim laufen war, wenn sie alleine waren, als wenn andere in der Nähe waren. Er war dann nicht so verkrampft bei der Sache. Akkirah dachte eine Weile nach. Und als Vilkas sich zum pausieren auf eine Bank setzte gesellte sie sich zu ihm. „Vil, ich hätte da einen Wunsch“, fing sie vorsichtig an.
„Was möchtet ihr, mein Herz?“ Er sah sie ernst an. „Ich würde gern für einige Zeit nach Rifton ziehen.“ „Nach Rifton? Aber warum mein Herz?“ Damit hatte er jetzt nicht gerechnet.
„Ich möchte einfach nur alleine mit euch zusammen sein. Ohne Verpflichtungen anderen gegenüber. Dazu kommt, dass wir den See direkt vor der Haustür haben. Es würde euch gut tun jeden Tag etwas zu schwimmen.“ Vilkas wusste nicht so recht, was er davon halten sollte. Aber als er ihr in die Augen sah, konnte er ihr den Wunsch nicht abschlagen. „Wenn euch soviel daran liegt, werden wir nach Rifton gehen. Habt ihr euch schon Gedanken drüber gemacht wann wir dorthin gehen sollen?“ „Ich würde vorschlagen gleich nach der Hochzeit von Ria und Torvar könnten wir mit einer Kutsche hinfahren.“ „Dann lasst es uns so machen.“ Akkirah sah Vilkas an. „Aber wirklich nur, wenn es auch euer Wunsch ist.“ Er legte seinen Arm um sie. „Ich möchte, dass ihr Glücklich seid. Und wenn ihr dafür einige Zeit von hier wegwollt, dann machen wir es einfach.“ Er sah sie lächelnd an.
Die nächsten Tage bis zur Hochzeit verliefen ohne irgendwelche Besonderheiten. Aela und Nerena waren auch wieder zurückgekommen. Akkirah und Vilkas teilten den anderen mit, das sie nach der Hochzeit für unbestimmte Zeit nach Rifton ziehen wollten. Aela und Farkas würden in der Zeit dann im Wechsel sich um die Geschäfte von Jorrvaskr kümmern. Der Tag vor der Hochzeit wurde recht hektisch. Fast alle halfen mit bei den Vorbereitungen. Farkas brachte zusammen mit Charlotta die Essensvorräte hoch nach Jorrvaskr. Mila, die Tochter von Charlotta half dabei. Anschließend half Charlotta Ria noch beim Anpassen ihres Kleides, das sie extra für die Hochzeit hatte machen lassen. Ria wusste, das Charlotta eine gute Näherin war. All ihre Kleider sowie die von ihrer Tochter stelle sie selbst her. Akkirah und Vilkas halfen Tilma in der Küche bei den Vorbereitungen für das morgige Festessen. Alles was man schon am Vortag machen konnte, wie Gemüse schneiden und vorkochen wurde getan, damit morgen möglichst wenig an Arbeit nachblieb. Die Männer fingen an die Tische und Stühle in der Methalle umzustellen, so das alle an der großen Tafel Platz haben würden. Aela und Nerena hatten ein paar Blumen besorgt und stellen diese in Vasen beziehungsweise große Metkrüge damit die Halle etwas freundlicher aussah. Akkirah sah zwischendurch mal was Charlotta und Ria unten trieben. Die beiden hatten auf alle Fälle ein Menge Spaß bei ihrem Tun.
Als Akkirah wieder nach oben kamen, bekam sie die Nachricht, dass Rias Eltern eingetroffen waren. Sie wollten ihre Tochter gern noch einmal vor dem morgigen Tag sehen. Akkirah führt die beiden nach unten, weil Torvar sollte seine Braut ja noch nicht in ihrem Kleid sehen. Sie fanden dass ihre Tochter richtig hübsch in einem Kleid aussah. So kannten sie sie ja gar nicht. Sie bleiben noch eine weile und dann gingen sie in die beflaggte Mähre wo sie ein Zimmer genommen hatten. Die Fahrt war doch recht anstrengend gewesen und sie wollten sich noch etwas ausruhen.
Der nächste Tag begann mit strahlendem Wetter. Maramal war auch schon am Vortag eingetroffen, Er hatte sich im Tempel bei Danica einquartiert. Die beiden kannten sich recht gut. Man beschloss die Trauungszeremonie, die kurz nach der Mittagszeit stattfinden sollte, draußen auf der Terrasse durchzuführen. Akkirah musste dabei an ihre eigne Hochzeit denken und sie ergriff Vilkas Hand, der neben ihr saß fest. Dieser drückte sie fest und sah seine Frau lächelnd an. Nachdem Torvar und Ria ihren Treuschwur geleistet hatten konnte die Feier beginnen. Tilma hatte mit Hilfe von Nerena alles soweit vorbereitet. Das sich die Gäste nur noch setzten mussten und das Essen beginnen konnte. Akkirah stand zwischendurch immer wieder auf und half Tilma bei bewirten der Graste, so das auch Nerena und Tilma im Wechsel mal eine Pause bekamen. Das essen zog sich bis i den Späten Nachmittag hin, da immer zwischen den einzelnen Gängen immer wieder mal eine Pause gemacht wurde. Abends wurde dann etwas Musik gemacht und es konnte getanzt werden. Das Brautpaar machte den Anfang. Athis forderte Aela auf und Varis Nerena. Später tauschten alle die Partner durch. Akkirah sah dem Treiben im Arm von Vilkas zu. „Wollt ihr es nicht auch einmal versuchen, mein Herz“, fragte Vilkas sie. „Nein, Vil, ich tanze nur mit euch und sonst niemanden.“ Sie küsste ihn. Einen besondern Spaß bereitete es allen den beiden Kindern zuzuschauen. Frogar stolzierte wie ein Erwachsener zu Mila und verbeugte sich tief vor ihr um sie einmal zum Tanzen aufzufordern. Mila wurde rot, machte aber letztendlich mit.
Es war eine gelungene Feier geworden. Sie feierten fast bis in die Morgenstunden. Nur Skulvar, Lina und Frogar gingen schon zeitiger, denn sie mussten am nächsten Morgen ja wieder sehr früh aufstehen. Am folgenden Morgen kam dann erst mal das große Aufräumen an denen sich alle beteiligten. Bis zum späten Nachmittag waren sie fertig damit. Dann wurde noch mal kurz durchgesprochen wie die Aufgabenverteilung in den nächsten Wochen laufen würde. Akkirah und Vilkas würden nach Rifton gehen, Farkas und Aela im Wechsel sie Leitung in Jorrvaskr übernehmen und der Rest würde nach bedarf eingesetzt werden. nachdem das alles durchgesprochen war, konnten Akkirah und Vilkas am kommenden Tag nach Rifton aufbrechen. Kurz vor Mittag ging es dann los. Fiinja hatten sie hinten angebunden. Sie hatten sich von den Gefährten schon oben in Jorrvaskr verabschiedet. Farkas hatte Vilkas hinunter getragen, denn der Weg durch die Stadt war für ihn noch zu lang. So konnte er sich unten von ihnen verabschieden. Auch Frogar war da um sich zu verabschieden. Diesmal bettelte er nicht mitkommen zu dürfen. Jetzt hatte er ja glücklicherweise wieder eine eigene Familie. Als sich die Kutsche in Bewegung setzte winkten Farkas und Frogar Akki und Vilkas solange hinterher, bis sie sie nicht mehr sehen konnten. Akkirah hatte ihren Kopf an Vilkas Schulter gelehnt. In drei Tagen würden sie in Rifton sein.

CKomet

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Montag, 9. Juli 2012, 00:11

Die dreitägige Fahrt nach Rifton verlief ohne großartige Zwischenfälle. Nur wenn Vilkas mal die Kutsche verlies war es hinterher immer etwas schwierig wieder hineinzukommen, mit seinem Bein uns seinen Krücken. Aber mit Hilfe des Kutschers und Akkirah schaffte er es jedes Mal. Das Wetter unterwegs war sonnig und Warm. So konnten sie die Fahrt nach Rifton auch wirklich genießen. Als sie Rifton erreichten, brachte Akkirah zuerst Fiinja in die Ställe. Shadre hatte glücklicherweise ein gutes Händchen für Pferde und Fiinja ließ sich von ihm anfassen. Das war schon mal sehr gut. Sie ließ einen teil ihres Gepäcks erst mal auf der Kutsche. Das würde sie später abholen. Zunächst wollten sie und Vilkas erst mal ins Honigheim. Auf dem nicht befestigten Weg vor den Ställen hatte Vilkas leichte Probleme mit seinem Krücken, da diese etwas tiefer in den Boden eindrangen und somit es für ihn schwierig war sich vorwärts zu bewegen. Auf dem festen Untergrund ging es dann aber wieder. Vilkas war froh als sie das haus betraten und er sich erst mal setzen konnte. Während der Fahrt hatte er ja kaum Möglichkeiten sich regelmäßig zu bewegen, was sich dann natürlich konditionell auch wieder bemerkbar machte. Akkirah riss erst mal alle Fenster und Türen auf. Der Markt müsste noch eine Stunde aufhaben, so beschloss sie, bevor sie sich um da Gepäck kümmerte erst Mal dafür zu sorgen das sie etwas zu Essen bekamen und nicht in den Bienenstich zum Essen gehen mussten. Vilkas nickte als Akkirah ihm vorschlug so vorzugehen. Er hätte sich gerne etwas hingelegt, aber die Betten mussten erst mal etwas auslüften und Akkirah hatte die Decken und Laken erst mal fix draußen über die Brüstung der Terrasse gelegt, so blieb er auf dem Stuhl sitzen.
Akkirah ging zu Marisa zum Einkaufen. Diese freute sich, sehr Akkirah wieder zu sehen. Besonders, als Akkirah ihr noch drei der seltenen Eisgeistzähne gab, von denen sie wusste das Marisa sie zum Kühlen ihrer Waren brauchte. Als sie alles zusammen hatte ging sie noch schnell zu Balimund dem Schmied hinüber. Sie fragte, ihn, ob er ihr ein paar Krücken fertigen konnte, die in weichem Boden nicht unbedingt versinken würden. Balimund war etwas überrascht über diesen Wunsch, aber nachdem Akkirah ihm kurz erzählte, das Vilkas einen schweren Beinbruch hatte nickte er. Er bat Akkirah ihm schon mal eine der jetzigen Krücken zu bringen, damit er die neuen gleich auf die richtige Länge anpassen konnte. Akkirah bedanke sich bei ihm und wollte die eine noch am Abend zu ihm bringen. Dann lief sie schnell nach Hause. Vilkas war eingedöst. Akkirah beschloss ihn nicht zu wecken. Sie nahm eine der Krücken und brachte sie zu Balimund. Dieser versprach ihr sie könne sie am nächsten Morgen wieder abholen, mit den beiden Neuen. Akkirah freute sich darüber sehr. Sie hatte nicht damit gerechnet dass es so schnell gehen würde.
Dann rannte sie wieder schnell zurück ins Honigheim. Nicht das Vilkas aufwachte und sich wunderte wo seien zweite Krücke geblieben war. Sie hatte Glück, er döste immer noch vor sich hin. Akkirah weckte ihn um erzählte ihm, das sie bei Balimund war und ihm eine seiner Krücken gebracht hatte um ein zweites Paar anfertigen zu lassen, mit dem er auch in weichen Boden gehen konnte. Denn wie sollte er sonst hinunter zum See kommen können. Vilkas schüttelte nur den Kopf. Was würde er nur ohne sie machen?
Akkirah fing an das Essen vorzubereiten. Es würde einen einfachen Eintopf geben. nachdem sie alle zutaten in den Topf geworfen hatte, bat sie Vilkas ein Auge drauf zu haben, sie würde in der Zwischenzeit ihre Sachen, die noch auf der Kutsche waren holen. Sie stelle den zweiten Stuhl Nahe des Kochfeuers hin und half Vilkas dann hinüberzugehen. Mit einer Krücke war es für ihn doch etwas schwieriger. Dann lief sie schnell zu den Ställen, vor denen die Kutsche stand. Sie nahm den längeren Weg durch den Hinterausgang über die Terrasse, weil sie keine Lust hatte dumme Sprüche der Wachen sich anhören zu müssen. Als sie alle oben hatte war der Eintopf auch fast fertig. Da das es draußen immer noch schön war, beschlossen beide, auf der Terrasse zu sitzen. Als es auf Mitternacht zuging wurde es langsam kühler. Akkirah hatte zwischendurch schon die Betten frisch bezogen und wieder hineingebracht. So konnte sie dann sich auch gleich zu Bett begeben.
Am nächsten Morgen wurden Akkirah von dem hellen Licht geweckt, das durch die Fenster herein kam. Vilkas störte das nicht, er schlief friedlich weiter. Akkirah blieb noch ein Weilchen liegen, dann stand sie vorsichtig auf. Vilkas grummelte etwas vor sich hin, aber wurde nicht wach. Als Akkirah sich angekleidet hatte, wurde aber auch Vilkas wach. Sie küsste ihn und sagte ihm, dass sie schnell zu den Ställen gehen würde. Anschließend könnten sie dann frühstücken und überlegen wie sie den Tag verbringen wollten. Vilkas nickte schläfrig und Akkirah machte sich auf den Weg. Bei den Ställen traf sie Shadre der dabei war die Boxen frisch einzustreuen. Er fragte, sie, wieso sie Adelante denn nicht mehr hätte, so ein gutes Tier würde man doch nicht einfach fort geben. Akkirah wurde blass bei der Frage. Aber Shadre wusste ja nicht was passiert war. Mit Tränen in den Augen erzählte Akkirah was passiert war und Shadre hatte hinterher ein schlechtes Gewissen Akkirah so drauf angesprochen zu haben und entschuldigte sich dafür. Akkirah versuchte zu lächeln. Damit war das Thema für sie dann auch hoffentlich durch. Als sie mit ihrer Arbeit fertig war ging sie wieder hoch. Sie bereitete das Frühstück vor und half dann Vilkas nach draußen auf die Terrasse.
Nachdem sie fertig waren, wollte Akkirah zu Balimund gehen und schauen wie weit er mit der Sonderanfertigung war. Vilkas beschloss sie zu begleiten. Er wusste, dass am Markplatz bei der Schmiede eine Bank stand, wo er sich erst mal ausruhen konnte. Akkirah staunte, denn bisher war Vilkas nur ungern in Gegenwart von anderen gelaufen. Aber das hier war nicht Weißlauf, sondern Rifton da schienen anderen Gesetzte zu herrschen, auch was die Gefühlswelt von Vilkas anging. Akkirah lächelte. Es war wirklich eine gute Idee gewesen herzukommen. Vilkas legte seinen linken Arm um Akkirahs Schulter und rechts nutzte er die Krücke. So gingen sie dann langsam hinüber zu Schmiede von Balimund. Vor der Schmiede half Akkirah Vilkas sich vorsichtig auf die Bank zu setzten. Balimund war noch im Haus, so setzte sich Akkirah zu ihren Mann und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Sie saßen noch nicht lange so da, als sie Balimund aus seinem Haus kommen sahen. „Oh, ihr seid schon da“, grinste er, wartet einen Moment ich muß noch mal kurz hinein um eure Bestellung heraus zu holen. Er verschwand geschwind wieder und kam eine Minute später mit drei Krücken zurück. An den beiden Neuen hatte er unten jeweils einen ca. zehn Zentimeter großen Metallteller angebracht, mit dem die Krücken bei Belastung nicht im tiefen Boden einsinken würden. Sie bedankten sich bei Balimund für die schnelle gute Arbeit und bezahlten ihn. Vilkas nahm erst mal seine normale zweite Krücke und ging zum Stand von Madesi. Akkirah wunderte sich darüber. Als sie an den Stand kamen fragte Vilkas nach dem Rubinstirnreif den Madesi in seiner Auslage hatte. der Rubin war etwas besonderes, denn er war nicht dunkelrot, sondern schimmerte mehr orange farbend. „ Eine gute Wahl, mein Herr“, sagte Madesi. Vilkas nickte, “Er passt hervorragend zu den Augen meiner Frau, wie ich finde.“ Er kaufte ihn und nahm Akkirah ihren jetzigen ab und legte den neuen an. „Vil, ihr seid verrückt, das war doch viel zu teuer.“ „Ja, mein Herz, ich bin verrückt, nach euch und für euch ist nichts zu teuer.“ Akkirah viel ihm um den Hals. Sie wusste nicht was sie sagen sollte. Dann begaben sie sich zurück zu ihrem Haus. Vilkas merkte erst jetzt, wie anstrengend der besuch auf dem Markt für ihn doch gewesen war. Er legte sich erst mal etwas hin. Akkirah bereite in der Zeit schon mal das Mittag essen vor. Danach stellte sie sich etwas auf die Terrasse und genoss die warme Sonne und den Ausblick auf den See. Als sie sich anschließend aber noch mal die Treppe, die hinunter zum Steg führte ansah, bekam sie es doch ein wenig mit der Angst zu tun. Irgendwie hatte sie diese nicht so Steil in Erinnerung. Sie nahm einen der Stühle und trug ihn nach unten, damit wenn Vilkas hinunterging sich anschließend erst mal ausruhen konnte.
Dann weckte sie Vilkas und gemeinsam aßen sie erst mal. Die Reste würde es dann am Abend geben. nachdem sie sich gestärkt hatten wollten sie es einfach mal wagen, die Treppe hinunter zu gehen. Akkirah ging schritt für schritt Rückwärts vor Vilkas um ihn im Notfall stützen zu können. Aber das war unnötig. Er gelang ohne Schwierigkeiten hinunter. Unten bestand Akkirah aber trotzdem erst mal darauf dass er eine Pause machen sollte. Nach einer Viertelstunde testeten sie dann mal die extra von Balimund angefertigten Krücken, die Akkirah mitgenommen hatte. Sie hatten auf der Unterseite noch ein paar zusätzliche Stifte die im Boden halt gaben, so dass die Teller nicht rutschen konnten. Vilkas nickte. Es funktionierte hervorragend. Sie bleiben den Nachmittag unten am See. Auf einem alten dicken umgefallen Baumstamm, der bis ins Wasser ragte, konnte Vilkas gut sitzen.
Akkirah hatte das Gefühl die nächsten Tage würden wie im Flug vergehen. Vilkas machte großartige Fortschritte. Die Strecken die er nun gehen konnte ohne Pause machen zu müssen wurden immer größer. Akkirah achtete aber auch immer darauf, dass er sich übernahm und zwang ihn oftmals, eine Pause einzulegen, obwohl er weitergehen wollte. Nach einer Woche gingen sie das erste Mal richtig ins Wasser zum Schwimmen. Vilkas lehnte seine Krücken an den Baumstamm und humpelte auf einem Bein, sich an dem Stamm haltend ins tiefere Wasser. Akkirah blieb direkt neben ihm um ihn bei Bedarf zu aufzufangen oder zu stützen. Anfangs war Vilkas noch recht unsicher und hatte etwas Angst unterzugehen, aber Akkirah war stets an seiner Seite und ein paar Tage später konnte er schon eine längere Strecke schwimmen. Er merkte wie gut es ihm tat, sich im Wasser zu bewegen und seine Muskeln wurden auf diese Art langsam auch wieder kräftiger. Solch Fortschritte hätte er in Weißlauf in so kurzer Zeit nie geschafft. Nun fing er auch langsam an Gewicht auf sein krankes Bein zu legen. Anfangs tat es ihm dabei noch höllisch weh, aber auch der Schmerz verging bald. Sie konnten nun auch schon wieder das kleine Boot benutzten das unten am Anleger lag. Vilkas konnte nun schon recht sicher auch auf wackeligen Untergrund halt finden. Und so ruderte sie häufig wieder zu ihrer kleinen Insel im See.

CKomet

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Montag, 9. Juli 2012, 00:11

Als sie eines Abends auf der Terrasse nach dem Abendbrot saßen, und Vilkas Akkirah im Arm hielt, sagte er mal wieder zu ihr : „Mein Herz, was würde ich nur ohne euch machen. Ohne euch konnte ich nicht mehr sein.“ Sie nahm plötzlich seine Hand und legte sie auf ihren Bauch. Dann sagte sie ganz leise: „Und wir können und wollen nicht ohne euch sein, Vil.“ Im ersten Moment hielt er die Luft und glaubte sich verhört zu haben. Dann sah er sie an. „Wir?“ „Ja, Vil, wir.“ „Heißt das…“, er wusste nicht was er sagen sollte und starrte Akkirah nur ungläubig an. „Ja, das soll es heißen, wenn ich mich nicht irre. Genau werden wir es wohl in einem Monat wissen.“ Vilkas schwieg weiterhin. Akkirah bekam es da dann doch ein wenig mit der Angst zu tun. „Vil, sagt was, sagt doch nur irgendwas.“ „Wird es ein Junge oder ein Mädchen?“ Akkirah konnte nicht anders und fing laut an zu lachen, „Vil, ihr seid unmöglich.“ „Nein, mein Herz, ich bin einfach nur in euch verliebt.“ Er drehte sie um und zog sie an sich und küsste sie.
In dem Moment hörten sie eine Stimme. „Tut mir leid, ich wollte euch Turteltäubchen nicht stören. Aber ich dacht mir, schau mal vorbei wie es euch geht, da ihr es ja nicht schafft, mal runter zu kommen.“ Brynjolf grinste wie gewohnt frech.
„Bryn“, Akkirah sprang auf und begrüßte den Chef der Diebesgilde, der am Treppenaufgang stehen geblieben war. Auch Vilkas stand auf und ging mit Hilfe seiner Krücken zu dem unerwarteten Gast um ihn zu begrüßen. „Oh“, Brynjolf ging Vilkas entgegen. „Ich wusste nicht das ihr Verletzt seit. Dann wäre ich direkt zu euch gegangen. Aber damit wäre dann auch geklärt, warum ihr uns noch nicht besucht habt.“
„Wollt ihr euch nicht setzten, Bryn?“ fragte Akkirah. „Ich hole etwas zu trinken raus.“ „Warum nicht, um diese Zeit sollten sich ja sonst kaum noch jemand hier draußen rum treiben und mich bemerken. Aber erzählt, was ist passiert? Manche Dinge bekommen wir ja nun auch nicht mit.“
Vilkas begann zu erzählen, was geschehen war, während Akkirah Nachschub an Getränken nach draußen holte. Für Vil und Brynjolf hatte sie von dem guten Schwarzdorn-Met ein paar Flaschen geholt, denn sie ahnte es würde eine lange Nacht werden und für sich selbst etwas kalten Tee. Akkirah war immer noch erstaunt, wie gut sich Vilkas und Brynjolf verstanden. Das war ja mal ganz anderes gewesen. Als Vilkas mit seiner Erzählung zu Ende war, sah er Akkirah fragend an. ‚Wollen wir es ihm sagen?’ Akki schüttelte den Kopf. Sie fand es noch zu früh. Akkirah fragte Brynjolf stattdessen, wie es unten in der Diebesgilde lief. Sie erfuhren, dass es dort sehr Betriebsam war. Langsam füllte sich ihre Schatzkammer wieder, und man fürchtete die Diebesgilde weiterhin in der ganzen Stadt und Umgebung. Das freute Akkirah zu hören, denn sie gehörte ja einige Zeit zu ihnen und damals sah es alles andere als rosig bei den Dieben aus. Kurz vorm Morgengrauen verabschiedete sich Brynjolf von den beiden. Vilkas und Akkirah gingen hinein und legten sich ins Bett. Vorsichtig strich Vilkas über ihren Bauch. „Kann es uns schon hören?“ „Ich weiß es nicht, aber ich glaube es spürt dass wir beide da sind.“ „Versprecht mir gut auf euch aufzupassen und nichts zu tun, was euch oder unserem Kind schaden könnte.“ „ Vil, niemals würde ich absichtlich so etwas tun.“ Sie nahm ihn in den Arm. Dann schlief sie auch schon ein.
Am nächsten Morgen war Vilkas vor ihr wach. Er hatte Frühstück gemacht und es ihr ans Bett gebracht. “Vil…“, weiter kam sie nicht. Er hatte ihr den Finger auf den Mund gelegt. „Ihr müsst euch nun schonen und ich kümmere mich so gut ich kann um euch.“ „Vil, ich bin nicht krank, Ich bin nur ein bisschen Schwanger. Da brauche ich mich noch nicht zu schonen.“ „Aber ich muß doch irgendwas für euch tun.“ „Werdet einfach nur schnell wieder gesund, mein Liebster, ich brauche eine kräftigen Mann an meiner Seite, wenn ich in einigen Monaten etwas unförmig werde. Und nun kommt, setzt euch zu mir und wir essen erst mal das was ihr gezaubert habt.“ Er tat wie ihm geheißen und nachdem sie fertig waren war es Akkirah, die das Tablett wieder wegbrachte. „Und nun kommt. Ich habe heute etwas Besonderes mit euch vor, mein Liebster. Vilkas schüttelte den Kopf, was mochte sie nun schon wieder ausgeheckt haben? Akkirah packte ein paar Klamotten ein und dann gingen sie hinunter zum See. „Warte hier“, bat sie ihn und verschwand bei den Ställen. Kurze Zeit später kam sie mit Fiinja, die mit einem leichten Fellsattel gesattelt war, zurück. Sie hatte die Stute schon öfters mitgebracht, damit sie Vilkas kennen lernen konnte. Sie hatte vor ihm nie irgendwelche Anzeichen von Furcht gezeigt, worüber Akkirah sehr froh war. „Heute versuchen wir mal ein wenig auf dem Pferd zu sitzen, Vil.“
„Bitte, wie soll ich da denn hochkommen, mein Herz?“ „Das lasst mal meine Sorge sein“, grinste sie. „Als erstes ab ins Wasser mit euch.“ Er wollte sich ausziehen, aber Akkirah hielt ihn zurück. „Es ist besser ihr behaltet eure Sachen an.“ Erstaunt sah er sie an. Aber sie ging dann mit ihrer leichten Kleidung, die sie angezogen hatte vor in das Wasser. Fiinja folgte ihr. „Was ist mit euch, Vil? Muss ich euch erst holen?“ Vil schüttelte den Kopf und ging bei dem Baumstamm, der ins Wasser ragte wie immer hinein. Als sie ihm tieferen Wasser waren kletterte Akkirah auf den Rücken der Stute. „und nun ihr Vil“. Sie reichte ihm die Hand und half ihm hinauf. Es war ein komisches Gefühl nach so langer zeit wieder auf einem Pferd zu sitzen und dann noch im Wasser. Als er fest saß lenkte Akkirah die Stute ans Ufer. Vil klammerte sich an Akkirah fest, denn er fühlte sich etwas unsicher. „Und ihr wisst, was ihr tut, mein Herz?“ „Ja, ich würde sagen, wir machen einen kleinen Ausritt.“ Sie ließ die Stute im Schritt zum Sonnenhof gehen und dann kehrte sie auch gleich wieder um. Im tieferen Wasser stiegen sie beide wieder ab. „und? War es schlimm?“ „Nein, es war wundervoll, mein Herz. Aber ist es eine gute Idee, jetzt wo ihr….“ „Vil, wollt ihr mich jetzt bei jeder Gelegenheit fragen, egal was ich mache, ob es gut, Sinnvoll oder was weiß ich ist?“ sie seufzte. „Hätte ich das gewusst hätte ich noch nichts gesagt.“ „Mein Herz, es tut mir leid“, Vilkas nahm sie traurig in die Arme. “Aber ich weiß nicht wie ich nun mit euch umgehen soll. Ich bin ja noch nie Vater geworden.“ „Sie küsste ihn. „Irgendwie werden wir das schon hinbekommen. Erst mal würde ich aber sagen, machen wir ganz normal weiter, wie immer. Und als erstes sollten wir nun erst mal aus den nassen Klamotten raus, sonst fangen wir uns beide noch eine Erkältung ein, und das ist bestimmt nicht gut für uns drei. In der Tasche am Baumstamm habe ich trockne Kleidung rein getan.“ Sie schwammen gemeinsam zum Baumstamm, wo Akkirah Vilkas half zum Ufer zu gelangen. Finja begab sich auch ans Ufer und begann zu grasen. Noch im Wasser hatte Akkirah ihr die Zügel abgeschnallt, damit sie sich darin nicht verfangen konnte. Nachdem sich beide umgezogen hatten legten sie sich nebeneinander einfach in die Sonne und schliefen ein. Ein schrilles Wiehern weckte beide. Akkirah schreckte hoch. Sie sprang sofort auf zum Baumstamm wo sie ihren Bogen und ihr Schwert, das sie immer bei sich hatte abgelegt hatte. Eine riesige Frostspinne war bis ans Seeufer vorgedrungen. Vilkas war zwischenzeitlich auch wieder auf den Beinen, konnte aber nichts anderes machen, als sich zum Baumstamm zurückzuziehen. Mit seiner Krücken hätte er keine Chance gegen das Monster. Akkirah brauchte glücklicherweise nur eine Schuss um die Spinne ins jenseits zu schicken. Sicherheitshalber jagte sie aber noch einen zweiten Pfeil in den toten Körper. Dann ergriff sie ihr Schwert und ging zu dem toten Tier. Fiinja war hinauf zu den Ställen gelaufen, wo sie sich sicher fühlte. Das war Shadre merkwürdig vorgekommen und so hatte er eine der Torwachen gebeten ihn zum Ufer hinab zu begleiten um zu schauen was dort los war. Als sie die tote Riesenspinne sahen fluchte Shadre. Wenn eine jetzt schon so dicht an die Stadt ran kam, würden andere bald folgen. Man sollte etwas dagegen unternehmen. Akkirah sah Vilkas an. „Er hat Recht Vil. Die Umgebung sollte abgesucht werden und die Spinnen müssen getötet werden. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ihr allein hier unten gewesen wärt.“ Akkirah lief ein eisiger Schauer über den Rücken. Sie fiel Vilkas zitternd in die Arme. Vilkas fuhr ihr durchs Haar. „Keine Angst, mein Herz. Ohne euch komme ich hier nicht runter. Aber das zeigt mir, das ich wohl auch langsam anfangen sollte wieder Waffen in die Hand zu nehmen. Mit einem Bogen kann man auch im Sitzen aus was erreichen. Und durch das Rudern sind meine Arme denke ich schon wieder kräftig genug geworden um eine halten zu können. Wir wollten hier unten eine Zielscheibe aufstellen. Was meint ihr dazu mein Herz?“ Akkirah nickte. „Lasst uns das morgen in Angriff nehmen.“ Sie schwieg eine Moment. „Trotzdem würde ich zuvor noch lieber die Umgebung durchkämmen und schauen ob noch mehr diese Kreaturen sich hier rum treiben oder ob das ein verirrtes Tier war.“ Vilkas sah sie ernst an. Er wusste, dass er ihr das nicht ausreden konnte und so nickte er schließlich. „Aber ihr müsst mir versprechen vorsichtig zu sein.“ „ Das verspreche ich euch.“
Für diesen Tag hatten beide genug Aufregung. Vilkas begleitete Akkirah zu den Ställen. Sie kamen nur langsam vorwärts, da der weg hoch recht steil war. Dort angekommen sattelte Akkirah Fiinja ab und brachte sie in ihre Box, wo Vilkas ihr noch ein paar Äpfel gab. Da sie nun schon oben waren, beschlossen sie durch das Stadttor in die Stadt zu gehen. „Was haltet ihr davon heute im Bienenstich zu essen? Der Fisch den Keearva zubereitet ist immer ein Gedicht“ Akkirah sah Vilkas an. „Hört sich gut an. lass uns das machen.“
Später gingen sie dann hinüber in ihr kleines Häuschen und machten es sich für den Rest des Abends drinnen gemütlich, denn es war ein Gewitter aufgezogen und sie könnten nicht draußen sitzen.
Der Nächste Morgen begann neblig. Akkirah hatte beschlossen liegen zu bleiben, denn sie war irgendwie müde. Vilkas hielt sie dabei fest in seinem Armen. Als die Zeit kam, das die Marktstände aufmachten, standen dann beide auf. Gemeinsam kauften sie ein. Vilkas konnte nun schon auf kurzen Strecken Akkirahs normales Tempo mithalten. Sie schaute aber immer ob er sich dabei nicht übernahm. Sie waren nun schon fast einen Monat in Rifton. Akkirah hoffte, das Vilkas in den nächsten drei Monaten soweit wieder hergestellt war, das sie zurück nach Weißlauf konnten. Auf den Weg dorthin würde sie gerne in Ivarstadt halt machen und endlich den langen weg hinauf zu den Graubärten absolvieren. Sie hatte dieses Vorhaben immer wieder aufgeschoben, aber nun wollte sie es hinter sich bringen. Und zwar noch bevor ihr Kind zur Welt kam und sie es durch so eine anstrengende Tour in Gefahr brachte. Und sie wollte es gemeinsam Mit Vilkas machen. Sie fürchtete sich immer noch vor dem was sie dort erfahren könnte. Aber ein Leben in Ungewissheit war noch schlimmer, besonders wenn sie nicht wusste inwiefern es ihr Kind beeinflussen könnte. Vielleicht hätte sie doch noch warten sollen, bevor sie die Kräuter absetzte. Aber nun war es zu spät. Jetzt musste sie sich dem Stellen. Vilkas bemerkte ihre grüblerische Stimmung. „ Was habt ihr, mein Herz? Fühlt ihr euch nicht wohl?“ Sie schüttelte den Kopf. „ Es geht mir gut. Ich habe nur über unsere Zukunft nachgedacht.“ Sie erzählte ihm was ihr durch den Kopf gegangen war. „Wir werden gemeinsam da hochgehen und herausfinden was es mit diesen Drachen auf sich hat, mein Herz. Aber nun lasst uns zurückgehen und Frühstücken. Ihr müsst schließlich für zwei essen.“ „Wollt ihr, dass ich bald durch die Gegend rolle? Und dem armen kleinen Wurm in mir schwindelig wird?“ Bei der Vorstellung mussten beide lachen. Das Wetter blieb den ganzen Tag neblig und grau. So drehten Akkirah und Vilkas mehrmals eine Runde durch die Stadt.
Auch die nächsten Tage blieb das Wetter regen verhangen. Akkirah schob ihre Spinnenjagd daher noch auf. Bei so einem Wetter verkrochen sich diese Tiere sehr gerne und waren schwer aufzufinden. So gingen Akkirah und Vilkas halt täglich mehrmals durch die Stadt. Hinten herum bei der Stadtmauer, waren sie auch meist ungestört, da dort selten jemand entlang ging. Die Meisten zogen es vor den Hauptweg am Kanal zu nutzen.
Als sie den einen Nachmittag sich zu ihrer Runde aufmacht, trafen sie vor dem Bienenstich einen Kurier. Er hatte einen Brief für sie dabei. Akkirah und Vilkas beschlossen noch mal umzudrehen und erst lesen, was in Jorrvaskr los war. Sie schrieben regelmäßig und bekamen genauso häufig Nachrichten zurück. In Weißlauf war alles ruhig. Die Gefährten hatten genug zu tun du Aela und Farkas wechselten sich wie vorher abgesprochen war ab, was die Führung der Gefährten anging. Frogar hatte sich bei Skulvar und Lina gut eingelegt. Er kam aber immer noch regelmäßig hoch in die Methalle um mit den Gefährten ab und an den Schwertkampf zu üben, oder wenn Ria da war, mit ihr zu lernen. Lina und Skulvar konnte gerade mit ach und krach lesen und ihm daher kaum noch was beibringen. Jervar der Stallbursche war aus Cyrodiil zurückgekehrt. Allerdings hatte er angekündigt, das er bald Endgültig zurück ins dorthin ziehen würde. Er hatte dort ein Mädchen kennen gelernt und würde sie gerne Heiraten, Allerdings wollte sie nicht mit ihm nach Himmelsrand kommen und er hatte in der Stadt wo sie lebte, schon einen Stall gefunden, in dem er zukünftig arbeiten konnte. So war Skulvar nun auf der Suche nach einen neuen Stallburschen.
Nachdem Akkirah und Vilkas den Brief gelesen hatten, beschlossen sie erst mal ihren Spaziergang zu machen. Sie würden später antworten. Der Kurier würde nicht vor morgen früh zurück nach Weißlauf gehen. Wie gewohnt gingen sie gemütlich hinten um die Häuser an der mauer entlang. Beim Friedhof machten sie eine kurze Pause. Akkirah war versucht mit Vilkas hinab in die Zisterne der Zersplitterten Flaschen zu gehen, aber da er noch keine Leitern klettern konnte, war das keine gute Idee. Abgesehen davon könnte es auffallen wenn Spuren dorthin führen und nicht wieder weg, besonders wenn diese eindeutig jemanden zuzuordnen waren, wie die Abdrücke die Vilkas Krücken hinterließen. Vilkas ahnte was in ihr vorging. „Ihr könnt jederzeit zu ihnen hinunter gehen und sie besuchen, wenn ihr es möchtet, mein Herz.“ „Nicht ohne Euch, mein Liebster.“ Sie schlang ihre Arme um ihn. So standen sie einige Zeit Nahe der Mauer da. Plötzlich drehte sich Vilkas um “Hey, ihr Göre, kommt sofort zurück.“ Akkirah sah wie ein kleines Mädchen davonlief. Sie hatte versucht aus Vilkas Gürteltasche, die er immer bei sich trug, denn sie wussten ja nie, ob sie nicht doch spontan auf die Idee kamen noch etwas zu kaufen, das Gold zu stehlen. Akkirah hatte Vilkas losgelassen und war dem Mädchen hinterher gestürmt. Die Kleine hatte nicht damit gerechnet das Akkirah so flink war und hatte keine Chance ihr zu entkommen. Akki erwischte das Mädchen am Arm. „Bitte tut mir nichts“, weinte sie. Die kleine hatte leuchtend rote kurze Haare. Sie wirkte im ersten Moment wie ein kleiner Junge. Sie mochte vielleicht 12 maximal 13 sein. „ Was soll ich denn nun eurer Meinung nach mit euch machen?“ fragte Akkirah sie. „ Bitte lasst mich einfach laufen. Ich werde euch auch nie wieder bestehlen. Das verspreche ich euch.“ Akkirah stand da und wusste nicht was sie tun sollte. Sie sah Vilkas langsam näher kommen. Er schaute recht grimmig drein. „Wir sollten sie der Wache übergeben“, meinte er, als er näher gekommen war. „Sollen die sehen, was sie mit ihr machen.“ „Nein, bitte übergebt mich nicht der Wache. Die stecken mich ins Gefängnis, und dann kann ich meinem Bruder nicht mehr helfen. Und dann stirbt er.“ Sie stand vor Angst zittern da und weinte „Ganz ruhig Kleine, und dann erzählt warum euer Bruder sterben sollte.“ „Akki, sie will dich doch nur überreden sie laufen zu lassen und tischt dir eine herzzerreißende Geschichte auf.“ Akkirah warf Vilkas einen scharfen Blick zu, der ihn zum Schweigen brachte. „Fangt an, Mädchen.“
„Mein Bruder hat sich vor der Stadt in einer Höhle versteckt. Er kann nicht laufen, weil er verletzt ist und braucht Medizin. Brynjolf sagte, wenn ich…“ Erschrocken hielt sie ihre Hand vor den Mund als sie den Namen aussprach und fing wieder an zu weinen. „Vielleicht sollten wir beide ihm einen Besuch abstatten“, meinte Akkirah „Er wird mich umbringen, weil ich ihn verraten habe…“ „Dann erzählt weiter.“ Also Brynjolf sagte wenn ich eine gewisse Summe an Gold zusammenbekomme, dann würde er mir die Medizin besorgen.“ Wie habt ihr Brynjolf kennen gelernt?“ „Er hatte mich auf dem Markplatz beobachtet, als ich an einem Stand etwas zu essen klaute und dabei nicht gesehen wurde. Dann sprach er mich an und sagte ich könne für ihn arbeiten. Er würde dafür sorgen das ich genug Gold bekomme um auch für meinen Bruder zu sorgen.“ Akkirah wusste nicht was sie davon halten sollte. Es sah Brynjolf ähnlich, sich eine kleine Diebin, die möglicherweise Potential hatte, für sich zu gewinnen. Aber Akkirah fand, das das Mädchen noch zu jung war. Aber sie wusste auch das sie sonst wohl kaum andere arbeit bekommen würde. So würde nur das Waisenhaus bleiben, und das war schlimmer als alles andere. Und was war mit ihrem Bruder? Akkirah kniete sich vor dem Mädchen nieder. „Wo ist euer Bruder?“ „ Er ist in einer Höhle nahe der Stadt. Er braucht Medizin, er wurde von einer Frostbisspinne verletzt, als wir die Strasse entlang zogen. Er hat versucht mich zu verteidigen und dabei bekam er einen Hieb einer ihrer Vorderbeine ab. Wir konnten mit knapper Not fliehen, weil sich ein Bär einmischte, aber dann entzündete sich die Stelle. Er braucht dringen Medizin, sonst stirbt er.“ „Wo ist die Höhle?“ Das Mädchen beschrieb es ihr. „Vil, bringt sie zu uns nach Hause.“ Ihre Stimme ließ keinen Widerspruch zu, das wusste er. „und was werdet ihr tun“, fragte er und in seiner Stimme klang Besorgnis. „Ich werde die Höhle aufsuchen. Aber ich werde mir Hilfe mitnehmen. Ich hoffe Saphir und Vipir sind da.“ Vil nickte. Er kannte die beiden und wusste das Akkirah einiges auf sie hielt.
Dann gingen er und das Mädchen. Akkirah ging zurück zum Friedhof und betrat durch den Geheimgang die Zisterne der Diebe. Die anwesenden staunten nicht schlecht, als sie Akkirah sahen. Brynjolf war auch anwesend und kam ihr sogleich entgegen. „ Was macht ihr hier, Mädchen, solltet ihr nicht bei Vil sein?“ „Ich brauche eure Hilfe, Bryn. Wir haben eure kleine Diebin erwischt, als sie Vil die Tasche leeren wollte.“ „Verdammt, ich habe sie für besser gehalten…“ „Sie ist zu jung und sie hat viel zu viel Angst um ihren Bruder.“ „Ich würde ihr gerne helfen, aber ich kann es nicht alleine tun. Naja, könnte schon, aber ich habe Angst es alleine zu machen.“ „Ihr habt Angst? Das sieht euch aber gar nicht ähnlich, Mädchen.“ „Ich erwarte ein Kind, Bryn. Und ich habe schon mal eines verloren. Ich möchte das nicht noch mal durchmachen und ich denke auch Vil würde durchdrehen, wenn mir etwas passiert. Und bis ich jemand von den Gefährten geholt habe kann es schon zu spät sein.“ „Ich werde euch helfen, Mädchen.“ Er sah sie besorgt an. „Rune und ich werden euch begleiten.“ Er rief nach Rune. „Ihr sollte euch aber noch umziehen. In der Rüstungskammer sollte sich sicherlich etwas Passendes für euch finden. Und die eine oder andere Waffe findet sich da sicherlich auch.“ Akkirah fiel Brynjolf um den Hals. „Ich danke euch.“ Nachdem Akkirah sich mit einer leichten Lederrüstung, einem guten Bogen und einem soliden Einhänder ausgerüstet hatte, gingen die drei zunächst in die zersplitterte Flasche, wo Akkirah kurz die Anwesenden begrüßte, um dann durch einen weiteren Geheimgang, nach draußen, außerhalb der Stadt zu gelangen. Sie fanden die Höhle anhand der Beschreibung die das Mädchen abgegeben hatte. ein war mehr ein loch als eine höhl, aber mit einem sehr kleinen Eingang so das große Tiere sie nicht als Wohnstätte benutzt haben. In der Höhle lag ein Junge der gut 16 oder 17 war. Er war bewusstlos. Akkirah erkannte, das er wenn er nicht bald ein Gegenmittel bekam, sterben würde. Sie hatte nichts Passendes dabei. „Wir müssen ihn ins Honigheim bringen.“ Bryn und Rune nickten. Rune nahm den Jungen hoch und trug ihn. Draußen wurde es glücklicherweise langsam dunkel. Das Wetter trug sein Teil dazu bei, das die vier ungesehen zu Akkirahs Haus gelangte. Sie brachten den Jungen rein. Als Das Mädchen ihren Bruder sah schrie sie kurz vor Freude auf, die aber sofort in Angst umwandelte, als sie Brynjolf sah. „Habt keine Angst, meine Kleine“, sagte Akkirah, „Bryn ist ein guter Freund von mir und wird euch schon nichts tun.“ Bryn grinste: „Nun, wenn das Mädchen das sagt muß es wohl stimmen.“ Vil der erleichtert war, Akkirah wieder zusehen war begrüßte dann erst mal Bryn und Rune. Er bat beiden einen Met an, wozu diese nicht nein sagten. Akkirah bat Rune aber noch, den Jungen nach untern zu tragen in das kleine Gästezimmer. Als Rune wieder hochgegangen war, kümmerte sich Akkirah um die Wunde des Jungen, sie bat das Mädchen, das wie es ihr zwischenzeitlich gesagt hatte. Lana hieß, von oben eine Schüssel mit heißen Wasser und zu holen. Angstvoll ging sie nach oben, aber sie tat wie ihr geheißen. Vilkas kochte etwas Wasser und füllte es ihr in eine Schüssel, dann verschwand sie wieder nach unten. Akkirah hatte dem Jungen schon mal das Hemd ausgezogen. Die Spinne hatte ihn am rechten Arm erwischt, aber die Schwellung durch das Gift zog sich schon bis zur Schulter hoch. Akkirah sah sich in ihrem kleinen Labor um, ob sie passende Zutaten hatte um das Fortschreiten der Schwellung zu verhindern. Sie nahm etwas Wasser aus der Schüssel, tat ein paar Kräuter hinzu und flösste sie dem Jungen ein. Sie hoffte damit ein fortschreiten der Entzündung einzudämmen. Dann schnitt sie die Wunde die sich entzündet hatte auf und ließ das Sekret das sich darin gebildet hatte abfließen. Das Mädchen stand mit bleichen Gesicht neben ihr und hielt die kleine Schale die Akkirah ihr gegeben hatte unter die nun offene Stelle. Als der größte teil ausgelaufen war nahm Akkirah eine Flasche des guten Altoweins und goss sie über die Wunde. Danach verband sie sie mit sauberen Tüchern. Dann nahm sie das Mädchen bei der Hand und ging mit ihr nach oben. Sie säuberte schnell die kleine Schale und wusch sich selbst die Hände und auch die des Mädchens und ging dann zu den Männern, die sich es in der Küche gemütlich gemacht hatten. „Ihr müsst vor ihnen keine Angst haben“, sagte sie zu der kleinen die tapfer versuchte zu nicken. „Ich habe getan was ich tun konnte, wir müssen nun abwarten. Ich möchte mich nochmals bei euch beiden bedanken, Bryn und Rune. Es müsste noch genug Eintopf da sein. Ich würde mich freuen wenn ihr noch etwas bleibt. „Da sagen wir doch nicht nein, oder Rune?“ Rune nickte. „Kann ich euch irgendwie Helfen, mein Herz?“ „Nein, mein Liebster, ihr bleibt hübsch brav sitzen. Ich mache das hier schon.“ „Aber, ihr sollt euch doch….“ „VIL, ich bin nicht krank, bei Talos“. Bryn fing an zu lachen, Rune saß da und verstand nichts, während Vilkas beschämt schwieg. Sofort ging Akkirah zu Vil und küsste ihn, „Tut mir leid Vil, ich wollte euch nicht so anfahren.“ Dann fing Akkirah an sich um den Eintopf zu kümmern. Lana stand schweigend neben ihr. Akkirah merkte das sich das Mädchen hier oben unwohl fühlte. „Wenn ich möchte geht hinunter zu eurem Bruder und setzt euch zu ihm.“ Dankbar verschwand die Kleine. Akkirah holte noch einen weitern Stuhl den sie an den kleinen Tisch stellte, nachdem Brynjolf ihn etwas in die Mitte des Raums gerückt hatte, so das sie zu viert dran sitzen konnten. Dann brachte Akkirah noch ein paar weitere Flaschen Met und stelle sie auf den Tisch. Da der Eintopf nur aufgewärmt werden musste war er schnell fertig. Für sich selbst stelle sie einen Becher kalten Tee hin. Nachdem die Männer ihre Schüsseln gefüllt hatten nahm Akkirah eine schale und brachte sie nach unten. „Hier, Lana. Versucht eurem Bruder etwas davon zu geben. den Rest esst ihr selbst. Wenn ihr mehr wollt kommt einfach nach oben.“ Sie lächelte das Mädchen an. dann ging sie wieder nach oben. Als sie endlich bei den Männern am Tisch saß erhob Brynjolf seine Flasche. „Auf unser Mädchen, das in kürze Mutter wird.“ Akkirah wusste nicht was sie sagen sollte. Vilkas ergriff ihre Hand und drückte sie fest. Rune staunte, aber gratulierte dann sofort Akkirah und Vilkas. Während sich die Männer unterhielten ging Akkirah zwischendurch immer wieder mal hinunter und schaute nach ihren beiden jungen Gästen. Lanas Bruder Jorar schlief. Sein Atem war aber gleichmäßig und kräftig, was Akkirah als gutes Zeichen wertete.
Sie fragte Lana, warum sie denn überhaupt alleine auf der Strasse unterwegs waren. Ihre Eltern waren Magd und Knecht auf dem Gutshof eines wohlhabenden Mannes in der Gegend von Markath. Ihre Eltern kamen bei einem Überfall auf den Hof ums Leben, als sie draußen auf den Feldern arbeiteten. Der alte Gutsbesitzer behielt die beiden auf dem Hof, Jorar, der von Geburt an ein steifes Bein hatte war schon seit einiger Zeit als Stallbursche beschäftigt. Und Lana durfte aus Mitleid bleiben und half in der Küche so gut sie konnte. Als der alte Mann starb ging da Gut an den einzigen Sohn über. Dieser war ein mieser Kerl, der besonderen Gefallen an minderjährigen Mädchen hatte. Lana war es mehrfach gelingen ihm zu entschlüpfen, bevor er sich an ihr vergehen konnte. Eines Tages fand man den Kerl erschlagen in seinen Gemächern. Man verdächtigte Jorar, ihn umgebracht zu haben, da er mehrfach damit gedroht hatte, es zu tun, sollte der Mann sich an seiner Schwester vergreifen. Bevor man ihn ergreifen konnte floh Jorar mit seiner Schwester. Er war unschuldig, aber wer würde das schon einem verkrüppelten Jungen glauben. Und so zogen sie durchs Land und versuchten sich durch Gelegenheitsarbeit über Wasser zu halten. Aber in diesen Kriegszeiten war es schwer Arbeit zu finden und so gelangten sie in die Nähe von Rifton, wo Jorar dann von der Spinne erwischt wurde. Während Lana ihr die Geschichte erzählte hatte Akkirah angefangen ein provisorisches Lager aus Stroh und Fellen zu errichten auf dem Lana schlafen konnte. Nachdem sich das Mädchen schlafen gelegt hatte ging Akkirah wieder nach oben und erzählte den anderen was den beiden widerfahren. Diese waren ziemlich erschüttert als dass erfuhren. Akkirah hatte sich überlegt wie man den beiden möglicherweise helfen konnte, ohne sie großartig zu trennen. Für Jorrvaskr wollten sie ja eine Hilfe für Tilma haben. Und das Mädchen hatte zuvor schon in einer Küche gearbeitet. Und Skulvar suchte einen neuen Stallburschen, da Jervar gehen wollte. Alle fanden diese Idee nicht schlecht. Langsam wurde es auch Zeit für die Bryn und Rune zu gehen. Akkirah und Vilkas verabschiedeten sich draußen von den beiden, die wieder durch ihren Geheimgang zurück zu Gilde wollten. „Passt gut auf euch auf, mein Mädchen“, sagte Bryn zu Akkirah, als er sie umarmte. Akkirah nickte nur. Dann gingen sie und Vilkas wieder hinein. Akkirah schaute noch mal nach den beiden Kindern bevor sie ins Bett ging und in Vilkas Arm einschlief.

CKomet

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Sonntag, 22. Juli 2012, 19:44

vorläufig ist hier erst mal pause ;) im Zuge eines kleinen projekts überarbeite ich meine komplett geschichte noch mal etwas, so das es noch etwas dauern wird bis es wieder richtig weitergeht.

die Überarbeitung (und auch andere Geschichten) kann man hier finden :)

http://www.farkas-vilkas-lover.de/index.…irah-und-vilkas

CKomet

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Samstag, 20. Oktober 2012, 10:46

063 Lana und Jorar

Die Sonne war gerade am Aufgehen als Akkirah wach wurde. Vilkas schlief noch tief und fest und würde wohl so schnell auch nicht wach werden, dachte sie sich. Denn er hatte mit Bryn und Rune am Abend nicht gerade wenig Met vernichtet. Akkirah wand sich vorsichtig aus seiner Umarmung und richtet sich etwas auf, um ihn besser anschauen zu können. Die Narbe von dem Peitschenhieb im Gesicht sah man kaum, da sie genau im Verlauf seiner Tätowierung lag und über die Wange wie eine Verlängerung dieser aussah. Sein Oberkörper hingegen sah noch immer fürchterlich aus. Es gab kaum eine Stelle, wo seine Haut nicht vernarbt war. Am Schlimmsten sahen die dunklen Stellen aus, die die Brandeisen hinterlassen hatte. Sanft fuhr sie mit ihren Fingern darüber. Vilkas gab ein wohliges Seufzen von sich, schlief aber weiter. Akkirah lächelte. Er war in den letzten Wochen wieder viel kräftiger geworden und seine Muskeln an den Armen und Oberkörper waren wieder deutlich zu erkennen. Kaum ein vergleich mit dem Mann der er noch war als sie Weißlauf verließen. Trotzdem würde es weiterhin noch lange dauern, bis er ganz der Alte war und auch wieder seinen Zweihänder schwingen konnte, wie ein Brotmesser. Akkirah strich ihm die Haare aus dem Gesicht, gab ihm einen Kuss auf die Schläfe, stand dann auf und kleidete sich an.
Nachdem sie eine leichte Tunika übergeworfen hatte, begab sie sich hinunter ins Gästezimmer, um nach den beiden Kindern zu sehen. Wobei der Junge kaum noch als Kind bezeichnet werden konnte. Lana schlief noch auf ihrem provisorischen Lager. Jorar hingegen war aufgewacht und stöhnte vor Schmerzen. Als er Akkirah kommen sah, bekam er es erst mal mit der Angst zu tun. Schließlich wurde er ja als angeblicher Mörder gesucht. Akkirah sah ihn beruhigen lächelnd an. „Bleibt ganz ruhig, Junge. Niemand wird euch hier etwas tun.“
Sie setzte sich zu ihm ans Bett. Er hatte Fiber, wie sie sofort erkannte. Bevor sie aber etwas dagegen holen würde, wollte sie noch nach seinem Arm schauen. Die Schwellung war nicht weiter fortgeschritten, aber glühte auch recht rot. Das war doch trotzdem schon mal ein gutes Zeichen. Sie nahm den Verband ab. Es hatte sich über Nacht neues Sekret in der Wunde gebildet und sie würde noch mal schneiden müssen. Aber es war bei weitern nicht mehr so schlimm wie am Tag zuvor.
Der Junge sagte die ganze Zeit kein Wort und gab auch keinen Laut von sich als Akkirahs eine Arm untersuchte, obwohl es recht schmerzhaft sein musste. „Ich werde die Stelle noch mal aufschneiden müssen. Da ihr nun bei Bewusstsein seid, muß ich euch etwas geben, damit ihr etwas betäubt werde und die Schmerzen nicht so mitbekommt. Aber es sieht insgesamt gut aus und ihr werdet hoffentlich bald wieder Gesund werden und auch euren Arm ganz normal nutzen können.“ Der Junge sah sie Hoffnungsvoll an. „ Glaubt ihr wirklich?“ Es war das erste Mal das er etwas sagte. Akkirah nickte ernst. In der Zwischenzeit war auch Lana wach geworden. Sie kniete vor dem Bett ihres Bruders.
„Lana, würdet ihr bitte oben Wasser heiß machen und mir eine Schüssel hinunter bringen?“ Sie sah den ängstlichen Blick des Mädchens. „Keine Angst, nur Vilkas ist oben, und der schläft bestimmt noch, so wie ich ihn kenne“, grinste Akkirah. Das beruhigte Lana und sie ging nach oben um zu tun, was ihr aufgetragen worden war. Akkirah suchte in der Zwischenzeit ein paar Kräuter zusammen und begann eine Salbe anzurühren, sowie ein paar Kräuter zu zerstampfen die sie dann mit Hilfe von Honig zu einer kleinen Kugel zurammen rollte. Als sie damit fertig war lief sie noch schnell nach oben um eine Becher frisches Wasser zu holen. Lana hatte ihr Wasser auch gerade erhitzt.
Vilkas der durch die Unruhe nun doch wach wurde sah zu ihnen hinüber. Als die beiden die Treppe nach unten entschwunden waren, beschloss er schnell aufzustehen und schon mal das Frühstück vorzubereiten. Es war nicht genug Brot vorhanden, wie er feststellt. Also schnappte er sich seine Krücken und ging hinüber zum Bienenstich, um Keerava zu bitten, ihm etwas frisch Gebackenes zu verkaufen. Als er zurückkam, war Akkirah schon an der Feuerstelle und war dabei Tee aufzubrühen. Da Jorar nicht aufstehen sollte, war Lana unten bei ihm geblieben. Nachdem Vilkas das Haus betreten hatte und das Brot abgelegt hatte, ging er zu Akkirah hinüber und nahm von hinten sie in die Arme. „Ich wünsche euch einen guten Morgen, mein Herz.“ Dann legte er vorsichtig seine Hand auf ihren Bauch. „Wie geht es unserem Nachwuchs? Alles in Ordnung mit euch beiden?“ Akkirah dreht sich um und schlang ihre Arme um seine Hals und sah ihm tief in die Augen. „Uns beiden geht es hervorragend.“
„Wie geht es unserem verletzten Gast?“
„Jorar geht es schon besser, aber er hat wie zu erwarten war, Fiber bekommen. Lana kümmert sich um ihn. Würdet ihr ein paar Scheiben Brot für die beiden fertig machen? Sie werden unter Essen, da Jorar im Bett bleiben soll.“
Vilkas nickte und machte sich an die Arbeit. Als er fertig war, war auch das Teewasser heiß und Akkirah füllte es in die Becher. Für Jorar tat sie andere Kräuter ins Wasser, die dafür sorgen sollten das seien Entzündung zurück ging und das Fiber nicht weiter anstieg. Dann brachte sie das Frühstück den beiden runter. Vilkas blieb oben, denn die Stiege hinunter war doch recht steil. Als Akkirah unten mit dem Tablett ankam, staunte Jorar über die Menge. „Wie können wir das nur je wieder gut machen?“, fragte er ängstlich. „Macht euch mal darüber keine Gedanken“, versuchte Akkirah ihn zu beruhigen. „Werdet erst mal schnell wieder Gesund. Und nun esst und trinkt den Tee möglichst heiß aus.“ Die beiden Kinder machten sich mit Heißhunger über das Frühstück her. Akkirah begab sich wieder nach oben und frühstückte dann mit Vilkas. „Was werden wir heute machen? Wir können die beiden doch nicht alleine im Haus lassen.“ „Doch, wir können“, lächelte Akkirah. „Das Wetter ist heute endlich wieder mal schön, also werde ich mich gleich nach dem Frühstück auf Fiinja schwingen und die Gegend nach weiteren Frostspinnen absuchen und diese Gegebenfalls töten. Danach ist Rudertraining angesagt, glaubt nicht, nur weil wir Gäste haben könnte ihr euch davor drücken“, grinste sie. Vilkas seufzte. Sie würde sich von ihren Plänen nicht abhalten lassen. Also würde er erst mal das haus hüten und den Abwasch erledigen und so weit es ging aufräumen, auch wenn Akkirah ihm dafür hinterher wahrscheinlich wieder einmal ausschimpfen würde.
Nach dem Akkirah und Vilkas mit frühstücken fertig waren schaute Akkirah noch mal nach den beiden Kindern unten. Jorar war eingeschlafen und Lana saß an seinem Bett. „Ich werde mal ein wenig die Gegend zu Pferd durchforsten. Wenn ihr etwas braucht wendet euch bitte an Vilkas.“ Lana nickte nur. Dann ging Akkirah wieder hoch und zog sich ihre Rüstung an und nahm ihren Bogen und Schwert mit und begab sich zu den Ställen. Vilkas hatte ihr das Versprechen abgenommen, vorsichtig zu sein. Zwei Stunden durchforstete Akkirah die Umgebung auf Fiinja, aber sie konnte keine der Frostspinnen finden. Es hatte sich wohl wirklich um ein vereinzeltes Tier gehandelt, das sie überrascht hatte. Akkirah war darüber sehr froh. Sie erwischte aber drei Hasen, die sie zum Mittag zubereiten konnten. Sie brachte Finnja zurück in den Stall und lief dann wieder hoch zum Honigheim.
Als sie bei der Treppe ankam, sah sie dass die Bettdecken zum Lüften über dem Geländer hingen. ‚verdammt’, dachte sie ‚Vil soll doch nicht so viel machen.’
Geschwind lief sie die Treppe hoch. Als oben ankam saß Vilkas draußen und las in einem Buch. Da kam auch schon Lana mit einem Eimer dreckigem Wasser zur Tür heraus. Akkirah wusste nicht was sie davon halten sollte. „Ich habe etwas sauber gemacht, irgendwie muß ich doch das was ihr für mich und meine Bruder getan habt, wieder gut machen.“
„Das müsst ihr doch nicht machen. Ihr seid unsere Gäste.“
„Ich will aber“, sagte das Mädchen trotzig. Vilkas sah Akkirah grinsend an. „Ich konnte sie auch nicht davon abhalten. Also habe ich mich einfach rausgesetzt und sie machen lassen.“
Akkirah schüttelte den Kopf. „Nun gut, wenn ihr unbedingt wollt, dann macht.“ Sie wollte ins Haus gehen, um mach Jorar zu schauen, als Vilkas sie zurück hielt. Er wollte wissen, was sie entdeckt hatte. „Entschuldigung, mein Liebster“, sie setzte sich dann erst mal zu ihm. „Ich konnte keine weiteren der Biester finden. Es schien ein einzelnes Tier gewesen zu sein.“ Vilkas war beruhigt und so konnte sie sich dann hinunter begeben. Zuvor drückte sie ihm noch die drei Kaninchen in die Hand, damit er sie ausnehmen konnte. Jorar, war wieder wach und saß im Bett. Sein Fieber war etwas gesunken. „Wie fühlt ihr euch?“ fragte Akkirah. „Danke, es geht mir schon viel besser. Ich weiß nicht wie ich euch danken kann, für das was ihr getan habt.“ „Ist schon gut, wenn wir helfen können, machen wir das gerne. Eure Schwester sagte, ihr hättet als Stallbursche gearbeitet, bis ihr gezwungen wurdet zu gehen.“
Jorar senkte den Kopf. „Ja. Auch wenn ich ein steifes Bein habe, die Arbeit in den Ställen konnte ich trotzdem sehr gut machen. Nur leider werde ich wohl nie wieder eine Anstellung bekommen. Wer glaubt schon einem Jungen wie mir, das er das was ihm vorgeworfen wird nicht getan hat?“
„Ich glaube es euch. Und soweit ich weiß werdet ihr nur in Ostmarsch deshalb gesucht. Das heißt in allen anderen landesteilen könnt ihr euch frei bewegen und sehen lassen.“ Sie machte eine Pause. „Sobald ihr wieder laufen könnt, werde ich Hofgir, den hiesigen Stallbesitzer bitten, euch ein paar Tage aushelfen zu lassen. Wenn er zufrieden mit euch ist, hätte ich möglicherweise eine Anstellung für euch, sofern diese nicht in der Zwischenzeit besetzt wurde, was ich aber nicht glaube.“
„Das wäre mehr als ich mir wünschen könnte. Aber was wird aus meiner Schwester? Wird sie bei mir bleiben können?“
„Ich denke das wird sich einrichten lassen. Aber nun wird es Zeit Mittagessen zu machen.“ Sie ging wieder nach oben. Vilkas war gerade mit dem Ausnahmen ihrer Jagdbeute fertig. Lana hatte in der Zeit angefangen Kartoffeln und Gemüse vorzubereiten. Akkirah ging dann mit Lana ins haus und sie begannen gemeinsam das Essen zuzubereiten. Akkirah freute sich, das Lana spaß an der Arbeit zu haben schien. Als das Essen fertig war begab sich Lana wieder hinunter zu ihrem Bruder und aß dort mit ihm, während Akkirah und Vilkas oben auf der Terrasse blieben.
„Was haltet ihr von den beiden?“ fragte Akkirah Vilkas während sie am Essen waren.
„Nun, zu dem Jungen kann ich nichts sagen, aber das Mädchen ist fleißig und scheint auch zu wissen, was sie tut. Und sie lässt sich schwer von dem was sie sich in den Kopf gesetzt hat, abhalten. Sie würde sicherlich gut zu Tilma passen, sofern sie sich anfreunden.“
„Nun müssen wir nur noch schauen, wie wir Tilma überzeugen können, sie als Hilfe anzunehmen.“
„Euch wird da bestimmt etwas einfallen, so wie euch kenne, mein Herz.“ Vilkas beugte sich zu ihr rüber und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Nach dem Essen wuschen Akkirah und Lana gemeinsam das dreckige Geschirr ab. Anschließend begab sich das Mädchen zu ihrem Bruder während Vilkas und Akkirah sich ihr Boot nahmen und zu ihrer kleinen Insel ruderten. Akkirah musste Vilkas bremsen, damit er sich übernahm. Er wollte Anfangen nur noch mit einer Krücke rum zulaufen, aber das erschien Akkirah noch verfrüht. Sie verbrachten an diesem Nachmittag viel Zeit gemeinsam im Wasser. Vilkas Kondition wurde immer besser, wie sie beide feststellten. Darüber waren beide sehr glücklich. Von dem mürrischen genervten Vilkas, der er noch in Weißlauf war, war fast nichts mehr zu bemerken. Als sie am späten Nachmittag wieder zurückkamen, holte Akkirah mit Hilfe von Lana eine der Zielscheiben, die sie im Keller stehen hatte und stellte sie unten am See auf. Vilkas war unten geblieben und wartete auf sie. Akkirah hatte eine einfachen Jagdbogen mitgebracht und einen Haufen Eisenpfeile.
So begann Vilkas dann, nachdem die Zielscheibe aufgebaut war, zu üben. Da er noch nicht ohne Krücken stehen konnte, setzte er sich auf den umgestürzten Baumstamm. Seine ersten Versuche misslangen und Akkirah merkte, das er wieder ungehalten wurde. Sie nahm ihn in die Arme. „Was glaubt ihr wie mir es ging, als ich nach meiner Verletzung das erste mal einen Bogen und er hand hielt, mein Liebster. Ich hätte den Bogen am Liebsten sofort wieder in die Ecke geworfen. Ihr müsst euch einfach etwas Zeit lassen, dann werdet ihr es auch wieder schaffen.“ Er seufzte und machte weiter. Am Ende gelang es ihm dann wenigstens den Rand der Scheibe zu treffen.
Am nächsten Morgen ging Vilkas gemeinsam mit Lana auf den Markt zum einkaufen. Sie achtete genau drauf welche waren sie bekamen und Marisa grinste. „Die Kleine hat ein gutes Auge für gute Waren, Vilkas. Da habt ihr euch eine Anständige Hilfe ins Haus geholt.“ Vilkas lächelte. „Ja, Akki, hat da ein gutes Händchen für.“
Während die beiden einkaufen waren hatte sich Akkirah um Jorars Arm gekümmert. Die Schwellung war zurückgegangen und das Fieber war gesunken. So erlaubte sie ihm aufzustehen und mit nach oben zum Frühstück auf die Terrasse zu kommen. Jorar und Lana erzählten dabei vieles aus ihrer Kindheit, bevor ihre Eltern verstarben. Nach dem Frühstück fuhren Vilkas und Akkirah wieder mit ihrem Boot auf den See. Sie hatten sich etwas zu essen mitgenommen und würden erst am Nachmittag wieder zurückkommen, sofern das Wetter so schön blieb. Ihre Gäste konnten es sich beim haus gemütlich machen. Jorar sollte aber nach Möglichkeit sich noch schonen und nicht zuviel rumlaufen.
Vilkas und Akkirah genossen die Stille auf ihrer kleinen Insel. Wenn sie nicht gerade am Schwimmen war oder Vilkas seine Runden mit seinen Krücken drehte lagen, beide im hohen gras und ließen die Sonne auf ihre Körper scheinen. Vilkas streichelte Akkirah sanft über den Bauch. „Man sieht irgendwie noch gar nichts. Seid ihr euch sicher, dass es kein Fehlalarm ist?“ Sie sah ihn lächelnd an. „Alles braucht seine Zeit, mein ungeduldiger Wolf. Siehst ihr das Korn sofort, wenn ihr es sähst? Und ja ich bin mir sicher. Ansonsten hätte ich nichts gesagt.“ Sie legte ihre Hand auf die seine. Der Tag verging für die beiden wie im Flug. Als sie zurückkamen, beschlossen sie, vor dem Essen noch ein wenig mit dem Bogen zu üben. Diesmal klappte es schon viel besser und jeder Schuss traf zu mindestens die Zielscheiben. Als sie zum haus hochkamen rochen sie schon das Essen. Lana hatte schon mit Kochen angefangen, obwohl Akkirah ihr gesagt hatte sie solle es nicht machen und warten bis sie beide zurück wären. Am Abend saßen sie lange zu viert draußen. Diesmal erzählten Akkirah und Vilkas Geschichten aus ihrem Leben bei den Gefährten.
Dir nächsten Tage verliefen ähnlich wie der letzte. Akkirah und Vilkas nutzten jede Gelegenheit mit dem Boot raus zufahren. Akkirah erlaubt ihm nun auch schon sein Bein stärker zu Belasten, so dass er nur noch mit einer Krücke rumhantieren musste. Trotzdem achtete sie stets drauf das er sich nicht übernahm. Mit Jorar war Akkirah eines Morgens, als sein Arm ihm kaum noch Weh tat, zu den Ställen hinüber gegangen. Er stellte sich im Umgang mit den Pferden wirklich nicht ungeschickt an und auch an Fiinja konnte er sofort herangehen ohne dass sie erst mal zurückschrak, wie sie es sonst bei Fremden immer tat. Sie hatte mit Hofgir abgesprochen, das er Shadre ein wenig bei der Arbeit helfen würde. Die anfänglichen Befürchtungen von Shadre, das Jorar ihm den Job wegnehmen könnte, verflogen schon bald und die beiden freundete sich miteinander an.
Drei Wochen später lief Vilkas fast nur noch mit einem einfachen Handstock durch die Gegend. Akkirah musste aber ihn ständig bremsen, damit er nicht übertrieb. Einmal waren sie, seitdem er nicht mehr mit den Krücken laufen musste, hinunter durch den Geheimgang zur Diebesgilde gegangen. Bryn freute sich sehr die beiden zu sehen. Sie machten es sich in der zersplitterten Flasche bei einem guten Mittagessen von Vekkel gemütlich. Bryn hatte sich selbst oben nie Blicken lassen, weil er es für besser hielt, dass ihn niemand bei ihnen sah, solange sie die Geschwister bei sich aufgenommen hatten. Am späten Nachmittag verließen sie die Gilde wieder und begaben sich nach Hause. Dort erwartete sie eine Überraschung, als sie die Terrasse betraten. Farkas war gekommen. Und er sah ziemlich abgehetzt aus. Vilkas lief ihm entgegen und die Brüder fielen sich in die Arme. Dann ging Farkas auf Akkirah zu und drückte auch sie fest an sich. „Nicht so fest, Bruder, ihr zerquetscht die beiden sonst noch“, rief Vilkas besorgt. Farkas glaubte sich verhört zu haben und ließ Akkirah los. „Die beiden? Was soll das heißen?“ fragte er erstaunt. „Das heißt, ihr werdet bald Onkel.“ „Euch darf man aber auch nicht alleine lassen“, lachte Farkas. „Meine Güte, ich freue mich ja so für euch beide. Und wie mir scheint könnt ihr schon wieder richtig laufen. Womit hat Akki euch verzaubert?“ „Durch ihr einfaches Dasein.“ Vilkas legte seinen Arm um seine Frau.
„Aber nun sagt, warum seid ihr hier? Ist etwas in Jorrvaskr passiert?“, fragte Akkirah, nachdem sie sich gesetzt hatten. „Lana, würdest du so nett sein und für die beiden etwas Met rausholen.“ Das Mädchen, das sich im Hintergrund hielt nickte und verschwand im Haus. Gleich darauf kam sie mit einem Tablett, auf dem Sie ein paar Flaschen Met und einen Krug mit kühlen Tee und zwei Becher gestellt hatte, zurück. Dann begann Farkas zu erzählen.
Vor gut einer Woche war Tilma auf dem Weg zum Markt hinunter gestürzt und hatte sich den Fuß dabei umgeknickt. Sie hatte aber niemanden etwas davon gesagt und sich nicht geschont, wie es vernünftig gewesen wäre. Ihr Humpeln wurde immer schlimmer und vor vier Tagen hatte Aela sich durchgesetzt und Danica geholt. Diese hat Tilma strenge Bettruhe für 3 Wochen verordnet, woran sich Tilma aber nicht halten will. Aela und Nerena sind seit Tagen nun dabei sie im Bett zu halten.
„Ihr seid die einzige, auf die Tilma hört. Akki, bitte ihr müsst mit zurückkommen und sie davon überzeugen, das es besser ist sich zu schonen.“
Akkirah und Vilkas waren entsetzt. Tilma und bett hüten, das war wirklich eine schwere Aufgabe. „Lana, laufe schnell zum Stall hinunter und hole deinen Bruder. Und frage gleich mal bei Hofgir, ob er uns morgen eine Kutsche nach Weißlauf zur Verfügung stellen kann.“
Das Mädchen lief sofort los. „Danke, dass ihr beide gleich mit kommen werdet“. sagte Farkas froh.
Akkirah sah die Zwillinge an. „Mir wäre es lieber ihr beide würdet hier bleiben. Vilkas braucht noch etwas Zeit bevor er zurück nach Weißlauf kommen sollte.“ Sie hatte Angst, wenn sie erst einmal in Weißlauf waren, würde er nicht wieder fort wollen. Und damit würde er seine Genesung aufs Spiel setzten, denn hier in Rifton machte er viel bessere Fortschritte, als er es in Weißlauf machen könnte. Nur noch eineinhalb Monate und er wäre soweit und dann hätten sie zurückgehen können und zuvor noch Hoch Hrothgar einen besuch abstatten können.
Vilkas nahm seine Frau in die Arme. „ich lasse euch nicht alleine gehen, mein Herz. Das wisst ihr. Ich brauche euch.“ Er sah ihr tief in die Augen, denn er ahnte was sie bedrückte. „Und ich verspreche euch, wir werden sobald es geht hierher zurückkommen, bevor wir wieder endgültig nach Weißlauf ziehen.“ Akkirah nickte nur Stumm. Damit war das soweit klar.
Dann erkundigte sich Farkas nach dem Mädchen, dass ihn dran gehindert hatte das Haus zu betreten. Mit einem Brotmesser hat sie die Tür verteidigt und so hatte er beschlossen draußen sitzen zu bleiben und auf Akkirah und Vilkas zu warten. Die beiden mussten nun Lachen, als sie das hörten und vergaßen damit erst mal ihre Sorgen. Schnell erklärten sie Farkas, dass sie überlegt hatten, das Mädchen Tilma zur Seite zu stellen, damit sie ihr etwas half. „Das passende Durchsetzungsvermögen schien die Kleine auch zu haben“, meinte Farkas nur lachend. Dann sah er an sich runter. Vielleicht sollte ich erst mal ein Bad im See nehmen und mit den Dreck der Strasse abwaschen. Ich habe Skulvars armen Wallach ziemlich gescheucht, um so schnell wie ich konnte herzukommen.“
„Das ist eine gute Idee. Vil kam euch begleiten während ich mit den beiden Kindern spreche.“ Jorar und Lana kamen gerade die Treppe hinauf. Akkirah holte schnell noch ein Handtuch und etwas Sauberes zum Anziehen für Farkas und dann gingen die beiden los zum See hinab.
Akkirah und Vilkas hatten mit Jorar und Lana schon kurz nach ihrer Aufnahme im Honigheim angefragt, ob sie sich vorstellen konnten, nach Weißlauf zu gehen und dort zu Leben und arbeiten. Jorar könnte als Stallbursche in den Ställen von Skulvar arbeiten und Leben. Akkirah hatte Skulvar bevor sie den Jungen fragte schon per Kurier angeschrieben, ob er ihn aufnehmen würde und er hatte zugestimmt. Wenn Akkirah ihn empfehlen würde, dann wusste er, dass der junge was taugen würde. Und gute Stallburschen zu finden, die sowohl willig bei der Arbeit waren, als auch mit den Tieren gut umgingen, waren nicht einfach zu finden.
Jorar war von der Idee sehr angetan. Aber was sollte aus seiner Schwester werden? Sie könne sicherlich schlecht in dem Zimmer, das man ihm zur Verfügung stellen würde mit wohnen können. Aber auch da hatte Akkirah schon einen Vorschlag gemacht. Lana könne in Jorrvaskr wohnen und dort als Dienstmädchen an der Seite der alten Tilma arbeiten. So könnten sich die beiden immer sehen wenn sie wollten. Lana hatte etwas Angst alleine in so eine große Gemeinschaft zu ziehen, wo viele Männer lebten, aber Akkirah versuchte ihr die Angst zu nehmen. Niemand würde ihr zu nahe treten, wie es in oftmals in Tavernen der Fall war. Und sollte es jemand wagen, dann sollte sie sofort zu ihr oder einem der Zirkelmitglieder kommen. Die würden dann bei Bedarf denjenigen ordentlich die Leviten lesen. So erklärte sich Lana dann einverstanden es zu Mindestens zu versuchen.
Nachdem Jorar und Lana nun auf der Terrasse saßen erklärte Akkirah ihnen, was passiert war und das sie schnellstens nach Weißlauf zurück mussten. Das wäre dann auch gleiche eine gute Gelegenheit für die beiden ihre neuen Wirkungsstätten kennen zulernen. Jorar freute sich sehr darüber, während Lana ein Wenig Angst davor hatte. Aber Akkirah hatte soviel für sie und ihren Bruder getan, da konnte sie nun nicht einfach nein sagen. So war es dann beschlossene Sache, dass sie Morgen früh nach Weißlauf aufbrachen.

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Samstag, 20. Oktober 2012, 10:46

064 Ankunft mit Lana in Jorrvaskr

Vilkas hatte das Gefühl, es wäre Mitten in der Nacht, als Akkirah ihn vorsichtig weckte. Die Vögel fingen draußen an zu singen, wobei Vilkas es eher für lärmen als singen hielt. Es musste also kurz vor der Dämmerung sein. Ungehalten begann er aus dem Bett zu krabbeln. Er hatte ja aber auch selbst Schuld. Er wollte unbedingt mit nach Weißlauf und Akkirah nicht alleine gehen lassen. Wie schaffte seine Frau es nur immer, so frühzeitig schon Munter zu sein?
Am Abend vorher waren alle zeitig zu Bett gegangen, da sie heute Morgen sehr früh hoch mussten. Da Jorar und Lana sich das kleine Gästezimmer teilten, hatte Farkas sich in dem hinteren Zimmer ein Lager aus Fellen zurechtgemacht. Lana hatte ihm dabei geholfen.
„Macht ihr schon mal Wasser heiß, damit wir einen wärmen Tee zum Frühstück trinken können, mein müder Wolf?“ bat Akkirah Vilkas und gab ihm dabei einen Kuss auf die Wange. Dieser nickte, während sie sich dann nach unten begab, um die anderen zu wecken. Farkas war schon wach. Er stand im Gegensatz zu seinem Bruder immer recht früh auf. Auch Lana war schon wach, denn sie hatte kaum geschlafen, weil sie ein wenig Angst vor dem hatte was sie erwarten würde und hörte wie Akkirah die Kellertreppe hinab kam. Lana weckte dann ihren Bruder.
Akkirah ging wieder nach oben und fing an, ein paar Sachen zu packen. Sie beschloss die Krücken von Vilkas sicherheitshalber auch mitzunehmen, auch wenn er diese hier in Rifton nicht mehr benutzte. Aber in Weislauf könnte er sie möglicherweise gebrauchen, schließlich war es dort in der Stadt nicht so Eben wie hier in Rifton. Als Akkirah wieder nach oben kam, saß Vilkas mit mürrischen, unausgeschlafenen Blick in der Küche und wartet darauf dass das Wasser warm wurde. Er hatte schon angefangen den Tisch zu decken. Mit fünf Leuten daran würde es etwas eng werden, aber irgendwie klappte das schon. Akkirah wollte erst mit ihm schimpfen, weil er schon einen zusätzlichen Stuhl von draußen hineingeholt hatte. Aber sie ließ es sein und schlang ihm stattdessen die Arme um den Hals und schmiegte sich an ihn. Er begann zu lächeln. Mehr wollte sie doch gar nicht und dann ließ sie ihn wieder los und begann Brot und Aufschnitt auf den Tisch zu stellen. Es dauerte nicht lange da kamen die drei von unten hoch und setzten sich an den Tisch. Akkirah goss den Tee auf und dann begannen sie gemeinsam zu Frühstücken. Jorar war ganz aufgeregt, denn er freute sich schon auf die Reise und auf seine neue Anstellung. Lana war weiterhin etwas ängstlich, sagte aber nichts.
Nach dem Frühstück begannen Farkas und Jorar die Sachen, die sie mitnehmen wollten und schon bereit gelegt hatten, hinunter zu den Ställen zu bringen. Akkirah und Lana räumten noch schnell auf und Wuschen unten am See das Geschirr ab. Vilkas war schon auf die Terrasse gegangen und beobachtete die anderen bei ihren Tätigkeiten, sofern sie in Sichtweite waren. Als sie fertig waren gingen alle gemeinsam hinunter zur Kutsche. Die Sonne war gerade am Aufgehen als sie aufbrachen. Fiinja lief diesmal frei hinter der Kutsche. Akkirah hatte sie diesmal nicht angebunden.
Drei Tage später kamen sie ohne Zwischenfälle in Weißlauf an. Noch bevor die Kutsche die Ställe erreiche kam ihnen ein Junge entgegengelaufen. Frogar. Er hatte erfahren, das Akkirah und Vilkas kommen würden und wollte sie unbedingt als erstes begrüßen. Der Kutscher hielt kurz an, um den Jungen aufsteigen zu lassen, damit es nicht auf dem letzten Stück noch zu einem Unfall kam. Akkirah musste Frogar bremsen, damit er nicht während der Fahrt ihr und Vilkas um den Hals fiel. „Das muss warten bis wir angekommen sind“, meinte sie nur und sorgte dafür, dass er sich neben Jorar hinsetzte.
Bei den Ställen wartete Skulvar schon. Er war sehr neugierig auf seinen neuen Stallburschen und begrüße ihn herzlich. Er war zwar im ersten Moment etwas irritiert, weil Jorar etwas humpelte, aufgrund seines steifen Beines, sagte aber nicht. Akkirah hätte ihn niemals jemanden empfohlen, der nicht fähig war die Arbeit zu schaffen. Und sie wusste, wie viel es in den Ställen zu tun gab. Auch Lina kam nach Ankunft der Kutsche aus dem Haus und hatte für alle, einschließlich des Kutschers etwas zu trinken mitgebracht. Akkirah lehnte allerdings den Met ab und nahm stattdessen einen Becher mit Wasser. Während Farkas und Frogar ihr Gepäck abluden, brachte Akkirah ihre Stute in ihre Box, die schon für sie vorbereitet war. Skulvar zeigte Jorar sein Zimmer und Lana begleitete ihn. Vilkas blieb bei Lina und ließ sich von ihr erzählen, wie sich Frogar eingelebt hatte. Anfangs war Vilkas ja noch ziemlich traurig darüber gewesen, dass Frogar sich für Skulvar und seine Frau entschieden hatte, aber inzwischen war er froh darüber. Es war das Beste, was dem Jungen passieren konnte. Er sah wie sehr ihn seine Pflegeeltern mochten und sich um ihn kümmerten. Das hätte er bei den Gefährten so nie bekommen können.
Nachdem Farkas und Frogar alles abgeladen hatten, wollte Akkirah sich langsam nach oben begeben. Vilkas wollte seinen Stock nehmen, aber Akkirah bat ihn besser die Krücken zu nehmen statt des Stocks, denn der Weg nach oben war lang und teilweise steil. Er sah sie etwas ungehalten an, aber kam dann ihrem Wunsch nach und war am Ende, als sie endlich oben ankamen froh, auf sie gehört zu haben.
In der Methalle wurden sie von Aela und Nerena begrüßt. Torvar, Ria, Varis und Athis waren unterwegs und würden am nächsten Tag zurückkommen. Die Ankömmlinge setzten sich erst mal an die große Tafel. Vilkas war froh sich setzen zu können. Der weg hoch nach Jorrvaskr war doch anstrengender als er geglaubt hatte und er war froh sich setzen zu können, um etwas auszuruhen. Aela sah in lächelnd an. „Ihr seid schon wieder gut auf den Beinen, Bruder. Das ist schön zu sehen.“ Vilkas nickte nur.
Lana stand etwas unschlüssig im Raum. Sie wusste nicht was sie tun sollte. Es war alles so fremd hier und ohne ihren Bruder fühlte sie sich recht verloren. Dieser war aber erst mal unten geblieben, um sich einzurichten. Der Junge, der ihnen entgegen gekommen war, hatte versprochen, später mit ihm hoch zu kommen, damit er sehen konnte wo sie untergebracht war. Akkirah bat Lana sich neben sie zu setzen und deutete auf den Stuhl, was sie dann auch tat.
„Nun Aela, wie sieht es aus? Wie geht es Tilma?“
„Danica hat sie mit Hilfe von Kräutern ruhig gestellt, so dass sie im Moment viel schläft. Aber die Heilerin meint, dass sie noch mindestens 3 Wochen das Bett hüten soll, bevor sie aufstehen darf. Ich befürchte, sie ist da noch ungeduldiger, als Vilkas.“ Aela grinste zu ihrem Schildbruder hinüber. „Ich hoffe ihr könnt sie überzeugen, liegen zu bleiben und sich etwas auszuruhen. Aber sagt, wer ist das Mädchen an eurer Seite?“
„Das ist Lana. Sie und ihr Bruder hatten etwas Pech gehabt und sind bei Vilkas und mir in Rifton vorübergehend untergekommen. Jorar hat eine Anstellung in den Ställen bei Skulvar gefunden. Und Lana., nun ich dachte mir es wäre eine gute Idee sie Tilma zur Seite zu stellen. Sie hat auf einem Gutshof als Dienstmädchen und in der Küche gearbeitet. Diese Arbeiten sind ihr also nicht fremd. So wäre sie dann einerseits in der Nähe ihres Bruders und wir hätten eine Hilfe für Tilma“
„Aber wie wollt ihr es Tilma beibringen?“
„Lasst das mal meine Sorge sein. Ich habe da schon eine Idee. Schließlich gibt es noch eine Neuigkeit.“ Bei den Worten ergriff Vilkas ihre Hand und sie sahen sich an. Aela und Nerena sahen sie erwartungsvoll an.
„Wir bekommen Nachwuchs.“
Die beiden Frauen sahen sie erstaunt an. „Das sieht man euch aber noch gar nicht an, Schwester“, meinte Aela als sie die Nachricht verdaut hatte.
„Es dauert ja auch noch ein Weilchen, aber wenn es soweit ist, werde ich sicherlich ein wenig Hilfe am Anfang gebrauchen können.“
„Ich verstehe“, Aela lächelte. “Und bis dahin kann sich Lana an der Seite von Tilma nützlich machen und sich schon mal einleben. Nicht dumm, Schwester.“
Akkirah nickte. „Aber nun lasst uns erst mal Lana ihr neues Heim zeigen. Ich hatte gedacht sie könne das Zimmer, das Frogar hatte, erst mal bekommen.“
Akkirah stand auf und nahm das Mädchen an die Hand. Die Zwillinge blieben oben sitzen, Aela begleitete Akkirah und Lana nach unten während Nerena anfing, sich um das Abendessen zu kümmern. Das Zimmer unten war frisch bezogen. Tilma hatte es nachdem Frogar gegangen war gleich wieder sauber hergerichtet. Lana staunte. „So ein großes Zimmer für mich alleine?“ „Ihr könnt sonst, wenn es euch lieber ist im großen Gemeinschaftsraum mit Nerena zusammen wohnen, wenn euch das lieber ist.“ Sie zeigten ihr das Zimmer, wo Nerena zurzeit alleine wohnte. Irgendwie schien es Lana hier besser zu gefallen. Sie konnte nicht sagen warum. Aber sie bat hier unterkommen zu dürfen. Akkirah und Aela nickten. „Dann wäre das geklärt. Sucht euch ein Bett aus.“ Sagte Akkirah dann.
Nachdem sich Lana entschieden hatte, gingen die drei wieder nach oben. Tilma sollte nun auch wachs ein. Akkirah nahm Lana an die hand und suchte das Zimmer der alten Dame auf. Sie war gerade erwacht und schaute etwas benommen drein. Als sie Akkirah sah, war sie ganz erstaunt.
„Kindchen, was macht ihr denn hier, ihr solltet doch bei Vilkas sein.“ Sie setzte sich auf. Und wer ist denn das Mädchen? Ach, verdammt, ich muß mich doch um das Abendessen kümmern.“
„Tilma, ihr bleibt liegen. Nerena ist schon dabei, sich um das Essen zu kümmern. Lasst euch doch einfach mal ein paar Tage verwöhnen. Das habt ihr euch redlich verdient. Und Vilkas ist auch hier. Es geht ihm schon fiel besser, so das er bald wieder mit dem Schwerttraining beginnen kann. Und was das Mädchen hier angeht.“ Sie schob Lana vorsichtig etwas dichter an das bett der alten Frau. „Das ist Lana. Ihr Bruder hat eine Arbeit bei Skulvar bekommen, nachdem Jervar nun ja nach Cyrodiil gegangen ist. Und sie wollte gerne in der Nähe von ihm bleiben, aber bei Skulvar ist halt kein zusätzlicher Platz. Und da ich demnächst etwas Hilfe brauchen kann, habe ich sie mit hierher gebracht.“
„Wozu braucht ihr Hilfe, Kindchen? Seid ihr etwa krank?“
„Nein Tilma. Ich bin nicht Krank. Aber ich erwarte ein Kind und ich daher ist es sicherlich nicht verkehrt jemanden zu haben, der mich etwas unterstützen wird, wenn es soweit ist.“
Tilma sah Akkirah erstaunt an. „Ein Kind? Oh welche Freuden, Kindchen. Aber ich hätte euch da doch auch helfen können.“ Tilma wirkte etwas traurig.
Akkirah setzte sich auf die Bettkante. „Tilma, ihr habt hier in Jorrvaskr genug um die Ohren. Und ich weiß noch nicht, ob Vil und ich wenn das Kind da ist, hier leben oder lieber in unser Häuschen unten bei der Schmiede ziehen.“
„Ihr habt da wohl recht, Kindchen.“ Tilma wandte sich an das Mädchen.
„Na, kommt mal her zu mir, Kleines und lasst euch anschauen.“
Langsam ging Lana näher. In dem Moment rief jemand nach Akkirah.
„Ich gehe mal nachschauen was los. Ist. Ihr beide werdet bestimmt auch ohne mich auskommen.“
Tilma seufzte: „Geht schon, Kindchen.“ Und Lana nickte nur.
So ging Akkirah wieder in die große Halle. Nerena, war es die Gerufen hatte. Sie wollte wissen, für wie viele Leute denn der Tisch gedeckt werden sollte. Akkirah überlegte.
„Ich denke wir werden zehn Leute werden, da Frogar und Jorar, der Bruder von Lana noch kommen werden. Wartet, ich helfe euch.“
„Solltet ihr euch nicht nun etwas schonen, nach der Fahrt?“
Akkirah seufzte. „Ich bin nicht krank, Himmel noch mal. Wollt ihr hier jetzt auch alle so anfangen?“
Nerena lachte. „Ihr habt recht, man sieht euch auch noch nichts ann. Also dann los.“
Vilkas war der einzige, der noch am Tisch saß. Farkas und Aela waren zwischenzeitlich nach unten zu den Ställen hinunter gegangen, um das Gepäck hoch zuholen. Sie wollten dann auch gleich Frogar und Jorar mit hochbringen. Man konnte Vilkas ansehen, dass er sich ml wieder etwas Fehl am Platze vorkam. Akkirah sah sich kurz um. Sie hatte doch den Krückstock mit hochgebracht, während Vilkas seine Krücken nutzte. Ah, da drüben auf der Bank neben der Eingangstür lag er. Sie lief schnell hinüber und holte ihn.
Vilkas sah ihr verwundert zu. Als sie damit zu ihm kam. „Kommt, geht zu Tilma und begrüßt sie. Sie wird sich darüber sicherlich sehr freuen. Bis zum Abendessen ist es ja auch nicht mehr lang hin.“ Sie drückte Vilkas den Stock in die Hand. Völlig überfahren von dem Vorschlag, tat Vilkas wie geheißen. Als Nerena ihn nur mit dem Stock laufen sah, staunte sie. Nachdem Vilkas mit den Krücken oben ankam, dachte sie nicht dass er schon wieder ohne laufen konnte. „Wie habt ihr das in der kurzen Zeit geschafft, dass er ohne Krücken laufen kann? Habt ihr ihn verzaubert?“ „Nein, nur täglich geübt und viel schwimmen gewesen, wenn das Wetter mitgemacht hat. Da draußen in Rifton hatten wir genug Zeit und Ruhe, ungestört zu Arbeiten.“ Akkirah seufzte. „Ich hoffe, dass wir so schnell wie möglich zurück können, damit er vollständig gesund wird.“
„Macht euch da nicht so viele Sorgen, Akki, das wird schon werden.“
Eine halbe Stunde später war alles zum Essen bereit. Auch Vignar und Brill waren wieder in der Methalle eingetroffen. Aela und Farkas hatten das Gepäck von Akkirah und Vilkas sowie die wenigen Habseligkeiten von Lana nach unten in die Wohnquartiere gebracht. Nerena hatte ein Tablett für Tilma vorbereitet. Akkirah wollte es nehmen, und sich zu ihr in ihr Zimmer zum Essen setzten, aber da kam ihr Vignar dazwischen.
„Ihr setzt euch zu den anderen, ich werde mich um Tilma kümmern und gemeinsam mit ihr Essen.“ Er stellte noch einen weiteren Teller auf das Tablett und zwei Flaschen Met und verschwand. Akkirah sah ihm dankbar nach. Als Vignar Tilmas Zimmer betrat schickte er Vilkas und Lana hinaus in die Methalle zu den anderen. Lana lief ihrem Bruder freudestrahlend entgegen und fiel ihm in die Arme. Dann setzten sich alle und sie begannen zu Essen. Jorar war froh bei Skulvar untergekommen zu sein. Er hatte sich auch gleich mit Frogar angefreundet, der ihm alles gezeigt hatte. Auch Lana schien nun weniger Angst zu haben, in Jorrvaskr zu bleiben. Tilma hatte sie, wie zu erwarten war gleich mit Geschichten und Erzählungen für sich eingenommen. Vilkas, der dazu kam, hörte, nachdem er Tilma begrüßt hatte, einfach nur zu und fühlte sich zurück in seine Kindheit versetzt. Auch da war es Tilma gewesen, die ihm und seinen Bruder Geschichten erzählt hatte, wenn ihr Vater abwesend war.
Frogar fragte, ob Vilkas mit ihm, wo er nun wieder war, ab und an ein wenig im Umgang mit dem Schwert unterrichten könne. Ein leichter Schatten zog über Vilkas Gesicht, aber er verschwand schnell wieder. „Tut, mir leid Frogar, das wird noch eine ganze Weile warten müssen, bis ich dir wieder was beibringen kann. Aber wenn es soweit ist, machen wir es auf alle Fälle.“ Akkirah hatte ihre Hand auf die von Vilkas gelegt. Er sah sie lächelnd an.
Nach dem Essen ging Lana mit Jorar zu Tilma. Sie wollte, dass ihr Bruder die alte Dame kennen lernte.
Bis ca. eine Stunde vor Mitternacht blieben Frogar und Jorar noch da, dann machten sie sich auf den Weg hinunter zu den Ställen. Schließlich mussten sie Morgen früh wieder aufstehen. Auch Akkirah und Vilkas waren müde, die Fahrt war doch anstrengend gewesen. Gemeinsam räumten sie noch ab und gingen dann alle Schlafen. Nerena nahm Lana mit hinunter, nachdem sie Tilma noch eine gute Nacht gewünscht hatten. Nachdem sich Akkirah und Vilkas hingelegt hatten, fragte Akki leise: „Was meint ihr, mein Liebster, wird sich das Mädchen hier einleben und Wohlfühlen?“ „Ich denke schon, mein Herz. Mit Tilma kommt sie gut zurecht und diese mit ihr. Das wird schon klappen.“ Beruhigt schmiegte sich Akkirah an ihren Mann und schlief dann auch bald ein.

CKomet

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Samstag, 20. Oktober 2012, 22:35

65 Vorübergehender Aufenthalt in Weißlauf

Akkirah war wie gewohnt sehr früh wach. Vilkas schlief noch tief und fest neben ihr. Sie richtete sich etwas auf und beobachtete ihn eine Weile einfach nur. Dann stand sie vorsichtig, ohne ihn zu wecken, auf, wusch sich und kleidete sich an. Es war sehr ruhig in Jorrvaskr. Sie ging die Treppe nach oben, nachdem sie sie Vilkas noch eine Kuss gegeben hatte. Er sollte sich ruhig noch etwas ausruhen. Oben war nur Farkas anzutreffen, der schon dabei war Wasser heiß zu machen. jetzt wo Tilma ausfiel, wechselten sich die Gefährten ab mit dem Frühstückvorbereitungen. Akkirah half Farkas den Tisch zu decken. Sie war gerade fertig, als Lana die Treppe herauf kam.
"Ich helfe euch", rief das Mädchen schon von weitem.
"Zu spät", lächelte Akkirah. "Aber ihr könnt schon mal nach Tilma schauen und fragen, was sie zum Frühstück möchte."
Das Mädchen nickte und ging zum Zimmer der alten Frau hinüber und klopfte vorsichtig an die Tür, bevor sie das Zimmer betrat. Akkirah begab sich erst mal wieder hinunter, um nach Vilkas zu schauen. Dieser war gerade dabei sich anzukleiden und saß auf der Bettkante, als sie kam. "Warum habt ihr mich nicht geweckt?" Akkirah ging zu ihm, setzte sich neben ihn aufs Bett und nahm ihn in die Arme. "Ihr habt so schön geschlafen, da konnte ich euch nicht wecken", lächelte sie. Er erwiderte wortlos ihre Umarmung und so saßen sie eine ganze Zeit da. Dann gingen sie langsam nach oben. Vilkas nahm nur den Stock, denn die Krücken hatte er am Vorabend oben gelassen. Als die zwei oben ankamen waren alle anderen Anwesenden schon am Tisch am Frühstücken.
Nach dem Essen räumten Nerena und Lana alles ab und machten sich ans Abwaschen. Akkirah schickte Vilkas mit Farkas nach draußen um etwas spazieren zu gehen. Die beiden beschlossen, Eorlund oben in seiner Schmiede einen Besuch abzustatten. Akkirah suchte Tilma auf und setzte sich zu ihr.
"Wie fühlt ihr euch?" fragte die alte Dame sie. "Sollte ihr nicht bei Vilkas sein?"
"Mir geht es gut, danke", Akkirah lächelte. "Und Vilkas habe ich Spazierengehen mit Farkas losgeschickt."
"Mit euch hat Vilkas einen Glücksgriff getan, Kindchen. Ich hätte nicht gedacht, dass er so schnell wieder auf die Beine kommen würde."
Akkirah wurde rot. "Komisch das sagen alle, dabei war es am Ende doch gar nicht so schwer. Wir haben jeden Tag etwas mehr getan. Allerdings glaube ich, das wichtigste war, das er den Kopf in Rifton frei hatte und nicht immer durch die anderen dran erinnert wurde, das er zurzeit halt nicht fähig ist mit ihnen mitzuhalten." Sie schwieg kurz. "Vielleicht würde euch ein Tapetenwechsel auch mal gut tun. Ihr habt Jorrvaskr nie verlassen. Warum besucht ihr nicht eure alte Freundin in Einsamkeit, sobald ihr wieder auf den Beinen seid?"
Kaum hatte Akkirah diesen Vorschlag gemacht bereute sie es fast wieder, denn Tilma brach daraufhin sofort in Tränen aus. Akki brauchte eine ganze Weile um die alte Frau wieder zu beruhigen.
„Tilma, was ist denn nur los, so beruhigt euch doch wieder.“
„Was soll ich denn machen, wenn ich hier nicht mehr gebraucht werde? Ihr selbst wollt mich ja auch wegschicken. Ich bin halt alt und zu nichts mehr zu gebrauchen.“
„Tilma, das ist doch großer Blödsinn. Niemand will euch wegschicken. Ihr gehört hierher und selbst wenn ihr möglicherweise nicht mehr alles arbeiten erledigen könnt, werdet ihr hier euer zu Hause haben. Ihr habt euch fast euer ganzes Leben um das Wohl der Gefährten gekümmert, da wird es nun halt andersrum und die Gefährten kümmern sich um euch. Der Vorschlag eine Freundin zu besuchen, habe ich nicht gemacht um euch loszuwerden, sondern weil ich glaubte, es würde euch bei euer Genesung gut tun mal etwas anderes zu sehen. Eine andere Umgebung ohne dass man die täglichen Pflichten vor sich sieht, kann manchmal Wunder wirken, wie ihr doch an Vilkas seht.“ Akkirah lächelte die alte Dame an.
„Und nun solltet ihr ein wenig schlafen. Wenn ihr möchtet schicke ich euch Lana vorbei, damit sie euch ein wenig vorlesen kann.“
„Das wäre schön. Es ist ein liebes Mädchen, das ihr da gefunden habt.“
Akkirah lächelte, dann stand sie auf und verließ das Zimmer. Sie suchte Lana und bat sie Tilma etwas Gesellschaft zu leisten, was das Mädchen gerne machte.
Akkirah begab sich anschließend nach draußen und setzte sich auf die Terrasse. Es war niemand anwesend. Vilkas und Farkas waren wohl noch oben bei Eorlund. Aela war unterwegs zum Jagen und Nerena kümmerte sich um den Haushalt. Akkirah fühlte sich irgendwie müde. Sie merkte nicht wie sich Vilkas und Farkas näherten.
Vilkas sah sie genau an.
„Ist alles in Ordnung mit euch, mein Herz? Ihr seht etwas abgespannt aus.“
„Es ist alles in gut. Macht euch keine Sorgen. Wie geht es Eorlund?“
„Ihm geht es gut, aber ihr lenkt ab, mein Herz.“ Er sah sie besorgt an.
„Es ist wirklich alles in Ordnung, ihr müsst euch keine Sorgen machen, Vil.“
„Das tue ich aber. Wenn Danica heute Nachmittag vorbeikommt um nach Tilma zu schauen, soll sie auch nach euch sehen. Bitte, mein Herz, tut mir diesen Gefallen.“
„Ich verspreche es euch, Vil.“
Die Zwillinge setzten sich zu ihr und so saßen sie dann bis zum Mittagessen draußen.
Danica kam kurz nach dem Essen. Nachdem sie nach Tilma geschaut hatte kam sie zu Akkirah. Sie konnte nichts Besonderes feststellen. Sie sollte sich nur ein wenig schonen und nicht so viele Gedanken über andere machen. Ansonsten sollte sie viel an der frischen Luft bleiben und sich bewegen. Auch Vilkas Bein schaute sich Danica noch mal an. Sie war sehr zufrieden mit dem was sie sah.
Als Akkirah nach dem Besuch von Danica nach Tilma schaute, schlief die alte Dame ruhig. Akkirah beschloss zu den Ställen hinunter zu gehen. Vilkas wollte sie begleiten. So gingen sie gemeinsam langsam hinunter. Akkirah stütze Vilkas ein wenig, der nur seinen Stock dabei hatte. An Carlottas Stand machten sie kurz halt und Akkirah wechselte ein paar Worte mit ihrer Freundin bevor sie weitergingen. Bei den Ställen angekommen setzte sich Vilkas auf einen großen Strohballen, während Akkirah sich um Fiinja kümmerte. Skulvar war mit Jorar zu den Außenkoppeln gegangen, um ihm dort alles zu zeigen. Lina, die Vilkas und Akkirah hatte kommen sehen, kam mit etwas zu trinken für die beiden aus dem Haus. Sie bleib nicht lange, denn sie wollte anfangen das Abendessen für ihre Männer vorzubereiten. Akkirah sah Vilkas an. Es war ja ansich noch früher Nachmittag:
„Was haltet ihr von einem Ausritt, Vil?“
„Wenn ihr es machen möchtet, dann sattelt Fiinja. Ich werde hier auf euch warten.“
„Ich hatte eigentlich an einen gemeinsamen Ritt gedacht. Ihr könntet hier von dem Strohballen aus aufsteigen.“
Vilkas nickte. „Dann los.“
Akkirah machte die Stute fertig und dann half sie zunächst Vilkas in den Sattel und sie schwang sich hinter ihm aufs Pferd. Nachdem sie ein stück geritten waren, fiel ihr ein, dass sie ihren Bogen gar nicht dabei hatte. So bleiben sie auf der Hauptstrasse, denn da war es nahe der Stadt sicher, da die Wachen der Stadt bis zum nördlichen Wachturm patrouillierten. Beim Wachturm machten sie kurz halt. Vilkas spürte die nachdenkliche Stimmung seiner Frau hinter sich.
„Woran denkt ihr mein Herz?“
„Immer wenn ich hier am Wachturm bin, muß ich an den Drachen denken, den ich hier gemeinsam mit den Wachen getötet habe. Und daran, das hier die Entscheidung fiel zurück nach Jorrvaskr zu kehren. Es ist schon zwei Jahre her, aber mir kommt es vor als wäre es erst vor ein paar Tagen geschehen.“
Da Vilkas sich schlecht im Sattel umdrehen konnte um Akkirah in den Arm zu nehmen legte er nur seine Hände auf die ihren, die ihn umschlungen hielten.
„Bereut ihr die Entscheidung?“
Akkirah legte ihren Kopf an Vilkas Schulter. „Nein, sonst wäre ich heute nicht gemeinsam mit euch hier.“ Sie schwiegen einige Zeit. Dann machten sie sich auf den Rückweg. Als sie wieder in der Methalle ankamen, hatten Nerena und Lana schon das Abendessen fertig gemacht. Lana machte nicht den Eindruck, als würde es ihr hier nicht gefallen. Nach dem Essen schaute Akkirah noch mal kurz nach Tilma, die sich wieder aufsetzten durfte und unterhielt sich noch etwa mit ihr bevor sie sich zurück in ihre Gemächer zog, wo Vilkas schon auf sie wartet. Gemeinsam lasen sie noch ein wenig bevor sie sich schlafen begaben.
Am folgenden Morgen stand Akkirah wieder früh auf, nachdem sie wach wurde. Ohne Vilkas zu wecken stand sie auf und ging nach oben. Lana war auch schon in Gange. Auch das Mädchen war es gewohnt früh aufzustehen und machte sich nützlich indem sie anfing Wasser zu kochen.
„Wir bräuchten neue Vorräte“, meinte Lana. Es ist nicht mehr viel Mehl zum Backen da. Auch Gemüse könnte man etwas mehr gebrauchen.“ Akkirah nickte. „Lasst uns nach dem Frühstück zu Charlotta hinunter gehen und eine Bestellung aufgeben. So lernt ihr sie dann auch gleich mal kennen. Sie hat übrigens eine Tochter in eurem Alter, die ihr am Stand hilft.“
Das Mädchen nickte. Dann machten sich die beiden daran das Frühstück für alle vorzubereiten. Lana nahm, als die Vorbereitungen fertig waren ein Tablett und ging damit zu Tilma. Akkirah lächelte. Tilma und das Mädchen schienen gut miteinander klar zu kommen. Das freute Akkirah sehr, denn es nahm ihr eine Sorge ab. Langsam kamen auch die anderen Gefährten aus ihren Zimmern hoch, genauso wie Vignar und Brill.
Nach dem Frühstück ging Akkirah gemeinsam mit Lana zum Markt hinunter. Vilkas hatte beschlossen, das er nachdem er ein paar Runden um die Methalle gedreht hatte, etwas mit dem Bogen üben würde. Er hoffte, dass er bald auch wider ein Schwert in die Hände nehmen konnte. Akkirah gab Vilkas einen Kuss bevor sie hinunter ging. Farkas begleitete seinen Bruder in den Hof.
Charlotta freute sich Akkirah zu sehen und begrüßte auch Lana herzlich. Mila war damit beschäftig die neu eingetroffene Waren in die Auslage zu legen. Lana fragte ob sie helfen könne und so machten sich beide Mädchen an die Arbeit. Charlotta und Akkirah beschlossen sich etwas abseits, so das sie den stand aber im Blick hatten hinzusetzen und sich etwas zu unterhalten.
„Mila ist groß geworden in den letzten zwei Jahren. Bei Talos, wie die Zeit doch vergeht.“
„Ja, da habt ihr recht“, antwortete Charlotta. „Sie ist nun fast 13. und sie ist das wichtigste für mich in meinem Leben.“
Akkirah lächelte. „Nun mal schauen wer bei mir wichtiger werden wird, das Kind das ich bekommen werde oder Vilkas. Irgendwie habe ich etwas Angst vor der Zukunft.“
„Ihr bekommt ein Kind? Man sieht es euch bisher noch nicht an, meine leibe Freundin.“ Es ist auch noch ein paar Monate hin, bis es soweit ist. Ich hoffe nur ich werde alles richtig machen.“
„Ihr schafft das schon, da bin ich mir sicher. ich freue mich jedenfalls sehr für euch. Und ihr habt ja auch das Glück einen Mann an der Seite zu haben der Euch liebt und alles für euch und das Kind tun wird.“
Ein leicht trauriger Schatten zog über Charlottas Gesicht. „Ich wünschte mein Merron würde auch noch leben.“
„Ihr habt nie etwas über ihn erzählt.“ Sagte Akkirah vorsichtig.
„Nun, es fällt mir immer noch schwer an ihn zu denken ohne traurig zu werden. Er war ein guter Mann.“ Mehr sagte sie nicht und Akkirah hakte auch nicht weiter nach.
In ihre Unterhaltung vertieft hatten die beiden Frauen nicht mitbekommen, das Farkas an den Stand gekommen war.
„Hallo, meine beiden Hübschen, was macht ihr denn alleine hier? Wo habt ihr Charlotta und Akkirah gelassen?“
„Mutter ist mit Akkirah da drüben, wo sie sich hingesetzt haben.“ antwortet Mila lachend.
„Danke, dann will ich euch auch nicht weiter von eurer Arbeit abhalten.“ Das tut ihr doch nicht. Aber vielleicht könntet ihr kurz mit anpacken und die Kiste mit den Äpfeln hochheben? Sie ist recht schwer für uns.“
„Kein Problem. Wo wollt ihr sie hinhaben?“
„Bitte dorthin.“ Mila zeigte es ihm und Farkas stellte die Kiste die für ihn kein gewicht zu haben schien an dem gewünschten Platz ab.“
Mila und Lana bedankten sich bei Farkas und packten dann weiter, während er sich zu den beiden Frauen hinüber begab.
„Vilkas sagte, ich sollte mal schauen, ob ich von den Vorräten die ihr bestellt habt, schon was mit nach oben bringen kann.“
„Tut mir leid, aber die Menge, die Akki haben möchte, habe ich gerade nicht vorrätig und werde sie morgen früh bekommen. Daher ist es wohl am besten morgen wieder zu kommen.“
„Und das bisschen für heute können wir auch selbst tragen“, meinte Akkirah
„Ihr solltet euch schonen und nichts tragen.“
Akki seufzte, sagte aber nichts. Es würde doch nichts bringen und Charlotta musste lachen.
„Habe ich etwas Falsches gesagt?“ Farkas war etwas verwirrt. Darüber musste nun auch Akkirah lachen. „Nein, es ist alles in Ordnung, außer, das ich nicht krank und gebrechlich bin und nicht mit Samthandschuhen angefasst werden muss.“
Da begriff Farkas. „Nun gewöhnt euch dran, ich mache mir genauso viel Sorgen um eure Gesundheit wie Vilkas. Schließlich seid ihr meine Schwägerin. Nun ich gehe dann wieder nach oben. Wir sehen uns später.“
Als er weg war seufzte Akkirah noch mal. „Wie soll das erst werden, wenn ich ein paar Monate weiter bin?“
„Freut euch doch, dass sich alle um euch kümmern.“
„Tut ich ja auch irgendwo, aber trotzdem fühle ich mich dadurch etwas bevormundet.“
„Das wird schon. nun kommt, wir sollten die Mädchen erlösen.“
Akkirah lächelte und folgte Charlotta zurück zum Stand. Charlotta packte die zutaten, die Akkirah heute schon haben wollte in den Korb und reichte ihn ihrer Freundin rüber. Bezahlen könnt ihr morgen, wenn ihr den Rest abholt.
Akkirah bedankte sich und machte sich dann mit Lana wieder auf den Weg nach oben. Der Rest des Tages verlief recht gemütlich. Am Nachmittag, nachdem Akki eine zeitlang bei Tilma gesessen hatte und danach sich über die Auftragsbücher gesetzt hatte, ging sie Mit Vilkas wieder hinunter zu den Ställen um etwas auszureiten.
Am nächsten Morgen stand Akkirah wieder recht früh auch und ging als erstes hinunter zu den Ställen, weil sie sich selbst um Fiinja kümmern wollte. Als sie wieder zurück nach Jorrvaskr ging, traf sie Farkas gemeinsam mit Brill am Stand von Charlotta, wo sie dabei waren die bestellten Waren zu stapeln, um sie nach oben zu tragen. Sie hört die drei schon von weitem lachen. „Kann ich euch helfen?“ rief Akkirah als sie näher kam. Und sie bekam eine einheitliches nein von den dreien zu hören. Akki seufzte und dann lachten sie alle. Akkirah beschloss noch schnell bevor sie hoch ging, bei Acadia vorbei zu schauen. Heute Morgen war ihr leicht übel beim aufstehen gewesen. Daher hatte sie beschlossen, das es nicht schaden könne, wieder abends den Tee, der ihr beim letzten mal schon geholfen hatte wieder anzumischen. Allerdings fehlten ihr einige der Zutaten.
Als Acadia hörte das Akki wieder in anderen umständen war, freute sie sich sehr. Akkirah versprach am Abend vorbei zu schauen, um in Ruhe etwas mit ihrer Freundin plaudern zu können. Nun musste sie sich beeilen um nicht allzu spät zum Frühstück zu erscheinen. Die anderen mussten ja schon längst wider oben sein, trotz der Ladung an Vorräten. Vilkas war schon etwas unruhig geworden, als Akkirah nicht sofort zurückkam. Und das sie Acadias laden aufsuchte, wie ihm Farkas mitgeteilt hatte, trug auch nicht dazu bei, das er ruhig blieb.
Besorgt sah er seien Frau an, als sie sich zu ihm setzte.
„Ist alles in Ordnung mit euch, mein Herz?“ fragte er sie besorgt. Sie gab ihm einen Kuss zur Beruhigung. „Es ist nichts, mein Liebster. Nur halt die morgendliche Übelkeit, die ich schon beim ersten Mal hatte. Daher habe ich mir ein paar Kräuter für einen Tee geholt.“
Erleichtert legte Vilkas seinen Arm um sie. Nach dem Essen suchten Vilkas und Akkirah gemeinsam Tilma auf um zu schauen wie es ihr ging. Langsam fing sie an sich damit abzufinden, das sie nichts tun konnte. Sie hatte sich ein paar Bücher geben lassen und las viel. Wann immer Zeit war setzte sich Lana zu ihr. Das Mädchen hatte die alte Dame schnell ins herz geschlossen und sah in ihr etwas wie eine Großmutter. Abends kam Jorar nach getaner Arbeit vorbei und dann leisteten sie gemeinsam Tilma Gesellschaft.
Damit schien alles soweit in Ordnung zu sein. Und Akkirah und Vilkas beschlossen, in drei Tagen wieder zurück nach Rifton zu reisen. Vilkas hatte selbst erkannt, das er dort bessere Fortschritte machte, als hier, wo irgendwie immer Ablenkung da war und halt nicht die Möglichkeit da war, sich durch schwimmen oder rudern die Muskel schneller wieder aufzubauen. Akkirah war froh, das Vilkas es von sich aus sagte. Bis zum Nachmittag verbrachten Akkirah und Vilkas die Zeit gemeinsam mit Farkas, indem sie entweder etwas spazieren gingen oder Bogenübungen machten. Am Abend besuchte Akkirah Acadia, so wie sie es versprochen hatte.
Als sie ihre Freundin wieder verließ traf sie auf Charlotta, die mit Mila heute in der beflaggten Mähre zum Essen waren, wie sie es oft taten, wenn Charlotta nach der Arbeit zu müde war, um sich noch selbst ans Kochen zu machen. Sie wirkte genervt und verärgert. Mila war schon etwas früher gegangen.
„Was ist los mit euch, Charlotta. Ihr wirkt ziemlich verärgert.“
„Man kann nicht mal mehr in Ruhe nach dem Essen etwas in der Taverne sitzen, seit diese neue Barde da ist. Ständig belästigt er mich und denkt, dass ich ihm wie die meisten anderen Frauen zu Füssen liegen muß. Ich habe ihm mehr als einmal gesagt er möge mich in Ruhe lassen und das er mich nicht interessiert, aber er will es einfach nicht begreifen. Ich möchte natürlich auch keine großes aufsehen machen. Wahrscheinlich würde ihn das nur noch mehr anstacheln, weiterzumachen.“
„Hmm. Ich habe eine Idee. Lasst uns Morgenmittag gemeinsam in die beflaggte Mähre zum Essen gehen. mal schauen ob er auch die klappe aufmacht, wenn ihr nicht alleine seid.“
„Danke, aber meint ihr das wird was nützen?“
„Lasst mich nur machen. Wir sehen uns morgen Mittag, jetzt muß ich hoch sonst fängt Vilkas nur an sich Sorgen zu machen wo ich bleibe.“
Charlotta nickte und dann verabschiedeten die beiden Frauen sich voneinander.
Vilkas lag schon im bett als Akkirah das Gemach betrat. Schnell kleidete sie sich aus und legte sich zu ihm. „Wie fühlt ihr euch, mein Herz?“ Akkirah schmiegte sich an ihn „Mir und auch unserem Würmchen in mir geht es gut. Besonders wenn wir bei euch sind.“ Es dauerte nicht lange und beide schliefen Arm in Arm fest ein.
Bevor Akkirah am folgenden Tag zu Mittag in die beflaggte Mähre ging hatte sie Vilkas erzählt, warum sie dort mit Charlotta essen wollte. Vilkas wollte sie erst nicht gehen lassen, aber sie versicherte ihm es würde schon nichts passieren. Er bräuchte sich keine Sorgen machen und sie auch nicht begleiten, was er am liebsten getan hätte. Akkirah hatte ihm gesagt, dass sie zur Sicherheit Farkas und Athis, der wieder zurück war gebeten hatte, sich in ihrer Nähe zu hinzusetzen. Vilkas war halbwegs beruhigt und ließ sie gehen.
Als Akkirah Farkas gebeten hatte auf sie und Charlotta aus einer gewissen Entfernung aufzupassen, war sie erstaunt wie wütend er geworden, war, als sie den Grund nannte. Am Liebsten wäre er sofort in die Beflaggte Mähre gelaufen um Mikael, den Barden ordentlich zu verprügeln. War es wirklich eine gute Idee Farkas mitzunehmen? Hätte sie lieber Varis bitten sollen? Manchmal schoss Farkas ja gerne übers Ziel hinaus. Nun war es zu spät.
Akkirah holte Charlotta zu Mittag ab und gemeinsam gingen sie in die beflaggte Mähre. Zu Mittag war es dort nie sonderlich voll, denn die meisten kamen erst Abends zum Essen, wenn sie ihr Tagewerk getan hatten.
Farkas und Athis waren schon da, als Akkirah und Charlotta die Taverne betraten. Athis war öfters mal hier, daher viel es nicht sonderlich auf, das er hier saß. Das Farkas ihn begleitet hat, war zwar etwas ungewöhnlich, aber niemand wunderte sich wirklich drüber. Als die beiden Frauen eintraten grüßten sie die Gefährten, setzten sich aber nicht zu ihnen, sondern nahmen ein paar Tische weiter Platz. Da Akkirah schon lange nicht mehr da war, kannte der Barde sie nicht und hielt sie wohl für eine einfache Jägerin, denn sie trug eine einfache Lederrüstung, statt ihrer Wolfsrüstung.
Als der Barde eine Pause mit seinen Darbietungen machte, kam er zum Tisch der Frauen und setzte sich einfach zu ihnen. „heute scheint mein Glückstag zu sein, gleich zwei schöne Frauen an einem Tisch und das ganz alleine. Charlotta wollt ihr mich nicht vorstellen?“
Bevor sie antworten konnte kam ihr Akkirah zuvor: „Ich kann mich nicht daran erinnern das eine von uns euch gebeten hat sich zu uns zu setzen. Und da es recht lehr ist sind genügend andere Tische frei an denen ihr es euch gemütlich machen könnt.“
„Ihr gefallt mir. Warum begleitet ihr mich nicht einfach auf mein Zimmer und wir können dort unsere Unterhaltung fortführen?“ Er sah zu Charlotta hinüber. „Ihr seid natürlich auch herzlich eingeladen mitzukommen, zu dritt macht es doch bestimmt noch viel mehr spaß.“
„Danke wir verzichten darauf und ich bitte euch noch mal zu gehen.“
„Warum so abweisend, mein Täubchen? Ein wenig spaß hat doch noch niemanden geschadet.“
Akkirah hob ihre Hand an der ihr Ehering funkelte.
„Nun das mag ein Grund für die Ablehnung sein, aber doch kein Hindernis.“
Er wollte Akkirahs Hand ergreifen, als plötzlich ein großer Schatten auf ihn fiel. Farkas war aufgestanden und zu ihnen an den Tisch gekommen.
„Belästigt euch dieser Kerl, meine Damen?“ fragte er leise. Charlotta sah Farkas dankbar lächelnd an. „Ja, das tut er.“
Der Barde sah Farkas unerschrocken an. „Ich war zuerst hier, diese Damen stehen unter meinem Schutz, ihr seid hier überflüssig.“
Vollkommen überraschend ergriff Mikael einen Stuhl und schlug ihn Farkas über den Schädel. Mit so einer schnellen Bewegung hat niemand gerechnet, auch Farkas nicht und er schaffte es nicht rechtzeitig auszuweichen und sackte erst kurz zusammen bevor er sch wieder fing. Das nutzte der Barde aus um Farkas noch einen Hieb zu verpassen, der ihn weiter zurücktaumeln ließ. Charlotta und Akkirah waren von ihren Stühlen aufgesprungen. Akkirah wollte sich auf den Barden stürzen, aber ihre Freundin hielt sie zurück. „Nicht, denkt an euer Kind.“ Akkirah hielt inne, denn sie wusste das Charlotta recht hatte.
In der Zwischenzeit war auch Athis aufgesprungen und griff nun Mikael an. Dieser ließ erst mal von Farkas ab den er mit weitern Schlägen komplett zu Boden bringen sollte, was ihm bisher noch nicht ganz gelungen war. Während er sich auf Athis konzentrierte rappelte sich Farkas mit Hilfe von Akkirah wieder auf. Er kochte vor Wut und aus der Platzwunde die ihn der Hieb mit dem Stuhl beigebracht hatte, blutete er heftig was ihn noch wilder und gefährlicher aussehen ließ. Das war ihm schon lange nicht mehr passiert, dass er so überrumpelt wurde und dabei fast zu Boden ging.
„Geht zur Seite Schwester. Ich möchte nicht das euch etwas passiert.“ Dann ging er wie ein wilder Bulle auf den Barden los, der in der Zwischenzeit Athis, der nie ein sonderlich guter Faustkämpfer war, zu Boden geschlagen hatte. Farkas rammte Mikael seinen Kopf in die Magengegend und stieß ihn so von Athis fort, gehen einen Tisch, der umstürzte. Mikael bleib kurz die Luft weg, ging aber nicht zu Boden, wie Farkas gehofft hatte, sondern schlug gleich wieder auf Farkas ein. Dieser versuchte den schnellen Schlägen auszuweichen, was ihm nur teilweise gelang und versuchte seinerseits seinen Gegner kräftige Hiebe zu verpassen.
Akkirah hatte sich zu dem am Boden liegenden Athis gekniet, um zu schauen, ob er schlimmeres abbekommen hatte. Er verneinte das und versuchte aufzustehen um sich an die Seite zu begeben. Akki half ihm auf die Beine. Kaum standen sie als Akkirah von Mikael, der einem Schlag von Farkas auswich zurückgestoßen wurde und rückwärts über einen umgestürzten Stuhl stolperte. Sie verlor das Gleichgewicht und fiel rückwärts hin und schlug sich den Kopf an der Schläfe an einem Tischbein an.
‚Verdammt, heute geht aber auch alles schief’, dachte Akki nur. Athis stellte sich schützen vor sie. Akkirah rollte vorsichtig unter den Tisch. Hier sollte ihr eigentlich nichts weiter passieren. Die beiden Kämpfenden waren recht ebenbürtige Gegner musste Akkirah feststellen. Der Kampf wogte noch einige Zeit hin und her und es gingen diverse Stühle zu Bruch, die den Kämpfenden im Weg standen. Aber nach einer Weile zeigte sich das Farkas die bessere Kondition hatte und die Oberhand gewann. Mit einem letzten Schlaghagel brachte er Mikael zu Boden, wo er ihn liegen ließ. Dieser gab sich schmerzerfüllt geschlagen. Akkirah kam unter dem Tisch hervor gekrochen, als alles vorbei war. Athis half ihr auf die Beine. Hulda, die Wirtin, die nur kopfschüttelnd dagestanden hatte, fing nun an zu schimpfen und fragte, wer für den Schaden aufkommen würde.
„Mikael soll dafür geradestehen“, meinet Akkirah, „er hat angefangen uns zu belästigen und hat Farkas angegriffen.“
Farkas hatte sich in der Zwischenzeit auf einen Stuhl niedergelassen. Ihm war etwas schwindelig. Charlotta hatte aus der Küche ein paar saubere Tücher und eine Schale Wasser geholt und angefangen Farkas ganz behutsam das Blut von seiner Wunde und dem Gesicht abzuwaschen. Akkirah staunte, das er sich das ohne Murren gefallen ließ. Wenn sie gemeinsam unterwegs waren und mal was passiert war führte er sich immer wie ein kleines Kind auf, das nicht angefasst werden wollte, wenn sie oder Vilkas ihn verarzten wollten. Sollte sich da etwas zwischen den beiden anbahnen?“
Zwischenzeitlich war auch Mikael wieder auf den Beinen und wurde von Hulda zur Kasse gebeten. Akkirah trat zu ihm und gab ihm zu verstehen, dass er sich wohl lieber eine andere Arbeitsstelle suchen sollte und auch zukünftig die Finger von Frauen lassen sollte, die nichts von ihm wissen wollte. Er nickte nur. Dann verzog er sich in sein Zimmer, und ließ sich nicht mehr blicken. Akkirah erfuhr später das er am nächsten Morgen die Stadt verlassen hatte. Akkirah griff Athis am Arm, „Lasst uns gehen, wir werden hier nicht mehr gebraucht.“ Athis wollte noch etwas sagen, aber Akkirah war schon losgegangen. Im flotten schritt lief Akkirah hoch nach Jorrvaskr. Als sie die Methalle betrat und Vilkas, der an der großen Tafel über ein Buch gebeugt sie kommen sah, sprang er entsetzt auf und lief ihr ohne daran zu denken das er sein Bein noch schonen sollte auf sie zu. Akkirah genauso entsetzt, als sie das bemerkte lief ihm entgegen. „Mein Herz, was ist passiert“, rief Vilkas vor Angst, als er sie erreichte und in die Arme genommen hatte. Die Platzwunde an der Schläfe hatte recht heftig geblutet, was Akkirah kaum aufgefallen war. Athis wollte sie unten noch drauf aufmerksam machen, das es ratsam war sich erst mal zu waschen, aber sie war ja gleich losgetobt.
„Es ist nichts wildes mein Liebster, habe mir nur den Kopf an einem Tisch gestoßen, mehr nicht.“ Sie küsste ihn. „Ich lasse euch nie wieder alleine irgendwo hingehen.“ Akkirah sagte nichts.
„Wo ist Farkas? Warum ist er nicht mit euch zurückgekommen?“ fragte Vilkas nach einer Weile.
„Ihm geht es den Umständen entsprechend gut. Er hat ein paar Schlage einstecken müssen, und sieht etwas angeschlagen aus, aber ansonsten geht es ihm gut. Er wird sicherlich bald nachkommen.“
Vilkas hielt Akkirah fest in den Arm. Wenn sie sagte, seinem Bruder würde es gut gehen, dann brauchte er sich keine Sorgen machen. Dann bat er sie ihn nach unten zu begleiten damit sie sich sauber machen konnte. Akkirah nickte und dann gingen sie nach unten. Athis hatte Vilkas seinen Stock geholt, den er ja noch brauchte. In ihrem Zimmer machte sich Vilkas daran, die Wunde von Akkirah auszuwaschen und etwas von er Heilsalbe, die sie im Nachtschrank liegen hatte draufzuschmieren. Als er fertig war legten sie sich gemeinsam hin und Akkirah döste in Vilkas arm ein. Er selbst blieb wach und strich ihr immer wieder sanft übers Haar.
Als es Zeit fürs Abendessen wurde begaben sich die beiden wieder nach oben. Farkas war in der Zwischenzeit auch wieder da. Sein Gesicht sah etwas geschwollen aus, aber ansonsten war er extrem gut gelaunt.
Als Akkirah am nächsten Morgen früh aufstand, tat Vilkas es ihr nach. Akkirah sah ihn staunend an. „ich sagte doch ich lasse euch nirgends mehr alleine hin. Akkirah schlang ihre Arme um seinen Hals. „Ihr könnt mich doch nicht auf Schritt und Tritt bewachen, mein wachsamer Wolf.“
„Mag sein, aber zum Stall kann ich euch begleiten und das werde ich auch tun. Außerdem wollte Farkas heute mit Varis unterwegs und ich würde mich unten am Stall gerne von ihm verabschieden, bevor die beiden nach Einsamkeit aufbrechen.“
Akkirah küsste Vilkas. „Dann lass uns gehen.“
Farkas und Varis waren schon abmarschbereit, als Akki und Vilkas die Methalle betraten. Gemeinsam gingen die vier los. Lana hatte für die beiden zwei große Proviantpäckchen fertig gemacht, damit sie unterwegs nicht jagen mussten. Als sie am Marktplatz ankamen, war Charlotta schon dabei ihren stand vorzubereiten. Sie winkte den vieren zu. Akkirah sah, das Sie etwas Wehmütig dreinblickte. Daraufhin beschloss sie, kurz halt zu machen. Sie löste sich aus Vilkas Arm. „Ich komme gleich nach, geht ruhig schon voraus.“ Hin und her gerissen ließ Vilkas sie dann zurück.
„Guten Morgen, liebe Freundin. Ihr seht etwas traurig aus.“
„Das wirkt nur so. ich bin wohl nur etwas müde.“
„Es sah eher danach aus, als würdet ihr traurig sein, das Farkas fortgeht.“
„Ist es so offensichtlich?“
„Wenn man es ahnt ja, ansonsten nein. Macht euch keine Sorgen um ihn. Er kann gut auf sich aufpassen. So nun muß ich aber schnell hinterher, ansonsten macht sich Vilkas nur wieder Sorgen um mich.“
Dann lief sie geschwind den anderen hinterher und holte sie noch vor dem Stadttor wieder ein. Während Akkirah sich um Fiinja kümmerte, machten Varis und Farkas zwei Pferde fertig, mit denen sie nach Einsamkeit reisen würde. Nun wo Farkas seien Angst vor Pferden überwunden hatte, konnte sie endlich so Reisen und waren nicht mehr auf Kutschen angewiesen oder mussten zu Fuß gehen. Akkirah und Vilkas verabschiedeten sich von den beiden herzlich, denn es würde einige Zeit dauern bevor sie sich wieder sehen würden, da Vilkas und Akkirah am folgenden Tag nach Rifton aufbrechen wollten.
Den Rest des Tages verbrachten die beiden oben in der Methalle. Akkirah wollte eigentlich noch mal hinunter zu Charlotta, aber es fand sich keine Gelegenheit. Am nächsten Morgen brachen Akkirah und Vilkas dann wieder nach Rifton auf.

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Dienstag, 13. November 2012, 23:06

066 Wieder in Rifton

Das Wetter auf den Weg nach Rifton war schön gewesen. Die Sonne schien durchgehend und kaum ein Wölkchen war zu sehen. Nachts war der Himmel sternenklar, wobei es dann aber auch recht kalt wurde, was Akkirah und Vilkas aber kaum störte, da sie sich gegenseitig wärmten. Vilkas fuhr die ganze zeit auf der Kutsche, während Akkirah ab und an in den Sattel von Fiinja stieg und neben der Kutsche ritt. Vilkas wäre es lieber gewesen sie würde bei ihm sitzen und war froh als sie endlich Rifton sahen. Aufgrund des schönen Wetters waren sie schnell vorwärts gekommen. Nach ihrer Ankunft brachte Akkirah als erstes Fiinja in den Stall und kümmerte sich um sie. Vilkas ließ sic im Stroh nieder und beobachtete sie dabei.
Glücklicherweise hatten sie kaum Gepäck dabei, so mussten sie auch nicht viel nach oben tragen, als Akkirah endlich fertig war.
Als sie das Haus betraten riss Akkirah erst mal alle Fenster weit auf, um frische Luft hinein zu lassen. Dann beschlossen sie schnell auf den Markt zum Einkaufen zu gehen. Nachdem das erledigt war und die Einkäufe auf dem Küchentisch lagen, schnappten sich die beiden ihre Handtücher und liefen so schnell es Vilkas Bein mit Hilfe des Stocks zuließ hinunter zum Wasser. Akkirah stützte Vilkas etwas als sie ins Wasser gingen. Wenn er im Wasser war, merkte er kaum, dass er noch nicht so laufen konnte wie er wollte. Dort konnte er sich relativ frei bewegen, Aber Akkirah einholen konnte er dort auch nicht, was ihn aber nicht weiter störte, denn das hatte er selbst als er gesund war, nie geschafft.
Die beiden jagten sich gegenseitig im Wasser, bis sie müde wurden. Sie schwammen langsam zurück an den Strand und legten sich ins Gras und ließen sich von der bald untergehenden Sonne trocknen. Akkirah hatte eine Hand unter ihren Kopf gelegt und die zweite ruhte auf ihrem Bauch. Nach einer Weile richtete sich Vilkas, der sich neben sie gelegt hatte, auf und sah Akkirah an.
„Was ist mit euch mein Liebster? Was schaut ihr mich so an?“
Er seufzte. „Ihr seid einfach wunderschön, wenn ihr so daliegt, mein Herz.“ Vorsicht legte er seine Hand neben die ihre auf ihren Bauch. Akirah erschauderte durch die Berührung.
„Es wächst, man kann es sehen, wenn man genau hinschaut“, sagte Vilkas leise. „Ihr werdet langsam runder.“
„Ich hoffe das dauert noch etwas, schließlich haben wir noch ein wenig vor, bevor unser Würmchen das Licht der Welt erblickt.“ Sie sah Vilkas in seine Eingrauen Augen. Er erwiderte schweigend ihren Blick. Als Vilkas spürte, das Akkirah eine leichte Gänsehaut bekam, da die Sonne unterging und es kühler wurde, stand er auf und holte ihre Bekleidung.
„Kommt, mein Herz, wir sollten hoch gehen. Es wird kühl und ich habe außerdem Hunger.“ Sie nickte und zog sich dann ihre Kleider über. Arm in Arm gingen sie dann hoch zum Honigheim. Drinnen entfachte Vilkas das Feuer im Kamin Während Akkirah mit den Vorbereitungen für das Essen begann. Eine Stunde später saßen sie gemütlich am Küchentisch und aßen was sie gemeinsam zubereitet hatte. Danach begaben sie sich zu Bett wo sie auch bald einschliefen.
Am nächsten Morgen erwachte Akkirah vom Duft des frischen Tees den Vilkas zubereitet hatte. Die Sonne war schon lange aufgegangen. Sie staunte, denn normal war sie vor Vilkas wach. Als er mit dem Tablett, auf dem er ihr gemeinsames Frühstück gepackt hatte, zu ihrem Bett kam, wollte Akkirah erst schimpfen, denn er lief ohne Hilfe seines Stocks. Aber sie ließ es sein, denn sie war glücklich, dass er schon so gut gehen konnte. Und sie wusste, er war vernünftig genug, zu wissen, was er sich zutrauen konnte und was nicht. Also setzte sie sich nur lächelnd auf und nahm ihm das Tablett ab, damit er sich zu ihr setzen konnte.
Während sie gemeinsam im Bett Frühstückten überlegten sie wie sie die nächste Zeit verbringen wollten. Da Vilkas Akkirah nicht mehr alleine lassen wollte, wie er ihr ja schon in Weißlauf gesagt hatte, würde er sie morgens zum Stall begleiten. Anschließend würden beide gemeinsam schwimmen gehen. nach dem Frühstück war erst eine Runde Rudern angesagt und danach würden sie etwas spazieren gehen. Nach dem Mittag noch mal eine Runde schwimmen und anschließend würden sie etwas auf Fiinja reiten. Die Abende wollten sie dann entspannt auf der Terrasse genießen, wenn das Wetter es zuließ. Das war ihr Plan für die nächsten drei Wochen. Danach wollten sie langsam sehen, je nachdem wie Vilkas bis dahin ohne Stock laufen konnte, mit dem Waffentraining anfangen. Die Jarl hatte ihnen angeboten, im Hof der Festung Nebelschleier zu trainieren.
Und so ging dann die Zeit dahin. Nach zwei Wochen lief Vilkas fast nur noch ohne Stock herum. Akkirah achtete aber immer drauf, das er sich nicht übernahm. Nachdem Vilkas ohne Stock gehen konnte, besuchten sie ab und an Brynjolf in der Diebesgilde. Dafür nutzen sie den Geheimgang nahe den Ställen, denn durch den Rattenweg war es beiden zu unsicher. Und auch wenn Vilkas das Treiben der Diebe nicht guthieß, hatte er sich doch damit abgefunden, dass sie Akkirahs Freunde waren und auch für ihn immer mehr dazu wurden.
Als Vilkas sich sicher genug auf den Beinen fühlte, begann er wie geplant mit dem Training in Übungshof der Festung. Am Anfang konnte er ein Schwert noch nicht lange schwingen und seine Bewegungen waren recht ungelenk, aber nach und nach ein paar Tagen wurde es immer besser. Akkirah saß meist im Hof und beobachtet ihn dabei. Hin und wieder trainierte sie auch selbst mit ihrem Einhänder.
Nach drei Wochen kämpfte er zum ersten Mal seit langen gegen eine der Wachen der Jarl. Dazu nutzen sie stumpfe Übungsschwerter. Bis Vilkas seine alte Form wieder hatte, würde wohl noch einiges an Zeit vergehen. Zurzeit war er einfach noch viel zu langsam und Akkirah merkte, das es ihn ziemlich ärgerte und er anfing wieder leicht ungehalten zu werden. Sie gab sich alle Mühe ihn immer aufzubauen und jeden fortschritt den er machte, als großen Schritt zu sehen. Aber Vilkas fing wieder an ungeduldig zu werden.
An einem Nachmittag, es war wunderschönes Wetter, war Vilkas wieder zur Festung hochgegangen und Akkirah begleitete ihn wie immer. Da sich Akkirah etwas unwohl fühlte, weil sie wohl zu lange in der prallen Sonne am Vormittag nach dem Schwimmen gesessen hatten, hatte sie sich hinter den langen überdachten Tisch beim Übungsplatz gesetzt ins Gras gesetzt. Sie saß noch nicht lange da, da gesellte sich Margaretha, die Verlobte des jüngeren Sohns der Jarl zu ihr. Akkirah und sie verstanden sich recht gut und so waren sie bald in ein Gespräch versunken und achteten nicht mehr auf das, was auf dem Übungsplatz passierte. Während sich die beiden Frauen angeregt unterhielten war der ältere Sohn von Laila Rechtsprecher, Harrald, auch auf den Übungsplatz gekommen. Er war ein kräftig gebauter Mann, der glaubte auf Grund seiner Abstammung und seines Aussehens würde ihm die Welt zu Füßen liegen. Besonders die Damen. Nur dummerweise hatten weder Akkirah noch Margaretha etwas für diesen ungehobelten Kerl übrig und beachteten ihn einfach nicht.
Das ärgerte Harrald sehr und er versuchte seinen Ärger an Vilkas auszulassen, indem er ihn ständig provozierte und als unfähig hinstellte. Das konnte Vilkas nicht auf sich sitzen lassen und forderte Harrald zu einem Zweikampf heraus. Dieser nahm die Herausforderung gerne an und es kam wie es zu erwarten war, zu einer schnellen Niederlage von Vilkas, was diesen nur noch weiter ärgerte. Harrald hatte auch mehrfach auf Vilkas Bein draufgehalten um ihn zu Fall zu bringen. So fühlte sich Vilkas nun wie ein geprügelter Hund und wollte so schnell wie möglich nur noch weg. Akkirah hatte so gut wie nichts davon mitbekommen, denn sie und Margaretha hatten sich zwischendurch etwas auf dem Rasen hinter den Bänken hingelegt.
Erst als Vilkas nach ihr rief sprang sie auf und sah zu ihm hinüber. Sein Gesichtsausdruck ließ nichts Gutes verheißen. Zumal er nicht auf sie wartete sondern einfach schon mal Richtung Festungsausgang ging.
So schnell sie konnte versuchte sie ihm zu folgen. Sie waren es gewohnt nach der Übungsstunde in der Festung die Stadt durch das Südtor zu verlassen und dann gemütlich durch den Wald außerhalb der mauern zurück zum Honigheim zu gehen und meist noch eine Runde zur Entspannung schwammen, bevor sie sich ins haus begaben um das Abendbrot vorzubereiten. Diesen Weg hatte Vilkas auch eingeschlagen. Akkirah rief Vilkas als er den Weg zum Tor einschlagen wollte, nach: „Wartet doch bitte auf mich.“ Dabei übersah Akkirah ein kleines Mädchen, das von Grelot, der Vorsteherin des Waisenhauses begleitet wurde und rannte das Mädchen fast über den Haufen. Sowohl das Mädchen als auch Akkirah kamen aus dem Gleichgewicht und fielen zu Boden. Glücklicherweise hatten beide den Sturz gut abgefangen, und es war ihnen nichts passiert, aber Grelot fing sofort an, das Mädchen anzufauchen und auszuschimpfen, es möge doch gefälligst aufpassen, wo es langginge.
„Das Mädchen trifft da wohl keine Schuld und es gibt keinen Grund sie auszuschimpfen“, sagte Akkirah darauf hin etwas ungehalten. „Ich bin diejenige, die besser hätte aufpassen müssen und nicht blindlings auf den Weg rennen dürfen.“ Akkirah wandte sich an das eingeschüchterte Mädchen.“ Es tut mir leid, Kleines. Ich habe bin einfach drauflos gelaufen ohne mich umzuschauen.“
„Was fällt euch ein meine Erziehungsmethoden in Frage zu stellen?“ Grelot hob ihren Krückstock und fuchtelte damit vor Akkirah herum und es machte den Eindruck als würde sie Akkirah damit aufspießen wollen.
In der Zwischenzeit war Vilkas umgekehrt. Er hatte bemerkt das Akkirah zurückgeblieben war und als er sah das sie stürzte geriet er in Panik. Das hatte er nicht gewollt. Er wollte nur aus der Stadt heraus um sich wieder zu beruhigen. Als er sah das Grelot Akkirah mit dem Stock bedrohte stürmte Vilkas so schnell er konnte herbei und stellte sich schützend vor Akkirah. Dann machte er drohend einen Schritt auf die Heimleiterin, die nun ihrerseits in Panik geriet. Sie ging einen Schritt rückwärts und stolperte dabei über einen losen Stein und fiel rückwärts gegen das Geländer. Dummerweise war genau an dieser Stelle vor ein paar Tagen während einer Schlägerei zwischen den Wachen das Geländer gebrochen und erst mal nur notdürftig mit leichten dünnen Holzleisten geflickt worden. Diese hielten aber selbst dem eigentlich nicht großen Gewicht von Grelot nicht stand und so stürzte diese in die Tiefe.
Vilkas trat kreidebleich an das zerbrochene Geländer und schaute hinunter. Unten auf dem Steg lag Grelot mit verdrehten Gliedmaßen und rührte sich nicht mehr unter ihrem Kopf bildete sich eine größer werdende Blutlache. Akkirah hatte das Mädchen in den Arm genommen, das zu weinen angefangen hatte.
„Das wollte ich nicht“, sagte Vilkas leise. „Es war ein Unfall.“ Er sah verzweifelt zu Akkirah hinüber.“ Eine der Wachen, die den Vorfall mitbekommen hatte war hinunter gegangen, um zu sehen ob man Grelot noch helfen konnte. Die andere war oben geblieben. Als der Wachmann unten bei Grelot ankam und sie untersucht hatte, schüttelte er nur den Kopf. Die alte Frau war tot.
Zwischenzeitlich hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt. Auch Constance, die neben Grelot im Waisenhaus arbeitete war herbeigekommen, als sie den Auflauf durch eines der Fenster sah. Sie nahm Akkirah das Kind ab und brachte es erst mal ins Haus. Akkirah ging zu Vilkas hinüber. In dem Moment trat Harrald dazu. Es schien ihm eine willkommene Gelegenheit Vilkas noch mal eines draufzugeben.
„Gegen einen echten Krieger nicht bestehen können, also muß man sich an wehrlosen alten Frauen vergreifen.“
Akkirah wurde wütend: „ Es war ein Unfall. Vilkas hat Grelot nicht angerührt.“ Sie legte ihre Arme um ihren Mann. Vilkas sagte nichts.
Die Wache, die das Ganze beobachtet hatte bestätigte Akkirahs Aussage: „ Es war ein Unfall, sie ist gestolpert und dann durch das geflickte Geländer gestürzt. Vilkas hat sie nicht angefasst.“
„Ob es ein Unfall war oder nicht, das habt nicht ihr zu entscheiden. Das steht nur meiner Mutter zu. Der Mann gehör ins Gefängnis bis das Ganze geklärt ist.“ Harrald genoss es, sich hier so aufspielen zu können. Er wandte sich an zwei weitere Wachen „Nehmt ihn fest und bringt in ins Gefängnis.“
Die beiden Wachen wollten tun, was der Sohn der Jarl ihnen angeordnet hatte, aber Akkirah stellte sich ihnen in den Weg. „Ich bin Thane von Rifton und wenn ich sage mein Mann ist unschuldig, dann sollte es doch wohl einiges an Gewicht haben.“ Die beiden Wachen wurden unsicher und blieben stehen.
„Ihr mögt Thane sein, aber er ist es nicht und nicht ihr werdet beschuldigt, sondern euer Gemahl. Er wird solange, bis meine Mutter entschieden hat was geschehen soll, ins Gefängnis gehen.“
„Wenn er da rein muß, werde ich es auch tun. Ich bin genau so Schuld an dem Unfall wie er.“
Nun mischte sich Vilkas ein. „ Mein Herz, ich werde alleine gehen. Es ist alles meine Schuld.“ Er senkte den Kopf.
„Nein, mein unschuldiger Wolf, ich bleibe an eurer Seite, egal was passiert. Ich werde euch nicht verlassen.“ Sie küsste ihn und es war ihr egal, ob die Leute um sie herum standen.
Margaretha, die das Ganze schweigend aus dem Hintergrund verfolgt hatte, war in der Zwischenzeit in die Festung zu der Jarl gegangen, um zu berichten, was draußen vor sich ging. Gerade als die Wachen noch mal vortreten wollten, um Vilkas festzunehmen, trat Laila gemeinsam mit ihrem Huscarl Unmid Schnee-Schuh und Anuriel, der Voigt heraus um sich selbst ein Urteil zu bilden, was vorgefallen war.
„Was ist hier vorgefallen? Lorn, ihr hatte Wache vor dem Palast, was habt ihr gesehen?“
„Vilkas ist Schuld, das Grelot durch die zerstörte Absperrung gefallen ist, Mutter“, mischte sich Harrald ungefragt ein, bevor Lorn auch nur etwas sagen konnte. Laila drehte sich zu ihrem Sohn um und sagte im strengen Ton: „Ich habe Lorn gefragt und nicht euch. Ihr werdet euch hinein begeben und drinnen auf mich warten.“ Eingeschnappt und beleidigt tat Harrald, wie ihm geheißen, denn er spürte dass seine Mutter recht ungehalten war, so scharf wie sie ihn ansprach. Die Jarl war bemühte, sich ihren Ärger auf ihren Sohn nicht anmerken zu lassen. Am liebsten hätte sie ihm eine Ohrfeige verpasst. Sie hatte ihm gestern Morgen beauftragt, das Geländer richtig reparieren zu lassen und es war mal wieder nichts geschehen. Was war sie doch mit diesen ihren beiden Söhnen gestraft, dachte sie. Der älter, der ihr nachfolgen sollte, war selbstverliebt, arrogant und kümmerte sich um nichts, außer sein eigenes Wohlbefinden und ihr jüngerer Sohn stand auf Seiten der kaiserlichen und wenn es nach ihm ginge, würde Rifton sich dem Kaiserreich anschließen.
„Also Lorn, was ist vorgefallen.“
„Nun, meine Jarl. Akkirah folgte etwas stürmisch ihrem Mann und stieß dabei mit einem Mädchen, das sich in Begleitung von der alten… ähm, äh Grelot befand, zusammen. Es kam zu einem Wortgefecht zwischen den beiden Frauen, von dem ich nichts verstanden habe. Dann begann Grelot Akkirah mit ihrem Gehstock zu attackieren und Vilkas stürzte dazwischen. Er machte dann einen Schritt nach vorne, während Grelot nach hinten auswich. Dabei stolperte sie über einen losen Stein und fiel rückwärts gegen das Geländer, das ihrem Gewicht nicht standhielt und so stürzte sie in die Tiefe. Das war das, was ich gesehen habe.“
„Ich danke euch, Lorn. Wie ist es mit den anderen umstehenden? Hat jemand etwas anderes gesehen?“
Niemand außer einer weiteren Wache, die gerade ihre Runde auf dem Markplatz drehte, hatte etwas gesehen, und diese bestätigte die Aussage von Lorn.
„Damit sollte es klar sein. Es handelt sich hier um einen Unglücksfall. Vilkas hat Grelot nicht absichtlich hinab gestoßen. Er kann gehen.“ Damit drehte sie sich um, denn sie hatte in der Festung noch mit Harrald ein Hühnchen zu rupfen.
Akkirah war erleichtert als sie die Worte vernahm und fiel Vilkas glücklich um den Hals. Dieser sagte weiterhin nichts und legte seine Arme fast mechanisch um Akki. „Lasst uns heimgehen, mein Liebster, flüsterte Akkirah Vilkas leise ins Ohr. Er nickte nur und dann gingen sie zum Südtor, und nahmen den Weg, den sie auch ursprünglich gehen wollten. Weder Akkirah noch Vilkas hatten Lust sich in der Stadt mit irgendwem über das Geschehene zu unterhalten, was zwangsläufig passieren würde, wenn sie den kurzen Weg durch die Stadt nahmen.
Akkirah bemerkte das Vilkas ein wenig humpelte. Solange sie in der Nähe des Stadttores waren sagte sie nichts. Erst als sie weit genug entfernt waren, so das die dort postierten Wachen nichts mehr hören könnten, blieb sie stehen. „Vilkas, was ist mit eurem Bein?“
„Macht euch keine Sorgen, mein Herz“, antwortete Vilkas, „Es ist nichts.“
„Das glaube ich nicht, Vil. Wenn nichts wäre würdet ihr es nicht ein wenig nachziehen.“
„Es ist nichts“, er wirkte etwas ungehalten. “Lasst uns einfach nach Hause gehen.“
Akkirah drängte nicht weiter nach, obwohl sie sich Sorgen machte. Wenn Vilkas sich auf Stur stellte, war es besser ihn vorübergehend zu lassen. Es war heute Nachmittag auch alles zu viel gewesen und dazu noch das Unglück mit Grelot. Daher legte sie nur ihren Arm um Vilkas und so gingen sie dann langsam schweigsam nach Hause.
Im Honigheim angekommen, bat Akkirah Vilkas seine Rüstung abzulegen und sich hinzulegen, damit sie sich auch wenn nichts wäre, sein Bein einmal anschauen könne. Recht unwillig, das merkte Akkirah ihm an, tat er, um was sie ihn gebeten hatte. Sie selbst setze sich auf die Bettkante. Vilkas Bein wies einige blaue Striemen auf, wo Harralds Schwert ihn getroffen hatte, aber sonst war nichts zu erkennen. Das beruhigte Akkirah und sie sah Vilkas erleichtert lächelnd an. Er blieb weiterhin ernst und sagte nichts.
„Vil, mein Liebster, was ist los mit euch? Warum redet ihr nicht mit mir?“ nun wurde ihr Blick ernst. „Habe ich irgendwas getan, was euch verärgert hat? War es nicht in Ordnung, dass ich mich mit Margaretha unterhalten habe?“
Vilkas richtete sich erschrocken auf. „Mein Herz, ihr habt mich nicht verärgert. Wie könnt ihr so etwas nur glauben? Ich selbst war es mal wieder, der sich falsch verhalten hat. Und nun ist durch mein fehlerhaftes überstürztes Handeln ein Mensch gestorben. Was bin ich denn schon? Jemand der es nicht schafft seine Frau zu beschützen und auf sie zu achten. Ich habe euch einfach stehen lassen, weil ich wütend war. So hat sich ein Mann nicht zu verhalten.“ Er senkte traurig seinen Kopf. „Ich bin es nicht Wert, an eurer Seite zu sein. Ich bereite euch nur Ärger und Sorgen. Was wird unser Kind von so einem Vater halten, der unzuverlässig und unberechenbar ist?“
Ganz sanft legte Akkirah ihre Arme um Vilkas und schmiegte sich an ihn. „Ach, mein Liebster. Unser Kind wird euch für den besten Vater halten, den es haben kann. So wie ich euch für den wundervollsten Mann halte, den ich gegen nichts auf der Welt tauschen möchte, und zwar genauso wie ihr seid.“
Vorsichtig legte auch Vilkas seine Arme um sie. Er war aber immer noch recht angespannt. "Ihr dürft euch nicht so viele Gedanken machen, mein Liebster. Und gebt euch nicht die Schuld an dem heutigen Unglück. Ihr habt nichts Unrechtes getan." Sie streichelte ihm über den Rücken, vorbei sie durch sein Hemd die Narben spüren konnte. Vilkas seufzte nur schwer, sagte aber nichts. nachdem sie so lange zeit schweigend gesessen hatten, löste sich Akkirah vorsichtig aus Vilkas Armen.
„Ich sollte langsam mal die Rüstung ablegen, so ist es doch recht unbequem.“ Sie strich Vilkas eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sah ihn an. Sein Blick war immer noch ernst und verschlossen. Sie konnte ihn gut verstehen. Sie würde auch nicht gerade glücklich sein, wenn sie sich an einem Unfall Schuld fühlen würde. Sie gab ihm och eine Kuss, dann stand sie auf um sich der Lederrüstung zu entledigen. Diese war eine Sonderanfertigung von Balimund, denn in ihre Wolfsrüstung passte sie nicht mehr rein, ohne sich beengt zu fühlen. Das Kind in ihr wurde halt langsam größer und brauchte mehr Platz. Die Lederrüstung, die Balimund angefertigt hatte ließ sich noch verstellen, so dass sie diese hoffentlich einige zeitlang tragen konnte. Sie bot zwar nicht mehr ganz so viel Schutz wie ihre Wolfsrüstung, war aber immer noch besser, als nur einfache Kleidung. Nachdem sie die Rüstung auf einen Stuhl gelegt hatte, zog sie ein einfaches Kleid über. Normalerweise würde sie so nicht rumlaufen, aber es war zurzeit einfach am bequemsten.
Nachdem sie sich umgezogen hatte, setze sie sich wieder zu Vilkas, der immer noch auf dem bett saß und ihr die ganze zeit zugeschaut hatte. „Würdet ihr Wasser holen, mein Liebster? Wir haben Hunger“, sie fuhr mit ihrer Hand über ihren Bauch und sah Vilkas an. Er lächelte und nickte. Dann nahm er sich den Eimer und ging hinab zum Brunnen bei den Ställen, um frisches Wasser zu holen. Als er zurückkam, war Akkirah dabei Gemüse zu schneiden. Zuvor hatte sie schon das Hirschfleisch mit Kräutern eingestrichen und für den Bratspieß vorbereitet.
Vilkas war etwas erstaunt. „Wolltet ihr heute nicht Fasan machen?“
Akkirah sah ihn lächelnd an.“ Ihr mögt Hirschbraten aber lieber, also habe ich umgeplant.“
Vilkas stellte den Eimer ab und nahm Akkirah in die Arme. „Ich liebe euch, mein Herz“, seufzte er.
„Und ich euch.“ Dann wies sie mit dem Kopf zu den beiden Töpfen, die schon über dem Feuer hingen. Könnt ihr dort etwas Wasser für die Kartoffen und das Gemüse hinein tun. Und euch dann anfangen das Fleisch zu braten?“
Vilkas nickte und tat, um was sie ihn gebeten hatte. Während er den Spieß am Feuer immer drehte begann Akkirah draußen den Tisch zu decken. Die Sonne schien och immer und es war schön warm. Eine Dreiviertelstunde später saßen beide auf der Bank und machte sich über das gemeinsam zubereitete Essen her. Als sie fertig waren, legte Akkirah ihren Kopf an Vilkas Schulter und er legte seine Arme um sie. So saßen sie lange schweigend in der untergehenden Sonne und genossen es einfach nur ungestört beisammen zu sein.
„Euer Bauch wächst nun aber deutlich an, mein Herz“, sagte Vilkas nach einiger Zeit. Er hatte vorsichtig seine Hand darauf gelegt. „Ja“, seufzte sie. „und ich denke wir sollten bald aufbrechen um zu den Graubärten zu gelangen, bevor ich nicht mehr fähig bin, dort rauf zu gehen.“ Sie drehte sich so um, damit sie ihm ins Gesicht sehen konnte. „Glaubt ihr wir könnten nächste Woche aufbrechen? Und anschließend zurück nach Weißlauf gehen?“
„Wenn ihr es für richtig haltet, werden wir aufbrechen, mein Herz. Aber ihr wollt anschließend nicht hierher zurück?“ wunderte er sich. „Bis zur Geburt dauert es doch noch eine Weile und ihr seid doch so gerne hier am See.“
„Ich bin gerne da, wo ihr seid und ich weiß, das ihr lieber in Weißlauf wärt. Ihr seid nun wieder soweit, dass ihr das tägliche Schwimmtraining nicht mehr braucht. Also können wir auch zurückgehen. Und eure Kampffertigkeiten trainiert ihr besser in Jorrvaskr. Also gibt es keinen Grund mehr, länger hier zu verweilen.“

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Dienstag, 20. November 2012, 22:28

067 Der Weg nach Hoch-Rothgar

Akkirah und Vilkas ließen sich Zeit, bei ihren Vorbereitungen zum Aufbruch zu den Graubärten. Nach dem Unfall mit Grelot, war Vilkas die erste Zeit weiterhin sehr verschlossen und erst nach und nach schien er darüber hinweg zu kommen. Die beiden ließen sich selten in der Stadt sehen und gingen meist nur früh morgens zum einkaufen. Ansonsten waren sie die meiste Zeit am See, wo sie viel schwammen oder auch einfach lange Spaziergänge machten. Fiinja trottet bei den Spaziergängen meist hinter den beiden her.
Akkirah hatten einen Brief nach Jorrvaskr geschickt, um den anderen mitzuteilen, das sie zum Hals der Welt aufbrechen würden und sie nicht wussten wie lange sie dort bleiben würden. Dass sie danach zurück nach Weißlauf gehen wollten, hatte sie nicht gesagt, sie wollten die anderen damit dann überraschen. Je näher der Tag ihrer Abreise kam, desto stiller wurde diesmal Akkirah. Sie hatte Angst vor dem was sie erfahren würde. Nun versuchte Vilkas sie abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen, was wiederum ihm selbst half, über seine
eigenen Probleme hinwegzusehen.
Am Abend vor ihrer Abreise besuchten se noch mal ihre Freunde in der Diebesgilde. Diese freuten sich alle Akkirah noch mal vor ihrer Abreise zu sehen, denn sie wussten, es würde wohl sehr lange dauern, sie wieder zu sehen. Bryn begleitet sie in der Nacht durch den Geheimgang hinaus. Draußen verabschiedete er sich dann von Akkirah und Vilkas.
„Passt weiterhin gut auf das Mädchen und ihren Nachwuchs auf. Vielleicht schaffe ich es ja auch mal nach Weißlauf zu kommen und euch dort zu besuchen.“
„Wir würden uns freuen, wenn ihr das macht, Bryn.“
Vilkas umarmte seinen Freund zum Abschied und auch Akkirah nahm Brynjolf schweigend in die Arme. Dann gingen sie heim und legten sich auch gleich schlafen. Die Vorbereitungen waren alle soweit abgeschlossen. Drifa würde wie auch sonst immer mal nach dem rechten schauen. So brachen sie dann ohne Hetze gemütlich nach dem Frühstück auf. Sie würden gut Eineinhalb Tage bis Ivarstatt brauchen. Auf halber Strecke wollten sie bei der Kernholzmühle am See die Nacht verbringen. Den Weg um Rifton herum bis zum Südtor wollten sie zu Fuß gehen, danach würden sie auf Fiinja reiten.
Sie waren gerade auf Höhe des versperrten Osttores, als sie ein Winseln hörten. Fiinja, die hinter ihnen gemächlich immer mal ein paar Grashalme zupfend, ging, schaute ohne großartige Furcht zu zeigen, auf das Gebüsch, aus das man die Laute hörte. Akkirah nahm ihren Bogen schussbereit in die hand und schlich zum dem Gestrüpp. „Nein, Akki, Geht nicht dorthin“, vernahm sie ängstlich flüsternd Vilkas. Aber ihre Neugierde war einfach größer.
Vilkas war dicht hinter ihr mit seinem gezogenen Zweihänder, jeder zeit bereit sofort zuzuschlagen.
In dem Gebüsch fanden sie einen großen grauen struppigen Hund, der mit einer Pfote in eine Bärenfalle geraten war, die irgendein Jäger am Wegesrand vor langer Zeit aufgestellt hatte und dann wohl vergessen hatte. Dadurch dass Die Falle recht rostig war, war sie nicht komplett zugeschnappt. Ansonsten hätte sie wohl die Dünnen Knochen des Tieres zerschmettert. Trotz Protest von Vilkas ging Akkirah langsam auf den Hund zu. Sie redet dabei die ganze zeit beruhigend auf ihn ein. Das Tier spürte, dass sie ihm nichts tun wollte und verhielt sich ruhig, als Akkirah sich daran machte, die Falle zu öffnen. Nachdem sie das geschafft hatte, tastet sie vorsichtig das Bein des Tieres ab. Es war nichts gebrochen.
„Es ist besser, ihn gleich zu töten, mein Herz.“ warnte Vilkas sie. „Streunende Hunde sind gefährlich und dieser hier sieht nicht danach aus, als hätte er einen Besitzer.“ Er streckte sein Schwert ein und nahm seinen Bogen zur Hand und griff nach einem Pfeil. Der Hund schien zu spüren, was Vilkas vorhatte und winselte ganz leise und traurig.
„Nein Vil. Lasst ihn laufen. Er tut niemanden was. Bitte.“ Sie sah ihn flehend in die Augen.
„Nun, gut, mein Herz, wenn ihr es wünscht, lassen wir ihn laufen.“
Akkirah legte ihre Arme um Vilkas. „Danke, Vil.“ Dann kramte sie etwas von dem gebratenen Fleisch hervor, das sie für unterwegs mitgenommen hatte und gab es dem Hund. Vilkas schüttelte nur den Kopf, sagte aber nichts.
„Hier, du Streuner. Und nun sieh zu das du nach Hause, wo immer das sein mag, kommst.“ Sie warf dem Hund den Fleischbrocken hin. Dann drehte sie sich um und gemeinsam mit Vilkas und Fiinja ging sie weiter ihres Weges. Der Hund schnappte sich das Fleisch und fraß es ohne Hast auf. Dann schlich er in sicherer Entfernung hinter den drei Reisenden her. Nur Fiinja merkte, dass sie verfolgt wurde, aber da sie den Hund als ungefährlich eingestuft hatte, kümmerte sie sich nicht weiter um ihn. Nachdem Akkirah, Vilkas und Fiinja das Südtor erreicht hatten steigen die beiden auf den Rücken der Stute und ließen sich in einem lockeren Trab tragen.
Auf Höhe des Orklagers Lagashbur machten Akkirah und Vilkas Pause und aßen etwas. Fiinja graste gemütlich am Seeufer. Akkirah als auch Vilkas bemerkten, das der Hund ihnen gefolgt war. „Verdammte Töle“, grummelte Vilkas. Akkirah legte ihren Arm um ihn. „Was ist los mit euch, mein ungehaltener Wolf? Lasst den Hund doch, irgendwann wird er schon wieder verschwinden.“ Vilkas antwortete nicht, aber Akkirah spürte, dass er das Tier am liebsten davon gejagt hätte. Als sie mit dem Essen fertig waren brachen sie wieder auf. Immer wieder schauten sich Akkirah und Vilkas um, um zu sehen, ob der Hund ihnen weiter folgte. Sie bemerkten aber nichts. So erreichten sie dann am späten Nachmittag die Kernholzmühle, wo sie ihr Nachtlager aufschlugen. Da hier um die Mühle herum regelmäßig Wachen aus Rifton ihre Runden drehten, brauchten sie sich keine Sorgen wegen möglicher Banditen und ähnliches machen. Akkirah und Vilkas setzten sich ans Seeufer und versuchten ein paar Fische zu fangen, die hier in rauer Menge im See zu finden waren. Ihren reichlichen Fang brieten sie dann über einem kleinen Lagerfeuer. Anschließend saßen sie noch lange da und beobachteten die bunten Libellen in der untergehenden Sonne, bevor sie sich Schlafen legten.
Akkirah hatte bemerkt, das der Hund ihnen doch gefolgt war, aber sie sagte Vilkas nichts davon. Am folgenden Morgen machten sie sich dann, nachdem sie etwas Brot von der Mühlenbesitzerin Grosta zum Frühstück erhalten hatten wieder auf den Weg nach Ivarstatt. Wieder wechselten sie zwischen Reiten und Laufen ab. Schließlich würden sie am Hals der Welt zu den Graubärten zu Fuß hochgehen müssen, da der Weg von einem Pferd nicht passiert werden konnte, wollte man nicht riskieren das es sich die Beine brach. Fiinja würden sie bei Wilhelm im Stall der Taverne Vilemyr zurücklassen.
Das Wetter hatte sich verschlechtert und Nebel zog auf. Das gefiel weder Vilkas noch Akkirah, aber sie konnten nichts dran ändern und hofften das es für den Aufstieg morgen wieder aufklaren würde. So kamen sie dann am Nachmittag nicht gerade trocken in Ivarstatt an. Wilhelm freute sich die beiden zu sehen und brachte sie gleich erst mal zu ihrem Zimmer, wo sie sich bis zum Abendessen ausruhen konnten. Akkirah versorgte aber noch schnell Fiinja, die eine geräumige Box im Stall bekommen hatte. Vilkas begleitete sie dabei. Danach gingen sie ins Zimmer und Akkirah zog sich das einfache Kleid über, das sie mitgenommen hatte und legte ihre Rüstung zum Trocknen über einen Stuhl nahe des Feuers. Vilkas hatte es genauso gemacht und sich schon mal gemütlich aufs Bett gesetzt und wartet Das seine Frau sich zum ihm gesellte.
„Ich hoffe die Rüstung ist bis zum Essen wieder einigermaßen trocken.“ Seufzte Akkirah als sie sich in Vilkas Arm gekuschelt hatte. „Ich möchte ungern nur in diesem Aufzug in die Gaststube gehen.“
„Wir bitten Wilhelm einfach uns das Essen aufs Zimmer bringen zu lassen. Dann ist das Problem gelöst, mein Herz.“
„Stimmt, das ist das Beste.“ Sie sah Vilkas lächelnd an und dann döste sie etwas ein. Sie war recht müde.
Als Wilhelm später an die Tür klopfte um ihnen bescheid zu geben, das sie zum Essen kommen könnten, bat Vilkas ihn, ihnen das Essen aufs Zimmer zu bringen, was auch sogleich veranlasst wurde. Nach dem Essen schlief Akkirah auch gleich wieder ein. Der Aufstieg morgen würde nicht gerade ein Spaziergang werden und sie wollte auch schon sehr zeitig aufbrechen um nicht unterwegs doch noch übernachten zu müssen.
Akkirah erwachte sehr zeitig. Vilkas schlief noch fest. Sie beschloss ihn schlafen zu lassen und stand vorsichtig auf und kleidete sich an. Dann ging sie hinaus zum Stall um Fiinja zu versorgen. Anschließend ging sie wieder auf ihr Zimmer. Vilkas war aufgewacht und hatte sich auch schon angekleidet. „Ihr hättet mich wecken sollen, mein Herz.“ „Ihr habt noch so friedlich und fest geschlafen, da konnte ich euch einfach nicht wecken.“ Sie schlang ihm ihre Arme um den Hals. „Seid mir nicht böse, Vil.“ Er seufzte.
Dann begannen sie ihre Sachen zu packen. Akkirah hatte gesehen, das Wilhelm ihr frühstück schon vorbereitet hatte. Sie konnten also gleich nach dem essen aufbrechen. Leider hatte sich wie zu erwarten war, der Nebel nicht verzogen. Der Aufstieg würde also schwieriger werden, da man schlecht vorausschauen konnte, was vor einem lag. Auch hatte Klimmek, der häufig die 7000 Stufen hinauf nach Hoch-Rrothgar ging, um den Graubärten Vorräte hochzubringen, Willhelm vor einpaar Tagen erzählt, das er unterwegs eine größeres Rudel Wölfe gehört hatte. Das beunruhigte Akkirah und Vilkas etwas aber sie waren guter Dinge, das die Wölfe keine große Gefahr für sie darstellen würden. Normalerweise bestanden die Gruppen aus Wölfen in Himmelsrand aus maximal 3 Tieren. Damit würden sie schon fertig werden.
Nachdem sie die Brücke überquerst hatten ging es auch schon mit den ersten Stufen los. Nach einer halben stunde entdeckten sie eine Art Schrein mit einer Inschrift.
Emblem 1
Vor der Geburt der Menschen haben die Drachen
Ganz Mundus beherrscht.
Ihr Wort war die Stimme und sie benutzten sie nur,
wenn es absolut notwendig war.
Denn die Stimme konnte den Himmel verdunkeln
Und das Land überfluten.

„Was mag das bedeuten“, fragte Akkirah Vilkas, als sie es gemeinsam lasen.
„Ich weiß es nicht mein herz, aber vielleicht erfahren wir es wenn wir Hoch-Rothgar erreicht haben.“
So gingen sie dann zügig weiter. Nach zwei Stunden Aufstieg erreichten sie die Schneegrenze. Die in den Fels gehauenen Stufen waren teilweise verwittert und mit Geröll bedeckt. Dort wo der Schnee drauf lag wurden sie teilweise tückisch glatt. Und sie kamen langsamer vorwärts. Der Nebel war noch dichter geworden. Sie gingen die meiste zeit schweigend nebeneinander um keine wilden Tiere oder andere Wesen auf sich aufmerksam zu machen. Sie hofften, wenn sie die Tiere nicht sahen, würden sie auch nicht bemerkt werden. Gegen Mittag machten sie beim dritten Schrein, an dem sie vorbei kamen halt und aßen etwas von dem was ihnen Wilhelm mitgegeben hatte. Beide merkten die Anstrengungen, die der Aufstieg bereitete. Vilkas tat sein Bein ein wenig weh, aber er behielt es für sich und Akkirah spürte, wie die dünner werdende Luft ihr den Atem nahm.
Eine Stunde nachdem sie zu Mittag eine Pause gemacht hatten hörten sie plötzlich durch den Nebel das Heulen von Wölfen. Akkirah nahm ihren Bogen zur Hand während Vilkas seinen Zweihänder zog. Und plötzlich wie aus dem Nichts tauchte das Rudel Wölfe vor ihnen auf. Der Wind, der aufkam, riss in dem Moment den Nebel etwas auseinander und so konnte Akkirah und Vilkas sehen das es fünft Wölfe waren, die auf sie zustürmten. Akkirah legte sofort an und es gelang ihr zwei der Tiere mit Ihrem Bogen zu erlegen, bevor diese sie erreichten. Dann ließ sie den Bogen fallen und zog ihr Schwert. Zwei übrig der gebliebenen Wölfe stürzten sich auf Vilkas, der sie mit seinem Schwert in Schacht hielt und der dritte ging auf Akkirah los. Akkirah hatte nicht allzu viel Mühe ihren Gegner zu erledigen. Vilkas hatte es da schon schwerer. Als Akkirah ihrem Mann zur Hilfe eilen wollte, rutsche sie auf einer Eisplatte aus. Vilkas dem es aber schon gelungen war eines der angreifenden Tiere zu töten, schrie dieser plötzlich entsetzt und voller Panik auf.
Ein sechster Wolf hatte sich nicht direkt dem Angriff angeschlossen, sondern schien den Kampf von dem Felsvorsprung direkt über Akkirah beobachtet zu haben. Das Tier war größer als seine Gefährten und es schien der Anführer des Rudels zu sein. Nun setzte er zum Sprung an, um sich auf Akkirah zu stürzen, die keine Chance gehabt hätte ihm auszuweichen. Aber plötzlich tauchte ein grauer Schatten auf, der sich auf den sprungbereiten Wolf stürzte und ihn aus dem Gleichgewicht brachte. Ein wirres Fellknäuel, bei dem man nicht erkennen konnte, wer der Wolf und wer das andere Tier waren, fielen von dem Felsvorsprung ineinander verbissen herab. Akkirah rappelte sich hoch sprang zur Seite, ihr Schwert schützend vor sich haltend, während Vilkas es gelang, seinem Gegner dem Rest zu geben. Danach lief er so schnell er konnte zu Akkirah hinüber.
Das wirre Knäuel, aus den zwei miteinander kämpfenden Tieren löste sich langsam. Es war der streunende Hund, der ihnen heimlich gefolgt war, der den Wolf angegriffen hatte und somit Akkirah das Leben gerettet hatte. Der Hund blutete aus mehreren Wunden und wenn Vilkas nicht eingegriffen hätte, hätte der Wolf ihn wohl zerfleischt. Als der letzte Wolf tot am Boden lag lief Vilkas sofort zurück zu Akkirah und kniete sich mit angstvollem Blick neben sie. „Alles in Ordnung mit euch, mein Herz?“ fragte er sie besorgt. Sie nickte, doch als sie aufstehen wollte, sackte sie gleich wieder schmerzverzerrt zusammen. Sie schien ihren Knöchel beim Sturz verstaucht zu haben und er bereitete ihr arge Probleme beim Auftreten.
„Verdammt, das darf nicht wahr sein“, fluchte sie deprimiert. Vilkas kniete sich neben ihr nieder und nahm sie in die Arme. „Was sollen wir nun machen?“ fragte er verzweifelt. „Wir sind zu weit oben um wieder hinunter zu gehen und nicht weit genug, als dass wir noch zu unserem Ziel gelangen können.“
Der verletzte Hund kam auf sie zugehumpelt und schmiegte sich an Akkirah, die ihn sanft über den Kopf streichelte. „Danke mein Guter. Ihr habt mir das Leben gerettet.“ Dann wandte sie sich an Vilkas. „Wir werden heute hier unter dem Felsvorsprung bleiben. Wenn ich den Fuß etwas schone, werde ich morgen wieder laufen können und wir schaffen den Rest nach oben. Wir müssen den Wölfen die Felle abziehen. Daraus können wir uns ein Nachtlager herstellen. Feuerholz werden wir hier wohl kaum finden.“
Sie hatten zwar für den Notfall Decken mitgenommen, aber es war hier oben doch kälter als sie angenommen hatten. Und der Wind pfiff eisig um den Berg herum. Unter dem Vorsprung waren sie zwar vor dem Wind ein wenig geschützt, aber wärmer war es dadurch auch nicht. So machte Vilkas sich daran, die Felle abzuziehen, Akkirah sah sich unterdessen die Wunden des Hundes an, der immer noch ganz ruhig neben ihr lag. Er hatte viele kleine harmlose Bisswunden, bis auf die an seiner rechten Halsseite. Da hatte ihn der Wolf ihn eine ziemlich tiefe Wunde zugefügt. Akkirah säuberte sie Stelle so gut es ging. Eigentlich hätte sie die Wunde Nähen müssen, aber sie wusste nicht, ob das Tier dann nicht doch auf sie losgehen könnte, weil es recht schmerzhaft werden würde, so ließ sie es lieber sein.
Anschließend versuchte sie ihren Stiefel auszuziehen, wobei sie sie vor Schmerzen am liebsten lauf aufgeschrieen hätte.
„Was ist tut ihr da; mein Herz“, Vilkas ließ sofort seine Arbeit liegen und kam zu ihr gelaufen.
„Es ist alles in Ordnung, Vil. Ich habe nur die Stiefel ausgezogen um einen festen Verband um den Knöchel anlegen zu können. Macht euch keine unnötigen Sorgen.“ Sie bemühte sich zu lächeln. Vilkas sah sich den anschwellenden Fuß an. „Seit ihr sicher damit morgen weiter gehen zu können?“
„Ja mein Liebster, das wird gehen.“ sanft zog sie ihn an sie und küsste ihn auf die Stirn. ‚Ich hoffe ich schaffe es wirklich, ansonsten könnten wir ein ziemlich großes Problem bekommen’ dachte sie, dabei bemüht, sich ihre Gedanken nicht anmerken zu lassen. Sie fühlte sich absolut hilflos. „Ihr habt, recht, wir werden es schaffen“, versuchte nun Vilkas optimistisch zu klingen. Sanft strich mit seiner hand über ihr Haar. Dann machte er sich wieder daran die letzten zwei Felle abzuziehen. Den Rest der Kadaver stieß er den Berg hinab.
Als Vilkas fertig war begann er ein Lager unter dem Felsvorsprung zu bereiten. Nachdem er fertig war ging er zu Akkirah und Half ihr hinüber. Auf einem Bein humpelte sie an seinem Arm geklammert hinüber. Ihren nun fest Bandagierten Fuß belastete sie nicht und den Versuch von Vilkas, sie hinüber zu tragen wehrte sie vehement ab. Nachdem sie auf den Fellen lag holte Vilkas etwas von ihren Vorräten hervor. Er nahm ein großes Stück von dem gebratenen Fleisch, das sie von Wilhelm mitbekommen hatten und gab es dem Streuner. „Das habt ihr euch verdient.“ Akkirah sah Vilkas lächelnd an.
„ich versuche doch noch mal etwas Holz zu sammeln, mein herz“, beschloss er. Vielleicht gelingt es uns wenigstens ein kleine Feuer zu entfachen um etwas Schnee zu erhitzen und so etwas zu trinken zu bekommen. Das Wasser im Beutel ist zu Eis gefroren.“
„Ihr habt Recht, etwas zu trinken und besonders etwas Warmes kann nichts Schaden.“
Damit ging Vilkas los und kam einige Zeit später mit einigen trockenen Ästen, die er gefunden hatte zurück.
Es dauerte recht lange, bis es Vilkas gelang ein kleines Feuer zu entfachen. Aber es reichte anschließend um zwei Becher mit Tee richtig heiß zu machen und anschließend noch etwas einfaches Wasser, das sie dem Hund gaben. Dann brach auch schon die Dunkelheit herein und sie beschlossen sich schlafen zu legen. Dich aneinandergekuschelt unter ihren decken wärmten sie sich gegenseitig und schliefen auch bald ein. Der Hund hatte sich zu ihren Füßen zusammengerollt und schlief dort auch bald ein.
Am nächsten Morgen wachten sie beim Aufgehen der Sonne auf. Der Nebel hatte sich verzogen und sie hatten nun eine klare Aussicht. Vilkas beschloss noch mal etwas Holz zu sammeln damit sie sich noch mal etwas zu trinken zubereiten konnten. Akkirah bandagierte in der Zeit ihren Fuß neu. Die Schwellung war glücklicherweise über Nacht zurückgegangen. In ihren Stiefel zu kommen, war trotzdem noch mit heftigen Schmerzen verbunden, aber sie schaffte es. Dann nahm Akkirah etwas zu Essen aus dem Rucksack, das sie gleich verspeisen konnten. Vilkas kam bald mit etwas Holz zurück. Wieder dauerte es einige Zeit bis das Feuer in Gange war und sie etwas Warmes zu trinken zubereitet hatten.
Als sie mit ihrem Frühstück fertig waren, packten sie ihre Decken wieder in ihre Rucksäcke und Dann half Vilkas Akkirah vorsichtig aufzustehen. Richtig Auftreten konnte sie nicht, also musste Vilkas sie stützen. So kamen sie zwar nur sehr langsam vorwärts, aber es klappte. Die Wunde des Hundes, die sich Akkirah auch noch mal angeschaut hatte, hatte sich soweit geschlossen, das wenn er sich vorsichtig bewegte, diese nicht unbedingt aufreißen würde. Das Tier lief meist vor ihnen her. Jetzt wo sich der neben verzogen hatte, hatten sie einen herrlichen Ausblick auf einen großen Teil von Himmelsrand. Unter normalen umständen hätten sie hier und da einfach verweilt und den Anblick genossen, aber jetzt wollten sie nur sehen das sie zu den Graubärten kamen um nicht eine weitere Nacht draußen zu verbringen.
Akkirah spürte die dünner werdende, Luft je höher sie kamen. Es strengte sie sehr an in Vilkas Arm den Weg weiter zu humpeln. Vilkas spürte es und hätte sie am Liebsten getragen. Er wusste aber, dass sie das nicht erlauben würde, und letztendlich auch recht damit hatte. Auch wenn sein Bein wieder gut verheilt war, wäre es leichtsinnig es mit zusätzlichem Gewicht zu belasten. Gegen Mittag konnten sie endlich die Festung Hoch-Rothgar erkennen. Vilkas schätze sie würden so, wie sie vorwärts kamen noch gut 2 Stunden brauchen bis sie den Eingang erreichen würden. Am Ende schafften sie es etwas schneller und nach gut eineinhalb Stunden klopften sie an eines der großen Eingangstore.

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Donnerstag, 29. November 2012, 21:13

068 Bei den Graubärten

Es dauerte eine ganze Weile bevor sich das Tor endlich öffnete und ein alter Mann mit grauem Bart vor ihnen stand. Er musterte sie lange sagte aber zunächst nichts. Dann gab er ihnen durch eine Geste zu verstehen, dass sie eintreten sollten. Akkirah fühlte sich unwohl und sah recht blas aus. Der Aufstieg war doch anstrengender gewesen, als wie sie erwartet hatte. Was sie sich nun am meisten wünschte war ein Bett in das sie sich legen konnte, um sich auszuruhen. Vilkas hielt sie fest, denn er spürte, dass seine Frau am Ende ihrer Kräfte war. Er hätte es ihr ausreden müssen, aber er konnte verstehen, das sie wissen wollte, was los mit ihr war und ob es Auswirkungen auf ihr ungeborenes Kind haben könnte.
Der alte Mann führte sie zunächst in eine große Halle. Hier standen drei weitere Männer mit langen grauen Bärten, denen man auch ansah, dass sie älter als derjenige war, der ihnen das Tor geöffnet hatte.
„Endlich seid ihr gekommen, Drachenblut“, fing der Mann nun an, leise zu sprechen. Da war es wieder, das Wort, mit dem sie auch von den Soldaten damals beim Südlichen Wachturm angesprochen wurde. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Vilkas legte seinen Arm fester um sie. Der Streuner versteckte sich hinter den beiden. Er merkte auch, dass sich seine beiden Menschen, denen er sich angeschlossen hatte, hier nicht wohl fühlten.
Vorsichtig antwortet Akkirah: „Ihr nennt mich Drachenblut, was bedeutet das?“ Ihre Stimme klang unsicher.
„Bevor ich es euch erkläre, müsst ihr uns allen noch vorführen, das ich wirklich ein Drachenblut seid. Tretet vor und gebt uns eine Kostprobe. „Ich befürchte, dann war unser Weg hierher umsonst. Ich kann euch nichts vorführen, denn ich weiß nicht wie ich es machen soll. Abgesehen davon habe ich Angst um das Leben meines ungeborenen Kindes. Als ich vor einiger Zeit in einer Notsituation unbewusst ein paar Worte gesprochen habe, die ich nicht verstand, hat mich jedes dieser Worte einen Teil meiner Energie gekostet, als ich damit ein Flammeninferno und Druckwellen erzeugt habe.“
„Ihr wisst also was die Worte bewirken können, und ihr habt sie angewandt? Nun, dann sollten wir anders vorgehen. Für gewöhnlich braucht ein Mensch viele Jahre des intensiven Studiums, um einen einfachen Schrei mit geringer Wirkung hervor zu rufen. Ihr scheint zu mehr fähig zu sein.“ Er sah sie ernst an. „Aber ihr habt Recht, Schreie ungelernt anzuwenden kostet Kraft, die ihr zurzeit nicht habt. Und ich will auch eure ungeborenen Leben nicht gefährden. Daher werde ich euch zu einem Zimmer geleiten, indem ihr euch mit eurem Gefährten etwas ausruhen könnt. Später werde ich euch etwas zu essen bringen. Morgen werden wir uns dann weiter unterhalten. Oh entschuldigt bitte, wie unhöflich von mir, dass ich vergaß mich vorzustellen. Ich bin einer der fünf Meister der Stimme, Arngeir. Die anderen drei sind Meister Borri, Meister Einarth und Meister Wulfgar. “ Die drei verbeugten sich jeweils, als Arngeir ihre Namen nannte. Er drehte sich zu den anderen Männern um und gab ihnen mit einem Nicken zu verstehen, das sie sich zurückziehen konnten. Dann wandte er sich wieder an Akkirah und Vilkas.
„Wir sind es nicht gewohnt, Gäste hier zu haben und haben auch keine Bediensteten. Bitte verzeiht uns unsere kurz angebundene Art, denn wir reden auch sehr wenig. Und nun folgt mir bitte. Wir haben ein paar Gästezimmer für Notfälle und da wir euch schon von weiten sahen habe ich eines hergerichtet.“
Akkirah und Vilkas waren unentschlossen, aber da Akkirah dringend Ruhe brauchte, gingen sie hinter dem Mann her. Er brachte sie zu einem kleinen recht einfach eingerichteten Zimmer, an dessen Wand ein großes Regal mit Büchern stand. Davor war ein kleiner, runder Tisch und zwei Stühle. Dann ließ der Alte die beiden alleine. Das Bett war breiter als ein normales für eine Person, so dass sie beide genug Platz drinnen haben würden. Akkirah setzte sich gleich hin, nachdem sie ihren Rucksack und die Waffen abgelegt hatte. Vilkas legte seine Sachen auch ab und half dann Akkirah erst einmal aus den Stiefeln. Ihr Knöchel war wieder etwas angeschwollen, aber nicht mehr so sehr wie am Abend zuvor. Akkirah wollte sich selbst einen neuen Verband anlegen aber Vilkas bestand darauf, dass sie sich hinlegte. Zuvor hatte er ihr einfaches Kleid aus dem Rucksack genommen und ihr geholfen es anzuziehen. Hier in der Festung würden sie ihre Rüstung sicherlich nicht brauchen und es war bequemer darin.
Der Streuner hatte sich vor das Fußende des Betts hingelegt und beobachtete wie sich Vilkas um Akkirah kümmerte. Nachdem Vilkas sich um Akkirah gekümmert hatte und ihr auch noch ein Becher mit Wasser zu trinken gegeben hatte, schlief diese auch gleich erschöpft ein. Vilkas blieb erst noch etwas auf der Bettkante sitzen und beobachtete sie. Dann nahm er e die Waschschüssel und füllte etwas Wasser hinein und stellte sie vor den Hund ab. „Ihr habt sicherlich auch Durst“, flüsterte er leise und der Hund begann dankbar das Wasser zu trinken.
Vilkas war unschlüssig was er tun sollte. Er überlegte zunächst sich zu seiner Frau zu legen, aber er war nicht müde. So begann er, sich die Bücher in dem Regal anzuschauen. Es waren zum größten Teil sehr alte Bücher und Vilkas war sehr vorsichtig, wenn er das ein oder andere vorsichtig herausnahm und eine Blick hinein warf.
Einen illustrierten Band über die alten Drewmer nahm er schließlich mit an den Tisch, setzte sich auf den Stuhl und begann darin zu lesen. Er merkte gar nicht wie die Zeit verstrich. Nach gut eineinhalb Stunden erwachte Akkirah. Sie fühlte sich nun wesendlich besser und erholt und richtete sich ein wenig auf. Der Anblick, der sich ihr bot, ließ sie lächeln. Der Hund hatte sich neben Vilkas gesetzt und seinen Kopf auf sein Bein gelegt. Vilkas streichelte das Haupt des Hundes, während er mit der anderen seinen Kopf etwas stützte und in das Buch vor sich vertieft war. Akkirah beobachtete die beiden einige Zeit, bis sie sich dazu entschloss aufzustehen. Der Hund rührte sich nicht, und wedelte nur etwas mit dem Schwanz, als sich vorsichtig humpelnd Akkirah näherte. Vilkas bemerkte sie erst, als sie ihre Arme um ihn legte und ihm einen Kuss auf die Wange gab.
„Ihr seid schon wieder wach? Wie fühlt ihr euch? Und ihr solltet doch lieber euren Fuß noch schonen, mein Herz.“ Er sah sie besorgt an.
„Mir geht es schon wieder viel besser. Und der Fuß tut kaum noch weh. Nur habe ich etwas Hunger.“
Als wäre das das Stichwort, klopfte es an der Tür. Meister Arngeir stand mit einem Tablett, auf dem zwei Schüsseln mit Eintopf und eine Krug Met drauf waren, vor dem Zimmer. Auf einem weiteren Teller lag ein großer Knochen mit üppigen Fleischresten.
„Ah, ihr mögt Bücher?“ wandte sich der alte Mann an Vilkas.
„Ja, wir lesen beide sehr gerne. Ihr habt eine nette Sammlung in diesem Zimmer.“ Er stand auf und nahm das Buch vom Tisch um es wieder ins Regal zu stellen.
„Das ist nur ein Kleiner Teil unserer großen Sammlung, die sich fast mit der der Akademie von Winterfeste messen lassen kann.“ Arngeir betrat das Zimmer und stellte das Tablett auf den Tisch. „Hier ist wie angekündigt das Abendmahl. Es ist recht bescheiden, aber für uns reicht es.“
„Wir danken euch“, ließ sich Akkirah leise vernehmen. Sie fühlte sich in Gegendwart dieses Mannes recht unsicher. Ihr fielen auch wieder die Worte ein, die er zu ihr sagte ‚ich will auch eure ungeborenen Leben nicht gefährden’. Wieso sprach er in Mehrzahl? Sie bekam doch nur ein Kind. Sprach er von der Zukunft? Ist das was sie war und was sie bewirken konnte, doch gefährlicher als sie dachten?
Vilkas spürte die aufkommende Unruhe in Akkirah und führte sie, sie dabei vorsichtig stürzend, zum Stuhl damit sie sich setzten konnte.
"Wenn ihr noch etwas braucht, könnt ihr euch in den Küchentrakt begeben und euch nehmen, was ihr benötigt. Ich würde vorschlagen, dass wir uns dann morgen nach dem Frühstück, das wir im großen Saal einnehmen, über eure Fähigkeiten unterhalten und schauen wie es darum bestellt ist. Bis dahin wünsche ich euch eine angenehme Nachtruhe."
Akkirah und Vilkas bedankten sich und wünschten Arngeir auch eine gute Nacht. Dann nahm Akkirah den Teller mit dem Knochen und stellte ihn auf dem Boden. Der Streuner machte sich sogleich hungrig darüber her. Dann begannen auch Vilkas und Akkirah ihren Eintopf zu essen. nach dem Essen nahm sich Vilkas wieder das Buch aus dem Regal, das er angefangen zu lesen hatte. Er half Akkirah, die zunächst protestierte zum Bett hinüber zu gehen und dann machten sie es sich beide darin gemütlich. Vilkas hielt das Buch während Akkirah in seinem Armen lag und gemeinsam lasen sie dann in dem Buch, bis die Müdigkeit sie überfiel.
In der Nacht kam ein Sturm auf, der laut um die Mauern von Hoch-Rothgar heulte. Dadurch wachte Akkirah zeitig auf. Vilkas schlief trotzdem weiter. Da es bis zum Frühstück noch eine Weile hin war, blieb auch Akkirah liegen und nickte wieder etwas ein. Erst als Vilkas erwachte, stand sie auf.
Ihr Knöchel war wieder auf die normale Größe abgeschwollen und als sie vorsichtig auftrat, hatte sie kaum noch Schmerzen. Trotzdem legte sie sicherheitshalber noch mal einen neuen Stützverband an. Vilkas, der auch aufgestanden war, half ihr dabei. Nachdem sie sich gewaschen hatten, zogen sie ihre Rüstungen an. Es erschien ihnen sinnvoller, sich so durch die große Festung zu bewegen. Vilkas bestand darauf, dass er Akkirah noch weiterhin beim Laufen stütze. Der Streuner lief dabei immer um sie herum.
"Wir brauchen einen Namen für den Hund", meinte Akkirah plötzlich. Vilkas nickte, aber irgendwie fiel ihnen nichts Passendes ein, so beschlossen sie sich später darüber Gedanken zu machen und gingen weiter durch die Gänge der Festung. Sie wussten nicht genau wo sich der große Saal befand, aber er würde sicherlich irgendwo am Hauptgang liegen. Sie fanden ihn schließlich an der anderen Seite der Festung. Arngeir hatte schon alles vorbereitet und saß an dem großen Tisch.
"Guten Morgen, Meister Arngeir", begrüßen Akkirah und Vilkas ihn. Sie wunderten sich, dass sie die anderen Meister nicht sahen. Und als hätte Arngeir ihr Gedanken gelesen, erklärte er ihnen dass die anderen es vorzogen alleine zu bleiben, denn ein falsches Wort von ihnen könnte sich verheerend auf die Besucher auswirken. Das beruhigte weder Akkirah noch Vilkas. So verlief das Frühstück recht schweigsam. Nachdem sich alle gestärkt hatten begann der alte Mann Akkirah und Vilkas die Geschichte des Drachenbluts zu erklären. Es dauerte recht lange. In jedem Zeitalter der Menschen gab es einzelne Personen, die fähig waren ohne spezielle Ausbildung, die Sprache der Drachen zu beherrschen. Ob es neben Akkirah zurzeit weitere gab, die dessen Fähig waren, konnte auch Meister Arngeir nicht sagen, denn bisher war nur von Akkirah bekannt, das sie möglicherweise eines wäre. Auch ob diese Fähigkeit erblich war, war nicht bekannt. Aber auch er konnte nicht erklären, warum die Drachen plötzlich zurückgekommen waren. Arngeir beruhigte Akkirah und Vilkas aber dahingehend, das sie, solange sie nicht zu viele und mächtige Schreie hintereinander anwandte, sich Kinder Sorgen wegen ihrer ungeborenen Kinder machen musste.
Da war es wieder, Kinder, nicht Kind. Akkirah fasste sich ein Herz und fragte Arngeir:
„Warum redet ihr immer in der Mehrzahl unseres Kindes? Seht ihr in der Zukunft, das weitere folgen werden?“
„Was die Zukunft bringt, kann ich nicht sehen. Ich sehe die Gegenwart. Ihr tragt zwei Kinder in euch. Ich kann beide spüren. Eine Fähigkeit die unter uns Meistern nur ich habe.“
Akkirah wusste nicht was sie dazu sagen sollte. Zwillinge. Sie legte ihrer rechte hand auf ihren Bauch, War das eine gute oder schlechte Nachricht? Vilkas der die ganze Zeit ihre Hand hielt drückte sie nach dieser Information fester als zuvor. Sie spürte, dass er über diese Nachricht sehr beunruhigt war. Zwillingsgeburten waren meist komplizierter als einfache. Und seine eigene Mutter hatte sich nach seiner und Farkas Geburt nie wieder erholt. Nun war es an ihr, Vilkas Mut zuzusprechen.
„Zwillinge, das ist etwas besonderes, mein Liebster.“ Sie sah ihn zuversichtlich lächelnd an und bemerkte den traurigen Schatten der sich über seinen Blick legte. Aber er versuchte es sich nicht anmerken zu lassen, dass er sich nun noch mehr Sorgen um sie machte. Er legte seinen arm um sie und zog sie an sich. „Wir werden auch mit Zwillingen fertig, mein Herz“, flüsterte er ihr ins Ohr. Sie nickte lächelnd.
„Nun, wir sollten nun mal dazu kommen eure Fähigkeiten zu testen.“ Hörten sie nach einiger zeit Arngeir sagen. Akkirah löste sich aus Vilkas Umarmung und sah den alten Mann an.
„Ihr habt Recht. Aber ich weiß nicht wie ich es machen soll. Das einzige Mal, wo ich wohl diese Schreie, wie ihr es nennt, angewandt habe, war in einer Notsituation, wo ich nicht mehr Herr meiner Gedanken und Gefühle war und hinterher war ich am Ende meiner Kräfte.“
Mit Schaudern dachte sie an das, was im Schattenstollenrefugium geschehen war, zurück. Nicht nur was man Vilkas angetan hatte, auch ihr eigenes handeln erfüllte sie wieder mit entsetzten. Das Inferno, das sie entfesselt hatte, sah sie plötzlich wieder vor ihrem Auge. So etwas wollte sie nie wieder erleben. Sie begann zu zittern und wurde bleich. Vilkas ergriff wieder ihre Hand.
„Glaubt ihr wirklich es ist eine gute Idee, sie das machen zu lassen?“
"Ja. Sie muß lernen, die Kräfte, die durch die Worte, die sie kennt und hervorrufen kann, zu kontrollieren und dabei können wir ihr helfen. Normalerweise braucht es Jahre bis ein Mensch in der Lage ist auch nur den einfachsten Schrei auszustoßen. Wir werden mit etwas einfachem anfangen und es dann nach und nach steigern. Und keine Sorge, es wird weder ihr noch den Kindern schaden."
Arngeir stand auf. Akkirah tat es ihm nach und auch Vilkas und der Hund folgten dem Mann. Sie gingen zunächst in die große Eingangshalle. Hier waren nun auch die anderen Meister anwesend. Sie hielten sich aber schweigend im Hintergrund.
Arngeir wandte sich an Vilkas: „Ich weiß, das es euch nicht gefallen wird, aber ihr solltet zurücktreten und ein ganzes Stück hinter eurer Frau bleiben, damit ihr bei den Übungen nicht zu Schaden kommt.“
Vilkas wollte widersprechen, aber Akkirah nickte und sah Vilkas dann bittend an, den Anweisungen von Arngeir nachzukommen. Alles andere als begeistert trat er zurück und begab sich zu einer der Säulen. Er rief den Streuner zu sich, der auch lieber bei Akkirah geblieben wäre. Arngeir begann ruhig und langsam zu erklären, was sie tun sollte. Er hatte ihr das erste Wort für die Druckwelle, bekannt als Unerbittliche Macht, erklärt. Jeder Schrei konnte aus drei Worten zusammengesetzt werden, die die Wirkung jeweils verstärkten. Sie sollte sich nun konzentrieren und es dann während sie ihn ansah aussprechen. Mit unwohlem Gefühl versuchte sie es. Kaum hatte sie das Wort ausgesprochen wurde Arngeir von einer Druckwelle erfasst und ein wenig nach hinten geschleudert. Da er darauf vorbereitet war, passierte ihm nicht. jeder andere wäre wohl ziemlich hast zu Boden gegangen.
„Das war gar nicht so schlecht, Akkirah. Wie fühlt ihr euch. Hat es euch viel Energie gekostet?“
„Ich weiß nicht, ich fühle mich ein wenig erschöpft aber ansonsten geht es mir gut.“ Sie lächelte dabei in Vilkas Richtung, dem es sichtlich schwer fiel dort bei der Säule stehen zu bleiben.
Arngeir reichte ihr einen Becher mit Tee, den meister Borri geholt hatte. „Trinkt das. Es wird euch etwas stärken.“
Akkirah roch daran konnte aber nichts außer einigen kräftigenden Heilkräutern erkennen. Daher trank sie den Becher aus.
„Wir werden nun testen, wie schnell ihr neue Worte lernen könnt. Meister Einarth wird euch das zweite Wort von Unerbittliche Macht zeigen. Prägt euch die Runen, die er auf den Boden zeichnet gut ein.“ Akkirah nickte und konzentrierte sich auf die Zeichen die am Boden erschienen. Während sie diese versuchte einzuprägen, spürte sie dieses komische Kribbeln, das sie an den merkwürdigen Wänden immer hatte. Es war nur diesmal nicht so stark wie sonst. Lag es daran, dass sie nun darauf vorbereitet war und nicht soviel Angst hatte wie sonst? Sie sah, das Vilkas sprungbereit da stand, um ihr sofort zur Seite zu stehen, sollte sie wie sonst, von dem Wissen, das sie mit diesem Wort aufnahm, überwältigt werden.
nachdem sie ein paar Minuten gewartet hatten sollte sie ihre nächste Aufgabe angehen. Die meister würden Geister herbeirufen, die Akkirah mit dem schrei unerbittliche macht zerstören sollte. Meister Arngeir blieb neben ihr stehen, für den Fall sollte der Test schief gehen, damit er dann eingreifen konnte. Aber Akkirah meisterte die Aufgabe ohne großartige Probleme zu bekommen. Sie merkte aber schon, dass jedes angewandte Wort ihr Energie entzog. Nachdem sie drei Geister wieder hatte verschwinden lassen, wurde der Test abgebrochen. Vilkas lief sofort zu Akkirah, die ein wenig blass geworden war, und etwas wackelig auf den Beinen stand und nahm sie in den Arm, um ihr Halt zu geben.
„Es reicht fürs erste. Noch nie habe ich einen Drachenblut gegenüber gestanden. Aber so schnell wie ihr lernt, besteht wirklich kein Zweifel, dass ihr eines seid. Nun solltet ihr euch aber etwas ausruhen. Für heute war es genug was ihr gelernt habt. Morgen werden wir dann ein paar weitere Übungen machen. Wir sind es hier oben übrigens gewohnt, das Mittagessen ausfallen zu lassen. Wenn wir doch mal hungrig sein sollten nehmen wir dann nur ein paar Äpfel zu uns. Ich hoffe es ist für euch in Ordnung es auch so zu halten?“
Akkirah nickte. „Wenn wir unterwegs sind, machen wir es oftmals auch nicht anders. Ich möchte euch auch nochmals für die freundliche Aufnahme danken.“
Meister Arngeir nickte nur und ging dann mit den anderen Graubärten zu ihren Räumlichkeiten. Akkirah und Vilkas beschlossen sich ein wenig draußen im Hof umzuschauen. Dem Hund konnte es bestimmt auch nicht Schaden, etwas frische Luft zu bekommen. Draußen tobte immer noch der heftige Sturm, so dass sie es vorzogen bald wieder hinein zu gehen. Sie begaben sich zurück in ihr Zimmer und machten es sch wieder auf dem Bett gemütlich, nachdem sie ihre Rüstungen erst mal wieder abgelegt hatten, und lasen gemeinsam das Buch vom Vortag weiter. Sie merkten kaum wie schnell die Zeit so verstrich. Irgendwann klopfte es an der Tür und Arngeir stand davor.
„Das Abendessen ist im großen Saal angerichtet. Ihr könnt natürlich auch hier speisen, wenn es euch lieber ist.“
„Danke. Wir kommen gleich.“ antwortete Vilkas. Akkirah und Vilkas zogen wieder ihre Rüstungen an. Im großen Saal war es doch recht kühl und nur in ihren einfachen Kleidern würden sie bald frieren. Dann begaben sie sich zum Essen. Auf dem Tisch stand ein großer Topf mit Eintopf. Diesmal waren anderen Gemüsesorten als am Vorabend verwendet worden. Akkirah hatte keinen allzu großen Hunger und nahm sich nur eine kleine Portion. Vilkas versuchte sie dazu zu bringen mehr zu essen. Schließlich müsse sie ja für drei sorgen. Akkirah lächelte.
Nachdem die gegessen hatten half Vilkas beim Abräumen der Tafel. Er bestand darauf es zu machen und auch darauf das Akkirah sitzen blieb. Diese schüttelte nur resigniert den Kopf. Sie unterließ es aber zu widersprechen, denn sie wollte nicht, das Vilkas sich am Ende nur wieder Sorgen machte. Wie würde das nur die nächste Zeit werden? Hoffentlich würde er in Jorrvaskr etwas abgelenkt werden, damit er sie nicht den ganzen Tag behüten würde. Nachdem abgeräumt und abgewaschen war, wollte Akkirah eigentlich noch gerne Arngeir ein paar Fragens stellen, aber dieser verabschiedet sich gleich, als er mit Vilkas zurückkam.
So hakte sich Akkirah bei Vilkas unter und sie gingen gemütlich zurück in ihr Zimmer.
Als sie später im Bett lagen und Vilkas ihr über den Bauch streichelte, fragte er plötzlich. „Wie sollen da nur zwei Wesen hineinpassen? Ihr seid so zierlich, mein Herz. Ich habe Angst um euch.“
„Ach, Vil. Auch andere waren zierlich und haben Problemlos Zwillinge auf die Welt gebracht. Warum sollte es bei mir anders sein. Ihr müsst aufhören, euch deshalb Gedanken zu machen. Oder wollt ihr die bösen Geister dadurch beschwören? Es wird alles gut werden mein Liebster. Da bin ich mir ganz sicher.“
Sie zog ihn an sich und küsste ihn. Wie sollte sie ihn nur seine Angst vertreiben? Irgendwo konnte sie ihn versehen, denn auch sie hatte etwas Angst. Aber es ließ sich halt nicht ändern. Es dauerte lange bis sie beide endlich einschliefen.
Am nächsten Morgen versuchte Vilkas so fröhlich wie möglich ihr gegenüber aufzutreten. Nachdem sich beide angekleidet hatten begaben sie sich zum großen Saal. Arngeir war schon in der kleinen Küche am Wasserkochen. Akkirah ließ sich Teller und Geschirr geben und begann den Tisch zu decken. Vilkas scheuchte den Streuner zur Seite der Akkirah immer spielerisch vor die Füße lief.
Während des Frühstücks stellte Akkirah dann die Fragen, die ihr gestern schon auf der Zunge brannten. Woher kamen die Drachen? Hatten sie etwas mit ihr als Drachenblut zu tun? Wie viele Graubärte gab es? Waren die vier hier in Hoch-Rothgar die einzigen? Arngeir bemühte sich ihr soviel wie möglich zu erzählen. So erfuhren Akkirah und Vilkas, das es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Akkirah, als Drachenblut und dem Auftauchen der Drachen geben könnte. Auch erfuhren sie das es noch den Anführer der Graubärte gab, der alleine oben auf dem Gipfel des hals der Welt lebte. Um zu ihm zu gelangen, müsste Akkirah noch vie lernen, denn den Weg zu Paarthurnax kann man nur meistern, wenn man den dafür notwendigen Schrei gelernt hatte. dafür allerdings müsste sie erst einige Aufgaben erfüllen und dabei immer neues lernen.
Das Klang nicht gerade einfach. Abgesehen davon, sie würde bald Mutter werden, da kam es kaum in Frage, sich in die unwirtliche Gegenden zu begeben, um irgendwelchen Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Das würde warten müssen.
Nach dem Frühstück sollte es aber erst mal mit einigen Übungen im Hof weiter gehen. Der Sturm hatte nachgelassen, die Wolkendecke war Aufgerissen und die Sonne schickte ihre warmen Strahlen in den großen Innenhof. Vilkas und der Hund sollten sich wieder im Hintergrund halten, während die Graubärte mit Akkirah übten. Zunächst sollte sie die Übungen vom Vortag wiederholen. Dann lernte sie etwas Neues. Zwischen jedem Übungsabschnitt machten sie eine lange Pause. Immer wieder trank Akkirah etwas von dem Tee, den ihr Arngeir gab und aß den einen oder anderen Apfel. Akkirah hatte das Gefühl, die zeit flog nur so dahin und plötzlich war es schon Nachmittag. Vilkas kam es genau anderes herum vor. Als würde die Zeit stillstehen und nicht vorbei gehen. Er war versucht ein wenig mit seinem Schwert zu üben, aber er hatte Angst Akkirah aus den Augen zu lassen. So war er froh als sie endlich auf ihn zukam und „Fertig für heute“, entgegen rief. Sie sah wieder recht blass aus. Aber ansonsten schien es ihr gut zu gehen. Er wollte sie mit seinen Ängsten nicht beunruhigen also lächelte er ihr zu. Sie begaben sich zunächst erst Mal etwas in ihr Zimmer, wo sich Akkirah erst mal etwas hinlegte und auch sogleich einschlief. Als es Zeit fürs Abendessen wurde, weckte Vilkas sie. Am liebsten hätte er sie weiter schlafen lassen, aber sie musste schließlich auch etwas essen. Nach dem Abendessen, das aus dem Eintopf vom Vortag bestand, begaben sich beide wieder zurück ins Zimmer, wo sie erst noch etwas gemeinsam lasen und dann schlafen gingen.
Die nächsten Tage verliefen ähnlich, nur das Akkirah darauf bestand, das Vilkas statt ihr zuzuschauen selbst etwas mit seinem Schwert üben sollte. Nur sehr widerwillig tat er ihr den Gefallen.
Nachdem sie sieben Tage bei den Graubärten verbracht hatten, wurde es dann Zeit sich zu verabschieden. Akkirah und Vilkas bedankten sich noch einmal für die Gastfreundschaft der Graubärte und machten sich dann auf den Weg, die siebentausend Stufen wieder hinab nach Ivarstatt zu gehen. Wilhelm würde sich sicherlich auch schon wundern, wo sie abgeblieben waren. Auf den Weg hinunter gab es diesmal keine Probleme und so kamen sie kurz nach Einbruch der Dunkelheit in Ivarstatt an, wo sie sogleich den Gasthof aufsuchten.

CKomet

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Samstag, 1. Dezember 2012, 22:45

069 Überraschung in Jorrvaskr

Bevor sie den Schankraum des Gasthofs in Ivarstatt betraten, wollte Akkirah aber noch nach ihrer Stute schauen. So gingen Vilkas und Akkirah zunächst in den Stall um zu schauen, ob alles in Ordnung sei. Sie fanden ihr Pferd genüsslich am Heu zupfen vor und als das Tier ihre beiden Menschen sah, schnaubte sie ihnen zur Begrüßung entgegen. Akkirah ließ es sich nicht nehmen in die Box zu gehen und die Stute über den Hals zu streicheln. Sie war froh, dass sie hier gut versorgt worden war. Nun endlich konnten sie in den Gasthof hinein gehen. Wilhelm begrüßte beide und freute sich, dass sie wieder heil herab gekommen waren. Und er staunte den Hund an ihrer Seite zu sehen.
„Wo habt ihr denn den Köter aufgegabelt? Sonderlich schön ist das Vieh ja nicht gerade.“
„Aber Mutig und Anhänglich. Und das ist das wichtigste. Der Streuner gehört nun zu uns.“ Es war Vilkas, der das sagte. Akkirah lächelte. Vor kurzen war es Vilkas noch gewesen, der das Tier als Köter bezeichnet hatte und loswerden wollte. Aber er hatte seine Meinung nicht nur wegen ihrer Rettung, sondern auch, weil der Hund ihm Ablenkung verschafft hatte, als Akkirah mit den Graubärten übte und er sich dabei nicht in ihrer Nähe aufhalten durfte.
Einen richtigen Namen hatten sie aber immer noch nicht gefunden. Meist riefen sie ihn Streuner und darauf begann er zu hören.
„Aber sagt Akkirah, seid ihr da oben gemästet worden? Ihr scheint mir zugenommen zu haben“, Willhelm schien nichts zu entgehen.
„Nein, eigentlich habe ich sogar recht wenig gegessen, zu mindestens wenn es nach Ansicht von Vilkas ging.“ Akkirah schmiegte sich an ihren Mann, der neben ihr stand. In den knapp zwei Wochen hatten ihre beiden Kinder wohl beschlossen, dass es nun an der Zeit war, allen zu zeigen dass es sie gab. Daher war Akkirah auch froh, das sie sich nach Weißlauf begaben. Sie wollte ihre Kinder dort bekommen, auch wenn sie lieber in Rifton war. Aber Weißlauf hatte viele Vorteile. Hinter den Dicken Mauern der Stadt fühlte sie sich sicher. Es war immer jemand dort der ihr bei Bedarf helfen konnte. Mit Danica war eine der besten Heilerinnen in der Nähe und auch ihre Freundinnen Acadia und Charlotta lebten dort. Sie konnte wählen, ob sie in ihrem eigenen kleinen Häuschen wohnten oder in Jorrvaskr.
Und sie hoffte Vilkas würde dort durch die Gefährten mehr Ablenkung finden und sie nicht auf Schritt und Tritt behüten. Wobei das dann sicherlich die anderen übernehmen würden. Akkirah seufzte. Aber auch diese Zeit würde vorbei gehen.
„Wo wir gerade beim Thema Essen sind, es würde sicherlich nicht schaden, wenn wir etwas zu uns nehmen. Ich für meinen Teil habe nach dem Abstieg ziemlichen Hunger und unterwegs haben wir nur selten einen Pause gemacht und etwas gegessen. Was steht heute auf eurer Speisekarte? Akkirah und ich nehmen eine große Portion davon.“ Vilkas sah Akkirah an die protestieren wollte. „Akki ihr müsst einfach mehr essen, bei Talos. Und für den Streuner eine große Schüssel mit Fleischresten und Knochen.“
Wilhelm grinste und versprach es ihnen schnellstmöglich zu bringen. „Dazu einen großen Krug Met und für Akkirah eine Kanne Kräutertee.“
Akkirah und Vilkas setzen sich an einen Tisch in einer Ecke Nahe des Kamins. Der Streuner legte sich neben den Tisch und beobachtete die beiden. Es dauerte nicht lange und das Essen wurde ihnen gebracht. Während die drei aßen kümmerte sich Wilhelm darum, dass ihr Zimmer hergerichtet wurde und ein Feuer im Kamin entzündet wurde. Akkirah schaffte es nicht ganz ihre Portion aufzuessen, aber immerhin hatte sie mehr als die Hälfte in sich hineingestopft. Damit gab sich Vilkas zufrieden. Nach dem Essen begaben sie sich dann auch gleich auf ihr Zimmer und es dauerte nicht lange und Akkirah schlief in den Armen von Vilkas ein. Vilkas selbst brauchte noch längere zeit bevor auch er endlich in einen unruhigen Schlaf fiel. Er machte sich einfach zu große Sorgen um Akki. Er wusste, dass es übertrieben war, aber er konnte nichts dagegen machen.
Am nächsten Morgen, nachdem sie gefrühstückt hatten, machten Akkirah, Vilkas und der Streuner einen gemütlichen Spaziergang. Sie wollten den heutigen Tag einfach ruhig angehen und nichts Großartiges machen, denn der Abstieg die 7000 Stufen hinab, war doch recht anstrengend gewesen. Morgen würden sie dann nach Weißlauf aufbrechen. Am Nachmittag machten sie einen kleinen Ausritt auf Fiinja. Der Streuner machte der Stute glücklicherweise nicht unruhig, wie Vilkas anfangs befürchtet hatte. So verging der Tag recht schnell. Diesen Abend schief Vilkas auch beruhigter ein.
Drei Tage später kamen sie dann in Weißlauf an. Sie hatten sich unterwegs viel Zeit gelassen und häufig mal eine Pause gemacht. Die ganze Zeit über hatte die Sonne geschienen und so genossen sie oft die herrliche Aussicht, die sich ihnen bot. Es wurde schon dunkel, als sie die Ställe von Weißlauf erreichten. Frogar freute sich sehr, Akkirah und Vilkas wieder zu sehen. Lina und Skulvar luden die beiden auch gleich ein, mit ihnen zu Abend zu essen, da es gerade angerichtet war. Eigentlich wollten Akkirah und Vilkas gleich nach Jorrvaskr hoch, aber Frogar bettelte so lange, bis sie zustimmten. Also gingen sie noch mit hinein, nachdem sie Fiinja versorgt hatten. Der Hund gefiel dem Jungen sofort und Akkirah und Vilkas ahnten das er seinen Adoptiveltern bestimmt die nächste Zeit ständig damit in den Ohren liegen würde, auch einen zu bekommen. Jorar der Stallbursche, freute sich auch seine Freunde wieder zu sehen. Er bedankte sich noch mal bei ihnen, dass sie ihm diese Stelle vermittelt hatten. Er fühlte sich in Weißlauf sehr wohl und hatte sich gut eingelebt.
Nachdem sie gemütlich gegessen hatten verabschiedeten sich Akkirah und Vilkas von ihren Gastgebern und begaben sich hinauf in die Methalle. Da die Geschäfte und Marktstände zwischenzeitlich geschlossen hatten und die meisten Einwohner ihr Abendbrot einnahmen, war auf den Strassen kaum jemand zu sehen. Nur die Stadtwachen drehten ihre Runden. Oben in der Methalle überraschten sie Tilma und Lana, die gerade dabei waren die Küche aufzuräumen. Ansonsten war oben niemand anwesend.
Als Tilma Akkirah und Vilkas kommen sah, ging sie gleich auf die beiden zu. Da sie wohl immer noch Schwierigkeiten mit ihrem Fuß hatte benutze sie zur Unterstützung einen Stock.
Lana hielt trocknete erst noch zu Ende ab.
„Welch eine Überraschung, mit euch haben wir jetzt gar nicht gerechnet. Wenn wir gewusst hätten, das ihr zurückkommt hätte wir doch etwas zu Essen für euch vorbereitet.“ Tilma wirkte etwas unglücklich.
Vilkas nahm die alte Frau in den Arm.
„Es ist schön euch wieder auf den Beinen zusehen, Tilma. Und wie mir scheint habt ihr mit Lana eine großartige Hilfe.“
„Ja, sie ist wirklich ein liebes fleißiges Mädchen. Und sie hat sich sehr gut eingelebt.“ Dann sah sie Akkirah an.
„Meine Güte, Kindchen, lasst euch anschauen. Euer Kind scheint ordentlich am Wachsen zu sein. Es ist nun nicht mehr zu übersehen, dass ihr bald Nachwuchs bekommen werdet. Ich hoffe ihr werdet nun hier bleiben.“
„Ja, wir werden hier bleiben. Ich merke doch langsam, dass ich nicht mehr so kann wie ich will. Was nicht heißt, das ich ein Pflegefall bin.“ Akkirah machte eine kurze Pause. „Aber sagt, wo sind die anderen? Alle unterwegs?“
„Die Meisten. Torvar und Ria sind zu Besuch bei ihren Eltern. Aela ist Richtung Falkenring aufgebrochen. Nerena und Varis suchen einen Verbrecher in der Gegend von Windhelm...“
„Wo ist mein Bruder?“ unterbrach Vilkas die alte Dame.
Tilma drehte sich zu Lana um, die im Hintergrund zugehört hatte. „Kindchen, lauft los und holt Farkas.“ Lana wollte sich sogleich auf den Weg machen, aber Akkirah hielt sie zurück.
„Für eine Begrüßung sollte die Zeit da sein.“ Sie ging auf das Mädchen zu und nahm sie in die Arme. „ Es ist schön zu hören, dass ihr euch eingelebt habt. Eueren Bruder haben wir auch schon begrüßt.“
Lana lächelte. „Ja, hier ist alles so, wie man es sich nur wünschen kann. Ich danke euch nochmals, das ihr es mir und meinem Bruder ermöglicht habt, ein neues Leben zu beginnen.“ Dann reichte sie noch schnell Vilkas die Hand zu Begrüßung und stürmte anschließend davon.
Vilkas war etwas verwundert. Wenn Farkas in Weißlauf war, war er normalerweise immer in Jorrvaskr. In die Gasthäuser ging er nur selten. Wahrscheinlich hatten Vignar und Brill ihn überredet mal mitzukommen. Dann fiel ihm ein, dass sie sich erst mal umziehen sollten. Ihre Kleidung war recht staubig und es konnte sicherlich nicht schaden, sich etwas zu waschen. Akkirah stimmte dem zu. So gingen sie erst mal in ihre Gemächer und legten die Rüstungen ab und machten sich etwas frisch. Akkirah suchte eine alte Bürste und putzte damit dem Streuner ein wenig das Fell, was diesem scheinbar gut gefiel. Als alle drei fertig waren gingen sie wieder nach oben in die Methalle. In dem Moment kam auch Farkas hinein gestürmt. Er strahlte über das ganze Gesicht. Und das lag sicherlich nicht nur daran, dass er seine Bruder und seine Schwägerin wieder sah. Akkirah ahnte, dass da wohl etwas mehr hinter steckte. Und sie freute sich sehr für ihn.
„Vilkas, Bruder“, Farkas nahm in die Arme drückte ihm fast die Rippen ein. „Ich freue mich, dass ihr wieder da seid. Ich wollte schon nach Rifton kommen, aber da ihr schriebt, ihr würdet euch zu den Graubärten aufmachen habe ich es sein lassen, denn ich wollte euch ja nicht verpassen. Ich muß euch etwas sagen und das wollte ich persönlich tun, und nicht einfach nur schreiben.“ Bevor er weitersprach, nahm er erst mal Akkirah ganz vorsichtig in die Arme. „Meine Güte, seid ihr rundlich geworden, Schwester. Man könnte fast glauben ihr würdet Zwillinge bekommen.“ Er bemerkte, dass sich Akkirah bei diesem Scherz in seinen Armen verspannte. Er sah erst sie und dann Vilkas an, die beide plötzlich ernst wurden. „Das ist nicht war oder? Ihr wollt mir jetzt nicht allen ernstes sagen, ihr bekommt Zwillinge?“
„Einer der Graubärte, sagte uns, wir würden zwei Kinder bekommen. Ja, also bekomme ich Zwillinge.“ Akkirah lächelte. „Aber ihr wolltet uns gerade etwas erzählen. Also raus damit.“
„Nun macht schon, Bruder. Was wolltet ihr uns lieber persönlich sagen?“
Farkas wurde rot. „Ähmm… Ja…. Nun… ich werde heiraten.“
Vilkas war vollkommen überrascht von dieser Ankündigung. Akkirah lächelte nur, denn sie hatte es sich fast gedacht.
„Wie… ihr wollt heiraten? Wer ist es, den ihr euch geangelt habt, kennen wir sie? Und wie kommt das so plötzlich?“ Vilkas konnte es irgendwie nicht so recht glauben.
„Ja ihr kennt sie. Sie stammt hier aus Weißlauf…“
„Ysolda?“ Vilkas wusste nicht was er davon halten sollte. Andere Frauen im heiratsfähigen Alter fielen ihm gerade nicht ein. Es sei den es würde unter den Angestellten des Jarls, aber die bleiben normal immer in der Festung und ließen sich im Ort so gut wie nie blicken.
Farkas sah Vilkas entsetzt an. „Wie kommt ihr auf Ysolda?“
„Nun so viele Frauen im heiratsfähigen Alter, die schon recht lange in Weißlauf leben, gibt es nicht. Hulda, Olva und Lillith sind eindeutig zu alt. Von Acadia weiß jeder, das sie Farengar für sich gewinnen möchte, außer dem Hofzauberer selbst, der hat es bis heute nicht erkannt. Olfina ist schon seit langem heimlich mit Jon verlobt und sie warten nur auf eine passende Gelegenheit es ihren Familien sagen zu können, ohne dass es zu Mord und Totschlag kommt. Also bleibt doch nur Ysolda.“
Akkirah schüttelte lachend den Kopf. „Ach Vil mein Liebster, eine habt ihr vollkommen außer Acht gelassen. Charlotta.“ Akkirah fiel Farkas um den Hals. „Ich freue mich so für euch beide, dass ihr endlich zu einander gefunden habt. Aber warum habt ihr sie nicht gleich mitgebracht?“
Vilkas war sprachlos. An Charlotta hatte er nun wirklich nicht gedacht. Sie hatte ja auch immer wieder gesagt, sie würde nur für ihre Tochter da sein und Männer würden sie nicht interessieren. Dann fiel ihm die Hochzeit von Ria und Torvar ein. Da saßen beide zusammen und unterhielten sich für Farkas Verhältnisse doch mehr als normal. Und war es nicht Charlotta, die sich nach der Schlägerei in der beflaggten Mähre um seinen Bruder gekümmert hatte? Natürlich. Und er hatte mal wieder nichts mitbekommen. Akkirah schien es von Anfang an gewusst zu haben.
Nachdem das Brett vor dem Kopf hinab gefallen war, ging er auf seinen Bruder zu und nahm ihn in die Arme. „Herzlichen Glückwunsch, Bruder. Ich wünsche euch alles erdenklich Gute für die Zukunft.“ Vilkas freute sich sehr für Farkas. „Und wann wollt ihr heiraten? Habt ihr da schon einen Termin?“
„Am Liebsten eher heute als Morgen. Wir wollten nur warten, bis ich mit euch gesprochen habe und dann wollen wir schnellstmöglich nach Rifton. Wir wollen kein aufheben darum machen und auch keine große Feier veranstalten. Es soll nur im ganz kleinen Kreis stattfinden. Das heißt ihr beide und Mila werden dabei sein. Charlotta möchte es so.“
„Was sagt denn Mila überhaupt dazu? Sie war doch immer der Grund, warum Charlotta alleine leben wollte“, stelle Vilkas fest.
„Mila freut sich wahnsinnig darüber. Sie war es letztendlich, weswegen sich Charlotta einen Ruck gegeben hat, ihren Gefühlen nachzugeben. Mila hat sich schon seit langem einen Vater gewünscht.“ Farkas schwieg kurz. Dann fragte er: „Hättet ihr Lust noch etwas mit rüber in Charlottas Haus zu kommen und gemeinsam mit uns den Abend zu verbringen?“
Tilma, die die ganze Zeit in der Nähe gestanden hatte, sah Akkirahs an, das sie ablehnen wollte, weil sie befürchtete, sie würde traurig sein, wenn Akkirah und Vilkas an ihrem ersten Abend nicht in Jorrvaskr bleiben würden.
„Ihr solltet mitgehen, Kinder und euch einen schönen gemeinsamen Abend machen.“
„Aber…“
„Kein aber. Lana und ich habe hier noch ein wenig zu tun und ich habe mich daran gewöhnt zeitig zu Bett zu gehen. Also verschwindet schon.“
„Ich hole nur schnell zwei Umhänge, da es in diesen einfachen Kleidern doch etwas kühl sein könnte, auch wenn der Weg nicht weit ist.“ Vilkas lief schnell hinunter in ihre Gemächer, um die Umhänge zu holen. Da fiel Akkirah ein, das der Streuner ja auch noch da war. Er hatte die ganze zeit brav neben ihnen gesessen und keinen Laut von sich gegeben.
„Darf der Hund mitkommen? Er hat mir das Leben gerettet und gehört nun sozusagen zur Familie.“
„Ich hatte mich schon gewundert, was das Tier hier macht. Aber natürlich kann er mitkommen. Charlotta wird nichts dagegen haben und Mila freut sich bestimmt jemanden zum Spielen zu haben, während wir uns unterhalten.“
Nachdem Vilkas mit den Umhängen zurückkam, legten sie diese an und gingen gemeinsam mit Farkas zum Haus von Charlotta. Charlotta hatte sie schon erwartet. Mila stand hinter ihr. Akkirah fiel Charlotta sofort um den Hals. „Meine liebe Freundin, ich bin ja so froh das ihr euch entschieden habt, mit Farkas zusammen zu kommen. Ich wünsche euch beiden alles Gute für die Zukunft.“
„Ich danke euch, Akki. Tja, wer hätte das gedacht, dass es so kommen würde.“ Charlotta strahlte. Akkirah ließ sie los, damit auch Vilkas sie begrüßen konnte. Akkirah ging zu Mila und begrüßte das Mädchen. Dieses freute sich über den Besuch, schien aber vor dem großen Hund, der mit hinein kam, etwas Angst zu haben. „Nun bekomme ich auch endlich einen Vater“, sagte sie glücklich. „Das habe ich mir immer gewünscht.“ Akkirah nickte lächelnd. Dann rief sie den Streuner zu sich, um ihn mit dem Mädchen bekannt zu machen. Das Tier spürte, dass das Mädchen ein wenig Angst vor ihm hatte und legte sich auf den Boden und robbte vorsichtig näher. Nun wo er nicht mehr so riesig wirkte, traute sich Mila dann heran zu kommen und ihn zu streicheln.
Dann setzen sich alle an den Esstisch und unterhielten sich über die anstehenden Pläne. Die ursprüngliche Planung von Akkirah und Vilkas, in Weißlauf zu bleiben, wurde wieder über den Haufen geschmissen. Sie würden Farkas und seine Zukünftige nach Rifton begleiten. Am liebsten wäre Farkas gleich am nächsten Tag aufgebrochen, aber Vilkas bestand darauf, das Akkirah sich etwas erholen sollte, bevor sie losfuhren. Sie würden die Kutsche nehmen und alle im Honigheim unterkommen. Farkas und Charlotta würden ein provisorisches Lager unten im Keller zurechtmachen, Mila würde in dem kleine Gästezimmer schlafen und Akkirah und Vilkas behielten ihren Schlafbereich oben.
Sie unterhielten sich bis spät in die Nacht und als Vilkas merkte das Akkirah kaum noch ihre Augen aufhalten konnte, so sehr sie sich auch bemühte, bestand er darauf, das es Zeit wurde zurück nach Jorrvaskr zu gehen. Akkirah und Vilkas verabschiedeten sich von Charlotta und Farkas, der bei seiner zukünftigen Frau blieb. Mila war schon vor Stunden ins Bett gebracht worden.
Als Akkirah und Vilkas endlich im Bett lagen, schlief Akki auch gleich ein. Vilkas blieb noch einige Zeit wach und dachte über die Zukunft nach. Das sein Bruder eine Frau gefunden hatte, freute ihn sehr. Zumal er manchmal ein schlechtes Gewissen hatte, weil er dachte, er hätte Farkas Akkirah weggeschnappt hatte. Auch wenn dem nicht so war, denn Akkirah hatte ihm immer zu verstehen gegeben, es gab nur ihn für sie und keinen anderen.

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Montag, 17. Dezember 2012, 18:08

070 Eine weitere Hochzeit

Vilkas wachte lange vor Akkirah auf, die in seinem Armen weiter tief und fest schlief. Normal war sie es sonst immer gewesen, die zuerst wach war. Er mochte sich nicht rühren, aus Angst er könne sie wecken. Sie brauchte ihren Schlaf. Zumal es gestern, na ja, wohl eher heute, sehr spät geworden war. ‚Farkas will heiraten’, Vilkas konnte es immer noch nicht so recht glauben. Aber was war daran so ungewöhnlich? Er selbst hatte es ja schließlich auch getan. Er dachte an ihre Kindheit zurück Charlotta war knapp ein Jahr älter als die Zwillinge und gemeinsam mit Jon und Olfina, sind sie oft durch die Strassen von Weißlauf getobt, so wie es die Kinder heute auch taten.
Charlotta war immer recht unternehmungslustig gewesen und sie hatte gemeinsam mit Farkas viel Blödsinn im Kopf gehabt. Trotzdem wäre er niemals auf die Idee gekommen, dass sie heute ein Paar sein würden. Als sie älter wurden trennten sich ihre Wege. Jon und Olfina durften sich Aufgrund der Streitigkeiten ihrer Familien nicht mehr sehen. Farkas und Vilkas lernten verstärkt den Umgang mit den Waffen und fingen an kleine Aufträge mit den anderen Gefährten zu übernehmen. Charlotta half ihren Eltern, die Felder zu bestellen, die sie damals vor der Stadt noch hatten. Mit 17 verlobte sich Charlotta mit Merron, dem Sohn eines Händlers aus Markath, der seinen Vater oft nach Weißlauf begleitete, wenn er seine Waren verkaufte oder gegen andere Dinge eintauschte. Es wurde geplant, das Merron gemeinsam mit Charlotta den Hof ihrer Eltern übernehmen würde, wenn die Zeit dafür gekommen war, denn Charlotta hatte keine weiteren Geschwister, während Merron noch zwei Brüder hatten, die älter als er waren und damit das Geschäft des Vaters weiterführen würden.
Aber es kam dann anders. Kurz nachdem sich Charlotta und Merron verlobt hatten, brach in Weislauf eine schwere Epidemie aus, der unter anderem Charlottas Eltern und auch Merron zum Opfer fielen. Das Ganze zwei Wochen vor der geplanten Hochzeit. Unglücklicherweise war Charlotta zu dem Zeitpunkt schon Schwanger gewesen. Nun stand sie ohne Familie da und würde ein Kind bekommen, ohne zuvor verheiratet zu sein. Die Felder musste sie aufgeben und verkaufte sie an Severio Pelagia. Später eröffnete sie einen kleinen Stand am Markt wo sie hauptsächlich von Pelagia die Erzeugnisse verkaufte. Sie beschloss ihre Tochter alleine groß zu ziehen und wies jeden Mann, der sich für sie Interessierte, ab. Und nun hatte sie sich entschieden seinen Bruder zu heiraten.
Langsam begann sich Akkirah zu rühren und aufzuwachen. Vilkas drehte sie vorsichtig, so das sie auf den Rücken zu liegen kam und er sich über sich beugte und ihr lächelnd in die Augen sah.
„Guten Morgen, mein Herz“, sanft strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Wie habt ihr drei geschlafen?“ Er legte nun seine Hand auf ihren rundlich werdenden Bauch. Akkirah lächelte zurück.
„Danke, mein Liebster, auch euch einen schönen guten Morgen. Ich glaube wir haben sehr gut geschlafen und sind nun hungrig.“
„Dann lasst uns sehen, dass wir da etwas gegen tun.“
Bevor er sich zum Aufstehen aufrichtete küsste er Akkirah noch und sie schlang ihm ihre Arme um den Hals.
„Ich liebe euch, Vil“, flüsterte sie, als sie ihn wieder losließ. Dann standen sie gemeinsam auf und machten sich fertig, um nach oben zum Frühstück hoch zu gehen. Die Sonne stand schon recht hoch am Himmel, aber da eh keiner der anderen Gefährten da war und nur Vignar und Brill in Jorrvaskr waren, hatten auch Tilma und Lana sich Zeit mit dem Frühstück vorbereiten gelassen.
„Sind das nicht wundervolle Nachtrichten, mein Junge?“, fragte Tilma Vilkas. „ Ich freue mich so, das ihr beide euer Glück gefunden habt. Schließlich wart ihr für mich immer, meine Kinder, nachdem euer Vater von uns gegangen ist.“
Vilkas wusste nicht was er sagen sollte und nickte einfach nur. Dafür antwortete Akkirah. „Und ihr werdet für unsere Kinder eine wundervolle Großmutter sein, da bin ich mir sicher.“
Als sie das sagte begann Tilma zu strahlen.
„Leider müssen wir unsere Pläne aber doch noch mal wieder ändern, denn wir werden Farkas und Charlotta nach Rifton begleiten.“ Sagte Vilkas dann leise.
„Er hatte mich gefragt, ob ich mitkommen wollte, aber ich fühle mich noch nicht wieder so gut, solch eine Fahrt auf mich zu nehmen. Außerdem muß doch jemand hier die Stellung halten, damit hier nichts drunter und drüber geht.“
Akkirah und Vilkas mussten lachen unwillkürlich lachen, als Tilma bei den Worten Vignar und Brill anschaute. Dann machten sie sich alle über das reichhaltige Frühstück her. Vilkas hatte auch keinen Grund sich um Akkirah sorgen zu machen, denn sie aß mehr als wie sie es sonst getan hatte und darüber war er sehr froh.
Nach dem Frühstück gingen die beiden mit dem Streuner hinunter durchs Dorf zu den Ställen. Akkirah wollte einen kleinen Ausritt machen. Sie hielt es für besser in Übung zu bleiben und solange sie noch aufs Pferd kommen konnte wollt sie das Nutzen. Vilkas war da zwar andere Meinung, aber Akkirah würde schon wissen, was gut für sie und die Kinder war, also begleitete er sie und sie ritten mal wieder zum Südlichen Wachturm und zurück.
Zu Mittag waren sie wieder oben in Jorrvaskr. Farkas war auch dort. Am Vormittag hatte er Charlotta und Mila geholfen die neuen Waren zu verstauen. Ursprünglich wollte Charlotta die zeit über, wo sie in Rifton waren, ihren Stand dicht machen, aber Ysolda fragte an, ob sie nicht die Vertretung übernehmen könne. Schließlich wolle sie ja eines Tages Händlerin werden, und da wäre das doch eine gute Übung. Na einigen Zögern stimmte Charlotta dem Vorschlag zu. Sie war nun dabei der jungen Frau alles zu erklären, und daher hatte sich Farkas aus dem Staub gemacht.
Nach dem Essen wollten Vilkas und Farkas im Hof ein wenig mit den Waffen üben. Akkirah. Akkirah schloss sich ihnen an. Während sie an einer der Puppen ihre Übungen durchführte, kämpften die Zwillinge gegeneinander. Nach einer Weile steckte Akkirah ihr Schwert weg, setzte sich am Rand des Übungsplatzes neben dem Hund ins Gras und sah den Männern zu. Vilkas Kondition war wieder so gut wie vor ihrer Verschleppung. Allerdings fehlte es den Bewegungen noch an der alten Geschmeidig- und Leichtigkeit. Aber es würde nicht mehr lange dauern und Vilkas wäre wieder der alte, was seine Kampffähigkeiten angeht. Darüber war Akkirah sehr froh. Den Abend verbrachten sie dann gemeinsam in Jorrvaskr, wo sich auch Charlotta und Mila hinzu gesellten.
Ihre Abfahrt nach Rifton sollte übermorgen losgehen. Farkas hatte die Kutsche für sie bestellt. Vilkas wäre zwar gerne noch etwas länger in Weislauf geblieben, bevor sie sich wie auf die Reise machten, aber sein Andererseits je eher sie loskommen würden, desto ehre wären sie auch wieder zurück und dann würden ihn keine 10 Mammuts mehr aus Weislauf wegbekommen solange die Kinder unterwegs waren.
Nach einem halben Tag auf der rumpelnden Kutsche beschloss Akkirah, das es für sie angenehmer sei, zwischendurch auf Fiinja neben der Kutsche her zu reiten. Die weichen Gänge der Stute waren besser auszuhalten als die Stöße durch die Schlaglöcher oder Steine die auf den Wegen lagen. Da nur sie die Kutsche nutzen und auch keine Waren nach Rifton gebracht wurden, konnten sie sich auch zeit lassen. Sie hielten häufiger unterwegs als normal an und machten längere Pausen. Diese nutzten die Zwillinge um ihr Waffentraining fort zu setzen. Mila tobte derweil mit dem Streuner herum und Akkirah saß meist mit Charlotta in Schatten und beobachtete die anderen bei ihren Tätigkeiten.
Als sie nach 2 Tagen am Nachmittag gut die halbe strecke hinter sich hatten und mal wieder eine Pause machten fragte Akkirah plötzlich Charlotta.
„Warum habt ihr es eigentlich so eilig mit der Hochzeit? Irgendwie wirkt es fast etwas Hals über Kopf.“
Charlotta wurde rot und schwieg einen Moment. „Ist es so offensichtlich, dass wir es eilig haben?“
„Ich finde schon“, Akkirah grinste.
„Nun, es gibt einen guten Grund dafür. Wir haben zwar eigentlich immer aufgepasst, aber trotzdem scheint etwas „schief“ gegangen zu sein. Und ich möchte nicht noch ein zweites Kind, unehrlich, wie man so schön sagt, auf die Welt bringen. Daher haben wir entschlossen, so schnell wie möglich nach Rifton zu gehen.“
Akkirah fiel ihrer Freudin um den Hals.
„Ist das wahr? Auch ihr bekommt ein Kind?“ Sie schwieg kurz, denn es hatte ihr etwas die Sprache verschlagen. „Ich freue mich ja so für euch.“
„Es ist noch nicht ganz sicher, aber alles spricht dafür. Und Farkas sah es genauso, das wir da lieber schnell heiraten sollen.“ Charlotta machte eine kurze Pause. „Ich hatte anfangs Angst, es ihm zu sagen, weil ich befürchtet habe, er könne es so sehen, dass ich ihn damit zwingen wolle, mich wirklich zu heiraten. Aber er hat sich wahnsinnig darüber gefreut.“
„Weiß es außer Farkas und mir noch jemand?“
„Mila haben wir es gleich gesagt und auch sie freut sich auf ein Brüder- oder Schwesterchen. Aber ansonsten weiß es noch niemand. Wir wollten uns erst wirklich sicher sein, das es nicht am Ende doch ein Fehlalarm ist.“
„Das kann ich gut verstehen. Ging mir auch nicht anders. Vilkas hätte es am liebsten, nachdem ich es ihm gesagt hatte, aller Welt mitgeteilt.“ Akkirah lächelte als sie zu ihrem Mann rüberschaute.
Als sie wieder auf der Kutsche beziehungsweise Akkirah auf Finja saß und weiter Richtung Rifton zogen, fragte Vilkas:
„Über was habt ihr euch vorhin so angeregt unterhalten? Dürfen wir Männer, das erfahren?“
„Frauendinge, damit könnt ihr nichts anfangen, mein stolzer Krieger“, lachte Akkirah und schwieg sich zu dem Thema aus.
„Früher oder später werdet ihr es mir schon verraten, mein Herz.“ Er sah sie lächelnd an.
Zwei Tage später erreichten sie am Abend Rifton. Akkirah hatte heimlich, nachdem sie von den Hochzeitplänen gehört hatte, Lana zu Hulda geschickt, damit diese einen Eilkurier nach Rifton schicken konnte. Bersi, ihr Nachbar und Gemischwarenhändler, dessen Frau sich in ihrer Abwesenheit um ihr Haus kümmerte, sollte schauen, ob er ein großes Bett auftreiben könne, das unten im Keller im hinteren Raum aufgestellt werden konnte. Des Weiteren sollte er ein paar Vorräte im Haus bereithalten, damit sie nicht gleich am ersten Abend noch einkaufen gehen mussten.
Shadre kümmerte sich sofort um Fiinja, worüber Akkirah sehr dankbar war. Der Ritt nach Rifton war doch anstrengender als sie gehofft hatte. Wie sollte das erst in einigen Wochen werden? Aber da musste sie wohl durch, anderen Frauen ging es ja auch nicht anders und diese jammerten deshalb auch nicht.
Als sich die Fünf dem Haus von Seiten der Ställe näherten, staunte Mila. Sie kannte bisher ja nur Weißlauf und Umgebung. Aber ein Haus so nahe an einem See gelegen mit einem Bootsteg hatte sie noch nie gesehen. Von unten wirkte es auch viel größer, als es am Ende war. Auf der Terrasse standen frische Blumen in einer Vase. Vilkas staunte.
„Es weiß doch niemand, dass wir kommen.“
Akkirah wurde rot. „Doch… ich hatte einen Kurier losgeschickt um ein paar Dinge vorbereiten zu lassen. Schließlich brauchen wir doch ein anständiges Bett für unsere Gäste.“
Vilkas nahm Akkirah in die Arme: „An was ihr vorab immer alles denkt, mein Herz. Ich hätte mir jetzt erst Gedanken drüber gemacht.“
In der Küche lagen, wie gewünscht, die Essensvorräte und als sie den Keller betraten staunten sie alle. Bersi hatte sich alle Mühe gegeben in der kurzen Zeit, ein anständiges Bett aufzutreiben und es passte hervorragend in den großen Raum im Keller hinein. Charlotta fiel Akkirah um den Hals. „Ihr seid ein Schatz, liebste Freundin.“
„So erfüllt der Raum endlich einen sinnvollen Zweck“, antwortete diese nur kurz. „Ihr könnt das haus wann immer ihr wollt nutzen.“ Vilkas merkte, dass sich Akkirah sich unwohl fühlte und versuchte abzulenken. Wir sollten nun aber erst mal schauen das wir etwas zu Essen bekommen. Ich habe nämlich fürchterlichen Hunger.
„Typisch Vilkas, immer erst mal ans Essen denken“, zog Farkas ihn auf. Vilkas knuffte seinen Bruder in die Seite. Dann begaben sich aber alle nach oben. Während Charlotta und Akkirah begannen, das Abendessen vorzubereiten, Stellten die Männer draußen unter Anleitung von Mila den Tisch und die Stühle etwas anders hin, so das alle gemütlich daran sitzen konnten. Dann begannen die drei mit dem Tischdecken und brachten schon was zu trinken raus. Mila durfte mit dem Streuner hinunter zu See gehen, sollte aber in Rufweite bleiben.
Eine Stunde später stand das Essen auf dem Tisch und alle machten sich hungrig drüber her. Da es aber recht bald kühl wurde, gingen sie nach dem Essen auch bald nach drinnen und machten es sich am Küchentisch gemütlich. Sie planten schon Mal, was sie am nächsten Tag machen würden. Charlotta, Farkas und Mila wollten gleich am Morgen zum Tempel von Mara hinüber gehen, um einen Termin für ihre Hochzeit festzulegen. Akkirah und Vilkas würden ein wenig mit dem Boot zu ihrer Insel raus fahren. Am Nachmittag wollten sie dann gemeinsam auf den Markt gehen. Noch vor Mitternacht begaben sich alle zu Bett.
Am nächsten morgen war es draußen recht neblig. So wurde, nachdem alle aufgestanden waren, das Frühstück drinnen eingenommen. Akkirah war kurz zu den Ställen gelaufen, um nach Fiinja zu sehen. Mila und der Streuner begleiteten sie. Hofgir und Shadre begrüßten die beiden. Nachdem Akkirah dem Pferd ein paar Möhren gegeben hatte gingen sie wieder zurück zum Haus.
Wie geplant gingen Charlotta und Farkas mit Mila zu Maramal. Dieser war wie immer, wenn sich zwei Menschen zusammengefunden hatten sehr glücklich und freute sich die Zeremonie durchführen zu können. Da es im Moment recht ruhig war, war es möglich schon zwei Tage später, wenn es gewünscht wurde, einen Termin zu bekommen. Farkas und Charlotta waren hoch erfreut, dass es so schnell gehen würde und stimmten sofort zu. Nachdem alle Details besprochen waren, war es auch schon fast Mittag und so gingen sie zurück zum Haus. Akkirah und Vilkas waren noch draußen auf dem See, und so machten sich Charlotta und Mila dran, das Mittagessen vorzubereiten. Die sonne war nun auch durchgebrochen, und so wurde draußen alles fertig gemacht. Als Akkirah und Vilkas von ihrem Ausflug zurückkamen, konnten sie sich gleich an den gedeckten Tisch setzen. Farkas und Charlotta strahlten. In zwei Tagen würden sie sich offiziell verbinden. Akkirah, Vilkas und Mila freuten sich mit ihnen.
„Endlich bekomme ich eine richtige Familie. Das ist es was ich mir immer gewünscht habe.“
Farkas strich Mila über das Haar. „Ja, wir werden eine richtige Familie sein.“
„Und wann bekomme ich mein Brüder oder Schwesterchen?“ Charlotta nahm die Hand ihrer Tochter. „Wenn alles gut geht in nicht ganz neun Monaten, mein Schatz.“
Vilkas sah die beiden erstaunt an. Wie konnten sie das jetzt schon so genau sagen? Und warum war Akkirah nicht erstaunt, das zu hören? War er wieder mal der letzte der etwas erfuhr? Akkirah erkannte, das Vilkas etwas verwirrt war und legte ihren Arm um ihn. „Ist es nicht schön? Dann werden unsere Kinder auch bald eine Spielgefährten haben.“ Sie wandte sich an Charlotta und wir können uns gemeinsam um die Erziehung unserer Kleinen kümmern. Ich freue mich schon richtig darauf.“
Am Nachmittag gingen sie wie geplant zum Markt. Die meisten Händler freuten sich Akkirah und Vilkas wieder zu sehen. Vilkas übergab dem Schmied Balimund Feuersalze, die er wann immer er sie fand, zur Seite gepackt hatte. Dieser freute sich sehr darüber, denn so würde er seine Schmiede wieder vernünftig befeuern können. Sie verbrachten den kompletten Nachmittag auf dem Markt. Als sie wieder zurück ins Honigheim kehrten, kümmerten sich heute die Zwillinge um das Abendessen. Die Frauen nutzen die zeit sich unten Gedanken darüber zu machen, was sie am Folgenden Tag anziehen würden. Wobei Akkirah am liebsten ja in ihrer Lederrüstung gegangen wäre, aber das erlaubte Charlotta nicht. Sie fanden ein hübsches gelbbraunes Kleid für Akkirah, das um die Taille herum aber etwas weiter gemacht werden musste und welches wunderbar zu ihren bernsteinfarbenen Augen passte. Aber das war für Charlotta und Mila kein Problem, denn die beiden schneiderten sehr gerne, im Gegensatz zu Akkirah. Charlotta hatte sich ein dunkelgrünes Kleid selbst angefertigt und für Mila eines aus dem gleichen Stoff genäht. Damit war dann die Kleiderfrage geklärt und die drei begaben sich wieder nach oben, wo auch die Männer zwischenzeitlich das Essen fertig hatte. Nach dem Essen saßen sie lange Zeit auf der Terrasse und unterhielten sich, bis es Zeit wurde, zu Bett zu gehen.
Den nächsten Tag verbrachten die fünf und der Hund hauptsächlich unten am See. Die Sonne strahlte vom Himmel und Akkirah schlug vor ein wenig baden zu gehen. Charlotta zierte sich anfangs, bis sie verriet, das sie nicht schwimmen konnte. Auch Mila ging es ähnlich, denn wo hätten sie es auch lernen sollen, wenn sie nie großartig aus Weißlauf hinaus gekommen waren. Da das Wasser am Ufer aber flach war, wagten sich die beiden dann irgendwann auch hinein und Akkirah versuchte Mila ein wenig schwimmen beizubringen.
Farkas und Vilkas über währenddessen ein wenig mit ihren Waffen am Ufer. Als sie fertig waren sprangen auch sie in das Kühle nass. Der Tag ging so wie im Flug vorbei. Am Abend machten sie es sich wieder auf der Terrasse gemütlich bis weit nach Mitternacht. Farkas und Charlotta waren ziemlich aufgeregt wegen des morgigen Tages aber irgendwann überkam auch sie die Müdigkeit und sie gingen hinein. Mila war schon vorher zu Bett geschickt worden.
Am folgenden Morgen wurden Akkirah und Vilkas schon früh von den anderen geweckt. Gegen elf sollte die Zeremonie stattfinden. Sie hatte also noch viel zeit. Akkirah half Charlotta sich fertig zu machen und so verging die Zeit wie im Flug. Als sie den Tempel betraten, wollte Maramal erst den Hund wieder rausschicken, aber Akkirah bat darum, ihn dabei zu lassen, schließlich gehörte er zur Familie. Maramal war zwar nicht begeistert ein Tier in seinem Tempel zu haben, aber da er auch keinen Unwillen verursachen wollte, akzeptierte er die Anwesenheit des Tieres. Der Streuner legte sich auch brav im Gang neben die erste Reihe der Bänke und gab keinen Laut von sich, während Maramal die Zeremonie durchführte. Farkas war am ende so aufgeregt, das er sich fast verhaspelte, aber dann bekam er es doch noch hin, die korrekten Worte zu sagen.
Nach der Zeremonie fielen sich alle in die Arme. „Wie ist das schön“, sagte Charlotta, “Endlich hab ich wieder eine Familie und ich bin so glücklich euch nun Schwester nennen zu dürfen.“
„Muss ich jetzt Tante Akki und Onkel Vilkas sagen?“, fragte Mila.
„Das ist euch überlassen, Mila, ihr könnt uns genauso gut weiterhin wie früher nennen“, antwortete Vilkas, „Aber wenn ihr wollt könnt ihr auch gerne Onkel oder Tante sagen.“
Anschließend gingen sie in den Bienenstich, wo Keerava ein großartiges Menü für die fünf zusammengestellt hatte. Denn heute hatten sie keine Lust sich selbst zu versorgen. Und so verging auch der Restliche Tag wie im Flug.
Es war beschlossen worden, dass sie nach der Hochzeit noch ein paar Tage in Rifton bleiben würden, bevor es wieder zurück nach Weißlauf ging. Mila freute sich besonders darüber, denn wann würde sie so schnell wieder die Gelegenheit bekommen, schwimmen zu lernen? Also wurde beschlossen, noch fünf Tage zu bleiben und dann würden sie mit der Kutsche zurück fahren.
Das Wetter war weiterhin schön. Zwei Tage nach der Hochzeit wollten Akkirah und Charlotta ein besonderes Rezept für den Hirschbraten, den sie gekauft hatten machen, dazu brauchten sie aber noch ein bestimmtes Gewürz. Am frühen morgen war die Khajiitkaravane vor der Stadt eingetroffen. Akkirah wusste, das sie meist seltenen Kräuter zum verkauf anboten und so beschloss Vilkas am Nachmittag während die anderen noch am See lagen, hinüber zu gehen um die gewünschten Zutaten zu besorgen. Akkirah wollte ihn begleiten, aber Vilkas bestand drauf, das sie liegen blieb. Schließlich war sie den ganzen Morgen in Gange gewesen. So hatte sie erst mit den Zwillingen Waffenübungen durchgeführt und dann anschließend lange mit Mila und dem Streuner im Wasser herum getobt.
Farkas und Charlotta hatten sich etwas abseits im Schatten hingelegt und Mila tobte wieder mit dem Streuner herum. Akkirah schloss, nachdem Vilkas gegangen war die Augen und lauschte dem zwitschern der Vögel in den Bäumen.
Als sie eine Stunde später wieder wach wurde, schaute sie sich um. Vilkas war nicht zu sehen. Sicherlich hatte er beschlossen die Zutaten, die er gekauft hatte gleich nach oben zu bringen. Vorher hatte er bestimmt noch ein Weilchen mit den Händlern geplaudert, wie sie es meist taten, wenn sie gemeinsam bei ihnen einkauften. Sie stand auf und auch die anderen folgten ihrem Beispiel und beschlossen hoch zum Haus zu gehen. denn langsam wurden sie alle hungrig.
Oben angekommen, war von Vilkas nichts zusehen. Akkirah begann sich Sorgen zu machen. Vilkas würde sie nie länger als unbedingt notwendig alleine lassen.
„Ich gehe hinunter zum Lager der Händler und schaue ob Vilkas sich dort Festgequasselt hat“, sagte sie zu den anderen nachdem sie das Haus betreten hatten.
„Ich begleite euch“, meinte Farkas.
„Das müsst ihr nicht, ich nehme Streuner mit.“ Sie drehte sich zu dem Hund um und dieser verstand sie auch ohne das sie was sagen musste und folgte ihr.
So begab sie sich hinab zu den Khajiit. Akhari begrüßte sie freundlich. „ Es ist schön, euch mal wieder zu sehen. Wie geht es euch? Mir scheint, euer Kind wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Und wie geht es eurem Gatten? Wie kommt es, das er euch alleine gehen lässt?“
Akkirah wurde bleich. Vilkas war scheinbar nicht hier gewesen. „War Vilkas nicht vorhin hier? Er wollte ein paar Zutaten kaufen.“
„Tut mir leid, aber er war nicht hier.“
Panik überkam Akkirah. Wo war Vilkas? Er würde nie einfach Grundlos davon gehen. „VIL, wo seid ihr?“ rief sie laut, aber es kam keine Antwort. Dann wurde ihr plötzlich schwarz vor Augen und sie brach zusammen.

CKomet

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Dienstag, 18. Dezember 2012, 22:41

071 Wo ist Vilkas?

Akkirah fühlte sich schwindelig, als sie langsam wieder zu sich kam. Sie starrte in die verängstigten Gesichter einiger Katzenmenschen. „Sie kommt zu sich. Welch ein Glück. Wer weiß was man uns sonst anhängen würde.“
‚Vil, mein Liebster, wo seid ihr, warum seid ihr nicht bei mir?’ dachte Akkirah nur. Ihre Gedanken wirbelten wirr durch ihren Kopf. Was ist geschehen. Vil wollte bei den Khajiit einkaufen, war aber bei ihnen nie angekommen. Warum nur nicht. Sie versuchte sich aufzurichten, wurde aber sanft von Akhari zurückgehalten. „Bleibt liegen, Mädchen, Ihr seid noch immer ganz blass. Ihr müsst euch erst mal etwas erholen, bevor ihr aufsteht, wenn ihr nicht wollt, dass eurem Kind etwas passiert.“
In dem Moment hörte sie die eiligen Schritte von Farkas, hinter ihm kam Charlotta gelaufen.
„Was ist los, Schwester, ich habe euch Schreien gehört.“ Farkas sah sich um. „Wo ist Vilkas?“ Akkirah versuchte sich wieder aufzurichten. Diesmal ließ Akhari es zu. Dann brach Akkirah in Tränen aus und Charlotta nahm sie in die Arme. „Beruhig euch, liebste Schwester.“ Versuchte ihre Schwägerin sie zu beruhigen. Aber Akkirah konnte nicht aufhören zu weinen. „Vil“ flüsterte sie immer wieder.
Farkas sah die Khajiit an. „Was ist passiert, wo ist mein Bruder Vilkas?“ Er sah recht grimmig aus, als er das fragte.
„Wir wissen es nicht. Er war nicht hier.“
„Er kann sich doch nicht in Luft aufgelöst haben. Bei Talos, was mag geschehen sein?“ Farkas war ziemlich wütend. Irgendwas Schlimmes musste passiert sein. Grundlos wäre sein Bruder nie verschwunden.
„ Wir wissen es nicht. Wir waren noch dabei unser Lager aufzubauen, die Waren zu sortieren und uns hier für ein paar Tage einzurichten und haben daher nicht drauf geachtet, was in der Umgebung vor sich geht. Aber ihr solltet Akkirah nach Hause bringen. Und gebt ihr das in den Tee. Keine Sorgen, es wird weder ihr noch ihrem Kind schaden, sondern dafür sorgen, das sie etwas schläft.“
Akhari gab Charlotta ein Fläschchen mit einer bläulichen Flüssigkeit. „Gebt davon 10 Tropfen in einen Becher mit warmen Wasser. Am Besten gebt noch etwas Honig dazu, damit es nicht so bitter schmeckt. Charlotta nahm wortlos das Fläschchen und sah Farkas an. „Ihr müsst sie hoch tragen, sie sollte jetzt lieber nicht gehen.“
Farkas nickte und nahm Akkirah, die wieder Bewusstlos geworden war, auf den Arm. Charlotta nickte den Khajiit noch mal dankbar zu und folgte dann ihrem Mann, der Akkirah nach Hause trug. Sie waren gerade die Treppe hochgekommen und auf den letzten Metern zur Tür, als plötzlich ein Mann hinter ihnen auftauchte.
„Was ist mit dem Mädchen, Vilkas?“
Als Sic Farkas mit Akkirah auf dem Arm umdrehte, wich der Mann etwas zurück. „Ihr seid nicht, Vilkas.“, sagte erstaunt. „Ihr müsst sein Bruder sein. Wo ist Vilkas und was ist mit Akki passiert?“
„Vielleicht solltet ihr uns erst einmal sagen, wer ihr seid? Ich kenne euch nicht.“
„Ich bin ein guter Freund von Akkirah und Vilkas. Ich war ein paar Tage unterwegs und bin gerade erst zurückgekommen und sah wie ihr das Mädchen hoch getragen habt.“
„Habt ihr auch einen Namen?“ Farkas wirkte ungehalten, denn er wollte Akkirah so schnell wie möglich aufs Bett legen.“
„Mein Schatz, lasst uns das gleich klären“, versuchte Charlotta ihn zu beruhigen, „Erst mal muß Akki ins Haus gebracht werden.“
„Die Dame hat Recht. Und ich heiße Brynjolf.“ Ohne weitere Worte zu verlieren machte er die Tür auf und Farkas bleib nichts übrig als ihm zu folgen. Mila, die im Haus wartete, wich erst mal etwas zurück, als Brynjolf eintrat und der Streuner stellte sein Fell auf und knurrte den für ihn Fremden an und war jeder Zeit bereit, ihn an die Kehle zu springen.“
Brynjolf wich vorsichtig zurück. Mit so einer Begrüßung hatte er nicht gerechnet. „Vielleicht sollte ich später wiederkommen.“
Akkirah war wieder zu sich gekommen und erkannte den Anführer der Diebesgilde sofort. Tränen liefen ihr die Wangen herab. „Bryn, habt ihr Vil gesehen?“ fragte sie mit erstickter Stimme. „Er wollte doch nur ein paar Zutaten von den Khajiit holen“
Bryn setze sich zu ihr ans Bett, auf das Farkas sie gelegt hatte. Streuner knurrte nun noch gefährlicher. Akkirah rief den Hund zu sich und legte ihm die Hand auf den Kopf. „Das ist ein Freund, guter Hund. Er tut mir nichts.“ Das Tier beruhigte sich etwas, blieb aber weiterhin wachsam und ließ den Mann nicht aus den Augen.
„Er kann sich nicht in Luft aufgelöst haben, Wir werden ihn suchen gehen.“ Er sah Farkas an, „Kommt ihr mit? Der Hund könnte auch hilfreich sein.“
Farkas nickte und folgte Brynjolf ohne Worte. Er wusste, um wen es sich handelte. Akkirah und Vilkas hatten öfters von ihm gesprochen und ihm war bekannt,, dass die beiden ihm vertrauten. Als Farkas in der Tür stand sah er sich nach Charlotta um, „Passt auf Akki auf, wir werden, Vilkas schon wieder finden.“ Charlotta nickte und bat ihn vorsichtig zu sein. Dann setzte sich Charlotta zu Akkirah ans Bett und nahm sie vorsichtig in die Arme.
„Die beiden finden ihn wieder. Macht euch keine Sorgen, liebste Schwester.“
Es dauerte eine ganze Weile bis sich Akkirah halbwegs beruhigte und Charlotta dann kurz aufstand, um wie die Khajiit gesagt hatte ihr den Trank fertig zu machen. Nachdem Akkirah das Gebräu getrunken hatte fiel sie in einen unruhigen Schlaf. Mila hatte sich in eine Ecke gesetzt und versucht nicht im Weg zu sein.
Drei Stunden später kam Farkas alleine mit dem Streuner zurück. Charlotta fiel ihm um den Hals, glücklich das ihm nichts passiert war, denn es war zwischenzeitlich dunkel geworden und sie begann sich Sorgen zu machen. Akkirah schlief fest und so hatten sie und Mila versucht sich mit etwas Handarbeit die zeit zu vertreiben, wobei sich beide kaum auf ihre Arbeit konzentrieren konnten.
„Habt ihr Vilkas gefunden?“ fragte sie vorsichtig, obwohl sie die Antwort kannte, denn wenn sie ihn gefunden hätten, wäre er jetzt sicherlich bei Farkas und der würde nicht so ernst dreinschauen.
„Nein, mein Schatz, wir haben Vilkas nicht finden können. Er wurde scheinbar von einer Bande, die sich die dunkler Bruderschaft nennt, entführt.“ Tränen standen ihm in den Augen. „Bryn scheint einiges über diese Bande zu wissen. Sie agiert im Untergrund und verübt Auftragsmorde. Er kann sich aber nicht erklären, warum sie Vilkas verschleppt haben. Wenn er auf ihrer Liste gestanden hätte, dann hätten wir seine Leiche gefunden. Es muß ihnen um etwas anderes gehen. Es waren auch keine Kampfspuren zu finden. Sie müssen ihn irgendwie anders überwältigt haben. Sie waren zu dritt und sind in die Berge mit ihm geflohen. In den Felsen hat Streuner ihre Spur bald verloren. Und da es dunkel wurde hatte es keinen Sinn auf Teufel komm raus weiter zu suchen und wir mussten umkehren.“ Farkas machte eine Pause.
„Bryn will versuchen über seine Kontakte Informationen zu erhalten. Und ich will, das Aela herkommt. Sie ist unsere beste Spurenleserin und wenn jemand etwas finden kann dann sie. Wir brechen morgen in aller frühe nach Weißlauf auf. Wir können Akkirah nicht hier lassen. In Weißlauf ist sie besser aufgehoben, sollte es doch eine schlechte Nachricht geben.“ sagte er mit fast tonloser stimme. Charlotta nahm ihn in die Arme. „Ihm passier nichts, wir finden ihn wieder.“ Farkas schluchzte nur.
Die Nacht schliefen sie, außer Akkirah alle sehr schlecht. Am folgenden morgen waren sie früh in Gange. Akkirah erwachte und versuchte nicht zu weinen. Bryn war in der Morgendämmerung noch mal vorbei gekommen und es war ihm gelungen Akkirah zu überzeugen, das es am besten wäre mit den anderen nach Weißlauf zu gehen. Er hatte ihr die Wahrheit über das verschwinden von Vilkas gesagt. Er wusste das Akkirah früher mehrfach ziel der dunklen Bruderschaft war, denn er hatte in den Unterlagen von Mercer Hinweise gefunden, die darauf deuteten, das er damals diese Bande angeheuert hatte, um Akkirah umbringen zu lassen, was ihnen aber nie gelungen war. Ob es sich nun um einen Racheakt handelte, konnte er nicht sagen, glaubte es aber eigentlich nicht, denn mit dem Tod von Mercer war auch der Vertrag mit der Bruderschaft hinfällig geworden. Brynjolf versprach Akkirah alle Hebel in Gange zu setzen, um etwas heraus zu finden.
„Egal was passiert, Mädchen, ihr müsst nun erst mal an euer Kind denken, daher bitte ich euch, kehrt mit eurem Schwager und seine Frau zurück nach Weißlauf. Wenn ich etwas erfahre lasse ich es euch da wissen.“
Er nahm sie in die Arme, während sie wieder weinte. Er hatte Recht, sie durfte sich nicht gehen lassen. Zwei Stunden später brachen sie dann auf nach Weißlauf. Brynjolf hatte mit Hofgir gesprochen und dafür gesorgt, das dieser ihnen eine Kutsche zur Verfügung stellte. Fiinja wurde hinten angebunden. Die Fahrt verlief ohne irgendwelche Vorkommnisse. Akkirah sagte die ganze Zeit über kaum ein Wort und war tief in Gedanken versunken. Nachts schlief sie dank des Trankes, den sie von den Khajiit bekommen hatte, durch. Tagsüber sah sie mit verschleiertem Blick in die Umgebung. Wenn sie nicht die Kinder unter ihrem Herzen tragen würde, hätte sie sich auf der Stelle auf Fiinja geschwungen und hätte in ganz Himmelsrand jeden Stein umgedreht, um Vilkas zu finden. Sie spürte, dass er noch am Leben war. Wäre er tot, wüsste sie es, da war sie sich sicher. So erreichten sie dann Weißlauf. Charlotta begleitete Akkirah gleich hoch nach Jorrvaskr, während Farkas mit Mila sich um Fiinja und das Gepäck kümmerten.
In der Methalle wurden die beiden sofort von Tilma, die gerade alleine oben war begrüßt. Diese merkte auch sofort, das etwas nicht stimmte und schon Akkirah vorsichtig zu einer Bank, wo sie sich setzen konnte. Sie konnte ihre Neugier nicht bremsen und fragte dann auch sogleich besorgt: „Wo sind die Zwillinge? Ist irgendwas passiert?“ In dem Augenblick betrat Aela die Halle. Sie lief sofort zu Akkirah hinüber und umarmte sie zur Begrüßung. „Schwester, ihr seht blass aus? Ist alles in Ordnung mit euch? Fühlt ihr euch nicht gut? Ihr solltet euch hinlegen. Und wo Sind Vilkas und Farkas?“ Dann kam ihr in den Sinn, dass sie Charlotta vollkommen übersehen hatte. „Entschuldigt, Charlotta, ich wünsche euch alles Gute zur Vermählung.“ Die Jägerin lächelte Akkirahs Schwägerin an. Da Akkirah kein Wort raus bekam, antwortete Charlotta.
„Vilkas wurde verschleppt. Von der Dunklen Bruderschaft. Wir wissen nicht wohin. Die Farkas und ein Freund aus Rifton haben trotz Streuner die Spur schnell verloren. Daher sind wir so schnell wir konnten hierher gekommen. Farkas glaubt ihr seid die beste Spurenleserin, und wenn jemand Vilkas finden kann, dann seid ihr es.
Tilma wurde blass, als sie das hörte. Sie legte ihren um Akkirah. „Mein armes Kind. Kommt ihr solltet euch nach unten begeben und euch hinlegen. Lana wird euch dann gleich etwas zu essen bringen.“ Akkirah wollte widersprechen. „Keinen Widerspruch, ihr müsst etwas essen, denkt doch an eure Kinder.“ Dann wandte sie sich an Charlotta. „Würdet ihr sie begleiten? Sie sollte nicht alleine bleiben.“ Die angesprochene nickte und half Akkirah dann auf und begleitete sie nach unten in ihre Räumlichkeiten.
Lana kam kurze zeit später mit einem Teller Essen und einer Schale Obst. „Bitte Akki, ihr müsst etwas davon essen.“ Diese zwang sich ein paar Bissen runter zu würgen, so wie sie es schon die ganzen letzten Tage immer nur tat. Ohne Vilkas kam sie sich vollkommen verloren und kraftlos vor. Sie versuchte sich immer daran zu erinnern, dass sie und Vilkas sich vor langer Zeit ein Versprechen gegeben hatten, das besagte, das egal was passierte, keiner von ihnen sich Aufgeben würde. Aber es fiel ihr schwer, sich daran zu halten. Nachdem sie etwas gegessen und getrunken hatte, sagte sie zu Charlotta. „Ihr könnt ruhig nach oben gehen. ich werde versuchen etwas zu schlafen. Wenn etwas ist, ist ja immer jemand da der kommen kann. Streuner wird sich dann schon bemerkbar machen.“
Der Hund legte seinen Kopf auf ihre Beine und sah sie an, als würde er sagen wollen, ‚ja das erde ich tun.’
Charlotta strich Akkirah noch mal übers haar und ging dann nach oben. Sie wollte die kurze Zeit, die sie mit Farkas haben würde, bevor er sich gemeinsam mit Aela auf die Suche nach seinem Bruder machte, zusammen verbringen. Als sie die Halle oben betrat, hatten sich schon alle an der großen Tafel versammelt, wo Farkas erzählte was passiert war. Mila war schon nach Hause gegangen. Charlotta stellte sich hinter Farkas und legte ihre Hände auf seine Schultern. Farkas wäre am liebsten sofort aufgebrochen, aber Aela schüttelte den Kopf. Er solle sich heute Nacht etwas ausruhen und morgen würden sie dann in aller Frühe aufbrechen. Bei diesen Worten warf sie Charlotta einen Blick zu. Diese lächelte dankbar.
Bevor sich Farkas und Charlotta in ihr Haus begaben, sahen sie noch mal nach Akkirah, die wieder einmal in einem unruhigen Schlaf gefallen war. Sie hatte heute nichts von dem Trank der Khajiit genommen. Trotzdem war sie eingeschlafen. Das war schon mal ein gutes Zeichen. Dann gingen die beiden heim.

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Montag, 24. Dezember 2012, 23:31

072 Die Dunkle Bruderschaft

Ganz langsam verschwand die Schwärze, die Vilkas seit Tagen umgeben hatte. Er versuchte die Augen zu öffnen, was ihm recht schwer fiel. Er konnte sich nicht bewegen. Wo war er? Das letzte, woran er sich deutlich erinnern konnte, war, das er den kleinen Wildpfad von See hinauf zum Lager der Khajiit gegangen war. Dann spürte er einen Stich im linken Oberarm und von dem Moment an verschwamm die Welt um ihn herum. Er merkte noch wie er zu Boden ging und von zwei vermummten Gestalten aufgehoben wurde. Von da an konnte er sich an nichts mehr wirklich erinnern.
Wieder versuchte er die Augen zu öffnen. Diesmal gelang es ihm. Er fühlte, wie er auch der Rest seines Körpers langsam wieder unter seine Kontrolle bekam. Er war ein einem dunklen Raum und lag auf einem Bett, das recht muffig roch. Er lauschte in die Dunkelheit. Er war nicht alleine. Er hörte das schwere gedämpfte Atmen mehrerer Personen. 'Akkirah' fuhr es ihm durch den Kopf? Wo war sie, hatte man auch ihr etwas angetan? Oder Farkas, Charlotta und Mila? Waren sie wohlauf?
Sein linker Arm schmerzte an der Stelle, wo er den Stich gespürt hatte. Man schien ihn mit einem sofort wirkenden Gift betäubt zu haben. Er versuchte sich zu bewegen. Er schien nicht gefesselt zu sein. Es befand sich in einer dunklen Hütte, die entweder keine Fenster hatte, oder die verhängt waren. Oder es war Nacht. Wie viel Zeit war vergangen, seit er überwältigt wurde? Er konnte es nicht sagen. Er vermutete es waren mehrere Tage gewesen. Dunkel erinnerte er sich das man ihn Anfangs zu zweit getragen hatte. später hatte man ihn über den Rücken eines Pferdes geworfen. Und nun war er hier. Er überlegte ob er versuchen sollte sich aufzurichten. Oder war es besser weiterhin den Bewusstlosen zu spielen? Nur so wie er nun lag, konnte er nichts von der Hütte erkennen. Er wartet noch eine Weile bis er seine Glieder besser spüren konnte.
Dann wagte er es, sich zu bewegen. Kaum hatte er sich gerührt vernahm er eine leise weibliche stimme. „Ah habt ihr gut geschlafen?“ Vilkas drehte sich nun um und sah sich um. In einer Ecke auf einem Schrank saß lässig eine schlanke Frau in einer merkwürdigen dunklen Kleidung und beobachtete ihr.
Vilkas richtet sich etwas auf. „Wo bin, ich was mache ich hier? Und wer, bei Ysmir seid ihr?“
„Das wollt ihr eigentlich gar nicht wissen. Ihr seid hier im Warmen und erfreut euch bester Gesundheit. Das ist mehr als was andere von sich behaupten können. Zum Beispiel die alte Grelot aus dem Waisenhaus von Rifton. Achja, mich nennt man übrigens Astrid.“
Diese Antwort verwirrte Vilkas. Was sollte das hier werden, fragte er sich.
Die seltsame Frau sprach weiter: „Ihr habt die alte Frau aus dem Waisenhaus ermordet. Damit schuldet ihr der Dunklen Bruderschaft ein Leben und ich bin hier um es einzufordern.“
Was sollte das werden? Er hatte niemanden ermordet. Der Tod der alten Frau in Rifton war ein unglücklicher Unfall gewesen. Und was sollte das sein, die Dunkle Bruderschaft? Noch nie hatte er davon gehört. Doch halt fiel es ihm plötzlich wieder ein. Akki hatte diese mal erwähnt. Sie hatte zweimal bei Assassinen, die versuchten sie zu töten Notizen gefunden, die besagten, das Akkirah im Auftrag von der Dunklen Bruderschaft getötet werden sollte. Was wollte man nun von ihm? Sollte er jetzt seine eigene Frau umbringen, nachdem es anderen nie gelungen war?
Die Frau sprach weiter: „Seht ihr diese drei Personen dort hinten? Ihr werdet eure Schuld bei uns abtragen, in dem ihr einen der drei tötet. Wen ihr tötet, das sei euch überlassen. Sprecht ruhig mit ihnen und dann trefft eure Wahl.“
Also war nicht Akkirah das Ziel. Erleichtert atmete Vilkas auf. Vorsichtig drehte er sich um. Am anderen Ende der Hütte knieten drei gefesselte Gestalten, deren Köpfe mit Stoffhauben bedeckt waren. Es handelte sich um zwei Männer und eine Frau. Da sie nichts sagten waren sie wahrscheinlich geknebelt.
„Tötet einen von ihnen und ihr seid frei, tut es nicht und ihr werdet diese Hütte nicht lebend verlassen.“ Sie machte eine kurze Pause. „Oder vielleicht schon, aber ihr habt eine hübsche Frau die gerade in anderen Umständen ist. Ihr wollt doch gewiss nicht, dass ihr oder euren Kindern etwas zustößt? Wenn nicht heute dann möglicherweise morgen“
Vilkas konnte das hinterhältige Grinsen im Gesicht der Frau im Schatten nicht sehen, aber er spürte es. Neben dem Bett auf einem Tisch lag sein Zweihänder. Die Frau schien sich ihrer Sache sehr sicher zu sein. Vilkas fühlte sich in der Zwischenzeit wieder soweit hergestellt. Trotzdem tat er so, als er aufstand, als wäre er noch ein wenig unsicher auf den Beinen. Langsam, als würden seine Knie zittern ging er zum Tisch und nahm seinen Zweihänder in die Hände. Er hoffte er würde schnell genug damit zuschlagen können. Bevor er in Gefangenschaft der Silbernen Hand geraten war, hätte er nie daran gezweifelt es zu schaffen, aber er wusste er war noch lange nicht wieder so gut wie einst. Als er sein Schwert in der Hand hielt merkte er das die Stelle, wo man ihn mit irgendwas getroffen hatte um ihn zu betäuben noch schmerzte. Aber das ignorierte er. Langsam bewegte er sich an die Frau auf dem Schrank vorbei und ging in Richtung der drei Gefangenen. Doch plötzlich drehte er sich um und schwang sein Schwert auf die Frau zu er hoffte sie zu überraschen und mit einem Hieb nieder zu strecken. Aber irgendwie hatte sie seine Bewegung erahnt und war zur Seite gesprungen. Er verpasste ihr nur am rechten Arm eine Streifwunde.
„Ah, da scheint jemand zu glauben, es mit mir aufnehmen zu können. Nun wenn ihr denn unbedingt wollt, lasst uns sehen wie gut ihr seid. Jetzt werdet ihr mich töten müssen, wenn ihr wollt, das eurem kleinen Frauchen und ihrem Bastard nichts passiert.“ Ihre Stimmer war nun alles andere als freundlich. Sie hatte zwei Dolche gezogen. Vilkas versuchte mehre Angriffe mit seinem Zweihänder, aber die Frau wich geschickt zurück. Sie war schnell, das erkannte Vilkas. Es würde nicht einfach werden sie zu töten. Aber dank den Übungen mit Akkirah, die auch sehr schnell mit ihrem Einhänder umgehen konnte, war er auch darin geübt, blitzschnelle Angriffe abzuwehren. In der Enge der Hütte fehlte ihm aber der Spielraum um sich vernünftig zu aufstellen zu können. Lange Zeit ging es hin und her. Vilkas betete, das die Frau keine Gefährten draußen hatte, die plötzlich herein kommen würden, weil dann wäre es um ihn geschehen. Aber niemand kam hinein. Plötzlich fiel im der gemeine Trick von Akkirah ein, als sie vor einer Ewigkeit im Hof von Jorrvaskr ihm Dreck in die Augen geworfen hatte um ihn aus dem Gleichtakt zu bringen. Sich bücken um etwas aufzusammeln war nicht möglich, aber die kleine Öllampe über ihren Köpfen hing, würde sicherlich etwas für Ablenkung sorgen wenn sie zu Boden fiel. Vilkas täuschte eine Angriff vor wich dann aber im letzten Moment zurück und es gelang ihm mit einem Hieb dafür zu sorgen, das die Lampe zu Boden fiel, zerbrach und das Öl Feuer fing. Das Überraschungsmoment von Astrid, die vor dem Feuer zurückwich, nutzte Vilkas aus, um ihr einen tödlichen Hieb zu verpassen. Nachdem sie zu Boden gegangen war. Nahm Vilkas einen ihrer Dolche und ging hinüber zu den Gefangenen. Die finden an zu winseln. Vilkas nahm ihnen die Hauben von den Köpfen und schnitt ihnen wortlos die Fesseln durch. Dann ging er zur Tür hinüber. Diese war verschlossen. Vilkas fluchte. Wahrscheinlich hatte Astrid den Schlüssel. Er versuchte zu ihr zu gelangen ohne sich an den größer werdenden Flammen zu verbrennen und durchsuchte sie. In einer Tasche fand er tatsächlich den Schlüssel.
„Nun macht schon“, drängelte einer der ehemaligen Gefangenen. Es war ein Khajiit. „Wir wollen doch nicht in den Flammen umkommen.“
„“Ihr solltet euch irgendwomit bewaffnen“, sagte Vilkas nur, „wer weiß ob draußen noch weitere der Bande sind.“ Der kräftige Nord nickte und nahm sich den zweiten Dolch der Assassinenanführerin Dann öffnete Vilkas vorsichtig die Tür einen Spalt weit. Die Sonne war gerade am untergehen. Sie befanden sich in einem sumpfigen Gebiet. Langsam öffnete Vilkas die Tür weiter. Dann sah er in der Nähe an einem Lagerfeuer zwei weitere Gestalten, die genau wie Astrid in diesen merkwürdigen dunklen Klamotten gekleidet waren. Sie sahen nicht zu ihnen hinüber und stritten sich über etwas. Vilkas nutze das um in wenigen Sätzen bei ihnen zu sein. Mit einem schwungvollen Schlag trennte er dem Mann, der ihm am nächsten Saß den Kopf vom Hals. Der zweite Mann sprang erschrocken auf. Doch bevor er seine Waffe ziehen konnte, jagte Vilkas ihm seinen Zweihänder zwischen die Rippen.
Die drei anderen sahen sich um. Weitere Assassinen schien es nicht zu geben.
„Die beiden müssen verschwinden“, sagte Vilkas. „Niemand darf wissen was hier passiert ist. Bringt sie ins Innere und sorgt dafür das die Hütte komplett in flammen aufgeht. Dann seht zu das ihr fort kommt.“ Die beiden Männer taten was Vilkas sagte.
Vilkas sah drei Pferde nahe der Hütte an einem Strauch angebunden stehen. Er ging zu den Tieren, nahm einen der Sättel, die auf dem Boden lagen und sattelte den Schecken, der ihm am Kräftigsten erschien. Ohne noch ein weiteres Wort zu den anderen zu sagen schwang er sich dann, nachdem er auch das Zaumzeug angelegt hatte, in den Sattel und stürmte davon.
Er wusste nicht genau wo er sich befand. Aber die Gegend erinnerte ihn an den Sumpf um Morthal herum. Also entschloss er sich Richtung norden zu wenden. Nachdem er eine Weile unterwegs war, begann er die Kälte zu spüren. Er war ja noch immer in die einfachen Gewänder gekleidet, die er am See von Rifton trug. Er hätte einen der Umhänge der Mörderbande mitnehmen sollen. Nachdem es zu dunkel geworden war um weiter zu reiten machte er halt. Er band den Wallach an einem Baum fest. Hinten am Sattel war eine dünne decke befestigt. Zusammen mit der Sattelunterlage, würde er sich ein Lager machen können. Zum Holzsammeln war es zu dunkel. Er hoffte auch, das es hier keine wilden Tiere gab, die ihn überraschen würden. In den Satteltaschen fand er etwas altes Brot und getrocknetes Fleisch. Er nahm sich etwas davon hüllte sich in die Decken und aß ein wenig von dem Brot und dem Fleisch. Dann legte er sich hin. Einschlafen konnte er nicht wirklich. Er dachte die ganze Zeit an Akkirah. Sie würde sich wahrscheinlich die ganze zeit ängstigen und Fragen was mit ihm passiert war. Das würde weder ihr noch den Kindern gut tun. Er machte sich große Sorgen um seine geliebte Frau. Er wusste nicht wie lange es her war, dass er verschleppt wurde. Aber ein paar Tage waren sicherlich vergangen. Warum hatte er vorhin die drei anderen nicht gefragt welchen Tag sie hätten.
Der kürzeste Weg nach Rifton führte über Weißlauf. Er hoffte, das Akkirah dorthin gegangen sei und nicht in Rifton auf ihn wartete. Nach einer Weile fiel er in einen unruhigen Schlaf. Lange vor dem Morgengrauen wachte er frierend auf. Er beschloss sich sofort wieder auf den Weg zu machen. Er sattelte den Schecken und legte sich die Decke wickelte die Decke um sich. Dann setzte er zunächst langsam seinen Weg fort. Als die Dämmerung hereinbrach und er mehr sehen konnte, spornte er das Tier mehr an. In der Ferne sah er die Bergkette die er überqueren musste, um nach Weißlauf zu gelangen. Wenn er sich etwas westlich halten würde, müsste er zum pass von Labyrinthion kommen, wenn ihm sein Gedächtnis nicht täuschte.
Drei Stunden später stieß er auf die Hauptstrasse. Da es für das Pferd einfacher war hier zu laufen, blieb er dort. Nach einer weiteren Stunde wurde sein Pferd plötzlich unruhig. Irgendwas oder irgendwer befand sich etwas abseits des Weges. Vilkas nahm sein Schwert in die Hand. Er vernahm das Schnauben eines Pferdes. Dann stürmte aus dem unterholz ein Pferd auf die Hauptstrasse. Darauf saß kein andere als sein Bruder Farkas.
Überrascht und froh zugleich sprang Vilkas von seinem Pferd und stürmte auf seinen Bruder zu. „Farkas, Bruder. Ich bin so froh euch zu sehen. Aber was macht ihr hier? Seid ihr alleine?“ Kaum hatte er diese Frage gestellt tauchte nun eine Frau auf. Aela.
Auch Farkas war vom Pferd gesprungen. Er nahm Vilkas in die Arme und drücke ihm so fest, dass dieser kaum noch Luft bekam. „Ich bin so froh, dass wir euch gefunden haben. Wo wart ihr? Ws ist passiert?“ Nachdem Farkas seinen Bruder wieder losgelassen hatte begrüße auch Aela ihren Schildbruder mit einer Umarmung.
„Wie geht es Akki? Ist sie wohlauf? Und wo ist sie zur Zeit?“
„Sie ist in Jorrvaskr. Es geht ihr den Umständen entsprechend. Sie macht sich große Sorgen euretwegen.“
„Dann lasst uns keine Zeit verlieren und nach Weißlauf reiten. Ich erzähle euch unterwegs was passiert ist. Ich will so schnell wie möglich zu meinem Herz zurück.“
„Reitet ihr vor. Ich folge euch in sicherem Abstand. Beim nächsten Halt könnt ihr mir dann noch mal erzählen was passiert ist.“ antwortete Aela.
Die Brüder schwangen sich wieder in die Sättel und trieben ihre Pferde vorwärts. Vilkas erzählte mit wenigen Worten was ihm widerfahren war. Als er geendet hatte begann Farkas zu sagen, was nach seinem Verschwinden passiert war. Er begann mit der gemeinsamen mehr oder weniger erfolglosen Suche mit Brynjolf. Der Rückkehr nach Weißlauf und dann dem Aufbruch gemeinsam mit Aela. Akkirah blieb in Jorrvaskr. Er und Aela machte sich so schnell sie konnten auf den Weg nach Rift, wo die die Spuren in den Bergen verloren hatten. Aela gelang es in ihrer Werwolfgestalt mit mühe diese doch wieder aufzunehmen. Sie mussten über die Berge erst Richtung Windhelm. Dann ging es weiter Richtung Mortal. Die meiste Zeit haben sich die Entführer abseits der Hauptstrasse bewegt, wo man trotzdem noch mit Pferden weiter kam. Und so stießen sie dann letztendlich glücklicherweise auf Vilkas, der sich selbst befreien konnte.
Sie ritten so schnell es die Pferde erlaubten weiter. Am späten Nachmittag erreichten sie den Zugang zu Labyrinthion. In dem Ruinen von Labyrinthion mussten sie gegen zwei Trolle kämpfen, die den Weg versperrten. Nachdem sie Labyrinthion passiert hatten machten sie Rast. Die Pferde waren erschöpft und auch Aela, die ihnen die ganze Zeit in ihrer Wolfgestalt gefolgt war, war recht müde. Sie sammelten diesmal etwas Feuerholz und machten sich ein ordentliches Lagerfeuer. Noch mal erzählte Vilkas was passiert war, während sie die Vorräte die sich Farkas und Aela dabei hatten verspeisten.
„Wenn ihr die Anführerin erledigt habt, dürfte es ja nun vorbei sein“, meinte Aela.
Vilkas schüttelte den Kopf. Erst wenn die komplette Bande ausgeräuchert ist, werde ich wieder ruhig schlafen können. Ich hoffe Bryn konnte ein paar Information bekommen.
Aela seufzte. „Ihr habt wahrscheinlich Recht. Und wir werden sie gemeinsam erledigen, darauf habt ihr mein Wort, Bruder.“
Dann legten sie sich Schlafen. Am nächsten Morgen brachen sie noch vor Sonnenaufgang wieder auf. Sie kamen ohne irgendwelche Probleme am frühen Abend in Weißlauf an. Als sie die Ställe erreicht hatten, nahm Farkas seinem Bruder das Pferd ab. „Los lauft schon hoch. Akki soll nicht noch länger auf euch warten, Bruder.“
„Danke Farkas.“ Und dann lief Vilkas so schnell er konnte hoch nach Jorrvaskr. Am Mark rannte er fast Severio Pelagia über den Haufen. Er rief Charlotta, die an ihrem Marktstand arbeitet, im vorbeilaufen zu. „Farkas kommt gleich.“
Völlig außer Atem erreichte er Jorrvaskr. Er öffnete die Tür und sah Akkirah an der großen Tafel sitzen, wo sie sich mit zwei Männern unterhielt. Als die Tür aufging und Akkirah Vilkas reinstürmen sah, sprang sie überglücklich von ihrem Stuhl auf, der nach hinten umkippte und stürmte Vilkas entgegen und fiel ihm in die Arme. Dann sackte sie in seinen Armen zusammen.

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Samstag, 29. Dezember 2012, 14:19

073 Glückliche Rückkehr

Akkirah wachte erst aus ihrem unruhigen schlaf auf, nachdem Aela und Farkas schon aufgebrochen waren. Lana war sofort zur Stelle und brachte ihr etwas Tee. Tilma hatte wieder etwas Beruhigendes zusammengemischt. Streuner saß neben dem bett und hatte einen Kopf auf ihre Beine gelegt und sah sie an. Sie streichelte abwesend seinen Kopf.
„Danke, Lana. Ich werde mich waschen, ankleiden und dann werde ich hochkommen. Es hat doch keinen Sinn den ganzen Tag hier unten zu verbringen.“
„Tilma sagte ihr solltet aber lieber liegen bleiben.“
„Nein. Und nun geht bitte schon mal nach oben ich werde in kürze nachkommen“ Und dann warf Akkirah ihre Decke zur Seite und stand auf. ‚Vilkas’, dachte sie nur. ‚Ich wünschte ich hätte mit Aela und Farkas gehen können.’ Sie legte ihre Hand auf ihren Bauch. Tränen kamen ihr wieder hoch. Sie fühlte sich vollkommen hilflos und zerrissen. Wegen der zwei kleinen Würmer konnte sie nicht so losstürmen wie sie wollte. Sie musste an die beiden denken und auf sich aufpassen. Vilkas wegen. Er würde durchdrehen, wenn ihnen was passieren würde, nur weil sie sich hätte gehen lassen.
Gestern Abend hatte sie ein leichtes Ziehen verspürt. Aber es war nun wieder alles in Ordnung. Sie beschloss aber sicherheitshalber später bei Danica vorbei zu schauen. So ging sie dann hoch in die Methalle. Tilma sah sie vorwurfsvoll an, sagte aber nichts. Brill und Vignar begrüßten sie freundlich. Ria und Torvar waren spät in der Nacht von ihrem letzten Auftrag zurückgekehrt. Auch Nerena war wieder da. Sie hatte einen Botengang gemacht, wozu sie keine Begleitung brauchte. Eigentlich wollte sie dann heute mit Aela den nächsten Auftrag durchführen, aber da diese nun fort war verschob sich wieder mal alles.
Alle machten sich Sorgen wegen Vilkas, waren aber guter Dinge, das Aela und Farkas ihn finden würden und versuchten Akkirah aufzuheitern. Wirklich gelingen tat es ihnen nicht.
Nach dem Frühstück ging Akkirah zunächst hinunter zum Markt. Sie wollte mir Charlotta reden und dann weiter zu den Ställen gehen. Der Streuner wich dabei nicht von ihrer Seite.
Am Stand nahm Charlotta ihre Schwägerin in die Arme. „Farkas wir ihn finden und heil zurück bringen.“
„Ich weiß, aber trotzdem mache ich mir Sorgen. Es ist schrecklich, so hilflos zu sein. Ich wünschte mir, ich könnte mich auf Fiinja schwingen und mich selbst auf die Suche machen.“ Ungewollt liefen Akkirah wieder ein paar Tränen die Wange hinab.
Da zwischenzeitlich ein paar Kunden an Charlottas Stand kamen, beschloss Akkirah erst mal hinab zu den Ställen zu gehen und nach Fiinja zu schauen. Dort angekommen war nur Skulvar zu sehen. Frogar und Jorar waren bei den Außenkoppeln, um die Zäune zu überprüfen. Akkirah putzte Fiinja und sattelte sie sich dann um ein wenige zu reiten. Sie hoffte sich damit etwas ablenken zu können. Außerdem brauchte sie etwas Bewegung. So ritt sie dann mal wieder bis zu dem zerfallen Wachturm, wo sie gemeinsam mit den Soldaten von Weißlauf den Drachen erledigt hatte. Waren die Drachen wirklich eine so große Bedrohung? Wie viele gab es von ihnen? Wo kamen sie her? Das waren alles Fragen, die sich Akkirah unterwegs stellte. Sie und auch die anderen Gefährten hatten schon seit längerer Zeit nichts mehr von diesen riesigen Wesen gehört. War es möglich, dass sie so wie plötzlich kamen wieder verschwunden waren? Akkirah wurde von dem Gebell von Streuner aus ihren Gedanken gerissen. Der Hund hatte ein Kaninchen aufgescheucht und jagte ihm nun hinter her. Akkirah pfiff einmal kurz und laut und sofort drehte sich der Hund um und kam zu ihr zurück.
„Ihr könnt doch nicht einfach davon rennen, während ihr auf mich aufpasst. Das macht kein guter Wachhund.“
Als würde er sie verstehen, legte sich der Hund beschämt neben Fiinja auf den Boden und schaute sie etwas schief von unten her an. Akkirah musste bei diesem Anblick lachen. Für einen kurzen Moment vergaß sie ihren Kummer. Dann machte sie sich langsam auf den Rückweg. Sie hatte nicht gemerkt wie die Zeit vergangen war. Übermütig sprang Streuner um Fiinja herum. Nachdem sie Fiinja versorgt hatte begab sie sich zunächst hoch nach Jorrvaskr, wo Tilma auch schon besorgt auf sie wartete. „Ich habe euch etwas Eintopf zum Mittag gemacht. Kommt Kindchen, setzt euch und esst erst mal ordentlich.“ Jetzt erst bemerkte Akkirah erst wie hungrig sie war. Sie schaffte es den Teller komplett zu leeren. Tilma hätte bestimmt auch drauf bestanden, das sie es tun sollte. Da war sie noch unnachgiebiger als Vil. Nach dem Essen begab sie sich nach unten in ihre Gemächer und legte sich etwas hin. Der Hund wich ihr dabei wie meist nicht von der Seite. Als sie am späten Nachmittag wieder aufstand begab sie sich hinaus in den Hof. Sie wollte etwas mit ihrem Schwert üben. Kurz vor dem Abendessen kamen Ria und Torvar von ihrem Auftrag zurück. Sie begrüßten Akkirah herzlich. Als sie erfuhren das Vilkas entführt worden war, baten sie Akkirah, sich auf die Suche machen zu dürfen. Aber sie lehnte das ansinnen ab, es gab noch genug anderes das getan werden musste. Zum Abendessen kamen auch Charlotta und Mila in die Methalle. Sie gehörten nun zur Familie. Später als sie endlich im Bett lag, fiel Akkirah ein, das sie eigentlich bei Danica vorbei schauen wollte. Aber da sie sich körperlich den ganzen Tag über gut fühlte hatte sie das glatt vergessen.
Die nächsten Tage verliefen recht ähnlich. Morgens ritt Akkirah eine Weile aus, nach Mittag machte ruhte sie meist ein oder zwei Stündchen. Dann kümmerte sie sich meist darum die Bücher wieder auf Vordermann zu bringen, die die letzten Wochen arg vernachlässigt worden waren. So gelang es ihr sich davon abzulenken und nur an Vilkas zu denken. Dafür weinte sie sich dann meist abends in den Schlaf.
Ria und Torvar bleiben zwei Tage da bevor sie wieder loszogen. Am folgenden Tag kam dann Athis gemeinsam mit Nerena und Varis zurück. Sie hatten sich auf dem letzten Stück getroffen und kamen so gemeinsam zurück nach Jorrvaskr. Als sie Hörten was Geschehen war, waren sie ziemlich betroffen und wären am liebsten auch sofort aufgebrochen um Vilkas mit zu suchen, aber Akkirah winkte ab. Es hätte keinen Sinn. Aela und Farkas würden ihn schon finden. Athis und Nerena sollten lieber nach Windhelm aufbrechen und mal wieder einen flüchtigen Mörder zur Strecke bringen. Varis würde ein paar Tage in Jorrvaskr bleiben und gemeinsam mit Akkirah etwas jagen gehen. denn ihre Fleischvorräte gingen auch wieder mal zur neige. Varis meinte zwar, das es besser sei, wenn Akkirah in Jorrvaskr blieb, aber sie dachte nicht daran sich einsperren zu lassen. Sie hatte es zwischenzeitlich geschafft bei Danica vorbei zu schauen. Diese sah keine Probleme, das Akkirah so wie bisher weitermachte. Sie sollte nur versuchen sich nicht so große Sorgen wegen Vilkas zu machen. Aber das war leichter gesagt als getan.
Mehr als eine Woche nachdem Farkas und Aela aufgebrochen waren, saß Akkirah am frühen Abend an der großen Tafel und hatte das große Auftragsbuch vor sich liegen, um die letzen Einträge hinzu zu fügen. Sie fühlte sich heute irgendwie etwas unwohl, wollte es den anderen aber nicht sagen. Sie hatten da sie ja nicht so viele waren, früher gegessen als sonst. Mila hatte sich gestern beim Spielen den Fuß etwas umgeknickt, daher sollte das Mädchen tagsüber zu Hause bleiben und Charlotta hatte ihren Marktstand schon zeitig geschlossen und war dann zu ihrer Tochter gegangen, um sich um sie zu kümmern.
Vignar und Brill waren hinunter zur Honigbräuerei gegangen. Varis hatte es sich in einer Ecke auf einem Stuhl gemütlich gemacht und las ein Buch, während Tilma und Lana den Abwasch erledigten. Anschließend wollten sie noch die Bettwäsche, die sie draußen aufgehängt hatten, hereinholen und zusammenlegen. Plötzlich klopfte es laut an der Eingangstür. Streuner sprang auf seine Füße und Stellte sich Wachsam neben Akkirah hin. Varis rief laut, nachdem er Akkirah einen Blick zugeworfen hatte „herein“.
Es betraten zwei Burschen die Methalle. Sie waren einfach gekleidet aber trugen jeder ein gutes Schwert am Gürtel. Sie mochten in ihrem Alter, also Anfang 20 sein, vermutete Akkirah.
„Guten Abend“, sagte einer der beiden. „Man hat uns gesagt, dass das hier die Halle der Gefährten ist und wir wollten anfragen, ob Leute gebraucht werden. An wen bitte müssen wir uns da wenden?“ Der junge Mann sah dabei Varis an. Varis grinste etwas als er auf Akkirah deutete.
„Akkirah ist der Herold der Gefährten. Ihr solltet mit ihr reden.“
Die beiden jungen Männer wirkten etwas erstaunt. „Seid ihr nicht etwas jung, um die Anführerin der Gefährten zu sein? Ich hätte jemand älteren erwartet.“ Diesmal hatte der andere gesprochen. Er wurde rot als er diese Worte von sich gab.
„Ich hätte wohl genauso reagiert. Bitte setzt euch doch.“ Die deute auf die beiden Plätze an der lange Seite neben sich. Etwas schüchtern kamen die beiden heran, denn Streuner stand mit angespannten Muskeln, jederzeit bereit sich auf die jungen Männer zu stürzen, neben Akkirah. Akkirah legte ihm die hand auf den Rücken.
„Nun, da ihr wisst, das mein Name Akkirah lautet und ich der Herold bin, darf ich da fragen, wie eure Namen lauten?“
„Natürlich. Entschuldigt bitte. Ich bin Rick Fahrling und das ist mein Bruder Jahn. Wir sind auf einem kleinen Hof bei Dämmerstern geboren worden und dort aufgewachsen.“ Akkirah erkannte das die Männer den ganzen Tag unterwegs gewesen waren und kaum etwas gegessen und getrunken haben schienen. Daher unterbrach sie den Mann kurzerhand und bat Lana, die gerade mit dem Abwasch fertig war, ihnen etwas von den Resten des Abendbrotes zu bringen und einen Krug Met dazu.
„Danke, das ist sehr zuvorkommend“, sagte nun Jahn. „Wir haben heute tatsächlich seit heute morgen nichts mehr gegessen.“ Akkirah lächelte freundlich. Sie beschloss das Buch vor ihr dich zu machen. Heute würde sie eh nicht mehr dazu kommen etwas einzutragen, vermutete sie. „Das dachte ich mir, so hungrig wie ihr ausseht. Aber ich kenne das. Man möchte schnell zu seinem Ziel kommen und denkt dann nicht mehr daran zwischendurch etwas zu essen zu besorgen. Die beiden Männer nickten. Da kam Lana auch schon mit zwei Tellern. Die beiden bedankten sich höflich und begannen dann mit Heißhunger ihre Teller zu leeren.
Als sie fertig waren erzählte Rick weiter. Sie hatten noch einen älteren Bruder und eine Schwester, die schon seit Ewigkeiten, wie sie meinten, verheiratet war. Ihr Bruder sollte den Hof übernehmen und somit wusste ihr Vater mit ihnen nicht mehr viel anzufangen. Daher schickte er sie als sie siebzehn und achtzehn wurden nach Einsamkeit, wo sie sich der Armee anschließen sollten. Als Soldat hatte man immer ein gutes einkommen und würde keinen Hunger leiden, meinte ihr Vater. Anfangs war es für die beiden Jungen auch in Ordnung gewesen. Aber als sich der Bürgerkrieg immer mehr verstärkte und man sie immer häufiger gegen Aufständische losschickte, kamen ihnen Zweifel an ihrem tun auf. Mehrfach mussten sie gegen Menschen vorgehen, die sie früher ihre Freunde nannten, da sie in ihre alte Heimat versetzt worden waren. Fünf Jahre machten sie mit, bis sie sich entschlossen ihren Dienst zu quittieren. Da sie aber nichts anderes gelernt hatten als mit ihren Waffen umzugehen, beschlossen sie, zu versuchen sich den Gefährten anschließen zu können. Dort wurde ihnen gesagt, würde man sich nicht auf eine Seite stellen müssen. Denn ihnen gefiel weder das was die kaiserlichen, beziehungsweise die Thalmor machten, noch waren sie einverstanden mit dem, wie Ulfic versuchte das Land seinen Willen aufzuzwingen.
Akkirah als auch Varis hörten die ganze Zeit aufmerksam zu. Akkirah wollte gerade was sagen, als plötzlich der Streuner, der sich wieder neben sie gelegt hatte aufsprang. In dem Moment wurde die große Eingangstür aufgestoßen und Vilkas kam hereingestürmt. Für ein zwei Sekunden war Akkirah wie gelähmt. „Vil“, flüsterte sie dann und sprang so schnell auf, das ihr Stuhl nach hinten wegkippte und dann lief sie ihrem Mann entgegen und viel ihm in die Arme. Kaum hielt er sie, sackte sie in seinen Armen zusammen. Das ging nun alles zu schnell für sie. Sie war überglücklich, aber zu schnell aufgesprungen und das schien sie in ihrem Zustand nicht mehr so abzukönnen.
Die beiden jungen Männer wussten nicht was sie von dem Ganzen, das gerade passierte halten sollten. Nicht nur das die Anführerin der Gefährten eine junge Frau war, sie bekam auch noch ein Kind, wie sie nun erkannten. Das hatte man ihnen nicht erzählt. Sie kannten nur die alten Geschichten, wo die Anführer immer alte Männer waren. Rick und Jahn sahen sich an und überlegten zu gehen, aber Varis der gab ihnen ein Zeichen sitzen zu bleiben. Also bleiben sie sitzen und beobachteten was geschah.
Vilkas hielt Akkirah fest, damit sie nicht zu Boden ging. „Akki, mein Herz, was ist mit euch?“ flüsterte er besorgt. Dann hob er sie hoch und trug sie zu der Bank hinüber auf der er immer, als er noch nicht laufen durfte gesessen hatte. Varis erkannte was Vilkas vorhatte und lief voraus, um die Bank ein wenig aus zu ziehen, damit Akkirah mehr Platz drauf hätte und legte die Decke, die an der Seite lag, auf die Liegefläche. Vilkas legte anschließen Akkirah vorsichtig darauf und setzte sich zu ihr. Sie kam langsam wieder zu sich. „Vil“, flüsterte sich und schlang ihre Arme um seinen Hals. „Ihr seid wieder bei mir.“ „Ja, ich bin wieder da, mein Herz. Aber nun bleibt erst mal etwas liegen. Ihr seht ganz blas aus.“ Vorsichtig brachte er sie dazu sich wieder auf die Bank zu legen und küsste sie auf die Stirn.
„Mir geht es gut.“ Akkirah richtete sich wieder auf und wollte sich hinsetzen. Ihr seht aber auch nicht gerade gut aus, mein Liebster.“ Sie strich ihm seine Haare aus dem Gesicht. “Ihr müsst hungrig sein.“ Sie stand auf und zog ihm zum Tisch hinüber. Vilkas kannte Seine Frau und wusste, es hatte keinen Sinn ihr zu widersprechen, also fügte er sich und setzte sich auf seinem Platz neben Akkirah.
Dabei bemerkte er die beiden jungen Männer, die nicht wussten was sie tun sollten. Er sah erst Akkirah kurz an und dann sprach er die beiden an. „Gehe ich recht in der Annahme das ihr um Aufnahme bittet? Ich bin Vilkas.“
Die beiden nickten und stellten sich dann auch vor. In der Zwischenzeit waren Tilma und Lana wieder hineingekommen mit einem großen Korb voller Wäsche. Also Tilma Vilkas sah ließ sie den Korb fast fallen und so schnell ihre alten eine sie trugen ging sie auf Vilkas zu.“ Mein lieber Junge, ich bin ja so froh das ihr wieder da seid. Aber wie seht ihr aus? Habe ihr unterwegs nichts gegessen?“ Sie drehte sich um zu Lana und ließ Vilkas nicht erst zu Wort kommen. Komm Kindchen, lass und schauen was wir noch auftreiben können.“ Dann wandte sie sich wieder Vilkas zu. „Was ist mit eurem Bruder und Aela? Habe sie euch nicht gefunden? Seid ihr alleine zurückgekehrt?“
Während sie diese Fragen stellte, ging die Eingangstür auf und Aela betrat die Halle. Sie hatte die letzten Worte von Tilma mitbekommen und lächelte. „Wir haben ihn gefunden. Farkas ist bei Charlotta und ich habe noch kurz mit Skulvar und Lina gesprochen, bevor ich hochkam. Und ich habe auch großen Hunger. Vilkas hat uns so gehetzt um nach hause zu kommen, das wir kaum pausen gemacht haben geschweige denn Zeit zum Essen hatten.“ Sie setze sich lachend an den Tisch neben die beiden Neulinge.
Noch einmal stellten sich die beiden jungen Männer vor.
„Nun, da habt ihr euch ja den richtigen Zeitpunkt ausgesucht, wo nun alle wieder da sind. Da kann euch Vilkas morgenfrüh denn gleich mal ordentlich auf den Zahn fühlen.“
„Nun lasst ihn sich doch erst mal erholen, Schwester. Das mit dem prüfen hat noch Zeit. Aber erst mal würde ich nun wissen was passiert ist.“ Sie sah Vilkas besorgt an. Er nahm ihre Hand um sie zu beruhigen und dann erzählte er was geschehen war. Als er fertig war schwiegen alle erst mal Akkirah hatte ihren arm um ihn gelegt und sich an ihn geschmiegt. Sie wusste nicht was sie sagen sollte.
„Ich hoffe Bryn kann etwas mehr herausfinden. Ich möchte dieser Bande endgültig das Handwerk legen.“
Akkirah schüttelte den Kopf. „Bisher kam keine Nachricht von ihm. Ich hoffe seien Quellen wissen etwas, das uns weiterhilft.“
Plötzlich meldete sich Jahn zu Wort. Nachdem wir unseren Dienst quittiert haben und die Kaserne von Einsamkeit verließen hörte ich wie sich der Kommandant in der Wachstube mit einem der anderen Soldaten unterhielt. Der Soldat unterrichtete den Kommandanten, dass ein Offizier in Drachenbrügge etwas über die Dunkler Bruderschaft herausgefunden hätte. Er solle wohl wissen, wo sich deren Versteck befindet.“
Vilkas Sprang sofort auf. „Dann werde ich mich sofort auf den Weg machen.“
„VIL, nein, ihr werdet nicht sofort aufbrechen. Ihr müsst euch erst mal ein wenig ausruhen. Dann könnt ihr los. Aber nicht alleine. Nehmt auf alle Fälle Aela und Varis mit. Farkas soll hier bleiben.“ Sie sah ihn bittend an.
„Akki hat Recht. Wir brauchen erst mal etwas Pause bevor wir gegen diese Mörderbande vorgehen.“ Ließ sich Aela vernehmen. Varis nickte, Lasst uns Übermorgen aufbrechen, da haben wir noch etwas Zeit das ein oder andere vorzubereiten und zu planen und ihr sollte dann auch ausgeruht genug sein.“ Dann drehte er sich zu den beiden Neulingen. „Danke für die Information. Damit habt ihr uns schon mal sehr geholfen. Die anderen nickten.“
Sie beschlossen zu Bett zu gehen. Varis nahm die beiden neuen mit nach unten und zweigte ihnen wo sie schlafen konnten.
Als Akkirah mit Vilkas im Bett lag fuhr er sanft über ihren immer rundlicher werdenden Bauch.“ Ich hatte fürchterliche Angst um euch, mein Herz. Und um unsere beiden Kleinen. Ich hoffe wir erledigen die Dunkle Bruderschaft bald, damit wir wieder unbeschwert zusammen sein können.“
„Auch ich hatte wahnsinnige Angst um euch, mein Liebster. ich wäre am liebsten mit den anderen losgezogen um euch wieder zu finden, aber wegen der beiden konnte ich es nicht. ich kam mir so etwas von hilflos vor. Das möchte ich so schnell nicht wieder erleben.“ Sie schmiegte sich an ihn und es dauerte nicht lange und sie schlief in seinem Armen ein.

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Sonntag, 30. Dezember 2012, 20:26

074 Das Ende der dunklen Bruderschaft

So gut hatte Akkirah schon lange nicht mehr geschlafen. Sie fühlte sich richtig erholt, als sie am Morgen aufwachte. Vilkas schlief noch. Sanft strich sie mit ihren Fingen an einigen der Narben auf Vilkas Brust entlang. Davon erwachte Vilkas. „Hört auf mein, Herz, das kitzelt.“ Sofort legte sie ihre ganze Hand auf seine Brust. „ Ich wollte euch nicht wecken, mein Liebster.“ Dann beugte sie sich über ihn und küsste ihn. Als sie von ihm abließ zog er sie sofort wieder an sich. „Ihr könnt doch jetzt nicht einfach aufhören“, meinte er mit einem frechen Grinsen.
Es dauerte noch eine ganze Weile bevor die beiden dann beschlossen aufzustehen. Vilkas zog sich gleich seine Wolfsrüstung über, denn nach dem Frühstück würde er gleich mal schauen, was die beiden Neulinge drauf hatten. Akkirah zog sich ein einfaches Kleid über. Selbst ihre verstellbare Lederrüstung wurde ihr nun langsam zu eng. „Bald rollt ihr durch Jorrvaskr“, neckte Vilkas sie. Dafür schleuderte sie ihm eines der Kissen an den Kopf. Vilkas fing es auf und warf es zurück. Als sie fertig waren gingen sie Arm in Arm nach oben. Es war schon recht spät. Die anderen saßen schon an der großen Tafel. Auch Farkas war da. Akkirah und Vilkas setzten sich zu den Gefährten und ließen sich ihr Frühstück schmecken. Rick und Jahn erzählten einige Geschichten aus ihrem Soldatenleben.
Nach dem alle gesättigt waren, wurde beschlossen, in den Hof hinaus zu gehen, wo die beiden neuen dann Vilkas zeigen sollten, wie sie mit ihren Waffen umgehen konnten. Die sonne schien heute strahlend vom Himmel und es war kein Wölkchen weit und breit zu sehen. Akkirah setzte sich auf der Terrasse mit Aela, Farkas und Varis an einen der Tische und schauten auf den Übungsplatz. Streuner lag neben Akkirah. Vilkas bat zunächst Rick, ihn anzugreifen. Rick benutzte kein Schwert sondern einen Streitkolben. Vilkas hatte den Stabilen Übungsschild in die Linke genommen und rechts trug er den kräftigen einfachen Einhänder, den er zum Testen der Neulinge immer nutze. Jahn stellte sich an den Rand des Übungsplatzes während Rick sich bereitmachte Vilkas anzugreifen. Als er seinen Streitkolben erhob und auf Vilkas losgehen wollte, sprang wie ein Blitz plötzlich der Hund auf und Stürzte sich auf Rick. Damit hatte keiner gerechnet. Der Hund warf den jungen Mann um und stand über ihn, seine Zähne an der Kehle des Mannes und würde bei der kleinsten Bewegung sofort zubeißen. „Bei Talos, Streuner, zurück.“ Er ging auf den Hund zu und packte ihn im Nacken. Er wollte ihn erst ausschimpfen, aber Akkirah war schon neben ihn und zog den Hund sanft fort und warf kopfschüttelnd Vilkas einen Blick zu. Vilkas ging zu Rick und gab ihm die hand, um ihn wieder auf die Beine zu helfen. „Entschuldigt bitte. Das ist noch nie passiert. Aber wir haben den Hund noch nicht sonderlich lange und er wollte mich wohl beschützen.“
Rick zitterte etwas als er wieder auf den Beinen stand. „So einen Hund hatten wir auf unseren Hof auch mal gehabt. Niemand traute sich an einen der Familie ran“, grinste er, nachdem er seinen schock überwunden hatte. „Ihr solltet ihm vielleicht während des Trainings an die Leine legen.“
Akkirah nickte. Sie nahm den Gürtel den sie um ihr Kleid gelegt hatte ab und legte ihn dem Hund um, damit sie ihn damit neben sich am Platz halten konnte. Als sie fertig war nickte sie Vilkas zu. So konnte das Testen denn nun beginnen. Beide waren bei der Armee gut ausgebildet worden und hatten keine Mühe mit ihren Waffen umzugehen, sowohl was den angriff als auch die Abwehr anging. Da die beiden auch sonst einen angenehmen Eindruck machten, wurde beschlossen, sie als Anwärter aufzunehmen. Die beiden freuten sich sehr darüber. Sie würden dann in nächster Zeit die anderen Gefährten begleiten und unterstützen.
Nach dem Training gingen Akkirah und Vilkas hinunter zu den Ställen, denn Akkirah wollte etwas ausreiten.
Während Akkirah begann Fiinja zu putzen holte sich Vilkas den Schecken, den er der dunklen Bruderschaft abgenommen hatte. Er fragte Skulvar, ob er irgendwo gehört hätte, ob ein solches Pferd irgendwo gestohlen worden war. Aber Skulvar schüttelte nur den Kopf, wollte sich aber umhören. Akkirah wunderte sich, das Vilkas ein zweites Pferd fertig machte. „Vier sind einfach zu viel auf einem Pferd, mein Herz. Sobald ihr wider alleine seid, werden wir wieder gemeinsam reiten.“ Er nahm sie vorsichtig in die Arme. Er hatte Recht. Mit ihrem zunehmenden Umfang wurde es schwierig zu zweit in einem Sattel zu sitzen. Sie ritten heute mal in die andere Richtung zum Hof der Kampf-Geborenen. Dann drehten sie wieder um und machten sich auf den Rückweg. Den Abend verbrachten sie mit Farkas und Charlotta in deren Heim. Akkirah fand, das der Tag viel zu schnell verging und so schlief sie dann später traurig in Vilkas Armen ein. Auch er würde lieber bei ihr bleiben, aber wenn sie in Zukunft keine weiteren Unannehmlichkeiten durch die dunkle Bruderschaft haben wollten, musste diese bekämpft werden. Akkirah wünschte sich, sich könne dabei an der Seite von Vilkas sein. Sie konnte gut nachvollziehen, wie sich Vilkas gefühlt hatte, als er wegen seines Beines zurück bleiben musste und sie durch Himmelsrand jagte. Immerhin war sie aber nicht ans Bett gefesselt.
„Nehmt Streuner mit“, bat Akkirah Vilkas, als sie sich am folgenden Morgen von ihrem Mann bei den Ställen verabschiedete. „Nein, mein Herz. Der Hund soll bei euch bleiben. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt und ob wir uns möglicherweise durch enge Gänge kämpfen müssen. Da würde Streuner uns nur im Wege sein.“ Er nahm sie fest in die Arme. „Ich möchte, dass er auf euch aufpasst bis ich wieder zurück bin. Ich hoffe das wird nicht allzu lange dauern.“ Er sah sie traurig an, wischte ihr die tränen, die sie nicht unterdrücken konnte fort und seufzte. „Ich würde viel lieber bei euch bleiben, das wisst ihr mein Herz.“
Zaghaft nickte sie. Dann löste sich Vilkas von ihr und stieg zu Aela und Varis auf die Kutsche. „Passt gut auf meine Lieben auf, Bruder“, rief er Farkas noch schnell zu und dann setzte sich die Kutsche auch schon in Bewegung. Streuner lief ein stück bellend hinterher, doch dann kehrte er um und lief zurück zu Akkirah. Diese stand traurig da und sah den drei Gefährten nach, die sich nun auf den Weg nach Drachenbrügge befanden. „Kommt, Schwester, ihr zittert ja. Nicht das ihr euch nun eine Erkältung aufsackt, weil ihr hier im eisigen Wind steht.“ Er legte seinen Arm um sie und führte sie zur Stadt hoch.
Vilkas sah so lange zu Akkirah, wie es ging. Dann begann er sich auf ihre Aufgabe, die vor ihnen lag, zu konzentrieren. Aela und Varis unterhielten sich. Sie versuchten nicht, Vilkas mit einzubeziehen. Wenn er reden wollte, würde er es schon machen. Am späten Nachmittag des übernächsten Tages erreichten sie Rorikstatt. Die beschlossen im Gasthof zu übernachten. Bis Drachenbrügge würde sie, wenn nichts dazwischen kam nun noch drei Tage brauchen, da der Weg von nun an durch die Berge führte und nicht mehr so eben wie bisher war. Dazu kam, das sich das Wetter verschlechtert hatte und es seit dem frühen Morgen in strömen goss und so die Wege aufgeweicht wurden.
Am nächsten Morgen brachen sie wieder früh auf. Der Wirt hatte ihnen gesagt, das sich wohl einen Räuberbande an dem alten Wachposten bei der Brücke, die sie passieren mussten, eingenistet hatten, die von den Reisenden Wegzoll verlangten oder diese gar töteten. Als sich die Kutsche am frühen Abend dieser Stelle näherte, stiegen die Gefährten außer Sicht der Banditen von der Kutsche. Sie schlichen im Schutz der Felsen am Ufer entlang, um zum hinteren Teil des alten Wachpostens zu gelangen. Dort schwammen sie durch den Fluss um das andere Ufer zu erreichen. Hier schlichen sie weiterhin ungesehen, zunächst zu dem Wohnbereich des Lagers und töteten erst einmal dort die anwesende Banditen, die sie überraschen konnten. Danach gingen sie auf die restlichen Kerle los. Aela beschoss diese aus dem Hintergrund mit ihren Pfeilen, so dass diese immer wieder in Deckung gehen mussten und Vilkas und Varis so schnell auf sie zustürmen konnten. Einer der Bogenschützen streifte mit einem Pfeil Varis am Arm, bevor er von Aela getötet wurde. Der Kampf war schnell vorbei. Während sich Aela um Varis Verletzung kümmerte, lief Vilkas los um den Kutscher, dessen Name Baran lautete, bescheid zu geben, dass der Weg nun wieder frei sei.
Sie beschlossen hier zu übernachten. In der Hütte war es trocken und es gab genug holz um ein Feuer zu machen, so das sie ihre Klamotten, die vollkommen durchweicht waren, trocknen konnten. Für das Pferd gab es einen Unterstand, so dass auch das Tier die Nacht im trocknen verbringen konnte. Dank der Vorräte der Banditen konnte sie sich auch ein anständiges Abendessen bereiten. Am folgenden Morgen fuhren sie dann weiter. Der Tag verlief recht ruhig und außer ein paar wilden Tieren begegneten ihnen Unterwegs niemand. Wäre der Regen nicht gewesen hätte man meinen können sie machten eine gemütliche Ausfahrt. Am folgenden morgen ließ der Regen etwas nach und gegen Mittag wurde es fast trocken. Aber irgendwie schien ihnen das Glück abhanden gekommen zu sein, denn plötzlich, als sie durch ein Schlagloch fuhren, brach die hintere Achse des Wagens und da der Wagen eh gerade aufgrund der Unebenheit der Strasse recht schief stand kippte die ganze Kutsche um.
Sie hatten allerdings Glück im Umglück und keiner geriet unten den Wagen. Allerdings befürchtete Aela, das Vilkas sich seinen Arm wieder gebrochen haben konnte, da er unglücklich damit gegen einen Stein schlug und vor Schmerzen aufschrie.
Aela schaute sich den Arm genauer an und stellte erleichtert fest, das ihre Befürchtung nicht eingetroffen war. Allerdings schwoll der Arm etwas an und bereitete so Vilkas ziemliche Schmerzen. Sie versuchte aus den Kräutern die sie dabei hatte eine kühlende Salbe herzustellen und tat diese auf die Schwellung und verband den Arm anschließend. Dann ermahnte sie Vilkas den arm die nächsten Tage etwas zu schonen. Er grummelte nur ungehalten, sagte aber nichts weiter dazu.
Während sich Aela um Vilkas gekümmert hatte, hatten Varis und Baran erst mal das Pferd abgeschirrt, das nun grasend am Wegesrand stand. Varis Wunde vom Vortag behinderte ihn glücklicherweise nicht und sie war auch beim Sturz von der Kutsche nicht wieder aufgerissen. Sie untersuchten die Kutsche und versuchten diese wieder aufzurichten. Mit zwei Leuten war das aber unmöglich. Außerdem brauchten sie eine neue Achse. Die Alte war so zersplittert, dass sie sich nicht reparieren lassen würde. Da es eh schon später Nachmittag war, beschlossen sie hier ihr Lager aufzuschlagen und am nächsten Morgen den Rest des Weges zu Fuß nach Drachenbrügge zurück zu legen.
Vilkas schlief die Nacht schlecht. Nicht nur das er wie immer in Gedanken bei Akkirah war, bereitete ihm sein Arm ziemliche Schmerzen. Akki hätte bestimmt einen helfenden Tee kochen können, aber sie war nicht da. Er vermisste sie fürchterlich und wünschte sich, er könne bei ihr sein. Alleine ihre Berührungen würden ihm seine Schmerzen vertreiben. Irgendwann schlief er dann doch ein. Am folgenden Morgen schien die Sonne. Sie erreichten Drachenbrügge am späten Nachmittag und quartierten sich erst einmal im Gasthof ein. Baran erkundigte sich beim Gastwirt, wo der nächste Schmied zu finden sei, der ihm eine neue Achse für die Kutsche herstellen könne. Dafür müsste er weiter nach Einsamkeit. Hier in Drachenbrügge gab es keine Schmiede. Die Gefährten fluchten. Das würde sie unnötige Zeit kosten, aber es ließ sich nicht ändern. Immerhin hatten sie soviel Glück, das die Kutsche, die regelmäßig zischen Markath und Einsamkeit fuhr gerade da war und so könne Baran am nächsten Morgen mit ihr weiter nach Einsamkeit fahren und sich dort eine neue Achse besorgen, die er dann zwei Tage später, wenn die Kutsche sich wieder auf en Rückweg machen würde, mitnehmen.
Die Gefährten beratschlagten was sie tun sollten. Sollten sie, wenn sie am folgenden Tag etwas über die dunkle Bruderschaft erfuhren, gleich zu Fuß aufbrechen, oder darauf warten, das Baran seine Kutsche wieder reparierte und sie dann zu ihrem nächsten Ziel bringen konnte? Sie beschlossen erst mal abzuwarten, was sie vom Kommandanten erfahren würden. Es war noch mit einer Patrouille unterwegs, daher wollte sie ihm an nächsten Tag aufsuchen. Nachdem sie etwas gegessen hatten begaben sie sich alle auch bald zu Bett.
Baran fuhr am nächsten Morgen wie geplant mit der Kutsche weiter nach Einsamkeit. Vilkas hatte ihm einen Brief für Akkirah mitgegeben, den er in Einsamkeit einem Kurier geben sollte. Die drei Gefährten ließen sich mit ihrem Frühstück viel Zeit. Vilkas Arm war immer noch geschwollen, tat aber nicht mehr so weh wie am Tag zuvor. Aela hatte ihn noch mal mit ihrer salbe behandelt. Nach dem Frühstück gingen die drei hinüber zum Außenposten Penitus Oculatus, wie das Gebäude in dem der Kommandant Maro seine Unterkunft hatte, genannt wurde. Sie mussten auch nicht lange warten, bis der Mann Zeit für sie hatte. Als Vilkas sagte, er habe die Anführerin der Dunklen Bruderschaft getötet, war Maro sofort bereit sich mit den Gefährten zu unterhalten.
Sie erfuhren, dass der Kommandant vor einiger Zeit einen Spitzel in die Bruderschaft einschleusen konnte. Es hatte ihm Monate gekostet, bis der Mann das Vertrauen der Bruderschaft erlangte und Zugang zu ihrem geheimen Quartier bekam. Es war dem Mann gelungen die geheime Losung an den Kommandanten weiter zu geben. Allerdings hatte Maro nun seit einiger zeit nichts mehr von ihm gehört und befürchtete das schlimmste. Aber jetzt, wo die Anführerin tot war, sollte es möglich sein, die zuflucht, wie die Bruderschaft ihre Unterkunft nannte zu überfallen und alle dort anwesenden Mitglieder zu töten und damit die Bande auszurotten.
Maro wollte den Gefährten ein paar seiner Soldaten zur Seite stellen, aber die Gefährten lehnten die Hilfe dankend ab. Sie würden alleine schon klar kommen und es war auch unauffälliger wenn sich nur die drei Gefährten der Zuflucht nähern würden, als wenn noch ein Haufen Soldaten dabei wären. Damit könnte alles verraten werden. Das sah Kommandant Maro ein und so sollten die drei es alleine machen. Maro würde aber dafür sorgen, das einige seiner Männer bei der Reparatur der Kutsche helfen würden, so dass sie schnell Nach Falkenring aufbrechen konnten. Das Angebot nahmen die drei gerne an und so saßen sie fünf Tage später wieder auf der Kutsche und machten sich auf den Weg nach Falkenring.
Da sich die Zuflucht nur eine knappe halbe Tagesreise von der Hauptstadt des Fürstentum Falkenring entfernt befand, beschlossen die Gefährten zunächst dort hin zu fahren und von dort dann zu Fuß sich dem Quartier der Bande zu nähern. Vilkas war zwar nicht sonderlich begeistert in Falkenring zu übernachten, da er etwas gegen den Jarl hatte, nachdem er ihn vor Jahren mal ins Gefängnis werfen wollte. Aber schon bei seinem letzten Besuch der Stadt mit Akkirah hatte sich scheinbar einiges in der Stadt geändert. Möglich dass es daran lag, das der Jarl damals unter dem Einfluss des Banditenanführers stand, den er und Akkirah getötet hatten. Trotzdem mochte er den Mann einfach nicht und wollte nach Möglichkeit nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Sieh nahmen wieder den Weg über Rorikstatt. Am liebsten wäre Vilkas von hier erst nach Weißlauf gefahren, um Akkirah kurz zu sehen. Aber sie befürchteten, jeden Tag, den sie verstreichen ließ könnte die Dunkle Bruderschaft aufschrecken. Irgendwann mussten sie ja auch erfahren, dass ihre Anführerin nicht mehr unter den Lebenden weilte. So bat er in Rorikstatt nur den Wirt, einen weiteren Brief für Akkirah nach Weißlauf mit der nächsten Kutsche bringen zu lassen, die hier halt machte. Als sie endlich in Falkenring ankamen gingen sie sofort in den Gasthof sie aßen gemeinsam zu Abend und dann gingen sie alle auf ihre Zimmer. Sie wollten noch vor dem Morgengrauen aufbrechen um zur Zuflucht der Bruderschaft zu gelangen. Dem Wirt hatten sie nur gesagt, dass sie einen oder zwei Trolle, die angeblich ihr Unwesen hier treiben sollten, erledigen wollten. Sie verließen den ort auf der Hauptstrasse. Aber kurz nachdem sie Falkenring hinter sich gelassen hatten schlugen sie sich ins Unterholz. Niemand sollte sie sehen. Die Zuflucht lag nahe an der Hauptstrasse. Es war sonderbar, das kaum jemand sie entdeckt hatte. Als Vilkas, Aela und Varis ihr Ziel erreichten blieben sie erst mal in Deckung und beobachteten die Gegend. Nichts rührte sich. Selbst die Vögel schienen diesen Ort zu meiden, so still war es hie. Seitlich vor dem Eingang befand sich ein dunkler Tümpel. Nachdem sie der Meinung waren, das die Luft rein war, gingen sie hinüber zu der abschreckend verzierten Tür. Vilkas stellte sich vor diese und spracht die Worte, die ihnen Kommandant Maro genannt hatte. Man hatte die Zugangsformel anscheinend nicht geändert. War das nun ein gutes Zeichen oder sollte das eine Falle sein?
Sie beschlossen hineinzugehen. Vilkas machte den Anfang, gefolgt von Varis. Aela ging als letztes.
Der Eingang wurde nicht bewacht. Die Bruderschaft schien sich sicher zu sein, das niemand ihr versteck finden geschweige denn betreten würde. Im Inneren übernahm Aela dann die Führung und Vilkas ging an zweiter Stelle. Es war ruhig hier unten. Vorsichtig durchsuchten sie den Raum, der scheinbar das Schlafzimmer von Astrid sein musste, so wie er eingerichtet war. Sie schien das Bett mit jemanden geteilt zu haben, denn es sah aus, als hätte die letzten Tage jemand darin geschlafen. Aela verzog das Gesicht. „Werwolf“ flüsterte sie Vilkas unbemerkt zu. Er verstand, was sie damit sagen wollte. Mindestens einer der Bruderschaft war ein Werwolf. Das könnte gefährlich werden, wenn er seine Bestiengestalt annahm. Vorsichtig schlichen sie weiter. In einem großen Raum, von wo aus weitere Gänge abgingen entdeckten sie eine riesige Frostspinne. Diese griff sofort an, aber Aela war mit ihrem Pfeil schneller und so stürzte das Tier, kaum das es zwei Schritte auf die Eindringlinge zugegangen war, tot zu Boden. Hoffentlich gab es nicht noch mehr solcher Haustiere hier. In den Engen Gängen konnten sie sich gut verstecken und plötzlich über sie herfallen. Als sie weitergingen hörten sie Stimmen. Sie warteten einen Moment bevor sie weiter schlichen. Sie Stimmen änderten ihre Position nicht, also mussten sie irgendwo auf einen Haufen zu finden sein denn sie unterhielten sich. Den Stimmen nach zur urteilen, waren es zwei Männer und eine Frau. Sie saßen an einem gedeckten Tisch und sprachen darüber, dass sie es merkwürdig fanden, das Astrid, ihre Anführerin nun schon so lange fort war.
mehr Leute schienen zurzeit nicht da zu sein. Nachdem Vilkas Aela gefragte hatte, „Wer?“ Schüttelte sie nur den Kopf. Also war keine Werwolf unter ihnen. Sie beschlossen direkt anzugreifen und das Überraschungsmoment auszunutzen. Aela griff zu ihren Einhänder und auch Vilkas und Varis zogen ihre Schwerter. Dann stürmten sie in den Raum und überwältigten die drei Mitglieder der Bruderschaft so schnell, so das diese keine zeit fanden, sich zur Wehr zu setzten. „Es muß noch jemanden gegen. Der Tisch war für vier Personen gedeckt, sagte die Jägerin.“ Vilkas nickte. „Varis, ihr wartet hier. Aela und ich durchsuchen die restlichen Räume. Varis nickte und stellte sich so hin, das er den Eingang im Auge behielt.
Vilkas und Aela gingen die Holztreppe nach oben und durchsuchten die weiteren Räume. „Den Wolf müssen wir unbedingt bekommen. Ich vermute er ist der gefährlichste von denen hier. Er lag in dem Bett von Astrid. Ich konnte es riechen.“
„Wir werden ihn bekommen, verlasst euch drauf, Schwester.“
Im Oberen bereich fanden sie nichts. sie wollten gerade langsam hinunter gehen, als Aela stockte. „ Verdammt, er ist gekommen und er ist als Wolf da. Schnell zu Varis, er hat sonst keine Chance“, rief Aela dann und stürmte los. Vilkas folgte ihr. Als sie den Raum erreichten wo sie Varis zurückgelassen hatten, sahen sie eine riesigen grauen Schatten über Varis gebeugt, der ihn gerade die Brust mit seinem Krallen zerfetzen wollte. Vilkas schrie laut auf und hoffte damit die Bestie von Varis abzulenken. Der Werwolf schaute auf und sah zwei gestalten auf sich zustürmen. Er ließ von seiner Beute ab und wandte sich den beiden neuen Gegnern zu. Er schien zu überlegen, wer der gefährlichere war. Diese Zeit nutzte Aela um sich selbst in einen Werwolf zu verwandeln. Vilkas hatte das Gefühl es würde ewig dauern, bis Aelas Verwandlung vollzogen war. Er wusste, dass er als Mensch nur wenige Chancen hatte, alleine gegen einen Werwolf zu bestehen, also musste Aela ihre Verwandlung vollenden. Das würde sie aber nur schaffen, wenn der Werwolf sie nicht zuerst angriff. Also griff er direkt an und hoffte, das er den schnellen Bewegungen der Klauen ausweichen konnte. Es gelang Vilkas tatsächlich, dem Werwolf mit seinem angriff eine leichte Wunde zuzufügen und dadurch ihn davon abzuhalten, auf Aela loszugehen. Rasend vor Wut sprang das Wesen auf Vilkas los. Dieser versuchte auszuweichen, wurde aber an der linken Seite erwischt und zu Boden geworfen. Danke seiner Rüstung drangen die Krallen nicht all zu tief in sein Fleisch ein. Die so gewonnene zeit reichte Aela aus, um ihrer Verwandlung zu vollenden. Sie sprang ihrem Gegner in den Rücken und verbiss sich in einem Nacken. Aber sie erwischte ihn nicht richtig weil er gerade dabei war sich umzudrehen und so gelang es dem Werwolf Aela abzuschütteln. Allerdings war er durch ihren Angriff ein wenig in seinen Bewegungen eingeschränkt worden. Die beiden Werwölfe umkreisten sich lauernd. Keiner wollte den ersten Angriff machen. Vilkas versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Die beiden Werwölfe beachteten ihn nicht. Er bückte sich um sein Schwert aufzusammeln. Als er es endlich in der Hand hatte sprang der fremde Werwolf gerade auf Aela zu. Vilkas versuchte sofort mit seinem Schwert der Bestie in den Rücken zu fallen. Das war aber nicht so einfach denn auch Aela stürzte sich auf den Werwolf und es entstand ein wirres Knäuel, wo man kaum erkennen konnte wer was war. Das Heulen, Knurren und Jaulen der beiden hörte sich schauerlich an. Vilkas lief es kalt den Rücken runter. Dann ließen die beiden kurz von einander ab und in diesem Moment gelang es Vilkas sein Schwert dem fremden Werwolf in die Seite zu jagen. Die Bestie drehte sich um und wollte noch mal auf Vilkas losgehen, der sein Schwert nicht wieder herausziehen konnte und somit waffenlos dastand. Aber Aela setzte sofort nach und es gelang ihr, der Bestie an die Kehle zu kommen und sie zu zerfetzten. Das war das Ende des Werwolfes und auch das der dunklen Bruderschaft. Aela blutete aus mehreren Wunden, aber es schiene nichts Lebensgefährliches zu sein. Vilkas wusste da er ihr jetzt nicht helfen konnte. Sie musste sich erst zurück in einem Menschen verwandeln und das konnte sich noch etwas hinziehen, bis ihr das wieder gelang. So lief er erst mal zu Varis der immer noch regungslos am Boden lag. Lebte er noch? Hatte er mitbekommen was geschehen war? Niemand außer dem Zirkle wusste das Aela ein Werwolf war.
Als sich Vilkas näherte sah, er das Varis die Augen offen hatte. verdammt, er schien den Kampf mit angesehen zu haben. „Was war das eben?“ fragte er. „Ganz ruhig, Bruder. Lasst mich erst mal sehen wie schwer eure Verletzungen sind. Danach können wir reden.“ Der kaiserliche hatte großes Glück gehabt. Seine schwere Eisenrüstung hatte die Krallen nicht durchdringen lassen und so war nur der Brustpanzer etwas eingedrückt worden. Vilkas versuchte die schnelle der Rüstung zu öffnen. Um ihn diese ausziehen zu können. Varis stöhnte etwas auf, aber versuchte Vilkas dabei zu helfen. „Es geht schon ich schätze ich habe ein paar angebrochene Rippen, aber mehr nicht. Das Atmen fällt etwas schwer. Aber ansonsten geht es mir gut.“ Vilkas nickte nur. Als es ihnen gelungen war die Rüstung abzulegen stimmte Vilkas Varis zu. Gebrochen schien nichts zu sein. Sonst würde Varis mehr Schmerzen haben und größere Probleme beim atmen und möglicherweise Blut spucken. Das tat er alle nicht. ‚Wo bleib nur Aela?’ fragte sich Vilkas, langsam sollte sie doch wieder ihre menschliche Gestalt angenommen haben. Er hatte noch nicht zu Ende gedacht, als sie auch schon auftauchte. Ihre Arme waren mit unzähligen Kratzern übersäht. Wahrscheinlich hatte sie unter ihrer Rüstung auch weitere, aber es schien wirklich alles nur oberflächlich zu sein. Trotzdem fragte er: „Alles in Ordnung mit euch, Schwester?“ Sie nickte. „Nur ein paar Kratzer, die verheilen schnell wieder.“ Dann wandte sie sich Varis zu. „Wie geht es euch?“ „Ich sagte schon zu Vilkas, nur ein paar Rippen angeknackst, mehr nicht. Allerdings würde ich gerne wissen, was das eben war? Habt ihr euch wirklich in einen Werwolf verwandelt?“
Aela sah Vilkas an. Dann wandte sie sich zu Varis. „Ja, ich bin ein Werwolf. Niemand außer den Mitgliedern des Zirkels weiß davon und ich bitte euch, das Geheimnis zu wahren. Ich nutze die Bestiengestalt nur in absoluten Notfällen. Nur so war es uns damals möglich, Vilkas und Akkirah im Schattenstollen Refugium aufzuspüren.“ Varis schwieg einen Moment. „Da der Zirkel keinen Einwende dagegen hat, steht es auch mir nicht zu, euch deshalb zu verurteilen. Niemand wird etwas von mir erfahren. Ihr habt mein Wort darauf.“ „Ich danke euch.“ Varis wollte versuchen aufzustehen. Aber Aela hielt ihn davon ab. Bleibt noch etwas liegen. Ich habe oben ein Alchemielabor gefunden. Dort kann ich eine Salbe zusammenstellen, die eure Schmerzen etwas lindern wird. Danach lege ich euch einen Stützverband an.“ Sie stand auf und ging nach oben, um die Salbe anzurühren.
Zwei Stunden später waren sie dann langsam auf dem Weg zurück nach Falkenring. Am späten Abend erreichten sie den ort, denn sie kamen nur langsam vorwärts, da es Varis doch schwer fiel zu laufen. Im Ort gaben sie dem Wachhabenden Offizier bescheid, das sie die Dunkle Bruderschaft ausgemerzt hatten. Dieser staunte, versprach aber eine Nachricht an Kommandant Maro in Drachenbrügge zu schicken. Dann begaben sie sich wieder in den Gasthof, wo sie erst mal etwas aßen, bevor sie alle todmüde in die Betten fielen. Vilkas tat sich etwa von der Salbe, die ihm Akkirah mitgegeben hatte, auf die wunden, die er von den Krallen des Werwolfes erhalten hatte. sie waren nicht tief und würden in einigen Tagen verheilt sein.
Bevor sie am nächsten Morgen aufbrechen wollten, tauchte mal wieder eine Wache des Jarls auf und verlangte das die drei sich zum Jarl begeben sollten. „Nicht schon wieder dachte Vilkas, was wollte der verdammte Kerl diesmal von ihm.“ Aber es bleib ihm und den anderen nichts übrig als sich dem Wunsch zu beugen und so gingen sie zum Langhaus des Jarls. Der Voigt des Jarls empfing die drei. „Ich hoff wir müssen nicht wieder stundelang warten, bis wir vorgelassen werden“, meinte Vilkas nur grimmig und ungehalten.
„Nein“, bitte folgt mir.
Der Jarl wartete schon auf die drei.
„Ich habe vernommen, das ihr dem Fürstentum einen großen gefallen getan habt, indem ihr die Mörderbande, die sich hier eingenistet hatte, beseitigt habt. Dafür möchte ich mich bei euch bedanken.“ Er ließ sich von einem der Diener drei Schriftrollen reichen. „Hiermit dürft ihr euch ein Stück Land aussuchen und in Besitz nehmen, solange nicht schon jemand anderes Anspruch darauf erhoben hat. Wenn ihr euch für ein bestimmtes Stück entschieden habt, teilt es meinem Voigt mit, und er wird es dann ordentlich in den karten vermerken.“
Die drei waren recht erstaunt als sie das hörten. Dass der Jarl sogrosszügig sein würde hätten sie nicht erwartet. Sie bedankten sich und zogen sich dann zurück und machten sich auf den weg nach Weißlauf. Baran hatte die Kutschen schon vorgefahren, so dass sie gleich losfahren konnten. Drei Tage später erreichten sie die Ställe von Weißlauf.

CKomet

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Dienstag, 1. Januar 2013, 00:54

075 Endlich mal fast keine Sorgen

Mehr als drei Wochen war Vilkas nun schon fort. Zwei Briefe hatte Akkirah von ihm bekommen. Einen hatte er aus Drachenbrügge geschickt, den anderen, als er das zweite Mal in Rorikstatt war. Viel stand wie immer nicht drinnen, aber sie wusste, das er sie genauso vermisste wie sie ihn. Wenn alles gut gegangen war, müsste er bald wieder bei ihr sein. Akkirah machte gerade ihren morgendlichen Spaziergang hinab zu den Ställen. Seit einer Woche hatte sie aufgehört zu reiten. Sie schaffte es kaum noch auf das Pferd hinauf zu kommen. Sie fühlte sich schlapp und hatte häufig Rückenschmerzen. Danica meinte, das wäre normal, sie müsse sich deshalb keine Sorgen machen.
Akkirah seufzte. Dass es so anstrengend oder eher nervend sein würde, ein Kind zu erwarten hätte sie nicht gedacht. Möglicherweise wäre es anders, würde sie nur eines bekommen und nicht zwei. Aber sie bekam nun mal zwei und daran konnte sie nichts ändern. Sie grüßte Adrienne, die in ihrer Schmiede arbeitete, als sie an ihr vorbei kam. Die Wachen öffneten ihr das Tor um sie hinaus zu lassen. Streuner stürmte sofort durch und Akkirah folgte ihm langsam. Der Hund trug nun eine breites Lederhalsband, an dem Akkirah bei bedarf einen Strick festmachen konnte, den sie stets bei sich trug. Aber normal durfte der Hund frei rumlaufen. Solange niemand Akkirah zu nahe kam war er friedlich, aber wehe es versuchte ihr jemand auch nur die Hand zu geben, dann war er sofort angriffsbereit zur Stelle. Mit der Zeit aber hatte er gelernt, das Händeschütteln nicht als Angriff zu werten waren und so beobachtete er nur aufmerksam, was geschah.
Heute Morgen waren die Khajiithändler mal wieder da und priesen ihre Waren an. Akkirah ging zu ihnen, um zu erfahren, ob sie etwas Neues wussten. Der alte Ri’Saad erzählte, was ihnen so widerfahren sei auf dem Weg von Markath nach Weißlauf. Es war zum Glück nur das übliche. Das beruhigte Akkirah. Dann verabschiedete sie sich von den Händlern, aber nicht ohne noch ein wenig Stoff gekauft zu haben. Von der Qualität her war dieser fast besser als das was Belethor anzubieten hatte, aber dafür ein ganzes Ende billiger. Charlotta würde ihr dabei helfen, daraus ein paar Kleidungsstücke für ihre Kinder zu nähen.
Schon als Kind hatte sie es gehasst, nähen zu müssen. Sie tobte lieber mit ihrem Bruder draußen herum und versuchte mit dem Bogen zu jagen. Charlotta bemühte sich redlich ihr die Grundlagen bei zu bringen. In der Zwischenzeit gelang es ihr auch einigermaßen gerade Nähte hinzubekommen. Aber lieben würde sie diese Arbeit niemals. Fast jeden Abend war sie bei Farkas und Charlotta. Ihre Freundin und Schwägerin gab ihr viele wertvolle Tipps, wie sie besser durch ihre Schwangerschaft kam. Es tat Akkirah gut darüber reden zu können. Sie hatte sich früher nie darüber Gedanken gemacht, was alles auf sie zukommen würde. Wie auch. Sie war recht früh verheiratet worden und hatte da eigentlich nie Freundinnen gehabt, mit denen man über so etwas sprach. Nach dem Tot ihres ersten Mannes lebte sie die nächsten Jahre alleine in der Wildnis. Familienplanung war da nie ein Thema. Auch als sie zur Diebesgilde und dann später zu den Gefährten stieß, gab es andere Dinge, die im Vordergrund standen. Irgendwie fühlte sie sich plötzlich völlig hilflos. Aber Charlotta half ihr wo sie konnte. Es was schön eine Freundin wie sie zu haben. Und noch schöner war, dass auch ihre Freundin ein Kind erwartete. Damit hatten sie nun beide noch mehr gemeinsam.
Was sie erstaunte war, das sich auch Farkas an ihren Gesprächen beteiligte. Er saß immer bei ihnen, meist Charlotta im Arm haltend und war sehr an allem interessiert, was sie zu erzählen hatten. In den Momenten vermisste sie Vilkas besonders.
Bei den Ställen traf sie nur Jorar. Skulvar brauchte etwas neues Holz für die Zäune und zur Reparatur der Ställe. Daher war er gemeinsam mit seiner Frau Lina und Frogar nach Flusswald zu Gerdur gefahren. Akkirah begrüßte den Jungen, der gerade dabei war die Ställe auszumisten. Jorar freute sich immer, Akkirah zu sehen. Er war ihr immer noch sehr dankbar, dass sie ihm die Arbeit hier in den Ställen vermittelt hatte. Akkirah legte ihren Beutel mit den Einkäufen auf eines der Apfelfässer und ging dann zu Fiinja und holte sie aus ihrer Box. Sie ließ sich beim putzen viel Zeit. Was sollte sie sonst auch großartig machen. Die Bücher hatte sie wieder auf aktuellen Stand gebracht. Schwertraining konnte sie auch nicht mehr machen. Sie war nach zwei drei Schwüngen so außer Atem, das sie glaubte einen 1000 m Sprint hinter sich gebracht zu haben. Noch ca. zwei Monate, dann würde es endlich ein Ende haben und sie würde ihre beiden Kinder nicht mehr so wie jetzt mit sich rumschleppen müssen und würde sich hoffentlich wieder freier bewegen können.
Gegen Mittag ging sie wieder hoch nach Jorrvaskr. Tilma gab ihr etwas von dem Eintopf des Vorabends. Danach begab sich Akkirah in ihre Gemächer und legte sich etwas hin. Sie wurde wach, weil ihr jemand die Haare aus dem Gesicht strich.
„Vil“, glücklich richtete sie sich auf und fiel ihrem Mann, der sich zu ihr aufs Bett gesetzt hatte, um den Hals. „Endlich seid ihr wieder da.“ Sie gab ihm einen Kuss. „Geht es euch gut? Ist die Dunkle Bruderschaft erledigt? Was ist mit den anderen? Ist ihnen etwas passiert?“ „Langsam mein Herz, so schnell kann ich ja gar nicht antworten.“ Diesmal küsste er sie. „Ja mir geht es gut. Die Bruderschaft existiert nicht mehr und den anderen geht, es bis auf einige Kratzer und geprellte Rippen gut. Ihr müsst euch da keine Sorgen machen.“
Akkirah schmiegte sich an Vilkas. „Und wie geht es euch mein Herz? Was machen unsere kleinen. Ist alles in Ordnung?“ „Ja, uns geht es gut. Nur die üblichen Wehwehchen, mit denen mal als Frau in solch Umständen zu kämpfen hat.“ Sie schweigen beide einen Moment.
„Aber jetzt sollte ihr erst mal aus der staubigen Rüstung kommen. Es ist unbequem darin in euren Armen gehalten zu werden.“ Sie wollte gerade anfangen die Schnallen zu lösen, als sie sah, wie die Rüstung an der eine Seite zerfetzt war. „Vil, Was ist das? Los, lasst mich sofort nachschauen, wie ihr darunter ausschaut.“ Akkirah war blass geworden. „Was war das, was euch da angegriffen hat?“ „Beruhigt euch, mein Herz. Es ist wirklich nicht schlimm. Die Rüstung hat mich vor größeren Schaden bewahrt.“ Er zog sich die Rüstung aus und hob dann sein Hemd an, damit sie es sich ansehen konnte. „Wirklich nur ein paar Kratzer, die schon fast verheilt sind.“ Sie strich vorsichtig mit der Hand drüber. Er hatte Recht, es war wirklich nicht schlimm. Erleichtert fiel sie ihm wieder um den Hals. Nach einer Weile löste sich Vilkas aus ihrer Umarmung. „Ich sollte nun wirklich erst mal den Staub abwaschen, bevor ich mir saubere Kleidung überziehe. Hmmmm.“ Vilkas sah Akkirah an. „Ich glaube ihr dürft euch nun auch umziehen, mein Herz.“ Akki sah an sich runter und musste feststellen, das Vilkas Recht hatte. ihr Kleid war nun auch mit Staub überzogen. Vorsichtig stand sie auf und nahm sich ein sauberes kleid aus dem Schrank das sie dann überzog.
Anschließend ging sie mit Vilkas hoch in die Methalle. Es war ihr gar nicht aufgefallen, dass es schon fast Zeit für das Abendessen war. Sie hatte wohl etwas lange geschlafen. Sie begrüßte erst mal Aela und Varis, die sich zwischenzeitlich auch umgezogen hatten. Heute waren endlich mal seit langer Zeit wieder alle anwesend und die halle sah gefüllt aus. Farkas nahm seinen Bruder zur Begrüßung erst mal in die Arme. Charlotta und Mila waren nicht anwesend. Farkas war nur kurz hochgekommen um Vilkas zu begrüßen und ein wenig mit den Gefährten zu plaudern. Dann würde er sich zu seiner Frau hinüber begeben und dort mit seiner Familie essen. Vilkas, Aela und Varis berichteten abwechselnd während des Essens, was sie erlebt hatten. Alle waren froh, dass es nun zu Ende mit der Bruderschaft war.
Es wurde beschlossen, das am Tag nach dem Frühstück eine Besprechung stattfinden sollte, mit Verteilung der arbeiten sie anstanden. Danach löste sich die Runde auch bald auf. Varis konnte noch immer nicht sonderlich lange sitzen und die Kutschfahrt hatte nicht dazu beigetragen, dass es besser wurde. Auch Aela und Vilkas waren müde von ihrer Reise und wollten sich daher baldmöglichst zurückziehen. Farkas war wie geplant schon zeitig nach Hause gegangen.
Als Vilkas und Akkirah im Bett lagen betrachtete Vilkas seine Frau im Kerzenschein und streichelte ganz sanft über ihren Bauch. „Hey, da tritt aber jemand zu“, sagte er leise zu Akkirah. „Bereite es euch Schmerzen, fragt er sie besorgt?“ „Nein, mein Liebster, es kitzelt nur etwas.“ Sie sah ihn lächelnd an und legte ihre Hand auf die seine.
„Wie wollen wir sie nennen, Vil? Habt ihr euch darüber schon Gedanken gemacht?“ Er sah sie erstaunt an. „Nein, mein Herz, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Was denkt ihr denn? Habt ihr schon Vorschläge für die beiden?“ „Nein, auch noch nicht so richtig. Wir bräuchten vier Namen. Zwei für Mädchen und zwei für Jungen.“
„Der erste Junge soll nach unseren Brüdern heißen, mein Herz. Was haltet ihr von Farnir?“ „Das gefällt mir.“ Akkirah lächelte Vilkas an. „Und das erste Mädchen soll nach eure Mutter benannt werden, mein Liebster. Ich finde Niranja hört sich sehr schön an.“ Vilkas küsste sie. „Damit haben wir schon zwei Namen. Das zweite Mädchen soll nach eurer Mutter benannt werden. Anita ist auch ein sehr schöner Name. Und was haltet ihr von Thomar für den zweiten Jungen?“ „Ich habe keine Einwände dagegen. Mir gefallen die Namen.“ Sie sah Vilkas strahlend an. „Dann sollen sie es werden“, lächelte Vilkas. Sie lagen beiden noch lange aneinandergekuschelt wach, bevor sie einschliefen.
Am folgenden Morgen weckte Vilkas Akkirah mit einem Kuss. „Aufwachen meine kleine Schlafmütze.“ „Das müsst gerade ihr sagen, ihr Murmeltier“, grummelte Akkirah noch etwas verschlafen. „Wer ist denn sonst nicht aus den Federn zu bekommen?“ Vilkas grinste nur und zog ihr die Decke weg. „Das wollte ich immer schon mal machen.“ Akkirah griff sich Vilkas Kissen und warf es nach ihm. „Ihr seht noch viel schöner aus, wenn ihr ungehalten seid, mein Herz.“ Er warf das Kissen zurück aufs Bett und ging zu ihr rüber, setzte sich zu ihr und nahm sie in die Arme. „Seid mir bitte nicht böse, mein Herz.“ Akkirah schlang ihre arme um ihn und legte ihren Kopf an seine Schulter. „Ich liebe euch, da kann ich euch doch nicht böse sein.“
Dann machten sich beide fertig und begaben sich hoch in die Methalle, wo die anderen schon alle zum Frühstück versammelt waren. „Musstet ihr Vilkas erst wieder einen Eimer Wasser über den Kopf kippen, damit er wach wird?“ fragte Farkas scherzhaft. Die anderen lachten, denn sie wussten das Vilkas gerne lange schlief. „Nein“, antwortete Akkirah lachend, “heute war es umgekehrt und Vilkas durfte den Eimer auskippen.“ Akkirah und Vilkas setzen sich und begannen ihr Frühstück zu verzehren. Als sie fertig waren und Tilma und Lana abgeräumt hatten kramte holte Akkirah das große Auftragbuch hervor, in dem sie die Arbeiten, die anstanden, schon eingetragen hatte.
„Die Liste ist recht lang und ich frage mich wie wir das abarbeiten können“, Akkirah seufzte. Ich lese am besten einmal alle anstehenden Aufgaben vor und ihr sagt dann wer was gerne mit wem machen würde.“ Die anderen nickten. Als sie fertig waren sagte Vilkas: „Da es wirklich recht viel ist, würde es mir unpassend erscheinen, hier zu bleiben. Zumal Varis auch noch ein paar Tage mit seinen geprellten Rippen sich ausruhen sollte. Daher würde ich gerne mit Farkas, wenn er nichts dagegen hat, sie Zweiglinge, die bei der Kiefernwacht ihr Unwesen treiben erledigen. Damit wären wir auch nicht all zulange von unseren Frauen getrennt.“ Bis auf Akkirah, die nur traurig den Kopf senkte, waren alle einverstanden. Vilkas ergriff ihre Hand und drücke sie vorsichtig. Sie versuchte zu lächeln, was ihr aber schwer fiel und nickte dann und trug die Zwillinge bei dem Auftrag ein. Torvar und Ria würden gemeinsam einer Bande Banditen das Handwerk legen, die sich in der nähe von Einsamkeit herumtreiben. So hatten die beiden dann auch gleich die Gelegenheit einen Abstecher zu ihren Eltern zu machen. Anschließend würden sie noch ein Familienerbstück das gestohlen wurde und von dem es hieß, es würde Nahe Drachenbrügge versteckt sein, suchen und mitbringen.
Nerena würde mit einem der beiden neuen Brüder, Jahn, Richtung Markath ziehen. Bis kurz hinter Rorikstatt konnte sie gemeinsam mit Torvar und Ria gehen. Rick würde gemeinsam mit Athis sich auf dem Weg nach Dämmerstern machen und dort einen Entführten Bürger aus Windhelm versuchen zu befreien und ihn anschließend zurück nach Winterfeste bringen. Um Rifton herum war wieder einmal eine Plage bestehend aus Riesenfrostspinnen ausgebrochen, die sich zwischen dem Schönwetterhof und Shores Stein herum trieben. Das wäre eine passende Aufgabe für Aela, die sie sehr gut alleine bewältigen konnte. Anschließend sollte sie noch ein paar Tränke, die Elgrim angefertigt hatte abholen, da Danica die dringend brauchte. Acadia fehlten zur Zubereitung die Zutaten und es war einfacher die fertigen Tränke zu transportieren, als die einzelnen Pflanzen, um dann die Tränke daraus herzustellen. Als alle mit Arbeit versorgt waren machten sich Rick und Athis gleich auf, um ihre Sachen zu packen. Auch Aela würde schon heute losgehen. Torvar, Ria, Nerena und Jahn würden bis Rorikstatt mit der Kutsche fahren, die eh morgen früh in die Richtung fuhr. Vilkas und Farkas würden auch erst am nächsten Tag aufbrechen. Vilkas wollte Akkirah nicht sofort wieder alleine lassen. Aber es gab einen guten Grund, selbst in die Richtung zu gehen und das er Farkas dabei haben wollte. Vilkas hatte Akkirah nichts von der Belohnung, die sie für die Beseitigung der Dunklen Bruderschaft bekommen hatten erzählt, denn er wollte sie damit überraschen, wenn er das passende stück land gefunden hatte. Er hatte auch schon ein Stückchen im Auge, das Akkirah bestimmt gefallen würde. Dort konnten sie sich gemeinsam mit Farkas ein großes Haus am See hinsetzen. Daher wollte er seinen Bruder dabei haben, damit sie gemeinsam entscheiden konnte, wo der beste Platz wäre.
Den Rest des Vormittags verbrachten die meisten Gefährten damit im Hof etwas mit ihren Waffen zu üben. Vilkas gab wo er es für Richtig hielt Tipps und übte zwischendurch gemeinsam mit Farkas mit seinem Zweihänder. Akkirah beobachtete das treiben von der Terrasse aus, da sie selbst nicht mitmachen konnte. Glücklich schaute sie aber nicht drein. Sie war traurig, das Vilkas schon wieder fort ging. Aber er hatte ja auch Recht. Es gab viel zu tun und da konnte er nicht einfach zu Hause bleiben, nur weil sie es gerne so hätte. Er war nun mal ein Gefährte und es zählte auch zu seinen Aufgaben, mit raus zu gehen. Sie hatten es selbst vor langer Zeit so beschlossen. Jetzt wünschte sie sich aber die Zeit zurück, wo Kodlak noch lebte und Vilkas fast nur in Jorrvaskr war.
Sie beschloss, während die anderen am Üben waren, ihren morgendlichen Spaziergang nachzuholen und zu den Ställen hinunter zu gehen. etwas Bewegung würde ihr sicherlich gut tun. So stand sie auf und ging langsam los. Streuner folgte ihr wie ein Schatten. Sie war gerade am Markt angekommen wo sie Charlotta zuwinkte, die mit einigen Kunden am verhandeln war, als plötzlich Vilkas von hinten angestürmt kam. „Warum seid ihr einfach alleine losgegangen, mein Herz? Ihr hättet doch Bescheid geben können.“ „Tut mir Leid, Vil. Ihr habt ja Recht, aber ich bin es halt die letzte Zeit gewohnt, einfach loszugehen, wenn mir danach ist und niemanden bescheid zu geben. und ich bin ja nicht alleine. Ich habe Streuner dabei.“ Sie fuhr dem Hund über den Kopf.
„Ich wollte euch keine Vorwürfe machen, mein Herz.“ Er nahm sie in die Arme. „Darf ich euch bei eurem Spaziergang begleiten?“ Sie sah ihn lächelnd an. „Natürlich dürft ihr das. Welch eine Frage.“ Er legte ihr den Arm die Taille und so gingen sie gemeinsam hinunter zu den Ställen. Während Akkirah Fiinja heraus holte, nahm Vilkas den Schecken aus seiner Box. Er hatte Skulvar gesagt, sollte sich ein Käufer für das Tier finden, könne er ihn fort geben. ihm und Akkirah genügte ein Pferd. Als sie fertig geputzt hatten gingen sie hinunter zum Fluss, wo sie sich den Staub abwuschen. Danach setzten, beziehungsweise legten sie sich etwas in den Felsen in die Sonne. Akkirah schlief in Arm von Vilkas ein. Vilkas rührte sich kaum, obwohl er recht unbequem saß, denn er wollte Akkirah nicht einfach wecken. Sie wirkte irgendwie zerbrechlich in seinen Armen. Er spürte, dass sie ihre Ruhepause brauchte. Was hatten sie beide in den letzten Jahren nicht alles durchgemacht. Er fragte sich immer wieder, woher sie die Energie nahm um das alles weg zu stecken. Und nun würde er sie wieder alleine lassen. War es Richtig was er tat? Sollte er doch lieber bei ihr bleiben? Er versprach ihr in Gedanken, dass wenn er zurück kam, er bis zur Geburt ihrer Kinder an ihrer Seite bleiben würde, möge da kommen was wolle. Langsamen zogen Regenwolken auf. Vilkas beschloss, bevor es möglicherweise in strömen anfing zu regnen, das sie sich lieber auf den Weg nach hause machen sollte. Sanft weckte er Akkirah und ging dann mit ihr zurück. Sie hatten glück. Der Regen setzte erst ein als sie die Methalle betreten hatten. Tilma und Lana waren schon dabei das Abendessen zu bereiten. Akkirah und Vilkas wollten sie dabei nicht stören, und Hilfe brauchten die beiden ja nicht, so beschlossen sie noch etwas nach unten zu gehen und gemeinsam etwas zu lesen.
Nach dem Essen gingen sie trotz des Regens zu Charlotta und Farkas hinüber. Es wurde ein gemütlicher Abend. Akkirah zeigte Charlotta den Stoff den am Tag zuvor gekauft hatte und gemeinsam überlegten sie was sich daraus am besten machen ließ. Vilkas staunte. Akkirah und handarbeiten? Das passte irgendwie so gar nicht zu ihr. Sie hatte keine Probleme Rüstungen zu flicken, ihr Schwert zu schleifen oder auch mal ein Schild auszubeulen. Aber mit feiner Nadel und Faden stand sie eigentlich auf Kriegsfuß.
Es war schon spät, als sie zurück nach Jorrvaskr gingen. Der Regen hatte aufgehört und der große Mond war deutlich vor der Drachenfeste zu sehen. Sie bleiben einige zeit stehen und genossen gemeinsam den Anblick bevor sie in die Methalle gingen und sich schlafen legten.
Am nächsten Morgen brachen die Zwillinge gleich nach dem Frühstück auf. Akkirah ging noch mit hinunter zu den Ställen, während sich Charlotta an ihrem Stand von Farkas verabschiedete. Als die Zwillinge los ritten, blieb Akkirah noch lange stehen und sah ihnen nach, bevor sie sich umdrehte und in die Stadt zurückkehrte. Am stand von Charlotta machte sie halt um ein wenig mit ihr zu plaudern. „Lasst euren Kopf nicht hängen, Schwester. Es wird ihnen schon nichts passieren.“ „Ich weiß, aber ich hätte Vil trotzdem lieber bei mir als ihn da draußen zu wissen. Ich glaube ich werde mich nie daran gewöhnen, das er ohne mich losgeht.“ „ Wenn erst eure kleinen da sind, habt ihr gar keine Zeit mehr ihm nachzutrauern, wenn er fort ist. Die werden euch so auf trab halten, da verfliegt die zeit nur.“ „Ich hoffe ihr habt Recht. Aber nun sollte ich wieder nach oben gehen. ich haben Tilma und Lana gesagt ich helfe beim Wäschewaschen. Und Vils Rüstung muß ich auch noch zu Eorlund bringen, damit er sie reparieren kann bis Vil zurück ist.“
Sie verabschiedete sich von ihrer Schwägerin und ging nach oben. Bei der arbeit vergas sie ihren Kummer. Allerdings merkte sie immer wieder das selbst einfach arbeiten schon zu viel wurden und ihr Rücken zu schmerzen begann. Aber sie bis die Zähne zusammen und ließ sich nichts anmerken. Weil sonst würden die anderen sie bald nur noch ins Bett stecken und in Watte einpacken und das war das Letzte was sie wollte.
Als Vilkas und Farkas die Honigbräuerei hinter sich gelassen hatten, erzählte Vilkas seinem Bruder den Grund, warum er gemeinsam mit ihm Richtung Falkenring los wollte. Farkas staunte nicht schlecht als er hörte, das Vilkas sich etwas land aussuchen durfte und ihm gefiel die Idee sehr, sich gemeinsam mit der Familie seines Bruders nieder zu lassen. Sie hielten nachdem sie Flusswald durchquert hatten, Ausschau nach einer schönen Stelle. „Schau, Bruder“, sagte Farkas plötzlich und ließ sein Pferd anhalten, „dort oben gleich hinter dem Dorf. Das Land gehört schon zu Falkenring, ist aber Nahe an Weislauf. Ein Dorf ist gleich um die Ecke, wo man Vorräte bekommen kann. Eine Mühle und Schmiede sind dort auch vorhanden. Wäre das nicht ein passende Ort?“ Vilkas nickte. „Ja ihr habt Recht, das wäre ein guter Ort. Aber lasst uns trotzdem noch etwas weiter schauen. Vielleicht finden wir noch eine schönere Stelle.“ So ritten sie weiter. Am Abend machten sie halt und schlugen ihr Lager unter einem großen Felsvorsprung etwas abseits der Hauptstrasse auf. Sie wechselten sich mit dem Wache halten ab und ritten am Morgen, nachdem sie etwas von den Vorräten gegessen hatten, die sie mitgenommen hatten, weiter. Am späten Nachmittag erreichten sie die Kiefernwacht. Die Hütte war schon seit langem verlassen. Ab und an nisteten sich dort mal Vagabunden ein, aber zur Zeit war sie wieder leer. Die Zwillinge banden die Pferde an Bäumen fest und sahen sich vorsichtig um. Irgendwo hier sollten sich die Zweiglinge herum treiben. Diese wesen konnten so gut mit ihrer Umgebung verschmelzen das man sie schwer finden konnte, solange sie sich nicht rührten. Da sie aber sehr naturverbunden waren und nichts für diese Wesen schlimmer war, als das zerstören der natur war es leicht sie hervor zu locken. Sie suchten sich eine Stelle die recht frei von Gebüsch und ähnlichem war. Dort fällte Vilkas dann ein kleines Bäumchen und es dauerte auch nicht lange und drei dieser Zweiglinge kamen aus dem Unterholz gestürmt. Vilkas hatte von Akkirah zwei Fläschchen mit einer leicht brennbaren Flüssigkeit bekommen. Er versuchte diese Fläschchen auf die wesen zu werfen, was kein leichtes Unterfangen war. Eines der Fläschchen zerbrach auch und sein Inhalt übergoss das hölzerne Wesen. Zuvor hatte Vilkas einen Stock entzündet, den er auch mit einer brennbaren Flüssigkeit eingestrichen hatte, diesen hatte er ans Ende seines Schwertes gebunden, das er so hingelegt hatte, dass er es gleich, nachdem er das Bäumchen umgehauen hatte aufheben könnte. Er erwischte den richtigen Zweigling mit seinem Schwert und das wesen ging in Flammen auf. Die schreie die es von sich gab waren markerschütternd. So waren noch zwei der wesen übrig. Farkas war schon mit seinem Zweihänder auf seine Gegner losgegangen. Der andere hatte sich Vilkas zu gewand. Durch den feurigen tot ihres Kameraden noch aufgebrachter und wilder, lieferten sie zwei verbliebenen Zweiglinge den Brüdern extrem schweren Widerstand. Mit ihren langen Armen, die an ihren Enden mit spitzen scharfen Dornen versehen und die erstaunlich beweglich waren, versuchten sie deren Gesichter zu erwischen. Immer wieder mussten die Zwillinge die Angriffe blocken. Aber irgendwann gelang Farkas es einem der Zweiglingen den ersten Schaden zuzufügen. Diese Wesen hatten die Fähigkeit sich gegenseitig zu heilen. Daher war es sehr schwer ihnen bei zu kommen. Wie sie das machten konnte keiner sagen. Während nun Vilkas Gegner versuchte gleichzeitig Vilkas anzugreifen und seinem Kameraden zu helfen schaffte auch Vilkas es seinem Gegner einen der Arme abzuschlagen. Von da an war es fast ein Kinderspiel die beiden Zweiglinge endgültig zu töten. Als das erledigt war, begaben sich die Brüder zurück zu ihren Pferden. Sie beschlossen die Nacht hier zu verbringen und sich am nächsten Tag hinunter zum See zu begeben und dann auf den Rückweg zu machen.
Als sie am nächsten morgen aufwachten führten sie die Pferde hinter sich her. Als sie hinter der Hütte der Kiefernwacht hinunter zum See gingen verschlug es Vilkas die Sprache. Im Morgennebel sah es einfach traumhaft schön aus. Die rieseigen Bäume, der See, die aufgehende Sonne. „Farkas, das hier ist wunderschön. Akkirah würde es hier gefallen.“ „Ja, ihr habt recht es ist wirklich sehr schön. Zwar etwas abseits, aber trotzdem wunderschön.“ „Dann wollen wir hier unsere zukünftige Heimat errichten.“ Farkas nickte nur zur Antwort.
Vilkas nahm einen Bogen Papier und begann darauf eine Skizze mit Notizen zu machen. Diese würde er dem Voigt von Falkenring zukommen lassen. Dann hoffte er, würde nichts dagegen sprechen dieses Stückchen Land zu bekommen. Als Vilkas fertig war machten sie sich auf den Rückweg. Sie wollten ihren Frauen auch weiterhin noch nichts sagen, bis sie mit dem Bau anfangen konnten. Zwei Tage später kamen sie fröhlich in Weißlauf an.
Akkirah war glücklich Vilkas wieder in ihre Arme schließen zu können und er teilte ihr mit, er würde nun bis zur Geburt ihrer Kinder bei ihr bleiben und nicht mehr fortgehen. Darüber war sie sehr glücklich.
Und so vergingen die nächsten knappen zwei Monate fast wie im Flug. Akkirahs Beschwerden wurden zwar stärker und sie bekam zwischendurch schon mal Senkabwehen, aber sie ließ es sich so gut es ging, nicht anmerken.

CKomet

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Dienstag, 1. Januar 2013, 13:23

076 Zwei neue Leben

Mitten in der Nacht wachte Akkirah auf und schrie schmerzerfüllt. Vilkas war sofort hellwach. „Mein Herz, was ist mit euch?“ fragte er erschrocken. „Es geht los, holt Danica.“ Vilkas war sofort auf den Beinen. Durch den lauten Schrei Akkirahs, waren auch die meisten der Gefährten, die anwesend waren wach geworden. Aela war die erste die im Gang stand, als Vilkas hinauslief. „Bitte holt Danica, Schwester. Es scheint loszugehen.“ Ohne weitere Worte stürmte Aela los und lief hinüber zum Tempel um die Heilerin zu holen. Vilkas kehre zu Akkirah zurück, die vollkommen blas und schmerzverzerrt dalag. Er setzte sich zu ihr und ergriff ihre ahnd und strich ihr mit seiner anderen durchs Haar. „Ganz ruhig mein Herz, Danica wird gleich da sein. Ich bin ja bei euch.“
‚Es ist zu früh’, durchfuhr es Akkirah. ‚die Kinder sind noch nicht in der richtigen Lage’ dachte sie verzweifelt. Und wieder durchfuhr sie eine Welle des Schmerzes. ‚Bei Talos, bitte noch nicht.’ Sie versuchte die Schmerzen zu Unterdrücken aber es gelang ihr nicht. Schmerzverzerrt stöhnte sie auf. „Vil“, flüsterte sie, „haltet mich fest.“ „Ich bin bei euch mein Herz, ich werde euch nicht verlassen. Bleibt ganz ruhig. Danica ist auf dem Weg.“
In der Zwischenzeit war ganz Jorrvaskr wach. Ria lief los um Charlotta und Farkas bescheid zu geben. Aela war auf Wunsch von Danica noch schnell zu Acadia weiter gegangen, um auch ihr Bescheid zu geben. Das war kein gutes Omen, dachte Aela, sagte aber nichts. Danica suchte ihre notwendigen Utensilien zusammen und machte sich dann auf den Weg nach Jorrvaskr. Als sie in der Methalle ankam bat sie Tilma und Lana heißes Wasser und frische Tücher bereit zu halten. Es würde sicherlich noch etwas dauern bis es richtig losging, aber sie wollte, wenn es soweit war, alles zu Verfügung stehen haben. Tilma nickte nur. Als Danica das Zimmer von Vilkas und Akkirah betrat, lag Akkirah schweißgebadet auf dem Bett und versuchte die Schmerzensschrei, die ihr über die Lippen kommen wollten zu unterdrücken. Vilkas saß neben ihr und hielt sie bei der Hand und versuchte beruhigend auf sie einzureden. Man sah ihm an, dass ihm die Situation gar nicht gefiel und er Angst um seine Frau hatte. So hatte er sie noch nie erlebt.
Danica ging zum Bett und zog die Decke zur Seite. Sie hoffte, dass es ein Fehlalarm war. Aber dem war nicht so, das Bett war unter Akkirah durchnässt. Also hatte es wirklich begonnen. Sie schob Vilkas etwas zur Seite um sich neben Akkirah setzten zu können. Vorsichtig tastete sie den Bauch ab. Die Lage der Kinder war nicht so, wie sie sein sollte. Eines blockierte den Ausgang. So würden sie nicht kommen können. So etwas hatte Danica schon mehrfach miterlebt. Dabei handelte es sich aber meist um einfache Geburten und keine Zwillinge. Als Acadia den Raum betrat, bat Danica, ihr einen Tee aus bestimmten Kräutern zu bereiten, der dafür sorgen sollte, das sich Akkirah entspannte und die wehen gemildert wurden. Sie wollte dann versuchen durch Massage die Kinder in die richtige Lage zu bringen. Wenn das nicht helfen würde, mussten sie es anders versuchen. Aber eines nach dem anderen. Acadia verschwand sofort, um die notwendigen Kräuter zu holen und den Tee zu zubereiten. Es dauerte fast eine halbe Stunde bis Acadia zurück kann. Vilkas nahm ihr den Becher ab und versuchte den Inhalt Akkirah einzuflößen, was nur sehr langsam gelang. Akkirah wurde etwas ruhiger, aber die wehen kamen trotzdem in regelmäßigen Abständen, wenn auch nicht mehr so kräftig wie vorher. Danica versuchte durch gezielte Bewegungen die Kinder zu animieren sich weiter zu drehen. Nach vier Stunden gab sie auf. So war nichts zu machen. Vilkas wurde immer unruhiger. Akkirah so leiden zu sehen, war für ihn unerträglich. Danica stand auf und ging zu Acadia und sagte ihr leise, das sie noch einmal eine Tee wie zuvor brauchen würde. Und ein Mittel, das man Vilkas geben könne, damit er ruhig gestellt werden könne, denn sie ahnte, das er nicht ohne weiteres akzeptieren würde, das er gleich des Zimmers verwiesen werden musste. Acadia sollte Farkas bescheid geben, damit er sich um seinem Bruder kümmerte. Der kräftige Varis sollte ihn dabei unterstützen. Des Weiteren sollten Aela und Ria reinkommen, denn sie brauchte jemanden der Akkirah festhielt. Und Männer waren dafür in dieser Situation nicht geeignet, wie sie schon mehrfach festgestellt hatte. Es dauerte etwas bis die Vorbereitungen abgeschlossen waren, dann gab Danica Farkas, der in der Tür zum Vorzimmer warte ein Zeichen, Vilkas aus dem Raum zu entfernen. Wie zu erwarten war sträubte sich Vilkas mit Händen und Füßen dagegen. Er wollte seine Frau nicht verlassen. Es befürchtete das schlimmste. Gemeinsam mit Varis gelang es Farkas dann aber Vilkas aus dem Zimmer zu bringen. Vollkommen kraftlos sank er schließlich auf einen Stuhl nieder und begann zu weinen. Farkas und Charlotta versuchten Vilkas zu beruhigen, was ihnen aber nicht gelang.
Zwischenzeitlich versuchte Danica auf andere art an die Kinder ranzukommen um sie zu doch noch in die Richtige Position zu bekommen. Aela und Ria hielten Akkirah so gut es ging fest, denn es war doch eine sehr schmerzhafte Prozedur. Nach einer weiteren stund schüttelte Danica wieder den Kopf. „Keine Chance.“ „Was jetzt?“, fragte Aela. „Irgendwas muß man doch tun können?“ Sie war recht bleich, weil selbst für die gestandene Jägerin, war dass hart an der Grenze des erträglichen. Ria hatte schon als junges Mädchen mehrfach Geburten in ihrem Dorf mitbekommen, die auch nicht immer leicht waren, daher war es für sie nicht ganz so schlimm. „Wir können abwarten und hoffen, dass sich die Kinder noch von selbst drehen. Dazu müssten wird dafür sorgen, das Akirah aufsteht und sich bewegt. Ich befürchte aber dafür ist sie zu schwach. Es würde noch Stunden dauern, bis sich da was tut. Und sicher ist es auch nicht das es klappt. Ich befürchte leider das Schlimmste.“ „Versuchen wir es“, sagte Aela. „Ria und ich werden sie stützen.“ Danica nickte. Die beiden Frauen halfen Akkirah auf die Beine und führten sie im Zimmer hin und her. Nachdem weitere Stunden vergangen waren und sich nichts getan hatte war Danica auch langsam Ende mit ihrem Latein. Akkirah war in der Zwischenzeit immer schwächer geworden.
„Danica“, was ist mit aufschneiden?“ fragte Acadia plötzlich. „Ich habe schon mehrfach gehört, dass es getan wurde.“ „Die erfolge waren aber fast immer mäßig.“ Antwortet Danica, die auch erschöpft war. „ich war viermal dabei als man es durchgeführt hat. Aber immer nur als Assistentin. Zwei Frauen starben mit ihren Kindern. Einmal überlebte die Frau und das Kind starb und vierten Fall überlebte das Kind aber die Mutter konnte nicht gerettet werden.“
„Aber wenn wir nichts machen, sterben auch alle drei.“ Danica seufzte. „Ihr habt Recht. Eine kleine Chance ist da, besser als so darauf zu warten das sie sterben.“ Sie drehte sich zu Ria um. „Lauft zum Tempel und holt Ahlam. Sie wird mir assistieren und sie soll die Tasche aus der Kommode mitbringen. Tilma soll die Tücher und kochendes Wasser bereithalten.“ Ria nickte.
Als sie den Raum verließ sprang Vilkas sofort auf. „Was ist mit Akki, wie geht es ich, ich will zu ihr.“ „Ihr geht es den umständen entsprechend, aber ihr dürft noch nicht zu ihr. Bitte habt Geduld“, versuchte Ria ihn zu beruhigen. Dann machte sie sich auf den Weg zum Tempel. Farkas und Varis drückten ihn wieder auf seinen Stuhl. Vilkas wehrte sich wie ein wilder. „Ich will zu ihr, lasst mich los.“ Aber die beiden waren stärker.
Nach einer weile kam Ria mit Ahlam zurück. Tilma begleitete die beiden mit einem großen Stapel sauberer Tücher, während Ria einen Kessel Wasser mit schleppte. Lana sollte oben bleiben und dafür sorgen das weiterhin heißes Wasser zur Verfügung stand. Man spürte die Anspannung die in ganz Jorrvaskr herrschte. Charlotta versuchte Vilkas noch etwas von dem beruhigenden Tee zu geben. Aber er schlug ihn ihr aus der Hand. Verzweifelt sah sie Farkas an, Dieser nickte ihr nur beruhigend zu. Sie würden es auch so schaffen.
Nachdem die Vorbereitungen bei Akkirah abgeschlossen waren, betete Danica noch zu Kynareth. Dann nahm sie ein scharfes Messer, das sie zuvor im heißen Wasser noch mal gereinigt hatte und begann Akkirah Schicht für Schicht aufzuschneiden. Alea und Ria hielten Akkirah so fest es ging. Man hatte ihr zuvor noch etwas von dem Betäubungstrank gegeben, Aber trotzdem bekam Akkirah mit was geschah und schrie immer wieder vor Schmerzen auf, was Vilkas der vor der nebenan auf seinem Stuhl festgehalten wurde, fast in den Wahnsinn trieb.
Eine halbe Stunde später hörte man den schrei eines Säugling und kurz darauf den eines zweiten. Bis auf Vilkas waren die anderen außerhalb von Akkirahs Zimmer erleichtert. Akkirah selbst war durch den hohen Blutverlust den sie erlitten hatte in Bewusstlosigkeit versunken. So brauchte nur noch Aela sie halten während Danica und Ahlam vorsichtig die riesige Wunde, die sie geschnitten hatte, um die Kinder heraus zu holen sauber vernähte. Ria wusch vorsichtig die Kinder, denen es seht gut ging und die vollkommen gesund waren, wie es schien. Dann wickelte sie die beiden in saubere Tücher. Es war ein Junge und ein Mädchen. Als Tilma Ria die Tür öffnete, damit diese die Kinder Vilkas bringen konnte, erwachte Akkirah kurz aus ihrer Bewusstlosigkeit. Als sich die Tür zum Zimmer öffnete gelang es Vilkas sich loszureißen. Durch die Tür konnte er in das Zimmer sehen und der Anblick der leichenblassen Akkirah und der des ganzen Blutes, das man auf den Laken sehen konnte ließ ihn schreckliches ahnen. Er konnte nicht mehr klar denken. Als sich Ria ihm in den Weg stellte um ihm die beiden Kinder zu geben stieß er sie einfach nur zur Seite. „Geht mir mit ihnen aus den Weg, Ich wünschte, sie würden nicht existieren und wären tot“, sagte er in vollkommener Verzweiflung, weil er glaubte Akkirah wäre nicht mehr am Leben. „Sie sind Schuld das Akkirah nicht mehr ist.“
Torvar gelang es gerade noch Ria aufzufangen bevor sie stürzte. Vilkas Worte waren das letzte was Akkirah mitbekam bevor sie entsetzte darüber wieder in Bewusstlosigkeit versank.
Danica hatte sich in die Tür gestellt und versperrte den Eingang. Zwischenzeitlich waren auch Farkas und Varis wieder zur Stelle. „Beruhigt euch wieder Vilkas, sie lebt“, sagte Danica. Lasst uns nur noch einen Moment um unsere Arbeit zu vollenden. Dann dürft ihr zu ihr.“ Damit drehte sie sich um und schloss die Tür. Die fünf Frauen reinigten alles so gut es ging und dann verließen sie das Zimmer. Vilkas durfte nun endlich zu Akkirah. Er sank neben ihrem bett auf die knie und begann zu weinen wie ein kleines Kind vor Erleichterung, weil sie noch lebte.
Danica gab Charlotta, die nun die Kinder im Arm hielt ein paar Anweisungen, damit diese später dafür sorgen konnte, dass die Kinder an die Milch ihrer Mutter kamen. Charlotta nickte und dann verließ Danica auch am Ende ihrer Kräfte gemeinsam mit Acadia und Ahlam Jorrvaskr.

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Donnerstag, 10. Januar 2013, 16:43

077 Die ersten Tage der kleinen Zwillinge

Es kam Vilkas wie eine gefühlte Ewigkeit vor, dass er neben Akkirahs Bett kniete. Er hielt wieder ihre Hand ganz fest. Er hatte gesehen, dass sie um den Bauch verbunden war. Sie sah so bleich aus, als würde kein Blut mehr in ihr sein. Aber als er ganz vorsichtig seine Hand auf ihre Herzgegend gelegt hatte fühlte er ihr Herz ganz schwach, aber doch gleichmäßig schlagen. „Ich liebe euch, mein Herz.“. Er spürte plötzlich eine Hand auf seiner Schulter. Tilma stand hinter ihm und hielt ihm ein Becher mit einem warmen Trank hin. Er kannte den Geruch. Akirah hatte ihn schon mal zu sich nehmen müssen, als sie damals von Mercers Schwert durchbohrt worden war. Auch er selbst hatte ihn bekommen, als er dem Tode nahe in der Akademie von Winterfeste gepflegt wurde. Er nahm den Becher und hob dann ganz vorsichtig Akkirahs Kopf etwas an, um ihr etwas davon einzuflößen. Sehr widerwillig schluckte sie es. Nachdem sie doch ein paar Schlucke genommen hatte, hörte Vilkas erst mal auf. Zu viel auf einmal würde zurzeit auch nicht gut sein. Nachdem er den Becher weggestellt hatte, kam Charlotta mit den beiden Zwillingen näher. Sie fingen an unruhig zu werden.
„Vilkas, die beiden müssen auch etwas trinken. Lasst ihr mich bitte auf eueren Platz?“
Jetzt erst wurde Vilkas sich bewusst, das er sich bisher noch gar nicht nach den Kindern erkundigt hatte. Er wusste nicht einmal ob es Jungen oder Mädchen waren. „Darf ich sie halten“, fragte er ganz vorsichtig. „Was sind es überhaupt? So kann man es gar nicht erkennen.“ Er schämte sich für das, was er vorhin getan hatte. Aber da war er nicht Herr seiner Sinne gewesen. Seine Angst um Akkirah hatte ihn vollkommen neben sich stehen lassen. Farkas der in der Tür stand, lächelte als er sah wie sein Bruder die beiden Kinder von Charlotta in den Arm gelegt bekam. „ Sie sind so winzig und sehen so zerbrechlich aus“, flüsterte Vilkas. „Keine sorge, das sind sie nicht. Es sind übrigens Junge und Mädchen.“ Charlotta begann das Gewand von Akkirah zu öffnen. Dann nahm sie eines der Kinder Vilkas wieder ab und hielt es an eine von Akkirahs Brüste. Es dauerte nicht lange und der Junge begann zu trinken. Nach einer Weile nahm sie ihn wieder ab und reichte ihn Vilkas rüber und nahm das Mädchen, das sie nun an die andere Brust hielt. Als auch das Mädchen fertig war gab sie es wieder Vilkas. Er gab den beiden einen Kuss auf die Stirn. Nach einiger Zeit wollte er die beiden wieder an Charlotta geben, damit er Akkirah wieder etwas von dem Heiltrank geben konnte. Charlotta schüttelte den Kopf. „Legt, die beiden neben Akkirah aufs Bett. Es ist breit genug, das sie nicht runterfallen können und sie werden sich kaum so bewegen, dass sie damit Akkirah schaden können.“
Vilkas verstand. Er selbst würde die nächsten Tage auf einem Stuhl verbringen, denn er würde Akkirah nicht verlassen, sofern das nicht unbedingt notwendig war. Dann nahm er wieder den Becher und gab Akkirah den Rest daraus zu trinken. Charlotta nahm ihn den Becher ab und ging dann zu Farkas der immer noch im Türrahmen stand. Sie legte ihrem Mann ihre Hand auf den Bauch. „Kommt mein Schatz, lassen wir die vier etwas alleine.“ Farkas ergriff ihre Hand und so gingen sie erst mal nach oben in die Methalle. Sie hatten vor lauter Aufregung gar nicht mitbekommen, dass es zwischenzeitlich schon fast wieder Abend geworden war. Lana und Tilma hatten Essen zubereitet. Aela, Ria, Torvar und Varis hatten sich schon an die Tafle gesetzt. „Was für eine Aufregung“, meinte Torvar und sah Ria an. „Ich hoffe, das ist nicht immer so der Fall bei Geburten.“ „Nein“, antwortete Charlotta anstelle von Ria. Das heute war eine schreckliche Ausnahmen, die wir hoffentlich so bald nicht wieder erleben müssen.“ Bei diesen Worten drücke sie Farkas Hand, die sie immer noch festhielt, kräftiger und sah ihn beruhigend an, denn sie fühlte, dass ihm auch nicht sonderlich wohl in der Haut war, beim Gedanken an ihre Niederkunft.
Dann begannen sie erst mal etwas zu Essen. Aela brachte anschließend einen Teller für Vilkas hinunter und einen frischen Becher mit dem Heilmittel für Akkirah. Es war ein rührendes Bild, das sich ihr bot, als sie das Zimmer betrat. Vilkas saß auf seinem Stuhl und hielt Akkirahs Hand und beobachtet abwechseln sie und die Kinder, denen er einen Decke übergelegt hatte. Am Fußende saß Streuner und hatte seinen Kopf auf das Bett gelegt und beobachtet die vier mit seinen wachen Augen.
Leise trat sie an Vilkas heran und reichte ihm den Teller und den Becher mit dem Trunk für Akkirah. Er lächelte ihr dankbar zu. Er gab zunächst Akkirah etwas zu trinken bevor er selbst mit dem Essen anfing. Die beiden Kinder schliefen ruhig neben ihrer Mutter. Als Aela hochgehen wollte, griff sie dem Hund vorsichtig ins Halsband und zog ihn mit sich. „Kommt mit“, sagte sie leise, „Ihr solltet auch was essen und etwas Luft schnappen.“ Nach anfänglichem Widerstand fügte sich das Tier ihrem Willen. Eine Stunde später kam Charlotta gemeinsam mit Lana herunter, um nach den vieren zu schauen. Die Kinder waren gerade wach geworden und fingen ein wenig an zu weinen. Vilkas hatte sie in den Arm genommen und versucht sie zu beruhigen. Wusste aber nicht wirklich was er tun sollte. Verzweifelt sah er Charlotta ab. Diese lächelte. „Ich vermute die beiden haben wieder Hunger. Lana, komm bitte her und nimm den Kleinen. Diesmal ist die Kleine zuerst dran. Charlotta nahm Vilkas die beiden Kinder aus dem Arm. Dann legte sie das Mädchen Akkirah wieder vorsichtig an die Brust. Als die Lütte scheinbar fertig war, wollte Charlotta dieselbe Prozedur mit dem Jungen durchführen. „Bitte, lasst mich es machen.“ Vilkas sah seine Schwägerin an. Diese nickte und zeigte ihm, wie er die Kinder halten musste. Als auch der Junge fertig war, schauten sie erst mal nach, wie es um die Windeln bestellt war. Charlotta zeigte Lana und Vilkas wie man die Kinder wickelte. Vilkas stellte sich dabei so ungeschickt an und vertütelte die Enden der Tücher jedes Mal gnadenlos, so das Charlotta meine, dass solle er dann doch lieber Lana überlassen. Deprimiert seufzte Vilkas, nickte aber. Die ganze Nacht über schlief Vilkas nicht. Entweder hielt er Akkirahs Hand und redete ganz leise mit ihr oder kümmerte sich um die beiden Kleinen, wenn sie anfingen unruhig zu werden, weil sie etwas trinken wollten. Die anderen Gefährten ließen sich so gut wie nicht blicken, denn sie wussten, dass sie eh nicht helfen konnten und das Vilkas alleine mit seiner Familie sein wollte. Zweimal brachten Lana und Tilma im Wechsel Vilkas etwas von dem Heiltrank für Akkirah den er ihr dann auch immer gleich einflösste.
Am folgenden Morgen erschien Danica um nach ihrer Patientin zu sehen. Sie war erleichtert, zu sehen, dass es Akkirah weiterhin recht gut ging. Die hatte schlimmeres befürchtet. Aber noch war auch nicht alles überstanden. Die Temperatur von Akkirah stieg langsam an. Sie gab Anweisung, dass Akkirahs Stirn regelmäßig gekühlt würde. Dann begann sie die Wunde von Akkirah zu reinigen. Als Vilkas die Wunde sah, wurde er noch bleicher als er eh schon war, aufgrund des Schlafmangels. Danica war aber zufrieden als sie sah, dass es sich scheinbar nicht entzündet hatte. Sie legte ein frisch mit Heilkräutern durchtränktes Tuch auf die Wunde und verband sie dann wieder ganz vorsichtig. Sie wollte am Abend noch mal vorbeischauen. „Ihr solltet euch ausruhe Vilkas. Legt euch etwas hin. Ihr Zustand scheint stabil zu sein. Und es würde niemanden helfen wenn auch ihr zusammenbrecht.“ Vilkas schüttelte nur den Kopf und setzte sich wieder auf seinen Stuhl. Danica ging kopfschüttelnd, aber sie wusste wie sehr Vilkas seine Frau liebte und würde nicht von ihrer Seite weichen. Farkas brachte ihm später etwas zu Essen. Er versuchte auch, seinen Bruder zu überreden sich etwas hinzulegen, Aber auch er konnte ihn nicht dazu bewegen.
Wann immer die Kleinen unruhig wurden, sorgte Vilkas dafür das sie etwas zu trinken bekamen. Immer wieder redete er auf seine Frau ein in der Hoffnung sie würde bald erwachen. Im Laufe des Tages stieg ihre Temperatur weiter an und Vilkas fürchtete schon Schlimmes. Ihre Atmung war so schwach, das man kaum sehen konnte wie sich ihre Brust hob und senkte. Am Abend kam, wie versprochen Danica noch mal und nickte nachdem sie sich Akkirah angeschaut hatte. „Bis auf die erhöhte Temperatur sieht alles gut aus. Ihr müsst weiter dafür sorgen, dass sie Temperatur niedrig bleibt. Dann muß sie nur wieder aufwachen und stark wie sie ist, wird sie das sicherlich auch bald tun“, versuchte sie Vilkas aufzumuntern. Als sie das Zimmer verlasen hatte seufzte sie erst mal leise. Es sah weiterhin nicht gut aus, aber das wollte sie Vilkas nicht sagen. Denn auch die Wunde hatte sich etwas verfärbt.
Am nächsten Tag konnte Vilkas sich nicht mehr wach halten. Farkas gelang es ihn dazu zu bringen, sich auf das provisorische Lager aus Fellen, das Tilma und Lana neben dem bett vorbereitet hatten, denn Danica hatte die Anweisung gegeben, das Akkirah nach Möglichkeit nicht durch Bewegungen gestört wurde, was bei einem Doppelbett halt sich nicht vermeiden ließ. Im Wechsel kümmerten sich dann Lana und Ria um die Kinder und sorgten dafür das Akkirah ihren Heiltrank bekam.
Als er sich dann in einem Spiegel sah erschrak er über sich selbst. Die anderen hatten Recht, auch er musste sich regelmäßig zwischendurch etwas erholen. Er sprach mit den anderen und sagte ihnen, dass es sich tagsüber immer mal wieder hinlegen würde, während sich da dann Lana, Tilma oder Ria um die Kinder kümmern konnte. So konnten die anderen nachts schlafen. Danica kam jeden tag zweimal um die Wunde zu versorgen. Immer wieder beruhigte sie Vilkas, aber oben sagte sie Farkas und Charlotta, das sie immer noch das schlimmste befürchtete. Akkirah hatte zu viel Blut verloren und ihre Temperatur wollte auch nicht einfach nicht sinken. Immerhin hatte sich die Wunde doch nicht entzündet, was sie schon befürchtet hatte. Danica hatte mit Acadia gemeinsam überlegt, wie sie den Heiltrank noch optimieren konnten, hatten aber Angst, dass es möglicherweise nicht die gewünschte Wirkung haben würde. Also ließen sie die Zusammensetzung wie sie war.
In der fünften Nacht gelang es Vilkas nicht mehr die Kinder ruhig zu bekommen, obwohl er beide hatte trinken lassen. Die Kleinen weinten trotzdem weiter. Als Danica am Morgen zu ihrer morgendlichen Visite kam und sich die Kinder genauer anschaute, meinte sie anschließend mit ernstem Gesicht: “Ich befürchte Akkirah hat nicht genug Milch für die beiden.“ Sie dachte nach. „Das Beste wäre wenn wir eine Amme zur Verfügung hätten, aber ich befürchte das sieht schlecht aus. In der Umgebung gibt es niemanden, der in letzter Zeit Kinder bekommen hat. Also müssen wir eine andere Milchquelle auftun.“ „Was ist mit der Kuh der Graumähnen. Oder eine von Pelagia? Könnten wir nicht die Milch von den Tieren nehmen und sie mit einer Flasche den Kindern geben?“ Vilkas war beunruhigt. Er hatte nun nicht nur um Akkirah Angst, sondern auch das die beiden Kleinen verhungern könnten. „Ich gehe sofort los und hole zusätzliche Milch.“
„Nicht so schnell. Leider vertragen Säuglinge in dem Alter die Milch von Kühen nicht sonderlich gut und werden dadurch schnell krank.“ „Aber Kinder bekommen doch Milch zu trinken.“ Vilkas war verwirrt. „Da sind sie aber auch schon älter und vertragen diese. Aber Säuglinge können sie nicht ohne weiteres ab.“ „Aber was soll ich nun machen? Ich kann die Kinder doch nicht hungern lassen?“ Vilkas Angst wurde immer größer. „Ziegenmilch ist verträglicher. Auch nicht optimal, aber besser. Ihr müsst euch eine oder besser noch zwei Milchziegen besorgen. Und das möglichst schnell.“
Vilkas Gedanken begannen zu rotieren. Wo sollte er Ziegen her bekommen? In ganz Weißlauf gab es keine. Loreius hatte zwei, aber die würde er nicht hergeben. Rorikstatt. Ennis züchtete Ziegen viel es ihm da plötzlich ein. Vielleicht wäre er bereit ein oder zwei zu verleihen oder zu verkaufen. „Danke, Danica, ich werde jemanden nach Rorikstatt schicken, um welche zu besorgen. In der Zwischenzeit kann Jon uns einem Pferch für die Tiere hier oben im Hof neben dem Trainingsplatz bauen. Das sollte sicherlich klappen können.“ „Das ist eine gute Idee.“ Nun muß ich aber wieder zum Tempel. Ich habe dort zurzeit sehr viele Patienten die meine Hilfe bedürfen.“ „Ich danke euch für eure Hilfe. Würdet ihr bitte Farkas, wenn ihr ihn oben seht zu mir schicken?“ Danica nickte.
Kurz darauf erschien Farkas.“ Was gibt es Bruder, ist alles in Ordnung?“ Vilkas schüttelte den Kopf. „Nichts ist in Ordnung“, und dann begann er plötzlich zu weinen. Farkas nahm ihn in die Arme und sagte erst mal nichts. Nach einer Weile fragte er dann was los sei. „Akkirah hat nicht mehr genug Milch für die beiden. wir müssen ein oder zwei zeigen beschaffen, die Milch geben und damit die Kinder füttern.“ Wieder schluchzte Vilkas. „Lauft zu Jon und sagt ihm, er soll im Hof einen Ferch bauen, in dem wir die Tiere halten können. Dann muss jemand nach Rorikstatt zu Ennis fahren und zwei Ziegen beschaffen. Entweder ihm abkaufen oder sich für eine Weile leihen. Und jemand soll sofort zu Loreius aufbrechen und von dort frische Ziegenmilch holen, damit wir die zeit bis die Tieren hier sind überbrücken können.“
Farkas nickte. Er bewunderte seinen Bruder dafür, dass er trotz der schwierigen Situation, in der er sich befand noch solch Entscheidungen treffen konnte. „Ich werde alles in die Wege leiten, Bruder“, sagte Farkas. „Aber ihr sollte auch mal ein paar Minuten nach oben an die frische Luft gehen. Auch die Kinder könnten mal etwas Luft gebrauchen.“
„Die Kinder bleiben hier bei ihrer Mutter. Akkirah würde spüren wenn sie fort sind und das würde dann wirklich en letzten Rest Lebenswillen in ihr töten.“
„Ihr habt wahrscheinlich Recht. Aber es ändert nichts daran, dass ihr mal raus müsst. Bitte Bruder.“
Vilkas nickte nur abwesend. Dann nahm er die beiden Kinder, die unruhig und hungrig waren in den Arm und setze sich wieder auf den Stuhl zu Akkirah. Er schlief heute fast gar nicht. Am Abend kam Farkas, der selbst zu Loreius Hof geritten war mit einer Kanne Milch zurück. Charlotta hatte auf einer Flasche versucht aus Därmen etwas zu basteln, mit dem Die Kinder die Milch zu sich nehmen konnten. Es war recht unhandlich und viel Milch ging dabei daneben, aber immerhin klappte es Damit den Kleinen zusätzliche Milch zukommen zu lassen. Sie hofften, dass ihnen die Milch auch bekommen würde. Es sollte ja auch nur zusätzlich sein, etwas Milch hatte Akkirah ja noch, nur halt nicht genug für zwei. Nachdem dir kleinen die zusätzliche Milch bekommen hatte, schliefen sie wieder ruhig und zufrieden ein. Vilkas war erleichtert, das es so klappte.
„Ach, mein Herz“, flüsterte er Akkirah später ins Ohr, „Wann kommt ihr zurück zu uns? Wir brauchen euch so sehr. Ich vermisse eure Stimme, euer Lachen.“ Dann schlief er mal wieder auf dem Stuhl ein. Als die kleinen hungrig wurden und zu weinen anfingen, erwachte Vilkas wieder. Er setze sie Akkirah nacheinander an die Brust und als sie wieder zufrieden eingeschlafen waren, legte er sich auf sein Felllager. Einmal musste er diese Nacht noch hoch um die kleinen zu füttern. Dabei bekamen sie wieder Ziegenmilch.
Als Danica am folgenden morgen nach dem Rechten sah, war sie sehr zufrieden. Die Temperatur von Akkirah war etwas gesunken. Sie glühte nicht mehr so sehr, wie die Tage zuvor. „Sie hat das gröbste hinter sich, Vilkas. Ihr Kreislauf ist stabil und ihr herz schlägt schon wieder kräftiger und gleichmä0ig.“ Vilkas nickte. Ihm war heute Morgen auch aufgefallen, das Akkirah nicht mehr ganz so bleich aussah. „Den Zwillingen scheint auch die Milch zu bekommen, die sie zusätzlich zu sich nehmen. Sie wirken ruhig und zufrieden.“ Wieder nickte Vilkas nur. Nachdem Danica fort war und Lana ihm sein Frühstück gebracht hatte, beschloss Vilkas, das er wirklich mal raus musste. Lana blieb bei Akkirah und den Kindern während Vilkas gemeinsam mit Streuner, der die meiste Zeit auch bei ihm gewesen war hoch in die Methalle ging. Hier war nur Tilma anwesend. Die anderen Gefährten waren unterwegs und Farkas war wohl draußen. Vilkas ging auf den Trainingsplatz. Wie er vermutete hatte, war sein Bruder hier draußen. Er unterhielt sich mit Jon, der dabei war, das Gehege für die Ziegen, die hoffentlich morgen eintreffen. „Hallo Vilkas, herzlich Glückwunsch zu den Zwillingen. Ich hoffe Akkirah wird es bald wieder besser gehen.“
„Danke. Und ja das wünsche ich mehr als alles andere.“
Die Arbeiten am Gehege waren fast abgeschlossen. Schutz Jon musste nur noch die Tür einsetzen, dann könnten die zukünftigen Bewohner einziehen.
Vilkas wollte wieder hineingehen, er war lange genug von Akkirah fern, aber irgendwie hatte er das Gefühl er müsse zu Talos beten. So ging er hinunter zum Schrein. Es war glücklicherweise leer auf dem Platz wo der Schrein stand. Heimskr hatte heute wohl verschlafen. Vilkas kniete vor der großen Talosstatur nieder und bat Den verbotenen Gott darum, Akkirah bald wieder aufwachen zu lassen und er dankte ihm dafür, dass die Zwillinge so gesund waren. Danach fühlte sich Vilkas irgendwie besser und befreiter. Er pflückte etwas von dem Lavendel, der um den Schrein herum wuchs. Akkirah mochte den Duft dieser Pflanzen sehr. Wenn sie die Gelegenheit hatte, nutzte sie zum Waschen ihrer Haare auch einen Extrakt aus Lavendelblüten. Als er wieder unten angekommen war tat er etwas Wasser aus dem Krug, in eine Vase und stellte die Lavendelblüten dort hinein. Er hatte gar nicht bemerkt, wie viel Zeit doch vergangen war, seit er hoch gegangen war. Die Zwillinge hatte schon wieder Hunger. Er gab ihnen diesmal wieder etwas von der Ziegenmilch. Am Abend würde es neue geben. Mila und Frogar hatten gefragt ob sie nicht gemeinsam zu Loreius reiten durften. Da auf dem Weg dorthin viele Patrouillen unterwegs waren hatten weder Charlotta noch Skulvar und Lina etwas dagegen einzuwenden. Farkas hatte ihnen erlaubt, Fiinja zu nehmen, der es gut tun würde, mal wieder etwas Bewegung zu bekommen. Gegen die Kinder hatte Fiinja auch nichts einzuwenden. Ansonsten ließ sie ja nur Akkirah und Vilkas aufsteigen.
Vilkas legte die Zwillinge, nachdem sie gesättigt waren wieder neben Akkirah aufs Bett. Er strich seiner Frau sanft durchs Haar und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Die Temperatur fühlte sich fast normal an. Dann legte er sich selbst etwas hin. Zum ersten Mal seit Tagen schlief er fest ein. Er wurde Wach weil die Kinder wieder Hunger hatte und ihren Unmut darüber, da sie nicht sofort beachtet wurden, lautstark kundtaten. Vilkas schreckte hoch. Er sprang auf und nahm die Kinder vorsichtig in die Arme. Er ging zum Stuhl hinüber und wollte sie gerade Akkirah an die Brust setzen, als er merkte, wie sich Akkirah Kopf etwas bewegte. Er „Akki, mein geliebtes Herz.“ Er wusste nicht was er tun sollte. Warten ob sie erwachte? Er versuchte die beiden Kleinen zu beruhigen. Dann ließ er sie doch erst mal trinken. Akkirah wachte auch noch nicht auf. Ihr Gesicht hatte aber mehr Farbe bekommen. Er sah das als gutes Zeichen. Einige zeit später kam Lana herunter um den Kindern frische Windeln zu verpassen. Vilkas bekam es immer noch nicht hin, das zu machen, dafür schien er zwei linke Hände zu haben. So setzte er sich wieder zu Akkirah ans Bett und hielt ihre Hand fest in der seinen und strich mit den anderen sanft über ihre Wangen. Nach kurzer Zeit fingen ihre Augenlider an zu flackern und dann öffnetet sie sie.

CKomet

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Freitag, 11. Januar 2013, 14:03

078 Was ist mit Akkirah los?

Akkirah begann langsam Schmerzen zu spüren. Ihr Unterleib brannte wie Feuer. Wo war sie, was war passiert? Sie wollte mit ihrer linken Hand zu ihrem Bauch gehen, aber sie konnte sich nicht bewegen. Ihre Kinder, fuhr es ihr durch den Kopf, sie wollten zu früh kommen. Langsam kam ihr die Erinnerung zurück. Und das was sie zuletzt gesehen und gehört hatte, bevor sie von der Dunkelheit, die ihr vorübergehend die Schmerzen nahm, umgeben wurde, entsetzte sie noch immer.
Vilkas wünschte sich, die Kinder wären tot. Er hatte Ria gestoßen, die die Kinder auf dem Arm trug. Wie konnte er das nur tun? Es waren doch auch seine Kinder. Sie hatten sich doch gemeinsam so auf die beiden gefreut. Was war nun mit ihnen? Ging es ihnen gut? Akkirah versuchte die Augen zu öffnen, aber es wollte ihr nicht gelingen. Sie war noch zu schwach. Wie lange war es nun her dass man die Kinder aus ihr herausgeschnitten hatte? Sie erinnerte sich noch daran, wie Danica mit dem Messer zuschnitt, während Aela und Ria sie fest hielten. Dann versank sie das erste Mal in Bewusstlosigkeit. Nur um dann kurz aufzuwachen, als Vilkas den Kindern etwas antun wollte.
Tränen stiegen ihr in die Augen, aber sie konnte nicht weinen. Ihre Kinder, wie ging es ihnen? Waren sie gesund? Wer kümmerte sich um sie? Sie hörte ein leises Weinen. Farnir mochte es nicht sonderlich wenn er mit einem nassen Waschlappen gereinigt wurde. Lana versuchte ihn zu beruhigen und summte etwas vor sich hin.
Sie leben, zu Mindestens eines der beiden. Akkirahs herz begann schneller zu schlagen wieder versuchte sie die Augen zu öffnen. Nun spürte sie auch dass ihre andere Hand festgehalten wurde und ihr jemand übers Gesicht strich.
‚Verschwindet’, wollte Akkirah schreien, ‚Ich will nicht das ihr hier seid. Ich will euch nie wieder sehen ihr wolltet die Kinder tot sehen’. Sie wusste, dass es Vilkas war, der neben ihr saß. Sie versuchte ihm ihre Hand zu entziehen, aber es gelang ihr nicht. Dann schaffte sie es aber ihre Augen zu öffnen. Flüchtig sah, sie wie die Augen von Vilkas zu leuchten anfingen. Sie wandte ihren Blick von ihm ab. Sie wollte ihn nicht sehen. Wo waren ihre Kinder? Sie wollte sie sehen.
„Akki, mein Herz“, hörte sie Vilkas leise flüstern. „Ihr seid wieder bei uns. Ich bin ja so glücklich.“ Er wandte sich an Lana: „Lana, Akki ist erwacht.“ Am liebsten wäre er vor Freude durch das Zimmer gesprungen. Vorsichtig beugte er sich aber nur über sie und wollte ihr einen Kuss auf den Mund geben. Aber sie drehte den Kopf zur Seite. ‚Natürlich’, dachte Vilkas, ‚sie wollte erst mal ihre Kinder sehen.’ Lana kam mit den beiden frisch gewickelten Kindern zum Bett. „Sie sind wunderschön, Akki.“ sagte sie, als sie ihr die Kleinen zeigte. Akkirah lächelte. Sie versuchte wieder ihre Hand zu bewegen und diesmal gelang es ihr auch. Vorsichtig berührte sie nacheinander die Gesichter der Kinder. Danach reichte ihre Kraft erst mal nicht mehr und sie schlief ein. Als Danica am späten Nachmittag kam nickte sie sehr zufrieden. „Wenn Akkirah aufwacht darf sie langsam ein wenig Brühe zu sich nehmen. Achtet aber drauf das sie sich weiterhin die nächsten Tage so gut wie nicht bewegt und versucht sich aufzurichten. Noch ist die Wunde nicht soweit verheilt um solche Bewegungen abzukönnen ohne wieder aufzureißen.“ Vilkas versprach ihr, er würde gut aufpassen. Danica lächelte und ging dann zurück zum Tempel. Kurz nach Danicas Besuch erwachte Akkirah wieder. Farkas und Charlotta waren anwesend. Mila und Frogar waren kurz zuvor von Loreius zurückgekehrt mit frischer Ziegenmilch. Sie wurden aber nach einem kurzen Besuch wieder rausgescheucht. Vilkas saß an Akkirahs Seite und hielt wie schon zuvor ihre hand fest in der seinen. Die Kinder lagen neben Akkirah. Akkirah drehte ihren Kopf zu den beiden und sah sie einfach glücklich an. „Meine beiden Engelchen“, flüsterte sie ganz leise. Sie versuchte ihre Hand, die Vilkas festhielt, frei zu bekommen. Als sie es geschafft hatte wollte sie sich zu den beiden Kleinen umdrehen. Aber Vilkas hielt sie fest. „lasst mich“, fuhr sie Vilkas an, als er sie sanft zurück hielt. „Nein, mein Herz“, sagte er leise während er sie festhielt. „Ihr dürft euch noch nicht so sehr bewegen. Sonst reißt eure Wunde wieder auf.“ Widerwillig fügte sie sich dem. Es tat so schon genug weh. So sah sie einfach nur ihre beiden Kinder an. „Sie heißen, wie wir es abgesprochen hatten, Niranja und Farnir.“
Dann wandte er sich an Farkas. „Würdet ihr bitte nach oben gehen und etwas von der Brühe hole, die Tilma fertig gemacht hat.“ Farkas legte seinem Bruder kurz die Hand auf die Schulter, „Bin gleich zurück.“ Charlotta sah im lächelnd nach. „Ach Akki“ sagte sie dann, „Ich bin so froh, das ihr endlich erwacht seid.“ Akkirah wandte ihren Blick kurz zu ihrer Schwägerin und lächelte. Dann ging ihr Blick zurück zu den Kindern. En paar Minuten später kam Farkas mit einer Schale Brühe und reichte sie seinem Bruder. Vilkas wollte Akkirah etwas von der Brühe geben aber sie wollte nichts nehmen. “Ihr müsst anfangen etwas zu essen, damit ihr schnell gesund werdet. Bitte mein, Herz“, Vilkas war ein wenig irritiert, von Akkirahs verhalten. Er hatte das Gefühl, das sie nicht wollte, dass er sich um sie kümmerte. Aber wahrscheinlich war das nur Einbildung. Sie war halt noch schwach und erschöpft und Mutter geworden und hatte dann die ersten Lebenstage ihrer Kinder nicht miterleben können. Das würde sicherlich die nächsten Tage anders werden. Während Vilkas Akkirah die Suppe gab, hatte Charlotta angefangen die beiden Kinder zu füttern, die nun auch wach geworden waren und wieder Hunger hatten. Sie hatte mit Farnir angefangen und Farkas hielt solange Niranja, weil wenn nur eines der beiden liegengelassen wurde, dann wurde das Geschrei richtig groß.
Nachdem Akkirah ihre Brühe gegessen hatte, fühlte sie sich schon viel kräftiger. „Warum füttert ihr sie so?“, fragte sie leise. „Sollte ich ihnen nicht ihre Nahrung geben?“ „Eure Milch reicht nicht für die beiden, mein Herz, daher bekommen sie jede zweite Mahlzeit auf der Flasche.“ Sanft strich er ihr übers Haar. Sie schüttelte etwas den Kopf, als würde sie ein Insekt vertreiben wollen. Vilkas nahm seine Hand fort. Als die beiden kleinen auch zufrieden waren, legte Charlotta sie wieder neben Akkirah. „ Es wird Zeit das wir gehen. ich muß noch für Mila etwas zu Essen machen.“ Sie stand auf und nahm Farkas bei der Hand. „Morgen wird es euch schon viel besser gehen, da können wir uns dann hoffentlich etwas unterhalten.“ Sie nickte Vilkas und Akkirah zu dann gingen beide.
‚Bitte geht nicht’, wollte Akkirah ihnen hinter her rufen, aber sie brachte die Worte nicht hinaus. Sie wollte nicht alleine mit Vilkas sein, den Mann der ihre Kinder nicht haben wollte. Immer wieder sah sie das Bild im Geiste vor sich wie er sagte, das er wünschte die Kinder wären tot und dann wie er Ria zur Seite stieß. Wie sollte sie mit so einem Mann alleine bleiben wollen?
„Ihr solltet euch nun wieder etwas ausruhen und etwas schlafen, mein Herz. Ich werde es auch versuchen.“ Er wollte ihr einen Kuss geben, aber wieder drehte sie den Kopf weg. Vilkas war traurig über diese Reaktion und wusste nicht was er davon halten sollte. Einerseits war er über alles Glücklich, das Akkirah aufgewacht war, aber gleichzeitig traurig, weil sie ihn abwies. Warum tat sie das nur? Er konnte es nicht verstehen. Er tat doch alles für sie und die Kinder was in seiner macht stand.
Mit hängendem Kopf ging er zu seinem Lager und legte sich etwas hin. Aber er konnte nicht richtig einschlafen und wälzte sich unruhig hin und her. Irgendwann döste er aber doch ein wenig en. Wach wurde er als die beiden Kleiner wieder Hunger bekamen. Akkirah war auch wach geworden und sprach beruhigend auf die beiden ein. Es fiel ihr sichtlich schwer sich nicht zu ihnen drehen zu dürfen und sie in die Arme zu nehmen. Als Vilkas aufstand und die beiden nahm, sah er dass sie ihn besorgt anschaute. Dieser Blick machte ihn nervös. Das kannte er so nicht. Er fühlte sich total unsicher und als er die Kinder in den Arm nahm, spürten auch diese seine Unsicherheit und fingen erst recht an zu schreien. Es gelang ihm kaum sie ruhig zu bekommen. Selbst als er sie an Akkirahs Brust setzte, waren sie nicht recht bei der Sache und weinten mehr als das sie was Tranken. Farnir verschluckte sich dabei und fing noch mehr an zu weinen worauf seine Schwester gleich wieder mit einfiel. Durch das Gebrüll der Kleiner geweckt, kam, Lana verschlafen angerannt.
„Was ist los?“ fragte sie angstvoll, „so einen Lärm machen sie doch sonst nicht.“ „Ich weiß es nicht“, Vilkas schüttelte den Kopf. „Ich weiß es wirklich nicht.“ Lana gelang es, die beiden wieder zu beruhigen und neben Akkirah zu legen, die auch vollkommen aufgelöst war. Es bestätigte ihr jedenfalls, dass es besser war, Vilkas von den Kindern fern zu halten. Unruhig schlief sie wieder ein. Nachdem Lana wieder gegangen war legte sich Vilkas auch wieder hin. Er verstand es nicht. Bisher konnte er die Kinder fast immer ruhig bekommen, außer sie hatten ihre Windeln voll. Was war nur jetzt mit einmal los? Wollten sich jetzt plötzlich alle gegen ihn verschwören? Hatte er die Götter irgendwie erzürnt? Er war dankbar, das sie ihm Akki wieder zurück gebracht hatten, aber warum mussten sie sie so abweisend machen? Was hatte er falsch gemacht? Er konnte die restliche Nacht nicht mehr schlafen. Er stand am folgenden Morgen wie meist vor der Dämmerung auf, um die Ziegenmilch zu holen. Vorsichtig erwärmte er sie etwas und füllte sie in eine Flasche und stülpte die Darmkonstruktion darüber. Dann ging er wieder hinunter. Akkirah und die Zwillinge schliefen noch. Vilkas setzte sich wie gewohnt auf seinen Stuhl neben dem Bett und beobachtete die drei. Wie friedlich sie aussahen, wenn sie so ruhig schliefen. Er sehnte sich danach sich zu ihnen legen zu können. Er versuchte zu vergessen, das Akkirah sich abweisend ihm gegenüber verhielt. Nach einer weile merkte er das die Kinder wach wurden. Vorsichtig nahm er sie beide wie er es gewohnt war hoch und legte sie sich ihm auf den Schoß und wollte dann beginnen, erst Farnir zu füttern. Er merkte nicht wie Akkirah wach wurde, weil er so mit dem Jungen beschäftigt war, während Niranja wieder eingeschlafen war.
„Was macht ihr da?“, fuhr Akkirah Vilkas an. Vollkommen aus den Gedanken gerissen, schrak Vilkas zusammen was dazu führte, dass nun Niranja wach wurde und sofort erst mal zu Weinen anfing. Er kam nicht dazu etwas zu sagen, weil Akkirah schon laut nach Lana rief. Vilkas seufzte und schüttelte den Kopf, was sollte er nur machen? Er versuchte erst mal die kleinen wieder ruhig zu bekommen, was aber nicht gerade einfach war. Lana kam wenig später angelaufen und nahm Vilkas Farnir und ab und gab ihm noch mal das Fläschchen. Als Farnir fertig war wollte Vilkas Niranja nun füttern, aber sie spürte wieder seine Unruhe und wollte nicht so recht. Schließlich bat Vilkas Lana, das zu machen. Sie tauschten vorsichtig die Kinder. Als beide fertig waren legten sie sie wieder zu Akkirah aufs Bett. Diese strich vorsichtig über ihre Köpfe.
Vilkas wollte gerade fragen, ob er für Akkirah etwas Brühe holen sollte, aber sie kam ihm zuvor und bat Lana darum ihr etwas zu Essen und trinken zu bringen. Diese sah Vilkas verwirrt an. Normalerweise kümmerte sich doch Vilkas immer um sie. So war das immer gewesen. Vilkas senkte betrübt den Kopf und nickte Lana zu, um Akkirahs Wunsch nach zu kommen. Diese verschwand dann schnell. Vilkas setzte sich zu Akkirah ans Bett und ergriff wie er es gewohnt war ihre Hand. Sie entzog sich ihm aber sofort.
„Was ist los mit euch, mein Herz?“, fragte er sie schließlich. „Warum seid ihr so abweisend?“ Akkirah antwortete nicht. Vilkas wartete etwas und wollte gerade noch mal etwas fragen, als schon Lana mit der Brühe zurückkam. Sie wollte Vilkas die Schüssel reichen. Aber dieser stand auf und bat Lana, sie Akkirah zu geben. Er selbst setzte sich auf einen der Stühle neben der Tür und beobachtete wie Akkirah ihre Brühe zu sich nahm. Als sie fertig war wollte sich Vilkas wieder zu ihr setzten aber Akkirah bat ihn nur in einem recht schroffen Ton, sie alleine zulassen, denn sie wollte etwas schlafen und wollte nicht das jemand sie dabei die ganze Zeit beobachtete. Vilkas verließ darauf hin das Zimmer. Als er vor der Tür stand holte er erst mal tief luft. Er war wütend, warum behandelte Akki ihn so? Er hatte doch alles getan damit es ihr und den Kindern gut ging und er leibte sie doch mehr als alles andere auf der Welt, konnte sie das nicht mehr spüren? Vilkas war froh, das zurzeit keiner außer seinem Bruder, Tilma, Lana, Vignar und Brill in Jorrvaskr anwesend waren.
Oben in der Methalle war Tilma damit beschäftigt für die paar Leute das Frühstück vorzubereiten. „Vilkas, mein Junge, was ist mit euch, ihr seht fürchterlich aus? Warum seid ihr nicht bei Akki?“
„Sie wollte alleine sein und ich brauche etwas frische Luft.“ Ohne weitere Worte zu verlieren ging er hinaus auf den Übungsplatz. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, dass er das letzte Mal hier etwas trainiert hatte. Er nahm eines der Übungsschwerter aus dem Ständer und ging hinunter zu den Holzfiguren. Dann ließ er seine ganze Wut und Trauer an ihnen ab. Nach zwanzig Minuten war er vollkommen fertig und das Wasser lief ihm nur so den Körper runter. Dann setzte er sich zwischen den Übungspuppen und legte seinen Kopf auf die Knie und begann zu weinen. Er bemerkte nicht wie Farkas den Platz betrat und sich neben ihn setzte und seinen Arm um ihn legte.
„Was ist los, Bruder?“ fragte er besorgt. „Solltet ihr nicht glücklich unten bei Akki sitzen und euch gemeinsam darüber freuen, dass ihr vier nun zusammen sein könnt?“
„Nichts wünschte ich mir mehr als das“, schluchzte Vilkas. „Aber Akkirah will mich nicht bei sich haben. Ich verstehe nicht warum. Aber sie ist so etwas von abweisend und die Kinder scheinen es zu spüren und fangen in meinen Armen an zu weinen.“
„Gebt ihr etwas Zeit. Es war alles recht viel die letzten Wochen und Monate. Dazu die nicht so wie gewünscht verlaufene Geburt. Da kann es sicherlich passieren, dass jemand mal ein wenig genervt erscheint. Denkt doch dran wie ihr drauf wart, nachdem ihr monatelang nicht laufen durftet. Da habt ihr am Schluss auch jeden nur noch ungehalten gehandelt. Also bleibt ruhig und kümmert euch wie immer, um sie und die Kinder und in ein paar Tagen sieht die Welt bestimmt wieder ganz anders aus.“
Langsam beruhigte Vilkas sich wieder. „Ihr habt Recht. Wir werden es schon wieder hinbekommen. Bisher haben wir alles gemeinsam geschafft.“
„So mag ich euch. Und nun kommt. Ich denke ein Bad im kühlen Fluß könnte euch nicht schaden, bevor wir uns wieder hineinbegeben. Und es schadet auch sicherlich nicht und so hat Akki auch ein wenig zeit für sich alleine mit den Kindern.“
Vilkas nickte und folgte seinem Bruder die Stadt hinunter zum Fluß. Als sie gut eine Stunde später zurückkamen fragte Vilkas ob Akkirah schon wieder was gegessen hätte. Lana schüttelte den Kopf, sie wollte ihr gleich eine frische brühe hinunterbringen. Vilkas wartet bis diese fertig war und nahm ihr dann die Schale ab und ging selbst damit hinunter. Akkirah hatte die schlafenden Kinder im linken Arm als er das Zimmer betrat. Als er eintrat verfinsterte sich ihr Blick. Er versuchte es zu ignorieren aber in seinem innersten traf ihn das sehr.
„Hier, mein Herz“, sagte er sanft zu ihr, „eure Brühe.“
„Ich will sie nicht.“
„Bitte, ihr braucht sie, damit ihr schnell wieder Gesund werdet.“
Widerwillige ließ sich Akkirah von Vilkas füttern. Sie sah ihn dabei aber nicht an. Als sie aufgegessen hatten machten sich die kleinen wieder bemerkbar. Auch sie hatten wieder mal Hunger.
„Von wem sie das wohl haben“, fragte Vilkas, erhielt aber keine Antwort. Er wollte Niranja hochheben, und sie Akkirah an die Brust setzen, aber Akkirah hielt ihn zurück. „Holt Lana, ich will nicht, dass sie schon wieder anfangen zu weinen, weil ihr sie falsch anfasst.“
Vilkas wollte etwas erwidern, aber er beschloss ihr ihren Willen zu lassen. „In Ordnung, mein herz, ich gehen nach oben und bitte Lana sich darum zu kümmern. Danach kann sie dann auch gleich die Windeln wechseln.“
Bevor er ging strich er erst Akkirah, die aber sofort wieder den Kopf zu Seite wandte über die Wange und dann den Kindern. Oben angekommen, bat er Lana Sich um die Kinder zu Kümmern. „Akki bittet darum.“
Lana war gerade hinuntergegangen, da betrat Danica die Methalle. Sie war heute etwas später dran, da es im Tempel viel zu tun gab.
„Ist alles in Ordnung, mit euch Vilkas? Erstens seht ihr extrem blass und übermüdet aus und zweitens seid ihr nicht bei Eurer Frau.“
„Lana ist bei ihr unten und kümmert sich darum das die kleinen etwas zu trinken bekommen und gewickelt werden. Daher habe ich mich nach oben begeben.“
„Da ist doch noch was anderes. Ihr würdet die drei doch nie freiwillig alleine lassen.“
„Akkirah möchte etwas Ruhe haben.“
„Ruhe, ihr habt sie doch nie gestört.“
„Nun, zurzeit tue ich es wohl.“ Vilkas schaute traurig drein.
„Das gibt sich wieder. Manchmal kommt es vor, gerade nach so schweren Geburten, das eine Frau vorübergehend einfach seelisch etwas aus der Bahn geworfen wird. Normalerweise legt sich das nach ein paar Tagen wieder. Und nun sollte ich mal nach meiner Patientin schauen.“
Vilkas nickte und ließ sich von Tilma etwas zu essen geben.
Danche ging er noch mal wieder nach draußen um noch mal zu schauen, ob das Ziegengehege soweit fertig war, damit die neuen Bewohner, die heute Abend eintreffen sollten, einziehen konnten. Neben dem Gehege hatte Jon noch einen kleinen Überstand gebaut, unter dem einerseits die Tiere Schutz finden konnten und man auf der anderen Seite etwas Stroh und Heu lagern konnte. Dieses sollte heute Nachmittag von Pelagia geliefert werden. Als er sah das Danica die halle wieder verließ lief er kurz zu ihr hinüber.
„Wie geht es ihr?“
„Es ist alles bestens. Sie ist wirklich sehr zäh, das muß man eurer Frau lassen. In ein paar Tagen wird sie sich etwas hinsetzen dürfen. Sie macht wirklich sehr gute Fortschritte.“
Vilkas nickte. Erbeschloss leise hinunter zu gehen und nach ihr und den Kindern zu sehen. Akkirah war wieder eingeschlafen und hielt die Kinder an ihrer Seite vorsichtig im Arm. Sie lächelte im Schlaf. Vilkas stand in der Tür und beobachtete sie lange Zeit. Er hatte Angst das Zimmer zu betreten und damit Akkirah aufzuwecken.
Am späten Nachmittag kam Farkas von der Jagt zurück. Er fand Vilkas oben in der Halle vor.
„Alles in Ordnung mit euch Bruder?“ Vilkas nickte nur. Lana kümmert sich im Moment um Akki und die Kinder. Ich habe vorhin schon mal das Gehege soweit fertig gemacht, dass die Ziegen dort nachher gut untergebracht werden können. So ging der Nachmittag schnell vorbei.“
Farkas legte seinem Bruder die Hand auf die Schulter. „Kommt, helft mir, den Hirsch auszunehmen.“
Der Rest des Nachmittags ging schnell vorbei. Als es dunkel wurde kamen Ria und Torvar zurück, die Farkas zur Beschaffung der Ziegen nach Rorikstatt geschickt hatte. Sie hatte zwei graubraune Ziegen dabei. Gemeinsam mit den Zwillingen brachten sie die Tiere in ihr neues Heim. Nachdem die tiere sich etwas umgeschaut hatten und anfingen, sich über das Heu herzumachen fiel Vilkas plötzlich was ein.
„Wie melkt man die Tiere eigentlich? Ich habe so etwas noch nie gemacht.“
Farkas und Torvar sahen sich ratlos an. „Ich auch nicht“, kam es wie aus einem Munde.
Ria schüttelte den Kopf. „Dachte ich mir schon.“, grinste sie. „Aber ich weiß wie es geht. Schatz geht bitte hinein um einen sauberen Eimer zu holen, dann zeige ich es euch.“
Torvar tat was seine Frau verlangte und kam kurze zeit später mit einem kleinen Eimer wieder heraus. Nun zeigte Ria Vilkas, wie man die Milch der Ziegen in den Eimer bekam. Nachdem er sich anfangs etwas ungeschickt anstellte, klappte es nach einiger Zeit dann doch recht gut.
Damit war dann die zusätzliche Milchbeschaffung für die kleinen Zwillinge nun auch gesichert.
Nach dem Abendessen, welches heute recht spät auf den Tisch kam, ging Vilkas wieder hinunter. Er hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil er so lange fort war. Er hatte die Brühe für Akkirah dabei. Die Kinder schliefen ruhig und friedlich. Akkirah lag wach neben ihnen, als Vilkas das Zimmer betrat. „Ich habe eure Brühe, mein Herz.“ Er gab ihr, ob sie wollte oder nicht eine Kuss auf die Stirn, bevor er anfing sie ihr zu verabreichen. Akkirah zeigte keinerlei freundlich Reaktion. Sie aß Schweigend ihre Suppe und wandte sich danach gleich wieder den Kindern in ihren Arm zu. Vilkas versuchte gar nicht erst mit ihr zu reden. Als sie fertig war setze er sich schweigend zu ihr ans Bett und betrachtete die drei. Als die kleinen wieder Hunger bekamen, ging er nach oben um Lana zu bitten, sich um die Kinder zu kümmern. Er blieb im Türrahmen stehen und sah ihnen zu. Danach legte er sich wieder auf das auf Dauer doch recht unbequeme Felllager. Aber so war er in der Nähe seiner Liebsten.
Die nächsten Tage waren für Vilkas eine Qual. Akkirah blieb weiterhin abweisend zu ihm. Allen anderen gegenüber zeigte sie sich freundlich, wie sie es immer war. Wenn einer der anderen versuchte sie darauf anzusprechen, warum sie sich Vilkas so gegenüber verhielt schwieg sie nur. Die anderen würden es sicherlich nicht verstehen, also warum sollte sie es versuchen ihnen zu erklären, dachte sie. Sie war froh, als Vilkas beschlossen hatte, sein Felllager gegen das ehemalige Bett seines Bruders zu tauschen. Je weniger sie ihn sah desto besser fühlte sie sich. Am liebsten hätte sie ihm ganz weggeschickt. Sie hatte immer noch nicht verwunden, was er nach der Geburt der Kinder gesagt hatte. Das würde sie ihm nie verzeihen.
Nach zwei Wochen erlaubte Danica Akkirah sich langsam wieder auf zu setzen. Sie sollte aber plötzliche Bewegungen vermeiden und auch selbst noch nicht die Kinder hochheben, wenn sie nicht wollte, dass ihre Wunde wieder aufriss. Vilkas besuchte sie, wenn sie wach war immer nur kurz, denn er konnte ihre abweisende Art kaum ertragen. Immer wieder hatte er versucht mit ihr zu reden, aber sie hörte ihm gar nicht erst zu. Wenn er einfach nur vorschlug ihr und den Kindern etwas vorzulesen, lehnte sie es ab. Wenn er die Kinder in die arme nahm, hatte er immer das Gefühl, sie würde sie ihm am liebsten auf der Stelle entreißen.
Den anderen Gefährten tat Vilkas leid. Sie sahen, wie er sich um Akkirah und die Kinder bemühte, aber Akkirah wollte es nicht sehen.
Das Leben in Jorrvaskr musste aber irgendwie weiter gehen. Vilkas hatte angefangen, die Arbeitsaufteilung zu übernehmen und sich um die Buchhaltung zu kümmern. Zwischenzeitlich waren Jahn und Rick nun auch mehr als drei Monate bei ihnen. Sie hatten siech sehr gut gemacht, aber keiner war bisher auf die Idee gekommen, dass sie noch gar nicht offiziell zu Gefährten erklärt worden waren. Er ging hinunter zu Akkirah, die ja Herold der Gefährten war und zu deren Aufgabe es gehörte, die Aufnahme in die Wege zu leiten. Als er sie darauf ansprach, nickte sie gefühllos und sagte knapp, er solle alles in die Wege leiten um die beiden endgültig aufzunehmen. Vilkas verließ das Zimmer schnell wieder, aber gab den beiden kleinen Zwillingen noch einen Kuss auf die Stirn, ob es Akkirah passte oder nicht. Als drei Tage später alle Gefährten mal wieder in Jorrvaskr versammelt waren, wurden die beiden feierlich aufgenommen. Er hatte zuvor alle gefragt wie sie zu der Aufnahme standen und alle waren einverstanden gewesen. Rick und Jahn freuten sich darüber sehr.
Sechs Wochen, nachdem Niranja und Farnir das Licht der Welt erblickt hatten, durfte Akkirah langsam wieder aufstehen. Vilkas hoffte, das nun, wo sie sich wieder selbständig bewegen konnte, auch ihr Verhalten, ihm gegenüber besser wurde. Aber es war nicht so. Sie ging ihm aus dem Weg, ignorierte ihn wo sie konnte und wenn sie gezwungen war mit ihm zu sprechen, war sie nur abweisend und kurz angebunden. Die anderen konnten weiterhin nur den Kopf schütteln. Charlotta hatte mehrfach versucht mit Akkirah zu reden. Schließlich war sie ihre beste Freundin, aber Auch sie konnte Akkirah nicht dazu bewegen ihr verhalten zu ändern. Akkirah zog sich eher von ihr zurück. Denn schließlich war sie Farkas Frau, der wiederum der Bruder von Vilkas war und somit war es schon klar, dass sie sich gegen sie wenden würde. Selbst der guten alten Tilma gelang es nicht Akkirah ins Gewissen zu reden.
Eine weitere Woche später saß Vilkas abends bei Charlotta und Farkas zum Essen.
„Ich werde Jorrvaskr verlassen“, begann Vilkas nach dem Essen. „Ich kann so nicht weitermachen. Wir haben diverse Aufträge in der Gegend von Markath. Um die werde ich mich kümmern. Wohnen werde ich in Vindren Hall. Ich denke das ist für alle das Beste. Ich möchte nicht, dass es möglicherweise unter den Gefährten noch zu einem Bruch kommt, weil Akki und ich Probleme miteinander haben. Vielleicht brauchen wir mal eine richtige Auszeit. Die Entscheidung fällt mir nicht leicht, aber ich sehe im Moment keine andere Möglichkeit. Ich bitte euch, gut auf Akki und die kleinen Zwillinge aufzupassen, solange ich fort bin. Morgenfrüh breche ich auf. Ich werde mich da aber noch mal von euch verabschieden. Daher werde ich jetzt auch schon gehen, denn ich muß noch ein paar Sachen zusammen packen. Aela habe ich auch schon bescheid gegeben. Sie war auch nicht unbedingt begeistert, aber hofft auch, das es und helfen wird.“
Vilkas stand mit hängendem Kopf auf. Weder Farkas noch Charlotta wussten, was sie dazu sagen sollten. Sie nahmen Vilkas nur schweigend in die Arme.
Nachdem Vilkas in Jorrvaskr ankam ging er erst mal in Farkas altes Zimmer, das er nun bewohnte und legte die Dinge zurecht die er mitnehmen wollte. Er würde den Schecken, den Skulvar noch nicht verkauft hatte nehmen und mit ihm nach Markath reiten. Es konnte nie verkehrt sein, dort ein Reittier zur Verfügung zu haben, wenn er sich um die Aufträge, die anstanden kümmerte. Als er alles soweit beisammen auf eine Haufen liegen hatte ging er ins Zimmer von Akkirah hinüber. Er wollte ihr sagen, dass er fortgehen würde und sich von ihr und den Zwillingen verabschieden. Er hegte einen kleinen Funken Hoffnung, das Akkirah zur Vernunft bringen würde.
Akkirah lag auf dem Bett und las. Die Zwillinge lagen in ihrem eigenen Bettchen und schliefen. Vilkas sagte Akkirah was er vorhatte und als er geendet hatte, sagte sie nur in ihrem abweisenden Ton „Schön“.
Er spürte dass es ihr anscheinend egal war. Langsam drehte er sich um und ging zum Bett der Kinder hinüber. Er wollte sie ein letztes Mal in den Armen halten bevor er sie verließ. Als er sich über das bett beugte um Farnir hochzunehmen stand Akkirah plötzlich neben ihm. „Wagt es nicht, die Kinder jetzt zu wecken fauchte sie ihn an.“ „Ich werde mich von ihnen verabschieden wie es sich für einen Vater gehört, ob es euch passt oder nicht.“ „Ihr rührt sie jetzt nicht an. Geht!“ Das war zuviel für Vilkas. Der ganze Frust, der sich die letzten Wochen angesammelt hatte, brach nun durch. Vilkas holte aus und verpasste Akkirah mit aller macht eine Ohrfeige, so das sie rückwärts taumelte und zu Boden ging. Vilkas erschrak über sich selbst. Das hatte er nicht gewollte. Er Sprang zu Akkirah um zu schauen ob sie sich verletzte hatte, aber diese rappelte sich schon von alleine wieder hoch. Ihre bernsteinfarbenen Augen blitzen gefährlich. Er machte noch einen Schritt auf sie zu, um sich zu entschuldigen, aber bevor er noch den Mund aufmachen konnte landetet er von einer Druckwelle erfasst mit voller Wucht am Türrahmen „Geht, Vilkas, und tretet mir nie wieder unter die Augen.“
Was hatte er nur getan? Jetzt war alles verloren und es gab kein zurück mehr. Mit hängenden Kopf und schmerzenden Rücken ging er zurück in Farkas altes Zimmer, packte die Sachen die er rausgelegt hatte in einen Beutel und verlies Jorrvaskr.

CKomet

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Samstag, 19. Januar 2013, 12:59

079 Markath - Die Verschwörung der Abgeschworenen

Bevor Vilkas die Tür der Methalle leise hinter sich schloss, streichelte er ein letztes Mal Streuner über den Kopf, der ihm nach oben gefolgt war und ihn begleiten wollte. „Ihr müsst hier bleiben, mein Guter. Passt gut auf meine drei Liebsten auf.“
Danach lief er so schnell er konnte hinab zu den Ställen. Er versuchte die Tränen zurück zu halten, die ihm in die Augen stiegen, aber richtig gelang es ihm nicht. Er war froh, dass es dunkel und etwas neblig war, so dass von den Wachen, die ihn grüßten, ihn niemand genau sehen konnte. Bei den Ställen war es auch schon dunkel. Skulvar hatte nicht damit gerechnet das um diese zeit noch jemand kommen würde. Vilkas machte kein leicht an. Er fand sein Sattelzeug auch im Dunkeln und machte den Schecken fertig, der nicht sonderlich begeistert wirkte, jetzt noch los zu müssen. Als Vilkas fertig war, führte er das Pferd hinaus und schwang sich in den Sattel und stürmte wie von Drachen gehetzt davon.
Nach einer halben Stunde verringerte er das Tempo, wobei der Schecke selbst schon zuvor langsamer geworden war. Immer wieder sah er vor seinen Augen die Szene, wie er Akkirah eine Ohrfeige verpasste und diese zu Boden ging. Den Ausdruck hinterher in ihren Augen würde er nie vergessen. So viel Wut hatte er dort noch nie drinnen gesehen. Er konnte wohl von Glück reden, das sie nicht die volle Macht ihres Schreis verwendet hatte und er so mit ein paar heftigen Prellungen davon gekommen war. Hätte sie es doch nur getan, wünschte er sich plötzlich, dann wäre es zu Ende. Wozu sollte er denn jetzt noch weiterleben? Hoffnung auf Rückkehr gab es nicht mehr. Nicht nachdem er Akkirah niedergeschlagen hatte. Damit hatte er alles zerstört. Wie konnte er sich nur so gehen lassen. Selbst diejenigen, die zuvor noch zu ihm gehalten hatten, würden ihm nun den Rücken kehren. Er würde nun seine Kinder nicht mehr aufwachsen sehen können.
Mit hängenden Kopf ritt er weiter. Als die Dämmerung hereinbrach. machte er eine kurze Pause, damit sich sein Pferd etwas erholen konnte. Anschließend jagte er so schnell es ging weiter. Am Abend erreichte er Rorikstatt, wo er im Gasthof übernachtete. Der Wirt wunderte sich zwar, das Vilkas alleine kam und nicht sonderlich gesprächig wirkte. Aber er fragte auch nicht weiter nach, was denn los sei. Die Nacht hatte er kaum geschlafen. immer wieder sah er im Geiste vor sich wie Akkirah nach seinem Schlag zu Boden ging und ihn hinterher mit gefährlich funkelnden Augen ansah. Hoffentlich hatte sie sich bei dem Fall nicht verletzt wünschte er sich die ganze Zeit. Da er nicht Schlafen konnte beschloss er einen Brief an Farkas zu schreiben. Schließlich war er ja ohne Abschied von den anderen davongelaufen.
In dem Brief schilderte er mit kurzen Worten was geschehen sei und wie sehr ihm das Leid tat. Er bat Farkas ein Auge auf Akkirah und die Kinder zu haben und sie so gut es ging zu beschützen.
Am folgenden Morgen brach Vilkas zeitig auf um weiter nach Markath zu kommen. Sein Rücken bereitete ihm große Schmerzen, aber er verdrängte sie. Zweit Tage später erreichte er am späten Nachmittag die Stadt. Unterwegs war er mehrfach von Abgeschworenen Angegriffen worden, aber dank des Schecken entkam er ihnen immer. Den Schecken brachte er im Stall vor der Stadt unter. Dann ging der die Treppen hinauf nach Markath und betrat diese doch das große Tor. Er wollte am gerade am Marktplatz entlang gehen, um die Treppen zu erreichen, die ihn auf die oberen Ebenen brachten, als er sah wie ein Mann plötzlich ein Messer zog und es einer Frag, die sich an einem der Stände mit einer Händlerin unterhielt in den Rücken stach. Er lief sofort rüber um den Mann zu stellen, genau wie zwei Stadtwachen und wenige Sekunden später lag der Mann tot neben der Frau auf dem Boden.
Vilkas durchsuchte beide wurde dann aber bevor er den Wachen etwas sagen konnte von diesen fortgescheucht. sie würden sich um die Angelegenheit kümmern und er solle sich da doch raushalten. Vilkas zuckte nur mit den Schultern.
Irgendwie kam ihm die Situation bekannt vor. Er selbst hatte sie zwar nicht erlebt, aber er erinnerte sich daran, was Akkirah ihm erzählt hatte, als sie nach ihrer Hochzeit hier in Markath wieder zu sich kam. Da war fast genau das selbe passiert. Sie hatten damals die Fundsachen mit einem Kurier zum Voigt des Jarls geschickt, da sie selbst nicht dazu kam sich um die Angelegenheit zu kümmern, hatten aber nie etwas gehört. Als er an Akkirah dachte stiegen ihm wieder die Tränen in die Augen. Wie Glücklich waren sie damals, als sie wieder zusammen waren. Aber er hatte durch sein Verhalten nun alles kaputt gemacht. Er wollte gerade weiter Richtung seiner Unterkunft gehen als er aus den Gedanken gerissen wurde. Ein Mann stand plötzlich neben ihm und sprach ihn an.
"Schrecklich was hier passiert ist. Und es war nicht das erste Mal. Habt ihr gesehen was passiert ist?"
Vilkas nickte nur ohne etwas zu sagen.
"Die Wachen kümmern sich einen Dreck um die Angelegenheit. Die Abgeschworenen können selbst hier in der Stadt machen was sie wollen", fuhr der Mann fort und bückte sich mit einmal kurz. "Oh, ich glaube ihr habt das hier gerade fallen lassen."
Vilkas sah den Mann verwirrt an der ihm nun einen Zettel in die Hand drückte und schüttelte den Kopf. "nein, das der gehört mir nicht."
"Doch, ich habe gesehen wie er euch aus der Tasche fiel." nach diesen Worten drehte sich der Fremde um und ging davon und lies Vilkas stehen. Vilkas steckte den Zettel zu den anderen Sachen, die er bei den Toten gefunden hatte in die Tasche und ging nun hoch nach Vindren Hall. Durch den Ritt nach Markath war sein Rücken und die Prellungen nicht besser geworden. Er fühlte sich recht erschlagen als er oben ankam. Im Haus war alles sauber und ordentlich aufgeräumt. Sie hatten die Tochter des Wirts vom Gasthof dafür gewinnen können sich in ihrer Abwesenheit darum zu kümmern. Langsam ging Vilkas durch alle Räume. Glücklicherweise gab es hier nicht viel was ihn an Akkirah erinnerte. Dafür waren sie damals zu kurz hier gewesen. Und später gab es irgendwie nie die Gelegenheit wieder hier her zu kommen. Trotzdem beschloss er im Gästezimmer zu schlafen. Das große Bett im eigentlichen Schlafzimmer wäre eines der wenigen Dinge hier, die ihm seinen Verlust doch recht deutlich machen würde.
Nachdem Vilkas seine Wenigen Sachen, die er mitgebracht hatte verstaut hatte, beschloss er hinunter zum Gasthof zu gehen. Er hatte den Ganzen tag noch nichts gegessen. Außerdem konnte er dann dort auch gleich Bescheid geben, das er die nächste Zeit wieder in Vindren Hall leben würde und es damit unnötig war dort nach dem Rechten zu schauen. Im Gasthof Silberblut war es voll, als er dort ankam. Er fragte einem nach einen Abenteurer aussehenden Mann ob an seinem Tisch noch ein Platz frei wäre und dieser nickte. Er stellte sich als Vorstag vor und war, wie Vilkas schon vermutet hatte wirklich ein Abenteurer, der sich auch für Gold als Begleiter anheuern ließ. Vorstag merkte, das Vilkas etwas bedrückte und so begann er einfach von seinen Abenteuern zu erzählen. Und so vergas Vilkas für einige Zeit seinen Kummer, indem er dem Mann zuhörte und selbst wenig über sich erzählte. Nachdem Vilkas gegessen und noch den einen oder anderen Met gemeinsam mit Vorstag zu sich genommen hatten ging er wieder nach oben.
Als er das Haus wieder betrat fielen ihm die Gegenstände ins Auge, die er auf den Tisch gelegt hatte, nachdem er es das erste Mal betrat. Er sah sie sich genauer an. Er fand einen Schlüssel, der zu einem Zimmer im Gasthof gehörte. Den hätte er ja eigentlich gleich mit hinunter nehmen. Das würde er dann morgen nachholen. Dann war er einen Blick auf den Zettel, dem ihn der Fremde beim Marktplatz zugeschoben hatte.
"Bitte trefft mich am Schrein von Talos wenn die Sonne am höchsten steht.
Eltry"
Das wirkte recht geheimnisvoll, aber da Vilkas ja eh noch nichts besseres zu tun hatte, würde er den Schrein morgen aufsuchen und sich anhören, was dieser Eltrys vom ihm wollte. Er beschloss, bis das geklärt war den Schlüssel, den er der Toten abgenommen hatte zu behalten. Dann legte er sich schlafen. Aber statt zu schlafen, starrte er die meiste Zeit die Decke an. 'Ach, mein Herz', dachte er 'Was ist nur schief gelaufen bei uns? Wir waren doch so glücklich miteinander und nichts konnte uns trennen. und wir haben uns doch beide auf unseren Nachwuchs gefreut. Warum wart ihr nur unnahbar, nachdem ihr das Bewusstsein erlangt habt? Warum habt ihr nicht mit mir gesprochen? Warum habe ich euch zu Boden geschlagen, als ich mich doch nur verabschieden wollte? Ich hasse mich dafür. Aber ich liebe euch noch immer über alles und das wird sich auch nie ändern. ' Immer wieder gingen ihm diese Dinge durch den Kopf und drehten sich im Kreis. Sie hatte in ihrem Leben schon viel mitgemacht. Erst die Heirat mit einem brutalen Mann, der sie misshandelte, dann die Geschichte Helgen mit der Hinrichtung und dem Drachen. War die Verantwortung, dass man sie zur Anführerin der Gefährten machte zu viel für sie? Dazu der Verlust ihres ersten Kindes durch dem Mordversuch von Mercer. Die langen Monate, wo sie selbst ihn pflegen musste, nachdem sie im letzten Moment aus dem Schattenstollenrefugium gerettet wurden? Dazu kam ja auch noch das sie ein Drachenblut war, was sicherlich auch nicht gerade leicht zu verkraften ist. Und dann die wirklich schwere Geburt ihrer Kinder. Hätte er mehr Geduld haben müssen? Aber er fand keine Antwort auf die Fragen. War möglicherweise alles für Akkirah zu viel? Irgendwann schlief er doch unruhig ein.
Am Morgen erwachte er wie gerädert. Lustlos stand er auf und machte sich fertig um das Haus zu verlassen. Er hatte beschlossen im Gasthof das Frühstück einzunehmen. Im Gasthof war es recht leer. Die meisten Gäste waren schon früh da gewesen. Vilkas ließ sich eine Kleinigkeit bringen, denn wirklich Hunger hatte er nicht und ging danach wieder nach oben ins Haus. Er schrieb einen Brief an Farkas um ihm zu sagen, das er gut angekommen wäre und schilderte kurz was passiert war und das er sich am Mittag mit diesem Eltry treffen wollte. Auch bat er Farkas Akkirah zu sagen, das er sie und die Kinder liebte und es ihm schrecklich Leid tat, was er getan hatte. Als er den Brief fertig geschrieben hatte, war es nun auch zeit sich zum Schrein von Talos zu begeben. Er nahm seine Waffen und ging aber erst noch mal hinunter zum Gasthof, um dort dem Wirt den Brief zu bringen, damit er ihn den nächsten Boten oder Kutscher mit nach Weißlauf geben konnte. Dann suchte er den Schrein von Talos auf. Er befand sich auf der mittleren Ebene der Stadt und es führten ein paar Stufen hinab zur Statur. An einer der Sälen, die die Statur umgaben stand Eltrys und wartete schon ungeduldig.
„ Es ist schrecklich was da wieder passiert ist. Und es ist nicht das erste Mal passiert. Es tut mir leid wenn ich euch in Markarths Probleme mit hineinziehe, aber nach diesem erneuten Angriff auf dem Markt wird mir die Zeit knapp.“ Eltry machte eine kurze Pause, bevor er weitersprach. „Ihr kommt von außerhalb, Ihr seht gefährlich aus, das wird genügen.“
„Genügen?“ Vilkas wusste nicht was er von der Sache halten sollte. „Wovon redet ihr da?“
„ihr wollt Antworten? Die will ich auch, Die will jeder hier in der Stadt haben.
Ein Mann läuft auf dem Markt Amok, was nicht ja nicht das erste Mal war. Jeder weiß, dass er ein Agent der Abgeschworenen ist. Die Wachen tunt nichts. Nichts, außer die Schweinerei hinterher zu beseitigen. Das geht schon seit Jahren so. Und ich habe nur Mord und Blut finden können. Ich brauche Hilfe.“ Eltry klang verzweifelt. „Bitte. Findet heraus, warum diese Frau angegriffen wurde, wer hinter Weylin und den Abgeschworenen steckt, und ich bezahle euch für alle Informationen, die ihr mir bringt.“
„Wer sind die Abgeschworenen?“ wollte Vilkas wissen.
„Sie sind das, was von den alten Herrschern von Markath noch übrig geblieben ist“, begann Eltry zu erzählen. „Einwohner von Reach. Anhänger der alten Traditionen. Die Nord haben sie aus der Stadt vertrieben. Ulfric Sturmmantel und seine Leute. Das war vor über zwanzig Jahren. Aber sie haben nicht alle erwischt, denn sie sind noch immer da. Und sie töten Leute.“
„Habt ihr diese Mordfälle untersucht?“ fragte Vilkas. Er war neugierig geworden, denn die Abgeschworenen hatten ihn ja auch mehrfach versucht zu überfallen. Bisher hatte er sie einfach für eine Bande von Banditen gehalten.
„Ja“, fing Eltrys an zu erzählen. „Es begann als ich noch ein kleiner Junge war. Meinem Vater gehörte ein der Minen, was selten für einen nicht Nord ist. Er wurde hinterrücks getötet. Die Wächter sagten, es sei ein verrückter gewesen, aber alle wussten, dass der Mörder einer der Abgeschworenen war. Meine Mutter musste nach dem Tod meines Vaters die Mine aufgeben und so zogen wir hier nach Markath. Seither versuche ich herauszufinden, warum das geschah. Bislang aber erfolglos. Vor ein paar Monaten habe ich dann geheiratet. Meine Frau und ich leben in einem kleinen Haus in der Stadt. Nun ist unser erstes Kind unterwegs.“
Bei diesen Worten musste Vilkas schlucken. Er konnte sich gut vorstellen, wie sich der Mann fühlte, schließlich war es ja noch nicht lange her, dass er selbst Vater geworden war.
„Ich habe geschworen“, sprach Eltry weiter, dass ich um meines Kindes Willen einfach aufgeben würde, aber es ist, als würde mich der Geist meines Vaters heimsuchen. Als fragte er mich ’Warum?’“
Einen Moment lang herrschte schweigen zwischen den beiden Männern. Dann fragte Vilkas weiter: „Was wisst ihr über die ermordete Frau?“
„Sie hieß Margret. Sie kam nicht aus Markath. Alles an ihr schrie förmlich ‚Fremde’. Sie hat wie Besucher es gewöhnlich tun im Gasthof Silberblut übernachtet.“
Vilkas dachte nach, auch er war ein Fremder, auch wenn ihm ein Haus in der Stadt gehörte. War er nicht genau wie diese Frau? Nur das er sich zu wehren wusste? Der Schlüssel, den er bei der Toten gefunden hatte war sicherlich ihr Zimmerschlüssel gewesen.
„Und wer war dieser Weylin?“ fragte Vilkas weiter, „Wo lebte er? Was hat er sonst gemacht?“
„Er gehörte zu den Hüttenarbeitern. Ich habe auch einmal dort gearbeitet und Silberbarren gegossen. Ich wusste nie viel über den Mann. Nur, das er wie alle anderen in der Wohnkaserne lebte. Dort kann man für wenig Geld ein heruntergekommenes Zimmer mieten.“
Vilkas erinnerte sich, das Brynjolf so einen Ort bei seiner Erzählung seiner Kindheit erwähnt hatte. Er würde sich dort mal umschauen, genauso wie er Margrets Zimmer durchsuchen wollte um zu sehen, ob er das was finden könnte. Er versprach Eltry sich um die Angelegenheit zu kümmern und zuerst zum Gasthof zu gehen. zwischenzeitlich war bei es auch schon Nachmittag geworden. Er hatte bei dem Gespräch mit Eltry nicht gemerkt wie die Zeit vergangen war. Im Gasthof Silberblut fing es an voll zu werden. So viel es nicht auf, das er sich in Richtung Gästezimmer begab. Vilkas wusste nicht wieso, aber sein Gefühl sagte ihm, das es das Zimmer am Ende vom Gang sein müsste. Der Schlüssel passte. Vorsichtig sah er sich noch mal um, bevor er das Zimmer betrat. Niemand schien ihn zu bemerken. Dann fing er an alles zu durchsuchen. Im Nachttisch wurde er fündig. Margrets Tagebuch lag darin.
Er begann zu lesen.
Ein Thonar Silberblut schien in die Angelegenheit verwickelt zu sein. Die Silberbluts waren eine sehr einflussreiche Familie in Markath und Thonar war der jüngere der beiden Brüder. Er schien sich um die Geschäfte zu kümmern und dazu gehörte scheinbar, die örtlichen Landbesitzer einzuschüchtern, damit sie ihre Grundstücke an ihn verkauften.
Margret schien eine Agentin der Kaiserlichen zu sein, denn sie Erwähnte General Tullius für den sie Arbeitete und eine Besitzurkunde beschaffen sollte. Dabei handelte es sich um die Cidhnamine. Anscheinend hatte Margret die direkte Konfrontation mit Thonar gesucht und das war ihr zum Verhängnis geworden. Vorsichtig verließ Vilkas wieder das Zimmer. Er ging in den Gastraum, der wieder gut gefüllt war und setze sich an einen der leeren Tische um etwas zu essen. Als er fertig war wollte er zurück in sein haus gehen. Aber kaum verließ er den Gasthof wurde er schon von einer der Stadtwachen angesprochen:
„Ihr! Ich habe beobachtet, wie ihr rumgeschnüffelt und Fragen gestellt habt“, brüllte der Mann ihn an. Vilkas wusste erst nicht wer gemeint war, aber da sonst niemand in der Nähe war galten diese Worte wohl ihm. „Verschwindet. Ihr wollt lieber nicht herausfinden, was wir hier mit Störenfrieden anstellen.“
Vorsichtig antwortete Vilkas: „Ich habe nicht vor, Schwierigkeiten zu machen.“
„Aber ihr seid auf der Suche danach. Das ist fast genauso schlimm. Dies ist unsere letzte Warnung, Fremdling. Nur wir sorgen hier für Frieden. Mischt euch nicht in unsere Angelegenheiten ein.“
Vilkas nickte unterwürfig, dachte aber bei sich. ’Morgenfrüh werde ich die Wohnquartiere aufsuchen und mich dort umsehen, um mehr über Weylin herauszufinden.’

Er kaufte sich auf dem Markt noch ein paar lebensmittel, damit er am nächsten morgen nicht wieder im Gasthof essen musste. Als er in seinem Haus angekommen war legte er sich bald schlafen. Kaum lag er im Bett drehten sich seine Gedanken wieder nur um Akki und die Kinder. Wie ging es ihr und den Kleinen? Waren sie wohlauf? Erhoffte sehr, dass dem so war. Irgendwann schlief er dann doch endlich ein.
Nachdem Vilkas am folgenden Tag früh aufwachte und sich etwas zu essen bereitet hatte, suchte er die Wohnkaserne auf, die sich im unteren Teil der Stadt nahe der Mine befand. Hier lebten die ärmsten Bürger der Stadt und die Kranken. Wer noch etwas Geld besaß konnte eines der wenigen Zimmer mieten. Die anderen Lebten im großen Raum gemeinsam. Ab Anfang der großen Halle stand ein Mann, der so etwas wie der Aufseher der Unterkunft war. Sein Name war Garvey. Ohne umschweife sprach Vilkas ihn an:
„Kanntet ihr Weylin?“
„Oh ja. Ich kenne jeden, der in der Wohnkaserne übernachtet. Man könnte sagen, ich bin hier für die Schlüssel verantwortlich. Ich schätze, jemand anderes wird sich nun sein Zimmer nehmen.“
Vilkas beschloss nicht lange um den heißen Brei rumzureden:
„Ich brauche den Schlüssel zu Weylins Zimmer.“
„Tut mir leid, aber ihr habt hier nichts verloren“, antwortete Garvey
„Ich habe nicht gefragt“, konnte man Vilkas in einem ungehaltenen und drohenden Ton vernehmen.
Garvey lies sich leicht einschüchtern: „Jetzt regt euch doch nicht gleich auf“, sagte er leise und etwas ängstlich. „Hier. Nehmt ihn.“
„Danke“, Vilkas klang immer noch ungehalten. Er nahm den Schlüssel entgegen und ging dann zum Zimmer des Mörders, dass sich am hinteren Ende der Halle befand, wie ihm Garvey noch gesagt hatte. Das Zimmer war karg eingerichtet. Ein paar Felle auf dem Boden als Schlafstätte und eine Tisch der nur aufgrund des unebenen Bodens noch als Tisch genutzt werden konnte, dass ihm zwei Beine fehlten. An der Seite stand eine unverschlossene Truhe. Vilkas öffnete diese und fand hier was er suchte. Eine Notiz, die jemand Namens N. an Weylin geschickt hatte, mit dem Inhalt, er würde schon wissen was er zu tun hatte, wenn er am nächsten Tag auf den Markt gehen würde. Das war es was Vilkas hier gesucht hatte. damit konnte er die Wohnkaserne wieder verlassen. Er gab bevor er ging Garvey den Schlüssel zurück und ging nach draußen.
Hier wartet schon wieder eine Überraschung auf Vilkas. Ein kräftig gebauter Mann in Lederrüstung baute sich vor Vilkas auf: „Ihr steckt eure Nase in Angelegenheiten, die euch nichts angehen.“
Vilkas lies sich nicht einschüchtern und fragte nur: „Wer ist euer Auftraggeber?“
„Jemand, dem eure Fragen nicht gefallen.“
Kaum hatte der Schläger das gesagt flog auch schon seine Faust in Vilkas Gesicht. bzw, sie wäre darin gelandet, wenn Vilkas den Schlag nicht vorausgesehen hätte und sich nicht weggeduckt hätte. Vilkas überraschenden Konter brachte den Mann ins Taumeln. Er hatte Vilkas unterschätzt. Der Kampf dauerte eine ganze Weile und die sich in der nähe befindlichen Arbeiter fingen an Wetten auf einen der beiden Kämpfer abzuschließen und feuerten ihren Favoriten an. Am Ende gelang es Vilkas aufgrund seines Geschicks, den wilden, teilweise unkontrollierten Schlägen seines Gegners auszuweichen, den Kampf für sich zu entscheiden. Nachdem der Mann am Boden lag, verriet er Vilkas den Namen seines Auftraggebers, Nepos.
Vilkas beschloss mit diesen Informationen Eltrys aufzusuchen. Dieser hatte gesagt er wäre jeden Tag um die Mittagszeit am Schrein von Talos zu finden. Als Vilkas am Schrein ankam, wurde er von Eltrys sogleich mit folgenden Worten begrüßt: „Seit vorsichtig da draußen, die Stadt hat Augen.“
„Das habe ich schon feststellen dürfen“, antwortete Vilkas kurz bevor er Eltrys zunächst über Margret aufklärte.
„Also weist alles auf die Schatzkammer hin. Das ergibt einen Sinn. Thonar hat seine Finger in allem drin, was mit er Stadt zu tun hat.“
Dann berichtete Vilkas was er über Weylin herausgefunden hatte.
„Nepos“, begann Eltrys anschließend, „ hat seine Befehle wahrscheinlich von jemand anderen bekommen. Ich glaube aber nicht, dass es Thonar war. Ihr müsst weiterforschen und die beiden aufsuchen.“
Vilkas nickte und verabschiedete sich von Eltrys. Nachdem er den Schrein von Talos verlassen hatte, beschloss Vilkas zunächst in Die Schatzkammer zu gehen, wo sich Thonar aufhalten müsste. Er wurde von einer Dame Am Empfang aufgehalten, die sich aber durch sein bestimmendes Auftreten einschüchtern ließ und ihm den Weg zu Thonars Räumlichkeiten beschrieb. Vor dem Zimmer saß an einem Tisch die Frau von Thonar, die ein buch las, während ihre Diener Sauber machten. Vilkas betrat ohne anzuklopfen das Zimmer und ging direkt auf den gesuchten zu, der an einem Tisch saß und gerade am Essen war.
„Was wollt ihr hier? Ich sagte doch, keinen besuch.“ Wurde Vilkas angeschnauzt.
„Ich bin hier, um über Margret zu sprechen. Habt ihr diese Wache geschickt, um mir zu drohen?“
„Was habt ihr den erwartet? Dass niemand bemerkt, dass ihr euch in Dinge einmischt, die euch nichts angehen? Die Wachen wissen, wer in dieser Stadt die finanzielle Kontrolle hat, und ich mag keine Schnüffler. Markath ist meine Stadt. Ihr habt nicht das Recht, eure Nase in meine Angelegenheiten zu stecken. Also verschwindet.“
Bevor er noch was sagen konnte war lärm vor der Tür zu hören und der Todesschrei einer Frau.
„Meine Frau“, rief Thonar entsetzt nachdem er aufgesprungen war und die Tür geöffnet hatte. „Sie haben sie umgebracht. Verfluchter Madanach. Verflucht sei sein abgeschworenes Hinterteil.“ Thonar war völlig außer sich und kniete neben seiner Frau nieder, während die beiden Mörder, Donnel und Oma Ildene sich auch auf ihn stürzen wollten. Vilkas ging mit seinem Zweihänder, den er gezogen hatte dazwischen und tötete die beiden Angreifer. Danach ging er zu Thonar und stellte sich neben ihn. „Tut mir leid.“ Sagte Vilkas und meinte das auch wirklich ernst.
„Nein, tut es euch nicht. Ihr wollt wissen, was die Abgeschworenen wirklich sind? Sie sind meine Marionetten. Ich lasse ihren ‚König’ in der Cidhnamine verrotten.“ Hass erfüllt war seine Stimme bei den Worten.
„Er sollte sie eigentlich unter Kontrolle halten. Nachdem ihr Aufstand niedergeschlagen war, ließ ich Madanach zu mir bringen. Er war ein wildes Tier, aber ein nützliches. Ich bot ihm an, ihn vor der Hinrichtung zu bewahren, wenn er mit seinem Einfluss Probleme aus der Welt räumen würde. Konkurrenten, Agenten, Dummköpfe. Also erlaubte ich ihm seine kleine Abgeschworenenrebellion in der Cidhnamine. Nun ist er außer Kontrolle.“
„Die Abgeschworenen haben einen König?“ fragte Vilkas erstaunt.
„Madanach der Lumpenkönig. Während wir im großen Krieg gegen die Elfen Kämpften, herrschte Madanach über Reach. Bis Ulfric kam und dem ein Ende setzte. Und nun geht endlich und lasst mich alleine.“
Schweigend drehte sich Vilkas um. Mehr würde er hier wohl nicht erfahren. Er beschloss noch Nepos aufzusuchen, der seinen Wohnsitz neben der Vindren Hall hatte. Vilkas klopfte an und wurde von der Haushälterin abweisend behandelt:
„Wir haben nicht mit euch gerechnet, und der alte Mann braucht seine Ruhe. Kommt ein anderen Mal wieder.“ Aus dem inneren des Hauses hörte man eine leise gebrechlich klingende Stimme: „Lasst ihn ruhig rein, meine Liebe.“
So betrat Vilkas das haus und ging in das Wohnzimmer, wo ein alter Mann vor einem Kanin saß.
„Ich entschuldige mich für meine Haushälterin. Sie meint immer, mich schützen zu müssen.“
Vilkas kam gleich zur Sache ohne auf die Entschuldigung von Nepos einzugehen.
„Ihr habt mir dieses Schläger auf den hals geschickt.“
„Ah, ja. Aber ihr habt euch als echter Bluthund erwiesen. Schließlich habt ihr mich aufgespürt. Ich Spiele das Spiel schon seit 20 Jahren. Schicke die Jungen in den Tod. Alles im Namen der Abgeschworenen. Und ich bin dessen Müde. So Müde.“
„Wer steckt hinter all dem?“ wollte Vilkas wissen, als der Mann eine pause einlegte.
„Mein König, Madanach. Als der Aufstand durch di Nord niedergeschlagen wurde, warfen sie ihn in die Minen. Ich weiß nicht wie er es geschafft hat, aber er lebt noch. Ich bekomme seine Nachrichten und gebe seine Befehle ohne zu fragen weiter. Er hatte einst ganz Reach im Griff. Er schürt noch heute die Leidenschaft der unterdrückten in dieser Stadt. Weist sie an, Feinde der Abgeschworenen in unserem Namen zu töten. Alles aus dem Inneren der Cidhnamine. Einem Nordgefängnis. Welche Ironie, nicht wahr? Markath und Reach gehören uns. Darum sind wir die Abgeschworenen. Wir können keinen Anspruch auf eine Heimat erheben die uns gehört. Aber dann, während ihres Krieges gegen die Elfen, kam unser großer Moment. Wir vertrieben die Nord mit einem gewaltigen Aufstand aus Reach. Dann kamen Ulfric und seine Männer. Wer von uns nicht floh, wurde Exekutiert, außer mir selbst, meinem König und einer handvoll anderer.“
„Warum erzählt ihr mir das alles?“ fragte Vilkas misstrauisch.
„Mein lieber Junge“, lächelte der alte Man ihn an. „Wie kommt ihr auf die Idee, dass ihr hier lebend herauskommt? Eure Ankunft ist beobachtet worden. Das Mädchen an der Tür ist eine Agentin der Abgeschworenen, verkleidet als Dienstmagd. Vor euch sind schon andere so weit gekommen. Und nach euch werden wieder welche kommen.“ Plötzlich sprang Nepos auf und zog einen Dolch. Vilkas hatte nicht erwartet das der alte so schnell war. Er schaffte er gerade so der Klinge zu entgehen. Es gelang ihm dann dem Alten die Waffe aus der hand zu schlagen, Dabei sah er wie die anderen Bewohner des Hauses sich näherten. Bewaffnet. Vilkas zog wieder seinen Zweihänder und schlug als erstes Nepos den Kopf vom Hals. Der Anblick, ließ die einfachen Diener erstarren. Nur die falsche Haushälterin ging weiter zum Angriff über. Obwohl sie Magie einsetzte gelang es Vilkas sie zu töten. Danach waren die anderen Diener dran. Ihm blieb nichts anderes übrig, wenn er selbst überlegen wollte.
Als er hier fertig war schlich er aus dem haus. Dabei achtete er darauf von niemandem gesehen zu werden und verschwand so schnell er konnte die Treppen hinauf zu seinem eigenen Haus. Hier machte er sich eine Kleinigkeit zu essen und dann fiel er erschöpft zu bett. Der Tag war anstrengend und ereignisreich gewesen. Und er hatte Angst. Hatte er durch sein handeln hier seine Familie in Weißlauf in Gefahr gebracht? Würden die Abgeschworenen sich an ihnen möglicherweise rächen? Er stand wieder auf und setzte einen Brief an Farkas auf indem er ihm mitteilte was hier geschehen war und das er und auch die anderen Gefährten gut auf Akki und ihre Kinder aufpassen sollten. Danach legte er sich wieder hin und schlief, nachdem er sich doch erst wieder stundenlang hin und herwälzte, ein.
Wie gerädert wachte Vilkas am nächsten Morgen auf. Er hatte schlecht geschlafen und fühlte sich vollkommen ausgelaugt. ‚Akki, mein Herz, ich vermisse euch und die Kleinen. Ich hätte nicht gehen dürfen. Aber nun ist der Weg zurück für mich versperrt. Was habe ich nur getan,’ dachte er. Dann zwang er sich etwas zu essen. Als er fertig war nahm er den Brief den er in der Nacht geschrieben hatte und verließ das haus. Er schaute sich immer wieder um um zu sehen ob er beobachtet wurde, konnte aber nichts erkennen. Trotzdem beschloss er, lieber nicht dem Wirt zu bitten den Brief an einen Boten zu geben sondern, er würde ihn persönlich dem Kutscher nach Weißlauf mitgeben. Ihm ertraute Vilkas, da er schon öfters mit ihm gefahren war. Er hoffte, dass die Kutsche heute abfahren würde. Als er bei den Ställen ankam war er erleichtert. Er erkannte den Mann der gerade beim Beladen war und lief auf ihn zu. Der Kutscher erkannte Vilkas und versprach ihm den Brief an seinen Bruder persönlich zu übergeben, wenn dieser denn in Weißlauf war. Wenige Minuten später machte sich die Kutsche auf den Weg nach Weißlauf. Vilkas beschloss nach dem Schecken zu schauen, wenn er schon hier war. Er hatte ja noch etwas zeit bis es sich zu Mittag mit Eltrys treffen würde um ihn diesen auf den aktuellen Stand seiner Ermittlungen zu bringen. So schnappte sch Vilkas etwas Putzzeugs und bürstete das Pferd gründlich. Als die Mittagszeit anbrach, machte sich Vilkas auf den Weg zum Schrein von Talos. Als er durch die Tür trat bekam er ein flaues Gefühl im Magen. Irgendwas stimmte nicht. Ganz langsam ging er die Treppen hinab. Und dann sah er Eltrys in seinem Blut liegen. Dann sah Vilkas eine der Stadtwachen Man hatte sie erwischt durchfuhr es ihn. Er zog sein Schwert und ging weiter. Es würde wohl nichts bringen diesen Bereich wieder zu verlassen, draußen würde man sicherlich. Er würde sich aber so teuer wie nur möglich verkaufen und einen Teil seiner Gegner mit in den Tod nehmen. Vielleicht war es daher ganz gut, das er und Akkirah sich im Streit getrennt hatten. So würde sie nicht auf die Idee kommen nach ihm zu suchen. Er hoffte, dass auch Farkas das nicht tun würde. Verdammt, warum hatte er vorhin den Brief nur abgeschickt?
Die Wache die er unten sah kam auf ihn zu. Er hörte auch wie die Tür hinter ihm geöffnet wurde und weitere Männer den Gang betraten.
„Wir hatten euch gewarnt“, sprach der Mann der auf ihn zukam. „Aber ihr musstet ja losziehen und Ärger machen. Jetzt müssen wir euch all diese aktuellen Mordfälle anlasten. Zeugen zum Schweigen bringen. Jede menge Arbeit.“
„Was habt ihr mit Eltrys gemacht?“
„Das was wir mit allen Einwohnern machen, die hier etwas verändern wollen. Wir hatten ein nettes kleines Abkommen mit Thonar und Madanch, bis ihr und Eltrys angefangen habt, herumzuschnüffeln. Nun ihr wolltet doch herausfinden, wer für die Morde verantwortlich ist? Dann freut euch, zusammen mit dem Lumpenkönig jede Menge zeit in der Cidhnamine verbringen zu dürfen. Ihr werde das Sonnenlicht nie wieder sehen, hört ihr? Niemand entkommt aus der Cidhnamine. Niemand!“
In Vilkas Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander. Er konnte sich nun wehren und so viele wie möglich mit in den Tod nehmen. Farkas würde herausfinden was passiert war und damit sich sowie seine eigenen Familie als auch Akki und die Zwillinge in Gefahr bringen. Wenn er ins Gefängnis ging, würde er vielleicht eine Chance haben Farkas einen Brief zu schreiben und ihn davon abzuhalten etwas zu unternehmen. Er würde einfach behaupten außer Landes gegangen zu sein. Damit würde seine Familie vielleicht sicher sein. Und vielleicht gab es ja doch eine Chance aus dem Gefängnis zu entkommen. Das würde aber nur gehen, wenn er am leben blieb. Also entschied er sich die Waffen fallen zu lassen und wurde dann von den Stadtwachen abgeführt.

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Samstag, 19. Januar 2013, 13:00

080 Cidhnamine

080 Cidhnamine

Die Wachen führten Vilkas in die Cidhnamine wo sie ihm all seine Kleider abnehmen und in alte Lumpen steckten. Die Wärterin die ihn in die Mine zu seiner zukünftigen Heimat brachte war eine dunkle Orkfrau:
„in diesem Gefängnis wird keine ruhige Kugel in der Zelle geschoben“, belehrte sie ihn, bevor sie die die Tür zu seinem Gefängnis öffnete. „ Hier arbeitet ihr. So lange, bis euch die Silberbarren aus den Ohren herauskommen. Ihr werdet eure Schulden gegenüber Reach abbezahlen. Arbeitet einfach, dann könnt ihr euch eure Freiheit verdienen.“
Irgendwie glaubt Vilkas den Worten der Wärterin nicht. Aber es blieb ihm nichts anderes übrig als sein neues Reich zu betreten. Er kam sich nackt und hilflos vor in seinen Lumpen. Er konnte von dem erhöhten Eingangsbereich zwei Männer sehen. Einer war ein sehr kräftig gebauter Ork der scheinbar vor einer Tür Wache hielt. Er schien hier mehr zu sagen zu haben. Bei der Statur auch kein Wunder. Vilkas bezweifelte, das er selbst wenn er geschickt genug wäre, eine Chance gegen diesen Mann zu haben. Ein schmächtiger blasser Kerl saß an einem Feuer und machte Pause. Aus den beiden abgehenden Gängen hörte Vilkas die Geräusche von Spitzhaken. Dort waren scheinbar weitere Männer am Arbeiten.
Vilkas ging hinab und gesellte sich einfach zu dem Mann am Feuer.
„Was habt ihr im Sinn, Jungblut“, fuhr ihn der Mann an. Sein Name war Uraccen, wie Vilkas später erfahren sollte.
„Nichts“, antwortete Vilkas. „Ich bin neu hier und muß mich wohl erst mal orientieren.“
„Warum seid ihr hier?“
„Ich bin unschuldig, man hat mir den Mord an einigen Männern angehängt.“ Vilkas antwortete Wahrheitsgemäß.
„Unschuldig?“ Uraccen lachte höhnisch. „ Das war ich auch, jedenfalls beim ersten mal. Die anderen Morde habe ich aber begangen. Ein gut gemeinter Ratschlag. Schnapp euch eine Spitzhacke und verschwindet in die Tunnel und fangt an zu arbeiten. Hier unten gibt es keine gesetzte. Nur der Stärkere überlebt. Und wer gut arbeitet. Einmal die Woche kommen die Wachen um das Erz, das wir abgebaut haben zu holen. Sie sind schwer bewaffnet und niemand darf wenn sie kommen auf der Holzplattform sein. Wenn sie der Meinung sind, wir hätten nicht genug Erz herbeigeschafft kürzen sie die Rationen, also Arbeitet gut. Und fangt am besten gleich damit an.“
Vilkas verstand den Wink und stand auf. Er nahm sich eine der herumliegenden Spitzhaken und begab sich in einen der Gänge. Er gesellte sich zu einem recht schweigsamen mann und begann neben ihm mit der Arbeit. Nach einer Weile fragte Vilkas:
„Wie heißt ihr?“
„Duach. Doch seid leise, die meisten Gefangenen werden Misstrauisch wenn wir uns unterhalten.“
„Ich heiße Vilkas“, flüsterte dann leise. „Weshalb seid ihr hier?“
Der Mann warf ihm einen prüfenden Blick zu und schien anschließend der Meinung zu sein, Vilkas wäre halbwegs vertrauenswürdig. Also erzählter er ihm seine Geschichte. Er war ein Abgeschworener der in den Bergen lebte und Reisende überfiel. Eines Tages ging ein überfall schief und er wurde geschnappt. Er wäre lieber gestorben, aber die Silberblutfamilie brauchte Leute für die Mine damit das Erz abgebaut werden konnte. So landete er hier. Er selbst fragte Vilkas aber nicht nach dem Grund warum er hier war und Vilkas fing von sich aus auch nicht an zu erzählen. So arbeiteten sie mehrere Stunden schweigend nebeneinander und holten das Silbererz aus den wänden und packten es auf einem Holzkarren, mit dem sie es später auf die Holzrampe hochbrachten. Danach wurde gemeinsam gegessen. Der Orks gab die Anweisungen und Uraccen verteilte entsprechend die Portionen. Vilkas erhielt am wenigsten. Als er dagegen aufbegehren wollte wurde er von dem Ork drauf hingewiesen, wenn er morgen was haben wolle, solle er lieber schweigen. Er hatte heute nicht wie die anderen den ganzen Tag gearbeitet, also brauchte er auch nicht so viel wie die anderen haben. Nach dem Essen legten sich die Gefangenen beim Feuer einfach auf den Boden. Felle oder Decken gab es nicht.
Nach fünf Tagen kannte Vilkas alle Männer hier unten mit Namen und auch die deren Geschichten. Bis auf die von Braig, der meist an dem Ende des einen Ganges alleine arbeitete, Er wollte nicht darüber reden, warum er hier war.
Erstaunlicherweise waren die meisten unschuldig, Zu Mindestens behaupteten sie das. Odvan glaubte Vilkas die Geschichte, dass man ihm den Mord angehängt hatte. Bei ihm selbst war es ja auch nicht anders. Während also Odvan im Hause seiner Tante seinen Rausch ausschlief nahmen ihn die Wachen fest mit der Begründung jemanden ermordet zu haben. Er wusste bis heute nicht wer der angeblich Tote war. Das war nun ein paar Jahre her. Grisvar der Unglückliche war ein Dieb, der sich immer wieder hatte schnappen lassen, bis es dem Jarl, für den er gearbeitet hatte zuviel wurde und er ihn ins Gefängnis werden ließ. Er machte einen leicht verrückten Eindruck. Der Ork hieß Borkul und wurde die Bestie genannt. Erklären musste man Vilkas nicht warum. Er saß hier wegen Mord, Banditentum, Überfall Diebstahl und vielem mehr. Er war früher Anführer eine Bande gewesen. Hier hatte er sich wieder den Platz fast oben an der Spitze erkämpft. Die Abgeschworenen gefielen ihm. Wie sagte er immer so schön, sie waren echte Mörder.
Mit Duach kam er am besten klar. Er war ein ruhiger Vertreter, der am liebsten für sich war. Dem Ork ging er meistens aus dem Weg. Grisvar mit seinem Gejammer ging ihm, genau wie den meisten anderen schnell auf den Geist. Braig hielt sich eh abseits und niemand versuchte sich ihm ungefragt zu nähern. Odvan hielt sich warum auch immer meist in der Nähe von Grisvar auf.
Von Uraccen hatte Vilkas erfahren, das Grisvar ein Messer besaß, das er abgeben würde. So beschloss Vilkas eines Nachmittags, als er alleine mit Grisvar an einer der Erzadern hakte, ihn danach zu fragen.
„Nun, wenn ihr mit etwas Skooma beschaffen könnte, dann gehört die Klinge euch. Duach hat meist welchen“, war die Antwort von Grisvar. Vilkas wartete bis zum nächsten morgen und gesellte sich wieder mal zu Duach. Nachdem sie einige stunden Stumm nebeneinander gearbeitet hatten, sagte Vilkas plötzlich. „ Ich kann nicht mehr, ich brauche dringend etwas zu aufpuschen. Etwas Skooma wäre nun genau das was ich brauche.“ Er wirkte zittrig. Duach sah ihn an. „Warte hier.“, sagte er dann und verschwand in einer Nische. Einem Moment später tauschte er wieder auf. „Hier nehmt. Ich kenne das wenn man diese Anfälle bekommt.“ „Ich danke euch.“ Vilkas nahm das Kleine Fläschchen und verzog sich damit in einer ecke, wo der tat als würde er es austrinken. Er tat anschließend als würde er sich wieder vollkommen erholt fühlen. Als sie abends zurück zum Lagerfeuer gingen steckte Vilkas unbemerkt Grisvar das Skooma zu und erhielt im Gegenzug ein kleines Messer. Damit fühlte er sich nun wesendlich wohler, auch wenn er wusste, dass es ihn nicht viel nützen würde.
Nachdem drei weitere Tage in der Mine verbracht hatte, beschloss er endlich zu Madanach vorzudringen. Aufgrund der harten körperlichen Arbeit gelang es ihn abends auch immer bald einschlief und nicht wie sonst, stundenlang wach lag und an Akki und die Kinder dachte, was nicht heißt das er nicht an sie dachte. Dazu hatte er nun Tagsüber genug Zeit. Also ging er zu Borkul und sprach ihn an: „Ich will zu Madanach.“
„Ihr wollt mit den Lumpenkönig reden? Schön aber zuerst müsst ihr den Wegezoll bezahlen. Warum besorgt ihr mir nicht eine Klinge? Nicht, das ich eine Bräuchte, aber es ist immer schön so was zu haben…. Falls ich mal ‚rasieren’ muss“, der Ork lachte dreckig.
Vilkas überlegte kurz ob er dem zustimmen sollte, doch dann sagte er einfach überzeugend:
„Madanach erwartet mich.“
„Hmpf. Na schön. Ihr könnt rein. Aber stellt dort nichts an Madanach weiß mehr las ihr glaubt.“ Vilkas grinste schief und verschwand durch die Tür, die der Ork ihm geöffnet hatte. Der gang dahinter führe nach einigen Minuten zu einem Raum, der mit einem bett, Tisch und Stuhl sowie einigen Behältnissen ausgestattet war. An dem Tisch saß ein Mann der ihm den Rücken zukehrte. Vilkas Spürte, das er ihm, trotz seines altes nicht in einem normalen Kampf gewachsen war. Ohne sich umzudrehen sprach der Mann Vilkas an: “Ah, Seht euch nur an. Eure Stammesgenossen haben aus euch eine Bestie gemacht, Nord. Eine wilder Bestie, die eingesperrt wird, bis der Wahnsinn von ihr besitz ergreift. Also werter Bestienkollege, was wollt ihr? Informationen über die Abgeschworenen? Rache für den Versuch euch umbringen zu lassen?“
„Ich will nur meine Freiheit zurückhaben“, antwortete Vilkas kurz.
„Eure Freiheit? Ja, aber selbst wenn ihr aus der Cidhnamine entkommen würdet, wäre euer Name immer noch mit all dem Blut besudelt.“ Vilkas wollte etwas entgegnen, aber Madanach ließ ihn nicht zu Wort kommen.
„ihr gehört nun zu uns, seht ihr das denn nicht? En Sklave. Den Stiefel eurer Stammesgenossen im Nacken. Wenn euch das klar ist, könnte ich euch vielleicht helfen.“
Vilkas war anderer Meinung, beschloss aber, das lieber für sich zu behalten. Nicht alle da draußen würden ihn als Verbrecher sehen. Er hoffte den Jarl davon überzeugen zu können, das es ein Missverständnis war, wenn er es irgendwie schaffen sollte raus zu kommen.
„Ihr kennt sicherlich Braig, den schweigsamen. Er ist neben mir am längsten hier“, fuhr Madanach fort, nachdem Vilkas nur schwieg. „Sagt ihm, ich schicke euch. Fragt ihn, warum er hier ist. Ich möchte das ihr erfahrt, wie sehr Markath von Ungerechtigkeit durchzogen ist.“
Vilkas nickte und ging zurück zu den Minen. Er beschloss sogleich Braig auszusuchen. Er fand Braig wie immer an seinem kleinen Stollen beim Arbeiten. Vilkas gesellte sich zu ihm und fing auch an, seine Spitzhacke zu schwingen.
Nach einer Weile sagte Vilkas zu den Mann neben sich: „Madanach wollte, das ich euch frage, was euch widerfahren ist.“
Braig ließ seine Spitzhacke sinken und sah Vilkas an. „Meine Geschichte? Jeder in der Mine hat eine Geschichte zu erzählen. Erzählt zuerst eure. Wann habt ihr zum ersten Mal Ketten an euren Handgelenken gespürt?“
Vilkas überlegte. Sollte er ihm die Wahrheit sagen? Oder war es besser eine Geschichte zu erfinden? Irgendwie musste er in dem Moment an Akkirah denken. Er schloss kurz die Augen und dachte dabei an die Zeit zurück wo sie glücklich in Rifton waren. Dann sagte er. „In Helgen, dort wurde ich zum Henker geschickt.“
Dann wisst ihr ja, was es bedeutet, sein Leben in fremden Händen zu wissen.“
Bei den Worten musste Vilkas wieder an den Schattenstollen denken, wo er wirklich hilflos seinen Feinden ausgesetzt war.
„Was gibt ihnen das Recht“, hörte er Braig weiter sprechen, „darüber zu entscheiden? Steht ein Urteil nicht alleine den Göttern zu?“ Braig machte eine Pause.
„Habt ihr Familie? Jemanden der auf euch wartet?“
Vilkas senkte den Kopf und dachte, ja Familie hatte er, aber würden sie auf ihn warten? Wahrscheinlich nicht, wobei sein Bruder war auch Familie und der würde wenn er wüsste, das er hier gefangen ist warten oder versuchen ihn rauszuholen.
„Darüber möchte ich nicht reden,“ sagte Vilkas nur kurz angebunden. Braig ignorierte den abweisenden Ton von Vilkas und erzählte weiter.
„ich hatte einst eine Tochter. Sie hätte dieses Jahr ihren 23 Geburtstag gefeiert. Mit einem hitzköpfigen Silberarbeiter verheiratet, vielleicht auch allein stehend und dabei, die Kräuterkunde zu lernen. Den nord war egal, wer sich am Aufstand der Abgeschworenen beteiligt hatte und wer nicht. ich hatte einmal mit Madanach gesprochen, das reichte schon aus um mich zu einem der ihren in den Augen der Nord zu machen. Aber meine kleine Aethra wollte nicht, dass ihr Papa fort ging. Sie bat den Kommandanten der Nord, der das Sagen hatte, stattdessen sie mitzunehmen.“ Braig standen die Tränen in den Augen als er weitersprach. „Sie ließen mich zusehen, wie sie mein kleines Mädchen köpften. Und danach wollten sie mich trotzdem hier ins Gefängnis werfen lassen um ihr Silber ausgraben. Es gelang mir zu fliehen.“
Vilkas musste bei den Worten schlucken. So etwas war ihm unbegreiflich. Wie konnte man ein unschuldiges Kind einfach Grundlos töten? Was war das für ein Mensch gewesen der das angeordnet hatte? Aber konnte man deshalb alle Nord über einen kam scheren? Er selbst war ach einer und er war stolz darauf.
„Es tut mir schrecklich leid, was man euch und eurer Familie angetan hat.“
„Nun, ich bin nichts als ein armer Abgeschworener und bedaure nur, das ich damals nicht noch mehr Nords getötet habe, bevor sie mich wieder erwischt haben. Viele Familien haben ähnliche Geschichten zu erzählen.“ Nach den Worten drehte sich Braig wieder um und nahm seine Arbeit wieder auf.
Vilkas tat es ihm schweigend nach. Nach dem Essen bevor sie sich schlafen legten ging Vilkas noch mal zu Madanach und sagte ihm er hätte sich die Geschichte von Braig angehört. „Nun ich hoffe ihr könnt mich und meine Leute nun besser verstehen. Ich denke auch langsam, das es zeit wird hier wieder heraus zu kommen und mich direkt am Kampf gegen die Nord zu beteiligen. Meiner Männer hier unten und ich sollten in den Bergens ein und kämpfen.“
Hoffnung keimte in Vilkas auf: „Werdet ihr mir helfen von hier zu entkommen?“
„Ja aber ich brauche von euch einen Beweis eurer Loyalität. Ich brauche keinen Klinge im Rücken, wenn wir ausbrechen.“
Das konnte Vilkas verstehen.
„Ihr kennt Grisvar den unglücklichen“, fragte Madanach. Vilkas nickte.
„Der Mann tragt seinen Namen zurecht“, fuhr Madanach fort, „Er ist nicht nur ein Dieb, er ist auch ein Informant für die Nord. Er muß beseitigt werden, damit wir fliehen können. Kümmert euch darum.“ Nach diesen Worten wandte sich Madanach wieder seinem Buch zu und gab Vilkas damit zu verstehen zu gehen.
‚Verdammt’ dachte Vilkas, ‚was nun? Einen Menschen einfach so töten, der ihm nichts getan hatte?’
Vilkas kehrte zu den anderen zurück und legte sich schlafen. Er musste darüber nachdenken was er tun sollte. Er kam zu keinem Ergebnis. Am folgenden Morgen nahm er seine arbeit wie gewohnt auf. Er arbeitet heute in der Nähe von Grisvar und Odvan. Vielleicht gab es eine Gelegenheit sich etwas mit dem verrückten Dieb zu unterhalten. Als sie irgendwann gemeinsam eine Pause machten und in einer Ecke saßen, zog Vilkas unbewusst, das Messer, das er von Grisvar erhalten hatte raus und spielte ein wenig damit herum. Die Augen von Grisvar begannen panisch zu glitzern. Er sprang auf und zog eines seiner eigenen Messer und stürzte sich auf Vilkas. Dieser rollte sich im letzten Moment zur Seite und wurde so nur von dem Wahnsinnigen am Arm verletzt. Vilkas wollte den Mann beruhigen, doch immer wieder griff dieser an und Vilkas musste sich schließlich wehren, wenn er sich selbst getötet werden wollte. Vilkas startete einen Angriff und verletzte Grisvar leicht am der Schulter. Odvan wollte dem ganzen ein Ende bereiten und nahm seine Spitzhacke und schlug sie Grisvar an den Kopf. Der Schlag war zwar nicht mit voller Wucht ausgeführt worden, aber traf trotzdem so unglücklich, das die Schädeldecke brach und der Mann tot zusammen sackte. Tja, so schnell konnte das gehen und Vilkas war froh, das es so gekommen war. Nun brauchte er sich keine Gedanken mehr darüber zu machen, wie er es selbst anstellen könne, den Mann aus dem Weg zu räumen.
Vilkas beschloss sofort zu Madanach zu gehen. „Grisvar ist tot“, sagte er als er vor dem Lumpenkönig stand.
„Damit gehört ihr nun zu und. Kommt mit mir. Ich glaube es ist an der zeit, dass ich euch und euren neuen Brüdern meine Pläne verkünde.“ Madanach stand auf und ging zu den anderen Vilkas folgte ihm. Als sich alle am Feuer versammelt hatten begann Madanach seinen Plan zu erklären. Von dem Gang der zu seinem kleinen Zimmer führte, ging ein weiterer Gang ab, der mit einer schweren Eisengittertür versperrt war. Es war Madanach im laufe der Zeit Gelungen, diese Tür aus den Angeln zu lösen und er hatte den Gang dahinter begonnen zu erkunden. Er wusste nicht wohin er führen würde, aber er war sich sicher das es ein weg nach draußen war. Allerdings gab es dort gefährliche Wesen, weshalb er nie weit gekommen war. Aber in einer großen Gruppe sollte es ihnen gelingen, den Weg frei zu machen. Und so brachen sie schließlich auf. Madanach machte den Anfang und die anderen folgten ihm. Vilkas ging ganz zum Schluss. Er wusste wie gefährlich diese alten Zwergenruinen sein konnten und es war gefährlich blindlings drauf los zu stürmen. Es wurde aber nicht so wild wie Vilkas befürchtet hatte, außer zwei spinnen und einer alten Zwergenkonstruktion kamen sie gut durch. Am Ende der Ruinen kamen sie zu einer Tür, die versperrt war. Borkul gelang es diese irgendwie zu öffnen. Bevor sie die Ruinen verließen wandte sich Madanach noch mal an Vilkas.
„Es ist an der zeit, endlich den Himmel wieder zu sehen und ihn roten Regen regnen zu lassen. Ich lasse ganz Markarth wissen, das ich zurückgekehrt bin. Keine Sorge wegen eures namens. Nach dem heutigen Tage werden sie wisse, wem sie die Schuld geben und wen sie fürchten müssen. Es wird dauern, aber ich werde die Abgeschworenen neu Organisieren. Wir werden unser Land zurückfordern, und wenn wie wieder an der Macht sind, werden wir Frieden haben. Ein Königreich. Bis dahin lasst mich eine Warnung aussprechen. Nehmt euch vor den Abgeschworenen in Acht. Kein ort in Reach ist jetzt mehr vor uns sicher.“ Nach diesen Worten drehte er sich um und verließ gemeinsam mit den anderen die Ruine.
Vilkas gefiel das war er eben gehört hatte gar nicht. Frieden? Es würde nie Frieden geben, wenn Madanach seinen Plan umsetzte. Nur Kummer und Leid auf allen Seiten.
Vilkas wartete noch eine ganze Weile bevor auch er die Ruinen verließ. Es war dunkel draußen und er hoffte daher ungesehen zu seinem haus zu gelangen um sich andere Kleidung anziehen zu können. Seine Wolfsrüstung die er immer getragen hatte, war wohl verloren, aber er hatte noch eine weitere im Haus. Es würde aber einige Zeit dauern, bis er sich an die gewöhnt hatte. den weg zurück zu seinem Haus schaffte er ungesehen. Was aber kein wunder war, denn die Abgeschworenen hatten alle Stadtwachen, die ihnen über den Weg liefen gnadenlos getötet. Es war das reinste Gemetzel gewesen.

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Mittwoch, 30. Januar 2013, 22:22

081 Auf den Weg nach Windhelm

Vilkas wusch sich zunächst als er nach Hause kam, erst mal gründlich den Dreck der vergangenen Wochen ab. Dann legte er sich hin und versuchte zu schlafen. Wie immer fiel es ihm schwer. Seine Gedanken waren bei Akki und seinen Kindern. Zu Mindestens sollten sie jetzt nicht mehr in Gefahr sein, hoffte er. Er hatte auf dem Esstisch drei Briefe von Farkas gefunden, die Tochter des Gastwirts musste sie ihn dorthin gelegt haben. Farkas bedauerte es sehr, das sein Bruder ohne sich noch mal zu verabschieden davon geritten war. Akkirah schwieg sich darüber aus, was passiert war, aber sie war noch schlechter auf ihn zu sprechen als zuvor. Vilkas konnte das verstehen, nachdem was er getan hatte. Des Weiteren hatte Farkas ein paar Aufträge aufgelistet, die Vilkas gut machen könnte, wenn er in Markath war. In seinem dritten Brief zeigte Farkas sich besorgt, weil er nichts weiter von Vilkas gehört hatte, was ja sonst gar nicht seine art war. Daher war er am überlegen, Jahn und Nerena nach Markath zu schicken, sollte sich Vilkas nicht bald melden. Am Morgen würde Vilkas sofort einen Eilkurier aufsuchen der seinen Bruder und die anderen beruhigte.
Am folgenden Morgen ging er noch im morgengrauen hinunter zum Gasthof. Er fragte den Wirt nach einem Kurier und er verwies ihn an einem Mann der gerade den Schankraum betrat. Vilkas gab ihm den Brief an seinen Bruder und etwas Extragold, damit er sofort aufbrechen würde, was dieser bei der Summe auch sofort tat.
Vilkas bestellte sich zunächst etwas zu essen. Er hatte Hunger und das Essen im Gefängnis war ja nicht sonderlich reichhaltig gewesen. Der Wirt freute sich zu hören, dass es alles ein Missverständnis war. Er hatte sich auch gar nicht vorstellen können, das Vilkas die ihm angelasteten Verbrechen begangen haben sollte. Vilkas erkundigte sich nach Eltrys Frau. Der Wirt schüttelte den Kopf. Er wusste nicht was aus ihr geworden war. Sie war einen Tag, nachdem man die Leiche ihres Mannes gefunden hatte, aus der Stadt verschwunden. Nachdem er mit dem Frühstück fertig war erkundigte sich Vilkas nach der Lage in der Kolskeggr-Mine. Treiben sich die Abgeschworenen dort immer noch rum und hielten sie besetzt? Der Wirt Kleppr nickte. „Ja Pavo, der Minenbesitzer, ist zur Zeit im Quartier der Sleggwartmine untergekommen.“ Vilkas sagte ihm, er würde sich auf den Weg zur besetzten Mine machen und schauen, ob er sie nicht vertreiben konnte. Vorstag der gerade dazu kam, meinte: „Wenn ihr Hilfe gebrauchen könnt, ich hätte Zeit und Lust mal wieder etwas zu unternehmen.“„Warum nicht“ antwortete Vilkas, „Zu zweit ist es doch sichrer.“ Außerdem würde er Ablenkung haben, wenn jemand mit ihm unterwegs war und er würde nicht ständig an Akki denken müssen. Und so brachen sie eine Stunde später gemeinsam auf. Da Vorstag kein Pferd besaß, mussten sie zu Fuß zur Mine zu gehen. Als sie dabei unten den Liebendenstein passierten, wurde Vilkas mit einem mal sehr schweigsam.
„Was ist los mit euch“, fragte Vorstag.
„Ich bin hier vor einer gefühlten Ewigkeit schon mal gewesen. Zusammen mit meiner Frau.“ Die letzten Worte flüsterte er fast.
„Was ist mir ihr? Ihr habt sie bisher nie erwähnt.“
„Wir haben uns getrennt“ Dann schwieg Vilkas wieder.
Vorstag legte ihm die Hand auf den Rücken. „Manchmal ist das die beste Entscheidung. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen nie zu heiraten. Meine Freiheit geht mir doch über alles.“
Vilkas antwortete nicht.
Gegen Mittag kamen sie in die Nähe der Kolskeggr-Mine. Auf der Strasse sahen sie zwei Abgeschworenen patrouillieren. Sie versteckten sich hinter einigen Felsen und beobachteten die beiden. Dann sahen sie auf der Brücke noch einen weiteren Mann, der wohl zuvor hinter dem Geländer gesessen hatte.
„Wie wollen wir vorgehen?“ fragte Vilkas. „Erst mit Bogen versuchen sie zu verletzten und dann in den Nahkampf gehen?“
„Das hört sich gut an. Lasst es uns so versuchen. Ich nehmen den linken der sich nahe am haus aufhält.“
„Okay. Dann versuche ich die Frau zu erwischen die sich gerade nähert.“
Sie ergriffen beide ihre Bögen und legten einen Pfeil ein. Dann sprangen sie fast gleichzeitig hinter dem Felsen hervor und versuchten ihre Opfer zu treffen. Vilkas landete einen sehr guten Treffer und die Frau sackte sofort tödlich getroffen zusammen. Vorstag hatte etwas Pech, weil sein Gegner sich in dem Moment wo Vorstag den Pfeil von der Sehne schnellen ließ plötzlich anhielt und sich leicht zur Seite drehte, weil er etwas gehört hatte. So wurde er nur am Oberarm getroffen. Beide zogen danach ihre Schwerter und stürmten auf die beiden verbliebenen Gegner los. Vorstag nahm sich den verletzten vor während Vilkas den bisher unverletzten Mann auf der Brücke angriff. Dieser versuchte erst noch, Vilkas mit einigen Pfeilen aufzuhalten, aber Vilkas wich denen geschickt aus. Gegen die gezielten Angriffe mit dem Zweihänder, hatte der Abgeschworene mit seinem einfachen Schwert keine Chance. Nach wenigen Schlägen stürzte der tödlich getroffen von der Brücke in den Fluss hinab und wurde von der Strömung mitgerissen. Auch Vorstag hatte keine großartige Mühe mit seinem Gegner gehabt. Als Vilkas sich ihm zuwandte lag auch dieser Abgeschworene Tot am Boden.
Sie gingen vorsichtig den breiten Pfad zur Mine hinter dem haus hinauf und betraten dann die Mine. Sie brauchten einen Augenblick um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, aber danach nahmen sie wieder ihre bögen zur hand und schlichen den dunklen Gang, der durch einige Fackeln beleuchtet wurde entlang. Es war Vorstag, der einen Abgeschworenen zuerst bemerkte und Vilkas ein Zeichen gab stehen zu bleiben. Vorstag hatte seinen Bogen schussbereit in der hand und zielte auf den Gegner. Diesmal traf er gleich richtig. Sie blieben kurz stehen, wo sie waren um zu sehen, ob der Tod des Mannes andere aufmerksam gemacht hatte. Da das nicht der Fall war schlichen sie langsam weiter. Auch die nächste erwische Vorstag mit einem Pfeil. Danach kamen sie in eine große Höhle. Dort waren gleich drei abgeschworene dabei etwas Erz abzubauen. Vilkas traf diesmal nicht sofort richtig und machte damit die anderen beiden auf die Eindringlinge aufmerksam. Aber trotzdem hatten sie dank des Überraschungsmoments den Vorteil auf ihrer Seite und nach einem kurzen Kampf lagen alle drei am Boden und rührten sich nicht mehr.
Sie schlichen bis zum Ende der Mine weiter. Hier trafen sie noch mal auf zwei Abgeschworene, davon einen, der Magie beherrschte. Trotzdem gelang es Vilkas und Vorstag die beiden auch zu erledigen. Vorstag erlitt leichte Vereisungen, aber die waren nicht sonderlich schlimm. Vorstag wollte nicht länger als unbedingt nötig in der Mine verbringen, was Vilkas nachvollziehen konnte. Da es Abend geworden war, beschlossen sie bei der Hütte draußen zu übernachten. Am folgenden Morgen brachen sie dann auf, um zurück nach Markath zugehen und dort Pavo, dem Minenbesitzer mitzuteilen, dass er und seine Leute wieder an die Arbeit gehen konnten. Dieser war außer sich vor Freude. Überschwänglich bedankte er sich bei Vilkas und Vorstag. Dann fiel ihm noch etwas ein. Pavo wusste nicht, wie er damit rausrücken sollte.
„Ich hätte, da noch ein Anliegen und hoffe das es nicht zu viel verlangt ist. Wir haben eine große Goldbestellung aus Windhelm erhalten und nun muß dieses dorthin gebracht werden. Die Kutsche steht schon bereit, aber es fehlt an tapferen vertrauenswürdigen Männern, die sie begleiten. Wärt ihr bereit, die Kutsche nach Windhelm zu eskortieren?“
Vilkas bat um Bedenkzeit. Das war etwas was er nicht einfach so entscheiden wollte, denn eigentlich standen noch ein paar Andere Dinge auf seiner Liste, die erledigt werden sollten. Pavo nickte und dann machten sich Vilkas und Vorstag auf, um in die Stadt zurück zu kehren. Pavo wollte am folgenden Morgen wieder zurück zur Mine aufbrechen. Ein paar Wachen aus Markath wurden zum Schutz vorsorglich schon jetzt losgeschickt um die Mine zu sichern.
„Ich finde, das hört sich nach einem spannend werdenden Abenteuer an,“ meinte Vorstag auf den Weg zur Stadt. „Ich war bisher noch nie in Windhelm und wollte die alte Stadt schon immer mal sehen. Und wir sind doch ein gutes Team, wie ich finde“. Vilkas stimmte dem zu. „Wenn ihr denn dabei seid, werde ich auch mitkommen, sofern nicht noch etwas anderes anliegt.“ Vorstag nickte. In der Stadt trennten sich die beiden. Vilkas begab sich hoch in sein haus, während Vorstag sein immer im Silberblut Gasthof aufsuchte. Sie hatten verabredet, sich am Abend beim Essen über ihr Vorhaben weiter zu unterhalten. Nach dem Abendessen gingen sie dann Nochmals hinunter zu den Quartieren der Sleggwartmine, um ein paar weitere Informationen einzuholen, bevor sie endgültig zustimmten die Aufgabe zu übernehmen. Pavo war sehr froh, als er hörte, dass sich die beiden Männer entschlossen hatten hm zu helfen. Es war geplant, dass die Kutsche von vier Soldaten bewacht werden sollte. Vilkas und Vorstag sollten zusätzlich die Gegend, durch die sie kommen würden, auskundschaften. Es sollte Vilkas und Vorstag überlassen sein, die Route zu bestimmen, wo sie lang fahren und auch Rasten würden. Die beiden waren mit den Bedingungen einverstanden und so wurde beschlossen, dass der Transport in drei Tagen starten sollte.
Zwei Tage später machten sich Vilkas und Vorstag auf den Weg zur Mine. Sie wollten die Nacht dort verbringen, damit sie am folgenden Morgen zeitig aufbrechen konnten. Vilkas hatte den Schecken mitgenommen und Vorstag hatte sich eine braune Stute in den Ställen von Markath gemietet, weil sie so die Möglichkeit hatten, auch mal ein größeres Stück vorzureiten, um die Strecke, die sie passieren wollten, zu überprüfen. Sie hatten eine grobe Planung gemacht, welchen Weg sie einschlagen wollten, da ihnen der am sichersten erschien. Die Soldaten sollten sich immer in der Nähe der Kutsche aufhalten.
Sie wollten die Strecke über Morthal nehmen. Die gefährlichste Stelle in Reach würde die Bruchturmschanze sein. Hier sollten sich Abgeschworene eingenistet haben, die alle vorbeikommenden überfielen. Vilkas und Vorstag hatten sich aber schon einen Plan zu recht gelegt. Die Kutsche mit den Soldaten sollte vor der Brücke, außerhalb der Sichtweite der abgeschworenen Rast machen. Vilkas und Vorstag würden an der Schanze vorbeireiten und dann außerhalb der Sichtweite der Abgeschworenen auf der anderen Seite der Festung die Pferde verstecken und sich dann in die Festung schleichen und dort die Abgeschworenen versuchen zu beseitigen. Es würde nicht leicht werden, aber die beiden Männer waren zuversichtlich es zu schaffen. Sobald die Festung befreit war konnten sie dann weiterziehen.
Gegen Mittag erreichten sie die Stelle wo die Kutsche rasten sollte. Die Soldaten stellen zwei Wachen ab, die aufpassen sollten, dass sie nicht von der anderen Seite, wo sie herkamen, überrascht wurden. Vilkas und Vorstag hatten sich zwei Schilde geben lassen, mit denen sie sich vor den Pfeilen der Abgeschworenen schützen wollten, wenn sie an der Festung vorbei ritten. Der Plan ging wie geplant auf. Die beiden Reiter konnten die Pfeile, die ihnen von der Festung entgegen flogen mit den Schilden abwehren und durch ihr hohes tempo, zu dem sie die Pferde angetrieben hatten, waren sie auch schnell aus dem Gefahrenbereich heraus. Sie ritten noch ein stück auf der Straße entlang, damit die Abgeschworenen glaubten sie würden der Strasse weiter folgen. Als sie außerhalb der Sichtweite waren, änderten sie ihre Richtung. Sie Ritten auf einem kleinen Pfad den Berg hinauf, an dem die Festung lag. Sie hofften, das die Abgeschworenen oben keinen Wachen postiert hatte. Sie gelangten ohne Probleme auf den Berg. Oben stiegen sie von ihren Pferden und banden sie an Bäumen fest. Dann suchten die sich eine gute Stelle, um hinunter zur Festung zu gelangen. Im oberen bereich lief nur eine Frau herum, die ihr Hauptaugenmerk auf die Straße gerichtet hatte. Auf die Idee, dass sich jemand von hinten anschleichen könnte, schien sie nicht zu kommen. Vorstag nahm seinen Bogen zur Hand und sah Vilkas an und dieser nickte. Dann spannte der Abenteurer seinen Bogen und sein Pfeil traf sie Frau so sicher, das diese ohne noch einen schrei von sich zu geben tödlich getroffen zusammensank. Die Männer warteten noch einen Moment, bevor sie sich weiter hinunter begaben. Nach einen letzten kurzen Kletterparty erreichten sie die oberste Ebene der Festung. Hier oben gab es an den beiden Türmen jeweils eine Tür. Sie beschlossen zunächst durch die zu ihrer linken zu gehen. Leise öffnete Vilkas die Tür und schlich ins Innere. Vorstag folgte ihm. Vilkas hatte seinen Bogen zur Hand genommen Vorstag seinen noch gar nicht wieder weggesteckt. Hinter der Tür war ein kurzer Gang der in eine Art Turmzimmer führte. Hier lief ein Mann herum, der sie anscheinend nicht bemerkt hatte. Vilkas und Vorstag stellten sich so hin das sie ihn beide gut treffen konnten. Dann ließen sie ihre Pfeile von den Sehnen schnellen. Der Mann schrie auf. Er war zwar schwer verletzt worden, aber etwas hielt ihn am Leben. Vilkas zog sein Schwert, während Vorstag sich weiterhin im Hintergrund mit seinem Bogen hielt. Dem Mann gelang es einen Frostatronarchen zu beschwören, der sich sofort auf Vilkas stürzten. Vilkas konnte dieses magische Wesen gut mit seinem Schwert auf anstand halten, da es sich recht langsam bewegte. Vorstag schoss weiterhin auf den Mann am anderen Ende des Raumes. Nachdem er von vier weiteren Pfeilen getroffen war, brach er tot zusammen. Der Atronarch löste sich im Moment des Totes seines Beschwörers auch in Luft auf, was auch gut war, denn er hatte Vilkas ein eine Ecke manövriert, in der er sich kaum noch richtig verteidigen konnte. Als Vilkas und Vorstag sich den Toten genauer anschauten, sahen sie, das anstelle seines herzen irgendetwas Dorniges eingepflanzt war. Das war nicht natürlich und erklärte halbwegs warum er nicht sofort durch ihre Pfeile starb. Er musste einer dieser Dornenherzkrieger sein, die sich mit Hilfe von Hexenraben in etwas Unnatürliches verwandeln ließen. Nachdem sie den Raum durchsucht hatten, verließen sie das Turmzimmer wieder und gingen hinüber zum anderen Turm.
Hier wurden Vilkas und Vorstag gleich von drei Abgeschworenen empfangen, mit denen sie kurzen Prozess machten, da sie die drei überraschten. Eine breite Treppe führte hinunter. Am ende der Treppe war eine Schafsaal, der leer war. Sie durchsuchten ihn nah Wertsachen und gingen dann die nächste Treppe hinunter. Oben am Treppenansatz hatte man eine Felsenfalle aufgebaut. Das bedeutete weiter unten musste ein Auslöser sein, der die Falle löste und die Steine auf unerwünschte Eindringlinge fallen ließ. Unten am Fuß der Treppe war tatsächlich ein Stolperdraht. Vilkas bat Vorstag etwas zurückzutreten, dann nahm er sein Schwert und durchtrenne den Draht. Laut dröhnend wurden die Steine frei gegeben und rollten die Treppe hinab. „Bei Ysmir“, flüsterte Vilkas, „dass das so laut wird habe ich nicht gedacht. Hoffentlich hat es keiner gehört.“ Vorstag nickte. Sie warteten einen Moment aber niemand kam. Dann schlichen sie weiter. Sie hörten leise Schritte. Jemand näherte sich ihnen. Vilkas hatte seinen Zweihänder kampfbereit zur Hand genommen. Vorstag hielt weiterhin den Bogen mit eingelegtem Pfeil in den Händen. „Lauri, seid ihr es“, hörten sie eine Stimme flüstern, die näher kam.
„Nein“, sagte Vilkas, als er aufsprang und der Frau, die sich ihnen näherte da Schwert in den Leib rannte. Sie starb ohne noch einen Laut von sich zu geben. Etwas weiter dem Gang entlang war eine Tür, die nach draußen zu führen schien. Das müsste die untere Ebene im Freien sein. Dort war mindestens noch ein Bogenschütze zu sehen gewesen, wenn nicht gar zwei. Vilkas sah Vorstag an. „Erst raus und dann drinnen weiter machen?“ Vorstag nickte. Langsam öffnete Vilkas die Tür, Während Vorstag mit seinem gespannten Bogen bereitstand sofort schießen zu können, wenn sich jemand vor der Tür befand.
Am Rand der Ebenen stand eine Bogenschützin, die ihre Aufmerksamkeit auf die Strasse unter ihnen gerichtet hielt. Sie hatte nicht bemerkt wie sich hinter ihnen die Tür geöffnet hatte. Vorstag ging zwei Schritte vor, während Vilkas ihm den Weg freimachte und dabei dachte, mit Akki wäre er genauso vorgegangen. Eine Träne stahl sich bei diesem Gedanken in sein Auge. Er riss sich zusammen. Er durfte nicht an sie denken, nicht jetzt wo sie eine Festung von ihren unrechtmäßigen Besitzern befreiten. Vorstag bekam glücklicherweise nicht mit, was in Vilkas vorging. Er konzentrierte sich auf die Bogenschützin und einen Augenblick Später sank sie von einem Pfeil in den Nacken getroffen in sich zusammen, ohne noch einen Laut von sich zu geben. trotzdem blieb die Aktion nicht unbemerkt. Ein Pfeil zischte haarscharf an Vorstag vorbei. Die zweite Person, die sie vermutet hatten hatte gesehen wie ihre Kameradin zu Boden ging und sofort ihre Bogen geschnappt. Vorstag sprang zur Seite. Vilkas stürmte an ihm vorbei, mit seinem erhobenen Zweihänder. Der Mann war von der Wildheit mit der Vilkas angestürmt überrascht und es gelang ihm nicht rechtzeitig einen weiteren Pfeil einzulegen, um Vilkas damit zu verletzten. Noch bevor es dem Abgeschworenen gelang auf Vilkas anzulegen wurde ihm der Bogen aus den Händen geschleudert und er schwer am Arm verletzt. Mit seinem zweiten Hieb trennte Vilkas dem Mann den Kopf vom Rumpf. Vorstag war zwischenzeitlich in die andere Richtung gelaufen, denn er hatte gesehen, das dort auch noch jemand bei den Zelten war, der geschlafen hatte und sich nun aus den Fellen rausrollte. Noch bevor er seine Waffe ziehen konnte hatte Vorstag ihm sein Schwert zwischen die Rippen gejagt. Nachdem Vilkas und Vorstag den abgeschworenen die wenigen wertvollen Dinge abgenommen hatten begaben sie sich wieder ins Innere der Festung. Es war zwischenzeitlich später Nachmittag geworden. Im unteren bereich der Festung trafen sie auf drei weitere Abgeschworene die sie überraschen konnten. Sie durchsuchten die Lagerräume, die sich hier befanden du nahmen mit, was ihnen wertvoll erschien. Dann verließen sie die Festung durch den unteren Eingang. Sie hatten ausgelost, wer den berg noch mal hinaufging, um die Pferde zu holen, während der andere zu ihrer Gruppe zurückkehrte. Vorstag war der Verlierer und musste die Pferde holen. Es war schon dunkel als Vilkas bei der Kutsche ankam. Die Soldaten und der Kutscher hatten schon angefangen sich sorgen z machen und waren froh Vilkas gesund und Munter zu sehen. Zwei Stunden später kam auch Vorstag zurück und machte sich hungrig über das Abendessen her, das angerichtet worden war.

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Samstag, 2. Februar 2013, 12:47

082 Windhelm

Am folgenden Morgen brach die Gruppe zeitig auf. Da sie den gestrigen Tag nicht sonderlich weit gekommen waren, trieben Vilkas und Vorstag die Gruppe heute ordentlich an so das sie kurz nach Einbruch der Dunkelheit den verlassenen Wachposten erreichten, den Vilkas vor kurzem mit Aela und Varis von Banditen befreit hatten. jetzt waren hier ein paar Männer von Kommandanten Maro aus Drachenbrügge stationiert. in den ehemaligen Unterkünften der Banditen machten sie es sich für die Nacht gemütlich. Sie brauchten über Nacht auch keine Wachen aufstellen, da das von den Soldaten, die nun hier ihren Dienst machten übernommen wurde. Nach dem Essen setzten sich der Kutscher, die Soldaten die zu ihnen gehörten und Vorstag mit den Wachen, die dienstfrei hatten ans Feuer und begannen mit Würfeln zu spielen. Vilkas zog sich zurück und hing seinen Gedanken nach. Er war zu den Pferden gegangen und putzte seinen Schecken. Er musste die ganze Zeit an Akkirah und die Kinder denken. Sollte er es noch mal versuchen mit ihr zu reden? Er vermisste sie wahnsinnig. Es war als würde ein Teil von ihm fehlen. Er merkte nicht das er sein Gesicht in die Mähne des Pferdes vergraben hatte und ihm die Tränen übers Gesicht liefen.
Er schrak zusammen, als er plötzlich eine Hand auf seiner Schulter spürte. Vorstag hatte sich Sorgen um seinen Freund gemacht und hatte ihn daher gesucht.
"Ihr scheint eure Frau wirklich zu vermissen, mein Freund. Aber glaubt mir, das vergeht mit der Zeit."
"Nein, Vorstag, das wird nie vergehen. Sie ist ein Teil von mir. Sie und unsere Kinder, auch wenn ich die Kleinen kaum kennen lernen durfte."
"Das habe ich auch mal gedacht. Ich war monatelang kaum ansprechbar, nachdem mich die Frau, von der ich dachte wir wären füreinander geschaffen, mit einem anderen betrogen hat. Als ich sie das erste Mal erwischte, verteuerte sie mir, es wäre ein einmaliger Ausrutscher gewesen. Aber dem war nicht so. Ich erfuhr von Freunden, dass sie, wenn ich unterwegs war, sich weiterhin mit diesem Kerl traf. Als ich sie zur Rede stellte meinte sie nur, ich hätte ja selbst Schuld, wenn ich immer abwesend wäre. Danach habe ich mir geschworen, mich nie wieder an eine Frau binden zu wollen. Und ich bin heute froh darüber tun und lassen zu können was ich will."
"In eurem Fall würde ich möglicherweise ähnlich denken", Vilkas schluckte, bevor er weitersprach. "Aber mit Akki war das was ganz besonderes. Nie würde sie sich einem anderen hingeben, auch wenn ich es manchmal befürchtet habe. Und letztendlich ist es auch meine Schuld, dass wir uns getrennt haben. Ich hätte mehr Geduld haben sollen."
Dann erzählte er Vorstag die komplette Geschichte. Dazu hatten sie sich nahe der Kutsche ins Gras gesetzt. Weit nach Mitternacht war Vilkas fertig mit erzählen.
„Gebt nicht euch die Schuld. Jeder andere hätte genauso wie ihr reagiert“, sagte Vorstag nach einer Weile und legte seine Hand auf die Schulter seines Freundes. „Wenn sie euch genauso liebt, wie ihr sie, wird sie ihren Fehler erkennen. So und nun sollten wir uns schlafen legen. Wir haben noch eine lange Strecke bis wir Windhelm erreichen und ich glaube nicht, dass es nur ein Spaziergang wird. Vilkas nickte und erhob sich. Vorstag tat es ihm nach und sie begaben sich zu ihren schon vorbereiteten Lagern.
Die Sonne war gerade aufgegangen, als sich der Goldtransport mit seiner Eskorte wieder auf den Weg machte. Vilkas und Vorstag bildeten die Vorhut und erkundeten zu Pferd den Weg, den sie einschlagen wollte. Mit der Kutsche blieb ihnen nichts anderes übrig als auf dem Hauptweg zu bleiben, auch wenn der Weg Richtung Osten kürzer gewesen wäre und sie zwei Tage eingesperrt hätten. Aber dafür hätten sie ein paar Lasttiere gebraucht und keine Kutsche. Es war ein ruhiger Tag und nichts passierte. Die Sonne schien den ganzen Tag. Vilkas musste daran denken wie es war, als er das letzte Mal hier lang zog und die Kutsche mit der er, Aela und Varis umstürzte. Die Soldaten hätten gerne in Drachenbrügge übernachtet, aber Vilkas schüttelte den Kopf. Es war ein unnötiger Umweg und so zogen sie an der Kreuzung vorbei, und schlugen kurze Zeit später unter freien Himmel ihr Lager auf. Auch der nächste Tag verlief ohne großartige Zwischenfälle. Sie trafen mehrfach auf kaiserliche Patrouillen und einzelne Wanderer.
Am drauffolgenden Tag trübte sich das Wetter ein aber es regnete glücklicherweise nicht. Vilkas und Vorstag übernahmen wieder die Vorhut. Das Gespräch mit Vorstag in dem Lager bei der ehemaligen Räuberschlucht hatte Vilkas gut getan. Er war nicht mehr ganz so in sich gekehrt und ab und an gelang es Vilkas sogar zu lächeln, wenn Vorstag die ein oder Anekdote aus seinem Leben erzählte. Gegen Mittag sahen sie in der Ferne eine Festung am Wegesrand. Es musste sich um die Festung Schneefalke handeln. Sie war wie viele andere auch, seit langer zeit von ihren ehemaligen Besitzern verlassen worden. Warum wusste niemand so recht. Banditen und Wegelagerer besetzten diese gerne. Auch wenn sie heruntergekommen waren boten sie doch vor dem Wetter und auch vor Tieren und anderen Feinden Schutz. Vilkas und Vorstag ließen den Rest ihrer Truppe in sicherer Entfernung der Festung, wo sie noch nicht gesehen werden konnten, Rest machen. Dann die beiden Männer zügig los, um zu sehen, was sie erwarten würde. Als sie nahe genug waren konnten sie erkennen, das sich eine Gruppe Magier dort niedergelassen hatten. Dieses konnte man gut an den dunklen Roben erkennen, mit denen sich die meisten Magier in Himmelsrand kleideten. „ich habe ein ungutes Gefühl, mich ihnen zu nähern“, sagte Vorstag. Vilkas nickte ernst. „Magier sind mir nicht geheuer. Aber lasst uns schauen, was sie machen, wenn wir langsam an der Festung vorbeireiten.“
Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend ritten so unbedarft wie es nur ging den Weg entlang. Plötzlich schlug hinter den Pferden ein Eissplitter ein, der die Pferde erschreckte. „Verdammt, die haben etwas gegen uns.“ Vorstag schimpfte, denn er hatte leichte Probleme sein Pferd unter Kontrolle zu halten, damit es nicht durchging.
„Lasst es laufen“, rief Vilkas und spornte seinen Schecken an. Vorstag folgte ihm. Als sie weit genug entfernt waren parierten sie die Tiere durch und bleiben stehen. „Mit der ganze Gruppe kommen wir nicht daran vorbei. Das wird zu gefährlich.“ Vorstag stimmte Vilkas zu. „Da bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als die dort zu vertreiben“, antwortete Vorstag.
Sie banden die Pferde an Bäumen an. dann schlichen sie sich an die Festung heran, hielten sich dabei abseits des Weges. Auf den Wachgängen sahen sie drei Magier. „Ich nehme die beiden linken, ihr en Rechten.“ Vorstag hatte seien Bogen schon in die Hand genommen und einen Pfeil eingelegt und den zweiten in den Mund gesteckt, um ihn schneller greifen zu können. Auch Vilkas nahm seinen Bogen. Der erste Pfeil von Vorstag traf sofort tödlich. Die Frau stürzte mit einem letzten Schrei die Brüstung hinunter. Auch Vilkas Pfeil traf sozusagen ins schwarzen. Den zweiten erwische Vorstag nicht richtig, da dieser, nachdem seine Gefährtin starb zur Seite sprang und er nur an der Schulter verletzt wurde. Es gelang ihm einige Skelette, die im Hof der Festung lagen, magisch zum leben zu erwecken, die dann mit erhobenen Schwertern, durch den Eingang, nahe der beiden Freunde auf diese zustürmten. Vilkas hatte seinen Zweihänder gezogen und auch Vorstag nahm seinen Einhänder zur Hand. Die Skelettkrieger waren keine Herausforderung für die beiden kampferprobten Männer die sie in Windeseile in ihre Einzelteile zerlegten. Der verletzte Magier versuchte sie mit Eissplittern zu beschießen, aber er traf die beiden nicht. Vilkas gelang es an ihm heran zukommen während der Magier sich auf Vorstag konzentriert hatte und schlug ihm den Kopf ab.
Der Hof schien nun sicher zu sein, denn es rührte sich nichts mehr. „Wollen wir und die Festung noch von innen anschauen?“ fragte Vorstag. Vilkas schüttelte den Kopf. „Lieber nicht, wer weiß wie viele sich dort noch herumtreiben, und was die für magische Tricks auf Lager haben. Ich würde vorschlagen ihr holt die Pferde, während ich die beiden Eingänge beobachte und jeden der sich dort heraus wagt versuche zu erschießen.“ „nein. Lasst es uns anders herum machen. Ich bin der bessere Schütze.“ Vilkas wollte erst nicht zustimmen, aber dann nickte er und machte sich dann selbst auf den Weg um die Pferde zu holen. Als er mit ihnen zurück kam, wurde beschlossen, das Vorstag weiterhin die Stellung hielt, während Vilkas zu den anderen zurückkehrte und sich diese schnell auf den Weg machten um die Festung zu passieren. Eine halbe Stunde später passierte die ganze Truppe die Festung. Vorstag schwang sich auf sein Pferd und schloss sich ihnen wieder an.
Es wurde beschlossen die Nacht in Morthal zu verbringen. Da der Weg nun ebener geworden war, kamen sie zügig voran und ereichten bei Einbruch der Dämmerung die Stadt. Dort konnte sie dann auch gleich ihre Vorräte an Nahrung und Futter für die Pferde auffüllen. Die Kutsche wurde neben dem Haus des Jarls abgestellt. Vorstag und Vilkas übernahmen die erste Wache. Danach würden die vier Soldaten dran kommen. Auch wenn sie eigentlich in der Stadt nichts zu befürchten hatten, wollte Vilkas die Kutsche nicht alleine lassen. Es wurde eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen beluden sie die Kutsche mit den frischen Vorräten und brachen zeitig wieder auf.
Sie kamen die nächsten Tage recht unterschiedlich voran. Einmal mussten sie sich gegen einige Banditen verteidigen, die ihnen auflauerten. Aber mit denen hatten Vilkas und Vorstag wenig Probleme. Häufiger tauchten wilde Tiere, wie Frostspinnen, Wölfe oder auch Eistrolle auf. Was sich als zeitraubend rausstellte, war, das die Wege teilweise arg verschneit waren und sie sich teilweise durch Schneewehen durchkämpfen mussten. Vilkas bekam Zweifel, ob der von ihm gewählte Weg wirklich der bessere gewesen war. Hätte er sich doch lieber für die Route an Weißlauf vorbei entscheiden sollen? Vorstag schüttelte den Kopf. „Es war richtig. Wer weiß was uns auf der anderen Strecke an Gefahren begegnet wären. Zumal der andere weg wesendlich belebter ist.“
Nur einmal noch gab es eine größere Gefahr, als sie die von Banditen besetzte Festung Dunstan erreichten. Dummerweise führte die Strasse genau durch die Festung. Vilkas und Vorstag mussten bei ihrer Erkundung feststellen, das sie kaum eine Chance haben würden, sich gegen die Banditen zur Wehr zu setzen. Selbst wenn sie die vier Soldaten mit einbezogen, würde es schwer werden heil durch die Festung zu gelangen. So warteten sie den Einbruch der Nacht in sicherer Entfernung ab um sich an der einen Seiten außen an der Festung vorbei schleichen zu können. Das Gelände dort war so eben, das sie mit der Kutsche wenige Probleme bekommen würden. Allerdings mussten sie an einer Stelle recht dicht an der Festungsmauer vorbei. Aber der Wettergott meinte es gut mit ihnen. Es zog ein Schneesturm auf, der ihnen es erleichterte, ungesehen die Festung zu umgehen.
Sieben Tage später nachdem sie aus Morthal weiter gezogen waren erreichten sie dann endlich Windhelm. Die Kutsche blieb mit den Soldaten als Bewachung bei der Ställen, während sich Vilkas und Vorstag in die Stadt begaben. Sie suchten Niranye am Markt auf, die die Bestellung aufgegeben hatte. Sie war aber nur Vermittlerin, denn der eigentliche Käufer wollte nicht in Erscheinung treten. Das Ging Vilkas und Vorstag aber nichts an. Sie hatten ihre Aufgabe erledigt. Das Geld für Pavo sollte per Bankanweisung nach Markath überwiesen werden. Vilkas, Vorstag, der Kutscher und die Soldaten bekamen ihren Lohn direkt von der Händlerin ausgezahlt. Sie gab alles Vilkas, der sich dann gemeinsam mit seinem Freund wieder hinaus vor die Stadt begab, um die anderen auszuzahlen. Danach beschlossen Vilkas und Vorstag ein paar Tage in Windhelm zu bleiben, bevor sie wieder zurück nach Markath ritten. Sie nahmen sich Zimmer im Gasthof Kerzenschein.
Am folgenden Morgen besuchten sie den Markt und sahen sich in der Stadt um. Als sie am späten Nachmittag wieder zum Gasthof zurück wollten, wurden sie auf zwei seltsam gekleidete Männer aufmerksam, die die Bürger der Stadt ausfragten. Vilkas und Vorstag näherten sich ihnen neugierig, denn solche Rüstungen hatten sie noch nie gesehen. Die beiden Fremden wandten sich plötzlich an Vilkas und Vorstag. Ein komisches Gefühl beschlich Vilkas, als er ihnen in die Gesichter sah. Ihre Augen wirkten glanzlos und abwesend.
„Wir sind auf der Suche nach einer Betrügerin“, sagte der eine. Seine Stimme klang irgendwie mechanisch. „Sie soll sich als Drachenblut ausgeben. Aber jeder weiß, dass sie das nicht ist. Wir wurden von unserem Herren geschickt, um sie zu töten und aller Welt zu beweisen, das sie die Bewohner von Himmelsrand nur betrogen hat.“
Vorstag sah wie Vilkas kreidebleich wurde und wunderte sich darüber. Vilkas hatte ihm verschwiegen, das Akkirah das von den Männern gesuchte Drachenblut war.
„Warum sollte sie eine Betrügerin sein? Sie wurde von den Graubärten als solches anerkannt“, antwortete Vilkas vorsichtig, wobei er sich beherrschen mussten nicht auf die beiden Männer loszugehen.
„Unser Meister hat es gesagt und sein Wort ist Gesetz und steht über allem anderen. Wenn ihr wisst, wo sich die gesuchte Person aufhält, dann werdet ihr es uns sagen.“
„Niemals!“ Vilkas drehte sich um und wollte gehen, aber er wurde von den Männern zurückgehalten. Sie hatten ihre Waffen gezogen.
„Ihr werdet uns sagen wo sich die Frau aufhält. Ansonsten werden wir euch hier töten.“
„Von mir erfahrt ihr nichts.“ Blitzschnell sprang er zur Seite aus dem Gefahrenbereich der beiden Schwerte der fremdartigen Männer und zog seinen Zweihänder. Auch Vorstag hatte seine Waffe gezogen. Die umstehenden Bewohner von Windhelm zogen sich zurück und noch bevor die wachen eingreifen konnten, gingen die vier Männer aufeinander los Auch im Kampf wirkten die Männer wie ferngesteuert, als wären sie nicht sie selbst. Es war ein kurzer Kampf, den Vilkas und Vorstag für sich entscheiden konnten. Die beiden fremdartigen Männer lagen in ihrem Blut auf dem Boden. Einer der beiden lebte noch. Als Vilkas ihm noch etwas Fragen wollte zog dieser eine Dolch und tötete sich selbst. Vilkas und Vorstag durchsuchten die beiden Männer. Bei einem fanden sie einen Brief von ihrem Auftraggeber. Sie kamen aus Solstheim und hatten tatsächlich die Anweisung Akkirah zu töten. Beauftragt von jemand Namens Miraak.
„Sie wollen Akki töten“, sagte Vilkas leise zu Vorstag. „Ich muß ihnen zuvorkommen. Das heißt ich muß nach Solstheim und diesen Miraak ausfindig machen.“
Vorstag legte seine hand auf Vilkas Arm und nickte.
„Würdet ihr mich begleiten, mein Freund?“
Nun war es Vorstag der bleich wurde.
„Mein Freund ich würde gerne weiter an eurer Seite kämpfen, aber ich habe panische Angst vor dem Meer. Niemand bringt mich auf ein Schiff. Seid mir nicht böse.“
Vilkas schüttelte den Kopf. „Jeder hat etwas, das er nicht machen kann, und wenn ihr Angst vor dem Meer habt, dann ist es so. Deswegen kann ich euch nicht böse sein. Aber ich muß gehen. Würdet ihr mir einen anderen Gefallen tun?“
„Natürlich mein Freund“, man sah Vorstag an, das er sich nicht wohl in seiner Haut fühlte. „Um was geht es?“
„Reitet nach Weißlauf und sagt meinen Bruder, das Akkirah in größter Gefahr ist. Er und die anderen Gefährten müssen gut auf sie aufpassen. Wer weiß ob noch mehr Anhänger dieses Miraak gekommen sind oder kommen werden.“
„Darauf habt ihr mein Wort. Ich werde mich gleich morgenfrüh auf den Weg machen.“
„Ich danke euch, mein Freund. Und nun werde ich zum Hafen hinunter gehen und sehen, ob ich ein schiff finde, das mich schnellstmöglich nach Solstheim bringen wird.“
„Ich begleite euch hinunter.“
Gemeinsam suchten sie den Hafen auf. Die Nordmaid, mit der die beiden Fremden gekommen waren, lag im Hafen sah aber etwas Überholungsbedürftig aus, da sie in einen Sturm geraten zu sein schien. Von den Hafenarbeitern erfuhr Vilkas das die Blaue Seeschnecke in zwei Tagen auslaufen würde mit Ziel Rabenfels auf Solstheim. Vilkas bedankte sich für die Auskunft und suchte mit Vorstag den Kapitän auf. Selbst im Hafen konnte Vilkas spüren, welch Überwindung es Vorstag kostete, das Schiff überhaupt zu betreten.
Vilkas wurde sich mit dem Kapitän einig das dieser ihn mitnahm, obwohl er normalerweise keine Passagiere mitnahm. Es gelang ihm sogar für etwas extragold die Abfahrt auf den morgigen Tag gegen Mittag vorzuverlegen. Die hälfte des Geldes für die überfahrt gab Vilkas dem Mann sofort, den Rest würde er bekommen wenn sie auf See waren. nachdem das geklärt war gingen Vilkas und Vorstag zurück zum Gasthof. Vilkas schrieb noch einen langen Brief an seinen Bruder bevor er sich schlafen legte.
Am nächsten Morgen frühstückten Vilkas und Vorstag noch gemeinsam. Dann begleitete Vilkas seinen Freund noch hinab zu den Ställen, wo sie sich herzlich voneinander verabschiedeten. Vorstag sollte auch den Schecken von Vilkas mit nach Weißlauf nehmen. Denn es würde sicherlich lange dauern eher er zurückkommen würde. Eine normale Überfahrt nach Solstheim dauerte bei gutem Wetter zwei Wochen. Und für diese Zeit war das Tier in den Ställen von Weißlauf besser aufgehoben. Vilkas schaute Vorstag lange zeit nach. Dann ging er zurück zum Gasthof, packte seien wenigen Habseligkeiten und begab sich an Bord der Blauen Seeschnecke.

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Samstag, 16. Februar 2013, 13:08

083 Weißlauf

Akkirah brauchte einen Moment, um wieder halbwegs klar Denken zu können. Sie lag wieder auf dem Boden, wo sie, nachdem Vilkas die Gemächer verlassen hatte zurück gesunken war. Ihr Gesicht brannte links fürchterlich von der Ohrfeige, die Vilkas ihr verpasst hatte. Aber sonst schien ihr nichts passiert zu sein. Sie war nur unendlich wütend. Vilkas sollte ihr nie wieder unter die Augen treten und sie würde ihn auch nie wieder an die Kinder lassen, wer weiß was er ihnen antun könnte, wenn er wütend wurde. Er konnte von Glück sagen, das sie es gelernt hatte, ihre Stimme unter Kontrolle zu halten und sie nur das erste Wort aussprach. Jeden anderen hätte sie getötet, der sie so behandelte. Sie stand vorsichtig auf. Ihre vernarbte Wunde tat etwas weh, aber ansonsten war alles in Ordnung. Dann ging sie zum Bett der Kinder hinüber, um nach ihnen zu schauen. Die beiden hatten nichts von dem Streit ihrer Eltern mitbekommen und schliefen weiter friedlich. Akkirah beschloss sich schlafen zu legen, irgendwann in der Nacht würden die beiden bestimmt wieder wach werden und nach etwas zu Essen schreien. Glücklicherweise konnte sie sich in der Zwischenzeit alleine um die beiden kümmern und Lana konnte Nachts wieder schlafen.
Am folgenden Morgen ging Akkirah wie gewohnt spät hoch in die Methalle, nachdem sie sich um die Zwillinge gekümmert hatte, um selbst etwas zu Frühstücken. Nur Tilma war anwesend. Die meisten der Gefährten waren unterwegs um Aufträgen nachzugehen. Farkas wollte sich heute morgen bei der Höhle unterhalb der Stadt umschauen und nachdem er aufgestanden war und Lana hatte heute ihren freien Tag und wollte mit ihrem Bruder etwas unternehmen. Als Tilma Akkirah sah erschrak sie: "Kindchen, was ist passiert? Eure Wange ist ja rot und geschwollen."
"Nichts weiter, nur eine Meinungsverschiedenheit mit Vilkas.“
"Er ist wohl schon recht früh aufgebrochen, denn ich habe ihn nicht mehr gesehen. Aber wie konnte Vilkas das nur tun? Das ist doch gar nicht seine Art." Akkirah zuckte nur mit den Schultern. Sie wollte nicht drüber reden.
"Kommt Kindchen, setzt euch erst mal hin. Ich hole etwas von der kühlenden Salbe damit die Schwellung schnell zurückgeht." Akkirah tat, was die alte Frau ihr sagte und setzte sich hin, während Tilma die Salbe aus ihrer Kammer holte. „Was ist nur los mit euch beiden, Kindchen?“ fragte Tilma besorgt. „So kann es doch nicht weitergehen. Ihr müsst miteinander reden.“ Akkirah reagierte nicht darauf. Sie starrte nur einfach vor sich hin. Warum sollte sie mit jemanden reden, der den Tod ihrer Kinder gewünscht hatte. Konnten die anderen denn nicht verstehen, dass das zu viel verlangt war?
„Ich werde nachher im Hof wieder mit dem Training anfangen. Ich denke ich bin soweit und alles ist gut verheilt. Die Kinder können dabei schön unter dem Dach liegen und frische Luft schnappen.“
„Denkt ihr nicht, dass es zu früh ist?“
Akkirah schüttelte den Kopf. Ohne noch etwas zu sagen begab sie sich wieder nach unten. Sie fühlte sich nie wohl wenn sie die Kinder länger als ein paar Minuten alleine ließ. In ihrem Zimmer schliefen die beiden kleinen. Streuner lag vor dem Bett und beobachtete sie dabei. Als Akkirah das Zimmer betrat bleib er ruhig liegen wedelte aber freudig mit der Rute.
„Na kommt, mein Guter, wir gehen nach draußen.“ Freudig sprang der Hund auf. Akkirah wickelte die beiden Kinder in eine Decke und legte sie in den großen Korb, den Jon ihr angefertigt hatte. Bald würde sie wohl zwei davon brauchen, befürchtete sie, denn die kleinen wuchsen schneller als sie dachte.
Dann trug sie den Korb mit den Kindern nach oben und ging nach draußen. Es war trübes Wetter, aber sie musste einfach etwas tun. und einen Spaziergang in die Stadt unterließ sie die nächsten Tage lieber. Sie wollte nicht dass alle ihr geschwollenes Gesicht sahen. Unter dem großen Vordach war es Windstill. Akkirah überzeugte sich davon dass die Kleinen gut eingedeckt waren und dann ging sie die Treppen hinunter auf den Übungsplatz. Sie nahm eines der Übungsschwerter und begann langsam ein paar Übungen zu machen. Dabei merkte sie, das sie wohl noch lange brauchen würde um ihre alte Form wieder zu erlangen, denn nach einigen Minuten war sie außer Atem geraten. So ging sie wieder hinauf zu ihren Kindern und setzte sich zu ihnen. Es dauerte nicht lange, da wurden die kleinen unruhig. Sie bekamen Hunger. Sie überlegte hinein zu gehen um die Kinder drinnen zu stillen, aber da hier draußen zur Zeit niemand war, beschloss sie hier zu bleiben. Streuner würde Fremde schon verjagen, wenn diese stören würden. Sie hatte weiterhin nicht genug Milch um beide Kinder wirklich satt zu bekommen, daher bekamen sie einige zeit später immer noch etwas Ziegenmilch. Als Akkirah erst mal fertig mit Stillen war, hatte sie die Kinder wieder in den Korb gelegt. „Passt gut auf, Streuner, ich bin gleich wieder da. Ich hole nur etwas Milch für die Kleinen.“ Der Hund setzte sich brav neben den Korb und er würde niemanden ranlassen.
Akkirah ging nach drinnen um etwas Ziegenmilch zu holen, die immer in einem Krug in der Küche bereit stand. Aber als sie den Krug in die Hand nahm sah sie dass er leer war. „Oh, Kindchen, das tut mir leid, aber normalerweise hatte Vilkas immer dafür gesorgt, das immer frische Milch da war. Ich habe das vollkommen vergessen.“ Sie sah Schuldbewusst zu Boden.
„Es ist okay Tilma. Es ist doch nicht eure Schuld. Ich werde mich selbst drum kümmern.“ Akkirah lächelte die alte Dame an. Dann nahm sie den Krug und ging damit hinaus. Bevor sie zu dem Gehege der Tiere ging schaute sie noch mal den beiden die friedlich schliefen. Sie gab beiden einen Kuss auf die Stirn und ging dann weiter zu den Ziegen, um sie zu melken. Auf dem Hof, wo sie aufwuchs, hatte sie das oft machen müssen. Die Tiere waren Akkirah nicht gewohnt und stellten sch im wahrsten Sinne des Wortes zickig an. Es dauerte eine Weile, bis die Tiere ruhig standen und sich ihre Milch abnehmen ließen. Anschließen ging Akkirah zurück zu den Kindern und setzte sich an einen der Tische und füllte die beiden Fläschchen. Danach nahm sie erst Niranja und dann Farnir aus dem Korb und gab ihnen noch etwas zu trinken. Sie blieb mit den Kindern den ganzen Tag draußen. Tilma brachte ihr etwas zu essen hinaus und leistet ihr Gesellschaft.
Am späten Nachmittag kam Farkas vorbei. Er hatte heute Morgen die Höhle unterhalb der Stadt überprüft und geschaut ob sich wieder Banditen dort eingenistet hatten. Als er Akkirahs verfärbtes Gesicht sah, erschrak er. Er ahnte böses, zumal Vilkas nicht bei ihm und Charlotta vorbeigeschaut hatte um sich zu verabschieden, wie er es doch vorgehabt hatte. Trotzdem fragte er vorsichtig: „Wisst ihr wo mein Bruder ist? Er wollte eigentlich heute Morgen bei mir und Lotta vorbeischauen.“
„Er ist fort. Ich hoffe für immer, denn ich will ihn nie wieder sehen.“
„Wollt ihr darüber reden?“ Farkas war besorgt. Der Ton, in dem Akkirah das sagte war schneidend und eiskalt. So hatte er sie nie erlebt.
„Nein, da gibt es nichts zu reden.“
Es war nie Farkas Stärke gewesen, sich in schwierigen Situationen mit anderen zu unterhalten. Der einzige mit dem er sich über so etwas unterhalten konnte war sein Bruder gewesen. Und dieser war nun fort. Daher unterließ er es auch, weiter nachzuhaken. Er würde mit seiner Frau darüber sprechen. Sie und Akkirah waren gute Freundinnen. Vielleicht war es ihr möglich, Zugang zu seiner verschlossenen Schwägerin zu bekommen.
„War bei der Höhle alles in Ordnung?“ fragte Akkirah, nach einem Moment des Schweigens.
„Ja“, antwortete Farkas, „Es hat sich dort kein neues Gesindel niedergelassen. Aber wir sollten weiterhin regelmäßig nachschauen. Bei der alten Schmiede Stille Monde habe ich Rauch aufsteigen sehen. Ich würde vorschlagen, in den nächsten Tagen mal mit einem der anderen dort hin zureiten und zu schauen, wer sich dort herumtreibt.“
„Das ist eine gute Idee“, nickte Akkirah. „Jahn und Rick sollten mit Nerena morgen zurückkommen. Nehmt einen oder zwei von ihnen mit und schaut euch da um.“ Akkirah wollte noch etwas sagen, aber da fing Niranja an unruhig zu werden. Sie hatte wahrscheinlich die Windeln voll. Dann würde es auch nicht lange dauern bis Farnir anfing zu schreien. „ich sollte hinunter gehen und den Kleinen frische Windeln verpassen“, entschuldigte sich Akkirah. Farkas nickte und beschloss hinunter zum Markt zu Charlotta zu gehen. Sie würde den Stand eh bald schließen und da konnte er ihr noch beim Zusammenpacken helfen. Lange würde sie auch nicht mehr den ganzen Tag an ihrem Stand verbringen können. Noch gut drei Monate dann würde ihr Kind kommen.
Als Farkas bei Charlotta ankam nahm sie ihn in den Arm. „Ihr sehr müde aus mein Schatz. Und habt ihr etwas von Vilkas gehört?“
„Es gab wohl eine heftige Auseinandersetzung gestern Abend zwischen ihm und Akki. Er hat ihr dabei wohl eine kräftige Ohrfeige verpasst, was nicht zu übersehen ist. Dann ist er wohl gleich gegangen und Akki sagte mir, das sie ihn nie wieder sehen will.“ Farkas seufzte. „Ich mache mir große Sorgen um meinen Bruder. Ich hoffe er macht keinen weiteren Dummheiten. Und auch um Akki mache ich mir Sorgen. Warum hat sie sich so verändert? Sie und Vilkas waren doch immer so glücklich miteinander. Ich verstehe es einfach nicht.“ Charlotta nahm ihn in die Arme. „Ich weiß nicht was los ist. Mit mir spricht sie auch nicht darüber. Sie braucht wohl einfach noch einiges Zeit.“ „ Es sind doch nun schon fast zwei Monate vergangen. Sollte das nicht reichen?“ „Scheinbar reicht es nicht.“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Nun lasst uns sehen, dass wir den Stand dich machen. Heute kommt eh niemand mehr. und dann gehe wir hoch. Wir sollten jedenfalls versuchen Akki zu helfen wo wir können. Das würde Vilkas so wollen.“ Farkas nickte. Dann machten sie sich an die Arbeit. Bevor sie hochgingen begaben sie sich noch kurz zu ihrem haus, damit sch Charlotta umziehen konnte und sie Mila holen konnten, die den Nachmittag damit verbracht hatte etwas zu lernen.
Als die drei oben in der Methalle zum Essen ankamen. Saß Akkirah schon mit den Kindern, die in ihrem Korb lagen, an der Tafel. Ihr Gesicht sah nicht mehr so schlimm aus. Die Salbe Tilma, die Akki noch mal aufgetragen hatte, trug dazu bei, dass die Schwellung nun schneller zurückging. Charlotta begrüße Akkirah mit einer Umarmung. Sie spürte dabei, das ihre Freunde angespannt war und beschloss daher sie nicht auf die Vorkommnisse der letzten Nacht an zu sprechen. „Sie warf einen Blick auf die kleinen Zwillinge. „Sie wachsen schnell. Wen man bedenkt wie klein sie noch bei der Geburt waren und wie groß sie nun schon sind.“
„Ja, und das obwohl ich nicht genug Milch für die beiden habe.“ Akkirah wirkte traurig als sie das sagte. „Wie fühlt ihr euch? Lange ist es bei euch ja nun auch nicht mehr hin.“ „Mir geht es gut, liebste Schwester. Und ich bin froh, das Farkas in der Nähe ist und sich nicht tagelang unterwegs irgendwo herum treibt.“ Sie sah ihren Mann lächelnd an. Farkas ergriff ihre Hand und drückte sie fest.
Tilma kam mit den gefüllten Schüsseln an und stellte sie auf den Tisch. „So nun esst erst mal alle ordentlich.“ Sie selbst setzte sich mit an den Tisch. Die Zeit verging schnell und Akkirah ging bad nach dem Essen hinaus um die zeigen noch mal zu melken, damit sie über Nacht genug Milch für die Kinder hatte.
Die nächsten Wochen vergingen relativ ruhig. Akkirah verschloss sich weiterhin, wenn man versuchte sie auf Vilkas anzusprechen. Ansonsten verrichtete sie ihre Aufgaben in der Methalle, indem sie die anfallende Arbeit verteilte, sich mit den Gefährten unterhielt und den einen oder anderen Rat gab und wenn die Kinder gerade sie nicht Beanspruchten etwas mit den Anwesenden trainierte. Abends war sie meist todmüde und es war nicht daran zu denken die Nächte durchzuschlafen da die kleinen abwechselnd wach wurden und Hunger hatten oder die windeln voll gemacht hatten. Akkirah wollte aber keine Hilfe habe, auch wenn ihr Lana es immer wieder anbot.
Die anderen Gefährten hatten des Öfteren nach Vilkas gefragt. Akkirah hatte sie dann an Farkas verwiesen, der mit seinem Bruder in Kontakt stand, wie sie wusste. Es war für alle eine schwierige Situation. Akkirah spürte, das die anderen sie nicht verstanden, Sie selbst wusste ja auch nicht wie sie damit umgehen sollte. Vielleicht sollte sie mit den Kindern fortgehen. Aber wohin? Nach Rifton? Nein, da gab es zu viele Dinge, die sie an Vilkas erinnern würde. Morthal war ihr zu gefährlich für die Kinder. Vielleicht sollte sie nach Einsamkeit gehen. Dort hinter den Stadtmauern wären ihre Kinder sicher, aber was wenn der Bürgerkrieg sich doch weiter ausbreiten würde? Dann wäre Einsamkeit sicher eines der ersten Ziele. Also beschloss Akkirah in Jorrvaskr zu bleiben.

An einem sonnigen Vormittag saß Akkirah alleine auf der Terrasse am Übungsplatz. Die Kinder schliefen im Schatten. Sie hatte zuvor ordentlich mit ihrem Einhänder geübt. Dabei trug sie das erste mal seit langem wieder ihre Wolfsrüstung. Farkas war in der Methalle mit Rick und Jahn, die gerade von einem Auftrag zurückgekommen waren. Morgen wurden Ria und Torvar zurückerwartet, die in Falkenring gewesen waren. Während Akkirah so die Sonne genoss, merkte sie nicht wie sich ihr jemand von hinten näherte. Erst als eine hand auf ihre Schulter gelegt wurde, bemerkte sie das sie nicht alleine war. Wie von einer Tarantel gestochen sprang sie auf zog ihr Messer und ging in Abwehrhaltung. „Mädchen, ihr wollt mich doch nicht etwas aufspießen?“
„Bryn?“ Ungläubig sah sie ihren Freund an. „Was macht ihr hier?“
„Ich war zufällig in der Gegend, weil ich etwas mit Maccius zu besprechen hatte. Und da dachte ich schaue ich mal wie es meinen Mädchen geht.“
Er verriet nicht, dass er von Farkas und Charlotta angeschrieben worden war, in der Hoffnung, das es ihm vielleicht gelingen würde mit Akkirah zu sprechen und sie dazu zu bewegen sich mit Vilkas auszusöhnen.
Er nahm sie in den Arm. „Wie geht es euch? Ihr seht müde und erschöpft aus. Und wo ist Vilkas, sollte er nicht an eurer Seite sein?“
Akkirah freute sich sehr ihren Freund bei sich zu haben. Aber das er sie nun auf Vilkas ansprach gefiel ihr gar nicht, aber woher sollte er auch wissen was passiert war? Sie setzten sich auf die Bank und Bryn legte seinen Arm um Akkirah. Doch dann erzählte sie ihm alles, selbst die Dinge, die sie den anderen nicht sagen konnte. Brynjolf hörte ihr die ganze Zeit zu und unterbrach sie nicht. Als sie endlich endete standen ihr die Tränen in den Augen.
Brynjolf sah sie ernst an. „Man sollte euch über das Knie legen und euch ordentlich den Hintern versohlen, Mädchen.“ Akkirah war erstaunt, solche Worte von ihrem Freund zu hören. Sie hatte erwartet er würde sie verstehen und ihr zustimmen. Aber das tat er nicht. Ihre Augen begannen wütend zu blitzen.
„Hört mir gut zu, Mädchen. Ihr wisst, wie sehr ich euch mag und ich würde alles tun, damit ihr glücklich seid. Und zu eurem Glück gehört nun einmal Vil. Wie oft habe ich euch beneidet, wenn ich euch gemeinsam gesehen habe. Und ich wusste immer, ihr gehört zusammen. Für immer und ewig, wie ihr es bei eurer Hochzeit geschworen habt. Ich sehe doch, dass ihr jetzt nicht glücklich seid und ich wette, auch Vil ist es nicht. Geht zu ihm sprecht mit ihm so wie ihr es gerade mit mir getan habt. Räumt die Missverständnisse aus dem Weg und findet wieder zueinander. Denkt dabei auch an eure Kinder. Sie brauche sowohl euch als auch ihren Vater.“
„Ich kann nicht…“, Akkirah begann zu weinen. „Doch, ihr könnt es“, unterbrach Bryn sie, in einem ernsten strengen Tonfall, der keinen Widerspruch zuließ. „Und ihr werdet es tun. Versprecht es mir!“ Er sah ihr tief in die Augen. Akkirah schluckte ihre Tränen hinunter. Dann versprach sie es ihm.
„Ich habe Hunger und man sagte mir, das Essen in der beflaggten Mähre soll sehr gut sein. Würdet ihr mich begleiten und gemeinsam mit mir etwas Essen, Mädchen, bevor ich wieder zurück nach Rifton reite?“
Akkirah nickte. „Ich begleite euch gerne. Ich werde die Kinder bei Lana lassen.“ Ich bin gleich zurück. Dann verschwand sie schnell in der Methalle, die bis auf Lana und Tilma wider verlassen war. Farkas war zu Charlotta gegangen, die sich heute nicht so ganz wohl fühlte und daher Mila den Stand alleine führen ließ. Und die Brüder Jahn und Rick hatten sich nach unten in die Wohnquartiere zurückgezogen. Akkirah bat Lana sich um die Zwillinge zu kümmern. Lana nickte und begleitete sie hinaus auf die Terrasse. Als sie dort Brynjolf stehen sah, erschrak sie im ersten Moment, aber sie fing sich gleich wieder und begrüßte den Chef der Diebesgilde von Rifton höfflich aber zurückhaltend. Dann begaben sich Akkirah und Brynjolf hinab zur beflaggten Mähre wo sie sich ihr Mittag bestellten. Während des Essens unterheilten sie sich über alles Mögliche und Akkirah fragte wie es den anderen Mitgliedern der Gilde ging. Brynjolf erzählte ihr, was sich dort so zutrug.
Zur gleichen Zeit, wo sich Akkirah und Brynjolf in der beflaggten mähren aufhielten, kam ein weiterer Besucher in die Stadt. Es war Vorstag, den Vilkas geschickt hatte, um seinem Bruder bescheid zu geben, das Akkirah und die Kinder wohlmöglich in großer Gefahr schwebten. Vilkas hatte ihm gesagt, er möge am Marktplatz am Stand von seiner Schwägerin nachfragen wo Farkas zu finden sei. Er hatte ihm eine Beschreibung der Lage des Standes gegeben. Am Stand fand er nur ein Mädchen vor, bei dem es sich wohl um die Stieftochter von Farkas handeln musste. Er fragte sie nach Farkas und sie beschrieb ihm den Weg zum haus ihrer Eltern. Vorstag bedankte sich bei Mila und ging zu dem haus und klopfte dort dann an die Tür. Farkas öffnete und war erstaunt einen kräftig gebauten nord dort zu sehen.
„Wenn ihr wegen Aufnahme bei den Gefährten fragen wollt, dann geht bitte hoch nach Jorrvaskr. Akkirah, die Heroldin sollte dort anzutreffen sein.“
Vorstag lächelte. „Nein, ich ersuche nicht um Aufnahme. Ich soll euch eine Nachricht eures Bruders überbringen.“
„Vilkas? Wie geht es ihm, wo ist er?“
„Farkas, sei nicht so unhöfflich und bitten den Mann doch erst mal herein, bevor du ihn zwischen Tür und Angel ausfragst“, erklang von drinnen eine Stimme.
„Entschuldigt. Natürlich, kommt doch bitte herein.“
Vorstag betrat das Haus und stellte sich dann den beiden erst mal vor. Dann begann er zu erzählen, wie er und Vilkas sich kennen gelernt hatten und was alles in den letzten Wochen geschehen war. Zum Schluss erzählte er, was ihnen in Windhelm passiert war und das Vilkas befürchtete, das Akkirah und die Kinder auch weiterhin in Gefahr seien.“
Farkas und Charlotta hörten besorgt zu. Als Vorstag geendet hatte versprachen sie ihm, dafür zu sorgen, das niemand etwas Akkirah und den Kindern antun sollte. Vorstag wollte nicht unbedingt länger als nötig bleiben und verabschiedete sich von den beiden daher nachdem er alles erzählt hatte und begab sich hinab zu den Ställen, wo er sein Pferd sattelte.
Er war gerade fertig und wollte aufbrechen, als er Akkirah und Brynjolf ankommen sah. Akkirah hatte darauf bestanden Bryn noch zu den Ställen zu begleiten, bevor er wieder zurück nach Rifton ritt. Bryn nahm sie bei den Ställen zum Abschied noch mal in die Arme und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Anhand der Beschreibung, die Vilkas ihm von Akkirah gegeben hatte erkannte er sie sofort. Und als er sah, wie sie in dem Arm von Brynjolf lag schüttelte er nur traurig den Kopf. Auch Vilkas Frau war nicht besser als andere. Sie hatte sich so wie es aussah einen neuen Kerl zugelegt. Und für so eine Person wollte Vilkas sein Leben aufs Spiel setzen? Er überlegte ob er eine Nachricht nach Solstheim schicken sollte, um Vilkas mitzuteilen, das seine Akkirah es nicht Wert sei, für sie das eigenen Leben aufs spiel zu setzen. Als Vorstag an den beiden zu Pferd vorbeikam spuckte er Akkirah vor die Füße. „ Ihr seid es nicht Wert, das ein Mann wie Vilkas euch liebt.“
Dann drehte er sein Pferd um und trieb es an und galoppierte davon, ohne sich noch mal umzudrehen. Akkirah stand wie erstarrt da. Was sollte das bedeuten? Wer war der Mann? Was wusste er von Vilkas und ihr? Und wie konnte er einfach so etwas sagen? Sie war nun komplett durcheinander. Erst tauchte Bryn auf und wusch ihr ordentlich den Kopf und dann noch dieser Typ der Vilkas erwähnte.
Brynjolf wusste auch nicht was er davon halten sollte. Er hatte den man noch nie zuvor gesehen. „Beruhigt, euch Mädchen, das war bestimmt nur ein Missverständnis.“ „Das glaube ich nicht.“ Dann drehte sie sich zu den Ställen um. In der Box neben Fiinja stand der Schecke von Vilkas.
„Vil ist zurück“, flüsterte sie ganz leise. Ihr herz begann schneller zu schlagen und sie hatte plötzlich Angst. Dann sah sie Bryn an. Würdet ihr mich noch mal zurück in die Stadt begleiten?“ Brynjolf entging ihre Unsicherheit nicht.
„Kommt“, ich werde bei euch bleiben, wenn ihr es wünscht.
„Danke, Bryn.“
Dann begeben sich die beiden noch mal gemeinsam in die Stadt. Sie gingen gleich zum Haus von Farkas und Charlotta, denn wenn wäre Vilkas dort zu finden. Wieder war es Farkas, der die Tür nach ihrem Klopfen öffnete. Er und Charlotta waren erstaunt, Akki und Brynjolf zu sehen. Akkirah war ziemlich bleich, als sie fragte ob Vilkas da wäre. Farkas war erstaunt und fragte sie, wie sie darauf kommen würde. Sie erzählte ihm was bei den Ställen passiert sei, und das Vilkas Pferd dort stand.
Daraufhin begannen Farkas und Charlotta zu erzählen, was ihnen Vorstag erzählt hatte. Akkirah wurde noch blasser und ihr stiegen die Tränen in die Augen. „Ich habe mich die letzten Monate schlimmer als ein Idiot verhalten“, brach es aus ihr raus und sie begann nun richtig zu weinen. Charlotta legte ihren Arm um sie und Farkas meinte nur trocken: „Damit habt ihr meinen Bruder wirklich übertroffen.“ Charlotta warf Farkas für die Bemerkung einen bösen Blick zu und Brynjolf konnte ich das grinsen deshalb nicht verkneifen.
Nachdem Akkirah sich wieder etwas beruhigt hatte sagte sie: „Ich werde nach Windhelm aufbrechen und ihm mit dem nächsten Schiff folgen.“
„Seid vernünftig, Mädchen“, mischte sich Brynjolf nun ein, „ihr könnt nicht losfahren, was soll denn mit euren Kindern passieren? Die sind zu klein um eine solche Reise zu machen. Und zurücklassen könnt ihr sie auch nicht.“
„Ich würde ja gehen“, begann Farkas sah aber glücklicherweise nicht, wie entsetzt Charlotta ihn ansah. „Aber ich kann Lotta nicht alleine lassen.“ Seine Frau atmete erleichtert auf, als er den Satz beendete. „Wir finden schon jemanden, der die überfahrt machen kann. Möglicherweise könnten Jahn und Rick es machen. Lasst es uns heute Abend in der Methalle besprechen.“
Die anderen nickten. Dann fragte Bryn Akkirah: „kann ich euch nun alleine lassen? Ich habe noch einen weiten Weg vor mir.“
„Wollt ihr nicht über Nacht hier bleiben“, fragte Charlotta. „Tut mir leid, aber ihr wisst, dass es besser ist, wenn ich nicht bleibe. Das ich heute schon offen mit Akkirah durch die Stadt gegangen bin war keine gute Idee.“
Die anderen verstanden das. Er war schließlich eine gesuchte Person mit dem man nicht so gerne in Verbindung gebracht werden sollte. Akkirah nickte ihm zu. „Danke noch mal für alles, Bryn. Ich denke ich werde klar kommen.“ Sie versuchte zu lächeln.
„Das werdet ihr bestimmt und versprecht mir, wenn ihr wieder mit Vilkas zusammen seid, das ihr uns in der zersplitterten Flasche besucht.“ „Das werden wir machen, ihr habt mein Wort darauf.“
Dann verließ Brynjolf das Haus und machte sch auf den Weg nach Rifton. Die anderen beschlossen erst mal Mila zu helfen den stand dicht zu machen und danach wollten sie dann gleich hoch zur Methalle, um mit Rick und Jahn zu sprechen, ob diese bereit wären so schnell wie möglich nach Solstheim zu gehen. Als sie die Methalle betraten waren sie erstaunt. Ria und Torvar waren schon zurück. Als sie in Falkenring ankamen hatte man ihnen mitgeteilt, es hätte ich mit der Arbeit erledigt. Daher waren sie gleich wieder aufgebrochen und zurückgekehrt.
Akkirah berichtete was geschehen war. Die anderen waren erstaunt und erfreut zu gleich, dass sich ihre Heroldin entschlossen hatte, Vilkas zurückholen zu wollen oder ihm Unterstützung zu schicken, sollte es notwendig sein. Bevor Akkirah am Ende war sagte Ria gleich, „Torvar und ich werden gleich morgenfrüh nach Windhelm reisen und mit dem nächsten schiff nach Solstheim reisen.“ Torvar nickte sofort.
„Ich danke euch“. sagte Akkirah erleichtert. „Würdet ihr bitte einen Brief von mir mitnehmen, wenn ihr morgen aufbrecht?“ „Natürlich, Schwester“, Ria nahm Akkirah in den Arm.
Als Akkirah später im Bett lag, nachdem sie die Kinder gestillt und frisch gewickelt hatte, konnte sie nicht einschlafen. Was war nur los mit ihr in den letzten Wochen gewesen? Warum musste erst jemand wie Bryn kommen und ihr sagen, wie dumm sie sich verhalten hatte? Warum hatte sie selbst es nicht gemerkt? Vorhin hatte sie lange am Schreibtisch gesessen und versucht einen Brief an Vil zu schreiben. Aber sie die meisten entwürfe landeten im Feuer bevor sie ins Bett ging.
Aber irgendwann übermannte sie doch die Müdigkeit und sie schlief kurz ein.

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Donnerstag, 28. Februar 2013, 12:07

084 Auf den Weg nach Solstheim

Auf der blauen Seepferdchen gab es eine recht kleine Kammer unter Deck, die man Vilkas zugewiesen hatte. Normal wurde dieser Raum als Lager für besondere Gegenstände genutzt und war nicht für Gäste gedacht. Man hatte für Vilkas dort ein eine Hängematte angebracht und eine Kiste, in der er seine Habseligkeiten verstauen konnte. Damit war die Kammer dann auch schon voll. Vilkas legte seine schwere Wolfsrüstung und seine Waffen, außer einen Dolch in die Kiste, da er diese Dinge an Bord nicht brauchen würde und sie für eine Schifffahrt eh ungeeignet waren. Er hatte sich noch etwas leichtere Kleidung für die Überfahrt zugelegt, die er nun trug.
Langsam verließ die Blaue Seepferdchen den Hafen und fuhr den ruhigen Fluss hinab. Vilkas stand an der Reling und schaute nach vorne auf das offene Meer, wo große Eisberge zu sehen waren. Ca. vierzehn Tage brauchte man für die Überfahrt. Die Sonne schien strahlend am Himmel und es wehte ein leichter Wind. Vilkas hoffte, das das Wetter so bleiben würde und er so schnell wie möglich auf diese Insel kam, die einstmals zu Himmelsrand gehörte. Er hatte große Angst um Akkirah. Egal was passiert war, er würde alles tun, um sie und auch die Kinder zu schützen, auch wenn sie ihn davon gejagt hatte.
Nachdem er gut eine Stunde dort gestanden hatte begann er zu frieren, Sie hatten den Fluss verlassen und waren nun auf der See, wo der Wellengang zunahm. Für den Kapitän war es nicht einfach, Anweisungen für seinen Steuermann zu geben, damit sie keinen der Eisberge rammten, die vor der Küste lagen. Der Kapitän hatte Vilkas gesagt, wenn sie weiter rauskamen würde es weniger Eisberge geben, da diese an die Küsten getrieben wurden. Allerdings würde die See rauer werden.
Da der Lagerraum unten im Schiff nur halb gefüllt war mit Waren für Solstheim, war dort genug Platz um ein wenig mit dem Schwert zu üben ohne jemanden im Weg zu sein. Damit beschäftigte sich Vilkas den Rest des Nachmittags. Er kam mit den Bewegungen des Schiffes gut zurecht. Das Abendessen wurde gemeinsam mit der Mannschaft auf dem Deck eingenommen. es gab einen einfachen Eintopf. nach dem Essen stellte sich Vilkas wieder eine Weile an den Bug des Schiffes und sah dem Untergang der Sonne zu, die leicht verschleiert rot unterging. Akki hätte dieser Anblick bestimmt gefallen, dachte Vilkas. Wie oft hatten sie in Rifton abends unten am See oder auf der Terrasse gemeinsam gesessen und den Sonnenuntergang genossen. Nun, das würde er wohl nie wieder zusammen mit ihr machen. Traurig stand er lange so da und hing seinen Gedanken nach bevor er sich hinab in seine kleine Kammer ging und schlafen legte.
Der nächste Tag begann recht ruhig. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Crew übte Vilkas wieder alleine unten im Lagerraum mit seinem Zweihänder. Gegen Mittag wurde der Wind heftiger. Der Kapitän begann besorgt dreinzublicken. Man konnte sehen wie sich am Horizont eine riesige dunkle Wolkenmasse zusammenschob. Vilkas trat zu dem Mann. " Wird es schlimm werden?" fragte er den Kapitän.
"Sieht auf alle Fälle nicht gut aus. Wir werden versuchen westlich der Sturmfront vorbei zu kommen. Das wird uns zwar ein paar Tage Zeit kosten, aber besser als mitten durch segeln zu müssen. "
"Warum nicht umdrehen und abwarten?"
"Zu gefährlich. Auf offener See müssen wir uns wenigstens keine Gedanken machen, gegen die Küste oder Eisberge geschleudert zu werden. Und zum Umkehren ist es zu spät. Seit der Rote Berg ausgebrochen ist, ist das Wetter in diesen Breiten unberechenbar geworden. Ihr solltet euch, wenn es hier richtig zur Sache gehen wird, unter Deck begeben und dort bleiben. Ich möchte nicht, dass ihr ausversehen über Bord gespült werdet."
Am Nachmittag wurden sie von den ersten Ausläufern der Sturmfront erwischt. Die Mannschaft hatte alle Hände voll zu tun, das Schiff auf kurz zu halten. Vilkas tat wie geheißen und begab sich unter Deck. Er befürchtete, das ihm das Rollen des Schiffes Seekrank machen würde, aber nichts dergleichen geschah, worüber er nicht böse war. Sechs Tage tobte der Sturm und fast die ganze Zeit musste Vilkas unter Deck bleiben. Die meiste zeit verbrachte er in seiner Koje, da bei dem Seegang es kaum möglich war irgendwo ruhig zu stehen ohne sich festhalten zu müssen. Das Essen bestand in dieser Zeit über ausschließlich aus Zwieback und Wasser oder auch mal einen Met. An Kochen war nicht denken, denn es war zu gefährlich ein Feuer zu anzufachen.
Als der Sturm sich endlich gelegt hatte und Vilkas das erste Mal wieder an Deck gehen konnte, war er entsetzt über den Schaden die das Unwetter angerichtet hatte. Das Hautsegel war zum größten Teil zerfetzt, einige der Rahen waren gebrochen. Die erschöpften Männer der Crew waren nun dabei alles notdürftig zu flicken. Er hatte erfahren, das während des Sturms einer der Seeleute über Bord gegangen war. Vilkas ging zum Kapitän aufs Achterdeck.
"Es sieht schlimm aus. Kann ich irgendwie behilflich sein?"
"Wir haben schon Schlimmeres überstanden, die Masten sind noch ganz und wir haben genug Ersatzmaterial um die Schäden soweit reparieren zu können, das wir notfalls noch so einen Sturm überstehen könnte." Vilkas schaute den Kapitän skeptisch an.
"Keine Sorge", meinte dieser dann. "Den Rest der Reise werden wir so überstehen. Allerdings sind wir sehr weit vom Kurs abgekommen, so das wir statt der geplanten zwei Wochen drei brauchen, um Solstheim zu erreichen. Wenn ihr bei den Reparaturen helfen wollt , wendet euch ja Jeron, den Bootsmann. Er wird euch sagen, wo Hilfe benötigt wird."
Vilkas nickte und ging hinab aufs Hauptdeck , um mit Jeron zu sprechen. Dieser war froh noch etwas Hilfe zu erhalten und wies ihn dann an mit einem der Seeleute das Schanzkleid zu erneuern, das durch herabfallende Rahstangen Zerschlagen worden war. Drei Tage später war das Schiff soweit wieder in Ordnung. Die See war recht Rau und sie hatten die meiste Zeit Gegenwind. Da es Vilkas nicht lag, die meiste Zeit untätig rumzusitzen, half er wo er konnte an Bord mit und lernte so einiges über das Segeln. So vergingen dann die nächsten Tage fast wie im Flug. Da er Abends meist recht müde war, schlief er auch immer recht bald in seiner Hängematte ein, wobei seine letzten Gedanke aber immer bei Akki und seinen Kindern waren. Die ungewohnte Seeluft trug einiges dazu bei, das er besser Schlafen konnte, als er dachte.
Am Abend bevor sie Solstheim erreichen würden, stand Vilkas mit dem Kapitän auf dem Achterdeck. Es war neblig und man konnte kaum den Bug des Schiffes sehen. Vilkas fühlte sich unwohl in dieser Suppe. "Macht euch keine Sorgen, das ist hier normal", versuchte der Kapitän Vilkas zu beruhigen. "Hier draußen gibt es keine Inseln, untiefen oder ähnliches. Morgenfrüh sieht alles viel besser aus und wir werden Solstheim sehen. Am Mittag dürften wir dann unser Ziel Rabenfels erreichen." Vilkas hatte kein gutes Gefühl, aber da der Kapitän schon seit Jahren durch diese Gewässer fuhr, würde er bestimmt Recht haben.
Wie gewohnt fiel Vilkas zu später Stunde todmüde ins Bett. Kapitän Lantes hatte zum Abschluss der Fahrt, die morgen enden sollte, allen noch einen guten Tropfen seines Wachholderschnaps spendiert. Mit entsprechend schweren Kopf schlief Vilkas daraufhin auch bald ein.
Es war weit nach Mitternacht, als Vilkas durch eine heftige Erschütterung des Schiffes aus der Hängematte geschleudert wurde und auf den Boden fiel, wobei er sich den Kopf an der Truhe so anschlug, das er bewusstlos wurde. Daher bekam er nicht mit was zwischenzeitlich passierte.
Die Gegend, durch die sie fuhren, war berüchtigt für Piratenüberfälle. Da der Kapitän aber keine Wertvolle Fracht bei sich hatte, hatte er sich keine Sorgen gemacht, das man ihn überfallen würde und hatte sich wie gewohnt nicht einem Konvoy angeschlossen, wie es die Handelsschiffe meistens machten. Sie waren aber weit von ihrem eigentlichen Kurz abgekommen und dadurch in einen Bereich gekommen, den selbst Lantes normalerweise mied. Auf dieser Fahrt schienen sie irgendwie vom Pech verfolgt zu werden.
Das Piratenschiff hatte sich ihnen unmerklich genähert und sie mit seinem verstärkten Sporn, der sich unterhalb der Wasserlinie am Bug befand, gerammt und ihnen die Seite aufgeschlitzt. Ein Teil der Schlafenden Seeleute wurden, wie Vilkas durch die Erschütterung überrascht aus den Kojen geworfen. Nachdem sich einige vom der Überraschung erholte hatten, griffen diese zu ihren Waffen und stürmten damit an Deck. En paar andere suchten auf die schnelle Material zusammen um das große Leck notdürftig flicken zu können. Aber weit kamen sie nicht. An Deck wurden die wenigen Männer, die unbewaffnet ihrer Arbeit nachgegangen waren, von den übersetzenden Piraten gnadenlos niedergemetzelt. Einzig Kapitän Lantes und seinem Bootsmann gelang es, nachdem auch sie überrascht aus ihren Kojen gesprungen waren, mit ihren Schwertern einige der Piraten kurzzeitig auf Abstand zu halten und drei ihrer Angreifer zu töten, bevor man sie übermannte und niederschlug.
Der Kampf war schnell beendet. Ein Großteil der Mannschaft der Blauen Seepferdchen lag tot oder verletzt an Deck. Diejenigen die unten versuchten das Leck abzudichten, hatte man niedergeschlagen und nach oben geschleppt. Auch Vilkas wurde gepackt und an Deck gebracht, wo er benommen neben den anderen auf die Knie sackte.
Der Piratenkapitän Varell trat neben Kapitän Lantes.
"Wo sind die Diamanten und Edelsteine, die ihr nach Solstheim bringen solltet?"
Kapitän Lantes sah den Mann verwirrt und erstaunt an. "Ich weiß nicht wovon ihr sprecht, wir haben keinen Edelsteine an Bord. Nur etwas Stoff und Felle, sowie eine Ladung Schwarzdornmet für den Ratsherrn von Rabenfels."
"Lügt mich nicht an, die Seestern sollte von Einsamkeit kommend, im Auftrag der ostkaiserlichen Handelsgesellschaft, Diamanten transportieren."
Kapitän Lantes lachte bitter auf: "Ihr habt dann wohl das falsche Schiff erwischt. Das hier ist die Blaue Seepferdchen aus Windhelm."
Der Piratenkapitän lief dunkelrot an. Er schäumte vor Wut. "Harras", brüllte er seiner Männer an. "Gebt mir einen Lagebericht über unsere Verluste. Dann sorgt dafür das das was an brauchbarer Ladung vorhanden ist auf unser Schiff hinüber kommt."
" Vier unsere Männer sind tot, drei leicht verletzt, einer schwer. Der Kapitän und sein Bootsmann habe für die meisten Verluste gesorgt, Varell." Nach diesen Worten gab er einigen Männern aus der Crew Anweisung, die Ladung auf das Piratenschiff zu bringen. Als das erledigt war trat er wieder zu seinem Kapitän.
"Wir sind fertig und können verschwinden."
Das angeschlagenen Schiff bekam langsam in Schräglage.
"Okay lasst uns schauen, ob wir ein paar der Männer finden, die unsere Verluste ausgleichen können."
Harras gab Anweisung, die Mannschaft von der blauen Seestern in einer Reihe Aufstellen zu lassen. Varell ging die Reihe ab. Er zeigte auf zwei kräftige Seeleute. "Die beiden kommen mit." Dann ging er weiter. neben Vilkas, der noch immer recht benommen da stand, blieb er wieder stehen. "Hmmm, der sieht auch brauchbar aus. Nehmt ihn auch mit. Sollte er doch nichts taugen können wir ihn immer noch an die Fische verfüttern. Den Rest wird getötet und dann verbrennt das Schiff."
Harras wies ein paar seiner Leute an, die ausgesuchten Männer der Blauen Seepferdchen hinüberzubringen und dem Rest der Mannschaft ließ er die Kehlen durchschneiden, bevor das Schiff in Brand gesteckt wurde.
Vilkas und seine beiden Kameraden mussten entsetzt zusehen, wie einer nach dem anderen starben. Aber sie konnten nichts machen, denn man hatte sie gleich in Ketten gelegt, nachdem sie auf dem Piratenschiff ankamen. Harras stand grinsend neben ihnen. "Wenn ihr nicht spurt geht es euch genauso." Dann ließ er sie unter Deck schaffen.

CKomet

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Sonntag, 7. April 2013, 10:48

085 Auf der Suche nach Vilkas

Am frühen Morgen wurde Akkirah durch das Weinen von Farnir aus ihrem eh unruhigen Schlaf gerissen. Schnell stand sie auf und ging zum Bett der Zwillinge hinüber. Sie nahm den Jungen in den Arm und ließ ihn an ihrer Brust trinken. Nachdem er zufrieden und Akkirah ihn zurück ins Bett gelegt hatte, wurde Niranja wach und das Spiel ging von vorne los. Als auch das Mädchen gesättigt war, wickelte sie die beiden frisch und begab sich dann mit den Kindern hoch in die Methalle. Tilma hatte schon mit Hilfe von Lana das Frühstück vorbereitet. Ria und Torvar saßen auch schon am Tisch. Sie begrüßten Akkirah fröhlich. Akkirah lächelte das erste Mal seit Monaten wieder ungezwungen zurück und setzte sich zu den beiden.
Ria und Torvar würden gleich nach dem Frühstück aufbrechen. Sie hatten den Plan aber etwas geändert und beschlossen von Einsamkeit aus loszusegeln. Nach Windhelm würde man zwar schneller kommen, aber in Einsamkeit war die Chance ein Schiff nach Solstheim zu bekommen größer. Besonders jetzt um diese Jahreszeit, wo häufig das Meer von Stürmen heimgesucht wurde. Lana war schon am frühen Morgen hinunter zu den Ställen gegangen und hatte Skulvar gebeten zwei Pferde für die beiden bereit zu stellen. Jorar würde sie bis Einsamkeit begleiten und die Pferde anschließend zurück bringen. Das war die schnellste Möglichkeit nach Einsamkeit zu gelangen, denn die reguläre Kutsche war gerade gestern erst abgefahren.
Nach dem Frühstück begleitete Akkirah die beiden hinunter zu den Ställen. Die Kinder hatte sie dabei in ihrem Korb dabei. Als Torvar und Ria auf die Pferde stiegen reichte Akkirah Ria den Brief an Vilkas.
"Er soll so schnell es geht nach Hause kommen. Ich brauche ihn." Sie schwieg kurz und sah ihre Kinder an. „Wir brauchen ihn."
Ria lächelte sie an. "Wir finden Vilkas und bringen ihn euch zurück."
Dann brachen sie auf. Akkirah stand noch einige Zeit vor den Ställen und schaute ihnen nach, wie sie nach Westen die Straße entlang ritten. 'Ach Vil', dachte sie. 'Ich vermisse euch, kommt zu mir zurück'. Tränen standen ihr dabei in den Augen. Sie konnte gar nicht verstehen, wie sie die letzten Wochen und Monate nur so Leben konnte. Es war als wäre sie aus einen Traum aufgewacht. Wenn sie doch nur die Zeit zurück drehen könnte. Oder wenigstens selbst Vilkas folgen könnte. Streuner, der neben ihr stand, stupste sie mit seiner kühlen Nase an. Er spürte ihre Traurigkeit. Akkirah strich im mit der Hand über den Kopf.
„na kommt, Streuner, lasst uns etwas Spazierengehen, wo wir schon hier unten sind. Bis zur Honigbrauerei sollte ja nicht sonderlich gefährlich sein. Sind ja genug Wachen unterwegs.“ Streuner sprang fröhlich los während Akkirah mit dem Korb langsam hinterher ging. Als sie die Brauerei erreichten setzte sie sich auf die Mauer davor und nahm die Flasche mit der Milch, die sie dabei hatte und gab sie den Kindern. Sie selbst aß einen Apfel, den sie mitgenommen hatte. Nachdem sie fast eine Stunde dort verbracht hatte machte sie sich wieder auf den Rückweg. Nicht das Sich Tilma und Lana sonst noch Sorgen machen würden, wo sie ab blieb.
In der Stadt machte sie noch am Marktplatz halt und unterhielt sich kurz mit Charlotta, bis diese wieder Kundschaft bekam. Akkirah ging dann hoch nach Jorrvaskr. Tilma wollte Lana schon losschicken, Akkirah zu suchen, denn es war schon weit nach Mittag. Schuldbewusst schaute Akkirah zu Boden. „Ich war noch ein wenig Spazieren um den Kopf etwas frei zu bekommen.“
„Das sollte ihr nicht so ohne weiteres machen. Denkt dran, was Vilkas hat ausrichten lassen. Es sind irgendwelche Verrückten unterwegs, die euch töten wollen. Und ihr hattet nicht mal eine anständige Waffe dabei.“
Akkirah wurde rot und schwieg. An die Gefahr, die ihr möglicherweise drohte, hatte sie gar nicht mehr gedacht. Sie kam sich wie eine kleines unvorsichtiges Kind vor. Und sie hatte damit auch ihre beiden kleinen gefährdet. Von nun an würde sie nicht mehr alleine losgehen.
Sie zog sich mit ihren Kindern in ihre Gemächer zurück, wo sie ihnen erst mal etwas zu Essen gab und sie dann anschließend frisch wickelte.
Am Abend begab sich Akkirah zum Essen zu Farkas und Charlotta hinüber. Die Kinder hatte sie gut eingedeckt, weil es zu regnen angefangen hatte und sie nicht wollte das beiden nass wurden. Auch Streuner war wie immer dabei.Nun, wo sie wieder sie selbst war, fühlte sie sich in der Gesellschaft ihrer Verwandten wieder wohl und sie war froh darüber. In ca. einem Monat würde auch die Zeit von Charlotta kommen. Akkirah hoffte es würde nicht so wie bei ihr laufen,.Aber da Charlotta ja schon eine Tochter bekommen hatte und bei der alles glatt gegangen war, dürfte es auch beim zweiten Kind nicht viel anders laufen.
Der Abend wurde recht gemütlich. Sie holten ein altes Brettspiel heraus und gemeinsam mit Mila verbrachten sie so die Zeit nach dem Essen. Zwischendurch musste Akkirah die Kinder mit der Flasche füttern, wobei ihr Mila gerne half. Es war schon fast Mitternacht wo sie zurück nach Jorrvaskr ging. Müde schlief Akkirah, nachdem sie die Kinder noch für die Nacht fertig gemacht hatte ein. Ihre letzten Gedanke galten Vilkas, bevor sie ins Reich der Träume entschwand.
Das Wetter war die nächsten Tage recht unbeständig und immer wieder regnete es. Damit vielen die Spaziergänge meist recht kurz aus und beschränkten sich auf die Straßen innerhalb der Mauern von Weißlauf, wo Akkirah auch keine großartige Angst haben musste, das man sie oder ihre Kinder angreifen würde. Die Wachen ließen nicht jeden ohne weiteres durch das Tor in die Stadt. Wann immer es möglich war trainierte sie auf dem Übungsplatz, um ihre alte Form wieder zu erlangen. Meist war es Farkas, mit dem sie übte, da die anderen unterwegs waren und ihr Schwager nun nur noch losging, wenn es wirklich nicht anders ging. Denn er wollte in der Nähe seiner Frau bleiben. Die Übungen mit dem Bogen machten wenigstens schnell Fortschritte. Ihre Treffsicherheit hatte sie bald schon wieder. Es fehlte halt nur die Kondition, um den Bogen längere Zeit gespannt zu halten und Fernschüsse machen zu können. Es fehlte ihr auch, sich einfach mal aufs Pferd zu schwinden und einen Runde durch die Gegend zu reiten. Aber dafür hätte sie Farnir und Niranja entweder in Jorrvaskr oder bei Charlotta und Farkas lassen müssen und das brachte sie nicht über das Herz.
Akkirah hatte das Gefühl, die Kleinen würden jeden Tag wachsen und lebhafter werden. So hatte sie zum Glück auch nicht viel Zeit darüber nachzudenken, was sie vielleicht lieber machen würde. Die Kinder gaben ihr vor, was sie wann wie lange machen konnte. Ansonsten meldeten sie sich lautstark. So verstrichen die Nächsten Wochen auch recht schnell.
Ria und Torvar hatten Jorar, der zwischenzeitlich auch wieder zurückgekommen war, ausrichten lassen, das sie zwei Tage nach ihrer Ankunft in Einsamkeit eine Passage auf einem Schiff bekommen hatten, das nach Solstheim fuhr. Sie waren sehr zuversichtlich, das sie Vilkas finden würden.
Dreieinhalb Wochen, nachdem die beiden Aufgebrochen waren, kam das Kind von Farkas und Charlotta zur Welt. Wie erwartet gab es keine Probleme und nach wenigen Stunden erblickte ein kleiner Junge das Licht der Welt. Danica war sicherheitshalber zwar gerufen worden, musste aber so gut wie nichts machen, außer Farkas einen Beruhigungstrank zuzubereiten. Akkirah durfte bei der Geburt dabei sein. Sie freute sich sehr, das alles so gut gegangen war. Mila durfte den Namen aussuchen und hatte sich für Tonas entschieden. Farkas war vollkommen aus dem Häuschen, als er seinen Sohn das erste Mal in den Armen hielt.
Akkirah stiegen die Tränen bei dem Anblick in die Augen. Wie hatte Vilkas wirklich geschaut, als er Farnir und Niranja das erste Mal hielt? Sie hatte es nicht mitbekommen und später hatte sie ihm den Umgang mit den Kindern versucht zu untersagen. 'Ach, Vil', dachte sie, 'Was war ich für eine schlechte Ehefrau, die euch die Kinder entzogen hat. Ich wünschte mir ihr wärt jetzt hier und könntet sehen, wie euer Bruder euren Neffen in den Armen hält.'
Wieder überkam sie das ungute Gefühl, das sie seit ein paar Tagen hatte. Irgendwas war passiert, aber sie konnte sich nicht erklären was es war. Sie fühlte wie sich ihr Herz verkrampfte. 'Vilkas geht es euch gut?' Sie drückte ihre beiden Kinder, die sie in den Armen hielt fester an sich. Nach einer Weile beschloss sie, zu gehen und Charlotta und Farkas mit ihrem Jungen alleine zu lassen. Sie konnte jetzt eh nichts machen und bevor sie hier am Ende doch noch einen Weinanfall bekam, ging sie lieber.
Sie würde Morgen früh wieder vorbeischauen und sie freute sich dann darauf, die nächste Zeit gemeinsam mit Charlotta sich um die Kinder zu kümmern. Charlotta hatte schon zwei Wochen zuvor ihren Marktstand an Ysolda abgegeben. Sie hatte auch nicht vor ihn so schnell wieder zurück zu nehmen. Sie würde mit Tonar genug zu tun haben und so auch etwas mehr Zeit für Mila haben. Zumal Farkas ja auch wieder häufiger raus musste. Wobei Akkirah immer drauf achten würde, das er nie allzu weit weg seine Aufträge zu erledigen hatte.
Die nächsten Tage standen im zeichen des neuen leben. Akkirah war mt ihren Kindern meist bei ihren Verwandten. Alle die von ihren Aufträgen zurück zur Methalle kamen, freuten sich über die Neuigkeit sehr. Da es viel zu tun gab aber nicht viele da waren, da Akkirah, Vilkas, Farkas, Ria und Torvar ja ausfielen, blieben die Gefährten meist nur ein oder zwei Tage um dann wieder lsozuziehen. So war es die meiste Zeit sehr leer in der Halle.

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Ria und Torvar hatten auf der „Dicke Seekuh“ unterkommen können. Der Kapitän freute sich ein paar Gäste zu haben. Er war schon recht alt und hatte sehr viel Erfahrung und eine Mannschaft der er blind vertrauen konnte. Ria und Torvar fühlten sich von Anfang an auf dem Schiff gut aufgehoben. Sie brauchten gar nicht erst in die Stadt um sich dort ein Zimmer bis zur Abfahrt zu nehmen sondern, konnten gleich aufs Schiff kommen. Die „Dicke Seekuh“ wollte gemeinsam mit zwei anderen Schiffen nach Solstheim fahren. „im verband zu fahren ist sicherer. Die Piraten werden immer frecher.“
Das beruhige die beiden Passagiere nicht unbedingt, denn sie wussten, das das Schiff mit dem Vilkas fuhr alleine unterwegs war. Die Überfahrt verlief recht ruhig. Der Wind wehte gleichmäßig und kräftig, und tagsüber war fast immer die Sonne zu sehen. So erreichten sie nach zwei Wochen, wie geplant Solstheim am frühen Abend. Die Aschewolke, die der Rote Berg vom Festland aus ausstieß konnte sie schon drei Tage vor Ankunft auf der Insel sehen. Ria und Torvar waren erstaunt, wie nah die Insel doch an Morrowind zu liegen schien.
Auch wenn die beiden keinen Probleme auf See gehabt hatte, waren sie froh wieder auf festem Boden zu stehen. Sie hatten mit dem Kapitän abgesprochen, das sie wenn alles klappen würde, in einer Woche wieder mit ihm zurückfahren würden. Bis dahin wollten sie sehen, das sie Vilkas fanden und solange in Rabenfels unterkommen.
In Rabenfels suchten sie zunächst den Spuckenden Netch, das örtliche Gasthaus, auf und fragten nach einem Zimmer. Dabei erkundigten sie sich auch gleich, ob vor einiger Zeit ein anderer Reisende aus Windelm kommend hier abgestiegen sei. Der Wirt verneinte das. Ria sah Torvar bedrückt an. Das war keine gute Nachricht, aber vielleicht hatte Vilkas ja anderwärtig eine Unterkunft gefunden oder war gleich weitergezogen. Sie wollten am Nächsten Morgen anfangen, im Ort erkudigungen einzuholen. Heute war es dafür schon zu spät.
Am folgenden Morgen gingen Torvar und Ria zunächst zum Stadthalter der Stadt. Er sollte über Neuankömmlinge, die mit den Schiffen gekommen waren, an sich Bescheid wissen. Nach ihrer Ankunft waren die beiden gestern doch recht müde gewesen und hatten sich daher ohne Umschweife zu ihrer Unterkunft begeben ohne sich großartig umzuschauen. Als sie nun am Morgen vor den Gasthof traten, waren sie überwältigt von dem was sie sahen. Die Stadt wurde zum Großteil von Dunmer bewohnt. Die Rüstungen der Stadtwachen sahen vollkommen anders aus, als die die sie von Himmelsrand kannten. Auch die Architektur der Häuser war anders als sie es kannten. Gestern war es ihnen nicht so aufgefallen, da es am Dämmern war, aber nun im Sonnenlicht kamen sie aus dem Staunen nicht heraus. Direkt am Hafen gab es einige Häuser, die normal aus Stein gebaut worden waren. Auch eine riesige Steinmauer, war teilweise um die Stadt zu sehen. Das mussten noch alte Reste aus den Zeiten gewesen sein, wo die Insel noch zu Himmelsrand gehörte, bevor sie an Morrowind abgegeben wurde und ihre ursprünglichen Einwohner sie nach und nach verließen.
Aber sie waren nicht hier, um die Stadt zu bewundern, sondern auf der Suche nach ihrem Freund und Gefährten. Sie erkundigten sich auf dem Marktplatz bei einem der Händler nach dem Sitz des Stadthalters. Er wies auf eines der Häuser am Wasser und so gingen sie dort hin. Der Stadthalter selbst war nicht anwesend, sondern nur sein Stellvertreter Arano.
Sie brachten dann ihm ihr Anliegen vor. Arano hörte zu. Als Torvar geendet hatte. Senkte der Stadthalter bedauernd seinen Kopf.
„Es tut mir sehr leid, euch das mitteilen zu müssen, aber ich befürchte, ihr werdet euren Freund nicht finden. Ein Handelsschiff aus Morrowind hat einige Überreste der Blauen Seeschnecke vor der Küste von Solstheim gefunden. Sie waren teilweise verbrannt, was darauf schließen lässt, das das Schiff von Piraten überfallen und anschließend im Feuer aufgehen ließen. Sie haben keine Überlebenden finden können, nur ein paar Leichen.“
Ria und Torvar sahen sich entsetzt an. Das konnte sie nicht glauben. Vilkas sollte tot sein?
„Gibt es nicht die Möglichkeit, das sich doch jemand an Land hat retten können?“ fragte Ria leise.
„Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, zumal der Überfall noch recht weit draußen vor der Küste stattgefunden haben muss. Möglich ist so was natürlich immer, aber ich würde mir da an eurer Stelle keine allzu großen Hoffnungen machen.“
„Wir danken euch für die Auskunft, Arano“, sagte Torvar schließlich. „habt ihr etwas dagegen einzuwenden, wen wir die Küste Absuchen und uns selbst überzeugen, das es keinen überlebenden gab?“
„Natürlich nicht. Ich stelle euch gerne eines der Fischerboote mit Besatzung zur Verfügung, wenn ihr es wünscht. Für die Kosten müsst ihr allerdings selbst aufkommen.“
„Das werden wir.“
„Gut dann kommt am Mittag zum Hafen. Das Boot wird für euch bereit stehen.“
Torvar und Ria bedankten sich bei dem 2. Ratsherrn und gingen zunächst zurück in ihre Unterkunft. Sie waren recht bedrückt nach dieser Nachricht.
„Wie sollen wir das Akki nur beibringen?“ fragte Ria leise.
„Lasst und erst die Küste absuchen. Vielleicht besteht doch Hoffnung und Vilkas hat es an Land geschafft.“
Ria nickte und dann machten sie sich auf den Weg zum Hafen um das Fischerboot zu suchen, mit dem sie die Küste absuchen würden.
Sie fuhren sechs Tage mit dem Boot an der Küste hoch. Nirgends fanden sie Spuren von Vilkas oder anderen Überlebenden der Blauen Seepferdchen. Nur ein paar verbrannte Planken, die aber auch von anderen Schiffen stammen konnten. Ria und Torvar überlegten ob sie ihren Aufenthalt verlängern sollten, um weiter zu suchen, aber die Fischer mit denen sie unterwegs waren, machten ihnen auch wenig Hoffnungen. Selbst wenn Vilkas den Überfall selbst überlebt haben würde, waren draußen im Meer Unmengen von Schlachterfischen zu finden, die sich auf alles stürzten, was Fressbar war.
So fuhren sie anschleißend sechs Tage zurück wobei sie nochmals jeden Stein und Fels untersuchten in der Hoffnung etwas übersehen zu haben, was sich aber nicht bestätigte.
Als die Dicke Seekuh wieder nach Einsamkeit aufbrach, fuhren Ria und Torvar wieder mit zurück. War die Hinfahrt noch fröhlich verlaufen, war ihre Stimmung nun am Boden. Dem Kapitän gelang es nicht, sie etwas aufzumuntern. Nachdem sie in Einsamkeit angekommen waren verabschiedeten sich die beiden Passagiere von Dem Kapitän und bedankten sich noch mal recht herzlich für seine Fürsorge. Dann suchten sie die Ställe auf, wo sie sich ein Pferd mieteten, das sie so schnell es ging zurück nach Weißlauf bringen sollte. Sie machten unterwegs nur pause, wenn es wirklich Notwendig war und das Pferd Erholung brauchte. Am liebsten hätten sich die beiden zeit gelassen, denn sie fühlten sich nicht gerade wohl dabei, Akkirah und Farkas die Nachricht von Vilkas Tot zu überbringen. Aber es musste sein.
Am Nachmittag des vierten Tages nachdem sie in Einsamkeit angekommen waren, erreichten sie Weißlauf. Sie brachten Das Pferd in den Stall wo sich Jorar sofort um das Tier kümmerte. So konnten die beiden gleich weiter hoch nach Jorrvaskr laufen. In der Methalle war nur Tilma. Lana war draußen im Hof beim Waschen, Aela, Nerena und Athis trainierten ein wenig.
Als Tilma Ria und Torvar sah wurde sie bleich. „Ihr habt ihn nicht mitgebracht?“
Ria schüttelte den gesenkten Kopf. „Wo ist Akki?“ fragte sie nur.
„Bei Charlotta und Farkas.“
Ohne ein weiteres Wort drehten sich Ria und Torvar gemeinsam um und verließen die Halle wieder und machten sich auf den Weg zum Haus von Charlotta und Farkas.
Als sie an die Tür des Hauses klopften vernahmen sie von drinnen fröhliche Stimmen. Farkas war es, der lachend die Tür öffnete. Als er Ria und Torvar mit bleichen Gesichtern vor sich stehen sah, wurde er ernst.
„Vilkas? Wo ist er?“
„Dürfen wir reinkommen?“
„Entschuldigt, natürlich dürft ihr das. Kommt.“
Er brachte sie ins Wohnzimmer, wo Akkirah Niranja auf dem Schoß hielt, während Mila sich um Farnir kümmerte. In den Armen von Charlotta lag der kleine Tonar, der Schlief. Man sah Ria und Torvar ihr Unbehagen an, als sie den Raum betraten.
Akkirah legte Niranja in ihren Korb der neben ihr stand um Ria und Torvar zu begrüßen.
„Wo ist Vil?“ fragte sie wie schon zuvor Farkas.
Dann brach Ria, die sich bis dahin tapfer die ganze zeit über gehalten hatte in Tränen aus und Torvar nahm seine Frau in die Arme.
„Sein Schiff wurde von Piraten überfallen“, begann Torvar zu erzählen. Es gab keine Überlebenden. Wir haben die Küste, vor der es passierte selbst noch mal abgesucht, aber es war nichts zu finden.“
Wie erstarrt stand Akkirah da und nahm die Nachricht auf. Vilkas sollte tot sein? Das konnte nicht sein. Das würde sie spüren. Auch Farkas wollte es nicht glauben.
„Er lebt“, antworteten Farkas und Akki fast gleichzeitig.
Torvar sah die beiden verwirrt an.
„Ich weiß das er noch lebt“, sagte Akkirah noch mal während Farkas schwieg. „Ich hätte es gespürt, wenn ihm etwas zugestoßen wäre.“
Farkas legte seinen Arm um Akkirah und nickte. „Sie hat recht. Er ist nicht tot. Auch ich hätte es gefühlt, wenn er gestorben wäre.“
Akkirah ging auf die beiden Besucher zu. „Ihr solltet euch ausruhen. Es war eine anstrengende Reise und ihr habt getan, was in eurer Macht stand. Dafür danke ich euch beiden sehr.“
Dann drehte sie sich zu Charlotta und Farkas um, der zwischenzeitlich zu seiner Frau getreten war und sie und ihr Kind in den Arm genommen hatte.
„Ich werde so schnell es geht selbst aufbrechen und nach Vilkas suchen. Und ich werde ihn finden.“
Farkas sah Charlotta an, die ihm zunickte.
„Ich werde euch begleiten, Akki. Gemeinsam werden wir ihn finden.“
„Nein“, sagte Akkirah. „Ihr müsst hier bleiben bei eurer Frau und eurem Kind. Sie brauchen euch. Außerdem übertrage ich euch und Aela gemeinsam die Führung von Jorrvaskr.“
„Ihr könnt auch nicht gehen. Was ist mit euren Zwillingen? Wollt ihr sie zurücklassen?“
„Nein, sie werden mitkommen. Es ist meine Schuld das Vilkas fort gegangen ist. Also muss ich ihn auch selbst zurückholen. Die kleinen sind kräftig genug um so eine Reise durchzustehen. Ich werde auch nicht alleine fahren. Ich werde Athis und Nerena mitnehmen, wenn sie einverstanden sind.“ Sie schwieg kurz. Als Farkas was einwenden wollte, kam ihm Akkirah zuvor.
„Ich werde gehen, ob es euch gefällt oder nicht und ich werde keinen Widerspruch dulden.“ Sie hob energisch ihren Kopf und dann nahm sie Mila Farnir ab und legte ihn in den Korb zu Niranja.
„Ich werde hoch gehen und anfangen die Vorbereitungen zu treffen, damit ich so schnell wie möglich aufbrechen kann.“
Dann nahm sie den Korb und verließ ohne ein weiteres Wort das Haus und ließ die anderen einfach stehen.

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Samstag, 11. Mai 2013, 12:48

086 Flucht

Vilkas Kopf bereitete ihm ziemliche schmerzen. Nachdem man ihn und seine beiden Kameraden an Bord des namenlosen Schiffes gebracht hatte, hatte man ihm und die anderen beiden erst mal ordentlich verprügelt. So sollte sichergestellt werden, dass sie gar nicht erst auf die Idee kommen würden, etwas Dummes zu tun und den Befehlen, die ihnen gegeben wurden zu widersprechen. Die ersten zwei Tage verbrachten sie unter Deck. Zu essen gab es nur Reste und brackiges Wasser. Aber immer noch besser als gar nichts dachte sich Vilkas. Am dritten Tag brachte man Vilkas hoch und er musste mit zwei weiteren Männern das Deck schrubben. Auch seine Mitgefangenen mussten am Deck arbeiten. Man hatte sie zu unterschiedlichen Arbeiten eingeteilt, damit sie nicht miteinander reden konnten.
Man hatte Vilkas Fußfesseln angelegt, mit denen er sich langsam auf dem Schiff bewegen konnte. Flucht war damit nicht möglich, denn sie waren so schwer, dass er damit nicht schwimmen konnte. Wenn der Aufseher der Meinung war, er würde trödeln oder nicht gründlich genug arbeiten, bekam er die Peitsche zu spüren. Nach dem Deck schrubben, sollte er in der Kombüse dem Koch helfen, das Essen zuzubereiten. Selbst auf diesem Piratenschiff wurde zwischen die „Offizieren“ und der einfachen Mannschaft Unterschiede gemacht.
Vilkas musste als das Essen fertig war es zunächst zu Varell dem Kapitän, Harras dem Bootsmann, und Juirk dem Steuermann gehen und es ihnen bringen. Mit seinem Ketten an den Füssen kam Vilkas nur langsam vorwärts und da er auch sein Gleichgewicht nicht so finden konnte, da die Ketten recht Eng waren, dauerte es eine Zeit und fast hätte er es auf der letzten Stufe zum Achterdeck fallenlassen. Im letzten Moment gelang es ihn das Tablett wieder gerade zu bekommen und so verschüttete er nur einen Teil des Weins. Das reichte aber schon aus, um den Unwillen von Varell zu erregen und er wies Harras an, ihn später vor versammelter Mannschaft auspeitschen zu lassen.
Harras ließ Vilkas an den Mast binden und nahm selbst die Peitsche in die Hand. Das Hemd das er trug und ihn tagsüber ein wenig bei den Schlägen geschützt hatte wurde ihm runter gerissen und Harras schlug mit voller Kraft fünf Mal zu, so dass seine Haut aufplatzte. Nach dem fünften schlag wurde Vilkas ohnmächtig. Er hätte selbst nicht damit gerechnet, denn er hatte gehofft, dass sein vernarbter Rücken durch die Misshandlungen im Schattenstollen unempfindlicher gewesen wäre, aber dem war nicht so. Harras wollte noch weitermachen, aber Varell winkte ab.
„Das reicht, schließlich soll er noch etwas länger für uns arbeiten.“
Harras rollte seine Peitsche zusammen und befahl einem der Männer, die herumstanden einen Eimer Seewasser über Vilkas zu kippen, und ihn dann nach unten ins Quartier zu bringen. Durch das kalte Wasser kam Vilkas wieder zu sich. Die Nacht schlief er kaum, da er nicht auf dem Rücken liegen konnte. Am folgenden Tag musste er dieselben arbeiten wie am Tag zuvor verrichten. Glücklicherweise war es bewölkt, so dass die Sonne seinen zerschundenen Rücken nicht zusätzlich verbrennen konnte, denn sein Hemd war nicht mehr zu gebrauchen. Diesen und auch die nächsten Tage schaffte er, ohne unnötig den Unmut der Schiffsführung auf sich zu ziehen und so wurde er von weiteren Schlägen verschont.
Ein paar weitere Tage später entdeckten sie ein einsames Schiff am Horizont, das schwer beladen aussah. Das namenlose Schiff der Piraten war recht schlank gebaut und damit auch sehr schnell. Es war wie geschaffen dafür, ein einzelnes Schiff aufzubringen, solange man nicht in See Kampf verwickelt wurde. Vilkas und die beiden anderen wurden kurz bevor sie das Schiff entern sollten unter Deck gebracht und dort an den Händen an die Bordwand gekettet. Man wollte niemanden abstellen, der sie bewachte. Es war wieder ein kurzer Kampf. Das andere Schiff war überrascht worden und die Mannschaft zeigte so gut wie keine Gegenwehr in der Hoffnung so mit dem Leben davon zu kommen. Aber dem war nicht so. Varell ließ, nachdem er die Wertvollen Waren, die aus Stoffen und Gewürzen bestand auf sein Schiff hatte bringen lassen, die Mannschaft des aufgebrachten Schiffes in den Lagerraum sperren lassen und dann Löcher in die Bordwand geschlagen, damit das Schiff sank. Die Mannschaft im Lagerraum ertrank elendig.
Die Schreie der Ertrinkenden raubten Vilkas fast den Verstand. Er hätte sich am liebsten die Ohren zugehalten, aber da er an die Wand gekettet war ging es nicht. Als das Schiff versunken war, ließ man die drei Gefangenen an Deck kommen, damit sie die Beute hinunter in den Lagerraum tragen konnten. Vilkas fühlte sich elend, bemühte sich aber seine Gefühle und den Hass, den er den Piraten entgegenbrachte nicht zu zeigen und setzte eine gleichgültige Mine auf. Wenn es nur um ihn gehen würde, wäre es ihm egal was man mit ihm machte. Es würde eh niemanden interessieren. Außer natürlich seinem Bruder. Aber er musste es schaffen nach Solstheim zu gelangen um das Unheil von Akkirah und den Kindern abzuwenden. Er hoffte es würde es auch schaffen. Das war das einzige, was ihn daran hinderte sich gehen zu lassen und von den Piraten töten zu lassen. Eine Woche nach dem Überfall auf das Schiff, kam es wieder mal zu einem Zwischenfall, der dafür sorgte das Vilkas ein paar Tage unter Deck verbringen musste.
Während des täglichen Deck schrubben, bei dem Vilkas den Verdacht hatte, das würde nur gemacht werden, damit keine Langeweile aufkam und der ein oder andere sich an den Arbeitenden auslassen konnte indem er sie mehr antrieb, rutschte einer der Matrosen auf einem Stück Seife, das der Nebenmann von Vilkas unglücklich liegengelassen hatte aus und es gelang Vilkas gerade noch im letzten Moment den Mann davor zu bewahren über Bord zu gehen. Der Aufseher, sah die Situation natürlich vollkommen anders und meinte Vilkas hätte den Mann zu Fall gebracht und wollte ihn ins Wasser werfen. Niemand widersprach dieser Aussage. Auch nicht der Mann den Vilkas geholfen hatte. So wurde er gleich vor versammelte Mannschaft wieder an den Mast gebunden und Harras ließ seiner Peitsche freien Lauf. Vilkas hielt diesmal 10 Schläge durch bevor er das Bewusstsein verlor, aber Varell ließ Harras weitermachen. Nach 20 Schlägen war Vilkas die Haut auf Vilkas Rücken fast überall aufgesprungen. Wieder ließ man ihn mit kalten Wasser überschütten und brachte ihn anschließend runter ins Quartier, wo man einfach liegen ließ. Zu Essen bekam er an dem Tag auch nichts mehr. Niemand wollte es riskieren, sich den Zorn des Kapitäns auf sich zu lenken. Am nächsten Morgen konnte Vilkas sich kaum rühren. Alles tat ihm weh und er hatte fürchterlichen Durst. Irgendwie gelang es ihm, sich zu dem Wasserfass, das unter Deck stand zu schleppen und sich eine Kelle voll zu nehmen. Niemand hindert ihn daran. Zum Arbeiten war er aber so nicht fähig, als blieb er unten. Immer wieder verlor er das Bewusstsein, und er hatte das Gefühl, seine Haut auf dem Rücken hätte sich abgelöst.
Zu Essen bekam er nichts. Also quälte sich Vilkas am Tag drauf nach oben. Der kühle Regen tat ihm gut und er versuchte so gut es ging seine Arbeit zu verrichten. Man hielt sich zurück ihn dabei zu schlagen. So verging eine weitere Woche. Langsam schienen die Wunden einigermaßen auch ohne Behandlung zu verheilen. Weiterhin musste Vilkas aber die Fußfesseln tragen. Irgendwie traute man ihm nicht so recht. Die beiden anderen hatten sich zwischenzeitlich an das Leben auf diesem Schiff gewöhnt. Sie waren eh neu an Bord ihres alten Schiffes gewesen und sie schafften es sich mit der Piratenbande zu arrangieren. In der letzten Woche hatte sie wieder ein Schiff überfallen und dabei wurde nur noch Vilkas unten an die Wand gekettet.
Da ihr Laderaum nun gut gefüllt war, wurde beschlossen ihr Versteck auf einer kleinen Insel anzusteuern, wo die die haltbaren Sachen lagerten. Anschließend wollten sie in die Nähe von Solstheim, wo ein Händler auf sie wartete, der ihnen die Gewürze abnehmen würde. Vilkas hoffte, das sich dabei eine Gelegenheit ergeben würde, um vom Schiff zu fliehen. Er hatte vor einigen Tagen einen alten rostigen Nagel gefunden. Er hoffte damit die Fußfesseln irgendwie öffnen zu können. Akkirah hatte ihm ja einiges beigebracht von dem was sie selbst in der Diebesgilde gelernt hatte. Vilkas hätte nie gedacht, dass es ihm möglicherweise mal das Leben retten könnte, es gelernt zu haben, wenn auch mehr schlecht als recht.
So vergingen noch mal fast zwei Wochen bis sie den Treffpunkt mit dem Händler von Solstheim erreichten. Es handelte sich um eine kleine aus mehreren Felsen, die teilweise mit Sand bedeckt waren, Inselgruppe im Nordwesten. Die Küste selbst bestand hier aus steil aufragenden Felsen ohne Strand davor. Vilkas hatte nicht viel Zeit sich genauer umzusehen, da man ihn. Sobald sie sich der Inselgruppe näherten unter Deck bringen ließ. Sie waren am späten Nachmittag angekommen. Ihr Handelspartner war noch nicht angekommen, aber in der Ferne sah man ein Schiff sich nähern.
Vilkas nutzte die Zeit, die er alleine unter Deck war um zu versuchen die Fesseln zu öffnen. Es war gar nicht so einfach und er war mehrfach dabei aufzugeben, aber dann gelang es ihm die erste zu öffnen. Das geflügelte ihn und nicht lange, und auch die zweite Fessel war geöffnet. Jetzt musste er nur eine Möglichkeit finden, die Fesseln so zusammenhalten zu lassen, das es nicht auffiel das sie offen waren. Aber er sie trotzdem schnell lösen konnte. Er fand in einer Kiste eines der anderen Männer etwas band, das er dafür nutzte um Fesseln zusammen halten zu lassen. Es war schon dunkel als er an Deck kommen durfte, um etwas zu Essen zu sich zu nehmen. Er setzte sich etwas abseits auf eine Tau Rolle und aß, was man ihm vorsetzte.
Kapitän Varell hatte ein kleines Fässchen Met für die Männer bereitgestellt, das es zur Feier des Tages wegen des guten Geschäftsabschluss gab. Harras verteilte es, Vilkas aber übersah er dabei. Dieser war deshalb auch nicht böse. Nach dem Essen begannen die Männer von Varell die Ladung auf das Andere Schiff zu bringen. Da Vilkas gefesselt war und sich kaum bewegen konnte, musste er nicht mithelfen und man ließ ihn unbeobachtet sitzen. Das nutzte Vilkas. Er stieß noch kurz ein Stoßgebet an Talos aus und dann lief er so schnell es die Fesseln zuließen an die Reling und sprang ins Wasser. Für die Männer kam das überraschen. Varell fluchte laut. Er überlegte zwei seiner Männer hinterher springen zu lassen. Aber da es in diesen Gewässern von Schlachterfischen wimmelte, unterließ er es. Er wollte nicht noch weitere verlieren. Sollte Vilkas doch untergehen und als Fischfutter enden, denn die Fußketten würden ihn schon in die Tiefe ziehen und hier war die See recht tief.
Als Vilkas im eiskalten Wasser landete wurde er im ersten Moment fast bewusstlos. Er verfiel in Hektik um die Fesseln zu lösen, die ihn in die Tiefe zogen. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor bis es ihm gelang sie abzustreifen. Dann begann er zu schwimmen. Er wusste nicht wie lange er es schaffen würde unter Wasser zu bleiben. Es war schon einige Zeit her, wo er zuletzt schwimmen war. Selbst da war er nie der beste Schwimmer und Taucher gewesen. Jedenfalls nicht im Vergleich mit Akkirah. Aber hier ging es um sein Leben und so mobilisierte er all seine Kräfte um möglichst weit fort von dem Piratenschiff zu kommen und die Wasseroberfläche zu erreichen. Als Vilkas endlich an die Oberfläche kam, schnappte er wild nach Luft. Weit war er nicht von den beiden Schiffen entfernt. Und er war in Richtung offenes Meer hinaus geschwommen. Um die gefährlichen Schlachterfische machte er sich zurzeit keine Gedanken. Er versuchte sich im Dunkeln zu orientieren. Die Sicht war schlecht, Nebel zog auf. Etwas was ihm zugutekam, Allerdings auch zum Verhängnis werden konnte. Durch den Nebel konnte er den Mond schimmern sehen. Das war schon mal gut und würde ihm einen Anhaltspunkt für die Richtung geben, in die er schwimmen musste. Er wollte eine der kleinen Felseninseln erreichen, die in der Nähe waren. Dort würde er sich erst mal verstecken und hoffen, dass man ihn da nicht suchen würde.
Vilkas brauchte fast zwei Stunden um die Insel zu erreichen, die er sich ausgesucht hatte. Die Strömung hier draußen war doch ziemlich stark. Das war sicher auch einer der Gründe, warum die Schlachterfische ihn nicht behelligten. Völlig erschöpft brach er am Strand zusammen. Aber noch bevor es hell wurde kam er wieder zu sich. Auf allen Vieren kabbelte er vorsichtig weiter den kleinen schmalen Sandstreifen hoch, um sich zwischen den Felsen zu verstecken. Hier schlief er wieder ein. Als es hell wurde, erwachte Vilkas wieder. Der Nebel hatte sich verzogen. Vorsichtig versuchte er etwas höher aufzusteigen um sich einen Überblick zu verschaffen. Als er oben ankam, war weit und breit kein anderes Schiff mehr zu sehen. Die Piraten und der windige Händler waren wieder verschwunden. Es wäre zu gefährlich länger als Nottat zu bleiben und dabei möglicherweise entdeckt zu werden.
Vilkas fiel ein Stein vom Herzen. Eine Gefahr war damit schon mal weniger vorhanden. Nun musste er nur noch sehen wie es ihm gelang ans Ufer von Solstheim zu gelangen. Als erstes aber untersuchte er aber zunächst die Insel auf die er sich gerettet hatte. Er spürte wie er wieder Hunger und Durst bekam. Er versuchte es verdrängen.
Er schien auf der größten der vier kleinen Inseln gelandet zu sein. Sie bestand nur aus Felsen und Sand am Strand. Zwischen den Felsen entdeckte er eine kleine Stelle, wo sich etwas Regenwasser gesammelt hatte. Das Meerwasser kam glücklicherweise nicht so hoch, daher war es trinkbar, wie Vilkas feststellte. Unten am Strand hatte er Muscheln gesehen. Er hoffte sie gehörten zur Essbaren Sorte. Solstheim war ja an sich bekannt für seine Muscheln, die auch bis nach Himmelsrand gebracht wurden. Da es mit Feuermachen schlecht aussah, musste der das Muschelfleisch roh essen. Er würgte es irgendwie runter. Danach begann Vilkas die Insel genauer abzusuchen. Er fand etwas altes Holz, das an die Insel gespült worden war. Auch zwei alte leere Flaschen entdeckte er. Er sammelte sie ein und spülte sie Zunächst mit Seewasser aus. Danach brachte er sie zu der kleinen Wasserstelle. Noch mal spülte er sie nun mit etwas sauberem Wasser aus. Er war sehr sparsam dabei, denn viel Wasser war hier nicht vorhanden. Dann nahm er die Muschelschale, die er mitgenommen hatte und Begann damit das Wasser in die Flaschen zu füllen. Zum Verschließen nahm er etwas Muschelfleisch. Was Besseres hatte er nicht. Dann ging Vilkas wieder hinunter zum Strand wo er das Holz, das er gefunden hatte zusammen gesammelt hatte. Ein Stück sah groß genug aus, um es als Floß zu benutzen. Ein paar der anderen Bretter konnte man als Paddel benutzen.
Damit hoffte er ans Ufer gelangen zu können, sofern ihn die Strömung nicht aufs Meer hinaus zog.
Vilkas beschloss am folgenden Morgen den Versuch zu wagen ans Festland zu gelangen. Heute war es schon zu spät und er brauchte auch noch etwas ruhe. Das Schwimmen in der Nacht hatte ihn doch sehr angestrengt. Dazu kam ja auch, dass sein Rücken auch nicht gerade sonderlich gut verheilt war. Die schmerzen waren ja nichts neues für ihn. Monatelang hatte er nach der Geschichte im Schattenstollenrefugium mit so was zu kämpfen gehabt. Das machte es aber nicht besser oder leichter. Er suchte sich für die Nacht zwischen den Felsen eine geschützte Stelle, wo der Wind, der um das Inselchen wehte ihn nicht erreichte und dann schlief er auch bald erschöpft ein.
Am nächsten Morgen wurde Vilkas zeitig wach. Er aß noch etwas Muschelfleisch, und den Rest von dem Wasser oben zwischen den Felsen. Nachdem Vilkas sich gestärkt hatte, sammelte alles, was er mitnehmen wollte zusammen und dann schob er die große Planke ins Wasser und setzte sich drauf und nahm eines der beiden Bretter die er als Paddel benutzen wollte zur Hand.
Wie zu erwarten war wurde es nicht einfach eine Richtung vorzugeben. Dazu kann das die Planke immer wieder vom Wasser überspült wurde. Dadurch wurde eine der beiden Wasserflaschen ins Meer gespült. Die Zweite konnte Vilkas gerade noch retten und stopfte sie sich dann in den Hosenbund. Mit zwei der großen Muscheln machte er es genauso. Er wusste ja nicht wie lange er ans Ufer brauchen würde, sofern er überhaupt in diese Richtung kam.
Zunächst trieb die Strömung Vilkas weiter von Solstheim fort. Vilkas bemühte sich mit aller Kraft mit Hilfe des Brettes die Richtung zu ändern aber gelang nicht. Er sah wie sich Solstheim immer weiter entfernte. Er wusste, dass er selbst wenn keine gefährlichen Fische im Wasser wären, er es nie schaffen würde, schwimmend zur Insel zu gelangen. Also blieb er auf seiner Plane sitzen. Am späten Nachmittag änderte die Strömung dann ihre Richtung und Vilkas kam wieder näher an die große Insel heran. Kurz bevor die Dämmerung einbrach war er auf gut 300m ans Ufer herangekommen. Er spürte aber wie die Strömung ihn nur wieder weiter raus treiben wollte. Vilkas überlegte nicht lange. Er sprang von der Planke ins Meer und schwamm mit dem Rest der Kraft Die noch in ihm war, dem Ufer entgegen. Es bestand hier zum größten Teil aus Felsen. Aber an der eine Seite war ein kleiner Strand. Dort versuchte Vilkas hinzu gelangen, da er sonst wahrscheinlich an den Felsen zerschmettert werden würde. Das Glück verließ ihn nicht und so gelangte Vilkas mehr oder weniger Wohlbehalten nach Solstheim.
Bevor Vilkas sich schlafen legte suchte er sich wieder ein paar Muscheln die er essen konnte. Glücklicherweise schien die Gegend weder von Menschen noch Tier oder was auch immer bewohnt zu sein. Nachdem Er etwas von dem Muschelfleisch gegessen hatte und etwas von dem Rest Wasser, das er noch bei sich trug legte sich Vilkas nahe der Felsen schlafen. Am nächsten Morgen brach er dann Richtung Süden auf. Er wusste, dass Rabenfels, die einzige große Stadt der Insel im Südwesten lag. Nach gut einer Stunde ging der Strand in steinigen Untergrund über. Da Vilkas nur seine zerschlissene Hose trug, wurde das Laufen für ihn so erschwert. Er fluchte, aber das änderte auch nichts an seiner Situation. Gegen Mittag hatte er den Rest seines Wassers aufgebraucht. Mühsam schleppte er sich an der Steilküste weiter. In der Ferne sah er ein paar Horker die sich sonnten. Dann bemerkte er einen Wasserfall. Er hielt drauf zu, denn er hatte fürchterlichen Durst. Es war nun schon Nachmittag geworden.
Als Vilkas sich dem Wasserfall näherte sah er unten im Wasser eine Leiche treiben. Die Person musste oben die Felsen herab gestürzt sein. Und das vor nicht allzulanger Zeit. Als Vilkas sich die Leiche Näher anschaute sah er, das der Mann von einem Raubtier angefallen wordens ein muß, den tiefen Kartzspuren nachzu urteilen. Diese Waren zwar nicht tödlich, aber den Sturz in die Tiefe hatte er dann nicht überlebt. Der mann war etwas größer und kräftiger als Vilkas gewesen. Trotzdem beschloss Vilkas die Kleidung von dem Mann zu nehmen. Besonders die Stiefel konnte er gut gebrauchen. Er fand bei dem Toten noch eine Dolch und einen Köcher mit Pfeilen. Diese nahm Vilkas auch ansich, auch wenn er noch keinen Bogen hatte, konnte es sicherlich nicht schaden schon mal ein paar Pfeile zu haben.
Nachdem er alles, was ihm nützlich war an sich genommen hatte begrub er den Mann so gut es ging unter Steinen am Ufer. Dann suchte sich Vilkas eine Stelle, wo er die Nacht verbringen konnte. Am nächsten morgen ging er dann langsam weiter. Trotz der Stiefel kam er noch immer langsam voran, denn seine Füße waren zuvor recht wund gelaufen. Immer wieder machte Vilkas eine Pause. An den Horkern, die er gestern in der Ferne gesehen hatte kam er ohne große Schwierigkeiten vorbei. Solange man ihnen nicht zu Nahe kam, ließen diese riesigen Tieren einen in Ruhe. Die Nacht verbrachte er wieder in einer Felsnische.
Als Vilkas am folgenden Morgen etwas weitergegangen war, sah er von weiten ein Schiff am Ufer liegen. Er hielt es für besser, den Leuten die dazu gehörten nicht zu nahe zu kommen. Denn ein Schiff, das nicht nach einem Fischerkahn aussah, würde doch eher in den Hafen von Rabenfels ankern und nicht hier an einem so einsam gelegenen Platz. Daher vermutete Vilkas es würde sich wohl mal wieder um Piraten oder ähnliches Gesindel handeln, die nichts Gutes im Schilde führten.
Hier war das Ufer glücklicherweise schon viel breiter geworden und unten an den Felsen wuchsen Sträucher, so das Vilkas Deckung finden konnte, während er sich an dem Schiff vorbei schlich. Ein paar Männer standen direkt am Ufer mit einem Beiboot. Aber sie sahen ihn nicht oder ignorierten ihn auch nur einfach.
Am Abend sah er eine zerfallene Festung, bei der Lichter brannten. Als er sich dieser näherte erkannte er schnell, das es sich bei den Bewohnern um Plünderer handelte. Vorsichtig zog sich Vilkas etwas zurück. Er beschloss, vor dem Morgengrauen zu versuchen an der Bande vorbei zu kommen. Tagsüber hatte er ein paar essbare Beeren und Wurzeln gefunden, die etwas Abwechslung in seinem Speiseplan brachten. Seine Wasserflasche war auch noch gut gefüllt. Nachdem er gegessen hatte, legte er sich schlafen. Seine Innere Uhr ließ ihn rechtzeitig vor Tagesbeginn wach werden.
Die Plünderer schienen am Abend zuvor etwas tief in die Metkrüge geschaut zu haben, denn man sah und hörte nichts von ihnen. Einer lang unten am Eingang der Türme, die anderen mussten sich weiter oben aufhalten. Derjenige, der unten war, hätte wohl Wache halten sollen, statt zu schlafen. Vilkas war das nur recht. Er sah neben dem Mann einen Goldbeutel liegen. Das war recht leichtsinnig, grinste Vilkas und schlich sich näher an den Mann ran, der nichts davon mitbekam. Vilkas nahm den Beutel an sich, dazu sah er noch einen Zweihänder und einen Bogen an der Wand liegen. Auch diese beiden Gegenstände nahm Vilkas an sich. Dann schlich er weiter und es gelang ihm die Festung hinter sich zu lassen ohne gesehen zu werden.
Mit den neuen Waffen fühlte sich Vilkas gleich viel besser. Nun konnte er sich bei Bedarf wieder selbst verteidigen. Der Zweihänder war zwar nur aus einfachen stahl gefertigt, lang aber trotzdem gut in der Hand. In dem Goldbeutel hatte Vilkas neben einigen Goldstücken auch einen Diamanten und ein paar andere Schmucksteine gefunden. Die würden sich in Rabenfels sicherlich gut zu Geld machen lassen und er konnte sich dort damit dann vernünftig Einkleiden.
Am Abend erreichte er die Stadt.