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CKomet

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Mittwoch, 25. Juni 2014, 06:41

Die Geschichte von Jellica (TESO)

001 Kalthafen, wo alles begann

Die Tage im Kerker der Wehklagen zogen sich endlos dahin. Jellica konnte sich nicht dran erinnern, wie sie hier her gekommen war und wie lange sie schon zwischen den unzähligen Teilweise zerfallenen Skeletten lebte. Auch ihr Leben, bevor sie hier in diesem Gefängnis aufgewacht war, war ihr entfallen. Immer wieder stellte sie sich die Frage. Wer war sie? Warum war sie hier? Warum waren die anderen hier? Nur wenige Mitgefangenen redeten, die meisten waren einfach nur wie seelenlose Marionetten. Seelenlos…. Irgendwie fehlte ihr etwas. Ab und an überwältigte sie ein böser Traum, wenn sie mal schlief. Erinnerungsfetzen, an eine Art Altar kamen dann zum Vorschein, auf den man sie gefesselt gelegt hatte. Und ein riesig wirkender Altmer, der in der einen Hand ein Dolch hielt und in der anderen einen merkwürdigen Stein, stand neben dem Altar. Sie konnte den Mann nicht wirklich erkennen. Alles war verschwommen. Dann spürte sie in den Träumen einen stechenden Schmerz und dadurch wachte sie jedes Mal auf.
Es war merkwürdig. Sie musste um zu Leben weder essen noch trinken. War sie also tot? War lebte sie überhaupt noch? Sie legte ihre Hand unter ihrer Brust ans Herz und spürte den gleichmäßigen Takt in dem es schlug. Also konnte sie nicht tot sein, weil dann würde sie doch nichts mehr spüren? Oder war es alles nur Einbildung? War das hier einfach nur ein Alptraum aus dem sie jeden Moment aufwachen würde?
Irgendwas war aber heute anders. Jellica hörte wie aus der Ferne Stimmen die durcheinander riefen und sie hörte Fußtritte, als würden viele draußen in den Gängen laufen. Sie erhob sich von dem dreckigen Felllager. Das Feuer neben ihr brannte und strahlte eine angenehme Wärme in diesem kalten Raum aus. Die Zelle in der sie sich befand war für mehr Leute gedacht, aber sie war zurzeit alleine hier? Ihre Mitgefangenen hatte man schon vor Tagen fortgebracht. Niemand wusste wohin man sie brachte. Jellica ging langsam Richtung Zellentür. Als sie sich der Tür näherte begann plötzlich die Luft um sie herum zu flimmern und auf dem Boden erschienen weiße Symbole, die sich gleich darauf wieder auflösten. An ihrer Stelle sah sie dann die Projektion eines alten Mannes mit einem langen Zauberstab in der Hand.
„Wie fühlt ihr euch“, fragte der alte Mann sie.
„Ich weiß nicht“, sagte sie. Ihre Stimme kam ihr fremd vor. Lag es daran, dass sie schon seit langem nichts mehr gesagt hatte? Sie wusste nicht was sie sonst sagen sollte, also schwieg sie einfach.
Dann sprach der alte Mann wieder. „Nehmt euch einen Augenblick Zeit um euch zu sammeln. Ich habt einiges Hinter euch.“
Jellica sah den Mann an. Wusste er mehr als sie? Konnte er ihr sagen wo sie war und was hier vor sich ging?
„Was geschieht hier? Wer seid ihr?“ fragte sie schließlich vorsichtig.
„Ich bin wie ihr ein Gefangener an diesem Ort, ich bin sowohl die Vergangenheit als auch Zukunft, die Verzweiflung und die Hoffnung. Aber noch ist es zu früh, euch alles zu erklären.“
Jellica sah den Alten misstrauisch an: „Was wollt ihr von mir?“
„Ihr müsst mich rennt. Und im Gegenzug Rette ich euch.“
Jellica wollte was sagen, aber der Mann schüttelte den Kopf und sie hörte ihm weiter zu.
„Ihr müsst aus der Zelle entkommen, euch bewaffnen und euch schützen. Sucht dann nach Lyris Titanenkind.“
„Lyris Titanenkind? Wer ist das? Wo soll ich sie finden? Ich verstehe nicht….“
In dem Moment verschwand die geisterhafte Gestalt. An ihrer Zellentür tauchte ein Argonier auf.
„ihr dort“, rief er ihr zu. „Ich schließe eure Tür auf, wir fliehen von diesen Ort.“ Nachdem er die Tür aufgeschlossen hatte, verschwand er so schnell er konnte. Jellica stand einen Moment unschlüssig rum. Durch die Zellentür sah sie, wie diverse andere Gefangenen den Gang entlang liefen. Langsam öffnete sie die schwere Metalltür und trat hinaus in den Gang. Dann folgte sie den anderen einfach. Während sie den anderen folgte vernahm sie plötzlich die Stimme des alten Mannes.
„Es gibt Waffen in dem Raum am Ende des Ganges. Bewaffnet euch. Dann geht weiter zur Schmiede.“
Der Gang, durch den sie lief war sehr breit. Überall waren an den Seiten Folterinstrumente und von den Gewölbedecken hingen Ketten herab an denen teilweise die Skelette ehemaliger Gefangenen befestigt waren. Welch Qualen mussten diese durchlebt haben, dachte Jellica, während sie mit den anderen einfach weiterlief. N er Schmiede, oder was immer es auch sein sollte, traf sie wieder den Argonier, der ihre Tür geöffnet hatte.
„Nehmt euch eine Waffe, ihr werdet sie brauchen. Dann geht durch diese Tür.“
Ohne lange zu zögern griff Jellica nach dem Einhandschwert. Sie wusste nicht warum, aber es erschien ihr einfach richtig. Als sie die Waffe in der Hand hatte, wusste sie, dass sie solch Waffe schon genutzt hatte. Mit dem Schwert in der Hand trat sie wie geheißen durch die Tür, wie die meisten anderen Mitgefangenen auch. Plötzlich tauchte ein bewaffnetes Skelett vor ihr auf und griff sie an. Mit dem Schwert wehrte Jellica es ab und zerlegte es dann in Einzelteile. Sie musste wirklich früher schon mit einem Schwert gekämpft haben, denn es ging ihr leicht von der Hand. Dann hörte sie wieder die Stimme des Alten.
„Beeilt euch. Und denkt daran, jede Entscheidung die ihr fällt wird Konsequenzen haben, die ihr jetzt noch nicht erkennen könnt.“
Jellica sah sich um. Hörten die anderen die neben ihr liefen die Stimme auch? Sie konnte es nicht erkennen. Also lief sie einfach weiter bis zur nächsten Tür. Hinter der Tür befand sich anscheinend die Schmiede, wie an den ganzen Feuerstellen, die sich am Rand des großen Raumes befanden erkennen ließ. Es blieb ihr aber keine Zeit sich richtig umzusehen, da sie wieder angegriffen wurde. Wieder gelang es ihr das Skelett abzuwehren. Als sie weiterging, sah sie mitten im Raum eine riesige Kriegerin mit einer großen Kriegsaxt bewaffnet stehen. Ob das diese Lyris ist, von der der alte Mann gesprochen hatte? Fragte sich Jellica. Dann sprach sie die Fremde direkt an: „Wer seid ihr?“
„Eine Mitgefangene“, kam es zur Antwort. „Ich heiße, Lyris“
„Lyris Titanenkind? Mir wurde gesagt ich solle nach euch suchen.“
„Was?“ Lyris Stimme klang ganz aufgeregt: „Wer hat euch gesagt, das ihr nach mir suchen sollt?“
„Eine seltsame gestallt ist mir in meiner Zelle erschienen. Ein alter Mann in einer zerschlissenen Robe mit einem großen Zauberstab.“
„ Der Prophet!“ Lyris Stimme überschlug sich fast. „ Er hat zu euch gesprochen? Was hat er gesagt?“
„Er sagte, unsere Schicksale wären miteinander verwoben. Ich verstehe das Ganze irgendwie nicht, vielleicht könnt ihr mir mehr sagen?“
„Ha! Das klingt in der Tat nach dem Propheten.“ Ein freudiges Lächeln erschien auf dem Gesicht von Lyris. „ Er wird auch hier gefangen gehalten. Es war sehr gefährlich für ihn, mit euch zu sprechen, auch wenn es nur ein kurzer Augenblick gewesen ist. Er muss wohl glauben das ihr mir helfen könnt.“
„Ich höre seine Stimme immer noch in meinem Kopf. Wobei soll ich euch den helfen?“ Jellica war etwas ratlos. Warum sollte ausgerechnet sie helfe, wo sie doch so Garnichts wusste?
„Natürlich dabei ihn hier rauszuholen“, Lyris schüttelte den Kopf, als wäre das doch vollkommen klar und logisch. Was sonst sollte man denn von ihr erwarten. Jellica senkte den Blick und schwieg während Lyris weitersprach: „Glaubt mir, ich kann jede Hilfe gebrauchen, die ich bekommen kann. Dieser Alt ist die einzige lebende Person, die uns helfen kann, nach Hause zu kommen. Von hier aus ist es ein weiter Weg nach Tamriel.“
„Ich werde euch helfen. Aber ich habe viele Fragen…“
„Ich bin mir sicher dass ihr die habt, und ich werde antworten so gut ich kann.“
„Was ist das hier für ein Ort?“
„Ihr seid offensichtlich nicht mehr in Tamriel. Stellt euch den erbärmlichsten, bedrückendsten Ort vor, den ihr je in eurem leben besucht habt. Das war ein Paradies im Vergleich zu Kalthafen.“ Lyris machte eine Pause. „und dazu kommt noch….. nun…. Das kann man euch nicht schonend beibringen. ihr seid tot.“
Ein Schauder lief Jellica über den Rücken… Tot? Wie konnte das sein? Sie fühlte doch ihr Herz schlagen? Die spürte das Schwert in ihrer Hand. Wie konnte sie also tot sein? Unsicher fragte sie:
„Aber wie können dann diese Unterhaltung führen?“
„ich weiß es nicht. Sobald wir den Propheten gerettet haben, kann er euch von den Göttern und dem Reich des Vergessens erzählen. Ich selbst verstehe davon nichts.“
„ Wenn ich tot bin, wer hat mich dann getötet?“
„Ein Mann namens Mannimarco. Sein Wurmkult führt in ganz Tamriel eine Art Ritual durch. Sie haben euch und jeden anderen hier in diesem Gefängnis, dem daedrischen Fürsten Molag Bal geopfert. Nachdem ihr gestorben seid, ist das was von euch noch übrig war, hier aufgetaucht. Man nennt euch eine Seelenberaubte.“
„Was wollt ihr damit sagen?“
Das bedeutet, das ihr ein Sklave seid und den Rest eurer Ewigkeit hier in Kalthafen verbringen werdet, um unter der Knute der Daedra zu schuften. Es sei denn natürlich, ihr kommt mit mir.“
„Seid ihr auch tot?“
„Nein, ich wurde nicht geopfert. Der Prophet und ich wurden hierhergebracht… auf die herkömmliche Art und Weise, wenn das auch nur ansatzweise Sinn für euch ergibt. Aber auch wir sind hier gefangen.“
„Aber wenn ich tot bin, wie kann ich euch denn retten und wie wollt ihr mir helfen zurück nach Tamriel zu gelangen?“ Jellica wusste nicht was sie von der ganzen Geschichte halten sollte. Tot? Sie war tot? Sie sah wieder die hochgewachsene Gestalt vor sich mit dem Dolch in der Hand. War das Mannimarco gewesen? Der Dolch in seiner Hand, die Waffe die sie hierher befördert hatte? ‚Nein hör auf darüber nachzudenken‘ schalt sie sich. ‚ du musst hier raus, das ist das wichtigste. ‘ Jellica riss sich zusammen:
„Wie können wir den Propheten retten?“
„Das wird nicht leicht werden. Dieser Ort steht unter Beobachtung durch magische Konstrukte, die man Wächter nennt. Wir haben keine Chance, wenn es uns nicht gelingt, sie zu blenden. Ich werde euch mehr erzählen, sobald wir dort ankommen. Und wir werden nie dort ankommen, wenn wir uns nicht in Bewegung setzen.“
Jellica erkannte, an der immer ungeduldiger werdenden Stimme, dass es Zeit war die Fragerei einzustellen. :“Dann lasst uns gehen.“
Gemeinsam folgten sie dem Gang hinter der Schmiede bis sie zu einer Tür kamen. Hinter dieser befand sich eine Art Tal durch das ein Fluss führte. Das Tal war von schroffen steilen Felsklippen umgeben und das, was wohl den Himmel darstellen sollte, war mit schweren dunkelgrauen Wolken verhangen, aus denen Schneeflocken fielen. Überall befanden sich einfache zelte und lagerstellen, die mit Fellen überspannt waren. Vereinzelnd brannten Feuer. Überall waren Leute zu sehen. Die meisten standen einfach nur rum und starrten vor sich hin. Zwischen ihnen schwebten Feueratronache. Das waren wohl sowas wie Wächter. Jellica sah, wie einer dieser Atronachen einen ihrer geflohenen Mitgefangenen angriff. Sie konnten wohl die hier Seelenlosen Gefangenen von den Neuankömmlingen unterscheiden, wenn ihr auch nicht klar war wie.
Lyris unterbrach Jellica nachdenkliches betrachten des Ortes: „Kommt. Die Wächter sind auf den spitzen dieser Türme. Wir müssen einen Weg nach oben finden.“
„Was sind diese Wächter?“ fragte Jellica vorsichtig.
„Magische Konstrukte, die Molag Bal erschaffen hat, um seinen Blick in Kalthafen lenken zu können. Die Wächter sind miteinander verbunden. Wenn wir einen vernichten, werden die anderen geblendet. Mit etwas Glück erkaufen wir uns so genug Zeit um den Propheten zu befreien.“
„Wie können wir einen vernichten?“
„Ich habe keine Ahnung. Rohe Gewalt? Wir werden schon einen Weg finden. Das müssen wir.
Macht euch auf alle gefasst, ich bezweifle, dass Molag Bal die Wächter unbewacht gelassen hat.“
„Dann lasst uns losgehen.“
Vorsichtig schlichen sie durch das Zelt Dorf. Sie versuchten den Feueratronachen so gut es ging auszuweichen. Aber auch von einigen der seelenlosen Gefangenen ging eine Gefahr aus. Manche schienen wahnsinnig geworden zu sei und griffen alles an was sich bewegte. Lyris meinte, das würde passieren wenn man zu lange hier wäre. Sie fanden einen versteckten Pfad, der steil nach oben führte. „Das muss der Weg zu einem der Wächter sein“, meinte Lyris und stürmte los. Jellica folgte ihr so schnell sie konnte. Und tatsächlich am Ende des Pfads entdeckten sie ein Gebilde, in dessen Mitte eine Art Auge zu finden war. Gemeinsam schlugen sie mit aller Kraft darauf ein.
Als sie den Ort verlassen wollten hörten sie beide die Stimme des Propheten, der sie zur Eile antrieb, da Molag Bal es nicht entgangen war, das sie entkommen waren.
Jellica sah sich um als sie den Pfad wieder herabgingen: „Schaut da drüben Lyris, das Tor dort drüben? Müssen wir dort hin? Ist das der Ausgang?“
„Ich denke schon, lasst uns einfach nachschauen.“ Lyris übernahm wieder die Führung. Sie mussten den Fluss überqueren und eine lange Treppe hinaufgehen, nur um dann festzustellen, dass die Tür durch einen Schutzzauber verschlossen war und sie keine Möglichkeit hatten sie zu öffnen.
„Verdammt“ fluchte Lyris laut. „Die Vernichtung des Wächters muss diese Schutzzauber ausgelöst haben. Wir müssen einen anderen Weg nah drinnen suchen.“ Sie dachte einen Moment nach und kratze sich am Kopf. „Hm. Vielleicht kann Cadwell uns helfen.“
„Wer ist Cadwell?“
Cadwell ist der älteste der Seelenberaubten. Nach Jahren der Qual verlieren Seelenberaubte meist den Verstand und werden wild und töten alles was sich bewegt. Aber Cadwell hat dieses Schicksal nicht ereilt. Er war schon nicht mehr bei Verstand, bevor er Tamriel verließ. Verrückter als eine Kiste voller Frösche, aber völlig harmlos. Ihr werdet sehen.“
„Wie soll ein Verrückter uns denn irgendwie helfen können?“ Jellica wusste nicht was sie von diesem Vorschlag halten sollte.
„Cadwell sieht die Dinge so, wie er sich wünscht, dass sie wären. Für ihn ist Kalthafen ein Ort der Wunder. Es ist s eine Heimat. Und er kennt sie wie seine Westentasche. Meistens ist er unten am Fluss. Gehen wir los, ihn zu suchen.“
Jellica nickte nur.
Unten am Fluss brauchten sie nicht lange zu suchen. Cadwell saß auf einer einfachen Holzbank, mit einer Laute und sang zu den unpassenden Tönen, die das Musikinstrument von sich gab ein Lied, welches wohl auch nicht mit einem gestimmten Instrument besser geklungen hätte. Auf seinen Kopf trug der alte, auf einem Auge blinde Mann einen Kochtopf. Neben sich hatte er ein Flasche Wein stehen und eine Teller mit etwas undefinierbaren zu essen. Als er die beiden Frauen sah rief er fröhlich:
„Hallo, Was ist denn das? Macht ihr einen Spaziergang? Heute ist ein wunderbarer Tag dafür.“
Jellica antwortete: „Ihr müsst Cadwell sein.“
„Sir Cadwell ja, in der Tat. Es ist mir ein Vergnügen! Und die schöne Lyris! Freu mich euch zu sehen, werte Dame. Wie geht es euch denn?“
„ Wir versuchen, in die Klause des Propheten zu gelangen. Aber die Tür ist verschlossen.“ antwortete nun Lyris.
„oje, oje. Nun das ist natürlich etwas lästig nicht wahr?“ Er grübelte kurz nach. „ich sage euch was. Ich kenne zufälligerweise noch einen anderen Weg hinein. Eine sehr viel malerische Route. Eine richtig schöne Strecke, um ehrlich zu sein. Voller Fallen und Leichen. Und zwischendurch sorgen ein paar fiese Viecher für etwas Abwechslung.“
Bevor er weiter ausholen konnte unterbrach ihn Lyris. „Wie kommen wir da durch?“
„Eher vorsichtig würde ich vermuten. Passt auf, wo ihr hintretet, haltet Euch die Nase zu und achtet mir bloß auf die Fallen. Man muss wohl auch damit rechnen, gelegentlich die Beine in die Hand zu nehmen oder ein paar Schädel spalten zu müssen.“
„Wo ist der Eingang?“ frage nun Jellica.
Folgt dem Fluss. Am Ende des Wasserlaufs werdet ihr eine Tür zum Unterbau finden. Sobald ihr drin seid haltet euch an das Licht. Dann stoßt ihr auf eine Leiter, die euch geradewegs zum Propheten bringen wird. Bestellt ihm doch bitte meine besten Grüße!“
„danke“, antworteten Jellica und Lyris fast zeitgleich.
Dann stürmte Lyris auch schon vor und Jellica folgte ihr. Sie mussten nicht weit laufen um die Tür zu finden. Sie war nicht erschlossen, also betraten die beiden Frauen die dahinter befindliche Höhle. Jellica fragte sich ob hier einst Drewmer gelabt hatten, als sie die Rohleitungen in der Höhle sah. Wobei sie sich dann eigentlich auch wunderte, woher wusste sie wer oder was Drewmer gewesen sind, wo sie doch sonst an nichts aus ihrer Vergangenheit erinnern konnte. Sie beschloss dann einfach es so hinzunehmen und sich lieber auf den Weg zu konzentrieren. Und das war auch gut so, denn fast wäre sie eine Speerfalle getreten.
Die Frauen fragten sich, was Cadwell wohl meinte, als er sagte, sie sollen einfach dem Licht folgen. Dann sah Jellica nach oben und deutete auf einen Durchbruch in der Höhlendecke hin, durch den Licht einfiel.
„Ob das damit gemeint war?“, fragte sie Lyris. Diese nickte und so hielten sie sich in diese Richtung. Immer wieder mussten sie fallen umgehen, die teilweise kaum ersichtlich unter Wasser verborgen war. Auch begegneten ihnen mehrere wild gewordene Seelenberaubte. Direkt unter dem Durchbruch war zwar nicht wie sie erwartet hatten der Ausgang, aber sie fanden in der Nähe einen Gang der sie zu einer Leiter führte.
Die Leiter führte sie in eine riesige Halle. In der Mitte befand sich ein drehendes Gebilde in dessen inneren der Prophet gefangen war. Lyris trat an einem Sockel auf dem ein Buch lag. Es schien die Anleitung zu beinhalten, wie man den Käfig öffnete in dem der Prophet gefangen war.
„Was müssen wir jetzt machen?“ Fragte Jellica ihre Begleiterin.
Nun folgendes, es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst. Der Prophet scheint unverletzt zu sein.
Die schlechte ist, Es wir euch obliegen, für seine Sicherheit zu sorgen und ihn nach Tamriel zurück zu bringen. Ich komme nicht mit euch.“
Jellica sah ihre Gefährtin entsetzt an: „Was meint ihr? Wo wollt ihr hin?“
„Es gibt einen Trick beim Öffnen der Zelle. Der einzige Weg für Gefangene, um sie zu verlassen besteht darin, dass eine andere lebende Seele ihren Platz einnimmt. Ich muss mit dem Propheten den Platz tauschen.“
„ Es muss einen anderen Weg geben“, Jellica wusste nicht was sie sonst sagen sollte.
„Ich wünschte mir es gebe einen. Aber ich sehe hier sonst niemanden mit einem schlagenden Herzen. Ihr vielleicht?“ bedrückt schüttelte Jellica den Kopf. Lyris fuhr fort: „ Wenn Molag Bal nicht aufgehalten wird, wird er alles und jeden vernichten den wir je geliebt haben. Der Prophet hat euch nicht ohne Grund ausgewählt. Also bringt ihn in Sicherheit. Und sorgt euch nicht um mich.“
Mit gesenkten Haupt antwortete Jellica nach kurzem Zögern. „Ich werde für seine Sicherheit sorgen.“
„Es gibt magische Schlösser zu beiden Seiten des Käfigs. Ihr müsst beide deaktivieren, damit wir den Austausch vornehmen können. Sobald das vollbracht ist, setzt ihr euch schleunigst in Bewegung. Der Prophet wird wissen, wohin es geht, aber er wird eure Augen und euren Schutz brauchen.“
Jellica nickte: „ich verstehe. Ich wünsche euch viel Glück.“
Dann lief sie los um die beiden Schlösser zu deaktivieren. Anschließen sah sie zu wie der Austausch von statten ging und es machte sie wütend das sie nichts unternehmen konnte. Dann ging sie auf den Propheten zu, der nun an dem Platz stand wo einige Augenblicke zuvor noch Lyris stand.
„ Den göttlichen sei Dank, ihr seid sicher. Zu mindestens das. Lyris hat sich geopfert, damit wir frei sein können Ihr Opfer darf nicht umsonst sein.“ Sprach der Prophet Jellica an.
„können wir sie nicht irgendwie mitnehmen?“

Ich wünschte das wäre möglich. Aber ich verspreche euch: sobald wir aus kalt Hafen entkommen, werden wir einen Weg finden, um sie gemeinsam zu retten Entseelte.“
„Entseelte?“ Jellica sah den Propheten fragend an.
„Das ist der Name den ich euch gegeben habe. Ihr seid nur noch ein nachklang eures ehemaligen Selbst. Eine Seelenlose. Ein leeres Gefäß, das danach verlangt wieder gefüllt zu werden. Es ist wie die Schriftrollen es vorhergesagt haben, aber doch nicht so wie ich mit vorgestellt hätte.“
„Das verstehe ich nicht.“
„Ich kann es euch jetzt nicht näher erklären.“
„Warum nannte euch Lyris den Propheten?“
„So hat man wohl begonnen mich zu nennen. Mein Wahrer Name ist verloren, selbst für mich genau wie der eure. Jahre der Qual haben ihren Tribut gefordert. Schnell jetzt, wir müssen uns zum Anker sputen!“
„Anker?“
„Die Anker sind daedrische Werkzeuge von finsterer Zauberkraft. Ihre Ketten umschlingen unsere Welt und zeihen sie auf Kalthafen zu. Ich kann einen dieser Anker benutzen, um uns nah Tamriel zurück zu bringen, aber ihr müsst mich zu ihm führen.“
„In Ordnung, nehmt meinen Arm. Ich werde euch führen.“
Gemeinsam durchquesten sie langsam die Halle und gingen zu einem Gang der auf der anderen Seite zu finden war. Bevor sie ihn betraten warf Jellica noch einen traurigen Blick auf die nun in dem Käfig gegangenen Lyris. „“der Prophet schien ihren Blick zu spüren: „Wir holen sie da raus, das verspreche ich euch.“ Dann gingen sie weiter. Der Ankerplatz befand sich in einer weiteren riesigen Halle, die durch ein Tor von der Halle mit dem Käfig getrennt war. Doch bevor sie direkt am Anker ankamen musste sie sich einiger Skelete und einem noch größeren Monster erwehren, das ihnen Molag Bal entgegengeschickt hatte. Mit einiger Mühe gelang es aber den beiden, die Gegner zu bezwingen.
„Das Portal des Dunklen Ankers befindet sich weit über uns. Ich werde einen Zauber vorbereiten, um uns hinaufzuheben.“ Begann der Prophet zu erklären. „Aber zunächst müsst ihr euch auf Nirn einstimmen, um eure physische Form zurück zu erlangen. Hierfür werdet ihr eine Himmelsscherbe benötigen.“
„Eine Himmelscherbe?“
„ Ein Stück ätherischer Magicka, in der die Essenz Nirns schlummert. Manche sehen darin eine Verbindung zu Lorkhan, dem fehlenden Gott der Schöpfung. Wenn ihr ihre Kraft in euch aufnehmt sollte so eure Körperliche Gestalt wiederhergestellt werden. Ich werde eine dieser Scherben heraufbeschwören, damit ihr sie absorbieren könnt.“
„Ich bin bereit“, sagte Jellica ohne zu zögern. Jellica sah zu wie der alte Mann eine Scherbe beschwor. Dann ergriff sie sie. Ein merkwürdiges Gefühl durchströmte sie. Es war unbeschreiblich. Nachdem sie sich wieder etwas beruhigt hatte begann der Prophet damit, ein Portal zu beschwören, das sie zurück nach Tamriel bringen sollte. Mit einem Mulmigen Gefühl im Magen betrat Jellica es nachdem zuvor der Prophet es durchschritten hatte.

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Montag, 6. April 2015, 10:22

002 Erwachen in Dolchsturz

Licht fiel durch ein kleines Fenster neben dem Bett, auf dem Jellica lag ins Zimmer. Sie blinzelte vorsichtig, als sie die Augen langsam öffnete, um sich an das Licht zu gewöhnen. Sie verspürte großen Hunger und Durst, als hätte sie Tagelang nichts gegessen und getrunken. Vorsichtig richtete sie sich im Bett auf und sah sich um. Sie war alleine in dem Raum, der sich im Dachgeschoss eines Hauses befinden musste. Er war einfach eingerichtet, ein kleiner Tisch, ein paar Stühle, ein Schrank und in der Ecke stand ein Spiegel. Im Karmin brannte knisternd ein Feuer.

Noch immer wusste sie nicht wer sie wirklich war. Wieder kamen nur ein paar Erinnerungsfetzten in ihr hoch. Hatte sie das doch alles nur geträumt? Sie sah an sich herunter. Ihre Kleidung sah recht armselig aus. Sie trug eine einfache Hose und ein zerschlissenes Hemd. Ihre Handgelenke sahen zerschunden aus, als wäre sie wirklich dort gefesselt gewesen. War es also wahr, dass sie in Kalthafen gewesen war? Kalthafen... das war ein Ort, den sie nur aus Geschichten kannte, die Heimat, oder sollten man sagen der Ursprung der Vampire, die ab und an das Land unsicher machten. Das Reich von Molag Bal, dem finsteren daedrischen Herrscher und Gott der hinterhältigen Intrigen.

Langsam ging sie hinüber zum Spiegel. Die junge Frau, die ihr entgegenblickte, kam ihr einerseits bekannt, aber andererseits auch völlig fremd vor. Sie trug ihre langen, hellbraunen Haare, die einen leichten Stich ins rötliche hatten, offen. Ihre Augen hatten die Farbe ihrer Haare. Vorsichtig hob sie ihr Hemd hoch. Sie hatte es zuvor schon beim drüberfahren gespürt, aber die Narbe, die sie in der Herzgegend sah ließ sie doch erschrecken. War sie wirklich tot gewesen und von diesen wieder auferstanden? Konnte das sein? War sie nun eine Untote? Oder war sie noch immer ein Mensch?

Jellica begann zu zittern. Es kam ihr so unwirklich vor. Aber sie fühlte sich wieder richtig lebendig. Anders als in Kalthafen. Aber trotzdem fehlte ihr irgendwas. Entseelte, so hatte der Prophet sie genannt. Waren mit ihrer Seele ihre Erinnerungen verloren gegangen? Das was sie selbst ausgemacht hat? Wer war sie, woher kam sie? Ihr Spiegelbild ließ erkennen, dass sie eine Bretonin war. Aber mehr verriet es auch nicht.

Jellicas Magen machte sich nun lautstark bemerkbar und riss sie kurzzeitig aus ihren Gedanken. Auf dem Tisch stand eine Schale mit Obst. Sie nahm sich einen Apfel und begann ihn zu essen. Langsam kam nun auch die Erinnerung zurück an das was in Kalthafen zuletzt geschehen war. Sie erinnerte sich an das Portal das der Prophet geöffnet hatte und das sie es betreten hatte. Dann verschwamm ihre Erinnerung wieder. Wie war sie jetzt hier hergekommen? Wo war der Prophet? Und überhaupt, wo befand sie sich? Sie beschloss nach unten zu gehen. Dort würden bestimmt die Besitzer des Hauses zu finden sein. Aber auch unten befand sich niemand, also beschloss Jellica hinaus zu gehen.

Als sie ins Freie trat, erkannte sie, das sie in einer größeren Stadt war. Das Haus, in dem sie zu sich gekommen war, lag am Stadtrand nahe eine Tores das anscheinend zum Hafen führte. Auf der anderen Straßenseite lehnte eine dunkelhäutige Frau an einem Laternpfeiler und spielte mit einer Münze. Als sie Jellica aus dem Haus kommen sah rief sie ihr entgegen: „Wieder auf den Beinen, was?“

Da niemand anders in der Nähe war mussten wohl wirklich ihr diese Worte gelten, also ging Jellica auf die Frau zu und fragte: „Kenne ich euch?“

„Ihr seid doch die, die man aus dem Wasser gefischt hat! Kapitän Kaleen fand euch in der Iliac-bucht treibend. Sie meinte ich solle euch vorbeischicken, wenn ihr aufwacht und einigermaßen bei euch seid. Aber ich halte euch nicht auf, wenn ihr lieber davon laufen wollt.“

„Ich kann mich nicht erinnern was geschehen ist. Wer ist Kapitän Kaleen und wo kann ich sie finden?“

„Sie ist in Stros M’Kai um ihre Mannschaft wieder aufzufüllen. Ihr Schiff hat genug Seeleute, um über Wasser zu bleiben, aber gerade eben so. Sprecht am Besten mit ihrem Bootsmann Gilzir, wenn ihr mit anpacken wollt. Er ist an Deck der Speerspitze, die unten im Süd-Hafen von Dolchsturz liegt.“

„Danke, dann werde ich wohl mal dort hinunter gehen.“

Jellica drehte sich um und begab wollte durch das Tor hin ausgehen. Dann fiel ihr aber ein, sie sollte doch erst mal die Bewohner des Hauses finden und sich bei ihnen für die Unterkunft und Pflege bedanken. Hinter dem Haus traf auf Roulena Pathierry, die im Garten am Arbeiten war.

„Ich sehe es geht euch schon viel besser, meine Liebe. Kaleen bat mich darum, das ich euch etwas aufpäppeln möge.“

„Ja danke, mir geht es wirklich viel besser. Ich bin auf dem Weg hinunter zum Schiff von Kapitän Kaleen.“

„Dann wünsche ich euch schon mal eine gute Reise. Wenn ihr wieder mal nach Dolchsturz kommt, dann schaut ruhig vorbei. Es findet sich dann bestimmt ein Plätzchen wo ihr schlafen könnt, sollte der Gasthof wie meist überfüllt sein.“

„Ich danke euch vielmals und werde gerne auf das Angebot zurückkommen.“

Dann ging Jellica die unendlich lang erscheinende Treppe hinunter zum Hafen. Hier gab es nur einen Steg, an dem große Schiffe festmache konnten, daher war die Schwertspitze auch nicht zu verfehlen. Die meisten Seeleute an Deck waren mit den einfachen Tätigkeiten beschäftigt. Oder standen rum und unterhielten sich. Ein kräftig gebauter Rotwardone war dabei eine Bestandsaufnahme der Dinge, die sich an Deck befanden zu machen. Jellica vermutete, dass es sich bei dem Mann um den Bootsmann handeln würde und ging direkt auf ihn zu. Der Mann schien sie nicht zu kennen, denn er frage einfach nur: „Mit was kann ich dienen?“

„Ich suche Kapitän Kaleen.“

„Sie sollte schon wieder auf Stros M’Kai sein und sich dort eine neue Mannschaft besorgen. Ich kann euch dahinbringen wenn ihr es wünscht.“

„Was genau meint ihr mit einer neuen Mannschaft?“

„Es gab einen schlimmen Streit zwischen dem Kapitän und ihrer alten Mannschaft. Tumma-Shak kennt die ganze Geschichte. Sie ist unter Deck, falls ihr Details wissen wollt.“

„Danke, ich werde mit ihr sprechen und hinunter gehen.“

Jellica begab sich unter Deck. Sie musste ein wenig suchen, um Tumma-Shak zu finden. Bei ihr handelte es sich um eine Argonierin.

„Die welke Blume blüht wieder. Schön, euch in bester Gesundheit wiederzusehen.“

„Ihr kennt mich? Wart ihr dabei als Kaleen mich aus dem Wasser zog?“

„Wir haben euch im Wasser treibend gefunden. Ich habe schon Leichen gesehen, in denen mehr Leben steckte, aber Kapitän Kaleen ist trotzdem ins Wasser gesprungen und hat euch rausgefischt.“

Die Wortwahl der Argonierin ließ Jellica erschaudern. War sie denn nun wirklich lebendig, oder doch tot? Sie bemühte sich ihre Stimme unter Kontrolle zu halten und nicht zittrig zu erscheinen.

„Dann hat mich Kaleen also gerettet… Wer ist sie?“

„Sie ist Kapitän auf diesem Schiff. Derzeit ist sie auf Landgang, um Leute für unseren jüngsten Auftrag anzuwerben. Vielleicht wollt ihr ihr einen Besuch abstatten? Wo sie euch doch das Leben gerettet hat.“

„Das habe ich vor, doch was ist eurer Mannschaft zugestoßen?“

„Die Meuterer? Einige sind Sithis begegnet. Andere sind wie die trockenhäutigen Narren geflohen, die sie sind.

Kapitän Kaleen befehligt dieses Schiff. Ich ehre meinen Kapitän, und ich stand ihr während der Meuterei bei. Das Schiff ist noch immer unser, aber seine Mannschaft ist fort.“

„Nur ihr und Kaleen habt die Meuterer ganz alleine aufgehalten?“ Jellica war erstaunt.

„Wir waren nicht allein. Der erste Maat Lambur stand uns bei, genau wie Kasan Fünfkralle. Selbst die kleine Nicolene führte einen Dolch für Kaleen.
Xuth! Sie hat Glück noch am Leben zu sein. Dieses närrische sonnengesegnete Kind.“

„Was hatte die Meuterei ausgelöst?“

„Kapitän Kaleen hat der Mannschaft gesagt, dass wir nicht länger bretonische Galeonen überfallen würden – auf Befehl von König Fahara’jad.
Bretonische Galeonen transportieren viele Schätze, und deshalb war die Mannschaft sehr aufgebracht.“

Jellica nickte nur. Irgendwo war das sicherlich verständlich, wenn man das Gefühl hatte, um seine Beute gebracht zu werden. Damit war also auch klar, das Kaleen wohl eher ein Piratenkapitän war. Etwas was Jellica nicht wirklich gefiel. Aber trotzdem wollte sie sich bei ihrer Retterin bedanken.

„Wo ist Kapitän Kaleen nun zu finden“, fragte sie daher.

„Kapitän Kaleen ist an Land gegangen, um nach einer Mannschaft zu suchen, die nicht versucht, das Schiff zu übernehmen. Ich würde mir Sorgen machen, aber Lambur ist bei ihr. Wer Kaleen Ärger macht, wenn Lambur in der Nähe ist, dem dreht sie den Hals um. Wenn ihr zu ihr wollt, dann sprecht mit Gilzir.“

Jellica bedankte sich für die Auskunft und begab sich wieder an Deck. Gilzir war immer noch damit beschäftigt die Bestandsaufnahme zu machen. Jellica trat zu ihm. „Bringt mich bitte nach Stros M’Kai.“

„Wie ihr wünscht. Die Überfahrt wird ein paar Tage dauern. Sucht euch einfach eine freie Koje unter Deck. Es dürfte euch aber klar sein, das ihr mitarbeiten müsst? Wir sind schließlich immer noch unterbesetzt.“

Jellica nickte.

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Montag, 6. April 2015, 10:23

003 Stros M’Kai - Ein unschuldiger Schurke

Die mehrtägige Überfahrt verlief ruhig und es gab keine unvorhergesehenen Zwischenfälle. Jellica half wo sie konnte und so verging die Zeit recht schnell. Man hatte ihr ein paar gebrauchte Lederkleidung von einigen der Meuterer zu gegeben, da ihre zerschlissene Kleidung doch recht unansehnlich gewesen war. Dazu einen alten Bogen und ein einfaches Schwert. Ein paar Waffen konnten schließlich nie Schaden.

Jellica erfuhr nebenbei, das in Tamriel Krieg herrschte. Die Bretonen, Rotwardonen und Orks hatten sich zum Dolchstoßbündnis zusammengeschlossen unter der Führung von Großkönig Emeric. Doch das Bündnis war recht brüchig und nicht alle Bewohner der Regionen waren damit einverstanden. Das Bündnis war daher wohl auch der Grund, warum der rotwardonische König Fahara’jad, den Erlass rausgegeben hatte, das bretonische Galeonen nicht mehr angegriffen werden durften und daher zu dem Zerwürfnis von Kapitäns Kaleens ehemaliger Mannschaft führte. Jellica wunderte sich aber trotzdem ein wenig, warum der Kapitän, auf einer so weit draußen gelegenen Insel sich neue Leute zusammen wollte. Ihr Schiff hatte sie in Dolchsturz zurückgelassen, damit es dort überholt und repariert werden konnte und war selbst mit einem kleinen Fischerboot und nur ein paar ihrer treusten Leute schon mal vorab nach Stros M'Kai gesegelt. Die Speerspitze sollte dann unter dem Kommando des Bootsmann Gilzir, wenn alles wieder in Ordnung war folgen.

Jellica fragte sich immer wieder, wo der Prophet nur sein mochte. Denn hätten sie nicht zusammen nach Tamriel kommen sollen? Hatte er Pech gehabt und war ertrunken? Irgendwie konnte sie sich das nicht vorstellen. Das wäre dann ein bitterer Scherz der Götter. Jellica hatte die Hoffnung das Kaleen etwas sagen konnte, wobei ihr das doch rechteinfältig vorkam, denn dann hätte ja auch Tumma-Shak bestimmt etwas erwähnt.

Am Nachmittag des vierten Tages auf See ließ Gilzir sie zu sich aufs Achtereck kommen. Er deutete nach vorne. „Dort drüben seht ihr Stros M’Kai. Es war einer der ersten Orte, an denen die Rotwardonen einst anlandeten, als sie aus ihrem verlorenen Heimatland Yokuda kamen. Heute ist die Insel ein Rückzugsort für Freibeuter, Vagabunden und anderen seemännischen Gesellen, die das abekäische Meer durchqueren.

"Wir werden wohl in zwei Stunden dort in Hundingshafen anlegen. Kapitän Kaleen wollte sich dort mit uns treffen."

Gut zwei Stunden später legten sie in der kleinen Stadt an. Gilzir hatte ihr gesagt, das Kaleen wohl direkt am Hafen zu finden sein würde. Jellica könne sie ja schon aufsuchen während der Rest der Mannschaft das Schiff fest vertäuen würde. So machte sich Jellica dann auf den Weg. Sie musste auch nicht lange suchen, denn anhand eines lautstarken Streit zwischen zwei Frauen wusste sie wer Kapitän Kaleen war. Als Jellica näher heran kam unterbrachen die beiden ihren Streit, denn Kaleen erkannte sie sofort wieder.

„Schaut euch das an, Lambur!“ meinte die Rotwardonin zu der kräftigen Orkfrau. „Unsere beinahe ertrunkene Freundin ist wieder bei Kräften. Ich war mir nicht sicher, ob ihr durchkommen würdet.“

„Ihr wart es die mich gerettet hat?“

„Eigentlich habe ich Euch nur aus dem Wasser gefischt. Meister Kasan hat euch wieder zum Atmen gebracht. Das wichtigste ist, das ihr noch lebt.

Aber wenn ihr euren Dank beweisen wollt…dann könnte ich etwas Hilfe gebrauchen.“

„Wobei braucht ihr Hilfe?“

„Einen Auftrag. Alle, die dabei sind, werden reich. Ich brauche jetzt nur ein neues Gesicht. Jemanden, den der Anführer und brutalste Schläger vor Ort, Oberhaupt Bhosek, nicht kennt und daher nicht aufhalten wird.

Es geht im Grunde nur darum, dass ihr die Leute Anwerbt, die ich brauche. Dann bekommt auch ihr einen Anteil. Habt ihr Interesse?“

Jellica dachte nicht lange nach. Das hörte sich doch recht einfach an. Und wenn sie Kapitän Kaleen damit helfen konnte und nebenbei auch noch etwas Gold verdiente, war es doch eine gute Sache. Also nickte sie: „Ja, ich werde euch helfen.“

„Die drei Leute, die ich brauche, sind Lerisa, die Gerissene, Jakarn und Neramo. Alle drei oder auch nur einer von ihnen würde mir reichen.“

„Könnt ihr mir ein wenig über die drei erzählen?“, fragte Jellica.

„Jakarn“, begann Kaleen, „Er ist ein Dieb, aber nicht irgendeiner, sondern der este, den es gibt. Er wäre eine große Hilfe bei dem Beutezug, den ich geplant habe.

Das Problem ist nur, dass er Bhosek bestohlen hat. Keiner bestiehlt Bhosek. Also wurde er ins Grab unter Bhoseks Palast geworfen.“

„Ins Grab?“ man konnte die Verwirrung von Jellica eindeutig erkennen.

„So nennt man Bhoseks Gefängnis. Es gibt einen Eingang vom Flussufer aus. Unterhalb des Palasts. Achtet auf Fallen und die anderen Gefangenen. Da unten ist jeder ein Mörder. Das ist der schlimmste Abschaum der ganzen Insel. Das ist das Grab. Man kann jederzeit wieder gehen, sofern man es lebend dort rausschafft!“

Jellica beschloss sich gleich auf dem Weg zu machen. Die Arbeit auf dem Schiff hatte sie kräftig werden lassen und es erschien ihr am Sinnvollsten, jetzt wo es dunkel wurde zu dem Eingang zu gehen, wo es nicht so auffiel. Schon aus einiger Entfernung konnte sie sehen, dass jemand anders vor dem Eingang stand. Sie schlich vorsichtig näher und hörte wie die hochgewachsene Elfin leise weinte: „Mein armer Jakarn! Ich möchte gar nicht daran denken, was man euch da unten antut. Ihr seid ein Prinz. Ihr gehört nicht ins Grab.“

Jellica, die unbemerkt näher getreten war, fragte erstaunt: „Ihr sagtet, dass Jakarn ein Prinz ist?“

Erschrocken drehte dich die Elfin um. Im Licht der Fackel konnte die Trauer in ihren grünen Augen sehen.

„Ja“, antwortete sie. „ Aus Westmüh. Wie gerne ich mit ihm dort hinreisen würde. Er hat es mir als hell, schön und voller Leben beschrieben.“ Sie hielt kurz inne. „Kennt ihr ihn?“

Jellica schüttelte den Kopf. „Nein, ich soll nur nach ihm suchen. Was wisst ihr über das Grab?“

„Jeder der dort reingeworfen wird, der stirbt auch dort. Jakarn sagte, die Wachen wären schon brutal, aber die anderen Gefangenen sind noch schlimmer. Alleine schafft er es da nicht raus und ich schätze ich bin auch keine Hilfe.“ Jellica sah die Elfin an und nickte nur zur Bestätigung. „Jakarn sagte, es gäbe dort reihenweise Fallen. Und jeder der da unten, außer Jakarn, ist ein brutaler Mörder. Niemand ist jemals rausgekommen, mein armer Jakarn.“ Die Frau begann wieder zu weinen. Jellica versuchte sie zu beruhigen. „Geht am Besten wieder zu eurer Unterkunft. Ich werde hineingehen und versuchen Jakarn dort rauszuholen.“

Ohne weitere Worte, trat Jellica an das hölzerne Tor, öffnete es und betrat dann das Grab. Nachdem sie im Inneren ein paar Schritte gemacht hatte, war ihr auch klar, warum das Tor nicht verschlossen war. Sie konnte schon die in ein paar Meter Entfernung sich immer schnell nach oben bewegenden Speerspitzen im Feuerschein einer Feuerbarriere erkennen. Dort durchzukommen würde kein leichtes Unterfangen sein. Einfach auf gut Glück über die Speerreihen zu springen erschien ihr keine gute Idee. Mit einem Sprung würde sie nicht hinüberkommen. Und sie sah zwischen die sich bewegend Speerspitzen die Knochen derjenigen, die es wohl auch versucht hatten und gescheitert waren. Sollte sie aber jetzt schon aufgeben? Sie blieb einen Weile vor der Speerfalle stehen und begann das auf und ab Bewegung der Speere zu beobachten. Nach einiger Zeit erkannte sie ein Muster in der Art der Bewegung. Sie sah sich ein wenig um und suchte einen schweren Gegenstand, um zu testen ob, die Speere nicht plötzlich hochkamen wenn die Platten, zwischen denen sie sich auf und ab bewegten, plötzlich belastet werden. Sie fand einen schweren Stein und warf ihn in dem Moment auf eine der Platten, als die Speere für einen Moment im Boden versenkt waren. Nichts tat sich. Sie beschloss ihr Glück zu versuchen und auf die andere Seite der Falle zu gelangen. Sie konzentrierte sich auf die Bewegung der Speere und dann ging sie im Zickzack durch die erste Falle. Bei der Feuerfalle war ihr aufgefallen, dass diese ab und an einen Aussetzer hatte und für einen kurzen Moment die Flammen kleiner wurden. Sie brannten zwar weiter, aber Jellica war sich sicher dann drüber springen zu können.

Diese Fallen wiederholten sich und auch bei den anderen gab es ähnliche Muster. Jellica brauchte eine ganze Weile um weiter zu kommen, aber irgendwann hatte sie es geschafft, die Gänge mit den Fallen zu passieren. Aber auch ohne weitere Fallen war das Weiterkommen schwierig. Sie bemerkte zwar nirgends wirkliche Wachen, aber sie sah in den Schatten den einen oder anderen bewaffneten Mann rumschleichen. Das waren wohl diejenigen vor denen man sie gewarnt hatte. In vielen Zellen waren Gefangene, die sich schnell von den Zellentüren zurück zogen, wenn sie merken das sich die Bewaffneten ihnen näherten.

Jellica war froh einen Bogen dabei zu haben. Während der Überfahrt hatte sie unter Deck, wenn keiner im Lagerraum war, ein wenig das Schießen geübt. Das ging ihr fast noch leichter von der Hand als der Umgang mit einem Schwert. Da die Gefangenen keinen kräftigen Rüstungen trugen, war es nicht schwer sie mit einem Schuss zu töten, wenn man denn richtig traf. Aus dem Hinterhalt gelang es Jellica drei der Burschen zu erledigen und so unbemerkt in den Haupttrakt des Gefängnisses zu kommen. Hier waren an der Außenseite diverse Zellen in denen sich einzelne Gefangene oder auch Tote befanden und es gab Stahlkäfige, die teilweise auch ‚bewohnt‘ waren. Jellica hatte keinen Ahnung wie Jakarn aussah, also schlich sie von Zelle zu Zelle und flüsterte dort seinen Namen. Die meisten zogen sich sofort zurück als sie Jellica näherkommen sahen. Jellica befürchtete schon, dass sie zu spät gekommen sein würde, als sie plötzlich eine Stimme aus einer der wenigen noch verbliebenen Zellen vor sich vernahm.

„Heda, ihr seid keine der Wachen und auch keine der Gefangenen. Ihr müsst mir helfen!“

Jellica näherte sich der Zelle aus der die Stimme kam. In ihr befand sich ein gutaussehender Kräftig gebauter Bretone. Er hatte dunkle Haare und selbst der Bart, der ihm hier in der Zelle gewachsen war, stand ihm gut.

„Wer seid ihr?“ frage Jellica vorsichtig, während sie den Rest der Halle im Blick behielt.

„Jakarn.“

„Dann bin ich hier Richtig. Kapitän Kaleen hat mich geschickt. Sie braucht eure Hilfe bei einem Beutezug.“

„Nun, das ist perfekt! Holt mich hier raus und ich stehe zu euren Diensten. Ihr werdet feststellen, dass ich ein Mann mit vielen Talenten bin!“. Das klang sehr von sich selbst überzeugt dachte Jellica, beschloss aber einen dahingehenden Spruch sich lieber zu verkneifen.

„Links neben der Zelle ist ein Hebel mit der die Tür sich öffnen lässt. Beeilt euch. Wenn ich so einen hübschen Kerl in einer Zelle vorfände, würde ich nicht so lange zögern ihn zu befreien.“

Jellica beschloss den Mann etwas zappeln zu lassen.

„Habt ihr Oberhaupt Bhosek wirklich einen Edelstein gestohlen?“

„Ist das wirklich so wichtig?“ Jakarn wurde ungeduldig. „Sicher, “ sagte er dann selbstsicher, “Ich habe den Edelstein mitgehen lassen, aber er hatte ihn doch vorher einem armen Händler angenommen. Den er anschließend zum Krepieren hier reingeschmissen hat. Man kann einen Dieb doch nicht bestehlen?“ Er sah Jellica Treuherzig an.

„Nun gut, ich hole euch hier raus.“

„Ja, holt mich hier raus“, seine Stimme klang schmeichelnd und sein Ansinnen recht eindeutig, “dann schulde ich euch was.“ Jellica ignorierte diese Avance und sagte nur. „Eine Elfe warte am Tor am Fluss auf euch. Sie macht sich große Sorgen um euer Wohlergehen.“

Jakarn schien das zu überhören, denn er ging darauf nicht ein.“ Lasst uns hier verschwinden.

Jellica nickte nur, denn auch sie wollte hier schnellstens wieder raus. Gemeinsam gelangten sie ohne Probleme den Weg den Jellica gekommen war auch zurück. Jellica musste zugeben, dass Jakarn sich hervorragend in den Schatte bewegen konnte, ohne dass man ihn bemerke. Als sie kurz vor dem Tor angelangten meine Jakarn plötzlich: „Nicht dort entlang.“

„Warum nicht?“, fragte Jellica verwundert.

„Irien ist da draußen. Oh, und Wachen. Ich habe viele Wachen gesehen.“ Seht mal. Schleichen wir uns lieber aus dem Seitenausgang. So können wir beide unsere Köpfe behalten.“

Jellica konnte sich nur mühsam ein Lachen verkneifen. ‚Wenn hier wohl jemand den Kopf verliert dann ihr‘ dachte sie, sagte aber laut. „Wie ihr meint.“ Und folgte dem Dieb. Er brachte sie in einem Nebengang zu einer Leiter, die nach oben führte und in einem Brunnen endete, der sich Östlich von Hundingshafen bei einem kleinen Stall befand. Als sie oben ankamen graute der Morgen. Jellica hatte gar nicht gemerkt wie die Zeit verstrichen war.

Jakarn wartete oben auf sie. „Danke, dass ihr mich da vorhin ausgeholt habt.

Und wo ihr doch gerade in heldenhafter Stimmung seid: Könnt ihr mir dabei helfen etwas zu holen, was ich bei den Goblins vergessen habe?“

Jellica wusste nicht wie sie auf diese anmaßende Frage reagieren sollte.

„Ihr habt den Goblin etwas gegen?“

„ich schätze, wenn man etwas sicher aufbewahren will, dann gibt man es Goblins.

Sie passen umsonst darauf auf. Sie sind zu dumm, um es einzutauschen, und sie werden jeden töten, der versucht es an sich zu nehmen.“

„Werden sie euch nicht töten, wenn ihr versucht, es ihnen wieder wegzunehmen?“

„Es ist doch so: Ihr habt eine Menge auf euch genommen, um mich zu befreien, richtig? Ihr würdet nie zulassen, dass mich die Goblins Fressen. Und deshalb, meine gute Freundin, werdet ihr mir in die Mine folgen. Ja?“ Sein überheblicher Gesichtsausdruck machte Jellica wütend. Aber sie hatte Kaleen zugesagt, dafür zu sorgen das Jakarn zu ihr kommen würde, also biss sie die Zähne zusammen und sagte nur: “Geht voran.“

Sie liefen einen Pfad entlang er sie über eine Brücke führte auf der anderen Seite konnte man schon von weiten ein Lager erkennen. Je näher sie dem Lager kamen, desto ungute wurde das Gefühl in ihrer Magengegend. Aber Jakarn führte sie am Rand des Lagers entlang, und sie kamen ungesehen zu Tor der Mine.

Jakarn schloss geschickt das Tor auf. „Jetzt können wir uns meinen Edelstein holen.“

„Wie sieht der Edelstein aus?“, fragte Jellica

„So hübsch, wie man es sich nur vorstellen kann. Und so groß wie meine beiden Fäuste.“ Dann verschwand er durch das Tor. Jellica blieb nichts anderes übrig als ihm zu folgen.

Im Inneren der Mine meinte Jakarn nur, sie bewahren alles im oberen Bereich auf. Dann machte er sich ohne umzudrehen auf den Weg. Wieder blieb Jellica nichts anderes übrig als ihm zu folgen.

Sie gingen einen ganze Weile durch die Gange der Mine, bis sie zu einem weiteren Tor kamen: „Jetzt kommt der Teil bei dem ich euch vertraue“, sagte Jakarn dort.

„Wovon sprecht ihr?“, Jellica war etwas ungehalten.

„Ich werde die Goblins auf dem Gerüst dort im nächsten Raum töten. Ihr schnappt euch den Rubin. Er ist in einer Kiste auf dem Boden.

Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Durchgang. Folgt ihm und trefft mich draußen. Wenn was schiefläuft, treffen wir uns im Gasthaus der Stand wieder.“

Wieder bekam Jellica keine Chance etwas zu erwidern, denn Jakarn verschwand so schnell durch das Tor, das sie wieder nur folgen konnte. Sie sah wie Jakarn geschickt das Gerüst erklomm und sich auf die Goblins oben stürzte. Also lief sie selbst los um die Rubin zu holen. Dabei verlor sie Jakarn aus den Augen. Die Truhe zu finden, in der der Rubin verwahr wurde, war nicht schwer. Und sie war unverschlossen. Jellica nahm den Rubin an sich und folgte einfach den Gang weiter in der Hoffnung dass es dort hinausgehen würde. Von Jakarn war nichts zu sehen.

Jakarn hatte gesagt, sie würde ihn im Gasthof antreffen, sollte sie getrennt werden. Also überlegte Jellica nicht lange und machte sich auf den Weg zurück in die Stadt. Sie war noch nicht weit gekommen, als sich ihr plötzlich eine Orkfrau in den Weg stellte.

„Was habt ihr in der Mine gemacht“, fragte Moglurgul mit gefährlich scharf klingender Stimme. „Und habt ihr da drin vielleicht einen dreckigen Bretonen gesehen?“

„Wie lautet sein Name“, fragte Jellica vorsichtig.

„Jakarn. Er ist ein Lügner und ein Dieb. Er hat Oberhaupt Bhosek einen Rubin gestohlen. Nun, wenn der Rubin wieder auftauchen würde, lässt Bhosek ihn vielleicht am Leben. Könnt ihr mir helfen oder nicht?“

Jellica überlegte nicht lange, denn sie ahnte, dass es Jakarn so oder so an den Kragen gehen würde.

„Tut mir leid. Ich habe ihn nicht gesehen.“ Sagte sie und hoffte nicht rot zu werden.

„Nun, das ist zu schade. Falls ihr ihm mal wieder begegnet, dann sagt ihm, das er tot ist, wenn wir ihn noch mal zu fassen bekommen.“ Dann drehte sich die Frau um und ging davon ohne sich weiter um Jellica zu kümmern. Diese wartete noch eine Weile bevor sie ihren Weg in die Stadt fortsetzt.

Als Jellica endlich en Gasthof erreichte und hineingehen wollte wurde wütend die Tür von innen aufgerissen und Irien kam herausgestürmt. Die Elfe war sehr aufgebracht. Als Irien Jellica sah meinte sie nur wütend:

„Wenn ihr diesen Mistkerl Jakarn sucht, der ist mit einem Rotwardonenmädchen in der Taverne.“

„Was ist passiert?“ fragte Jellica

„Ich habe gehört, wie er diesem Rotwardonenmädchen erzählt hat, er wäre ein Schiffkapitän und würde sie nach Schildwacht mitnehmen. Sie ist natürlich dahingeschmolzen – genau wie ich damals.
Würde ich da Oberhaupt nicht noch mehr hassen als ihn, würde ich sein Versteck verraten. Ich muss von dieser Insel herunter.“ Dann drehte sich Irien um und ging einfach davon.

Jellica sah ihr kopfschüttelnd nach. Dann betrat sie die Taverne. Sie sah sich kurz um und entdeckte Jakarn dann an eine Wand gelehnt, wo er von zwei Frauen und einem Mann umstellt war, die ihn irgendwie bewundernd ansahen. Jellica schüttelte nur den Kopf und trat dazu.

Als Jakarn sie sah rief er freudestrahlend: “He, Ihr! Schön das ihr da rausgekommen seid.“

„Hier ist der Rubin, den ihr gestohlen habt!“ antwortete Jellica nur knapp.

„Augenblick mal. Das Oberhaupt hatte ihn doch vorher schon gestohlen. Und nun habt ihr ihm mir zurückgebracht, nicht wahr? Danke, Schatz.“

Jellica lief rot vor Wut an und bekam zunähst kein Wort heraus. Dann sagte sie mit leiser gefährlich klingender Stimme: „ Ihr schuldet mir etwas für eure Befreiung, und Kapitän Kaleen braucht eure Hilfe.“

„Also wenn ihr das so sagt: Klar. Wenn sie ein Ding plant, dann bin ich dabei. Alles, was ich dafür will, ist ein Freifahrtschein von dieser Insel herunter, sobald wir damit durch sind.“

„Das müsst ihr mit Kapitän Kaleen klären.“

Nach diesen Worten drehte sich Jellica um und ging zum Gastwirt hinüber und fragte, ob sie ein ruhiges Zimmer bekommen könne. Sie war irgendwie Todmüde und wollte erst mal ausschlafen.

CKomet

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Montag, 6. April 2015, 10:24

004 Stros M’Kai – Vergrabene Geheimnisse

Jellica erwachte am nächsten Morgen recht früh. Die Nacht war traumlos verlaufen und sie fühlte sich gut ausgeruht. Langsam stand sie auf und während sie ich ankleidete überlegte sie was sie als nächstes tun sollte. Frühstücken, dachte sie, denn ihr wurde bewusst, dass sie seit sie das Schiff verlassen hatte, nichts mehr gegessen hatte.
Als Jellica sich zur Zimmertür begab sah sie wie langsam ein paar Zeichen weiß auf dem Boden zu leuchten begannen. Dann erschien eine Projektion des Propheten.

Wie ich befürchtet habe, sind wir an unterschiedlichen Orten angekommen“, sagte der alte Mann zu ihr. „Ich bin in einer Stadt der Industrie, wo die Leute unter dem Mantel von Andeutungen und Schmeicheleien ihre Ränke und Intrigen schmieden. Doch das ist nicht von Belang. Ihr seid einmal mehr erwacht und wir müssen euch auf den rechten Weg bringen.“

„Ich war ein paar Tage bewusstlos“, stellte Jellica fest.

„Tage? Oder Wochen? Ich weiß es nicht. Diese Reise zwischen den Welten hat unser Gefühl für Raum und Zeit gestört. Ich weiß nur, dass ihr im Meer gelandet seid und dass euch irgendeine gütige Seele herausgefischt und wieder an Land gebracht hat.“

„Ja Kapitän Kaleen. Was soll ich jetzt tun?“

„Ich fürchte, dass müsst ihr selbst entscheiden.
Ich muss mich drauf konzentrieren, nach einem Weg zu suchen, Lyris ihr mutiges Opfer zu vergelten. Ich kann sie nicht einfach dem Zorn Molag Bals überlassen.“

„Wann werde ich euch wiedersehen?“

„Das kann ich nicht vorhersehen. Noch nicht. Doch wir werden uns wiedersehen. Es gibt noch vieles, das wir vollbringen müssen.“
Der Prophet schwieg einen Augenblick bevor er weiter sprach.
„Seid auf der Hut, Entseelte. Eure gesamte Existenzebene ist in Gefahr. Die Bedrohung durch Molag Bal legt sich über ganz Tamriel, und Chaos breitet sich in ihrem Schatten aus.
Gefahren in vielerlei Gestalt machen das Land unsicher. Lasst euch nicht auf dem falschen Fuß erwischen.“

„Wohin soll ich gehen?“, fragte Jellica unsicher. War ihre Entscheidung hier nach Stros M’Kai zu gehen richtig gewesen?

„Ihr müsst euren eigenen Weg finde. Doch vielleicht gibt es einen guten Grund dafür, dass ihr euch in Dolchsturz wiederfandet.
Erforscht ihn. Sucht nach einer Sache, die ihr unterstützen könnt. Schließt euch anderen an. Vielleicht ist es sogar gut, jene aufzusuchen, die euch aus dem Meer gefischt haben. Die Entscheidung liegt bei euch.“

„Glaubt ihr es gibt viele, die meine Hilfe gebrauchen könnten?“

„In der Tat. Ich spüre, dass in diesem Augenblick ganz in eurer Nähe gute Leute in großer Gefahr schweben. Sie brauchen eure Unterstützung, so ihr denn bereit seid, sie ihnen zu gewähren.
Um den Willen Molag Bals entgegen zu wirken, müssen wir uns dem Bösen stellen, wo auch immer es sein hässliches Haupt erhebt.“

Jellica nickte nachdenklich zustimmend: „Und gibt es noch andere die sich mir anschließen werden?“

Der Prophet nickte lächelnd: „Wir müssen uns diesen schweren Zeiten nicht ganz alleine stellen. Viele werden sich erhaben, um sich dieser Flut der Finsternis entgegenzustellen.
Wohin ihr auch geht, werdet ihr anderen begegnen, die ebenso mutig und tapfer sind wie ihr. Helft ihnen, wenn ihr könnt, und nehmt ihre Hilfe an, wann immer ihr sie braucht.“

„Woher wollt ihr wissen, dass ich tapfer und mutig bin? Ihr kennt mich doch kaum… genauso wie ich mich nicht kenne.“ Jellica sah den alten Mann zweifelnd an.

„Ich weiß es einfach. Vertraut mir. Es stand in den alten Schriftrollen geschrieben. Aber nun muss ich mich wieder zurückziehen. Ich werde euch kontaktieren, sobald ich eine sichere Unterkunft gefunden habe, in der wir uns direkt treffen können.“

Der Prophet wurde blasser und verschwand dann komplett. Jellica stand eine Weile einfach nur da. Dann meldete sich ihr leerer Magen und sie verließ das Zimmer und ging hinunter in die Gaststube, wo sie sich in einer Ecke an einen Tisch setzte, nachdem sie beim Wirt an der Theke ein ordentliches Frühstück bestellte hatte. Sie war gerade mit Essen fertig und wollte gehen, als ein junges Mädchen an ihrem Tisch kam. Ihre Kleidung war zerlumpt und sie trug ein großes Schwert an ihrer Seite im Gürtel.

„Ha! ich dachte schon ich würde euch verpassen.“

Jellica sah das Mädchen verwundert an. ‚Wer war sie und was mochte sie von ihr wollen‘, fragte sie sich. Laut fragte sie dann: „Kann ich euch behilflich sein?“

„Ich bin Nicolene. Ich arbeite für Kapitän Kaleen. Sie hat mich losgeschickt, um euch zu finden und fragen ob ihr Glück mit der Rekrutierung für unseren Beutezug hattet. “.

Jellica erinnerte sich an die Worte von Tumma-Shak, die von dem kleinen Schiffmädchen gesprochen hatte, das sich so tapfer auf die Sete von Kapitän Kaleen gestellt hatte. Das hier musste sie sei.

„Da mir Jakarn vorhin über den Weg gelaufen ist, scheint es wohl so zu sein“, grinste das Mädchen frech.

„Das könnte man so sagen“, lächelte Jellica.

„ich soll euch ausrichten, nur damit ihr Bescheid wisst, dass wir ein Versteck bei den Docks eingerichtet haben. Kommt dorthin sobald ihr fertig mit dem Rekrutieren seid. Sucht nach Lambur, draußen vor der Tür. Sie wird euch dann hineinlassen.“

Jellica nickte: „Okay, ich komme zu euch, sobald ich alle gefunden habe. Könnt ihr mir vielleicht etwas über Lerissa und Neramo erzählen?“

„Lerissa ist in Heiligenhafen. Die Seedrachen haben ihr Schiff auf die Felsen gelockt. Diese Bastarde wissen wirklich, wie sie einem dem Tag verderben können.
Es liegt südlich von Hundingshafen. Sucht nach dem großen Leuchtturm.“

„Und was ist mit Neramo?“

„Er ist ein brillanter Dwemergelehrter: Also nicht, das er selbst ein Dwemer wäre, aber er studiert sie. Er ist draußen Bthzark und buddelt dort in den Ruinen herum. Mehr weiß ich auch nicht. Ich gehe dann auch mal wieder. Es ist nicht gut wenn man mich in den Straßen sieht.“

Ohne noch was zu sagen drehte sich Nicolene um und verschwand schnell wieder. Jellica sah ihr Kopfschüttelnd nach. Sie beschloss, dann Gasthof zu verlassen und sich mal auf den Weg nach Bthzark zu machen. Sie erkundigte sich beim Wirt, in welche Richtung die Ruinen von Bthzark liegen würden. Er sagte ihr, sie solle die Straße raus nach Westen nehmen. Dann würde sie die Ruinen sicher nicht verfehlen. Jellica bedankte sich für die Auskunft und machte sich auf den Weg.
Nachdem sie eine halbe Stunde der Straße gefolgt war, traf sie auf einen Elfen, der am Wegesrand saß. Auf ihre Frage was er hier so alleine machen würde, antwortete er:

„Wer weiß? Neramo schon, schätze ich, aber ich nicht. Ich bin nur auf Bhoseks Befehl hier, um sicherzustellen, dass der Elf auch seine Arbeit macht. Ich habe mich nie dazu bereit erklärt, den Sand nach irgendwelchem verrückten Dwemerspielzeug zu durchwühlen.“

Sonderlich helle schien der Mann ihr nicht zu sein. Aber immerhin wusste sie nun, dass sie auf dem richtigen Weg war. „Was wäre, wenn ich helfen wollen würde?“ fragte sie ihn dann einfach.

„Nur zu. Geht und sprecht mit Neramo. Ich bin sicher, er wird höchst erfreut sein, wenn er noch mehr seiner Aufgaben von sich abwälzen kann.“

„Ich werde ihn finden und dann fragen.“ Jellica verabschiedete sich höfflich von dem Mann und setze ihren Weg fort. Anscheinend war Neramo auf der Suche nach etwas, an dem das Oberhaupt der Insel auch Interesse hatte. Sie musste nicht mehr weit laufen, um das Lager von Neramo zu finden. Er stand an einem Tisch auf dem diverse Bücher, Schriftrollen, Metallstücke und Zahnräder lagen. Auf dem Boden neben sich lag ein mechanisches Etwas, das wie eine Spinne aussah. Es sah gut erhalten aus, auch wenn es nicht mehr funktionierte.
Als sich Jellica Neramo näherte, drehte dieser sich um und sie stand einem hochgewachsenen Altmer gegenüber.

„Ein Wunder“, sprach er wohl eher zu sich selbst als zu seinem Gast. „Kaum zu glauben, dass die Drewmer des alten Volenfell bis nach Stros M’Kai gekommen sind!
Mein Bruder und ich durchkämmen den Außenbereich der Ruinen jetzt schon seit geraumer Zeit, aber wir konnten nie bis ins Innere vorstoßen.“

Warum wollt ihr dort hinein?“ fragte Jellica neugierig.

„Aus verschiedenen Gründen. Einer ist, dass Oberhaupt Bhosek mich beauftragt ha, die Ruinen zu erkunden.
Ein faszinierender Aspekt der Dwemerruinen sind die uralten Mechanismen, die man darin findet. Bhosek denkt, man könnte sie in Hundingshafen einsetzen. Ich muss hineingelangen, um das zu untersuchen.“

Jellica würde gerne mal so eine Rune von innen sehen, daher sagte sie: „Vielleicht kann ich euch helfen.“

„Ein ausgezeichneter Vorschlag.“ Freute sich der Altmer. „Ich glaube dieser Automat könnte die Tür öffnen, wenn man ihn nur wieder zusammensetzen und steuern könnte. Er zeigte auf die mechanische Spinne am Boden. „ich habe seinen Steuerstab, aber zwei Fokuskristalle scheinen zu fehlen. Findet sie und ich erledige den Rest um die Tür zu öffnen. Es muss sich um leuchtende Steine handeln.“

„Habt ihr eine Idee, wo man mit der Suche anfangen könnte?“

Neramo sah Jellica an und meinte. „Tut mir leid, aber wenn ich das wüsste, würde ich sie schon längst haben.“

Jelica seufzte und beschloss auf Gut Glück loszugehen. Das Ganze sah nach einer hoffnungslosen Aktion aus, denn das Gebiet um die Ruinen herum war nicht gerade klein. Dese Forkussteine könnte überall sein. Möglicherweise auch unter dem Wüstensand begraben. In Gedanken versunken ging sie einfach in einer Richtung. Irgendwo musste man ja anfangen. Zu allem Unglück wimmelte es in der Nähe der Ruine auch noch von riesigen Käfern, die einem, wenn man ihnen zu nahe kam, angriffen. Jellica versuchte außerhalb ihrer Reichweite zu bleiben, aber dann sah sie an einer Wand etwas rot schimmern. War das einer dieser Fokussteine, fragte sie sich. Um dorthin zu gelangen musste sie zwei dieser riesigen Käfer töten. Zunächst schoss sie aus sicherer Entfernung mit ihrem Bogen auf die Tiere, bevor sie dann lieber zum Schwert griff und sie endgültig tötete. Dabei musste sie drauf achten, nicht von den Zangen an ihren Mäulern erwischt zu werden. Sie wusste nicht, ob diese Tiere ein giftiges Sekret an den Zangen hatten. Nachdem die Käfer erledigt waren, ging sie auf den Gegenstand zu, der ihr aufgefallen war. Sie beschloss ihn einzusammeln und mitzunehmen.
Nachdem sie ihn in einer ihrer Gürteltaschen verstaut hatte ging sie weiter. Diesmal in die andere Richtung. Immer wieder wich sie weiteren Käfern aus. Es gesellten sich noch einige Wölfe hinzu, die ein grausiges Heulen ausstießen als sich Jellica ihnen näherte. Zu dritt griffen sie gleichzeitig an. Jellica hatte einige Mühe sie abzuwehren und nicht von ihnen gebissen zu werden, aber am Ende Lage de drei Wölfe tot vor ihren Füssen. In einiger Entfernung sah Jellica einen zerfallenen Turm. Irgendwas zog sie in diese Richtung. Sie ließ sich von ihrem Gefühl einfach leiten. Und tatsächlich fand sie im inneren des Turms einen zweiten stein der genauso aussah wie der den sie zuvor schon eingesteckt hatte. Sie packte ihn zu dem ersten und machte sich auf dem Weg zu dem Eingang, wo Neramo auf sie warten wollte.

Sie fand Neramo wie erwartet vor dem verschlossenen Eingang, wo er sich über seine mechanische Spinne gebeugt hatte. Als er sie kommen sah sagte er: „Ich habe die Spinne wieder komplett zusammengebaut, aber ich muss sie kontrollieren können.
Habt ihr die Kristalle gefunden?“

Jellica nicke: „Ja, ich habe sie hier.“

„Famos“, Neramo war außer sich vor Freude. Nachdem er sich wieder gefangen hatte sagte er: „Ich stecke jetzt den Stab einfach so hier hinein. Übrigens hoffe ich, dass ihr den Mechanismus zerstören könnt, falls er uns angreifen sollte.“

Das sollte zum Glück nicht notwendig sein. Das Konstrukt tat was Neramo von ihm wollte. Und so konnten sie die verschlossene Tür zum Inneren von Bthzark öffnen. Hinter der Tür im Gang sagte Neramo zu Jellica:
Wie ihr seht, war Oberhaupts Bhoseks vertrauen in meine Fähigkeiten nicht unbegründet. Ebenso wenig wie das meine in euren Fortschritt.“ Er machte eine kurze Pause.

„Könnt ihr mir wohl bei noch einer Sache helfen?“

„Was benötigt ihr?“

„Ungeachtet des Alters dieser Ruinen vermute ich, dass es hier die üblichen Verteidigungsvorkehrungen geben dürfte. Ich bin Gefahren nicht sehr zugeneigt. Wärt ihr vielleicht so freundlich, die Ruinen zu erkunden, um in ihnen nach etwaigen Dwemergeneratoren zu suchen?“

„Generator? Was ist ein Generator?“

„Oh. Ich schätze ich bin der einzige der sie so nennt. ‚sich frei versorgender Dynamokern‘ klingt vielleicht hochtrabend, aber die Dwemer haben sie so gebaut, dass sie über Generationen halten. Ich nenne sie deshalb ‚Generatoren‘, um ihre lange Laufzeit zu ehren.“

Jellica nickte: „Was mache ich wenn ich welche finde?“

Neramo reichte ihr den Steuerstab der mechanischen Spinne. Jellica nahm ihn zögernd entgegen.

„Dieser Steuerstab sollte dafür sorgen, dass unser neuer Freund euch treu ergeben bleibt.“ Sagte der Altmer. „Ich vermute, dass die Generatoren im Laufe der Jahre beschädigt wurden. Ihr müsst die Spinne zu den Generatoren begleiten, damit sie die reparieren kann.“

So machte Jellica sich dann auf den Weg. Sie Spinne folgte ihr. So ging sie vorsichtig durch die Gänge. Dabei sah sie sich gründlich um. Überall waren Rohrleitungen in den Gängen und es brannten Lampen deren Licht selbst nach Jahrhunderten nicht erloschen war, so dass es nicht dunkel in der Ruine war. Wie der Gelehrte vermutet hatte, waren aber die Verteidigungsanlagen in Form von mechanischen Spinnen immer noch aktiv. Mehrfach musste Jellica eines dieser Konstrukte zerstören.
Es gab hier drei größere Räume stellte Jellica fest. Im Mittleren war nichts von Bedeutung zu finden. Im linken und rechten jedoch stand je ein Generator. Jellica ersuchte mit dem Stab die Spinne in die Richtung der Generatoren zu lenken und als das Konstrukt nahe genug dran war, begann es automatisch, die defekten Maschinen zu reparieren. Als sie damit fertig war konnte sie spüren wie die Generatoren ihre Arbeit aufnahmen und dann ging sie in den mittleren Raum, wo nun auch Neramo auf sie wartete.

Wieder war der Elf außer sich vor Freude und rief ihr überschwänglich zu: „ Hervorragende Arbeit. Bthzark atmet wieder!
Jetzt zu einem persönlichen Projekt. Möchtet ihr euch noch ein paar Münzen mehr verdienen?“

Jellica antwortete: “Ich lausche.“

„Wie ihr sehen könnt, sind wir nicht die Ersten, die Bthzark betreten. In Wahrheit habe ich Bhoseks Auftrag, diese Ruinen zu erkunden, nur deshalb angenommen, weil sie etwas bergen, das ich gerne hätte – etwas von dem ich glaube, dass andere dafür bereits ihr Leben ließen.“

„Was ist das?“ Jellicas Neugierde war geweckt.

„Wissen ist der größte Schatz. Die Dwemer beachten ihre Schätze wie ein König sein Gold. In Bthzark haben die Dwemer eine Reihe von Bauplänen hinterlassen. Mechanische Zeichnungen, die ich sehr gerne hätte.

„Und ihr braucht nun meine Hilfe, um sie zu finden“, stelle Jelica fest.

„Eine einfache Aufgabe“, begann der Altmer, Was Jellica aber nicht so recht glauben wollte, schwieg aber trotzdem und ließ Neramo ausreden. „Diese früheren Forscher haben sie wahrscheinlich geborgen, nur um dann festzustellen, dass sie durch irgendeinen Verrat in Bthzark eingeschlossen waren. Ihr Unglück ist mein – unser- Vorteil. Wir müssen herausfinden, wo sie genau ihr Leben gelassen haben.“

„Na schön. Legen wir los“, Jetzt umzukehren erschien Jellica nicht richtig.

„Auf der anderen Seite diese Tür könnten noch mehr Konstrukte warten. Ihr geht am besten zuerst.“

Innerlich fluchte Jellica, das war zu erwarten gewesen, dass sie die gefährliche Führung übernehmen musste. So ging sie dann vor und beseitigte zwei dieser Spinnenwächter. Auf einem pyramidenförmigen steinernen Sockel entdeckten sie eine Kiste, die schon vor langer Zeit geöffnet worden sein musste. Etwas weiter vorne sah Jellica neben einen Skeletteine Schriftrolle. Auf dem zerbrechlichen Papier stand in verblassten Buchstaben, was sie hinter den beiden Türen erwarten würde, die sich nun links und rechts vor ihnen befanden.

Neramo überließ Jellica die Entscheidung durch welche Tür sie weitergehen wollte. Die Linke würde zu einer Brücke führen, auf der ein Haufen Konstrukte auf sie lauern würden. Auf der rechten Brücke sollte es nur vor Fallen so wimmeln. Jellica entschied sich für die Brücke mit den Fallen. Es handelte sich bei den Fallen um Feuer, Eis oder blitzfallen die die den Übergang über die Brücke verhindern sollten. Aber Jellica musste nicht lange schauen und sah, das man wenn man langsam vorging leicht über die Fallen hinweg kommen konnte. Als Jellica sich umdrehte um Neramo zu sagen, was sie tun mussten sah sie das der Altmer ihr nicht gefolgt war. Also beschloss sie alleine weiter zu gehen. Am Ende vom Gang kam sie wieder ins Innere der Ruine. Wieder sah sie vor sich ein Skelett liegen, neben dem ein alter Zettel lag. Und auf dem Tisch hinter dem Toten fand sie ein Buch mit diversen Plänen. Das war wohl das was Neramo gesucht hatte. Sie nahm es an sich und verließ die Ruine durch die hier befindliche Tür, die sich nur von innen öffnen ließ.

Draußen wartete Neramo schon auf sie. Er war anscheinend von der Brücke mit den Fallen hinunter gesprungen.

„Ah, da seid ihr ja!“ Begrüßte er Jellica. „ich wollte gerade kommen und, äh, euch helfen. Ihr habt hoffentlich gefunden, wonach wir suchen?“

Jellica nickte nur: „Wie versprochen habe ich hier die Zeichnungen.“

„Die Baupläne sind endlich mein! Famos.“ jubelte der Altmer. Damit stehe ich in eurer Schuld. Was kann ich im Gegenzug für euch tun?

Jellica antwortet sogleich: „Helft Kapitän Kaleen bei dem Beutezug, den sie plant.

„Ich hörte das Kaleen vorhat zur Insel Betnikh zu fahren. Die Ruinen dort sind von großem Interesse für mich. Doch zunächst werde ich euch bei diesem Beutezug helfen.“

Jellica war froh, dass Neramo nicht lange gebeten werden musste. Neramo murmelte ein paar Worte vor sich hin und machte ein paar Handbewegungen, dann erschien vor ihm ein Portal. Er sah Jellica an: „ich habe ein Portal direkt nach Hundingshafen geöffnet. So können wir uns den langen Fußmarsch ersparen. Jellica überlegte einen Moment, aber dann beschloss sie es zu benutzen. Es war in der Zwischenzeit Abend geworden und sie merkte die Strapazen vom Tag. Jetzt schnell in die Stadt in den Gasthof kommen, wäre eine große Erleichterung, und so betrat sie es.

Neramo folgte ihr. In Hundingshafen verabschiedeten die beiden sich voneinander. Jellica ging zurück in den Gasthof, während sich Neramo zum Versteck von Kaleen begab, dessen Ort sie ihm genannt hatte.

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Montag, 6. April 2015, 10:24

005 Stros M’Kai - Wie Motten zum Licht

Am nächsten Morgen machte sich Jellica zeitig auf den Weg nach Heiligenhafen. Dieser Ort befand sich im südlichen Teil der Insel. Man braucht etwas mehr als einen halben Tag um dort hinzugelangen. Jellica hatte beschlossen sich erst Mal auf der Hauptstraße, sofern man das so bezeichnen konnte, zu bleiben. Sie kam gut vorwärts. Viele Leute begegneten ihr unterwegs nicht und auch die wilden Tiere waren eher abseits der Straße in der Ferne zu sehen. So erreichte sie wie geplant gegen frühen Nachmittag das Radgebiet von Heiligenhafen.

Plötzlich kam ein Waldelf aus dem Gebüsch gesprungen. Jellica erschrak im ersten Moment, dann sah sie das der Elf nicht bei vollen Kräften war.

„Helft mir,“ flehte sie der Mann an. „Sie sind hinter mir her!“

„Wer ist hinter euch her?“ fragte Jellica besorgt und sah sich vorsorglich um.

„Die Seedrachen! Wenn es neblig wird – wie letzte Nacht-, stellen sie am Leuchtturm herum und lassen Schiffe auf Grund laufen.
Die Jungfernhauch… mein Schiff… sie haben sie vor ein paar Tagen angelockt und wir sind mit ihr gekentert. Ich bin Telonil.“

„Wo ist der Rest eurer Mannschaft?“

„Ertrunken oder gefangen genommen. Kapitän Lerissa sucht nach ihnen. Ihr habt von Lerissa der Gerissenen gehört, oder?“

Jellica nickte, während der Elf weitersprach:

„Auf jeden Fall war’s das für mich mit der ganzen Seglerei. Ich bin durch damit. Wenn ihr den Kapitän finden wollt, dann sucht einfach nach ihrem Affen. Er heißt Heuler.“

Telonil verschwand sogleich wieder und ließ Jellica einfach stehen. Diese schüttelte den Kopf und ging langsam weiter. Etwas weiter die Straße hoch kam sie zu einem Lager, wo sich ein paar Leute aufhielten. Sie beschloss hier Pause zu machen, zumal sie langsam Hunger bekam. Sie erfuhr, dass das Lager vor kurzem überfallen wurde. Trelan, ein Rotwardone, der eine Stichwunde in der Seite hatte, erzählte ihr was vorgefallen war.

„Bitte Helft mir! Sie haben meinen Iriana gestohlen.“

„Was ist geschehen?“

„Eine Horde verdammter Seedrachen hat unser Lager angegriffen. Sie haben Iriana entführt. Mich und die anderen haben sie für tot gehalten und hiergelassen. Bitte rettet sie!“

„Wo sind sie hin?“ fragte Jellica.

„Sie haben sie über den Hügel verschleppt, zu ihrem Lager hinter dem Schiffswrack. Shamal auch. Vielleicht sind sie schon tot!“

„Ich werde nach ihnen suchen gehen. Erzählt mir von Iriana.“ bat Jellica.

„Sie ist die Liebe meines Lebens! Ich habe ihr versprochen, sie aus Stros M’Kai fortzubringen. Dann haben die Seedrachen angegriffen und sie zusammen mit Shamal entführt.
Ich werde sie nie wiedersehen!“

„Warum habt ihr die Seedrachen nicht aufgehalten?“

„Wir haben gekämpft, aber es einfach zu viele. Ich habe Iriana verteidigt, so lange ich nur konnte, aber dann wurde ich niedergeschlagen. Ich habe später noch gesehen, wie sie sie weggeschleift haben. Ich wollte ihr folgen und sie zurückholen, aber ich kann mich wegen der Stichwunde kam bewegen. Die Bastarde haben mich für tot gehalten und Iriana mitgenommen. Ich kann so nicht an sie herankommen.“

Jellica nickte mitfühlend. „Wer ist Shamal?“, fragte sie dann noch.

Er ist ein khajiitischer Barde. Ein Freund von uns. Als ich wieder zu mir kam war er fort. Vielleicht haben sie ihn schon getötet.“

„Ich werde versuchen sie zurückzubringen,“ sagte Jellica nachdem Trelan geendet hatte. „ich denke ich werde aber bis zum Einbruch der Dämmerung warten, bevor ich ins Lager gehe.“

Aus sicherer Entfernung sah sich Jellica aber schon mal um, um sich einen Überblick zu verschaffen. Als die Dämmerung hereinbrach schlich sie wie geplant dichter an das Schiffswrack heran, wo Iriana und Shamal gefangen gehalten wurden. Sie sah wie ich eine der Seedrachen in ihre Richtung begab. Die Frau hatte eine ähnliche Statur wie Jellica. Jellica versteckte sich hinter einigen Büschen und als die Frau an dem Busch vorbeikam, schlug sie sie mit einem dicken Art, den sie gefunden hatte von hinten nieder. Jellica nahm ihr ihre Kleider ab und zog sie sich selbst über. Dann fesselte und knebelte sie sie und ließ sie einfach liegen. Irgendwer würde sie schon finden, dachte sich Jellica.

Dann ging sie vorsichtig zum Lager an dem Schiffswrack. Im Schein des Feuers konnte sie eine gefesselte Gestallt erkennen. Es musste sich wohl um den Khajiit handeln. Die Wache bei der Katze lies sich nicht von Jellica stören. Sie konnte direkt zu ihm gehen und ihm dann den Ast über den Kopf schlagen, wie schon zuvor bei der Frau außerhalb des Lagers. Während Jellica dem Khajiit die Fesseln durchtrennte fragte sie ihn, ob er Shamal wäre. Er nickte nur dankbar und verschwand schleunigst aus dem Lager.

Jellica ging vorsichtig weiter. Hinter dem Wrack waren weitere Feuerstellen mit Banditen zu sehen. Jellica versuchte außerhalb des Feuerscheins unauffällig weiter zu gehen, was ihr auch gelang. Auf der anderen Seite bei einigen Ruinen sah sie dann eine gefesselte Frau. Die Wache sah in die andere Richtung und beobachtete das Meer. So konnte Jellica unbemerkt Iriana befreien. Diese War überglücklich entkommen zu können. Jellica passte auf das sie das Lager auch wirklich unbemerkt verlies bevor sich selbst auf den Weg am Wasser entlang nach Heiligenhafen aufmachte. Dabei kam sie an einem schon länger hier liegenden Schiffswrack vorbei. Am zerbrochenen Bug entdeckte sie eine im Sand vergrabenen Kiste.
Neugierig wie Jellica war, legte sie die Kiste soweit frei, dass sie sie öffnen konnte. In der Kiste befand sich ein versiegelter, gut erhaltener Brief und eine Schaufel. Jellica nahm den Brief an sich. Sie würde ihn später lesen. Dann ging sie weiter nach Heiligenhafen. In der Dunkelheit nahm man kaum notiz von ihr. In ihrer Verkleidung sah sie aus wie die meisten anderen und viele der Seedrachen, die sich in der Stadt befanden waren eh recht angetrunken.
Mitten in der Stadt sah Jellica dann vor einer Art Lagerhaus ein kleines Äffchen rumsitzen. Langsam näherte sie sich dem Tier, das in das Lagerhaus hineinging. Sich ständig so unauffällig wie möglich umschauend, folgte Jellica dem kleinen Wesen. In der Haus verlor sie für einen Moment das Tier aus den Augen, aber dann entdeckte sie es an der anderen Seite wieder. Der Affe setze sich auf der Terrasse auf eine Kiste und blieb dort sitzen.
Im Lagerhaus hatte Jellica niemanden gesehen. Daher schrak sie doch sehr zusammen, als sie eine weibliche Stimmte hinter sich vernahm. Reflexartig griff sie zu ihrem Schwert.

„Was führt euch in diese Müllhalde?“, fragte die dunkelhaarige Frau, die an einer großen Kiste gelehnt stand, Jellica.

Verwirrt fragte Jellica, nachdem sie erkannte, dass keine Gefahr von der Frau ausging:
„Wie habt ihr das gemacht?“

„Mich an euch anschleichen? Das ist nun mal meine Art. Un Jetzt beantwortet meine Frage. Was macht ihr hier?“
„Ich bin hier, um Lerissa die Gerissene Zu retten. Sie ist Kapitän der Jungfernhauch.“

„Wie reizend. Die Jungfer liegt gekentert am Strand. Und was Lerissa die Gerissenen angeht: Die habt ihr gefunden. Un das auch noch zur rechten Zeit.
Kapitän Helanes Seedrachen haben meine Mannschaft. Ich werde nicht ohne sie gehen. Helft mir dabei, sie zu retten, und ich schuld euch einen Gefallen.“

„Nun gut, Wie lautet der Plan?“

„Wir werden meine Mannschaft als Seedrachen verkleiden. Nehmt diese Kleider.“ Lerissa reichte Jellica ein Bündel mir Kleidern. Jellica nahm sie an sich.
„Sucht nah einem korpulenten Bretonen, einen griesgrämigen Rothwardonen und einem großen Ork.“ fuhr Lerissa fort. „Die Drachen halten sie in den großen Gebäuden gefangen.
Trefft mich bei Helanes Schiff, sobald sie befreit sind.“

Jellica nickte nur: „Okay, fangen wir an.“

Und dann verließ sie das Lagerhaus und schlich sich wieder auf die Straße. Sie ging langsam auf das gegenüberliegende Haus zu. Die Türen waren offen so, dass man einfach hineingehen konnte. Die sich innen befindenden Seedrachen beachteten Jellica garnicht, sondern setzen ihre Unterhaltung fort. Als wäre es die natürlichste Sache der Welt ging Jellica die Treppe nach oben. Oben war niemand zu sehen. Aus der einen Ecke hinter einer Wand hörte sie aber das unterdrückte Gestöhne eines Mannes, der scheinbar Schmerzen hatte. Jellica ging in die Ecke und sah einen am Boden sitzenden gefesselten Bretonen.

„AH! Bitte schlagt mich nicht nochmal!“ vernahm Jellica die schmerzverzerrte Stimme, des Mannes.

„Ich gehöre nicht zu den Seedrachen“, sagte Jellica und bückte sich neben den Mann und durchtrennte die Fesseln.
„Lerissa hat mich geschickt, nehmt diese Verkleidung und verschwindet von hier.“ Sie reichte dem Bretonen einige Kleidungsstücke.

„Den Achten sei Dank!. Ich dachte schon, ich müsse hier drinnen sterben!
Helane kam vor einer Weile hier vorbei. Hat mir gesagt, ich solle mich schon mal drauf freuen, wie mir öffentlich die Haut abgezogen wird. Dann hat sie mich grün und blau geprügelt und dabei die ganze Zeit gelacht. Was für eine eiskalte Hexe.“

Jellica half dem Bretonen auf die Beine, dann ließ sie ihn alleine. Sie schlich zum nächsten Haus hinüber. Sie wunderte sich nur über die Leichtsinnigkeit, wie die Seedrachen mit ihre Gefangenen umgingen. Wieder gab es keine Wache. Auf den großen Balkon des Hauses fand sie den Rothwadonen gefesselt sitzen. Als der Rothwadone Jellica sah Fauchte er sie grimmig an:

„Verreckt, Seedrache! Ich spucke auf euer Grab.“

Bevor er noch weitere Flüche ausstoßen konnte sagte Jellica:

„Lerissa hat mich geschickt. Ich habe hier eine Verkleidung, die ihr für die Flucht verwenden könnt.“

„Ich wusste, dass sie mich hier nicht verrotten lässt! Bindet mich los!
Diese Seedrachen haben die letzten Stunden damit verbracht, mir die Finger zu brechen. Ich kann zwar kein Schwert führen, aber wenigstens kann ich auf meinem Weg noch ein paar von ihnen erwürgen.“

Jellica durchtrennte vorsichtig die Fesseln. Dann reichte sie dem Mann die Kleider die sie von Lerissa bekommen hatte. Sie sah auch in ihrer Gürteltasche nach, b sie ein gute Schmerzmittel dabei hatte, das sie dem Rothwadonen gab.

„Schafft ihr es alleine auch umzuziehen?“, fragte Jellica vorsichtig. Der Blick den ihr der Mann zuwarf sagte alles. Also ließ Jellica ihn alleine und machte sich auf die Suche nach dem dritten Mannschaftsmitglied.

Wieder hatte sie keine Probleme in das nächste große Haus zu kommen. Einmal war eine der Wachen mit den Fackeln, der sie zu nahe gekommen war etwas misstrauisch geworden, aber nachdem Jellica einfach unbeirrt ihren Weg fortgesetzt hatte, drehte die Wache auch wieder ab. Wieder fand Jellica den gesuchten im Obergeschoss des Hauses.

„Ihr wollt mich töten? Dann bringt es hinter euch“, schnauzte er Jellica an.

„Lerissa hat mich geschickt“, versuchte sie den Ork zu beruhigen. „Nehmt diese Verkleidung und schleicht euch raus.“

„Ha. Noch einer von Helanes Tricks? Mich freilassen, um mich dann zu jagen und beinahe totprügeln?
Er zögerte einen Moment.
„Nun, ich werde das Risiko eingehen und versuchen, nach Hundingshafen zu flüchten. Wollen wir mal sehen, wie weit ich komme.“

„Dreht euch etwas zur Seite, damit ich euch losbinden kann.“

Der Ork tat was Jellica wollte und sie durchtrennte seine Fesseln. Dann ließ sie ihn alleine und begab sich zu dem Ort, wo Lerissa sie treffen wollte. Sie hatte gar nicht bemerkt, wie die Nacht sich ihrem Ende entgegenneigte und es langsam wieder hell wurde.
Jellica suchte die Gegend um das Schiff von Helane gründlich ab, aber sie konnte Lerissa nicht finden. Sollte ihr etwas passiert sein? Aber dann hätte es bestimmt Unruhe unter den Seedrachen in Heiligenhafen gegeben, was sie bemerkt hätte. Plötzlich wie aus dem nichts stand Lerissa neben ihr. Wo zuvor noch ein farnartiges Gewächs gestanden hatte, befand sich nun die dunkelhaarige Frau.

„Wie schön euch zu sehen.“ Begrüßte Lerissa Jellica. Ich habe alle außer Crenard, Haerdon und Mekag befreit. Hattet ihr Glück?“

Jellica nickte: „Ich habe alle drei gefunden. Sie sind in Sicherheit.“

„Dann sind wir ja fast fertig“, strahlte Lerissa. „ Außer meinem ersten Maat Deregor sind alle raus. Sie halten ihn im Bauch von Helanes Schiff gefangen.
Ihr findet die Schlüssel unter Deck. Sucht im hinteren Teil nach Deregor.“

„Was werdet ihr machen, während ich Deregor rette?“

„Ich werde Helane in ihrer Kajüte aufsuchen, um mich für die Gastfreundschaft zu bedanken, die sie meiner Mannschaft hat angedeihen lassen.
Kommt hoch, sobald ihr Deregor freigelassen habt. Ihr solltet ihr wirklich auch noch mal guten Tag sagen.“ Die Art wie Lerissa das sagte gefiel Jellica irgendwie überhaupt nicht. Aber sie schwieg lieber und machte sich auf den Weg zum Schiff.

Immer noch schienen sich die Seedrachen durch ihre Verkleidung täuschen zu lassen. Niemand hielt sie auf als sie den Anleger entlang hinauf zum Schiff ging. Und selbst auf dem Schiff ließ man sie in Ruhe. Jellica fand den Schlüssel für den hinteren Lagerraum in einer Truhe unter Deck. Sie nahm in unbemerkt an sich und ging zum Lagerraum hinüber und schloss die Tür auf.

Im inneren saß an den Mast gefesselt ein kleiner Dunmer.

„Von mir erfahrt ihr nichts, Miststück! Was habt ihr mit Kapitän Lerissa gemacht?“

Jellica schüttelte den Kopf. „Eigentlich hat Lerissa mich geschickt, um euch zu retten.“

Einen Moment schien es dem Elfen die Sprache verschlagen zu haben. Dann sprudelte es aus ihm heraus: Ja? Ha! Ich wusste, dass sie davongekommen ist! Helane sagte zwar, sie hätte sie kielholen und erschlagen lassen, aber ich wusste es besser. Man nennt meinen Kapitän nicht umsonst die Gerissenen.
Befreit mich aus diesen Fesseln und dann hauen wir hier ab!“

Er zappelte in seinen Fesseln. „Haltet still“, sagte Jellica. Kaum hatte Jellica ihn befreit lief er auch schon davon. Jellica folgte ihm nach oben, wo sie dann aber weiter zur Kajüte des Kapitäns ging. Als sie die Kajüte betrat sah sie wie Helane die Treppe von oben herunter taumelte und unten vor ihren Füssen zusammenbrach.

„Meine Güte, das war toll!“

Jellica sah Lerissa die gemütlich die Treppe herunter kam entsetzt an.

„Was habt ihr ihr angetan?“

„ich? War ich das etwa? Ihr ausgehungertes kleines Kajütenmädchen könnte ihr vielleicht das Getränk vergiftet haben. Wer weiß das schon?“

Bevor jellica was sagen konnte fragte Lerissa:

„Hat es Deregor rausgeschafft?“

“Ja, er ist frei“, sagte Jellica kurz

„Ich mache mich lieber auf den Weg. Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass sie sich am Strand versammeln soll. Ich werde mich vergewissern, das es alle rausgeschafft haben.

Trefft mich dort, und wir klären dann alles.“

Helane krümmte sich vor Jellicas Füssen vor Schmerzen, brachte aber kein Ton heraus.

„Mit welchem Gift habt ihr sie vergiftet?“ fragte Jellica dann, bevor Lerissa sich umdrehte um zu gehen.

„Oh, das war Jarrinwurzel. Ein sehr übles Gift hier aus der Gegend. Es wird sie nicht töten. Also nicht sofort.
Es fängt damit an, zuerst nur ihre Magenwände aufzulösen, und greift dann weiter um sich.“

„Ihr wollt Helane hier einfach so sterben lassen?“

„ich würde gerne hierbleiben und dabei zuschauen“, sagte Lerissa mit eiskalter Stimme, „ aber ich habe leider keinen Zeit. Wenn ihr wollt könnt ihr hierbleiben.
Eigentlich ist es ihr eigenes Gift. Für Sklaven, die nicht gehorchen wollen. Es gibt ein Gegenmittel in ihrer Kommode. Falls ihr ein zu weiches Herz habt.
Ich wäre wohl etwas enttäuscht, aber das überlasse ich euch. Trefft mich am Strand, sobald ihr hier fertig seid, und wir klären alles.
Aber passt auf eure Stiefel auf. Sie wird blad mit dem Spucken anfangen.“

Ohne ein weiteres Wort ging Lerissa nun und ließ Jellica mit Helane alleine zurück. Jellica stand einen Moment unentschlossen da. Sollte sie dieser brutalen Frau das Gegenmittel geben? Würd diese dann nicht genauso weitermachen wie bisher? Aber sie so elendig verrecken lassen, das konnte Jellica auch nicht ertragen. So griff sie nach ihrem Messer und schnitt der Frau die Kehle durch. Dann verließ auch sie das Schiff und begab sich zum Treffpunkt der anderen am Strand.

Selbst Telonil, der eigentlich nichts mehr mit segeln zu tun haben wollte, war dort am Sammelpunkt aufgetaucht. Jellica war froh, die anderen zu sehen du freute sich das sie es heil aus Heiligenhafen heraus geschafft hatten.

„Meine mannshaft ist in Sicherheit und wurde nur ein klein wenig gefoltert. Wenn das mal kein Erfolg ist!“

„ich habe Helane nicht das Gegenmittel gegeben. Ich habe ihr die Kehle durchtrennt.“ Sagte Jellica, immer noch mit einem flauen Gefühl wegen der Tat im Magen.

„Viele Kapitäne, die auf dem Meer hier in der Gegend segeln, wenden sich über diese Neuigkeit freuen! Sprechen wir jetzt über den Gefallen. Ich schulde euch einen großen.“

„Helft Kapitän Kaleen, und zieht mir ihr ihr großes Ding durch.“

„Hmmm… Für meinen Geschmack ist sie etwas zu besessen vom alten Fahara’jad, aber ich mag ihren Stil. Da ich ja ein neues Schiff brauche, sollte das Gold noch nützlich werden. Ich bin dabei. Ich kann das, was ihr für uns getan habt, nicht unbelohnt lassen. Wir sehen uns in der Stadt.“

Jellica nickte nur und machte sich dann auf den Weg zurück nach Hundingshafen.

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Montag, 6. April 2015, 10:25

006 Stros M’Kai – Izads Schatz

Nachdem sich Jellica von den anderen getrennt hatte beschloss sie, bei dem Lager von Trelan vorbei zu schauen, um einerseits zu sehen ob Iriana und Shamal heil zurückgekommen waren. Und zweitens brauche sie etwas zu Essen und ein wenig Schlaf. Sowohl Iriana als auch Shamal waren ohne Probleme zurück ins Lager gekommen. Iriana kümmerte sich um die Wunde von Trelan und beide waren Glücklich wieder beieinander zu sein.
Iriana gab Jellica etwas von dem Eintopf, den sie gemacht hatte und bereitete ihr auch ein Lager, auf dem sie sich ausruhen konnte, was Jellica dankbar annahm. So schlief sie erst mal bis zum Abend. Dann setzte sie sich zu den anderen und sie unterhielten sich recht lange über ihre zukünftigen Pläne bevor sie dann alle in der Nacht schlafen gingen. Jellica wachte am nächsten Morgen sehr früh wieder auf und fühlte sich gut erholt. Sie nutzte die Zeit bis die anderen wach wurden, um den Brief zu lesen, den sie in der Schatztruhe gefunden hatte.

Er erhielt Hinweise wo sich der Schatz von Izad befand, denn er hatte ihn aus der Truhe entfernt und fortgebracht.
-Stellt euch auf den Stern von Heiligenhafen und erspäht den ewigen Wächter
-umgeht sein Tor und Erreicht den Schrein, Nordwestlich steht der Krieger
-geht 45 Schritte gen Süden
-linker Hand säumen Palmen den Blick auf die Insel der eisernen Gesichter
-Folgt dem Felsenfinger durch das zerborstenen Schiff
-Findet das Steinschiff vor Anker
-Reichtümer liegen am Liegeplatz versteckt.

Jellica dachte nicht lange nach, warum sollte sie der Fährte nicht mal folgen? Kapitän Kaleen und die anderen würden noch etwas warten können. Nachdem sie sich von den Leuten im Lager verabschiedet hatte machte sie sich auf den Weg zurück nach Heiligenhafen. Sie hatte immer noch die Kleidung der Seedrachen an und damit wurde sie kaum beachtet.

Sie dache über die ersten Worten nach. Was war mit dem Stern von Heiligenhafen gemeint? Sie sah sich genau um, und dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Der Leuchtturm. Sie begab sich zu dem Bauwerk und erklomm die Treppe nach oben. Von oben hatte meinen einen herrlichen Ausblick. Langsam ging Jellica einmal oben herum. Sie erkannte sofort was mit dem ewigen Wächter gemeint war. Die Statur in Hundingshafen. Von hier oben sah sie zum Greifen nah aus. Aber doch war der Weg dorthin recht weit. Sie dachte nach… Wäre es Diebstahl sich ein Pferd bei den Seedrachen auszuleihen? Sie beschloss es drauf ankommen zu lassen und ging hinunter und schnappte sich dann einen Schimmel, der am Rand des Ortes stand. Damit würde sie nur ein paar Stunden zurück brauchen.
Die Schimmelstute war ausdauernd und hatte ein flottes Tempo drauf. So erreichte Jellica Hundingshafen als es noch nicht mal Mittag war. Sie ging um die riesige Statur des Wächters herum. Was war mit Schrein gemeint? Sie beschloss die nähere Umgebung außerhalb der Stadt noch mal genau abzusuchen. Sollte mit Schrein einer dieser Wegpunkte gemeint sein? Sie ritt zu diesem hin und sah von dort aus nach Nordwesten. Dort war in der Ferne eine kleine Steinstatur. Jellica konnte sehen, dass diese ein Schwert in der Hand hielt. Das könnte also der Krieger sein. Als Jellica näher kam, sah sie dass das Schwert ach Süden zeigte.

Wie war das nun? Fünfundvierzig Schritte nach Süden? Sie nahm die Zügel der Stute in die Hand und führte sie hinter sich her. Nach der angegebenen Anzahl sah sie etwas weiter vorne eine Palmengruppe links stehen. Wahrscheinlich hatte Izad wesentlich längere Beine als sie gehabt. Als sie neben den Palmen stand sah sie eine kleine Insel vor sich, auf der die Felsen wie Steinköpfe aussahen. Einer der Felsen sah aus wie ein Finder, der in eine bestimmte Richtung zeigte.

Jellica machte nun hier erst mal eine Pause, damit die Stute ein wenig verschnaufen und etwas grasen konnte. Jellica schoss sich einen Hasen und briet ihn über einem kleinen Feuer, das sie sich auf der Insel anzündete. Holz gab es hier ja genug. Während des Essens hatte sie weiter über die folgenden Worte nachgedacht. Das zerbrochene Schiff. Das musste das sein, wo sie Shamal und Iriana gefunden hatte. Nach dem Essen machte sie sich wieder auf den Weg.
Dank ihrer Verkleidung konnte sie die Passage durch das zerbrochene Schiff ohne aufgehalten zu werden durchqueren. Nun sah sie was ihr vorher entgangen war. Jemand hatte ein paar Holzkreuze auf die Felsen im Wasser getan, so dass es wie ein steinernes Schiff aussah. Als sie nun die nähere Umgebung absuchte bemerkte sie zwischen ein paar Palmen, dass der Boden hier nicht so bewachsen war, wie an anderen Stellen. Sie begann auf gut Glück zu graben und es dauerte nicht lange, und sie stieß auf etwas Hölzernes. Nach einer Weile hatte sie tatsächlich eine Truhe freigelegt in der sich eine beträchtliche Anzahl an Goldmünzen befand.

Da es langsam Abend wurde, beschloss Jellica hier zu übernachten. Für die Stute gab es genügend Gras, und Jellica hoffte, dass sie sich nicht von dannen machen würde, so dass sie morgen mit ihr wieder zurück nach Hundingshafen reiten konnte. Jellica fing sich ein paar Fische, die sie dann über einem Feuer briet, bevor sie sich schlafe legte.

Am nächsten Morgen wurde Jellica durch ein Schnauben geweckt. Die Stute war noch da, was sie freute. Jellica streichelte das Tier und aß noch schnell die Reste kalten Fisch vom Vorabend, bevor sie sich dann auf den Weg zurück machte.

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Montag, 6. April 2015, 10:25

007 Stros M’Kai – Die Spitze der Spitze

Jellica erreichte Hundingshafen auf dem Rücken der Schimmelstute am frühen Nachmittag. Sie überlegte einige Zeit was sie mit der Stute nun machen sollte. Sie einfach laufen lassen? Am Ende entschied sie sich das Tier in den Örtlichen Stall zu bringen, dort würde man sich hoffentlich gut um die Stute kümmern. Der Stallbesitzer machte einen freundlichen Eindruck und nahm die Stute gerne in seien Obhut. Jellica schwindelte ihm vor, dass sie Das Tier irgendwo herrenlos zwischen Heiligenhafen und Hundingshafen gefunden hatte. Er versprach herauszufinden, wem sie gehören würde und sie dann dem Besitzer zurückgeben. Jellica bedanke sich dafür und machte sich dann auf den Weg zum Versteck von Kapitän Kaleen. Das befand sich in einem Lagerhaus nahe an den Docks.
Jellica konnte es nicht verfehlen, denn Lambur hielt davor Wache.

Als Jellica beim Lagerhaus ankam, begrüßte die Orkfrau sie:

„Dank eurer Arbeit können wir mit dem Ding loslegen. Wir haben sogar ein paar zusätzliche Seeleute, die lautstark fordern, sich unserer Mannschaft anschließen zu dürfen.
Ihr solltet oben mit Kapitän Kaleen sprechen.“

„Ich werde hineingehen und mit ihr sprechen“, nickte Jellica Lambur zu und ging ins Haus hinein.

Unten im Haus hatte sich Nicolene es gemütlich auf dem Boden gemacht. Als sie Jellica sah meinte sie: „Da seid ihr ja wieder! Ihr habt alle gefunden die wir für unseren Beutezug benötigen. Ich wusste dass ihr es schafft. Wer braucht schon die alte Mannschaft – diese Verräter-, wenn ihr uns helft?“

Jellica nickte nur lächelnd und ging dann die Treppe nach oben hoch. Im oberen Teil des Lagerhauses warteten Kapitän Kaleen, Neramo, Jakarn und Lerissa auf sie.

„Wir haben eine legendäre Mannschaft!“, begrüßte Kapitän Kaleen Jellica. „Höchste Zeit, Geld zu verdienen, nicht wahr?“

Die anderen sowie auch Jellica nickten zustimmend. „Ich stimme zu. Was kommt jetzt?“

„Jetzt können wir mit der echten Herausforderung beginnen – dem Beutezug.
Das Ziel ist Bhosek. Dieser schleimige Bastard wird endlich bekommen, was er schon lange verdient hat. Wir werden ihm seinen Transportlogbücher stehlen.“

Jellica schaute ein wenig irritiert aus der Wäsche. Was sollte an irgendwelchen Büchern so wertvoll sein, das man damit ein Vermögen verdienen konnte?

„Seine Transportbücher? Wirklich?“ ‘fragte sie vorsichtig.

„Seine Transportbücher sind der Schlüssel zu einem Vermögen, meine Freundin“, Kaleen sah Jellica grinsend an, weil sie bemerkt hatte, das Jellica skeptisch wirkte. „Darin sind Aufzeichnungen über jedes Schiff, das hier angelegt hat, jede Ladung die hier gelöscht wurde, und jedes bisschen Schwarzgold, das Bhosek eingestrichen hat.“

„Und wie macht uns das reich?“ Jellicas Zweifel waren noch nicht beseitigt. Auch die anderen sahen Kapitän Kaleen neugierig an.

„Diese Aufzeichnungen sind ein Vermögen für König Fahara’jad wert. Sie sind der schriftliche Beweis, dass Bhosek die Befehle des Königs missachtet und nicht damit aufgehört hat, bretonische Handelsschiffe zu überfallen. Wenn diese Papiere in seinen Händen sind, kann der König drohen, Bhosek zu vernichten, falls er sein Treiben fortsetzt.“

„Der König hat eingewilligt, euch für sie zu bezahlen?“

Kaleen nickte: „Auf jeden Fall. Sein Gesandter steht schon an den Docks und wartet. Sobald wir ihm die Transportgüter aushändigen, gibt er uns ein Vermögen in Gold. Das Problem wird nur sein, in Bhoseks Palast zu gelangen, um die Logbücher zu stehen, und wieder mit ihnen dort rauszukommen. Das ist eure Aufgabe.“

Nun war Jellica wieder etwas erstaunt. Warum ausgerechnet sie? Wie sollte sie da reinkommen, wenn es für andere so schwer war? Und dann etwas stehlen? Das wäre doch eine viel bessere Aufgabe für Jakarn, der war schließlich Dieb.

„Wie soll ich das machen?“ fragte Jellica.

„Als erstes müsst ihr euch die Verkleidung eines Dieners besorgen, um in den Palast zu kommen. Die Papiere in der Kassette sind in der oberen Etage. Bhosek hat den einzigen Schlüssel. Schüttelt dieses Pulver in sein Getränk. Dann schnappt euch den Schlüssel.“

„Und dann?“

Die Kassette wird ständig bewacht. Die Wache ist zwar nicht allzu helle, aber der Mann wird trotzdem Alarm schlagen, wenn jemand versucht, die Kassette zu öffnen. Kümmert euch unauffällig um ihn – ohne Blutvergießen.
Bis ihr mit den Papieren zurückseid, haben Lambur und ich das Schiff fertig zum Ablegen gemacht.“

Jellica kam nicht dazu etwas dagegen zu sagen denn Kaleen machte sich sofort auf den Weg zum Schiff. Jellica war einen Blick auf die anderen, die noch um sie herum standen. Wer weiß, vielleichthatten sie eine Idee wie sie vorgehen sollte. Schließlich waren sie ja eigentlich dafür angeheuert worden zu helfen.

Larissa sah, das Jellica sich etwas unwohl in ihrer Haut fühlte und nicht wusste was sie tun sollte.

„Wir sind ein ganz schön bunt gemischter Haufen, nicht wahr?“ begann sie.

„Was haltet ihr von Kapitän Kaleens Plan?“ fragte Jellica.

Lerissa grinste:
„Sie hat recht- Ihr werdet eine Verkleidung brauchen, um auch nur in die Nähe von Bhosek zu kommen. Zum Glück habt ihr mich.
Gebt mir nur Bescheid und ich kann dafür sorgen, dass beim Palast die Kleidung eine Dieners für euch bereit liegt.“

Jellica war erleichtert: „Danke Lerissa, ich nehme eure Hilfe nur allzu gerne an.“

„Mit Vergnügen.
Trefft mich vor dem Palast. Ich werde etwas Passendes für euch aussuchen.“

Nun sah Jellica Jakarn an. Diese sagte:
„Ein herrlicher Tag für eine Bootsfahrt, nicht wahr meine Freundin? Besonders, wenn ich dadurch von diesem Felsbrocken hier wegkomme, bevor Bhosek mir den Kopf abschlägt.“

„Jakarn, könnt ihr mir helfen, an Bhoseks Kassette heranzukommen?“ irgendwie fühlte sich Jellica nicht wohl, den Frauenhelden um Hilfe zu bitten.

„Bhosek hat den Schlüssel immer um den Hals hängen. Das wird ein Kinderspiel, ihn zu stehlen. Ich hole den Schlüssel von Bhosek. Trefft mich hinten im Palastgarten.“

Er sah die Zweifel in Jellicas Augen und grinste überheblich: „Holt eure Verkleidung und trefft mich hinten. Überlasst Bhosek mir. Ach ja, gebt mir bitte Das Pulver, das ihr von Kaleen erhalten habt.“

Jellica nickte einfach nur. Dann wandte sie sich an Neramo. Dieser war wie immer mit seinen Gedanken bei den Dwemern.

„Oh, ja hallo. Das ist faszinierend. Wusstet ihr, dass die Dwemer Geräte zum schnellen zerkleinern von Obst hatten?“

Jellica schüttelte verneinend den Kopf. Dann fragte sie:

„Neramo, könnt ihr mir helfen, an Bhoseks Kassette heranzukommen?“

„Ich kann meine Hilfe bei der Wache anbieten. Ihr wollt lautlos mit ihm Fertigwerden, richtig?“

Jellica nickte: „Wie seht eure Idee aus?“

„Ich habe dieses Gerät aus Schepper ausgebaut. Wen man es drückt, löst es einen betäubenden Schock aus.
Wenn ihr es für mich testen würdet – vorzugsweise am lebenden Objekt-, wäre ich euch sehr dankbar.“

Jellica vertraute auf die Fähigkeiten des Wissenschaftlers: „Ich nehme es gerne. Danke, Neramo.“

Er gab Jellica ein kleines handliches Metallgerät. „Lasst mich wissen, falls es noch irgendwelche Nachwirkungen gibt. Vor allem Zuckungen. Ich bin recht interessiert an diesen Zuckungen.“

Jellica nickte noch mal, dann steckte sie das kleine Gerät in ihre Gürteltasche. Sie hatte nicht bemerkt wie sich während ihres Gesprächsmit Neramo, Lerissa und Jakarn entfernt hatten. Jellica ging davon aus, dass es dann wohl gleich losgehen würde. Also machte sich auch Jellica langsam auf den Weg zum Palast von Bhosek.

Vor dem Palast sah sie eine Dienerin den Boden fegen. Zwei Leute saßen auf den Bänken und schienen auf Einlass zu warten. Als Jellica näher kam, erkannte sie in der Dienerin Lerissa. Jellica näherte sich ihr. Lerissa grinste, als sie Jellica sah. :“Na sieh an, wer da zu Besuch kommt.“

Vorsichtig ohne die Aufmerksamkeit der beiden Wartenden auf sich zu ziehen, fragte Jellica: „Habt ihr eine Verkleidung für mich gefunden?“

„Oh ja. Probiert mal diese an.“ Lerissa deutete auf ein Bündel, das an der Seite im Vorgarten lag. „ich bin mir sicher, sie wird euch passen wie angegossen.“

Jellica nickte und ging dann so unauffällig wie möglich zum Kleiderbündel und nahm es an sich. Dann verschwand sie hinter einem Busch im Vorgarten und zog sich so schnell es ging um. Anschließend ging sie zum Eingang des Palasts. Vor der Tür standen erstaunlicherweise keinen Wachen und die Tür war auch nicht verschlossen. Aber im Inneren waren dann gleich mehrere Wachen zu sehen, sowie einige Gäste. Jellica fühlte sich absolut unwohl in ihrer Haut und befürchtete sogleich aufzufliegen. Aber niemand beachtete sie. Wo sollte sie anfangen zu suchen? In einem kleinen Nebenraum sah sie eine Bedienstete die sauber machte. Diese erschrak als sich Jellica ihr näherte:
„Bei Onsis Knochen! Was denn jetzt?“

„Habt ihr Oberhaupt Bhosek gesehen?“, fragte Jellica einfach.

Sofort wurde die Rothwardonin freundlicher: „Hat euch Bhosek auch angeschrien, oder? Er ist gerade rausgegangen, um sich mit den neusten Schlampen vom Festland zu Vergnügen. Beeilt euch lieber und schenkt ihm nach.
Ihr wollt ganz sicher nicht, das er auf dem trockenen sitzt.“

Jellica nickte nur schweigend und begab sich zu dem Ausgang, auf den die Rothwardonin gedeutet hatte. Sie nahm sich das Tablett mit der Karaffe und den Pokalen darauf, die auf einer Ablage neben der Tür standen und ging hinaus. Nahe der Tür stand eine Wache. Am hinteren Ende sah Jellica zwei Personen auf Decken liegen und zwei weitere sitzen. Als sie näher kam, erkannte sie in einer der sitzenden Personen Jakarn. Er grinste als sich Jellica näherte. Die Dame neben ihm räkelte sich genüsslich auf ihrer Decke. Die andere Frau schien zu schlafen, genau wie der Mann, von dem Jellica annahm, dass es sich um Bhosek handelte.

„Ah, meine Demütige Dienerin! Gerade rechtzeitig.“ sagte Jakarn und nahm Jellica das Tablett ab.

„Was ist mit Bhosek passiert?“, fragte Jellica.

„Mein lieber Freund, Oberhaupt Bhosek, erholt sich von seinem Intermezzo mit diesen beiden lieblichen Damen. Mit denen hat man alle Hände voll zu tun. Man weiß gar nicht, wo man als erstes hingucken soll!“

Jellica zog es vor nicht darauf zu antworten.

„Warum bringt ihr den Schlüssel des guten Oberhaupts nicht zur sicheren Verwahrung nach drinnen?“

Er reichte ihr den Schlüssel, der an einer Halskette hing. Scheinbar war es der „Dame“, die neben Jakarn saß nicht bekannt, dass sie in Wirklichkeit neben einem Dieb saß.

„Danke, mein Herr, das werde ich tun“, versuchte Jellica so demütig wir möglich zu klingen und nahm den Schlüssel entgegen. Sie drehte sich um und ging zurück zum Palast. Die Gäste drinnen beachteten sie wieder nicht und so konnte sie ungehindert in die obere Etage gehen. Der Wachposten vor der Truhe, in der sich wohl die Logbücher befanden, schien ein Nord zu sein. Er war sehr kräftig gebaut, aber man sah seinem Gesichtsausdruck an, dass er wirklich nicht der hellste war. Als sich Jellica näherte, sah er sie ein wenig irritiert an. Aber bevor er noch was sagen konnte stieß sie ihm das Gerät, das sie von Neramo bekommen hatte, und das sie auf dem Weg nach oben in die Hand genommen hatte in die Seite. Glücklicherweise war er recht spärlich bekleidet und lief mit nacktem Oberkörper herum. Hätte er eine volle Rüstung getragen wäre es wohl schwieriger gewesen ihn mit dem Gerät zu erwischen und zu betäuben. Er sackte ohne ein Wort zu sagen zusammen und fiel der Länge nach hin. Am Boden liegend begann er unkontrolliert zu zucken.

Jellica ignorierte dem am Boden liegenden Mann und öffnete die Truhe und entnahm ihr die Logbücher. Mit diesen machte sie sich dann fix aus dem Staub. Niemand hatte mitbekommen, was vorgefallen war und sie konnte wieder unbehelligt den Palast verlassen. Sie nahm den kürzesten Weg zu den Docks, wo die Speerspitze lag. Am Anleger vor dem Schiff Stand Kapitän Kaleen du unterhielt sich mit einen prächtig gekleideten Mann. Das musste der Gesandte des Königs sein. Als Kaleen Jellica neben sich sah, sagte sie:

„Werte Freundin! Willkommen zurück. Bringt ihr gute Neuigkeiten?“

Jellica nickte: „ Hier sind die Transportlogbücher, Kapitän.“

Sie reichte Kaleen die Bücher, die diese wiederum an den Gesandten übergab. Daraufhin reichte der Gesandte Kaleen einen großen schweren Beutel. Der Handel war damit abgeschlossen. Jellica folgte anschließen dem Kapitän aufs Schiff.

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Montag, 6. April 2015, 10:26

008 Betnikh – Ankunft auf der Insel

Nachdem Jellica das Deck der Speerspitze betreten hatte, hörte sie das Gespräch zwischen zwei der neuen weiblichen Seeleute. Die beiden Frauen stellten Wetten auf, wer von ihnen zuerst bei Jakarn in der Koje landen würde. Jellica schüttelte nur mit dem Kopf. Auf dem Weg unter Deck wo ihr Quartier für die nächsten Tage sein sollte, traf sie auf Irien. Diese fauchte Jellica nur an, nachdem diese sie eigentlich freundlich begrüßte: „Was wollt ihr?“

„Ihr segelt mit uns?“ fragte Jellica einfach.

„Natürlich! Ich bekomme immer meinen Willen.“ Antwortete die Altmer angriffslustig. „Im Gegensatz zu Jakarn.
Er kommt mir nicht mehr in die Nähe einer Frau, bis ich zu alt bin, ihn davon abzuhalten. – und wir Altmer werden wirklich sehr, sehr alt.“

Jellica sagte nichts weiter und dachte sich nur ihren Teil. Zu mindestens würde die Fahrt wohl nicht langweilig werden, wenn sich die Frauen gegenseitig an die Kehle gehen würden. Sie begab sich zu ihrer Koje und verstaute ihre wenigen Habseligkeiten dort. Anschließend ging sie wieder hinauf. Sie ging zum Bug um von dort beim Ablegen zuzuschauen. An den Mast gelehnt stand Jakarn und grinste sie frech wie immer an.

„Stros M’Kai ist ein deprimierender Ort. Zu viele Rotwardonen, die mit ihren Schwertern fuchteln. Wenigsten wollte mich auf der Speerspitze niemand außer Irien töten.
Die wird sich aber auch schon noch besinnen. Sie ist verrückt nach mir.“

‚Nicht nur sie‘, dachte Jellica sagte aber nichts. Ihr war es unverständlich, warum alle hinter dem Kerl her waren. Er sah zwar gut aus, das musste sie zugeben und er konnte charmant sein. Aber das war doch kein Grund sich deshalb zum Narren zu machen. Sie ließ den Mann einfach stehen und ging bis vorne an die Reling. Was würde die Zukunft bringen fragte sie sich.

Nach drei Tagen erreichte die Speerspitze Betnikh. Vor neun Generationen wurde die Insel Betonien von den Steinzahn-Orks erobert, die sie in Bethikh umtauften. Als stolzes und eigenständiges Volk beschützen die Orks inbrünstig ihre neue Heimat vor jeglichen Vorstößen von Außenseitern. Nach der Ankunft ging Lambur sofort hoch zur Festung Steinzahn. Kapitän Kaleen bat Jellica, der Orkfrau zu folgen. Jellica tat wie geheißen und macht sich auf den zur Orkfeste hinauf. Am Ende des Stegs wurde traf sie auf einen Orkkrieger, der sie misstrauisch anschaute. Sie erfuhr von ihm, das Blutdornkultisten vor kurzem die Steinzahnfestung angegriffen haben, aber erfolgreich zurückgeschlagen wurden. Allerdings hatten die Kultisten etwas gestohlen haben. Um mehr zu erfahren sollte sie doch mit Lambur sprechen, die zum Häuptling gegangen war.

Jellica bedankte sich für die Auskunft und ging weiter. Nach einem kurzen Stück traf sie auf Irien. Diese war am Schimpfen: „Elendiger Jarkarn! Wie macht er das nur? Ich drehe mich einen Augenblick um, und schon ist er verschwunden.
Wahrscheinlich trifft er sich mit einem dieser Flittchen aus Stros M’Kai. Na warte. Das gibt ein Donnerwetter.“

Jellica musste sich anstrengen, ernst zu bleiben und sagte nichts, sondern ging weiter. Jellica fand Lambur im Vorhof der Festung, wo diverse Händler ihre Stände hatten. Als Lambur Jellica sah, sagte diese sie zu ihr:
„Das war Teil eines Größeren Plans. Da bin ich mir sicher!“

„Was ist geschehen?“

„Der Blutdornkult hat die Festung angegriffen. Sie wurden zwar zurückgeschlagen, aber sie haben eine bretonische Schriftrolle gestohlen, die die Orks vor langer Zeit gefunden hatten. Häuptling Tazgol denkt, der Angriff sei ein Fehlschlag gewesen, doch ich bin mir da nicht so sicher.“

„Was meint ihr?“
„Die Kultisten zogen sich nach dem ersten Angriff zurück. Sie kamen nur her um diese Schriftrolle zu stehlen, da bin ich mir sicher. Aber warum? Haben sie uns eine Falle gestellt? Wir müssen es herausfinden, bevor der Häuptling sich zum Angriff entschließt.“

„Wie kann ich helfen?“ fragte Jellica.

Lambur überlegte kurz, bevor sie sagte: „ Beginnt bei Schamanin Laganakh. Sie hat die Rituale der Blutdornen in den zerschliffenen Hügeln beobachtet. Sie wartet am Langhaus südlich von hier.
Es wurden auch Kultisten nördlich von hier in Moriseli und westlich in Düsterfeld gesehen.“

„Was könnt ihr mir über Moriseli erzählen?“

„Es ist eine Ayleidenruinen. Vor Jahren haben uns bretonische Banditen angegriffen. Eine Patrouille in Unterzahl konnte wochenlang durchhalten, bis sie ausgelöscht wurde. Später hat unsere Armee die Banditen vernichtet.
Es ist wirklich nur eine Ruine. Ich weiß nicht, was die Blutdornen damit wollen.“

„Was ist mit Düsterfeld? Das ist ein unheilschwangerer Name.“

„Es ist ein Friedhof. Keiner von unseren. Ein bretonischer. Als wir die Insel vor hunderten von Jahren erobert haben, hat Kriegshäuptling Yzzgol ihn aus Respekt vor unseren Feinden unberührt gelassen.
Wir schänden keinen Gräber, so wie es der Blutdornkult macht. Viele frische Leichen.“

„Was wisst ihr über die zerschliffenen Hügel?“

„Größtenteils ist es eine Wildnis. Es gibt Ayleidenruinen, aber sie wurden schon lange geplündert.
Ich weiß nicht was die Blutdornen dort wollen, aber Laganakh könnte mehr wissen.“

„Okay, dann erde ich mich wohl als erstes zu der Schamanin begeben und mit ihr sprechen. Wenn ich mehr weiß melde ich mich bei euch.“

Nach diesen Worten drehte sich Jellica um, um die Schamanin aufzusuchen, die unten vor der Feste in einem großen halbrunden Haus wohnte.

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Montag, 6. April 2015, 10:26

009 Betnikh - In die Hügel

Jellica ging hinunter von der Festung zum Haus Von Laganakh. Es war halbrund und aus Stein erbaut. Das Dach bestand aus Schiefersteinen. Den Eingang zum Haus zierten zwei riesige Mammutstoßzähne. Die Schamanin stand draußen vor ihrem Haus. Die alte Orkfrau trug ein einfaches Ledergewand und es wirkte so als würde sie Jellica schon erwarten.

„ich hoffe ihr seid hier, um zu helfen“, begrüßte die Schamanin Jellica. „Auf der Insel werden dunkle Rituale ausgeführt. Ich habe die Verderbnis zuerst in der Luft gespürt. Dann hat einer meiner Schamanen bei einer Ayleidenruine in der Nähe Beweise gefunden.“

„Ja, ich bin hier um zu helfen“, antwortete Jellica. „Wisst ihr wer diese Rituale durchführt?“

„Der gleiche Kult, der die Festung angegriffen hat. Ich spüre eine Verbindung zwischen dem Angriff und den Ritualen.“ Die alte Frau hielt kurz inne bevor sie weitersprach. „Es gibt eine Möglichkeit, Gewissheit zu erhalten. Häuptling Tazgol hat mir verboten, dem weiter nachzugehen, also bitte ich euch darum.“

„Was soll ich machen?“ fragte Jellica.

„An der Brücke im Süden gibt es ein Totem. Wer es berührt, erhält Visionen. Es könnt Euch eine Vision zeigen, die eine Verbindung zwischen den Angriffen und den Ritualen schafft, deren über die Insel hereinbrechende Verderbnis ich spüre. Folgt der Vision, wo immer sie euch hinführen mag.“

„Was ist wenn ich aber nichts sehe, was mit den Vorfällen zu tun hat?“

„Mein Gefühl sagt mir, ihr werdet was sehen. Vertraut mir einfach. Ihr werdet in einer Welt voller Gefahren reisen setzt eure Schritte vorsichtig.“

„Was wird mir diese Vision offenbaren?“

„Ich weiß es nicht genau. Aber das Land erinnert sich an die die auf ihm Wandeln. Das Totem macht sich diese Erinnerungen zu Nutze und zeigt uns die Geister der Vergangenheit. An euch spüre ich etwas besonders, etwas dass anders ist als bei den anderen Lebewesen. Daher bin ich mir sicher ihr werdet genau das sehen, das uns helfen wird. Und nun geht.“

Die alte Schamanin drehte sich um und ging ins Haus und ließ Jellica einfach alleine stehen. Diese beschloss zu der Brücke im Süden zu gehen und sich das Totem etwas genauer anzuschauen. Das Totem stand nahe am Wegesrand bei der Brücke es sah nicht nach etwas besonderem aus. Ein paar Äste die zusammengebunden waren und mit ein einigen Totenschädeln verziert waren. Als sich Jellica dem Gebilde näherte spüre sie eine merkwürdige Aura die sie erschaudern ließ. Nur zögerlich bewegte sie ihre Hand zum Totem, um es anzufassen.

Nachdem Jellica , das Totem berührt hatte, tauche wie aus dem nichts eine Gestalt in ihrer Nähe auf, die nicht wirklich da war, sondern nur das Abbild dessen, was sich hier vor einiger Zeit zugetragen hatte. Der Mann sah sich gründlich um, als hätte er Angst verfolgt zu werden. Langsam schlich er sich über die Brücke und sah sich immer wieder um. Er ging in Richtung der Ruinen nahe am Hafen.
Dort wartete einen Moment. „Sie sollte hier in der Gegend sein“, hörte Jellica ihn zu sich selbst reden. Dann tauchte eine mysteriöse Frau auf. Sie fragte den Mann:

„Habt ihr die Schrifftrolle? Freut euch das ihr nicht versagt habt. Valdan wird zufrieden sein.“

„Ich lebe um zu dienen“, antwortete der Mann unterwürfig.

„Geht nach Westen zur Stätte der Ayleiden. Dort wird das Ritual mit der Schriftrolle durchgeführt werden.“

„Ich werde euch nicht enttäuschen, Herrin.“

Nach diesen Worten löste sich die Vision auf. Jellica beschloss sich auf die Suche nach der Ayleidenstätte zu machen, von der die Rede war. Sie konnte nicht allzu weit entfernt sein. Sie folgte instinktiv einfach den Pfad nach Süden. Und tatsächlich fand sie dort eine alte Ruine Ayleidischer Herkunft. Um die Ruine herum trieben sich viele Wölfe herum. Vorsichtig schlich Jellica an ihnen vorbei. Der Weg war aber doch länger als sie erwartet hatte. Sie verfluchte sich, nicht daran gedacht zu haben einen Rucksack mit Proviant mitzunehmen, bevor sie aufbrach. Als sie sich der Mitte näherte sah sie wieder den Mann aus ihrer Vision mit einem anderen dort stehen. Sie vermutete der andere Mann könnte derjenige sein, den die Frau Valdan genannt hatte. Vor ihnen lagen einige Leichen herum.

‚Wie waren sie gestorben‘, fragte sich Jellica, dann hörte sie den Fremden, zu dem Mann der die Schriftrolle gestohlen hatte, sagen:

„Lest jetzt die Schriftrolle. Das Ritual wird euch ins Geisterreich bringen. Wenn ihr es geschafft habt werde ich euch folgen.“

Der Mann tat wie geheißen. Aber es schien nicht die gewünschte Wirkung zu haben, denn der Mann starb und gesellte sich zu den anderen Leichen. Der Fremde schüttelte den Kopf:

„Schon wieder gescheitert. Es wirkt, als würde ein Fluch darauf liegen. Ich werde zum Lager zurückgehen und das Ritual später wiederholen.“

Dann verschwand die Version wieder. Während Jellica noch am Nachdenken war, was sie als nächstes tun sollte hörte sie eine bekannte Stimme hinter sich.

„Ich kann euch die Tür zum Versteck der Bultdornkultisten öffnen.

Jellica drehte sich um und vor ihr stand Jakarn.

„Was macht ihr hier, Jakarn? Fragte sie erstaunt?“

„Nach euch suchen. Laganakh sagte mir schon, dass ihr auf den Weg hierher seid, um die Fieslinge zu jagen, die die Festung angegriffen haben.“

„Ihr wusstet vom Versteck der Blutdornen?“

„Sicher. Ich habe einige zu ihrer Höhle verfolgt. Anstatt alleine herumzuschnüffeln, habe ich mich entschieden, auf euch zu warten, meine hübsche Freundin. Und da seid ihr! Und wie mir scheint seid ihr ein wenig hungrig.“ Jarkan sah sie grinsend an und reichte ihr etwas kaltes gebratenes Fleisch. Nickend nahm es Jellica, dann sagte sie kurz: „Dann lasst uns nun gehen.“

Das Versteck befand sich in einer Höhle, die man sowohl vom Meer als auch vom Landesinneren durch einen natürlichen Tunnel erreichen konnte.

„Dieser Ort erinnert mich an das Grab“, hörte Jellica Jakarn leise sagen. „Keine schönen Erinnerungen.“ Jellica sagte nichts dazu.

Jakarn öffnete die Tür. Dann betraten sie die Höhl. Jellica ging vor während Jakarn hinter ihr blieb. In den Gängen begegneten ihnen kaum Blutdornen. Die drei, die ihnen über den Weg liefen, mussten sie töten, aber das war für die beiden kein Problem. Sie gelangten in eine große Höhle, wo sie Valdan, den Fremden, sahen, wie dieser dabei war, das Ritual zu wiederholen. Und diesmal schien es zu klappen, denn er verschwand vor ihren Augen. Sie vernahmen noch seine Worte, bevor er durch das Portal trat, das sich sofort hinter ihm wieder verschloss. „Endlich ein Erfolg. Die nächste Phase unseres Plans kann beginnen“.

Auf einem Altar, vor dem Valdan verschwunden fanden sie ein Tagebuch. Darin hatte der Magier aufgezeichnet, was bisher geschehen war. Es versprach nichts Gutes. Es wäre wohl am Besten das Buch Laganakh zu geben.

Da sie hier nichts mehr ausrichten konnten, beschlossen Jellica und Jakarn die Höhle wieder zu verlassen. Kurz bevor sie am Ende der Höhle waren, entschied sich Jakarn spontan noch etwas in der Höhle zu bleiben, um die vereinzelte sich hier noch herumtreibenden Blutdornen auszurauben.

“Ich werde später wieder zu euch stoßen“, meinte Jakarn. Jellica wollte widersprechen und ihn bitten mit ihr zu kommen, aber er verschwand so schnell, dass sie keine Chance mehr hatte was zu sagen. So verließ sie alleine die Höhle.

Jellica war erstaunt, denn nicht weit vom Ausgang entfernt, stieß sie auf Laganakh und ein paar weitere Orks.

„Ihr seid zurück“, begrüßte die Schamanin Jellica. „ Was hab ihr über die Pläne der Blutdornen erfahren?“

„Sie versuchen verzweifelt ins Geisterreich zu gelangen.“

„Diese Narren! Hatten sie Erfolg?“

„Ja“, sagte Jellica bedauernd, „ich sah was geschehen ist.“

„Die drohenden Gefahren werden deutlicher. Ich werde versuchen, Häuptling Tazgol davon zu überzeugen, obwohl ich bezweifle, dass er auf die Worte einer Außenseiterin hören wird. Die Anstrengungen, die ihr für uns unternehmt, ehren euch.“

Nach diesen Worten machte sich die Schamanin auf den Weg zurück zur Feste. Jellica blieb unschlüssig zurück.

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Mittwoch, 8. April 2015, 10:00

010 Betnikh – Offenbahrung der Vergangenheit (Teil 1)

Nachdem Laganakh fortgegangen war, ging Jellica hinunter an den kleinen See. Sie wollte ich ein wenig frisch machen und ihre Gedanken sortieren. Als sie dichter herankam, sah sie dass auf der kleinen Insel im See ein Altar zu sein schien. Neugierig wie sie war, ging sie durch das flache Wasser dort hinüber. Sie hatte die Frau die vor dem Altar saß nicht sofort gesehen.

Jellica wollte sich gerade umdrehen um die Frau nicht zu stören, als sich diese ihr zuwandte:

„Endlich treffe ich euch. Ich bin Magula“, sagte die Frau, die ähnlich wie Laganakh gekleidet war, was Jellica vermuten ließ, das auch diese Ork eine Schamanin war. „Ich habe gesehen, wie ihr den intriganten Rothwardonen besiegt habt, der Stros M‘ Kai regiert. Ich sehe große Ereignisse auf euch zukommen.“

„Wie meint ihr das“ fragte Jellica ein wenig verwundert.

„Visionen. Dies ist einer der drei Schreine, die man überall auf Betnikh findet und die uns einen Blick auf die Ereignisse werfen lassen, die viele leben beeinflussen werden. Auf euch haben sie ganz besonderen Einfluss. Möchtet ihr sie einmal sehen?“

Jellica zögerte. Was sollten ihr diese Visionen bringen? Waren es Rückblicke in die Vergangenheit? Würde sie damit vielleicht rausfinden wer sie war und warum sie im Kerker der Wehklagen gelandet war? Oder würden sie in eine mögliche Zukunft sehen? Wenn sie es nicht versuchte würde sie es wohl nicht erfahren, also nickte sie: „Ja, ich möchte die Visionen sehen.“

Magula gab ihr einen Beutel mit Kräutern. „Verbrennt diese an jeden der drei Schreine. Ihr werdet Visionen der Dinge erfahren, die da kommen werden.
Ich werde in meinem Langhaus sein, falls ihr Fragen habt.“

Jellica sah schweigend auf den Beutel, den ihr die Schamanin gegeben hatte. Sie überlegte noch etwas, denn trat sie an den Altar nahm ein wenig von den Kräutern und ließ sie in die Feuerschale fallen.

Erst tauschte so etwas wie ein kleines Irrlicht über dem Altar auf, das sich von diesem Fortbewegte. Dann löste es sich in Luft auf und an seiner Stelle erschienen zwei Geisterhafte Gestellten. Ein Mann und eine Frau. Die Frau war Dunkelhäutig, was darauf schließen ließ das sie eine Rothwardonin war. Der Mann schien bretonischen Ursprung zu sein. Da der Mann die Frau mit „Eure Hoheit“ ansprach schien sie königlicher Abstammung zu sein. Der Mann sprach davon, dass er Alcaire nicht in die Hände der Rothwardonen fallen lassen wolle. Dann zog er seinen Dolch oder Schwert und streckte die Frau damit nieder. Danach verschwanden die geisterhaften Gestalten.

Ein Mord, dachte Jellica. Wo und wann mochte diese geschehen? Konnte sie da sie es nun gesehen hatte etwas dagegen machen? Aber dafür müsste sie wissen um wen es sich handelte. Würde der Ort, der genannt wurde, ihr da weiterhelfen können? Sie beschloss zunächst zurück zur Steinzahnfeste zu gehen. Es wurde langsam dunkel und sie müde. Dort könnte sie vielleicht auch noch mal mit Magula sprechen.

Man hatte den Reisenden von der Speerspitze nahe des Wegeschreins ein paar kleine Hütten zur Verfügung gestellt, in der sie übernachten konnten. Sofern sie es nicht vorzogen an Bord des Schiffes zu bleiben. Die meisten waren aber froh festen Boden unter den Füssen zu haben, dass sie das Angebot angenommen hatten. Als Jellica zum Lager kam, gab ihr ihr einer der Männer von Lerissa etwas zu essen. Hungrig schlang sie es runter und da sie doch recht müde war, begab sie sich dann auch anschließend zur Ruhe ohne noch lange mit irgendwem zu sprechen.

Am nächsten Morgen wollte Jellica Magula aufsuchen, doch sie konnte sie nicht finden. Also beschloss Jellica Richtung Düsterfeld aufzubrechen und dort nach dem Rechten zu schauen. Diesmal nahm sie ein paar Vorräte mit, da sie damit rechnete nicht vor Einbruch der Nacht zurück zu sein. Sie hatte sich von einem der Einheimischen eine Grobe karte geben lassen, auf der man ihr den Weg eingezeichnet hatte. Ihr fiel auf, dass auf der Karte auch die Schreine, von denen Magula gesprochen hatten verzeichnet waren. Der Westliche Altar lag fast auf ihrem Weg und so beschloss Jellica einen Abstecher dorthin zu machen. Vielleicht würde sie noch ein paar mehr Einzelheiten zu dem angekündigten Mord erfahren.

Es war fast Mittag, als sie den Altar erreichte. Sie zögerte ein wenig, bevor sie die Kräuter in das Feuerbecken warf. Wieder erschien erst das kleine Irrlicht, bevor vier Werwölfe und ein Mensch in geisterhafte Gestalt erschienen. Der Mensch verwandelte sich vor den Werwölfen in ein noch größeres Exemplar als die anderen und sagte während der Verwandlung mit hämischer Stimme: „Jetzt gehört ihr zu uns. Geht und verteilt unsere Gabe.“ Dann lief der riesige Werwolf davon und die Vision verblasste.

Mit diesen Bildern konnte Jellica rein garnichts anfangen. Die ganze Zeit auf ihren weiteren Weg dachte sich darüber nach was das bedeuten konnte. Am frühen Nachmittag erreichte sie dann den Friedhof von Düsterfeld. Das Wetter war umgeschlagen und es hatte passenderweise begonnen zu regnen. Am Halb zerfallenen Tor des Friedhofs wurde sie von einem einfältig wirkenden Ork aufgehalten, der Rozag gro-Khazun hieß.

„Bleibt genau hier stehen!“ fuhr er sie barsch an. „ Kein Zutritt. Befehle von Häuptling Tazgol.“

Im Hintergrund sah Jellica merkwürdige Gestalten herumschlurfen. Sie hielten sich nahe der Gräber auf und schienen zu Mindestens fürs Erste keinen Versuch zu machen, den Friedhof zu verlassen.

„Woher kommen all diese Zombies?“, fragte Jellica den Ork.

„Der Blutdornkult.“ antwortete Rozag. „Sie erwecken Zombies überall auf dem Friedhof. Ich bin hier um die Leute von hier fernzuhalten, bis Kriegshäuptling Tazgol kommt und sie alle zermalmt.“

„macht ihr euch keine Sorgen darum, dass der Kult eine Armee erhebt?“ fragte Jellica etwas verwundert, weil es ihr komisch vorkam, das man einfach bei dem Geschehen nur zusah.

„Ha! Eine Armee?“ lachte da der Ork herablassend. „Das sind bretonisch Zombies. Zerbrechliche kleine Leiber aus der Erde. Sie werden leicht zu vernichten sein.
Falls euch trotzdem danach ist, Kultisten abzuschlachten, werde ich euch nicht aufhalten. Beginnt mit der Krypta in der Mitte. Ich habe da drinnen welche von ihnen gesehen.“

Jellica nickte und sagte nur: „Ich werde mich dort mal ein wenig umsehen.“

„Kommt ihr in Schwierigkeiten, dann seid ihr alleine“ antwortete der Ork ihr.

Jellica hatte noch ein paar Fragen, die sie loswerden musste, bevor sie sich ins Innere des Friedhofs begab: „Warum gibt es einen bretonischen Friedhof auf Betnikh? Ist dies nicht eine Orkinsel?“

„Dies war vor Hunderten von Jahren einmal eine bretonische Insel. Kriegshäuptling Yzzgol in die Wellenbrecher-Orks haben die Bretonen ausgelöscht.
Wir Wellenbrechen waren die wildesten Räuber der gesamten See, bevor wir uns hier niedergelassen haben.“

„Was war so besonders an Betnikh?“

„Stahl und Stein, wie könnt ich das fragen? Hohe, gut zu verteidigende Klippen, ein freier Blick auf alle ankommenden Truppen und fruchtbares Ackerland fürs Getreide. Was könnte man mehr wollen? Yzzgols Frauen bestanden darauf, dass wir uns hier niederlassen, also haben wir es getan.“

„Warum habt ihr euch nicht selbst um die Zombies gekümmert?“

„Meine Befehle lauteten, sie zu beobachten, bis sie einen Anschlag wagen oder bis Häuptling Tazgol herkommt und ihnen die Köpfe abschlägt. Das ist alles.
Ein Ork befolgt Befehle. Selbst wenn sie dumm sind.“

„Wenn die Insel euch gehört, warum lasst ihr dann den bretonischen Friedhof unberührt?“

„Wir sind keine Wilden. Wir respektieren die Toten des Feindes.
Wenn ein Ork stirbt, erhält er einen Grabhügel aus aufgeschichteten Steinen, auf die seine Waffen gelegt werden, um zu zeigen, wo er gefallen ist. Wir stecken unsere Toten nicht wie die Bretonen in den Boden. Trotzdem werden wir ihre Gräber nicht Schänden.
So und nun lasst mich bitte wieder alleine. Ich habe genug geredet.“

Jellica bedankte sich für die Auskünfte und begab sich dann auf den Friedhof. Es war nicht schwer bis zu der Krypta auf dem Friedhof vor zu stoßen. Die Zombies waren langsam und schwerfällig, und wenn man ihnen nicht gerade direkt vor die Nase lief, konnte man sie gut umgehen. Die meisten der Blutdornkultisten waren mit ihren Ritualen beschäftigt und so konnte man auch sie ohne Probleme mit etwa abstand gut passieren.

Das innere der Krypta sah im ersten Moment leer aus. Langsam begab sich Jellica vorsichtig die Stufen herab. Als sie sich dem großen Grab näherte, begann die Luft zu vibrieren und dann stand plötzlich ein Geist vor ihr.

„Seid gegrüßt, Fremde“, das sprach das Wesen Jellica an. „Ihr seid keine Kultistin. Helft uns, diese Nekromanten zu besiegen!“

„Wie?“ fragte Jellica immer noch etwas überrascht.

„Nehmt den Stab von Arkay, eine mächtige Waffe gegen die Untoten.“ Vor dem Geist tauchte ein langer Stab auf. „Ihr müsst den Stab zuerst aufladen und ihn dann einsetzen, um die widerlichen Abscheulichkeiten zu vernichten, die von diesen Nekromanten beschworen wurden.“

„Wie lade ich den Stab auf?“

„Die Frevler setzen finstere Magie ein, um die Toten zu erheben. Stört ihre Rituale und entfesselt diese Energie. Der Stab von Arkay wird sie in die nötige Macht verwandeln, um ihre finsteren Schöpfungen zu vernichten!“

„Wer seid ihr?“ fragte Jellica, die sich langsam von ihrer Überraschung erholt hatte.

„Zu Lebzeiten war ich eine Priesterin Arkays, Frederique Lynielle war mein Name. Viele Jahre diente ich König Renwic. Ich war bei ihm, als die Wellenbrecher-Orks hier einfielen. Wir sind gemeinsam von ihrer Hand gestorben.“

„ Der Wellenbrecheklan hat euch getötet?“

„Viele sind durch ihre Hand gestorben. Doch das ist lange her. Heute sind es die Blutdornen, die unsere Gräber schänden. Ich flehe euch an, sie aufzuhalten.“

„Seid ihr die Wächterin des Friedhofs?“, wollte Jellica wissen.

„Nun, selbst nach dem Tod wache ich noch über meine Leute. Nekromantie ist Arkay ein Gräuel. Die Aura der Verderbnis wächst, während diese Diener des Wurms die Leichen meiner Landsleute schänden und aus ihren Gräbern auferstehen lassen.
Ich brauche eure Hilfe, um sie aufzuhalten.“ Die Stimme des Geistes wurde eindringlicher.
„Die Nekromantie des Blutdornkults verdirbt die Natur. Sie werden von Reikmannen der übelsten Sorte angeführt: Verbündete von Mannimarco.
Sie lassen unsere Toten auferstehen, um die Orks anzugreifen. Diese Schändung muss ein Ende haben!
Trefft mich an meinem Grab in der Mitte des Friedhofs, wenn der Stab aufgeladen ist.“

„Ich werde sehen was ich tun kann“, antwortete Jellica und ergriff den Starb, der auf dem Boden lag, während sich der Geist in Luft auflöste. Sie drehte sich um, um die Krypta zu verlassen. Von der nächsten Überraschung erschreckt, machte sie erst mal einen Satz zurück. An einer der Säulen stand Lerisa, die Gerissene, die sich als Blutdornkultistin verkleidet hatte.

„Ein Spaziergang? Genießt ihr die Landschaft?“ fragte die Frau Jellica grinsend.

„ Lerisa!“ rief Jellica etwas ungehalten. „Was macht ihr hier?“

„Ich erkunde nur die Insel. Ich bin auf diese netten Gesellen gestoßen, die die Gräber schänden, und habe beschlossen, ein paar von ihnen zu töten.
Ich habe einige Roben in dieser Tasche gesammelt. Nehmt eine, wenn ihr möchtet, dass die Zombies euch in Ruhe lassen.“

Jellica wusste nicht was sie darauf erwidern sollte. So sagte sie nur: „Danke, Lerisa.“ Und nahm sich eines der Bündel.

„Ich jage Kultisten während ihr da mit eurem Stab herumspielt“, sagte Lerisa grinsend. „Wenn ich noch weitere Roben finde, werde ich sie euch übrig lassen.
Diese Nekromanten sind widerlich, aber sie wissen sich gut zu kleiden.“

Jellica teilte diese Ansicht überhaupt nicht, denn diese Gewänder sahen nicht gerade kleidsam aus, aber sie wollte sich mit Lerisa nicht streiten, also schwieg sie einfach und verließ die Krypta. Draußen sah sie sich um. In der Nähe befand sich ein Kultist, der einem leuchtenden Kreis aus merkwürdigen Symbolen stand. Vorsichtig näherte sie sich ihm.

Als der Kultis Jellica bemerkte griff er sie sofort an. Ihr blieb nichts übrige als ihre Waffen zu ziehen. Den Stab ließ sie kurzerhand fallen. Als der Kultis tot war, erschien zwei magische lichter die sich fortbewegten. Jellica hob schnell den Stab auf und versuchte mit diesem die frei gewordene Energie mit dem Stab einzufangen. Ein leichte Leuchten war danach auf dem Starb zu erkennen.

Jellica wiederholte diese Aktion noch mehrmals, bis das Licht am Stab nicht mehr heller wurde. Dann begab sie sich zum Grab der Priesterin in der Mitte des Friedhofs, wo sie schon von der Priesterin erwartet wurde:

„Ich spüre die große kraft des Stabes. Ihr habt euch tapfer geschlagen.“

„Was soll ich damit machen?“, fragte Jellica leise.

„ Der Stab wird in den Krypten Kreise der Verderbnis aufdecken. Dort lauern die Abscheulichkeiten des Blutdornkults, in Löchern verborgen, die ins Reich des Vergessens führen.

Stellt den Stab in die Kreise, um die Abscheulichkeiten in unsere Welt zu locken. Und dann vernichtet sie! Drei sollte es von ihnen geben. Trefft mich anschließend im Westen am Rand des Friedhofs.“

Jellica nickte nur wieder einmal und machte sich ging zunächst nach Norden. Sie musste nicht weit gehen, als sie ein flirren in der Luft vor einer der Krypten bemerkte. Sie trat vorsichtig näher, nahm den Stab und rammte ihn in den Boden. Dann zog sie schnell ihre Waffen. In dem Luftflimmern tauchte dann eine Gestalt auf, die als sie Jellica sah, sofort auf sie zustürmte um sie anzugreifen. Jellica musste nicht viel Mühe aufbringen um diese Gestalt zu töten.

Nachdem das Wesen tot war nahm Jellica den Stab wieder an sich. Er war es der sie westlich leitete zur nächsten Krypta. Wie schon bei der vorherigen Krypta, war ein merkwürdiges Flimmern in der Luft und als sie den Stab wieder in den Boden rammte, tauchte wieder eine Gestalt auf. Jellica fackelte nicht lange und tötete das Wesen so schnell sie konnte.

Der Stab führte sie dann etwas südlich weiter. Und wie schon bei den vorherigen malen kostete es Jellica kaum Anstrengung auch das dritte Wesen zu töten. Als das erledigt war hielt sie sich Richtung Westen. An einer weiteren Krypta am Rand des Friedhofes fand Jellica die Priesterin.

„Die Perversion meines Volkes durch die Blutdornen ist beendet“, begrüßte der Geist Jellica erfreut.
„ Die verehrten Toten ruhen wieder in Frieden.“

„Ist die Gefahr gebannt?“ fragte Jellica vorsichtig.

„Der Kult hatte seine gesamte Kraft in den Abscheulichkeiten gebündelt.“, antwortete die Priesterin. „nun sind sie nur noch Staub und Asche. Für uns ist die Bedrohung vorüber, doch ihr seid noch immer in Gefahr.
König Renwic möchte unsere Schulden bei euch begleichen. Sprecht mit ihm. Erfahrt von eurer wahren Bedrängnis.“

Was konnte noch schlimmer sein, fragte sich Jellica. Dann wandte sie sich dem Geist zu, der hinter der Priesterin aufgetaucht war.

„ Ihr habt meinem Volk seine letzte Ruhe wiedergegeben“, sprach der Geist des Königs sie an. „ ich möchte meine Schuld bei euch begleichen, aber ich habe nur Informationen für euch.“

„Was könnt ihr mir sagen?“, fragte Jellica.

„Die Wellenbrecher-Orks haben vor Generationen angegriffen“, begann der Geist des Königs. „ Sie haben unsere Insel genommen. Unter ihrer Herrschaft wurde das, was wir Bretonien nannten, zu Betnikh.
Mein Versagen bei der Verteidigung meiner Leute war unverzeihlich, doch wie ich versuchte, die Orks zu besiegen, war noch schlimmer.“

„Was habt ihr getan?“ fragte Jellica neugierig

„Ich habe es mit Nekromantie versucht. Ein uraltes Ayleidenrelikt liegt auf dieser Insel begraben. Die Blutdornen gieren nach seiner Macht.
Betretet das Portal neben mir. Ihr werdet meinen letzten Tag durch die Augen meiner Feinde sehen. Erfahrt alles, was ihr könnt.“

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Mittwoch, 8. April 2015, 10:50

010 Betnikh – Offenbahrung der Vergangenheit (Teil 2)

Ein Portal erschien neben Jellica. Sie zögerte, es zu betreten. Was würde sie in der Vergangenheit erwarten? Dann machte sie einen Schritt nach Vorne und ging durch das Portal. Als sie auf der anderen Seite ankam brauchte sie einen Moment um sich zu orientieren. Sie befand sich in einer alten Ayleidischen Ruine. Und sie war nicht mehr in ihrem eigenen Körper, sondern in dem eines Orkkriegers.

„Targoth!“ wurde sie von einer Orkfrau angesprochen. Da Jellica nun die Rolle des Orks angenommen hatte, und damit auch sein Wissen übernommen hatte, wusste sie, dass es sich bei der Frau um Jagdweib Othikha handelte. „Der Bretonenkönig hat sich noch tiefer in der Ruine eingeschlossen. Er bereitet einen bösen Zauber vor!“

„Was für einen Zauber ist das?“, fragte Jellica mit der dunklen brummigen Stimme des Orkkriegers.

„Ich weiß nur, dass die Magie, die er heraufbeschwört, unsere Armee niedermetzeln wird. Wenn wir ihn nicht aufhalten, wird jeder einzelne Orks hier sterben.“

„Wie halten wir König Renwic auf?“

„ Wir müssen erfahren, wie wir an den feigen König herankommen und welcher Natur seine verdorbene Magie ist.
Bringt die Gefangenen zum Reden! wir haben ihre Besitztümer beschlagnahmt. Sie könnten Hinweise darüber enthalten, was sie wissen.“

Jellica war sich ein wenig unsicher wie sie nun reagieren sollte. Auch wenn sie im Körper des Orks war, war sie zum Teil immer noch sie selbst, was ihre Gedanken und ihr Art der Vorgehensweise anging und sie kannte sich mit den Geflogenheiten des orkischen Volks nicht wirklich aus. Sie fragte daher: „Wie weit soll ich bei meinen Verhören gehen?“

„Der Kodex von Mauloch ist unmissverständlich. So lange diese Bretonen ihrem König bei seiner üblen Magie helfen, bleiben sie unsere Feinde.
Wenn ihr sie nur durch Worte überzeugen könnt, dann tut das. Wenn nicht….“

„Wenn nicht?“

„Dann werden sie bluten.
Ich habe einer Reikhexe diesen Talisman abgenommen. Haltet ihn gut fest und befehlt einer Wache, ihren Gefangenen hinzurichten. Der Talisman wird die Seele des Toten binden und sie dazu zwingen, euch zu antworten.
Ihr werdet aber nur eine Frage stellen können, Targoth. Stellt also eine kluge Frage.“

Vorsichtig sagte Jellica dann: „Erinnert mich an den Kodex von Mauloch.“

„Stehlt nicht. Greift nicht grundlos an. Kämpft mit Ehre. Beschützt euren Stamm.
Diese Bretonen behaupten zwar, sie hätten sich ergeben, aber wenn sie sich weigern uns ehrlich zu antworten, bleiben sie unsere Todfeinde.“

„Zeugt das Ermorden unbewaffneter Gefangener von Ehre?“

„Sie helfen ihrem König bei seinen üblen Plänen, und alle zu töten!“ brauste Othikha auf. „Wenn sie uns nicht verraten, wie man ihn aufhalten kann, wird seine Magie uns alle auslöschen.
Wir sind im Krieg, Targoth. Tut, was getan werden muss.“

Jellica nickte und ging dann den Gang hinunter zu der ersten Gefangenen. Es war die Frau von Renwic, Königin Nurese.

Ohne Furcht fuhr die Königin Targoth an, als er sich vor ihr stellte:

„Ihr! Wie viel Blut wollt ihr noch?“

„Antwortet ehrlich und ich bleibt am Leben. Lügt mich an, und ihr werdet sterben.“, antwortete Targoth.

„Ihr seid in mein Zuhause eingedrungen. Ihr habt meine Leute abgeschlachtet. Warum soll ich euch helfen, Ork? Ihr werdet uns ohnehin alle töten.“

Targoth wurde ungeduldig: „Sagt mir wie ich die Tür öffne, hinter der sich Renwic verbirgt, oder ich werde eure Tochter töten.“

Nach diesen Worten sacke die König zusammen: „Visanne? Nein. Sie ist doch nur ein Kind! Ihr könnt unser Kind nicht töten!“ Tränen liefen ihr das Gesicht hinunter.

„Wenn ihr ihr Leben retten wollt, sagt mir, wie ich an Renwic herankomme.“

„Oh Renwic, vergebt mir“, schluchzte die Königin.
„Es gibt Kristalle in den Feuerschalen an der Tür. Dreht sie, um die Schutzzauber zu schwächen. Nur bitte verschont unsere Tochter.“

Targoth hatte genug erfahren, also ließ er die verzweifelte Königin zurück und ging den Gang weiter um den nächsten gefangenen zu befragen. Es handelte sich um einen Soldaten, der Drago Auberdine hieß. Als der gefangene Targoth kommen sah, sagte er hasserfüllt: „Ork! Dafür werdet ihr bezahlen!“
Targoth ignorierte den Mann erst mal und begann den Rucksack des Gefangenen zu durchsuchen. Er fand eine Notiz, die von König Renwic stammte, und Drago aufforderte, die Orks so lange wie es nur möglich war aufzuhalten, damit er sein Ritual zu Ende bringen konnte, auch wenn es den Tod von Drago bedeuten sollte. Nachdem Targoth nichts weiter gefunden hatte drehte er sich zu dem Gefangenen um: „Antwortet mir ehrlich und ihr bleibt am Leben. Lügt mich an, und ihr werdet sterben.“

„Ha! Ihr wollt mir Bedingungen diktieren, Schweinekind?“ provozierte Drago Targoth. Gebt mir mein Schwert zurück und ich werde euch ein sauberes Ende bereiten.
Stellt eure Fragen. Belustigt mich.“

Targoth erkannte, dass es dem Mann egal war was mit ihm passierte und er bis zum letzten Augenblick die Befehle seines Königs ausführen würde.
„Was waren König Renwics letzte Befehle? Antwortet mir ehrlich.“

„Er hat mir gesagt, dass ich tapfer sterben und so viele von euch wie nur irgend möglich mit mir nehmen soll. Seht ihr die Leichen, die um uns herum angehäuft sind? Ich habe meine Pflicht erfüllt.
Mein König ist jenseits Eurer Reichweite. Wir sind fertig mit Reden!“

Targoth würde nicht mehr erfahren, also beschloss er weiter zu gehen. Der Gefangene hatte die Wahrheit gesagt, also gab er dem Gefangenenwächter ein Zeichen ihn zu den anderen Gefangene zu bringen. Die nächste Gefangene trug die Gewänder einer Priesterin. Es war Frederique Lynielle.

„Schont eure Klinge, Ork. Wir haben uns euch ergeben.“ Sagte sie mit ruhiger Stimme zu Targoth.

„Antwortet mir ehrlich und ihr bleibt am Leben. Lügt, und ihr werdet sterben.“ begann Targoth wieder das Verhör.

„Warum droht ihr mir? Unsere Insel ist jetzt euer. Verschont uns, verschont unseren König und lasst mich die Überlebenen ins Exil führen. Wir stellen keine Bedrohung mehr für euch dar.
Ihr habt mein Wort als Priesterin Arkays.“

„Wenn ihr dies hier wirklich beenden wollt, dann sagt mir, welchen Zauber euer König ausheckt.“ Targoth wurde langsam ungeduldig, weil er spürte, dass die Zeit knapp wurde, um Renwic aufzuhalten, bei dem was er vorhatte.

Die Priesterin seufzte: „Dann hört mir zu. Arkay zwingt mich, mein Schweigen zu brechen.

König Renwic ist verzweifelt. Er sucht nach einer uralten macht, die in den Ruinen verborgen liegt. Schriftrollen s alt wie die Insel raunen von einer schrecklichen Waffe: einem Ayleidenrelikt.“

„Was macht die Waffe?“

„Sie beschwört eine Untotenarmee, die er, so befürchte ich es, nicht wird kontrollieren können. Diese Armee ist Arkay ein Gräuel, und sie wird nicht nur Orks töten.

Ich liebe meinen König, aber ihr müsst ihn aufhalten.“

Targoth nickte nur und ließ die Priesterin auch zu den anderen bringen. Dann ging er den Gang weiter, bis er zu der Mit zaubern verschlossenen Tür kam, wo er schon von Kriegshäupling Yzzgol erwartet wurde.

„Targoth! Unser Sieg ist nah!“

Targoth nickte und antwortete: „ich weiß wie man die Tür öffnet.“

„Bei Maulochs rechter Hand! Mein Kriegsrufer triumphiert ein weiteres Mal. Wir werden diesen Angriff zu Ende bringen und die Bemühungen dieses feigen König vereiteln.“

„Was werden wir mit König Renwic machen?“

„Es zeigt nicht von ehre, gebrochene Menschen und besiegte Ritter abzuschlachten. Wenn der König sich ergibt, geht er mit seinen Leuten ins Exil.
Sie sollen die Kunde von unserer Wildheit über die Meere tragen!“

„Was wenn er sich nicht ergibt?“

„Dann werde ich ihn erschlagen. Haltet eure Klinge jenseits dieser Tür gesenkt, Targoth.
Überlasst König Renwic mir.“

Targoth nickte ergeben. Dann drehte er die beiden Kristalle neben der Tür in den Feuerschalen und der Zauber verflüchtigte sich, so dass sie die Tür öffnen konnten. Targoth ging vor. In der Mitte das offenen Bereichs stand König Renwic und murmelte Beschwörungsformeln vor dem Altarähnliche Gebilde in dem sich das gefürchtete Relikt befand.

Kriegshäupling Yzzgol der direkt hinter Targoth gegangen war, trat vor und sprach König Renwic an:

„Das Relikt kann euch nicht retten, ergebt euch oder sterbt.“

Der König drehte sich zu ihnen um und man sah wie seien Hände flimmerten. Verweifelt sagte er: „Geht jetzt, oder ich benutze das Relikt um euch auszulöschen!“

„Ihr werdet meinem Volks nichts zu leide tun“, antwortete Yzzol. „Zieht Stahl!“

Im Hintergrund sah Targoth zwei Ayleidengeistkrieger auftauchen, die aber nichts taten. Renwic rief die beiden an: „Helft mir! Verdammt, helft mir!“ Sie taten nichts. Targot wunderte sich ein wenig das Renwic nicht die Macht des Relikts benutzt hatte. Yzzgol streckte den König einfach mit seinem Schwert nieder.

Dann sagte der Kriegshäuptling zu Targoth: „Begrabt diesen Elfenkuschler. Der Rest kann entscheiden zwischen Exil und tot.“ Nach diesen Worten drehte er sich um und ging.

Jellica sah in der Mitte, wo sich das Ayleidenrelikt befand ein Portal, das so aussah wie das mit der sie die Vergangenheit beteten hatte. Ohne zu zögern betrat sie es diesmal und landete wieder in der Gegenwart.

„Selbst mein Tod hat mein Volk enttäuscht.“ Begrüßte der König Jellica.

„Ihr habt versucht das Relikt zu verwenden und Yzzgol hat euch getötet.“

„ja. Aber kaum hatte ich die Macht des Relikts angerufen, erkannte ich was es von mir verlangte. Seelen. Es lechzt nach Seelen.

Ich zögerte daher es einzusetzen, so das Yzzgol Zeit hatte mich zu töten. Denn ich wollte diesen Preis nicht zahlen. Aber die Blutdornen werden es tun. Sie werden eine Untotenarmee auferstehen lassen und euch alle abschlachten.“

„Wie können wir sie aufhalten?“

„Das Ayleidenrelikt ist der Schlüssel, aber meine Erinnerungen sind mit der Zeit verblasst. Ich erinnere mich nicht mehr an seinem Aufbewahrungsort. Ich weiß nur, dass ihr es vor den Blutdornen finden müsst.
Ich biete euch dieses Wissen als Bezahlung für die Seelen an, die ihr heute gerettet habt.“

Nach diesen Worten löste sich der Geist auf und verschwand. Wo sollte sie nun anfangen nach dem relikt zu suchen? Es musste ich in einer Ayleidenruine befinden. Nahe der Feste war eine. Dort sollte sie die Suche beginnen. Da es schon spät geworden war, beschloss Jellica aber erst mal eine passende Übernachtungsgelegenheit zu finden. Nahe des Strandes fand sie einen Felsvorsprung der sie, sollte es wieder zu regnen beginnen, schützen würde.

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Donnerstag, 9. April 2015, 11:04

011 Betnikh – Gequälte Seelen

Jellica erwache früh am nächsten Morgen. Sie beschloss, bevor sie Sich zurück Zur Festung begab, noch ein Bad zu nehmen. Das Wasser am Strand war klar und es war auch nicht sonderlich kalt. Nachdem sie sich erfrischt hatte, ß sie von den Vorräten, de sie dabei hatte und brach dann auf. Sie nahm nicht den Weg den sie gekommen, war, denn Nördlich vom Friedhof sollte sich der dritte Schrein befinden, an dem sie sich eine Vision anschauen konnte. Vielleichtwürde sie dort mehr Klarheit erlangen.

Jellica marschierte zügig Richtung Norden. Nach zwei Stunden erreichte sie dann den Schrein. Sie war die Restlichen Kräuter in die Feuerschale und wartete bis das Irrlicht auftauchte und ihr dann die Vision zeigte. Jelica kannte die beiden rauen die Auftauchten. Es waren Kapitän Kaleen und Lambur.

„Komisch das so ein kleines Ding so einen großen Schrecken auslösen kann“, sagte Kaleen in der Vision.
„Es muß zerstört werden“, war die harsche Antwort von Lambur.

„Wartet“, meinte Kaleen dann, „Denken wir darüber nach.“

„Worüber sollte man da nachdenken“, sagte Lambur ungehalten. „Es hat hunderte Orks getötet.

„Das waren die Kultisten,“ antwortete Kaleen beruhigend. In den richtigen Händen könnte es das Bündnis gegen Invasoren verteidigen.“

„Ich werde es nicht in die Hände von denen geben, die Orsinium eingeebnet haben.“

Danach verschwanden die Gestalten. Jellica ahnte das das etwas war, war in Kürze geschehen würde. Es hatte etwas mit dem zu tun was hier auf der Insel vorging. Jellica beschloss, gleich nach der Rückkehr in der Feste mit Magula zu sprechen. Sie konnte ihr vielleicht raten was sie tun sollte.

Am frühen Nachmittag erreichte Jellica die Orkfeste und begab sich auf die Suche nach Magula. Diese befand sich in dem Gasthof.

„Ihr seid zurückgekehrt und habt Fragen,“ begrüßte die Schamanin Jellica.

„Ja“, nickte Jellica. Dann erzählte sie was sie gesehen hatte. Anschließend fragte sie: „Wie viel Wahrheit bargen diese Visionen?“

„Ich habe mögliche Zukünfte gesehen. Noch steht ihr Verlauf nicht fest. Eure Taten werden beeinflussen, was kommen wird. Mehr kann ich euch leider nicht sagen.“

Jellica fand die Antwort unbefriedigend, aber sie erkannte am Ausdruck der Schamanin, dass diese nicht mehr sagen würde. Also verließ Jellica wieder den Gasthof. Was nun, fragte sie sich. Einfach nur rumsitzen und warten, dass ihr jemand sagte, was zu tun wäre, war nicht so ihr Ding. Also beschloss Jellica sich auf den Weg zu der alten Ayleidenruine zu machen. Sie würde gut drei Stunden dorthin brauchen, also ging sie zu einem der Händler um sich ein paar Vorräte zu kaufen und brach dann auf.

Auf dem Weg zur Ruine traf sie auf Azlakha, einer alten gelehrten Orkfrau, die aus sicherer Entfernung beobachtete was sich nahe der Ayleidischen Ruine abspielte. Auf Jellicas Frage, was sie beobachten würde antwortete die Orkfrau: „Die Seelen der Toten sind unruhig. Uralte Krieger, die in Schlachten gegen die Bretonen gefallen sind, erheben sich nun. Wer ruft sie an und warum?“

„Gibt es etwas, das ich da machen könnte?“ fragte Jellica.

„Ihr gehört zu den Neuankömmlingen. Jemand anderes aus eurer Gruppe, der Magier Neramo, zog auf einen Erkundungsgang los. Sucht ihn und findet heraus, was er gesehen hat.“

„Neramo? Wo kann ich ihn finden?“ ‚War ja klar, dass er sich hier herumtreiben würde‘, dachte Jellica.

„Seine Magie erlaubte es ihm, unentdeckt an den Geistern vorüberzugehen. Ich vermute, er wird versuchen, die innere Ruine zu erreichen. Sucht ihn dort an der Schwelle, jenseits der Felder wo die Toten umgehen.“

„Ich werde schauen, ob ich ihm da helfen kann.“, sagte Jellica.

„Seid vorsichtig. Verdorbene Magie liegt in der Luft. Vielleicht kann euer gelehrter Freund etwas Licht auf dieses dunkle Geheimnis werfen und euch dabei helfen, seine Quelle zu vernichten.“

Jellica nickte und machte sich dann auf den Weg. Da sie keine Magie beherrschte versuchte sie so gut es ging sich durch die Riehen der Geister durch zu schleichen. Einige waren aber sehr aufmerksam und bemerkten sie, so, das ihr nichts übrig blieb als zu kämpfen. Es war irgendwie immer wieder erstaunlich, dass man die Geister genauso wieder „töten“ konnte, als wären sie normale lebendige Wesen. Jellica brauchte eine ganze Weile um so bis in die innere Ruine zu gelangen. Sie fand dort tatsächlich Neramo vor einem verschlossenen Tor stehen und es wirkte so als würde er über s eine nächsten Schritte nachdenken. Als Jellica näher kam, drehte er sich zu ihr um und begrüßte sie:

Ah, meine alte Freundin! Konntet ihr einer weiteren Erkundung nicht wiederstehen?
Seid vorsichtig, diese können ein wenig gefährlicher sein. Verdorbene Nekromantie ist hier am Werk.“

„ich hörte schon, dass ihr hier wärt“, antwortete Jellica. „Was geht hier vor sich?“

„Die Geheimnisse von Nirn erstrecken sich über die Dwemer hinaus. Die Ayleiden faszinieren mich gleichermaßen. Ich musste diesen Ort unbedingt mit eigenen Augen sehen.
Das derzeit verblüffendere Geheimnis dreht sich jedoch um die Orkgeister.“

„Die Geister?“

„Selbst ihr müsst die geisterhaften Gestalten auf dem Feld bemerk haben. Das ist kein gewöhnlicher Spuk. Etwas holt sie zurück und bindet sie dort.

Ich schätze, die Antwort liegt in den Katakomben.“

Jellica nickte zustimmend. „Vielleicht sollten wir Nachforschungen anstellen.“

„In der Tat solltet ihr das. Die Ruine ist magisch versiegelt, doch das ist nur ein kleines Hindernis. Ich werde die Tür für euch entsiegeln und auf eure Rückkehr warten. Ich forsche am Besten in Sicherheit.“

War klar, dass Neramo sowas sagen würde und sie alleine in die Ruine gehen lassen würde. Jelica zog es vor, sich einen bissigen Kommentar zu verkneifen und sagte nur: „Okay, ich bin bereit.“

Neramo begann einen Zauber zu wirken und nach einigen Minuten war die magische Barriere fort, so das Jellica die Ruine betreten konnte. Vorsichtig bewegte sie sich durch den Gang. In einer Nische sah sie das Leuchten eines Geistes. Sicherheitshalber zog sie ihre Waffen und hielt sich angriffsbereit. Der Geist hatte sie bemerkt, machte aber keine Anstalten sie zu attackieren. Stattdessen sprach er sie an:

„ihr… ihr gehört nicht zu ihnen. Ihr hab den Makel nicht. Befreit uns von dieser Qual“, bat er Jellica.

„Wer seid ihr?“ entgegnete sie. „Was geht hier vor sich?“

„Ich bin Targoth, Kriegsrufer der Steinwölfe. Kultisten haben mein Grabmal und die meiner Krieger geschändet. Die widerwärtige Priesterin Drusilla führt den Kult an und zerrt unsere Geister zurück i dieses Reich.“

‚Targoth‘, dachte Jellica‚ in dieser mächtigen Rüstung hatte sie ihn nicht wiedererkannt. Er wirkte größer und kräftige als wie zu der Zeit wo sie in seinem Körper gewesen war.

„Wie kann ich euch helfen?“, fragte Jellica.

„Zu Lebzeiten hatte ich ein magisches Kriegshorn. Meine Soldaten gehorchten ihm und hörten seinen Ruf über alle Grenzen hinweg. Drusilla verwendet es nun um meine Krieger von jenseits der Gräber zu rufen und zwingt ihnen ihren Willen auf.“

„Wie kann Drusilla aufgehalten werden?“

„Sie ist unten in den Kammern. Tötet sie, bevor sie meine Soldaten gegen unsere Nachfahren schicken kann. Das wird ihren Bann erlösen. Dann kann das Horn meinen ehrbaren Kriegern ihre verdiente Ruhe zurückgeben.“

„Ich werde sie finden.“, versprach Jellica und ging zu dem Tor, das in die untere Kammer führte.

In den Gängen hinunter zur Kammer musste sich Jellica mehrfach gegen Kultisten stellen, die ihr den Weg versperrten. Am Ende erreichte sie dann aber die Kammer und sah dort in der Mitte wie Drusilla ein Ritual zu vollführen schien. Um zu ihr vorzudringen musste Jellica noch mal einige weitere Kultisten töten.

„ihr werdet mich nicht aufhalten“, rief die bösartige Priesterin, als sie Jellica sah. „Sie schickte ihr einen magischen Feuerstrahl entgegen, den Jellica aber leicht ausweichen konnte. Das ganze wiederholte sich noch ein paar Mal und Jellica erkannte, dass es die Priesterin anstrengte diese Zauber zu wirken. Im passenden Moment stürmte Jellica dann vor und stieß der Priesterin ihr Schwert in die Seite und tötete sie.

Als Drusilla tot zu Boden sackte spürte Jellica, wie sich die Luft veränderte. Der Bann schien gebrochen zu sein. Jellica hob das Kriegshorn auf, das sich auf dem Altar vor ihr befand. In dem Moment tauchte der Geist von Targoth auf.

„Ihr habt mich befreit! Aber meine Krieger flehen noch immer um ein Ende ihrer Qualen.“ sagte der Geist zu Jellica.

„Was genau wollten die Kultisten mit euren Kriegern?“

„Ich habe gehört, wie sie die Ruinen von Carzogs verderben erwähnt haben. Ganz gleich, was sie auch planen: Dort wird es stattfinden.

Doch das betrifft mich nicht. Da ihr nun das Horn besitzt, befreit meine Krieger.“

„Wie?“ fragte Jellica kurz angebunden.

„Bringt das Horn zurück an seinen Angestammten Platz: auf mein Grabmal in der nächsten Kammer. Dann werden meine Krieger wieder ruhen.“

„Was wäre wenn ich das Horn behalte?“, fragte Jellica plötzlich.

Der Geist senkte traurig sein Haupt. „Dann verdammt ihr meine Krieger zu weiterer Schande! Ihr habt doch gewiss mehr Ehre im Leib.
Wir gehören nicht mehr in dieses Reich. Unsere Schlacht ist vorüber. Lasst uns unseren Frieden finden.“

„Ich verstehe“, antwortete Jellica und begab sich auf den Weg zur nächsten Kammer. Am Ende fand sie das Grabmal des Kriegers und legte das Horn vorsichtig dort ab. Noch einmal erschien der Geist von Targoth um sich bei ihr zu bedanken. Dann löste er sich endgültig in Luft auf. Da hier alles erledigt war, verließ Jellica nun die Ruine wieder. Draußen traf sie auf Neramo und Azlakha.

Azlakha sprach sie an: „Die Geister sind verschwunden! Ihre Tapferen Seelen ruhen wieder in Frieden. Sagt mir schnell, was ihr dort unten gefunden habt. Wir haben viel zu besprechen.“

Jellica erzählte den beiden was sie da unten erlebt hatte und das mit größter Wahrscheinlichkeit Carzogs Verderben, das eigentliche Ziel des Kults sei. Azlakha bestätigte Jellica, das tatsächlich Kultisten dort gesichtet wurden. Noch bevor Jellica was sagen konnte, tauchte vollkommen außer Atem die kleine Nicolene auf.

„Wir brauchen euch in der Festung. Sofort!“ sagte das Schiffsmädchen aufgeregt zu Jellica.

„Was ist los?“ fragte Jellica.

„Orkspäher haben eine große Anzahl Blutdornkultisten in Carzogs verderben entdeckt. Tazgol ruft seine Armee zu den Waffen, um sie alle zu töten, aber Lambur macht sich Sorgen. Sie denkt es könnte eine Falle sein.

Habt ihr etwas herrausgefunden?“

„Ich befürchte, die Kultisten suchen ein Ayleidenrelikt, das große Macht hat. Ich komme sofort mit euch zur Festung.“

„Ich werde Kapitän Kaleen suchen, geht ihr alleine zur Festung“, antwortete das Mädchen und verschwand dann auch sofort.