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CKomet

Chefziege

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Saturday, May 11th 2013, 9:35pm

087 Rabenfels

Als Vilkas die Stadt Rabenfels in der Dämmerung betrat, wurde er von der Heranwachsen erst mal aufgehalten. Diese Männer waren in für Vilkas merkwürdig aussehende Rüstungen aus gelblichen Knochenplatten gehüllt, die nicht unbedingt bequem aussahen. Aber waren Stahlrüstungen wirklich besser? Vilkas erklärte, das er Schiffbrüchiger sei und im Norden der Insel an Land gekommen war. Die Wachen ließen ihn nach einigem hin und her passieren, denn sie trauten Fremden nicht über den Weg und gaben ihn den Rat, sich eine Unterkunft im Spuckenden Netch zu nehmen. Dort waren die Zimmer günstig. Außerdem war es sowieso der einzige Gasthof weit und breit. Am nächsten Tag sollte er sich dann beim zweiten Ratsherren melden, der über alle Besucher Bescheid wissen musste. Vilkas nickte und versprach mit dem Mann zu reden. Aber zunächst wollte er erst mal nur eine anständige Unterkunft haben. Des weiteren fragte er wo er sich neue Kleidung beschaffe könne, denn das was er trug war nicht unbedingt sonderlich kleidsam und passte auch nicht. Man verwies ihn entweder zum Schmied zu gehen, der wie er selbst auch ein Nord war, oder wenn er nur einfache Kleidung bevorzugen würde zu Fethis Alor. Vilkas bedankte sich für die Auskünfte und betrat erst mal die Stadt. Auf dem Marktplatz herrschte noch beschäftigtes Treiben. Er beschloss, bevor er sich in den Gasthof begab ein wenig umzusehen und zu schauen, ob er nicht erst mal passende Kleidung bekam. So ging er zunächst zum Schmied, der dabei war eine Schwert zu schmieden. Als Vilkas ihn ansprach drehte sich der Mann um. Irgendwie erinnerte er Vilkas an jemanden, aber er kam nicht drauf.
„Mein Name ist Glover Mallory. Ich bin der Ortsansässige Schmied. Wenn ihr etwas zum reparieren habt könnt ihr damit zu mir kommen. Es gibt nichts, was ich nicht wieder hin gebogen bekomme.“ Der Mann lachte.
„Ihr stammt nicht von hier, oder?“ Was bessere fiel Vilkas im ersten Moment nicht ein, „Oh, verzeiht, Ich heiße Vilkas und komme aus Weißlauf in Himmelsrand, wo ich den Gefährten angehöre.“
„Stimmt, ich stamme nicht von hier. Das ist aber auch nicht schwer zu erraten, wo doch die meisten einheimischen hier aus Dunmer bestehen.“ Wieder lachte der Schmied. Er schien ein fröhlicher Geselle zu sein. Dann sah Vilkas plötzlich neben der Eingangstür ein Zeichen aufgemalt. Akkirah hatte ihm die Bedeutung dieser Zeichen vor langer Zeit mal erklärt. Delvin aus der Diebesgilde in Rifton hatte ihr ein Buch gegeben, worin er mal alle aufgelistet hatte.
„Das Schattenzeichen“, Vilkas wies mit dem Kopf auf das Symbol neben der Eingangstür.“
Glover sah ihn erstaunt an. „Ihr kennt die Bedeutung?“
„Ja, meine Frau Mitglied in Rifton, bevor sie mich kennenlernte und die Gilde verließ.“
Ihr kennt dann nicht zufällig meinen Bruder Delvin? Er schafft es einfach nicht mir mal zu schreiben.“
Das war es. Er war Delvins Bruder. Daher kam Vilkas der Schmied so bekannt vor
„Versucht er immer noch Vex nachzustellen und zu erobern?“
Vilkas musste grinsen. Er hatte bei den seltenen Besuchen in der Zersplitterten Flasche schon mitbekommen, das Delvin ein Auge auf die gute Vex geworfen hatte, aber diese ließ ihn regelmäßig abblitzen.
„Ja, und daran hat sich bis heute nichts geändert.“
„Aber ihr seid sicherlich nicht hier um über die Diebesgilde zu sprechen? Habe ich recht? Denn wenn ich mich euch so anschaue, gehe ich davon aus das ihr eine neue Rüstung gebrauchen könntet. Die jetzige ist erst mal nicht gerade schön anzusehen und obendrein passt sie euch auch nicht wirklich.“
„Ich bin wirklich auf der Suche nach etwas neuem. Ich bin es gewohnt eine relativ schwere Rüstung zu tragen, auch wenn man mir es nicht unbedingt ansieht,“ Vilkas grinste ein wenig verlegen. „Dann lasst uns mal hineingehen und schauen, ob ich etwas habe, was euch zusagen könnte.“
Vilkas nickte und folgte Glover ins Innere des Hauses. An der Längsseite im Eingangsbereich hatte Glover diverse Rüstungspuppen, die voll ausgestattet waren stehen. Vilkas Blick fiel sofort auf eine dunkle mit Eisen beschlagenen Rüstung.
„Ihr habt einen guten Geschmack, mein Freund“, lachte Glover. „und ihr wisst was gut ist. Ihr habt sofort meine beste Rüstung ins Auge gefasst, die allerdings auch nicht gerade billig ist.“
„Das habe ich befürchtet.“ Vilkas senkte den Blick und sah sich weiter um.
„Lasst den Kopf nicht hängen. Freunde meines Bruders erhalten bei mir Sonderrabatt.“ versuchte Glover Vilkas etwas aufzumuntern. „Probiert sie einfach mal an. Sie wurde für einen Dunmer gemacht, der aber leider noch bevor er sie hier abholen konnte, vor der Stadt von dieser Aschenbrut getötet wurde. Er hätte halt warten sollen bis er seine neue Rüstung hatte, dann wäre das vielleicht nicht gesehen.“
Glover reichte Vilkas die einzelnen Teile. Bis auf den Brustharnisch saß sie fast wie angegossen. Glover nickte zufrieden. „ Ein paar leichte Anpassungen und sie ist euch wie auf die Haut geschneidert.“
„ Aber was ist mit dem Preis?“ „Ich sagte doch wir werden und schon einig. Was könnt ihr mir denn geben?“
Vilkas zog den Beutel heraus, den er dem Plünderer abgenommen hatte und reichte Glover den Diamanten und zwei makellosen Saphire, sowie einen einfachen Smaragd. „Das wäre alles was ich bieten kann.“
„Die Rüstung ist zwar das dreifache Wert, aber vielleicht könnt ihr mir einen Gefallen tun und jemanden für mich suchen, der mir etwas entwendet hat. Damit würde ihr dann die Kosten beglichen haben. Um den Auftrag auszuführen würde ich euch die Rüstung auch schon morgen geben, denn ihr werdet sie gebrauchen können.“
Vilkas dachte nicht lange nach. Irgendwie würde er es schon schaffen. „Okay, ich bin einverstanden.“ Er reichte Glover die Hand. „Dann ist es abgemacht“, Glover lächelte. „Kommt morgen nach Mittag wieder, bis dahin sollte ich die Rüstung angepasst haben.“
Vilkas nickte und verabschiedete sich dann von dem Schmied und ging zum Spuckenden Netch.
Der Gasthof war in einem der für Dunmer typischen Häuser gebaut, deren Räumlichkeiten zum größten Teil unter der Erde lagen. Es war ein sehr großes Anwesen, was man auf den ersten Blick kaum sehen konnte. Im oberen Bereich hielten sich kaum Leute auf. Unten wo die riesige Gastube war, war es etwas voller. Da zur zeit nur ein Schiff im Hafen lag, war noch viel platz an den Tischen.
Vilkas ging zum Gastwirt. Dieser stellte sich als Geldis Sadris vor. Vilkas erkundigte sich was ein Zimmer kosten würde. Dann nahm er eines gleich für zwei Wochen mit der Option es verlängern zu können. Sadris führte ihn selbst zu seiner Unterkunft und sagte ihm er würde ihm noch etwas zu Essen und Trinken bringen lassen. Eine Viertelstunde späte kam, eine junge Dunmer und brachte Nahrungsmittel. Vilkas stürzte sich mit Heißhunger darauf und legte sich dann auch gleich schlafen. Das erste mal seit Wochen wieder ein einem anständigen Bett zu verbringen war eine Wohltat, auch wenn er nicht auf dem Rücken liegen konnte. Morgen würde er, bevor er zu Glover ging um die Rüstung abzuholen, mal schauen, ob er eine Heilerin fand, die ihm etwas gegen die Schmerzen geben konnte. Dann schlief er auch sogleich ein.
Die Ankunft von Vilkas wurde in der Gaststube von einem Mann argwöhnisch aufgenommen. Es saß im hinteren Bereich mit einer Frauen und trank einen Met. Im ersten Moment erschrak sich der groß gebaute Mann, dessen Nase vor nicht allzu langer Zeit gebrochen gewesen sein musste, denn der Neuankömmling erinnerte ihn an denjenigen, der seine Nase zerschlagen hatte. Trotz Heiler wuchs sie aber nie wieder richtig zusammen und damit konnte er nicht mehr sein Gold als Barde verdienen, denn er bekam nicht mehr richtig Luft und das wirkte sich auf seine Stimme aus. Dafür hasste er den Mann, der ihn das angetan hatte und würde alles tun um es ihm und den beiden Frauen, die Schuld daran waren es irgendwie heimzuzahlen.
Der Mann war allerdings viel schmächtiger als der Kerl, der ihm das angetan hatte. Aber die Ähnlichkeit war verblüffend. Er dachte nach. Sagte die kleine Dunkelhaarige nicht irgendwas davon das der Kerl einen Bruder hatte, mit dem sie verheiratet sei und daher kein Interesse an ihm hatte. Mikkael beobachtet den Mann weiter. Er schien alleine hier zu sein, seine Frau, wie hieß sie doch noch gleich... Charlotta, derentwegen er eigentlich die beflaggte Mähre in Weißlauf aufgesucht hatte, nannte sie Akki, war nicht zu sehen.
Nachdem Sadris Vilkas auf sein Zimmer gebracht hatte und alleine wieder zurück kam, stieß Mikkael das Mädchen von seinem Schoß. „Warte hier auf mich, bin gleich zurück“, sagte er barsch zu ihr.
Dann ging er zum Tresen. „Hey, Sadris, wer ist der neue? Kam doch heute gar kein Schiff an.“
„Er hat nicht viel gesagt, nur das er aus Weißlauf kommt und hier etwas zu erledigen hat und eine Zimmer benötigt.“ wenn ihr mehr wissen wollt, fragt ihn selbst. Er will mindestens zwei Wochen bleiben. Da habt ihr sicherlich genug zeit euch mit ihm zu unterhalten.“
Dann drehte sich Sadris einem weiteren Gast zu der etwas zu trinken haben wollte. Mikkael ging zurück zu seinem Tisch. Das Mädchen legte seine Arme um ihn. „Was ist mit euch mein, Schatz? Ihr wirkt etwas verstört.“ „Nichts ist“, sagte der große Nord ungehalten, dann zog er das Mädchen mit sich auf sein Zimmer.
Am nächsten Morgen wachte Vilkas recht spät auf. Die Anstrengungen der letzten Wochen hatten halt ihren Tribut gefordert. Vilkas beschloss sich zunächst wegen eines Heiler umzuhören. Sadris würde ihn da sicherlich weiterhelfen können. Also begab er sich zum Wirt, wo er auch gleich ein Frühstück bestellte. Sadris riet Vilkas Alphia Veothis, eine ehemalige Tempelpriesterin auf zu suchen. Sie war Heilerin und konnte bestimmt weiterhelfen. Der Wirt beschrieb Vilkas den Weg zu ihrem Haus und so machte sich Vilkas nachdem er zu Ende gegessen hatte auf, um die Frau zu finden. Wahrscheinlich würde sie in ihrem Haus am Hafen zu finden sein, wo sie mit ihrem Mann Cressius, der ein merkwürdiger Kauz sein sollte, lebte.
Er traf sie tatsächlich dort an. Alphia war eine recht alte Dunmer, aber wirkte noch recht rüstig. Sie sah sich Vilkas Rücken an und war recht entsetzt über das was sie sah. Die Wunden hatten sich zwar größtenteils geschlossen, aber trotzdem war alles noch recht entzündet und glühte fast wie Feuer. Sie holte eine kühlenden Salbe und strich damit gleich einmal Vilkas Rücken ein. Sie riet im das morgens und Abends zu wiederholen. Außerdem sollte er sich schonen und nicht zu viel bewegen, da sonst Gefahr bestand, das die Wunden doch wieder aufplatzen könnten. Vilkas nickte nur, bedankte sich bei der Frau und gab ihr ein paar Goldstücke für die Behandlung und Salbe.
Dann machte sich Vilkas auf, um zum Schmied zu gehen und zu sehen, wie weit die Rüstung war. Wenn er die hatte wollte er den zweiten Ratsherrn aufsuchen und mit ihm sprechen. In seiner jetzigen Kleidung wollte er nicht bei ihm auftauchen. Glover wartete schon auf Vilkas. Er hatte die Rüstung etwas abgeändert und als Vilkas sie anprobierte, hatte er das Gefühl sie würde wie eine zweite Haut sitzen. Selbst die angepassten Wolfsrüstungen von Eorlund kam da nicht ran. Glover lud Vilkas zum Essen ein wo sie dann auch gleich über die Aufgabe sprechen konnten, die Vilkas erledigen sollte. Vilkas stimmte dem zu und so aßen sie gemeinsam im Haus von Glover, der nicht nur ein guter Schmied, sondern auch ein ganz passabler Koch war. Während des Essen erklärte Glover Vilkas, das man ihm ein Rezept für eine verbesserte Knochenrüstung gestohlen hatte. Der Dieb würde sich wahrscheinlich in einer Höhle im äußersten Norden der Insel aufhalten, sofern er noch Leben würde. Mit einem Ruderboot könnte man dort in 5 Tagen hinkommen. Zu Fuß würde man länger brauchen. Glover kannte einen der Fischer, der ihm noch einen Gefallen schuldig war. Dieser könnte Vilkas dort hinbringen. Vilkas hielt das für eine gute Idee, zumal er so auch seine Rücken schonen konnte. Dann erzählte Vilkas den Grund warum er nach Solstheim gekommen war. Er fragte Glover ob er schon mal etwas von einem Miraak gehört hatte. Als Glover antwortete wurde Vilkas stutzig. Die Art wie Glover auf die Frage antwortete wirkte irgendwie ferngesteuert, als würde sie nicht direkt von Glover kommen. Vilkas wechselte das Thema und schon war Glover wieder der Alte. Es wurde beschlossen das Vilkas am nächsten Vormittag wieder zur schmiede kommen sollte. Glover würde ihn dann zum Fischer bringen, der sich bis dahin dann auch mit den notwendigen Vorräten eingedeckt hatte.
Anschließend ging Vilkas los, um den zweiten Ratsherrn Adril Arano aufzusuchen. Er befand sich in der Amtstube im Haus vom Ratshern Morvayn. Arano wirkte ziemlich beschäftigt und besorgt. Trotzdem hörte er Vilkas an. Wieder spürte Vilkas das etwas nicht stimmte, als er Arano auf Miraak ansprach, wegen dem er hier her gekommen war. Auch Arano konnte sich nicht wirklich an diesen Namen erinnern, aber schien schon mal von ihm gehört zu haben. Arano erinnerte sich aber noch daran, das vor einigen Wochen zwei Nords da waren, die ihn im Auftrag seiner Familie gesucht haben. Aber sie waren unverrichteter Dinge, nachdem sie selbst noch gesucht hatten wieder abgefahren, da sie ihn für Tot hielten. Farkas hatte nach ihm suchen lassen und zwei der Gefährten geschickt. Vilkas war einerseits froh das zu hören, aber andererseits würde es ihnen jetzt sicherlich Kummer bereiten zu glauben, er würde nicht mehr leben. Vilkas beschloss, sobald er im Spuckenden Netch war einen Brief an Farkas zu schicken. Arano hatte mit keinen Wort Akki erwähnt, sondern nur seine Familie gesagt. Wie es ihr wohl erging? War sie nun glücklich zu hören, das er tot war und sie ihn nie wieder zu sehen brauchte? Er konnte und wollte sich das nicht vorstellen. So war seine Akki nicht. Er hoffte noch immer tief in seinem Herzen, das sie irgendwann wieder die alte werden würde und erkannte, das sie einen Fehler gemacht hatte, genau wie er selbst. Er hätte nie fortgehen dürfen, sondern hätte um ihre Liebe kämpfen müssen. Arano riss ihn aus seinen Gedanken und reichte ihn einen Brief. „Das kam mit einem anderen Schiff, das fast gleichzeitig wie das eurer Freunde hier haltmachte.“ Vilkas nahm den Brief an sich und beschloss ihn wenn er auf seinem Zimmer war zu öffnen. Er erkannte die Schrift als die seines Freundes Vorstag.
Vilkas ging zurück zum Gasthof und zog sich dort erst mal auf sein Zimmer zurück. Er nahm den Brief von Vorstag und begann ihn zu lesen. Was darin stand ließ ihn erschaudern. Er konnte und wollte es nicht glauben. Vorstag schrieb Vilkas solle zurück kommen. Seine Frau wäre es nicht Wert sich in Gefahr zu begeben und sein Leben für sie zu riskieren. Sie war nicht besser als die anderen Frauen. Er hatte sie eng umschlungen bei den Ställen von Weißlauf mit einem anderen Mann stehen sehen. Und es war nicht zu übersehen, das sich die beiden recht nah standen.
Vilkas saß wie erstarrt auf seinem Stuhl als es das las. Akki in den Armen eines anderen? Das konnte nicht sein. Aber warum sollte Vorstag ihn anlügen? Dafür gab es keinen Grund. Hatte er sie möglicherweise mit einer anderen verwechselt? Das kam ihn auch unwahrscheinlich vor. Vilkas wusste nicht was er denken sollte. Er saß lange auf dem Stuhl und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Als der Hunger sich bemerkbar machte begab er sich hinaus in die Gaststube. Egal was geschehen war. Er musste etwas essen. Er setzte sich an einem der Tische und bestellte sich etwas zu essen und einen Met. Es dauerte nicht lange, da tauchte plötzlich Mikkael auf. „Darf ich mich zu euch setzten? Ihr seht aus als könntet ihr jemanden zum Reden gebrauchen.“ Vilkas sagte nichts. Mikkael nahm das als Zeichen der Einverständnis und setze sich zu ihm. Er gab Sadris eine Zeichen ihm dasselbe wie Vilkas zu bringen. Vorsichtig fragte Mikkael Vilkas aus. Dieser war es nicht mehr gewohnt Met zu trinken und nachdem halben Becher erzählter er bereitwillig, was ihm die letzten Monate widerfahren war. Innerlich begann Mikkael zu lachen. Ihm war eine Idee gekommen, wie er sich an Akkirah rächen konnte, auch wenn sie er wahrscheinlich nie erfahren würde. Aber ihren Mann eines auszuwischen, der obendrein der Bruder des Mannes war, der ihm seine Zukunft versaut hatte, würde ihn doch sehr freuen.
Nachdem Mikkael damals Weißlauf verlassen hatte, war nach Einsamkeit gegangen, wo er hoffte, das man ihm im Tempel helfen konnte. Der Bruch wuchs zwar relativ schnell zusammen, aber leider schief. Man versuchte die Nase erneut zu brechen aber das verbesserte nichts und es wurde noch schlimmer. Damit konnte er seinen Beruf als Barde nicht mehr nachkommen und konnte nichts mehr verdienen. Er ging nach Windhelm, als seine Nase wieder einigermaßen aussah. Immerhin sah er weiterhin ganz passable aus, wie er fand und die Frauen schienen es auch so zu sehen. Es gelang ihm einige dazu zu bewegen sich ihm anzuschließen und nach Solstheim zu fahren. Dort würden sie gutes Geld verdienen können, wenn sie sich um die Seeleute kümmerten und ihnen in den Nächten Gesellschaft leisten würden. Mikkael würde auf sie aufpassen, das ihnen nichts geschah. Und so gelangte er mit einigen Mädchen nach Solstheim. Er traf eine Übereinkunft mit Sadris, der es erlaubte, das seine Mädchen regelmäßig die Seeleute empfingen. Da sich die einheimischen Frauen auf so was nicht einließen sagte Sadris nicht nein. Immerhin kamen dadurch mehr Gäste in seinen Gasthof. Man einigte sich darauf das die Mädchen sich mit Mikkael hauptsächlich im hinteren Bereich der Taverne aufhielten und so die Einheimischen, die vorbei kamen im vorderen Bereich nicht störten oder belästigten. Die Übereinkunft war sowohl für Mikkael als auch für Sadris recht einträglich. Nur für die Mädchen nicht unbedingt, denn sie verdienten nicht das was sie erwartet hatten, da sie einen Großteil an Mikkael für ihren Schutz und Sadris für die Zimmer abgeben mussten. Trotzdem gelang es Mikkael, noch ein paar mehr Mädchen aufzutreiben. Immerhin konnte er immer noch recht charmant sein und die unbedarften Frauen um den Finger wickeln. Und wenn sie merkten, das Mikkael es nicht ernst mit ihnen meinte, war es meist zu spät und sie ergaben sich ihrem Schicksal, denn hier in Rabenfels gab es nichts wo sie sonst hin konnten. Und eine Rückfahrt nach Windhelm oder Einsamkeit, konnten sie sich meist nicht leisten.
Zwischenzeitlich hatte Vilkas zwei Becher Met getrunken und war nicht mehr so wirklich Herr seiner Sinne. Mikkael erkannte aber das es fürs ein vorhaben nicht ausreichen würde. Er entschuldigte sich daher kurz bei Vilkas und sagte er würde gleich zurückkommen mit deinem weiteren Becher Met. Vilkas nickte nur und sagte nichts. Schnell verschwand Mikkael kurz in seinem Zimmer und holte ein kleines Fläschchen hervor. Dann begab er sich in eines der Nebenzimmer wo seine Mädchen sich die zeit vertreiben wenn sie nichts besseres zu tun hatten „Meena, kommt mal her, ich habe eine Aufgabe für euch. Ihr werdet euch gründlich um den Mann kümmern, mit dem ich am Tisch sitze. Nehmt etwas von dem Lavendelöl und tut es euch in die Haare. Bindet sie auch so zusammen.“ Er zeigte ihr wie er sich es vorstellte. Meena nickte. Dann kommt in einer viertel Stunde gemeinsam mit Lizah zu uns. Lizah soll sich zu mir setzten.“ Wieder nickte Meena und verschwand um das zu tun was Mikkael angeordnet hatte.
Dieser begab sich wieder in den Schankraum, holte zwei Met von Sadris, wobei er unauffällig in einen der Becher ein paar Tropfen von der Flüssigkeit aus dem Fläschchen tat und setze sich zu Vilkas und reichte ihm den präparierten Becher, Kommt lasst und vergessen was uns die Frauen angetan haben und trinkt. Vilkas nahm den Becher und trank ihn zur Hälfte leer. Irgendwie war ihm im Moment alles egal. Akkirah in den Armen eines anderen? Immer wieder spukte das Bild durchs einen Kopf. Ein anderer Mann würde seine Kinder den Armen halten und sehen wie sie wuchsen. Wie konnte sie ihm das nur antun? Eine Träne lief ihm die Wange hinab. Er wischte sie schnell weg.plötzlich tauchten zwei Frauen auf. Die eine setzte sich sofort zu Mikkael auf den Schoß, die andere nahm einen Stuhl und setzte sich neben Vilkas. „Hey, wer wird denn so ein Trauriges Gesicht machen, wenn sich zwei so nette Mädels, wie wir es sind zu euch gesellen?“ Sie legte ihren Arm um Vilkas. Das gefiel ihm gar nicht, aber er wollte nun auch keinen Stress machen. Das Mädchen nahm seinen Becher und führte ihn ihm an den Mund. Kommt, trinkt noch etwas, das wird euch muntermachen, mein Freund. Mikkael prostete ihm Fröhlich zu. „Nun kommt schon, seid doch kein Narr, solch Gelegenheit kommt bestimmt so schnell nicht wieder.“ Vilkas leerte den Rest des Bechers. Die Fremde Frau schmiegte sich dichte an ihm. Er versuchte sie vorsichtig vor zu schieben, aber es gelang ihm nicht. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr. Er hätte nicht so viel Met und das auch noch so schnell trinken sollen. Er Versuchte aufzustehen und zu sagen, das er sich schlafen begeben wollte. Die Worte kamen nur lallend aus seinem Mund und das Mädchen fing ihn auf, bevor er umkippte. „Ich bringe euch zu Bett, mein Freund.“ Sie griff ihm unter die Arme und brachte ihn zu ihrem Zimmer. Dort legte sie ihn aufs Bett und fing an ihn zu entkleiden. Als sie ihm das Hemd ausziehen wollte schrak sie zurück. So etwas entstelltes hatte sie noch nie gesehen. Sie musste sich zusammen nehmen um ihn weiter zu entkleiden. Das Hemd ließ sie ihm, denn auch für sie gab es Grenzen des Erträglichen. Sie merkte, das Vilkas sich innerlich gegen ihre Berührungen wehrte, aber sein Körper gehorchte ihm nicht und tat eher das Gegenteil.
Als Vilkas am folgenden Morgen erwachte hatte er das Gefühl eine Herde Mammuts tobte durchs einen Kopf. Was war geschehen? Wo war er? Er roch Lavendelöl. Seine Arm hatte er um die Frau neben sich gelegt, die mit dem Rücken zu ihm lag. Er war noch immer etwas benommen, als er mit seiner Hand über ihren Körper fuhr. Akki, mein Herz? Wie kommt ihr hierher? Der Duft von Lavendel war stärker als er es in Erinnerung hatte. Auch war der Körper unter seiner Hand fülliger: Aber das lag sicherlich daran, das Akki nach der Geburt ein wenig zugelegt hatte. So was kam ja oft vor. Plötzlich erstarrte er. Wo war die Narbe, die Mercer ihr zugefügt hatte? Die konnte nicht einfach verschwinden. Plötzlich war Vilkas hellwach und richtete sich auf, ohne Rücksicht auf die Mammuts in seinem Kopf zu nehmen. Die Frau neben sich wachte durch die Bewegung auf: „Kommt, bleibt noch etwas liegen, der Tag hat noch nicht angefangen.“ Sie drehte sich zu ihm um. Vilkas war entsetzt. Es war nicht Akki. Er kannte diese Frau nicht. Wie von einer kleinen Frostbissspinne gebissen sprang er aus dem Bett und suchte sich seine Rüstung, die auf dem Boden lag und zog sie an. Die Frau stand auf und kam auf ihn zu und wollte seine Hand ergreifen. Er stieß sie zur Seite. „Rührt mich nicht an“, fuhr er sie an. Dann zog er sich weiter an und verließ fluchtartig das Zimmer. Meena schaute ihm kopfschüttelnd nach, sagte aber nichts weiter. Sie hatte ihre Aufgabe getan und damit war es für sie erledigt.
Vilkas lief in sein Zimmer und ließ sich dort aufs Bett fallen. Was hatte er nur getan? Wie konnte er sich mit irgendeiner wildfremden Frau einlassen und mit ihr das Bett teilen? Das würde Akki ihm nie verzeihen und er wusste, das er es ihr nie verheimlichen konnte, sollten sie wieder zusammen kommen. Er vergrub sein Gesicht im Kissen und schluchzte. Warum war er nicht mit der Blauen Seepferdchen untergegangen? Warum war es ihm gelungen von dem verdammten Piratenschiff zu fliehen? Warum lebte er immer noch? Warum konnte er nicht einfach tot sein? Mit diesen Gedanken schlief er wieder ein und erwachte erst nachdem die Sonne schon lange aufgegangen war.
Und auch da musste er daran danken was er alles falsch gemacht hatte. Was würden die kleinen Zwillinge von so einem Vater halten? Würden sie ihn verachten, wie er es gerade selbst tat? Er wurde durch ein Klopfen an seine Tür aus den Gedanken gerissen. Wer mochte das sein? Glovers Stimmer erklang vor der Tür. „Hey, Vilkas, wo bleibt ihr? Das Boot ist bereit zur Abfahrt und wartet nur noch auf euch.“
'Verdammt', fluchte Vilkas vor sich hin, 'war es schon so spät?' Er riss sich zusammen. „Ich komme gleich Glover. Ich hatte gestern wohl etwas zu viel Met getrunken.“ Er konnte spüren wie Glover vor der Tür grinste. So schnell es sein Kopf zuließ suchte Vilkas seine Sachen zusammen die er für die Reise brauchte. Er hatte Glover versprochen sich um sein Problem zu kümmern, also würde er es auch machen. Danach hatte er Zeit genug sich um Miraak zu kümmern und was dann kam stand in den Sternen.
Leicht wackelig auf den Beinen verließ er das Zimmer. Glover grinste ihn an. „Man sollte wissen, wann man aufhören muss.“ Vilkas schwieg und folgte dem Schmied einfach nur, der vorging. Unten am Hafen fanden sie den Fischer, einen hellhaarigen Dunmer, der Vilkas zu dem Versteck des Diebes bringen sollte. Es war schon recht alt und machte nicht den Eindruck, als wäre er zum Reden aufgelegt. Das kam Vilkas sehr entgegen, denn auch ihm war nicht danach. Vilkas verabschiedete sich von Glover und dann machte der Fischer das Boot los. Der Höflichkeit halber fragte Vilkas den Mann nach dem Namen und stellte sich selbst vor. „Nennt mich einfach Bran, mehr müsst ihr nicht wissen.“ Vilkas nickte und dann fuhren sie auch schon los.
Die Fahrt in die Norden verlief ohne Zwischenfälle. Bran und Vilkas wechselten sich mit dem Rudern ab. Sie bleiben immer in der Nähe der Küste, machten aber nur einmal unterwegs halt um frisches Wasser aufzunehmen. Die ganze Zeit über wechselten sie kaum ein Wort mehr, als wie nötig war. Ihr Zielort war etwas südlich von einem kleinem Lager mit Riecklingen Nahe der Bürstenrückenhöhle. Von hier an musste Vilkas zu Fuß gehen. Bran würde hier warten . Vilkas schlich sich an den sonderbaren kleinen Wesen vorbei und begann den Berg hinauf zu steigen. Er war froh die neue Rüstung zu haben, den sie hielt ihn warm. Er braucht vier stunden für den Aufstieg. Bran hatte ihm in weiser Voraussicht einen Beutel mit Vorräten mitgegeben. So beschloss Vilkas, bevor er die Höhle, in der sich Esmond Tyne, wie der Dieb hieß, aufhalten sollte erst noch etwas zu Essen. Als er fertig war schlich er in die Höhle und sah sich um. Er musste nicht lange suchen. Unterhalb eines Riecklingdorfes in der Höhle auf einer Eisscholle, sah er einen Toten liegen. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um den gesuchten Dieb. Vorsichtig, um nicht von den Bewohnern der Höhle bemerkt zu werden schlich sich Vilkas an den verunglückten Mann ran und durchsuchte ihn. Tatsächlich fand er bei ihm die gestohlenen Papiere mit den Aufzeichnungen, die Glover benötigte. Dazu noch ein paar wertvoll Edelsteine, die ihn die nächste Zeit über Wasser halten würden. So unauffällig wie er die Höhle betreten hatte verschwand er auch wieder. Der Weg hinunter ging etwas schneller und so erreichte er Brans Boot am späten Nachmittag und die beiden machten sich wieder schweigend auf den Rückweg.

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Sunday, May 12th 2013, 2:13pm

088 Ein weiterer Aufbruch nach Solstheim

Als Akkirah die Methalle betrat, wurde sie von der ungeduldigen Tilma empfangen. „Kindchen, was ist los? Wo ist Vilkas?“ Sie sah blass aus. Farkas und Vilkas waren über die Jahre für sie wie eigene Kinder gewesen, die sie großgezogen hatte. Auch wenn sie es nie sagte, fühlte sie doch so.
Akkirah seufzte: „Ich weiß es nicht. Er ist verschwunden. Aber ich werde ihn wiederfinden, darauf habt ihr mein Wort.“
Nach diesen Worten ließ Akkirah Tilma stehen und ging hinunter in ihre Gemächer. Sie wollte etwas alleine sein. Sie legte die Kinder in ihr Bett und setzte sich zu ihnen auf einen Stuhl. „Euer Vater lebt noch. Ich weiß es und gemeinsam werden wir ihn finden.“ Die Kleinen waren schon längst wieder eingeschlafen. Akkirah bleib noch lange an ihrem Bett sitzen und sah sie an. Sie schrak zusammen als es an der Tür leise Klopfte.
„Darf ich reinkommen?“ Es war die Stimme von Aela.
Akkirah nickte, dann fiel ihr ein das Aela das ja gar nicht sehen konnte und sagte leise, „Kommt herein.“
Aela setzte sich aufs Bett und Sah Akkirah an. „Ihr seht blass aus Schwester. Geht es euch nicht gut?“
„Doch es ist in Ordnung. Ich habe nur Angst wegen Vilkas. Ich weiß das er lebt, aber ich weiß nicht wo und wie es ihm geht.“
Aela nahm Akki in die Arme. „Wenn er lebt werden wir ihn schon finden.“
Akkirah sah Aela an. „Ich werde mich selbst auf die Suche machen.“
„Das könnt ihr nicht machen, denkt an die Kinder. Ihr könnt sie nicht zurücklassen und mitnehmen wäre viel zu gefährlich.“
„Aela, ich muss ihn selbst suchen und ich werde die Kinder mitnehmen. Es wird ihnen nichts passieren, da bin ich mir sicher. Niemand wir mich davon abhalten können.“
Aela seufzte. Sie kannte Akki. Wenn sie sich in etwas verrannt hatte, konnte niemand, außer Vilkas sie noch umstimmen. Und Vilkas war nicht hier.
„Dann werde ich euch begleiten.“
„Nein, Schwester, das geht nicht. Ihr und Farkas müsst in Jorrvaskr bleiben und für die Gefährten da sein. Ich weiß das ihr es zu Kodlaks Zeiten nie wolltet. Er wusste es auch, daher hat er mich vorübergehend zum Herold bestimmt. Aber ich kann dieser Aufgabe einfach nicht mehr gerecht werden. Ihr dagegen habt euch in den letzten Jahren zu einer guten Führerin gewandelt. Ihr werdet ein guter Herold sein, denn ihr habt gute Leute an eurer Seite, die euch beraten und helfen können.“
Aela schwieg. Sie wusste nicht was sie dazu sagen sollte.
„Glaubt mir Schwester, das ist keine spontane Eingebung von mir. Es ist etwas das mir in den letzten Wochen immer bewusster wurde. Ich bin Mutter und Ehefrau. Nebenbei weiß ich immer noch nicht so recht, was es mit dem Drachenblut auf sich hat. Ich kann mich nicht gleichzeitig um meine persönlichen Angelegenheiten kümmern und Herold der Gefährten sein. Irgendwas würde auf der Strecke bleiben und egal was es ist, es wäre nicht gut. Jetzt jedenfalls ist für mich meine eigenen Familie am Wichtigsten und das heißt ich muss Vilkas finden. Und er soll wissen, das sowohl ich als auch die Kinder zu ihm gehören. Könnt ihr das verstehen?“
Aela nickte langsam. Sie spürte das Akkirah recht hatte. „Wann wollt ihr es den anderen sagen?“
„Ich werde es morgen nach dem Frühstück bekannt geben, wenn ihr damit einverstanden seid.“
„Gut, dann soll es so sein“, sagte Aela ernst. Sie spürte, das Akkirah innerlich immer noch etwas zerrissen war, was ihre Entscheidung anging. Dann stand sie auf und nahm Akkirah in die Arme. „Ihr macht das richtige, Schwester.“ Dann verließ sie das zimmer und ließ Akkirah wieder alleine.
Akkirah ging zum Nachtisch und nahm das alte Tagebuch von Kodlak und lass was der alte Herold geschrieben hatte. Er hatte alle gekannt und genau beschrieben. Seine Worte und Gedanken zu lesen beruhigte Akkirah ein wenig. Dann legte sich sich schlafen.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ließ Akkirah alle Anwesenden versammeln. Farkas und Charlotta waren auch mit dabei. Tornar war bei Mila geblieben. Ihre eigenen Zwillinge lagen in ihrem Korb und waren etwas unruhig, aber schrien nicht. Lana hatte sich zu ihnen gesetzt und versuchte sie etwas abzulenken, damit sie auch weiterhin ruhig blieben.
„Ich will es kurz machen“, begann Akkirah etwas zögerlich. „Ich werde von meinen Posten als Herold zurücktreten. Ich kann dieser Aufgabe einfach nicht mehr gerecht werden und daher ist es besser, wenn jemand anderes die Aufgabe übernimmt. Und das wird Aela sein. Ich selbst werde mich auf die Suche nach Vilkas begeben, mit den Kindern.“ Die umstehenden Gefährten schwiegen.
Akkirah standen Tränen in den Augen als sie das sagte. Aela stellte sich zu ihr und legte ihren Arm um sie.
„Ich danke euch für da Vertrauen, Schwester, das ihr mir die Gefährten anvertrauen wollt und ich werde mein bestes Geben, damit es hier so weitergeht, wie Kodlak oder ihr es gewünscht habt. Ihr werdet hier immer euer zuhause haben, das wisst ihr. Und wenn ihr Hilfe braucht wird hier sicher jeder sofort bereit sein, euch zur Seite zu stehen.“
Akkirah schluckte bevor sie wieder was sagte: „Athis, Nerena“, sie sah die beiden Dunkelelfen an. „Würdet ihr mich nach Solstheim begleiten? Da der größte Teil der dortigen Bevölkerung aus eurem Volk besteht, könnte es einfacher sein, wenn ihr mir helft. Sowie ich mitbekommen habe, sind gerade die Dunmer in Rabenfels, Fremden besonders misstrauisch gegenüber.“
„Es ist mir eine Ehre, an eurer Seite zu stehen, Akkirah“, antwortete Athis.
„Auch ich komme gerne mit“, sagte Nerena mit ihrer leisen Stimme.
Aela nickte zustimmend. „Wisst ihr schon wann ihr aufbrechen wollt?“
„Am liebsten sofort, aber es müssen noch Vorbereitungen getroffen werden. Schließlich kommen die Kinder mit, und es muss dafür gesorgt sein, das sie gut versorgt werden können.“
„Ich denke damit ist das wichtigste gesagt und wir können uns wieder unseren normalen Arbeiten widmen“ konnte man Aela vernehmen.
„Akki, Farkas, Athis und Nerena, wir sollten uns dann gemeinsam besprechen, wie und wann ihr aufbrecht.“
„Lasst und dazu ins Besprechungszimmer gehen. Charlotta, ihr kommt bitte auch mit.“
Die Fünf gingen hinunter, während sich die anderen nach und nach zurück zogen. Einige hatten schon lange damit gerechnet, das Akkirah irgendwann zurücktreten würde, für andere kam es überraschend. Aber sie wussten alle, es war die richtige Entscheidung.
Nachdem sich die Fünf im Besprechungszimmer versammelt hatten, wandte sich Akkirah an Athis und Nerena. „Würdet ihr so bald es geht nach Windhelm aufbrechen und euch nach einem passenden Schiff umsehen?“ Die beiden angesprochenen nickten.
„Es muss möglich sein einen Hund und die zwei Ziegen mitzunehmen. Für die Tieren brauchen wir natürlich eine entsprechende Unterkunft und ausreichend Heu und Stroh.“
„Ihr wollt also wirklich die Kinder mitnehmen?“, fragte Charlotta. „Ihr wisst das ihr sie auch bei uns lassen könnt. Es würde ihnen an nichts fehlen.“
„Ich weiß, Schwester, aber sie gehören zu ihrer Mutter“, Akkirah schwieg kurz, „und ihrem Vater. Daher werden sie mitkommen.“
Charlotta gab es auf weitere Versuche zu starten, Akkirah davon zu überzeugen, die Kinder zurück zu lassen. Farkas schwieg. Er wäre am liebsten selbst mitgefahren, aber er wusste, er hatte jetzt hier Verantwortung zu tragen und sich um seine eigenen Familie zu kümmern und für die Gefährten da zu sein, was ihm immer noch schwer fiel, da es kaum zu seiner eigentlich oftmals unbedachten, stürmischen Art passte.
„Wir reiten noch heute Nachmittag los und sehen zu, ein passendes Schiff zu finden.“ Athis sah Nerena an, die ihm zustimmend zunickte.
„Wollt ihr nicht Lana wegen der Zwillinge mitnehmen?“, fragte Aela dann plötzlich.
„Ich hatte es erst auch überlegt, aber nein, denn erstens würde sie unglücklich sein, von ihrem Bruder getrennt zu werden, auch wenn sie sehr an den Kleinen hängt und zweitens, braucht Tilma sie hier dringender. Ich befürchte, das ihr die Nachricht von Vilkas verschwinden doch sehr Nahe gegangen ist. Schließlich sind er und ihr Farkas, so etwas wie Kinder für sie. Und in ihrem Alter kann das einem schon sehr mitnehmen. Daher muss Lana hier bleiben.“
Wieder nickten die Anwesenden zustimmend.
„Damit sollte das wichtigste geklärt sein. Ich werden anfangen Sachen zu packen und sobald hier alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, nach Windhelm folgen.“
Akkirah wandte sich noch mal an Athis und Nerena: „Fragt bitte auf dem Frostdistelhof nach, ob sie vorübergehend bis das Schiff gefunden und auslaufbereit ist, die Ziegen bei sich unterbringen können. Von dort aus sollten es kein Problem sein, sie mit einem Ruderboot zum Schiff zu transportieren.“
„Wir kümemrn und darum.“ sagte Nerena ernst.
Dann verließen die beiden Dunmer den Besprechungsraum. Bevor auch die anderen drei gingen hielt Akkirah sie zurück. „Aela, als Herold stehen euch diese Gemächer zu. Farkas und Charlotta, euch bitte ich unsere Habseligkeiten ins Brisenheim zu bringen, sobald ich aufgebrochen bin. Was dort nicht in die Schränke oder Kisten passt, stapelt erst mal im Schlafzimmer. Wir werden schon später dafür einen ordentlichen Platz finden. Soviel Sachen haben wir hier ja eh nicht untergebracht.“
„Ihr müsst hier nicht raus, Schwester.“
„Doch Aela. Spätestens wenn die Zwillinge größer werden brauchen wir eh mehr platz und dann wären wir eh umgezogen. Und das hier sind nun mal die Gemächer des Herolds und damit eure.“
Aela sagte nichts weiter.
„Ich denke das war es denn nun erst mal.“
Gemeinsam gingen sie nach oben. Oben nahm Akkirah Lana die Zwillinge ab um mit ihnen wieder hinunter zu gehen und sie zu stillen. Für zwei drei kleine Zwischenmahlzeiten reichte ihre eigenen Milch immer so gerade. Und sowohl Danica als auch Acadia rieten ihr so lange es ging die Kinder richtig zu stillen. Etwas besseres konnten die kleinen nicht bekommen. Alles andere war halt immer nur ein unumgänglicher Ersatz. Nach der Mahlzeit schliefen die Kleinen zufrieden in Akkirahs Armen ein.
Am Nachmittag ging Akkirah mit den Kindern und Streuner hinunter zu den Ställen. „Meine Güte, die beiden werden ja Täglich größer, scheint mir“, begrüßte Skulvar sie.
„Und Schwerer“, erwiderte Akkirah lachend. „Bald brauche ich einen kleinen Wagen um sie zu transportieren und nicht mehr den Korb.“ na ich befürchte ihr werdet eher eine lange Leine brauchen wenn sie erst anfangen herumzukrabbeln.“
Akkirah musste lachen. „Ja, lange wird es nicht mehr dauern, befürchte ich.“
„Fiinja habe ich heute morgen mit den anderen auf die Außenkoppel bringen lassen. Sie brauchte mal etwas Bewegung. Ich hoffe, das war in eurem Sinne und ihr seid nun nicht umsonst runter gekommen.“
„Das mit der Außenkoppel war eine gute Idee. Und nein, ich bin wegen etwas anderem hier. Ich weiß nicht ob Athis und Nerena schon was gesagt haben, als sie vorhin hier waren.“
„Sie haben sich nur den Schecken von Vilkas genommen und sind dann recht schnell davon geritten. Und da ich gerade eine Ladung Stroh erhalten habe, die abgeladen werden musste. Hatte ich auch nicht so viel Zeit mit ihnen zu sprechen.“
„Nun, ich brauche für übermorgen eine Kutsche. Ich will mit den Zwillingen nach Solstheim reisen. Viel Gepäck werden wir nicht dabei haben, aber die beiden Ziegen müssen mitfahren. Habt ihr da einen passenden Wagen? Denn den ganzen Weg nach Windhelm zu laufen, das überstehen die Tiere nicht und ich will auch nicht drei Wochen unterwegs sein.“
Skulvar fragte lieber nicht, warum Akkirah mit den Kindern fort wollte. Früher oder später würden es ihm schon jemand sagen. Er dachte kurz nach. „Der Wagen auf den die letzten Strohballen noch liegen, würde gehen. Man muss ihn hinten nur dicht machen und wenn man die Tiere anbindet sollte es kein Problem sein. Vorne auf dem Kutschbock sollte genug platz sein für Jorar, euch und den Korb mit den Kindern. Das Gepäck kann hinten noch mit unter gebracht werden.“
Dann werde ich mit den kleinen Übermorgen eine stunde nach Sonnenaufgang da sein.“
Skulvar nickte.
Akkirah verabschiedete sich von dem Stallmeister und ging wieder hinauf nach Jorrvaskr. Hier begann sie langsam alles notwendige für die Fahrt zusammen zu suchen. Für sich selbst brauchte sie nicht viel, aber für die Kinder musste sie etwas mehr mitnehmen.
Der nächste Tag verlief recht ruhig. Es hatte mal wieder zu regnen angefangen und so blieb Akkirah die meiste zeit in der Methalle oder auf der Terrasse beim Übungsplatz.von Torvar und Ria hatte sie sich am Frühen morgen verabschiedet, da die beiden Richtung Markarth loszogen. Jahn, Rick und Varis waren noch in Morthal unterwegs und würden wohl erst in vier tagen zurück kommen. Damit war es wieder mal recht leer in der großen halle. Darüber war Akkirah aber nicht unglücklich. So hatte sie etwas mehr Zeit für sich und die Kinder und konnte ihren Gedanken einfach nachhängen.
Am nächsten Morgen war Akkirah sehr Früh auf. Sie stillte erst die Kinder, dann fing sie an die Sachen die sie mitnehmen wollte nach oben zu bringen. Es waren zwei nicht gerade kleine Kisten. Ihren guten Bogen und den Einhänder aus Ebenerz hatte sie auf die Kisten gelegt. Sie trug ihre Wolfsrüstung das erste mal seit Wochen wieder. Sonst war sie meist in einer einfachen leichten Lederrüstung unterwegs gewesen. Für die Fahr auf dem Schiff hatte sie die Lederrüstung aber auch eingepackt.
Tilma hatte Frühstück gemacht. Alle Anwesenden hatten sich an der großen Tafel versammelt. Aela wirkte recht ernst, lächelte aber trotzdem. Vignar und Brill unterhielten sich wie meist, Farkas saß zwischen Charlotta und Mila. Tornar lag wie die Zwillinge von Akkirah in seinem Körbchen auf der Bank an der Seite. Tilma und Lana saßen neben Aela. Tilma sah recht blass aus. Sie wirkte noch älter als sonst.
Nach dem Frühstück verabschiedete sich Akkirah von den Meisten. Tilma brach beim Abschied in Tränen aus. Akkirah versuchte sie so gut es ging zu trösten und versprach ihr, gesund mit Vilkas und den Kleinen zurück zu kommen. Aela nahm Akkirah zum Abschied in den Arm und wünschte ihr alles Gute. Dann legte sie ihren Arm um Tilma um diese zu trösten. So eine Geste hätte vor Jahren niemand von Aela erwartet. Akkirah musste lächeln. Nur Farkas, Charlotta und Lana würden mit zu den Ställen kommen. Farkas trug die beiden Kisten, währen Lana die Ziegen an einem Seil hinab führte. Streuner tobte freudig um die Gruppe herum. Er spürte, das es endlich mal wieder auf Reisen ging. Mila ging mit Tornar nach Hause.
Unten an den Ställen zog sich die Verabschiedung dann noch mal hin. Nachdem das Gepäck und die Tiere verlanden waren, nahmen Charlotta und Farkas Akki fest in die Arme. Lana fiel es schwer sich von den Zwillingen zu trennen und Frogar, der es nicht nicht hatte nehmen lassen, bei den Ställen zu sein, verlangte von Akkirah, so schnell es ging mit Vilkas zurück zu kommen. Schließlich hatte Vilkas dem Jungen versprochen ihm im Umgang mit einem Zweihänder zu unterrichten und das konnte kein anderen machen. So wie er es sagte brachte es alle zum Lachen. Akkirah nickte und nutzte dann den Augenblick um Jorar ein Zeichen zu geben, das sie nun losfahren konnten.
Da sie häufiger wegen der Kinder Pausen machten, brauchten sie vier Tage um nach Windhelm zu kommen. Sie wurden dort schon von Nerena und Athis erwartet. Die gute Nachricht hatten. Schon am nächsten morgen könnte ein Konvoi nach Solstheim in See stechen. Man hatte nur noch auf sie gewartet, ansonsten wäre man schon gestern abgefahren.
Das war mehr als Akkirah erwartet hatte. Während sich Jorar ums Pferd und um die beiden Ziegen kümmerte, brachten die anderen schon mal das Gepäck von Akkirah an Bord der Schwarzen Seemöwe. Die Seemöwe war drauf eingerichtet Passagiere mit zu nehmen. Daher bekam sie und die beiden Dunmer zwei Kabinen unter dem Achterdeck. Vor dem Aufbau hatte man einen Ferch für die beiden Ziegen errichtet und das Futter und Stroh wurde im Lagerraum gebracht. Als sich Akkirah eingerichtet hatte, ließ sie die Zwillinge in der Obhut von Nerana auf dem Schiff und ging mit Athis zu den Ställen um die Ziegen zu holen. Sie verabschiedeten sich von Jorar, der den Wallach von Vilkas am nächsten morgen mit zurück nehmen würde. Und gingen dann wieder in die Stadt um zum Hafen zu gelangen.Normal hatten Tiere in der Stadt nichts zu suchen, Selbst Hunde wurden nur ungern gesehen aber die Wachen machten eine Ausnahme und ließen Athis und Akkirah mit den beiden Ziegen und Streuner, der sie begleitet hatte, passieren.
Am nächsten Morgen legten die beiden Schiffe dann im Morgengrauen ab. Akkirah stand am Bug und sah den Sonnenaufgang an. Die Kinder hatte sie in der Kabine gelassen. Sie schliefen tief und fest, da sie gerade gestillt worden waren. Sie hoffte auf gutes Wetter damit die Ziegen keine Angst bekamen und damit möglicherweise keine Milch mehr gaben. Je weiter sie sich vom Festland entfernten desto unwohler fühlte sich Akkirah plötzlich. So beschloss sie zurück in die Kabine zu gehen und sich hin zu legen. Aber auch hier wurde es nicht besser. Ihr wurde so schlecht, das sie Nerena, die sich zu ihr gesellt hatte, um einen Eimer bat und sich dann erst einmal ordentlich übergab. Auch danach ging es ihr nicht besser. Sie schien zu den zu gehören, die schnell an Seekrankheit litten. Und das in der schlimmsten Form. Die überfahrt wurde so für sie zu einer Qual. Sie verbrachte die meiste zeit in der Kabine im Bett. Essen konnte sie kaum bei sich behalten, aber Nerena und Athis zwangen sie immer wieder etwas zu sich zu nehmen. Akkirah ging es so schlecht, das sie es kaum schaffte sich selbst um die Zwillinge zu kümmern, diese Arbeit nahm ihr Nerena ab. Akkirah war froh sich dafür entschieden zu haben Athis und Nerena mitzunehmen. Nach einer Woche wollte Akki am liebsten nur noch sterben. Ihre Milch versiegte und so blieb Nerena nichts anderes übrig als Die Kinder nur noch mit der Milch der Ziegen zu füttern. Akkirah begann sich Vorwürfe zu machen. War es wirklich eine gute Idee gewesen loszufahren?
Den Zwillingen schien es nichts auszumachen, sie waren Putzmunter und Nerena hatte das Gefühl sie würden jeden Tag größer werden. Erst als sich die Seereise dem Ende näherte fing es an Akkirah wieder besser zu gehen und sie musste sich nicht mehr ständig übergeben. Recht blass, etliche Kilo abgenommen und etwas wackelig auf den Beinen konnte sie dann aber beim Einlaufen am frühen Nachmittag in Rabenfels an der Reling stehen. Nerena und Athis standen mit den Kindern in den Armen neben ihr und Streuner Belle vor Freude, bald wieder Land unter den Füssen zu haben.

CKomet

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Friday, May 31st 2013, 10:06pm

089 Wieder zusammen

089 Wieder zusammen

Vilkas und Bran erreichten am späten Vormittag Rabenfels. Vilkas gab dem Fischer einen der Edelsteine als Lohn für die Fahrt und verabschiedete sich dann von dem Fischer. langsam ging er zum Marktplatz, um mit Glover zu sprechen und ihm die Pläne zu geben. Glover war aber gerade beschäftigt und bat Vilkas am frühen Nachmittag wieder zu kommen. Dieser nickte und begab sich zum Spuckenden Netch hinüber. Geldis freute sich seinen Gast wieder zu sehen. Vilkas gab dem Wirt einen der Edelsteine als Bezahlung für den nächsten Monat für das Zimmer, denn zog er sich erst mal etwas auf sein Zimmer zurück.
Er hatte viel Zeit die letzten Tage gehabt nachzudenken, was er als nächstes tun sollte. Er war innerlich ziemlich zerrissen. Immer wieder sah er vor seinem Augen Akki in den Armen eines anderen. Und immer wieder sagte er sich, es musste ein Missverständnis sein. Das war nicht seine Akkirah. Niemals würde sei so etwas machen. Aber hatte er selbst nicht auch von sich gedacht, das er niemals mit einer andere Frau ins Bett gehen würde? Und er hatte es getan. Er wusste immer noch nicht wie das passieren konnte, denn er erinnerte sich nur daran, mit Mikkael etwas getrunken zu haben.
Er hatte sich dann entschieden, er würde um Akki und die Kinder kämpfen. Es war seine Familie für die er alles tun würde. Weglaufen wäre der falsche Weg. Er hätte schon damals in Weißlauf bleiben sollen und nicht Hals über Kopf nach Markath gehen dürfen. Aber die Zeit ließ sich nicht zurückdrehen.
Als es an der Zeit war zu Glover zu gehen machte sich Vilkas auf den Weg. Er konnte sehen wie zwei Schiffe sich dem Hafen näherten. Glover hatte seine Arbeit für heute erledigt und beschlossen wenn Vilkas kam, den Laden für den Rest des Tages zu schließen. Er wollte in Ruhe mit Vilkas reden. Glover hoffte sehr das er ihm ein paar Auskünfte geben könnte über eine Person, die der Diebesgilde von Rifton angehörte. Er hatte lange mit sich gekämpft, ob er sich dem ihn eigentlich Fremden anvertrauen sollte. Aber wie oft kamen Leute von Himmelsrand nach Rabenfels, die die Mitglieder der Diebesgilde von Rifton kannten?
Glover bat Vilkas in seine Haus und sie setzten sich gemütlich ans Feuer. Vilkas übergab Glover die Pläne, die er zurückgeholt hatte. Dieser sah sie sich an und war sehr erfreut das nichts fehlte und alles noch lesbar war. Dann stand er auf und holte zwei Becher Met.
„Danke, das ihr die Pläne zurückgebracht habt. Ich hätte nicht damit gerechnet das ihr es alleine so schnell schaffen würdet.“
„So schwer war es glücklicherweise nicht“, antwortete Vilkas. Ich hatte Glück, das er in der Höhle unterhalb des Riecklingdorfes lag, wenn auch tot. So musste ich mich nicht mit den kleinen Wesen, die einen recht angriffslustigen Eindruck machen beschäftigen.“
Beide tranken etwas von dem Met.
„Sagt mal Vilkas“, fing Glover dann an, “Wenn ich euch recht verstanden habe, wart ihr das ein oder andere mal in Rifton in der zersplitterten Flaschen, wo ihr meinen Bruder getroffen habt, nicht war?“
Vilkas nickte und wunderte sich worauf der Schmied hinaus wollte.
„Habt ihr auch die andere Mitglieder der Gilde kennengelernt?“
„Nun, Akkirah, meine Frau und ich waren ein paar mal da unten und auch in der Zisterne, wo sich die meisten der Diebe herumtreiben, wenn sie nicht gerade auf Beutezug sind. Warum fragt ihr?“
Glover seufzte. „ Das ist eine lange und unschöne Geschichte.“ Er senkte bedrückt den Kopf.“
Vilkas sah ihn an. „Ich habe viel Zeit, wenn ihr darüber sprechen wollt, ich höre gerne zu.“
„Nun, es geht um meine Tochter. Sie weiß nicht das ich ihr Vater bin. Niemand weiß es... auch nicht mein Bruder.“
„Eure Tochter? Es gibt nur drei Frauen, wenn man Akki nicht mitrechnet in der Gilde. Vex ist zu alt und man kann gut ihre kaiserliche Herkunft erkennen, Tornilia einen Rotwadonin, bleibt also nur noch Saphir.“ Vilkas schwieg erst mal.
„Ja es ist Saphir.“ Glover trank seinen Becher Met mit einem Zug leer. Dann stand er auf und holte neuen.
„Sie und meine Frau sind gute Freundinnen gewesen, als Akki zur Gilde gehörte. Auch später habe sie sich wenn wir gemeinsam unter waren oft unterhalten. Soweit ich weiß hat sie nie über ihrer Herkunft gesprochen. Das einzige was mir bekannt ist, ist, das Brynjolf sie eines Tages beobachtet hatte, als sie versuchte jemanden die Taschen zu leeren. Nachdem sie ihre Beute hatte, lief sie Bryn in die Arme und er rekrutierte sie auf der Stelle für die Gilde.“
„Ja, das hatte Bryn mir auch so erzählt, bevor ich nach Rabenfels zog und Himmelsrand den Rücken kehrte. Ich habe Saphir, die damals gerade 18 geworden war nur einmal gesehen, aber ich wusste sofort, das sie meine Tochter war. Sie sah ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich.“
„Warum habt ihr es ihr nicht gesagt?“ fragte Vilkas.
„Ich habe ihre Mutter im Stich gelassen, als sie schwanger war und bin davon gelaufen. Ich hatte Angst, das Saphir mir deshalb vorwürfe machen würde.“
„Aber warum seid ihr nicht bei ihrer Mutter geblieben?“
„Ich war damals noch sehr jung. Ich wurde als Kundschafter losgeschickt um eine passende Stelle für einen Überfall auf eine Handelskarawane auszukundschaften. Nachdem ich eine Stelle gefunden hatte machte ich mich auf den Rückweg zum Treffpunkt mit den anderen. Die waren noch nicht da, also beschloss ich in einer nahegelegenen Scheune eines Schweinebauern, wo er sein Futter lagerte zu übernachten, da es zu regnen begonnen hatte. Am nächsten morgen wurde ich von einer Frau überrascht, die etwas aus der Scheune holen sollte. Saphirs Mutter. Ich stand im ersten Moment nur da und wusste nicht was ich sagen sollte. Ich habe mich auf der Stelle in Dorine verliebt. Und sie sich in mich. Statt mich fortzujagen, sagte sie ich solle warten, sie würde mir etwas zu Essen bringen, denn ich sähe recht hungrig aus. Und statt zu gehen, nachdem sie fort war um das Brot zu holen und mich zu meinen Freunden zu begeben, blieb ich in der Scheune und wartete auf sie. Wir blieben fast ein Jahr lang zusammen und hatten auch geheiratet. Dann erzählte sie mir, das sie Schwanger sei. Ich bekam es plötzlich mit der Angst zu tun. Noch nie zuvor war ich so lange an einem Ort gewesen. Als Dieb war ich immer unterwegs gewesen. Ich dachte über die Zukunft nach und ich konnte mir einfach nicht vorstellen als Knecht auf einem Hof zu enden. Also lief ich ohne ein Wort zu sagen davon. Zurück zur Gilde konnte ich nicht, da man dort wie ich von meinem Bruder erfahren hatte noch immer recht sauer war, weil ich einfach verschwunden war und ihnen so die Beute der Handelskarawane durch die Lappen gegangen war. Ich lernen einen Schmied kennen, der mit seinem Pferdekarren unterwegs war um in den Dörfern, wo es keinen eigenen Schmied gab, seine Dienste anzubieten. Er nahm mich in die Lehre und so lernte ich das Schmiedehandwerk. Viele Jahre zog ich gemeinsam mit ihm durch die Gegend. Ich dachte häufig an Dorine und fragte mich was aus ihr und dem Kind, geworden war. Ich hatte erfahren das sie eine Tochter bekommen hatte.
Wann immer ich etwas Gold über hatte schickte ich es Dorine um mein Gewissen etwas zu beruhigen. Mehrfach überlegte ich zu ihr zu fahren, aber ich konnte es irgendwie nicht. Was hätte ich ihr sagen sollen, warum ich davon gelaufen war? Was hätte ich meinem Kind sagen sollen? Als der alte Schmied starb beschloss ich, zu dem Hof zurück zu kehren und nach meiner Familie zu sehen. Was ich bei meiner Rückkehr vorfand ließ mich um Jahre altern. Kurz vor meinem Eintreffen musste eine Horde Banditen über den Hof hergefallen sein. Es stiegen noch leichte Rauchsäulen von den verbrannten Überresten der Gebäude auf. Die getöteten Leute des Hofs hatte man einfach liegen gelassen. Auch Dorine war unter den Toten. Es war nicht zu übersehen, das man sich an den Frauen, bevor man sie getötet hatte, vergangen hatte. Ich fand mehrere Kinderleichen. Aber Saphir, die zu dem Zeitpunkt noch keine Vierzehn war, konnte ich nicht entdecken. Ich vermutete sie wäre in dem Haus verbrannt. Ich konnte die toten nicht so liegen lassen schon gar nicht meine Dorine. Also begrub ich alle.
Als ich fertig war ging zog ich wieder mit dem Karren von Dorf zu Dorf. Gut drei Jahre später kam ich nach Rifton. Ich beschloss meinen Bruder in der zersplitterten Flasche zu besuchen, und da unten sah ich sie. Saphir, ein Ebenbild ihrer Mutter. Sie war gerade am packen, weil sie mit einem der anderen auf Tour gehen wollte. Ich schaffte es nicht ihr in die Augen zu sehen und zu sagen, wer ich war. Ich war so froh zu sehen, das sie lebte. Ich wollte sie in die Arme schließen, aber ich konnte es einfach nicht. Ich bleib nur kurz in Rifton, denn ich merkte das mein Bruder Misstrauisch wurde,weil ich zu viele Fragen wegen Saphir stelle., wobei er wohl eher dachte ich würde auf so junge Mädels stehen. Ich zog weiter nach Windhelm und hörte dort, das in Rabenfels ein neuer Schmied gesucht wurde, da der alte verstorben war.So nahm ich das nächste Schiff und landet dann hier und blieb. Aber es vergeht kaum ein Tag, wo ich mir Gedanken mache, was wohl aus Saphir geworden wäre, wenn ich nicht davon gelaufen wäre. Würde sie dann auch eine Diebin geworden sein? Hätte sie einen der Knechte zum Mann genommen und ein anständiges Leben führe können? Ich weiß nicht mal, wie sie dem Inferno auf dem Hof entkommen konnte? Konnte sie sich rechtzeitig verstecken? Musste sie Möglicherweise mit ansehen, was dort alles geschehen ist? Hat sie das aus der Bahn geworfen?“
Während des Erzählens war Glover bei seinem fünften Met angekommen. Vilkas hatte sich zurückgehalten und nippte an seinem dritten. Akkirah hatte nie etwas über die Herkunft von Saphir erzählt. Er vermutete das sie aber mehr wusste. Akki hatte ihm anvertraut, das Saphir und Vipir ein Paar waren, was nur ihr und Bryn bekannt war.
„Ich wünschte, ich könnte euch mehr sagen, aber ich kenne sie selbst kaum. Das einzige, das ich weiß ist, das sie heimlich mit einem der Männer liiert ist. Sie will nicht das jemand etwas davon erfährt. Aber sie machte einen recht zufriedenen und Glücklichen Eindruck, soweit ich das beurteilen konnte.“ Vilkas schwieg und hing kurz seinen eigenen Gedanken nach. Hatte er nicht im Prinzip das gleiche wie Glover getan? Er war auch abgehauen und den Weg des geringsten Wiederstandes gegangen. Gut die Gründe waren andere, aber im Endeffekt war er einfach gegangen, statt sich weiter den Problemen die er und Akkirah hatten zu stellen.
„Ihr solltet zurück nach Rifton gehe und mit ihr sprechen. Nichts ist wichtiger als die eigene Familie.“
„Warum seid ihr hier und nicht bei eurer Frau?“ fragte Glover plötzlich.
„Auch das ist eine lange Geschichte“, meinte Vilkas leise.
„Warum erzählt ihr sie nicht während ich uns etwas zu essen mache?“
Vilkas merkte erst jetzt, das er doch recht hungrig war. Zuletzt hatte er mit Bran heute morgen auf dem Boot etwas zum Frühstück gegessen. Während Glover etwas zu essen zubereitete, fing Vilkas an seine Geschichte zu erzählen. Auch Vilkas war nun bei seinem fünften Met angekommen. Er spürte, das Glover etwas unruhig wurde. Warum war ihm aber nicht klar. So beschloss Vilkas für heute zu Ende zu kommen und sie verabredeten, das Vilkas morgen Abend wieder vorbei kommen würde und Glover den Rest seiner Geschichte erzählte. So machte sich Vilkas auf um in sein Quartier zurück zu kehren. Glover nickte und sagte dann das er noch einen kleinen Spaziergang machen wollte. Irgendwie irritierte das Vilkas, aber er sagte nichts. Er hatte schon die letzte halbe Stunde das Gefühl, das Glover anfing etwas merkwürdig zu werden. Er konnte es nicht genau beschreiben, aber irgendwie schien Glover plötzlich etwas abwesend zu sein. Und das lag bestimmt nicht am Met. Vilkas machte sich auf den Weg hinüber zum spuckenden Netch. Es musste so gegen eine Stunde vor Mitternacht sein. Ihm kamen ein paar torkelnde Matrosen entgegen, die ihren Landgang mit einem Besuch im einzigen Gasthof von Rabenfels verbracht hatten. Die würden sich wahrscheinlich einiges von ihrem Kapitän anhören dürfen wenn sie zum Dienst erschienen.
Er betrat den Gasthof und ging die Treppen hinunter. Als er unten ankam, warf sich ihm eine Frau an den Hals. Vilkas wusste nicht was ihm geschah. Er erkannte die Frau. Es war die neben der er vor ein paar Tagen, bevor er mit Bran aufgebrochen war aufgewacht war.

Vilkas war nur Minuten zuvor im Haus von Glover verschwunden, als Akkirah, Nerena, Athis und Streuner den Markplatz betraten. Akkirah und Nerena trugen jeweils eines der Kinder und Athis hatte Streuner an die Leine genommen, denn man wusste ja nie. Hunde waren schienbar in der Stadt recht selten, denn die meisten Einwohner der Stadt machten einen Bogen um die drei Neuankömmlinge. Akkirah fühlte sich nun, wo sie wieder etwas besser, aber man konnte ihr ansehen, das sie die letzte Zeit kaum etwas bei sich behalten hatte und wenig geschlafen hatte. Sie war dünn und blass und das Tragen von Niranja strengte sie sehr an.
Bei einer der Wachen erkundigten sie sich nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Sie wurden zum Spuckenden Netch geschickt. Vor dem Gasthof wurden sie von einer Wache aufgehalten.
"Der Hund darf hier nicht mit rein."
"Wer sagt das?" fragte Akkirah ungehalten.
"Ich!"
"Nun ihr seid nicht der Wirt, also kommt der Hund mit."
Noch bevor der Dunmer etwas erwidern konnte, warf Akkirah Athis eine Blick zu und dieser nickte. Dann betraten sie das Gasthaus und ignorierten den schimpfenden Wachmann.
Im oberen Teil befand sich eine Kochstelle. Hier saßen mehrere Einheimische herum. Es war noch nicht sehr voll. Die meisten Gästen würden am späten Nachmittag oder Abend kommen. Sie sah den Mann im hinteren Teil im Schankraum nicht, aber er erkannte sie sofort als sie eintrat.

'Na wen haben wir denn da' grinste Mikkael innerlich vor sich hin. 'Das ist ja eine Überraschung.' Er wandte sich an das Mädchen das neben ihm saß. „Los hol Meena her.“
Das Mädchen sah ihn erstaunt an und wollte etwas fragen aber Mikkael kam ihr zuvor und fuhr sie scharf an. „Habt ihr was mit den Ohren, ich sagte ihr sollt Meena hole und zwar schnell.“ Die junge Frau sprang auf und lief in eines der Zimmer um Seinem Wunsch nachzukommen. Sie wusste das er ziemlich ungehalten werden konnte, wenn man nicht tat was er verlangte. Mikkael saß schon etwas länger hier und hatte zuvor gesehen wie Vilkas kam und wieder ging. Da Vilkas seinen Zweihänder nicht bei sich trug, würde er sicherlich bald zurück kommen oder zu Mindestens nicht die Stadt verlassen.
Wenige Minuten später kam sie mit Meena zurück. Mikkael sah sie an. „Ihr werdet euch gleich wieder für Vilkas fertig machen. Ihr wisst schon wie.“ Meena schluckte. „Muss ich das wirklich machen? Ihr wisst nicht wie entstellt sein Körper aussieht, den Anblick kann ich kaum ertragen ohne mich abzuwenden.“
Mikkael sah sie mit ärgerlich funkelnden Augen an. Dann nahm er seinen Goldbeutel hervor und kramte ein paar Münzen raus.“
„Das sollte als Entschädigung mehr als genug sein.“ Meena sah ihn erstaunt an. Das war mehr als wie sie sonst in zwei Wochen verdiente. Sie lächelte. „Ich denke ihr habt recht, dafür werde ich es ohne das mir allzu übel wird ertragen.“
„Gut, dann seht zu das ihr fertig werdet. Ihr werdet ihn gleich abfangen, wenn er die Treppe herab kommt. Wie ihr es anstellt ihn in euer Zimmer zu kommen überlasse ich euch.“
Die dunkelhaarige Frau stellte keinen Fragen, sondern nickte nur und begab sich zurück in ihr Zimmer um wie Mikkael es wünschte sich fertig zu machen.

Akkirah sprach unterdessen mit Geldis.
„Wir brauchen drei Zimmer. Eines für mich, meine Kinder und den Hund und je eines für meine Begleiter.“
Geldis sah Streuner misstrauisch an. „Hunde haben hier normal nichts zu suchen.“
Akkirah legte ein paar Münzen auf den Tresen. „Ich denke das sollte reichen, das er bei mir und meinen Kindern bleiben kann.“
Da nickte der Dunmer nur. „In Ordnung. Er kann bei euch bleiben.“ Er wunderte sich, was eine Nord mit zwei Dunmer an ihrer Seite hier machte. Sie schien gerade mit einem der Schiffe eingetroffen zu sein. „Darf man Fragen was euch nach Rabenfels verschlagen hat?“
Akkirah sah Geldis an und er erkannte, das sie nicht nur von der Reise erschöpft war sondern auch, das sie etwas bedrücke.
„Ich bin auf der Such nach meinem Mann. Er ist vor einiger Zeit nach Solstheim gereist, kam aber nie an. Sein Schiff soll überfallen worden sein, aber ich weiß das Vilkas noch lebt und nicht tot ist.“
Geldis sah überrascht auf, als sie Vilkas Namen nannte.
„Wie war sein Name sagte ihr eben?“ fragte er vorsichtig.
„Vilkas“, Akkirah flüsterte es fast.
„Ist er dunkelhaarig, trägt eine Tätowierung um die Augen herum und hat eine Narbe, die von der Stirn über sein linkes Auge bis auf die Wange hinunter geht?“
Akkirah sah ihn erstaunt an. Ihr Puls ging plötzlich schneller. Ihre Stimme überschlug sich vor Aufregung fast: „Ihr kennt ihn? Ihr habt ihm gesehen? Er lebt? Wo ist er? Sagt es mir, bitte“, flehte sie Geldis an.
Auch Athis und Nerena waren näher heran getreten.
„Ganz ruhig, ihr bekommt ja kaum noch Luft.“
„Dann sagt endlich was sie wissen will“, Athis wirkte etwas ungeduldig.
„ja, ich kenne den Mann. Er lebt und hat auch hier eine zimmer. Er ist gerade vor ein paar Minuten hinaus gegangen.“
„Wohin?“ Akkirah war ganz aufgeregt und wollte am liebsten sofort nach draußen stürmen um Vilkas zu suchen.
„Er hat nichts gesagt, aber er wird wohl nicht allzu weit gegangen sein, denn er hatte seine große Waffe nicht dabei. Ihr solltet euch etwas ausruhen, ihr sehr nicht gut aus und fallt mir hier sonst noch um.“
Nerena sah Akkirah an. „Er hat recht, Akki. Ihr solltet euch erst mal etwas hinlegen. Die Kinder müssen auch versorgt werden.“
„Ich werde sofort nach euch schicken lassen, wenn Vilkas zurück kommt.“
„Sagt ihm bitte nicht das ich hier bin.“
Geldis nickte. Dann zeigt er seinen neuen Gästen ihre Zimmer. Im Zimmer von Akkirah gab es zwei Betten. Athis ging los um ihr Gepäck vom Schiff zu holen, während sich Akkirah und Nerena um die Zwillinge kümmerten, die zu weinen begonnen hatten, weil ihre Windel voll waren. Als die beiden Frauen die Kinder frisch gewickelt hatten und auf das zweite Bett, das an der Wand stand gelegt hatten, begann Akkirah zu weinen. „ Er lebt“, flüsterte sie „und er ist hier.“ Nerena nahm sie in die Arme. „Ja, das ist einfach nur wundervoll. Ich freue mich so sehr für euch.“
Akkirah schluchzte in Nerenas Armen.
Diese strich ihr sanft durchs Haar. Dann führte sie sie langsam zum et hinüber. „kommt, Schwester. Ihr sollte euch ein wenig ausruhen. Ihr habt die letzten Wochen kaum geschlafen und so gut wie nichts gegessen und das sieht man euch an. Wollt ihr Vilkas so gegenübertreten?“
„Ich will nur bei ihm sein.“
„Das werdet ihr. Aber nun legt euch erst mal etwas hin. Ich hole etwas leichtes zu Essen für euch.“
Akkirah tat wie Nerena ihr geheißen hatte. Sie wäre zwar am liebsten hinaus gegangen und hätte die ganze Stadt abgesucht, aber sie spürte, das sie am Ende ihrer Kräfte war. Aber schlafen konnte sie nicht. So stand sie wieder auf und setzte sich ans Bett zu ihren Kindern. Sie wollte etwas zu den Kindern sagen, aber sie konnte nicht und fing wieder einfach an zu weinen. Kurz darauf erschien Nerena auch mit einer Schüssel Brühe. Akkirah ging setzte sich auf einen der Stühle an dem kleinen Tisch und begann zu essen. Jetzt an Land spürte sie, das sie sich nicht gleich wieder übergeben musste und die Brühe bei sich behielt. Nachdem Essen fühlte sie sich gleich viel besser. Sie ließ sich von Nerena aber trotzdem überreden sich etwas hin zulegen. Und es dauerte auch nicht lange, das schlief Akkirah auch ein. Ihr Körper brauchte die ruhe und nahm sie sich einfach. Streuner hatte sich neben ihr vor das Bett gelegt und passte wie gewohnt im Wechsel auf sie und die Kinder auf.
Nerena und Athis waren unterdessen noch mal hinaus auf den Marktplatz gegangen. Sie sahen neben dem Haus der Alchemistin, ein paar kleine Felder, die nicht alle bepflanzt waren. Die beiden Gefährten beschlossen nachzufragen, ob man für einige Zeit die beiden Ziegen, die sich noch an Bord des Schiffes mit dem sie gekommen waren befanden, dort unterbringen könnte. Sie hatten Glück. Es gab einen kleinen schon abgesperrten Bereich, in dem sie die Tiere unterbringen konnten. Für das Futter mussten sie aber selbst sorgen, denn das war Mangelware in Rabenfels, weshalb es auch kaum Haustiere gab. Durch den Ausbruch des roten Berges in Morrowind, wurde immer noch Asche nach Solstheim geschleudert, die viele Pflanzen nicht mehr wachsen ließ und es damit kaum Futter gab. Nachdem das geklärt war, holten die beiden die zwei Ziegen. Sie baten zwei der Seeleute die restlichen Heu und Strohvorräte zu der neuen Unterkunft der Tiere zu bringen, was diese für etwas Extragold, das sie dadurch verdienten gerne taten. Nerena melkte dann gleich die Tiere um für den Rest des Abends und die Nacht genug Milch für die Zwillinge zu haben.
Akkirah schlief noch fest, als Nerena das Zimmer betrat. Die Dunkelelfe strich Streuner über den Kopf, der sich nachdem er sie erkannte wieder hingelegt hatte. Vorsichtig nahm Nerena die Zwillinge nacheinander um sie zu füttern. Als sie fertig war und die beiden Kinder wieder eingeschlafen waren, setzte sich Nerena auf einen der Stühle am Tisch und las eines de Bücher, die sie im Wandregal gefunden hatte. Athis war im Schankraum und hatte sich nahe des Tresen an einen der Tische gesetzt, so das er die Treppe gut im Auge hatte, selbst aber nicht sofort gesehen wurde.
Gegen 10 Uhr wurde Akkirah wach. Sie fühlte sich schon wesentlich besser, als noch am Nachmittag. Nerena gab ihr etwas von der Ziegenmilch und einen Apfel. So gestärkt konnte sie Niranja füttern während Nerena sich um Farnir kümmerte. Als die beiden wieder in ihrem Bett lagen, beschloss Akkirah hinaus in den Schankraum zu gehen. Sie hoffte Vilkas würde bald kommen. Wo mochte er sich nur so lange herumtreiben?
Im Schankraum setzte sie sich neben Athis. Sie bestellte einen Kräutertee. Nach reden war ihr irgendwie nicht zumute. Sie hatte fürchterliche Angst, Vilkas gegenüber zu treten. Wollte er sie überhaupt sehen? Wie würde er reagiere, wenn er sie sah? Würde er sich freuen? War es ihm egal? Sie wusste nur das sie selbst ihn vermisste und bei ihm sein wollte. Es war recht voll in der Taverne. Viele der Seeleute der beide Schiffe mit denen sie gekommen waren, waren hier her gekommen und so war es recht laut. So bekam weder Akkirah noch Athis sofort mit, als Vilkas oben die Taverne betrat und die Treppe hinunter kam.
Es war Athis der Vilkas zuerst sah. Er gab Akkirah ein Zeichen und sie war wie erstarrt als sie Vilkas unten am Fuß der Treppe sah. Sie stand auf und ging im Schutz der Säulen zur Treppe. Ihre Kehle war wie zugeschnürt und sie konnte nichts sagen. Dabei wollte sie seinen Namen laut rufen. Dann sah sie wie die Frau die zuvor die ganze Zeit nahe der Treppe gesessen hatte aufstand und auf Vilkas zulief. Die Frau schlang Vilkas ihre Arme um den Hals.
„Ach, Vilkas, mein Guter, da seid ihr endlich wieder ich habe euch ja so vermisst.“
Akkirah bleib wie erstarrt stehen. Athis der ihr gefolgt war hielt neben ihr an und legte beruhigend seine Hand auf ihren Arm. Was sollte das werden? Hatte Vilkas sich einen neue Frau zugelegt? Das konnte und wollte sie nicht glauben. Akkirah sah die Frau genauer an. Sie war nicht viel älter als Akkirah , genauso klein, etwas fülliger und trug ihre dunklen Haare genau wie Akki es tat.
Vilkas hatte weder Akki noch Athis bemerkt. Er war von der Frau vollkommen überrumpelt worden und wusste erst mal nicht was mit ihm geschah. Er erkannte sie sofort. Es war die Frau, neben der er bevor er mit Bran aufgebrochen war die Nacht verbracht hatte. Er versuchte sie von sich zu schieben, aber sie hing wie eine Klette an ihm und durch die fünf Met, war Vilkas auch nicht mehr so sicher auf den Beinen.
„Vilkas mein Lieber, was seid ihr so abweisend zu mir“, fing die Frau wieder an und versuchte ihn einen Kuss auf den Mund zu geben. Vilkas gelang es nun sie von sich zu stoßen. „Verschwindet, ich will nichts mir euch zu tun haben“, konnte man ihn ungehalten sagen hören. Doch Meena ließ nicht locker. „Vilkas, mein Lieber, habt ihr etwa unsere gemeinsame Nacht vergessen? Da wart ihr alles andere als abweisend zu mir. Wir hatten sehr viel Spaß miteinander.“ Wieder versuchte sie ihn in die Arme zu nehmen und Vilkas tat sein Bestes um sie von sich fern zu halten, wobei er aber ins Stolpern geriet.
Akkirah hatte sich zwischenzeitlich wieder gefangen. Wie eine Furie stürzte sie sich auf die fremde Frau und stieß sie zur Seite. Vilkas war es nun, der wie erstarrt da stand. Er glaubte zu träumen. War das seien Akki, die da gerade diese Frau zu Seite geschubst hatte? Das konnte nicht sein, sie war hunderte von Kilometern weit fort in Weißlauf. Er musste zu viel Met getrunken haben, der nun seinen Sinnen ein Streich spielte. Ihm wurde schwindelig und er fing an zu taumeln. Akkirah sah es und wollte ihm zu Hilfe eilen, aber die fremde Frau hielt sie zurück. „ Er gehört mir. Ich war zuerst da, also verschwindet dorthin wo immer ihr auch hergekommen seid.“ Meena war recht aufgebracht. Sie hatte Angst sie würde ihren zusätzlichen Lohn nicht behalten dürfen, wenn sie nicht das tat was Mikkael verlangte. Also gab sie nicht auf. Meena stellte sich vor Akkirah und wollte sie zur Seite drängen. Aber Akkirah dachte nicht daran, auch nur einen Schritt zu weichen. Vilkas hatte diese Frau von sich gestoßen, also bedeutete sie ihm nichts. Darüber war Akkirah sehr erleichtert. Sie konnte nicht verstehen, was diese Fremde von Vilkas wollte. Sie machte nicht gerade den Eindruck, als würde sie sich zu Vil hingezogen fühlen.
"Ihr solltet verschwinden", fauchte Akkirah Meena an, die auch nicht dran dachte aufzugeben. Meena dachte, als sie Akkirah sah, das sie ein leichtes Spiel mit ihrer Kontrahentin haben würden, denn sie wirkte als würde sie jeden Moment zusammenbrechen, so blass und dünn wie sie aussah. Meena packte Akkirah am Arm um sie zur Seit zu schiebe, aber Akkirah wich ihr aus, so das Meena ins Leere griff. Akkirah nutze es um der anderen Frau einen schubs zu versetzten, damit sie gänzlich aus dem Gleichgewicht kam. Diese fing sich aber besser ab, als gedacht und trat Akkirah in die Magengegend, so das diese sich zusammen krümmte und fast zu Boden ging.
Triumphierend stand Meena vor ihr. „Verschwindet endlich.“ Aber nun kam Leben in Vilkas. Er versuchte Akkirah noch abzufangen bevor sie hinfiel. Als Meena sah, wie Vilkas Akkirah anschaute erkannte, sie das sie verloren hatte und es keine Chance für sie gab an Vilkas ran zukommen.
„Wenn ihr ihn unbedingt haben wollt, dann nehmt ihn euch“, sagte sie giftig, „Ich frage mich eh, wie man sich freiwillig so einem Mann hingeben kann, der so entstellt aussieht, das einem beim Anblick übel werden könnte.“ Nach diesen Worten drehte sie sich um und wollte gehen. Diese Worte machte Akkirah unendlich wütend und sie sammelte ihre Kräfte, befreite sich aus Vilkas Armen und sprang Meena nach. Sie packte die Frau an der Schulter, drehte sie zu sich herum und schlug ihr mit aller Macht ihre Faust ins Gesicht. Die umstehenden Gäste, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten, konnten hören, wie das Jochbein der Frau brach. Wimmernd fiel taumelte Meena zurück. „ Sagt nie wieder so etwas über Vilkas“, stieß Akkirah vor Wut schäumend aus. Aber dann verließen sie endgültig ihre Kräfte und sie sackte Bewusstlos zusammen. Wieder gelang es Vilkas sie aufzufangen bevor sie zu Boden ging. Athis sorgte dafür, das die umstehenden Abstand hielten. Eines der anderen Mädchen kümmerte sich um Meena. Mikkael, der das Ganze aus der Ferne mit angesehen hatte war wütend. Meena hatte sich zu dumm angestellt und Akkirah hatte anderes reagiert als er erwartet hatte.
Vilkas konnte es immer noch nicht fassen. Akkirah lag in seinem Armen. Aber was machte sie hier? Warum war Athis bei ihr? Was war mit den Zwillingen? Er konnte sich nicht vorstellen, das Akkirah diese alleine gelassen hatte. Und sie mitzubringen erschien ihn auch recht unwahrscheinlich. War ihnen etwas zugestoßen? Angst kam in ihm hoch. Sanft strich er ihr die Haare aus dem Gesicht.
„Mein über alles geliebtes Herz“, flüsterte er ihn ins Ohr.
Die Umstehenden zogen sich wieder zurück. Hier gab es nichts mehr zu sehen und so widmeten sie sich wieder den vorherigen Gesprächen und ihren Getränken. Athis hatte einen halben Becher Altowein geholt und reichte ihn Vilkas, der ihn dankbar zunichte. Vorsichtig versuchte Vilkas Akkirah den Wein einzuflößen. Akkirah kam langsam wieder zu sich. Sie sah dünn und blass aus, aber ihre bernsteinfarbenen Augen schienen zu strahlen, als sie ihn ansah.
„Vil“, flüsterte sie kaum hörbar. „Es tut mir leid. Bitte verzeiht mir und geht nicht wieder fort.“
Vilkas lächelte sie an. Dann führte er ihr nochmal den Becher mit den Wein an die Lippen. „ Trinkt noch etwas, damit ihr wieder etwas zu Kräften kommt, mein Herz.“
Akkirah trank etwas, wobei sie sich verschluckte und zu husten begann. „Langsam, nicht so schnell.“ Als sie den Becher geleert hatte fühlte sie sich wirklich etwas besser. Athis nahm den leeren Becher und brachte ihn zurück zum Wirt, während Vilkas sie weiter in den Armen hielt.
„Wieso seid ihr hier, mein Herz“, fragte Vilkas langsam und fügte dann noch an, „Was ist mit den Kindern?“ Akkirah spürte seine Angst. Sie richtete sich langsam auf und löste sich aus seinen Armen. Als sie stand ergriff sie seine Hand.
„Folgt mir.“
Noch etwas wackelig auf den Beinen führte Akkirah Vilkas zu ihren Zimmer. Sie öffnete die Tür und trat ein Vilkas hinter sich her ziehend. Athis folgte den beiden. Kaum hatten sie das zimmer betreten kam Streuner vor Freude wild bellend auf Vilkas zu und sprang ihn an. Vilkas verlor das Gleichgewicht und wenn Athis, der hinter ihm stand, ihn sich abgefangen hätte wäre er rückwärts hingefallen. Streuner leckte Vilkas mehrfach mit der Zunge übers Gesicht und hörte erst auf nachdem Vilkas ihm das Fell hinter den Ohren kraulte. „Kommt, mein Guter, nun reicht es aber.“ Akkirah griff dem Hund ins Nackenfell und zog ihn zurück. Streuner gehorchte und ließ von Vilkas ab und legte sich hin. Nerena trat auf Vilkas zu und begrüßte ihn.
„Vilkas, ich freue mich euch Gesund und Munter wieder zu sehen. Wir hatten uns alle großen Sorgen um euch gemacht.“ Vilkas nickte ihr zu.
„Ich denke wir lasse euch jetzt alleine“, Nerena sah Athis an der ihr zustimmte und dann verließen die beiden Dunmer das Zimmer.
Vilkas sah die Kinder auf dem Bett an der Wand liegen und ging zu ihnen hinüber. Er setzte sich Vorsicht auf den Stuhl, den Nerena neben das Bett gestellt hatte und betrachtete sie. „Sie sind ganz schön gewachsen“, flüsterte er, um die Kleinen nicht zu wecken. Am liebsten hätte er sie sofort in die Arme genommen, aber er hatte Angst, Akkirah würde etwas dagegen haben, so wie damals bevor er Jorrvaskr verließ.
Akkirah schien Vilkas Gedanken lesen zu können. Sie stellte sich neben ihn und nahm Farnir hoch. Dann legte sie ihn Vilkas in die Arme. Farnir wachte auf und wurde unruhig, aber er fing nicht an zu schreien, sondern sah Vilkas neugierig an. Akkirah hatte sich Niranja genommen, den sie wusste das die beiden es nicht mochten, wenn einer alleine im Bett blieb. Vilkas wollte den Jungen etwas an sich drücken, aber er merkte sofort, das seine Rüstung dafür ungeeignet war. Auch Akkirah erkannte es. Sie fürchtete sich etwas den Jungen Vilkas wieder aus den Armen zu nehmen, er könnte es falsch verstehen, also ließ sie es sein. Sie stand auf und legte dann auch Niranja in Vilkas Arm. Vilkas lächelte Glücklich, als er beide Kinder in den Armen hielt. Akkirah setzte sich auf das Bett der Kinder und beobachtete die drei. Wie hatte sie nur jemals glauben können, das Vilkas den Zwillingen etwas antun könnte? Er hielt die beiden so vorsichtig, als würde er rohe Eier in den Armen halten. Die Kleinen schliefen bald wieder ein. Vilkas mochte sich nicht rühren, den er wollte die beiden nicht wecken. Weder Vilkas noch Akkirah wussten wie lange sie so da saßen ohne ein Wort zu sagen. Vilkas merkte wie sein linke Arm, mit den er die Kleinen festhielt, langsam vor Anstrengung von der ungewohnten Haltung zu zittern begann. Hilfesuchend sah er Akkirah an. Dabei bemerkte er, das Akkirah sich kaum noch aufrecht halten konnte. Trotzdem stand sie auf und nahm ihm Niranja wieder ab und legte sie zurück auf das Bett. Vilkas legte Farnir vorsichtig daneben. Als beider friedlich nebeneinander schliefen, ergriff Vilkas Akkirahs Hand. „Ihr solltet euch hinlegen, mein Herz.“ Er sah sie besorgt an. „Ihr seht gar nicht gut aus.“ Er hatte die Worte gerade ausgesprochen, als Akkirah zum dritten mal in diesem Abend, okay zwischenzeitlich war es schon lange tiefste Nacht, in seinen Armen zusammen sackte. Vilkas trug sie zu ihrem Bett und legte sie dort vorsichtig hinein. Bevor er sie zudeckte zog er ihr noch die Stiefel aus. Dann setzte er sich zu ihr an den Bettrand und hielt weiterhin ihre Hand fest. Streuner gesellte sich zu ihm und legte seinen Kopf auf Vilkas Knie.

CKomet

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Saturday, June 15th 2013, 10:41pm

090 Wieder zusammen Teil 2

Vilkas saß nachdem er Akkirah zu Bett gebracht hatte die ganze Zeit unbeweglich neben ihr. Die Freude darüber, dass sie hier war ließ ihn wach bleiben. Er konnte nichts anderes tun als sie anzusehen. Hin und wieder wanderte sein Blick auch hinter sich zum anderen Bett wo die Zwillinge schliefen. Im Zimmer brannten ein paar Kerzen, daher konnte er sie gut erkennen. Was war geschehen? Warum war sie mit den Kindern und den beiden Dunmer hier? Welchen Grund konnte es haben, dass sie die beschwerliche Reise auf sich genommen hatte? War etwas in Weißlauf geschehen? Was war mit Farkas? Und Charlotta.? Er konnte sich nicht wirklich vorstellen, dass Akkirah seinetwegen hier war. Aber dann sah er wieder ihre vor Wut blitzenden Augen, als sie Meena zu Boden schlug. So etwas würde sie nicht tun, wenn es ihr nicht wirklich um jemanden ging, den sie sehr mochte.
So in Gedanken versunken saß er dann da bis in die frühen Morgenstunden. Da begannen die Zwillinge unruhig zu werden und Niranja fing an zu weinen. Vorsichtig stand Vilkas auf. Er hoffte Akkirah würde nicht aufwachen. Sie sah aus als würde sie ihren Schlaf gut gebrauchen können. Er ging zum Bett der Kinder hinüber und nahm Niranja in den Arm. Er merkte gleich wieder, dass seine Rüstung nicht sonderlich optimal war, um Kinder in den Arm zu halten und Niranja fing an noch laute zu weinen. Er fluchte innerlich vor sich hin, wenn Akkirah das merkte würde sie ihn wieder zum Teufel jagen. Er legte das Mädchen vorsichtig zurück ins Bett.
Akkirah war wach geworden als Niranja anfing zu weinen. Es war für die Kleinen die gewohnte Zeit, wo sie aufwachten und gewickelt sowie gefüttert werden wollten. Sie beobachtete Vilkas lächelnd. Dann stand sie auf und ging auch hinüber zu den dreien. Als Vilkas sie neben sich sah, wollte er sogleich zu einer Entschuldigung ansetzen, aber Akkirah legte ihm die Finger auf den Mund. „Zieht eure Rüstung aus, Vil. Und würdet ihr dann bitte etwas von der Milch aus dem Krug dort drüben in die beiden Flaschen füllen? Die zwei haben Hunger.“
Erleichtert, das Akkirah ihn nicht anschnauzte, wie er eigentlich gedacht hatte nickte er. Er legt erst mal Seine Rüstung ab. Dann füllte er etwas von der Mich in die Flaschen, wobei er darauf achtete nichts zu verschütten. Als er damit fertig war hatte Akkirah schon angefangen, die Windeln von Niranja zu wechseln. Als sie fertig war, legte sie ihm das Mädchen in den Arm. Dann gab sie ihm eine der Flaschen. Er sah sie erstaunt an. „Ihr seid ihr Vater, also solltet ihr helfen, sie satt zu bekommen.“ Vilkas Augen begann zu stahlen, während er vorsichtig dem Mädchen die Flasche gab. Er musste sie mehrfach bremsen, weil sie so hastig trank und anfing sich zu verschlucken.
Akkirah war gerade fertig mit dem Windelwechseln von Farnir, als es an der Tür leise klopfte. Mit dem Jungen im Arm ging sie zu Tür. Streuner war auch aufgesprungen und stellte sich Angriffsbereit neben Akkirah. Es war Nerena, die an der Tür stand. „Ich wollte nur schauen, ob ihr Hilfe benötigt.“ Sie war es ja gewesen die sich die letzten zwei Wochen hauptsächlich um die Kinder gekümmert hatte. Akkirah sah sie lächelnd an. „ Danke, Schwester, ich denke ihr könnt euch ruhig wieder hinlegen und noch etwas schlafen. „Vil und ich kommen klar.“ Nerena nickte lächelnd zurück und ging dann wieder zurück zu ihrem Zimmer. Akkirah ging zurück zum Bett der Kinder, auf dem Vilkas mit Niranja saß, die zufrieden in seinem Arm eingeschlafen war. Akkirah setzte sich neben ihn. Er reichte ihr die zweite Flasche, die neben ihm stand.
„Danke, Vil.“ Sie fing an Fanir zu füttern. Als auch er satt und zufrieden war, legte sie ihn wieder ins Bett zurück. Vilkas tat das gleiche mit Niranja. Dann stand er auf und wollte seine Rüstung nehmen. „Ich sollte mich auf mein Zimmer begeben und auch etwas schlafen.“
Akkirah blieb auf dem Bett sitzen und sah ihn mit gesenktem Blick traurig an. „Bitte verzeiht mir, Vil. Ich weiß nicht, was mit mir los war, aber es tut mir unendlich leid, wie ich euch behandelt und davon gejagt habe. Vil, wir brauchen euch, mehr als ihr euch vorstellen könnt. Geht nicht fort.“ Tränen begannen ihr die Wangen herab zu laufen.
Vilkas sah Akkirah an, dann legte er die Rüstung wieder hin, setzte sich zu ihr und legte einen Arm um sie und mit der anderen Hand wischte er ihr die Tränen vorsichtig weg.
„Mein über alles geliebtes Herz, nichts wünsche ich mir mehr als an eurer Seite sein zu dürfen. Nur der Gedanke euch und die Kinder doch noch mal wiedersehen zu dürfen, hat mich am Leben gehalten.“
Akkirah schlang ihre Arme um Vilkas Hals und legte ihren Kopf an seine Schulter. „Ich liebe euch, Vil.“
Vilkas vergrub sein Gesicht in ihren Haaren, die wie immer ein wenig nach Lavendel dufteten, während er seine Arme fest um sie legte und sie fest an sich drückte. Wie Glücklich könnte er sein, wenn da nicht die Geschichte mit Meena gewesen wäre, von der er selbst immer noch nicht wusste wie es überhaupt dazu kam, dass er neben dieser Frau aufwachte. Dazu kam, das er sich Sorgen wegen der anderen Gefährten und besonders seinem Bruder machte. Was war geschehen das Akkirah den Vilkas versuchte diese Gedanken beiseite zu schieben. Akkirah sollte sich lieber noch etwas hinlegen. Sie war so dünn geworden. „Mein Herz, wir sollten und zu Bett begeben.“
Akkirah nickte ohne etwas zu sagen. Vilkas hob Akkirah einfach hoch und trug sie zum Bett, wo er sie sanft hinlegte. Er zog sich seine Stiefel aus und legte zu ihr. Akkirah schlang ihre Arme um ihn. Sie erschrak über die Wärme, die von seinem Rücken ausging, die sie trotz des Hemdes spüren konnte. Zudem zuckte Vilkas etwas zusammen, als sie ihn berührte. Sofort hatte sie sich aufgerichtet und sah ihn an. „Vil, was ist los? Lasst mich euch bitte ansehen.“
Vilkas wusste, dass er sie nicht davon abhalten konnte, also zog er sein Hemd aus. Akkirah wurde noch blasser, als sie eh schon war, als sie die neuen Striemen auf seinen Rücken sah, die immer noch nicht verheilt waren und sich scheinbar entzündet hatten. Vilkas bemerkte den Schmerz kaum.
„Mein armer zerschundener Wolf, wer hat euch das angetan? Und warum habt ihr nichts unternommen damit es heilen kann?“
„Das ist eine lange Geschichte, mein Herz, und ich habe so oft es ging eine Heilsalbe drauf getan, aber ich kam halt schlecht ran.“
Akkirah sprang aus dem Bett und begab sich zu ihrem Gepäck, das sie noch nicht ausgepackt hatte, hinüber und suchte ihren Beutel mit Kräutern und Heilpflanzen. Dann mischte sie mit etwas Wasser ein paar der Pflanzen zu einem Brei zusammen und ging dann damit zurück zu Vilkas, der sich auf den Bauch legte, damit sie besser an seinen Rücken ran kam. Er biss die Zähne zusammen um nicht laut aufzustöhnen, als Akkirah ihn mit dem Gemisch einschmierte.
„Es tut mir Leid, mein Liebster, euch so zu quälen, aber es geht nicht anders.“
Als sie fertig war ließ sie ihn sein Hemd wieder anziehen, damit die Salbe nicht an der Bettdecke landete und krabbelte selbst wieder zu ihm ins Bett und schmiegte sich an ihn. Vilkas nahm sie in die Arme. „Nun schlaft mein Herz, ihr braucht euren Schlaf.“
Es dauerte nur wenige Augenblicke und Akkirah schlief ein, obwohl sie es eigentlich gar nicht wollte. Ihr Körper schien nach den letzten zwei Woche ohne erholsamen Schlaf auf dem Schiff es aber zu brauchen. Drei Stunden Später wurde sie dann wieder wach. Sie fühlte sich richtig ausgeruht. Vilkas sah sie lächelnd an. „Ihr seht schon wieder viel besser aus, mein Herz. Ihr bekommt langsam wieder etwas Farbe.“ Er gab ihr einen Kuss au die Stirn.
„Das kommt, weil ihr wieder bei mir seid.“ Sie legte ihm die Arme um den Hals und schmiegte sich fest an ihn. Vilkas nahm sie fest in seine Arme und drücke sie an sich. Nach einigen Minuten löste sie sich wieder von ihm und warf einen Blick zu den beiden Kindern rüber, die noch friedlich in dem anderen Bett schliefen. Dann setzte sie sich an den Bettrand und sah Vilkas an. „ Unsere Kleinen werden bald wieder munter werden, daher sollten wir sehen, das wir etwas zu essen bekommen.“ kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen als es n der Tür klopfte. Streuner sprang auf und behielt die Tür im Auge während Akkirah sich dorthin begab um sie zu öffnen. Vilkas stand auch auf und zog sich seine Stiefel an.
Es waren Nerena und Athis, die mit einem Tablett mit Brot, Wurst und Käse vor der Tür standen. „ Ihr habt doch bestimmt Hunger“, grinste Athis und hob ein wenig das Tablett an. „Und ich habe frische Milch für die Kleinen geholt und etwas Tee für uns.“
„Kommt rein und stellt es auf dem Tisch ab.“ Akkirah lächele die beiden an. Vilkas hingegen schaute etwas ungehalten. Er wäre lieber noch mit Akkirah alleine geblieben. Er hatte so viele Fragen, die er ihr stellen wollte und das alleine. Aber ihm war klar, das die beiden auch wissen wollten, was passiert war und wie er hierher gelangt war. Also versuchte auch er zu Lächeln. Gemeinsam mit Athis begann er den Tisch zu decken und die im Zimmer verteilten Stühle an den Tisch zu stellen, während sich Akkirah und Nerena um die beiden Kinder kümmerten. Als die beiden kleinen wieder mit sauberen Windeln und gefüllten Bäuchen in ihrem Bett lagen, machten sich die Erwachsenen über ihr Frühstück her. Vilkas und Akkirah hatten größeren Hunger als zunächst erwarte und so war das Tablett auch bald leer. Als sie alle fertig waren nahm Akkirah die Zwillinge aus dem Bett und reichte Farnir an Vilkas damit er in im Arm halten konnte während sie sich mit Niranja.
Vilkas begann dann zu erzählen, wie er von Windhelm nach Solstheim gelang und was ihm unterwegs alles passiert war. Er erzählte nicht alles im Detail, aber trotzdem war es fast Mittag als er mit seinem Bericht fertig war. Nerena hatte schon längst bemerkt, das Vilkas lieber mit Akkirah alleine war, daher stieß sie Athis anschließend an und meinte:
„Danke Vilkas. Wir sind froh das ihr das alles überstanden habt und wieder bei uns seid.“ Sie lächelte Vilkas an. „Und nun sollten wir euch alleine lassen. Athis und ich wollten uns eh in Ruhe etwas in Rabenfels umschauen.“
Als die beiden Dunmer gegangen waren, legten Vilkas und Akkirah die Kinder wieder in ihr Bett.
Dann zog Vilkas Akkirah auf das andere Bett und ließ sie sich nieder setzen. Er setzte sich neben sie. Er sah ihr tief in die Augen, dann fragte er sie: „Warum hab ihr den beschwerlichen und gefährlichen Weg gemeinsam mit den Kindern aufgenommen, um hierher zu kommen?“
Sie sah ihn an. „Weil weder ich noch Farkas glauben wollten, das ihr tot seid.“ Sie lächelte. „ihr seid übrigens Onkel geworden. Farkas und Charlotta haben einen Jungen bekommen, der Tonar heißt. Daher konnte Farkas mich nicht begleiten, denn er musste bei seiner Familie bleiben.“
„Mein Herz,“ Vilkas nahm Akkirah wieder in die Arme. „Das ist nachdem ihr nun hier seid die schönste Nachricht die ihr mir bringen konntet. Wie gerne wäre ich bei Farkas gewesen.“
„Er hätte euch auch gerne dabei gehabt, aber da wart ihr ja schon unterwegs nach Solstheim.“
nachdem sich Vilkas wieder etwas von der freudigen Nachricht gefangen hatte, fragte er weiter: „ Wie kam euer Sinneswandel zu Stande? In den letzten Briefen von Farkas stand, das ihr immer noch nichts mit mir zu tun haben wolltet und mich weiterhin ins Reich des Vergessen schicken wolltet.“
Akkirahs Augen füllten sich mit Tränen: „Ich war einfach nur ein Idiot. Ich verstehe mich selbst und mein Verhalten heute nicht mehr. Es war, als wäre ich in einem tiefen Loch gefangen und keiner konnte mich da raus holen. Alle Versuche der anderen scheiterten und irgendwann gaben die anderen auf. Ich selbst kapselte mich immer mehr in meiner eigenen Traumwelt, oder wie immer man das bezeichnen konnte ein.“ Akkirah schluchzte heftig. Vilkas nahm sie fest in die Arme. „Aber ihr habt es dann doch geschafft.“ Er küsste sie auf die Stirn.
„Ja, dank Farkas und Charlotta, die Brynjolf einen Brief schrieben und ihn baten mit mir zu sprechen. So stand Bryn dann eines Tages überraschend vor mir und hat mir ordentlich den Kopf gewaschen. Ich hatte eigentlich erwartet er würde mich verstehen und sich auf meine Seite stellen, aber das tat er nicht. Er meinte:' man sollte mich ordentlich übers Knie legen und mir meine Flausen so austreiben'. Irgendwie drang er dann in mein Innerstes vor und brachte mich wieder zur Vernunft. Ich begleitete ihn zu den Ställen, wo ich mich von ihm verabschiedete. In dem Moment kam ein Mann mit seinem Pferd aus den Ställen und sagte ein paar Worte zu mir und sah mich verachtend an. Dann verschwand er. Ich wusste nicht was ich davon halten sollte und dann sah ich euer Pferd in den Ställen stehen. Ich dachte ihr wärt zurück und bat Bryn mich noch mal in die Stadt zu begleiten, da ich etwas Angst hatte euch alleine gegenüber zu treten. Dort erfuhren wir von Farkas und Charlotta, das ihr nach Solstheim aufgebrochen wart. Ich wollte mich sofort selbst auf den Weg machen, aber die anderen haben mich zurück gehalten. Die Zwillingen waren für so eine Strapaze noch zu jung und zurücklassen wollte ich sie nicht. Also haben sich Ria und Torvar angeboten, euch nachzureisen. Als sie in Solstheim ankamen, erfuhren sie das euer Schiff nie angekommen war. Es wurden Trümmer gefunden aber keinen überlebenden. Sie suchten noch mal die Küste ab aber sie fanden euch nicht. So kehrten sie dann zurück und überbrachten Farkas und mir die traurige Nachricht, das ihr wohl nach Sorvengarde gegangen seid. Weder Farkas noch ich wollten glauben das ihr nicht mehr am Leben sein solltet. Diesmal war mir alles egal. Ich wollte das die Kinder dabei sind, wenn wir euch finden. Sie sind schließlich ein Teil von euch. Also brach ich in Begleitung von Nerena und Athis auf um euch weiter zu suchen. Leider bekam mir die überfahrt überhaupt nicht und ich lag fast die ganze Zeit in meiner Kabine und habe alles was ich versucht habe zu mir zu nehmen, gleich wieder erbrochen. Ich war so froh unsere Freunde bei mir zu haben, die sich in der Zeit um die Kinder gekümmert haben, denn ich war dazu nicht in der Lage. Und so sind wir dann hier angekommen.“
Akkirah konnte ihre Tränen nicht mehr zurück halten. „Ich bin so froh wieder bei euch zu sein und will euch nie wieder verlassen oder fortschicken.“
„Ich werde euch und die Kleinen nicht wieder freiwillig verlassen, das verspreche ich euch mein Herz.“ Lange Zeit saßen sie schweigend Arm in Arm da, bis sich die Zwillinge bemerkbar machten.
„Bei Ysimir, die beiden können einen ja ganz schön auf Trab halten, mein Herz.“ Vilkas und Akkirah standen gemeinsam auf und gingen zu den kleinen hinüber.Während Akkirah den Kindern wieder mal die Windeln wechselte, füllte Vilkas wieder die Fläschchen der beiden mit Milch voll.
Als die Kinder versorgt waren, beschlossen Akkirah und Vilkas gemeinsam mit den Kleinen und Streuner, der auch langsam mal raus musste, in die Stadt zu gehen. Sie wollten auf dem Markt eine Kleinigkeit essen, denn auch sie hatten wieder Hunger bekommen. Und Vilkas wollte Akkirah Glover vorstellen. Er sagte ihr nichts davon, das Glover der Vater ihrer Freundin war, das musste Glover selbst machen. Vilkas zog sich seine Rüstung wieder an, denn auch Akkirah hatte beschlossen ihre Wolfsrüstung zu tragen. Als er so angekleidet da stand, betrachtete ihn Akkirah von oben bis unten. „Die Rüstung steht euch gut, mein Wolf. Wo habt ihr die her? So etwas habe ich noch nie gesehen.“ „Ihr werdet den Mann, der sie angefertigt hat nachher kennenlernen. Ich denke er wird euch gefallen.“ Akkirah lächelte. Dann verließen sie jeder mit einem der Zwillinge in den Armen den Gasthof, der um diese Zeit noch recht leer war. Als sie draußen waren bemerkte Akkirah den leichten Ruß in der Luft. Das war ihr gestern gar nicht so aufgefallen. Naja gestern hatte sie eh fast nichts mitbekommen, da sie mit ihren Gedanken ganz wo anders war.
Vilkas führte sie zum Marktplatz.
„Gibt es hier einen Alchemisten?“, fragte Akkirah plötzlich. „Ich würde gerne meine Heilkräuter wieder auffüllen.“ Vilkas nickte führte sie zu Milore Lenth. Während sie über den gut besuchten Marktplatz schritten wurden sie von den meisten an gestaunt. Kinder waren hier etwas extrem seltenes. Die hier beheimaten Dunmer waren von Natur aus schon nicht sonderlich fruchtbar, aber durch den Ausbruch des Roten Berges war es noch schlimmer geworden. Und das sie nun gleich zwei Kinder auf einen Haufen sehen konnten, erschien ihnen fast wie ein Wunder. Akkirah hatte, obwohl sie Niranja trug, an die Leine genommen. Sie fürchtet der Hund könne jemanden aus versehen angreifen, weil er sein Rudel als bedroht ansah. Aber die Leute hielten respektvoll Abstand. Nur eine Frau kam direkt auf sie zu und zeigte keine Angst vor dem knurrenden Hund.
Es war die Heilerin Aphia Velothi, die Vilkas bevor er zum Nördlichen Teil der Insel mit Bran gefahren war, wegen seines Rücken aufgesucht hatte.
„Hallo“, sagte sie. „Was machen die Wunden auf eurem Rücken?“ Es war Akkirah die antwortete: „Sie sehen schlimm aus. Ich habe gestern einen Mixtur aus Blauen Bergblumen, Schmetterlingsflügeln und Koboldschemel angefertigt und ihn damit behandelt.“ Die Heilerin sah Akkirah an. „Ihr seid bewandert in Heilkunde?“
„Ein wenig, um die schlimmsten Wunden behandeln zu können.“
„Würdet ihr mich nachher noch mal aufsuchen? Ich würde mir das gerne noch mal anschauen, weil normalerweise sollte, es nicht mehr so schlimm sein, nachdem es mit meiner Salbe behandelt wurde, selbst wenn es danach nicht regelmäßig Aufgetragen wurde.“
Akkirah sah Vilkas an. Und er nickte. Sie verabredeten, das sie in ungefähr zwei Stunden bei der Heilerin sein würden. Dann gingen sie weiter zu Milores Stand.
„Sagt,“ begrüßte die Alchemistin Akkirah, „seid ihr diejenige, die eine von Mikkaels Frauen gestern mal gezeigt hat, das man sich nicht einfach an fremde Männer heran macht?“
Akkirah wusste nicht was sie sagen sollte, daher nickte sie nur. Allerdings erstaunte sie der Name Mikkael. Irgendwie kam er ihr bekannt vor. Und was hieß, die Frau, die sie niedergeschlagen hatte wäre eine seiner Frauen gewesen?
„Das habt ihr gut gemacht. Elitia hatte mal versucht Garyn, meinen Mann zu verführen. Aber er ist zu seinem Glück nicht drauf eingegangen.“
Vilkas wurde rot, denn er war neben Meena aufgewacht. Auch wenn er immer noch nicht wusste wie das passieren konnte.
„Aber ich denke das ihr nicht zum Plaudern hierher gekommen seid, Was kann ich für euch tun?“
Akkirah dachte kurz nach bevor sie antwortete. „Ich bräuchte ein paar Heilpflanzen und Zutaten. Habt ihr Schmetterlingsflügel und Koboldschemel?“
„Wartet einen Moment ich muss nachschauen, ob ich noch drinnen Schmetterlingsflügel habe. Die sind hier recht selten. Ihr meint die gelben, nehme ich an?“
Akkirah nickte. Milore verschwand in Haus und kam einige zeit später wieder heraus. „Tu mir leid, aber die Flügel sind leider ausgegangen.“
„Dann nehme ich nur von den Pilzen. Fünf Stück sollten ausreichend sein.“
Milore wickelte die Pilze in altes Papier und reichte sie Akkirah. Sollte ich in den nächsten tagen neue Schmetterlingsflügel organisieren können, gebe ich euch Bescheid.“ Sie Alchemistin lächelte. „Ich nehme an ihr werdet ein paar Tage im Spuckenden Netch verweilen?“
„Ich danke euch. Und ja ich denke wir bleiben dort.“
Akkirah die Niranja an Vilkas gegeben hatte, nahm ihren Rucksack, den sie bei sich trug, da sie wegen der Kinder immer frische Tücher dabei hatte, und legte die Pilze mit hinein.
„Und was machen wir jetzt?“ Fragte Vilkas. „Was möchtet ihr als nächstes machen?“
Akkirah sah sich um. „Lasst uns etwas den Weg dort hoch gehen? Ich würde gerne wissen ob, dort ein Bach ist, wo ich nachher vielleicht die dreckigen Windeln der Kinder reinigen kann.“
Vilkas nickte und so gingen sie an den alten zerfallene Häusern entlang. Gleich dahin war ein kleines Rinnsal, das man nicht als Bach bezeichnen konnte, aber er hatte klares Wasser und war für Akkirahs Zwecke vollkommen ausreichend. Hier draußen durfte Streunen auch ohne Leine herum rennen, was er auch ausgiebig tat. Sie setzten sich etwas an das Rinnsal und genossen die bleiche Sonne, die sich durch die Aschewolke kämpfte die vom Festland herüberzog.
Nach einer Weile fragte Akkirah plötzlich: „Wie kam es das ihr euch mit dieser Meena eingelassen habt?“ Sie sah ihn dabei ernst an.
Vilkas überlegte etwas bevor er antwortete: „Ich weiß es nicht, mein Herz.“ Er sah sie traurig an. „Ich wünschte es wäre nie geschehen. Das einige woran ich mich erinnere ist, das ich einen Brief von Vorstag gelesen hatte, meinem Freund, der euch die Nachricht brachte, das ich nach Solstheim fuhr, überbrachte. Ich wusste nicht was ich davon halten sollte und habe dann wohl etwas zu viel getrunken. Mikkael, mit dem ich mich unterhalten hatte ließ einen neuen Met kommen. Dann gesellten sich zwei Frauen zu uns. Ich trank meinen Becher aus und von da an kann ich mich an nichts mehr erinnern und wachte am nächsten Morgen neben Meena auf.“ Vilkas sah sie flehend an. „Bitte denkt nicht, das ich euch absichtlich betrogen habe.“
Mikkael, das war wieder dieser Kerl. Dann fiel es ihr ein. 'Natürlich, der Barde, der Charlotta aufdringlich nachgestellt hatte und dem Farkas hinterher eine Lektion gegeben hatte. Dieses miese Schwein, dachte sie. So wollte er sich also rächen. Na wartet, wenn ich euch in die Finger bekomme, kratze ich euch die Augen aus.'
Akkirah legte ihre Arme um Vilkas, zog ihn vorsichtig an sich und küsste ihn. „Ich weiß das ihr reingelegt wurdet.“
Nun war es an Vilkas erstaunt zu sein. „Wie kommt ihr darauf?“
„Farkas hat ihn in der Beflaggten Mähre ordentlich verprügelt, nachdem er versucht hat Charlotta und mir zu nahe zu treten. Und ich vermute, das er euch sofort erkannt hat und wusste, das ihr mein Mann seid.“
Nun war es Vilkas, der wütend wurde. „Dieser Mistkerl. Der kann was erleben, wenn ich noch mal treffe.“ Er sprang auch und erschreckte dabei die Kleinen die zwischen ihnen lagen. Niranja fing sofort an zu weinen und Farnir stimmte mit ein. Sofort beruhigte ich Vilkas wieder. „Ich wollte sie nicht erschrecken.“ „Ich weiß mein wilder Wolf“, sie sah ihn lächelnd an während sie gleichzeitig versuchte die Kinder zu beruhigen. Sie drückte Niranja Vilkas in den Arm, während sie sie Farnir hochnahm. Nach ein paar Minuten lachen die Kleinen wieder.
„Wolltet ihr mich nicht noch jemanden vorstellen?“ fragte Akkirah dann.
„Ja, lasst uns zurück in die Stadt gehen“, Vilkas war froh das Akkirah nicht böse auf ihn war.
Langsam gingen sie zurück. Als sie die ersten bewohnten Häuser erreichten nahm Akkirah Streuner wieder sicherheitshalber an die Leine. Vilkas führte Akkirah zur Schmiede, die sich nahe am Marktplatz befand. Glover sah sie nicht kommen, da er an der Schmiede stand und ein Schwert in die Glut hielt, um er zu erhitzen. Als sie näherkamen, entdeckte Akkirah sofort das Zeichen neben der Haustür. „Jemand aus der Diebesgilde?“, fragte Akkirah flüsternd und erstaunt. Vilkas nickte.
„Von ihm habe ich die Rüstung erhalten.“
Als sich Glover umdrehte, staunte er nicht schlecht, als er Vilkas mit einem Kind auf dem Arm und einer Frau an seiner Seite sah. "Hallo Vilkas, mein Freund, wartet ich komme gleich zu euch", begrüßte er Vilkas, nachdem er sich von der Überraschung erholt hatte. Akkirah und Vilkas waren am Rand der Überdachung stehen geblieben, da es in der Nähe der Schmiede sehr heiß war. Er legte das Schwert, das er in Bearbeitung hatte einfach zur Seite und kam auf die beiden zu.
"Ihr überrascht mich immer wieder, mein Freund. Gestern Abend erzähltet ihr noch, das eure Frau, weit fort von hier ist und nichts mehr von euch wissen will, und heute steht sie neben euch", er grinste und wandte sich Akkirah zu. "Ich nehme jedenfalls an, dass ihr seine Frau seid, der Beschreibung nach, die Vilkas von euch gemacht hat und so glücklich wie er drein schaut."
"Ja das bin ich." Akkirah lächelte und sie hatte das Gefühl, sein Gesicht käme ihr bekannt vor.
Glover wollte sich ihr nähern, um ihr die Hand zu reichen, aber Streuner, stellte sein Nackenfell auf und begann bedrohlich zu knurren. Akkirah sprach beruhigend auf das Tier ein und gab dem Hund die Anweisung sich zu setzen. Trotzdem behielt Streunen den Fremden im Auge, jederzeit bereit ihm an die Kehle zu springen.
„Wollt ihr nicht reinkommen? Dann können wir uns in Ruhe unterhalten.“ Glover sah Akkirah und Vilkas fragend an. Vilkas wollte gerade nicken, als Akkirah den Kopf schüttelte.
„Zu einer anderen Zeit gerne, aber wir müssen gleich noch zu Aphia Velothi wegen der Wunden auf Vilkas Rücken, die nicht richtig verheilen wollen.“
„Dann kommt doch heute Abend zum Essen“, er warf einen Blick auf den Hund, der ihn immer noch wachsam beobachtete. „Das Tier könnt ihr auch mitbringen, für den Hund wird sicherlich genug abfallen, auch wenn er mich scheinbar nicht mag.“ Glover lachte.
„Wir kommen gerne vorbei. Und dann erzählen wir euch den Rest der Geschichte. Und ihr werdet sicherlich auch ein paar Fragen an Akki haben“, antwortete Vilkas lächelnd.
So machten sich Akkirah und Vilkas mit den Kindern und Streuner auf den Weg zu Aphia Velothi, die Nahe an der Kaserne und Stadtmauer mit ihrem Mann lebte. Dort angekommen konnten sie die Kinder auf eine Liege legen. Streuner legte sich davor und würde jeden sofort anfallen der sich ihnen ungefragt näherte. Vilkas musste ich indessen seiner Rüstung entledigen. Sein Rücken sah immer noch schlimm aus, aber die Salbe die Akkirah verwendet hatte, zeigte erste Anzeichen der Besserung.
Aphia sah sich das Gründlich an. „ich verstehe es nicht. Selbst wenn ihr nicht regelmäßig die Salbe angewandt haben solltet, wovon ich ausgehe, hätte es besser verheilt sein müssen. Habt ihr irgendwelche Drogen genommen, die Wundheilung verhindern? Etwas das euch half zu vergessen, oder zu betäuben?“
Vilkas schüttelte den Kopf. „Nein ich habe nichts dergleichen genommen.“
„Warte2, sagte Akkirah da. „Ihr sagtet mir ihr konntet euch nachdem ihr mit Mikkael gemeinsam etwas getrunken habt plötzlich an nichts mehr erinnern. Ich Wetter der Kerl hat euch etwas in den Met gegeben, damit ihr alles um euch herum vergesst und Willenlos werdet.“
Aphia dachte nach. „ Ja das wäre eine Erklärung. Nur leider wohl kaum noch nach zu weisen. Aber nun sieht es aus als würde es wirklich heilen. Die Mischung die ihr da verwendet habt solltet ihr weiterhin verwenden. Dann dürfte die Entzündung in wenigen Tagen Vergangenheit sein.“
Akkirah und Vilkas waren früh das zu hören. Sie bedanken sich noch mal bei Aphia und gingen dann zurück zum Gasthof.
Dort angekommen erwartete sie eine erneute Überraschung.