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CKomet

Chefziege

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Montag, 1. Oktober 2012, 01:44

Geschichte von Elizah

Ich hatte gerade mal weider meine drolligen fünf Minuten und da ich gerade an der anderen Geschichte pausiere mal etwas neues ;)

Titel ändere ich vielleicht noch, sollte mir noch was besseres einfallen ;)

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Elizah erwachte mitten in der Nacht. Irgendwas war passiert. Sie konnte es spüren, aber was? Sie brauchte etwas um zu sich zu kommen und sich zu orientieren. Sie lag nicht in ihrem eigenen Bett, sondern auf einem provisorisch aus Strohsäcken zusammengebauten Lager. Sie war bei Erina, einer guten Freundin, die sie besucht hatte. sie wohnte einen halben Tagesmarsch von dem Hof von Elizahs Eltern entfernt. Sie sahen sich in letzter Zeit selten, da Erina dabei war sich auf ihre Hochzeit vorzubereiten. Erina war fast 18, Elizah ein Jahr älter. Erina war schon ganz aufgeregt wegen ihrer bevorstehenden Heirat. Elizah konnte nur mit dem Kopf schütteln. Wahrscheinlich lag es daran, das Elizah sich immer für recht hässlich gehalten hatte. Als kleines Kind war sie von einem Skeever angefallen worden, der ihr die rechte Gesichtshälfte böser zerkratzt hatte. Im Laufe der Jahre wurden die narben zwar schwächer, aber Elizah fühlte sich weiterhin recht unansehnlich.
Trotzdem freute sie sich für ihre Freundin, denn sie wusste, das Erina Jorlan schon seid sie ein kleines Mädchen war, angehimmelt hatte. Jorlan hatte vor nicht allzu langer Zeit den Hof seiner Eltern übernommen. Seine Mutter war vor einigen Jahren verstorben und sein Vater konnte sich kaum noch bewegen und brauchte Pflege. Erina kümmerte, sich schon seit längerer Zeit, wann immer sie konnte, um den alten Herrn um ihren Schwarm nahe zu sein. Und im Frühjahr hatte er sie endlich gefragt, ob sie nicht seine Frau werden wolle, was sie nur zu gerne tat. Da auch Erinas Eltern nichts dagegen einzuwenden hatten, wurde sie Hochzeit für den Herbst festgelegt, wo sie volljährig werden würde.
Wie die Zeit doch verflogen war. In den Sommermonaten waren sie beiden Freundinnen meist gemeinsam oben in den Bergen gewesen, wo sie die Ziegen ihrer Familien gehütet hatten. Jorlan, Fargo, Erinas älterer Bruder oder ihr eigener Bruder Matti kamen dann mir Vorräten zu der kleinen Hütte hoch, wo sie in der Zeit nächtigten. Es war eine unbeschwerte schöne Zeit gewesen, die nun langsam endete.
Elizah dachte darüber nach, wie es wohl sein würde, wenn sie endlich in die Lehre bei dem Schmied in Rifton gehen würde. Es war ein weiter Weg dorthin, fast am anderen Ende von Himmelsreich, so kam es ihr vor. Aber er war der einzige, der sie als Lehrling nehmen wollte. Die anderen hatte entweder schon welche, oder ihre Söhne und Töchter würden ihre Schmieden übernehmen. Sie selbst war schon immer fasziniert davon, was man herstellen konnte. Wann immer sie konnte las sie Bücher über die Schmiedekünste besonders die der Drewmer hatte es ihr angetan, aber von dem Wissen war viel verloren gegangen. Glücklicherweise hatte ihre Eltern ihr Lesen schon Schreiben beigebracht, was nicht selbstverständlich war. Auch bestanden sie nicht darauf, dass sie eine der Bauernsöhne in der Umgebung, wie es an sich üblich war, heiraten musste. Und da sie und Erina oft alleine oben in den bergen waren, hatte sie schon frühzeitig den Umgang mit den Bogen erlernt, um wilde Tiere von ihrer Ziegenherde fernzuhalten.
Ab dem nächsten Jahr würde dann wohl Elizahs kleine Geschwister, die Zwillinge Rikkah und Arron die Ziegen hüten. So langsam löste sich damit ihre Familie auf. Ihr großer Bruder Matti war schon vor zwei Jahren weggegangen. Er hatte sich den Sturmmänteln angeschlossen, weil sein bester Freund auch dorthin gegangen war. Darüber waren ihre Eltern nicht sonderlich begeistert und es kam zu einem ziemlichen Streit zwischen Matti du ihrem Vater, der bis heute nicht beigelegt wurde. So würde nun wohl Arron den Hof später übernehmen.
Aber warum lag sie nun wach hier? Was verursachte ihre Unruhe? Am liebsten wäre sie sofort aufgestanden und hätte sich auf den Weg nach Hause gemacht. So etwas war ihr noch nie passiert. Erina schlief friedlich neben ihr in ihrem Bett. Elizah drehte sich um und versuchte wieder ein zu schlafen. Sie wusste, dass sie jetzt nicht aufbrechen konnte. Im Dunkeln war der Weg zu gefährlich. Aber sie schlief nicht wieder ein. Es kam wie eine Ewigkeit vor, bis die Sonne aufging und alle anderen auch wach wurden und aufstanden. Sie wollte die anderen nicht mit ihrem, wie sie dachte schlechten träumen belasten, also tat sie als wäre nichts gewesen.
Nach dem gemeinsamen Frühstück mit Erinas Familie brach sie dann auf. Sie fiel ihrer Freundin noch mal um den Hals und sagte spätestens zu ihrer Hochzeit würde sie wieder da sein. Fargo bestand darauf Elizah zu begleiten. Sie war alles andere als begeistert davon, denn sie wusste dass er sie wieder fragen würde, ob sie nicht doch hier bleiben würde um ihn zu heiraten. Sie hatte ihm mehr als einmal zu verstehen gegeben, dass sie ihn als Freund mochte, aber mehr nicht und daran würde sich auch nichts ändern. Sie wollte fortgehen.
Fargo wunderte sich, weil Elizah so ein flottes Tempo anschlug. Sonst ließ sie sich immer Zeit und blieb hier stehen und schaute dort, ob sie nicht noch die eine oder andere Pflanze fand. Denn auch die Alchemie hatte es ihr angetan. Das schien sie von ihrer Mutter geerbt zu haben.
Kurz nach Mittag sahen sie den Hof am Hang liegen. Aber etwas schien nicht zu stimmen. Sie sahen niemanden draußen arbeiten. Es wirkte alles wie ausgestorben. Nur die Ziegen in ihrem Gehege liefen herum, und die Hühner. Das Wetter war schön, also würde eigentlich ihre Großmutter draußen auf der Bank sitzen. Ihre Mutter würde wohl Essen vorbereiten. Aber die Zwillinge hätten herumtoben müssen und ihr Vater sollte beim mähen des Weizen sein. Das ungute Gefühl, das sie seit der Nacht kaum verlassen hatte verstärkte sich wieder. Sie begann zu laufen. Fargo folgte ihr so schnell er konnte.
Als Elizah die Haustür ereichte und sie öffnete, wich sie nachdem sie einen Blick ins Haus geworfen hatte sofort entsetzt zurück und wäre zu Boden gegangen hätte Fargo der hinter ihr war sie nicht aufgefangen hätte. Überall im haus war Blut. Die Leichen ihrer Eltern lagen auf dem Boden vor dem Kamin. Es herrschte ein wildes durcheinander, da einen heftigen Kampf gegeben haben musste. Neben ihren Eltern lag ein merkwürdiger schwarzer toter Hund auf dem Boden. Wie im Trance betrat Elizah dann das haus. Fargo wollte sie davon abhalten, aber sie riss sich los. Fargo musste sich bei dem Anblick, der sich bot erst mal übergeben. Elizah ging zuerst in das Zimmer ihrer Geschwister. Nur Arron lag in seinem Bett, Rickah war nicht da. Aber auch hier war überall Blut und der Junge war bleich und tot. Sie ging weiter in das Nebenzimmer, in dem ihrer Großmutter wohnte. Wie sie es schaffte wusste sie nicht. Ihre Großmutter schien noch zu leben, aber sie war mehr tot als lebendig.
„Elizah, mein Kind“ flüsterte die alte Frau. „Ihr müsst alles hier verbrennen. Nichts darf überbleiben. Es waren Vampire.“ Als sie die letzten Worte gesprochen hatte erlosch auch ihr Leben. Elizah stand wie erstarrt da. Vampire? Das waren doch immer nur Ammenmärchen gewesen. Aber ihre Großmutter würde in den letzten Sekunden ihres Lebens bestimmt keine Geschichten erzählen. Das wäre nicht ihre Art gewesen.
Langsam taumelte Elizah raus aus dem Haus. Fargo hatte sich wieder gefangen und schämte sich dafür, dass er nicht an ihr Seite geblieben war. „Sie sind alle tot“, Bleich stand Elizah da. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Es kam ihr alles unwirklich vor. Müsste sie nicht eigentlich jetzt zusammenklappen und in Tränen ausbrechen? Aber das tat sie nicht. Sie fing an Holz zu sammeln und im Haus zu verteilen. Fargo sah sie kopfschüttelnd an. „Was macht ihr da? Wäre es nicht richtiger Gräber auszuheben? Oder besser noch ins Dorf zu gehen und Hilfe herzuholen, damit das Getan werden kann?“
Elizah schüttelte den Kopf: „Es waren Vampire. Wir müssen alles verbrennen, damit meine Familie nicht möglicherweise wieder aufersteht.“ „Vampire?“ Elizah nickte mechanisch und machte weiter mit dem Holzsammeln. Als sie der Meinung war genug zusammen zu haben ging sie in das Alchemiezimmer ihrer Mutter und begann ein paar Öle zusammen zu mischen die extrem brennbar waren. Damit übergoss sie im ganzen Haus das aufgeschichtete Holz sowie die Leichen ihrer Familie. Dann zündete sie es an.
Es war in der zwischen zeit Abend geworden. Das Feuer erleuchtete den Himmel hell. Es dauerte nicht lange, da kamen die ersten Bewohner des Dorfes angelaufen, die das Feuer gesehen hatten. Immer noch wusste Elizah nicht was sie denken und fühlen sollte. Irgendwie kam sie sich leer vor. Aber sie konnte noch immer nicht weinen. Fargo war ihr auch keine Hilfe. Der junge Mann war auch immer noch von dem Anblick der sich ihm geboten hatte geschockt. Als die Dörfler herbeikamen wollte sie als erstes Versuchen das Feuer zu löschen.
Elizah hinderte sie nicht daran. Sie wusste das es unmöglich sein würde das Gemisch, das sie zubereitet hatte zu löschen. Ihre Tante, die im Dorf wohnte, war mit den anderen gekommen. Sie versuchte Elizah dazu zu bewegen zu erzählen was denn passiert war. Aber sie bekam ein Wort aus ihr heraus.
Es war schließlich Fargo, der versuchte zu erklären was passiert sein musste. Die anwesenden waren entsetzt als sie das hörten. Vampire? In Himmelsrand? Unmöglich. Die beiden jungen Menschen mussten unter Schock stehen, um so etwas zu glauben. Da hier nichts mehr zu retten war, nahm man die beiden mit hinunter ins Dorf. Im Hause ihrer Tante bekamen sie erst mal etwas stark alkoholisches zu trinken. Danach sollten sie sich hinlegen. Am Morgen würde man dann hoffentlich herausbekommen, was wirklich geschehen war. Elizahs Tante blieb die ganze Nacht bei den „Kindern“ wie sie die ihre Nichte und Fargo noch immer nannte.
Elizah bleib die ganze Nacht wach. Alle waren tot. Ihre Eltern, ihre Großmutter, ihr kleiner Bruder und ihre Schwester. Und sie war nicht da gewesen. Warum nur? Warum als sie nicht da war? Wieso lebte sie och während alle anderen tot waren? Plötzlich schrack sie hoch. Rickah. Ihre Leiche war nicht im Haus. Konnte es sein das sie entkommen war? Sie wollte aufstehen und zurück zum verbrannten haus gehen. Aber ihre Tante drückte sie ins Bett zurück. Elizah hatte keine Kraft sich dagegen zu sträuben. Elizah wollte etwas sagen, aber ihr kam kein Wort über die Lippen. So bleib sie wie erstarrt im Bett liegen.
Am folgenden Morgen ließ ihre Tante sie aufstehen. Elizah aß etwas von dem Brot das ihr angeboten wurde, aber es war eine rein mechanische Reaktion. Ihr Körper brauchte etwas zu essen, sie selbst wollte es nicht. Nach dem Frühstück verließ Elizah stumm das Haus. Sie wollte hinauf zu ihrem ehemaligen Heim. Ihre Tante wollte sie zurückhalten aber ihr Onkel, der sich bisher nicht eingemischt hatte, war der Meinung, wenn Elizah gehen wollte, müsse sie es tun.
So ging sie dann alleine hinauf zu dem verbrannten Hof. Sie setzte sich gegenüber der rauchende Ruine auf den Baumstamm, auf den sie und ihre Geschwister meist gemeinsam saßen, wenn sie zwischendurch während der Arbeit eine Pause gemacht hatten und eine Kleinigkeit zu gegessen hatten. Elizah senkte den Kopf. Nie wieder würden sie gemeinsam hier sitzen und lachen. Noch immer kamen ihr keine Tränen. Sie saß da und starte auf die verkohlten Überreste. Wo könnte Rickah hingelaufen sein? Sie wollte laut nach ihrer kleine Schwester rufen, aber sie konnte kein Wort rausbekommen. So bleib sie regungslos bis zum Nachmittag dort sitzen. Dann stand sie langsam auf und ging über den Hof. Ihr fiel plötzlich ein Schwert auf, das auf dem Boden lag. Was machte es hier? Es hing immer an der Wand über dem Kamin. Es hatte ihrem Großvater gehört.
Elizah nahm das Schwert in die Hand. Es war von den Elfen aus Mondstein geschmiedet worden. Es war wesendlich leichter Als Elizah dachte. Sie hatte die Klinge nie zuvor in der hand gehalten. Ihr Vater hatte es immer verboten. Als Matti es einmal genommen hatte, hatte er eine ordentliche Tracht Prügel dafür erhalten und seit dem hatten sie alle einen großen Bogen um die Waffe gemacht und sie nie wieder angefasst. Die Vampire schienen sie wohl mitgenommen zu haben, dann aber doch weggeworfen zu haben.
Die Dämmerung brach herein. Elizah wusste, das sie zurückgehen sollte. Ihr Onkel und Tante würden sie sonst hier oben suchen. Plötzlich hörte sie ein rascheln in den Büschen neben dem Ziegenpferch. Elizah nahm das alte Schwert fest in die Hand. Dann sah sie Rickah auf sie zu taumeln. Ihr Kleid war zerrissen und blutverschmiert und sie war bleich wie Schnee. Elizah wollte das Schwert schon fallen lassen und auf ihre Schwester zustürmen um sie in die Arme zu nehmen, aber dann sah sie das leicht orange farbende leuchten in den Augen. Das war nicht mehr ihre Schwester. Sie ist zu einem Vampir geworden, fuhr es Elizah durch den Kopf.
„Elizah, seid ihr es? Ich habe Hunger. Bitte ihr müsst mir helfen. Ich muß etwas essen. Bitte gebt mir etwas von eurem Blut“. Wie erstarrt stand Elizah da. Was sollte sie machen? Es war ihre Schwester. Sie musste ihr doch helfen. Aber wie konnte man einem Vampir noch helfen? Sie wusste es nicht. Aber eines war ihr klar. Würde sie ihrer Schwester ihr Blut geben, würde sie entweder sterben oder auch zu einem Vampir werden.
Langsam ging sie auf das zerlumpte wesen zu. Als sie vor Rickah stand hob Elizah plötzlich die Klinge und versuchte mit aller Macht zuzuschlagen um ihr den Kopf vom Leib zu trennen. In einem der Bücher, die sie vor langer Zeit gelesen hatte stand etwas davon, dass nur Feuer oder Enthaupten einen Vampir töten konnten. Feuer hatte sie gerade nicht zur Verfügung also bleib ihr nur dieser Versuch. Dann brach sie bewusstlos zusammen.

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Montag, 1. Oktober 2012, 04:08

Drei Tage später erwachte Elizah im Hause ihrer Tante.
„Endlich erwacht ihr. Wir hatten schon befürchtet ihr würdet für immer entschwinden“, ihre Tante sah an und versuchte dabei aufmuntern zu lächeln. Man sah ihr an das sie kaum geschlafen zu haben schien. Ihr Onkel setze sich an die andere Seite des Betts.
„Rickah“, versuchte Elizah zu sagen, aber es kam ihr noch immer kein ton über die Lippen.
Ihr Onkel schüttelte den Kopf. „Sie ist mit den anderen gestorben. Aber sagt, was war das für ein Aschehaufen, neben den wir euch gefunden haben. Und warum hattet ihr das alte Schwert von Vater in der Hand?“
Elizah drehte den Kopf zur Seite und starrte den Fußboden an. Also war Rickah nun wirklich tot. Und sie selbst hatte sie endgültig getötet. Sie wünschte sich, sie hätte anschließend das Schwert gegen sich selbst gerichtet. Elizah wollte wieder weinen, aber es ging immer noch nicht. Matti, er musste informiert werden. Sie drehte sich zu ihrem Onkel. „Matti, hat ihm schon jemand geschrieben?“ flüsterte sie tonlos. Ihr Onkel schüttelte den Kopf. „Niemand weiß wo er sich aufhält.“
„Ich werde ihn suchen und es ihm sagen“, sie wollte aufstehen.
„Ihr müsst liegen bleiben und euch erst mal erholen. Das war alles zuviel für euch. Und nicht nur für euch. In zwei Tagen wird eine Trauerfeier stattfinden. Danach schauen wir, wie es weiter geht.“
Elizah sagte nichts. sie drehte sich wieder um und starrte den Boden an. Ihr Onkel und ihre Tante beschlossen sie alleine zu lassen. So blieb sie bis zum Abend im Bett liegen. Zwischendurch schauten abwechselnd ihr Onkel und ihre Tante nach ihr und brachten ihr immer etwas zu essen oder trinken. Wie in Trance trank oder aß Elizah die ihr gebrachten Dinge.
Nachdem sich ihre Verwandten zu Bett begeben hatten, stand Elizah auf. Sie schrieb einen kurzen Abschiedsbrief, indem sie sich dafür entschuldigte nicht zur Trauerfeier zu bleiben, aber sie konnte nicht dabei sein. Sie wollte ihren Bruder finden. Viel zu packen gab es nicht. Sie hatte ja nichts mehr außer der Kleider, die sie trug und das alte Schwert ihres Großvaters. Sie füllte einen Rucksack ein paar Vorräte und schlich sich dann aus dem Haus. Sie wollte zunächst nach Windhelm gehen. Vielleicht konnte man ihr dort sagen, wo ihr Bruder zu finden sein würde.
Der Weg nach Windhelm war recht beschwerlich. Zweimal entging sie auf dem ersten Teilstück nach Einsamkeit nur knapp Banditenüberfällen. In Einsamkeit schloss sie sich dann einer Khajiitkaravane nach Windhelm an. Die Katzenmenschen waren sehr freundlich zu ihr. Sie half ihnen unterwegs wo sie konnte und zum dank geben sie ihr am Ende einen Bogen mit, damit sie sich besser verteidigen könne. In Windhelm versuchte Elizah in Erfahrung zu bringen, wo sich ihr Bruder aufhalten würde. Sonderlich gesprächig war niemand und so bekam sie nur zufällig am Rande eines Gesprächs von zwei der Wachen mit, das der Jarl Ulfric mit einer größeren Truppe unterwegs in der Gegend von Dunkelwasserkreuzung sein sollte. Sie beschloss ihnen zu folgen und hoffte Matti wäre bei ihnen oder jemand von denen könne ihr weiterhelfen.
Zwei Tage, nachdem sie Windhelm verlassen hatte, erreichte sie die Dunkelwasserkreuzung. Da sie sich abseits der Wege bewegte, um den Gefahren von Überfällen auszuweichen, stieß sie zufällig auf eine Wache des Lagers. Es war nicht einfach dem Kerl klar zu machen, das sie ihren Bruder suchte. Die Wache hielt sie für ein verlassenes Mädchen, das von ihrem Freund sitzen gelassen worden war. Irgendwann schickte der Mann dann einen anderen los, der sich erkundigen sollte, ob ihr angeblicher Bruder unter den Männern wäre und sie sehen wollte. Eine Stunde später tauchte dann tatsächlich Matti auf.
„Lizzi, was macht ihr denn hier? Ich dachte die Jungs wollten sich einen Scherz mit mir erlauben als sie sagten ein Mädchen, das sich als meine Schwester ausgebe wäre da.“ Elizah fiel ihrem Bruder um den Hals. Und zum ersten Mal seit dem Unglück fing sie an zu weinen.
„Kommt, Kleines, lasst uns ein Stückchen gehen. Und dann erzählt, was passiert ist. Geht es den anderen gut? Mutter, Vater? Hat er sich endlich etwas beruhigt und akzeptiert, dass ich gegangen bin? Arron und Rickah? Sie müssen groß geworden sein in den letzten 3 Jahren“
Nachdem sie sich etwas vom Lager entfernt hatten und sich Elizah wieder etwas gefangen hatte, begann sie stockend zu erzählen, was passiert war. Matti sah sie entsetzt und ungläubig an. Aber noch bevor er etwas sagen konnte waren sie von kaiserlichen Soldaten umzingelt und wurden niedergeschlagen und gefangen genommen.
Elizah erwachte mit schmerzendem Kopf. Sie war zunächst noch etwas benommen und sah alles nur wie durch einen Nebelschleier. Sie mussten sich auf einem fahrenden Wagen befinden. Vorsichtig sah sie sich um. Ihr gegenüber saß ein blonder gefesselter Nord, der sie freundlich anschaute. Da wurde ihr bewusst, dass auch sie gefesselt war und ihre Hände nicht bewegen konnte. Matti, wo war er? Sie wollte sich umdrehen, aber die heftige Bewegung ließ sie schwindeln. Sie brauchte etwas bis sie sich wieder gefangen hatte. Der Nord ihr gegenüber schien sie angesprochen zu haben. Aber Elizah hatte nichts mitbekommen. Diesmal vorsichtiger drehte sie um, um zu schauen wer sich alles auf der Kutsche befand. Es waren nur noch zwei weitere Männer auf dem Wagen, davon der eine zusätzlich geknebelt. Vor ihnen war ein weiterer Wagen mit Gefangenen. Sie sah ihren Bruder darunter. Das beruhigte sie etwas.
Es dauerte nicht lang und sie ereichten einen gut befestigten Ort. Der Mann ihr gegenüber meinte, es wäre Helgen. Er schien sich hier auszukennen und musste irgendwo aus dieser Gegend stammen, denn er war hier als Junge wohl oft gewesen. Elizah hörte nur mit halben Ohr zu, als er Geschichten von früher erzählte. Sie wusste nicht, was sie von dem Ganzen halten sollte. Bald blieben die Wagen stehen und die Gefangenen mussten aussteigen. Die wachhabende Offizierin ließ durch einen Schreiber die Gefangenen aufrufen. Die Aufgerufenen sollten sich vor dem Richtblock, der in der Mitte des Platzes stand aufstellen. Elizah began zu frieren. Sie mussten mit ansehen wie einer der Gefangenen der einen Fluchtversuch machte, von den Bogenschützen erschossen wurde.
Dann kam Elizah an die Reihe. Der Schreiber sah sie an und stutze. Er sah noch mal auf die Liste und wandte sich dann an die Offizierin: „Sie steht nicht auf der Liste.“ In dem Moment drehte sich Matti zu ihnen um. „Lasst das Mädchen gehen. Sie war nur zufällig dort und hat sich nur mit mir unterhalten. Sie gehört nicht zu uns.“ Matti sah seine Schwester an und beschwor sie mit dem Blick, nicht zu widersprechen. Elizah senkte den Blick. Die kaiserliche war allerdings anderer Meinung. „Das Sturmmantelflittchen geht mit zum Block. Sie hätte sich halt vorher überlegen sollen, mit wem sie sich einlässt.“ Der Schreiber wollte widersprechen, aber dann lies er es doch sein. Er wusste, dass es keinen Zweck haben würde. Er warf Elizah einen bedauernden Blick zu. Dann wurde auch sie gezwungen sich zu den anderen zu stellen.
Da war sie dem Vampirüberfall auf ihre Familie entkommen, um nun hier durch das Beil eines kaiserlichen Scharfrichters zu sterben. Fast hätte sie laut aufgelacht. Und dann ausgerechnet von kaiserlichen hingerichtet zu werden, wo ihre Familie, mit Ausnahme von Matti immer Kaisertreu gewesen war. Während Elizah darüber nachdachte wie verrückt, das leben doch sein konnte, begann eine Priesterin die letzten Worte für die gefangenen zu sprechen. Plötzlich schreckte Elizah zusammen. Sie sah wie ihr Bruder sich zum Richtblock begab. „Es reicht, macht dem Ganzen endlich ein ende und zwar schnell.“ Er kniete sich nieder und legte seinen Kopf auf den Block. Elizah war entsetzt. Sie wollte laut aufschreien, aber wieder einmal kam ihr kein Ton über die Lippen. Sie wollte zu ihrem Bruder laufen, aber sie war wie erstarrt und konnte sich nicht rühren. Als sie sah wie das Henkersbeil sich senkte, wollte sie die Augen verschließen, aber nicht mal das ging. So musste sie mit ansehen wie der Kopf ihres Bruders von seinem Körper abgetrennt wurde.
Sie glaubte ihr Herz würde zerreißen. Sie spürte eine heftigen Stich, aber es war am Ende nur die Lanze eines kaiserlichen Soldaten der ihr damit zu verstehen geben wollte, das sie die nächste sei. Wie eine Marionette, vollkommen willenlos, ging Elizah dann zum Block. Diesmal gelang es ihr die Augen zu schließen. Sie wartete auf den Hieb. Würde es Schmerzen bereiten? Was würde sich nach dem Tod erwarten? Würde sie wieder mit ihrer Familie in Sorvengarde vereint zusammen sein? Plötzlich sah sie noch mal wie Rickah vor ihr stand und wie sie mit dem alten Schwert ihres Großvaters zuschlug. „Ich musste es tun, Schwester. Verzeiht mir“. Elizah bekam nicht mit das in zwischen um sie herum die Hölle ausgebrochen zu sein schien. Wie aus dem Nichts war plötzlich ein riesiger schwarzer Drache aufgetaucht und begann schreie auszustoßen, die dafür sorgten das die Menschen durch die Gegend gewirbelt wurde. Gleichzeitig schien es vom Himmel glühende Felsbrocken zu regnen.
Jemand packte Elizah an der Schulter. „Kommt, Schwester, wir müssen hier weg.“ Willenlos ließ sie sich aufhelfen und mitziehen. So gelangten sie in einen der Wachtürme. Hier hatten sich einige der Sturmmäntel versammelt. Der Mann der sie auf der Kutsche angesprochen hatte, Ralof, hatte sie hierher gebracht. „Wir müssen hier raus sagte er nun zu den anderen. Dann packte er sie am Arm und zog sie die Treppe des Turmes mit nach oben. Sie waren nicht weit gekommen, als die Außenwand eingeschlagen wurde und der Drache seinen Kopf durch das Loch stecke und einen heftigen Feuerstrahl ausstieß. Als er sich wieder zurückzog,
schob Ralof Elizah vor den Durchbruch. „Dort hinüber zum Gasthof müsst ihr springen. Wir kommen gleich nach.“ Elizah wusste nicht wie sie es letztendlich schaffte zum Gasthof zu springen, aber es gelang ihr ohne sich die Knochen zu brechen. Als es ihr gelang den Gasthof zu verlassen traf sie auf den Schreiber, der versucht hatte sie freizubekommen. Er schien erfreut zu sein, dass sie noch lebte und gab ihr Order, ihm zu folgen. Immer noch willenlos tat sie was ihr gesagt wurde. Als sie das andere Ende der Stadt erreichten, trafen sie plötzlich auf Ralof. Hadvar, wie der Schreiber hieß, wollte sich erst auf ihn stürzen, aber als der Drache plötzlich angriff, überlegte er es sich anders. Er forderte Elizah auf ihm weiter zu folgen. Im selben Moment rief ihr Ralof zu sich ihm anzuschließen. Elizah stand unschlüssig da. Die beiden Männer rannten in verschiedenen Richtungen davon. Elizah blieb einfach stehen. Sollte sie doch der verdammte Drachen holen. Dann hätte auch sie es hinter sich gebracht. Sie merkte nicht wie jemand sie am Arm packte und mit sich schleifte. Ralof war zurückgekommen und hatte sie geholt. Warum hatte er sie nicht sterben lassen, wie sie es sich gewünscht hatte? Sie sah ihn wütend an. Er ignorierte ihren Blick und drückte ihr einpaar Kleider und Waffen in die Hand. „Zieht das an und dann geht es weiter.“ Die art wie er es ihr sagte ließ keinen Widerspruch zu und so tat sie wie geheißen. Wie sie durch die Festung letztendlich durchgekommen waren, daran konnte Elizah sich am Ende nicht mehr erinnern.
Irgendwann kamen sie wieder hinaus und sahen das letzte Licht des Tages langsam verschwinden. Hinter ihnen war Helgen immer noch am Brennen.

CKomet

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Montag, 1. Oktober 2012, 18:51

Was für ein Tag war das wieder gewesen. Am vorherigen Morgen hatte Elizah ihren Bruder gefunden, um dann heute mit ansehen zu müssen, wie er selbst freiwillig als erster zum Block ging, um seinem Leben schnell ein Ende bereiten zu lassen. Warum hatte er das getan? Warum hatte er nicht gewartet bis er aufgerufen wurde und an die Reihe kam? Warum war dieser verdammte Drache nicht früher aufgetaucht? Und warum war sie noch immer am Leben? Plötzlich hörte sie Ralof leise sagen, „In Deckung, Mädchen, da kommt er wieder.“ Elizah blickte in den Himmel und dann sah sie ihn, riesig und schwarz in der untergehenden Sonne glänzen. ‚Komm zurück’, wollte sie in den Himmel schreien. ‚Beende was du angefangen hast.’ Aber sie konnte nicht. Ralof versuchte nie in den Schutz eines Felsens zu ziehen, aber sie sperrte sich und blieb dort stehen und starrte dem Drachen nach.
„Wir müssen hier verschwinden“, vernahm sie wieder Ralofs Stimme. „In der Nähe ist ein kleiner Ort, Flusswald, wo meine Schwester mit ihrer Familie lebt. Sie wird uns bestimmt aufnehmen und mit dem Notwendigsten versorgen. Ihr sollten anschließend gemeinsam mit mir nach Windhelm kommen und euch den Sturmmänteln anschließen. Ihr habt zu mindestens mir heute in den Gängen und Höhlen unter Helgen bewiesen, dass ihr das Zeugs dazu habt. Jemanden wie euch können wir gebrauchen.“ Er sah sie an. Aber Elizah bemerkte es nicht. Sie stand immer noch wie erstarrt da und schaute den immer kleiner werdenden Drachen hinterher.
Erst Vampire und nun ein Drache. Wie sollte es weitergehen. Was sollte sie machen? Einfach hier stehen bleiben bis sie von wilden Tieren, die es hier bestimmt gab, gefunden wurde. Sollte sie Ralof folgen? Letztgenannter hatte begonnen sich auf den Weg nach Flusswald zu. Er sah sich mehrfach zu ihr um, um sie dazu zu bewegen ihn zu folgen, aber Elizah rührte sich nicht. So ging er dann alleine weiter. Als die Dunkelheit vollständig hereinbrach setzte sich Elizah in den Schutz des Felsens hinter dem sich Ralof vor dem Drachen verborgen hatte. Sie nahm den Rucksack, den sie wohl unten in den Gängen und Räumen unter der Festung aufgenommen und gefüllt hatte zur Hand und schaute was sic eingepackt hatte. Sie nahm einen der Äpfel und begann ihn zu essen.
Damit war dann wohl die Entscheidung gefallen. Elizah würde sich nicht hier niederlegen und auf den Tod warten. Nachdem sie sich gestärkt hatte stand sie wieder auf. Sie folgte zunächst den Weg bis sie zu einer Gabelung kam. ‚Wo lang nun’, fragte sie sich. Sie beschloss sich nach links zu wenden. Warum wusste sie nicht. Sie stieß auf ein scheinbar verlassenes Banditenlager und beschloss dort zu Übernachten. Die Strapazen der letzten Tage ließen sie auch gleich einschlafen, kaum das sie sich hingelegt hatte.
Als die Dämmerung hereinbrach wurde Elizah wach. Sie hatte etwas gehört. Mechanisch ergriff sie den Bogen, den sie einen der kaiserlichen in Helgen abgenommen hatte und neben sich gelegt hatte. sie sah zwei Gestalten näher kommen. Ohne nachzudenken zielte sie und gleich darauf brachen die beiden Banditen tot zusammen. Elizah wunderte sich über sich
selbst. Noch nie in ihrem leben hatte sie zuvor Menschen das Leben genommen und seit Helgen schien sich alles geändert zu haben. Erst die Kaiserlichen unter der Stadt, die sie und Ralof aufhalten wollten und nun diese beiden Banditen hier. Was war aus ihr geworden? War sie zu einer gefühlslosen Bestie geworden? Alles was sie liebte hatte man ihr genommen. Sie fühlte sich wie eine leere Hülle. Vorsichtig näherte sie sich den beiden toten Banditen. Man wusste ja nie, sie hatte schon erlebt, wie ein vermeintlich toter Wolf plötzlich aufgesprungen war und mit seinen letzten Reserven angegriffen hatte. Jorlan hatte sich dabei schwere Bisswunden zugezogen und wurde obendrein noch krank und musste von Erina gepflegt werden. Es schien eine Ewigkeit her zu sein, als das passiert war, als wäre es in einem anderen Leben gewesen. Elizah wollte weinen, als sie daran dachte, aber sie konnte nicht.
Sie durchsuchte die beiden Toten und nahm alles was sie für brauchbar hielt an sich. Die Frau trug eine gute Lederrüstung und da sie Elizahs Größe hatte beschloss sie, zu schauen ob sie ihr passen könnte. Mit ihrer Sturmmantelrüstung durch die Gegend zu laufen. erschien ihr zu gefährlich. Sie nahm die Rüstung und ging damit zu dem nahe gelegenen Bach, um sie erst mal von dem Blut zu reinigen. Danach probierte sie sie an und stellte fest, dass sie ihr fast wie angegossen passte.
Dann machte sie sich wieder auf den Weg. Sie wusste nicht wo sie sich befand, denn in dieser Gegend war sie noch nie gewesen. Also beschloss sie, einfach der Strasse zu folgen. Dabei sammelte sie alles was sie an Pflanzen finden konnte. Sie würde versuchen diese in der nächsten Ortschaft zu Gold zu machen. Es wurde schon wieder Abend, als sie endlich in der Ferne zwischen den Bäumen die Lichter von Häusern sah. Sie hatte Falkenring erreicht. Als erstes suchte sie das Handelshaus auf, um alles, was sie den Banditen abgenommen hatte zu Gold zu machen. Danach ging sie zu der hier ansässigen Alchemistin und verkaufte an sie ihre gesammelten Pflanzen und bekam dafür ein stattliches Sümmchen.
Elizah beschloss im Gasthof zu übernachten. Sie bat dort um ein Zimmer und setzte sich, bevor sie dieses aufsuchte erst noch etwas an einen leeren Tisch in eine Ecke der Gaststube, um eine Kleinigkeit zu essen. Die anderen Gäste ließen sie in Ruhe, denn sie spürten, das sie alleine sein wollte. Nach einer Weile tauchte plötzlich ein Ork in dem Gasthof auf. Er setzte sich ungefragt zu Elizah, die ihm einen ungehaltenen Blick zuwarf, aber nichts sagte.
„Wir von der Dämmerwacht sind auf der Suche nach guten Leuten, die und im Kampf gegen die neu aufkommende Vampirbedrohung unterstützen wollen. Wer Interesse hat, möge uns doch in der Dämmerwacht bei Rifton aufsuchen.“ Er hatte sich bei den Worten in den Raum gedreht, so dass alle ihn hören konnten,
„Ihr spinnt doch“, rief einer der Gäste, „Vampire sind doch nur Legenden und Märchen. Wo soll plötzlich eine Bedrohung durch diese herkommen? Ich habe jedenfalls noch nie einen gesehen.“ Er und seine Gefährten lachten.
Elizah sah den Ork an. Vor drei Wochen hätte sie wahrscheinlich genauso wie die Männer an dem Tisch nebenan gelacht. Aber sie wusste es besser. Es gab sie. Sollte das nun ihre Bestimmung werden? Den Kampf gegen diese Bestien aufnehmen? Aber wie? Sie war nur ein einfaches Bauernmädchen, auch wenn es die letzten Tage diesen Anschein nicht mehr machte und sie gezeigt hatte, das sie im Notfall auch mit Waffen umgehen konnte. Sie wollte etwas zu dem Ork sagen, aber sie wusste nicht was und er stand auch schon auf und verließ den Gasthof wieder. Elizah sah ihm lange Zeit nach. Dann aß sie zu Ende und ging anschließend in ihr Zimmer wo sie unruhig einschlief.
Am nächsten Morgen erkundigte sie sich bei der Wirtin nach dem Weg nach Rifton. Der kürzeste führte durch Helgen. Scheinbar hatte es sich noch nicht herumgesprochen, dass Helgen nicht mehr existierte. Diesen Weg wollte Elizah nicht einschlagen, also beschloss sie den Weiteren in kauf zunehmen, der durch Flusswald führte. Sie kaufte noch ein paar Vorräte und brach dann auf. Elizah war noch nicht lange unterwegs als sich der Himmel verdunkelte und es in strömen zu schütten anfing. Sie konnte kaum die hand vor Augen sehen, aber sie beruhigte sich damit mit, das Feinde sie so auch nicht sehen würden, es sei den sie rannten sie aus versehen über den Haufen. Gegen Nachmittag ging der starke regen in leichten sprühregen über aber dafür wurde der Wind heftiger. Sie fand für die Nacht einen alten umgestürzten hohlen Baumstamm, der etwas abseits der Strasse lag, wo sie versuchte zu schlafen. Liebend gerne hätte sie ein Feuer angemacht um sich etwas zu wärmen, aber durch den regen war das ganze Holz nass geworden und direkt an ihrem Unterschlupf wäre es eh unmöglich gewesen ein Feuer zu entzünden, denn wahrscheinlich hatte der Baumstamm von innen doch Feuer gefangen.
Noch bevor es richtig hell wurde, machte sich Elizah wieder auf den Weg nach Flusswald, das sie am späten Nachmittag erreichte. Sie überlegte ob sie Ralof suchen sollte, aber dann lies sie es sein. Es war besser niemand würde sie kennen. Gleich beim ersten haus, als sie den ort betrat wurde sie zeuge, wie eine alte Frau scheinbar ihren Sohn davon überzeugen wollte, das sie einen Drachen gesehen hatte. er tat es als Spinnerei ab. Elizah konnte sich nicht beherrschen, weil sie die art, wie der Mann sich seiner Mutter gegenüber verhielt gar nicht gefiel. „Sie hat recht, sie hat einen Drachen gesehen. Er hat Helgen zerstört.“ Sie wollt weitergehen, aber der Mann hielt sie zurück. „Was erzählt ihr da für einen Blödsinn. Drachen, das ich nicht lache.“ „Lacht nur solange ihr noch könnt.“ Mehr sagte Elizah nicht. Sie wollte gerade weitergehen, als der Kerl anfing über einen Elfen herzuziehen, der bei der Schmiede Holz ablegte. Scheinbar gab es zwischen ihm und dem Elfen eine Konkurenzkampf um eine Frau. „Ihr wollt nicht zufällig m Handelskontor einkaufen gehen?“ fragte der Mann sie plötzlich. Sie sah ihn etwas verwirrt an. ich habe hier eine Brief für Camilla, bitte richtet ihr doch einfach aus er wäre von diesem Faendal.“ Ehe sich Elizah versah hatte sie den Brief schon in der Hand und der Mann verschwand schnell Richtung Gasthaus.
Kopfschüttelnd nahm sie den Brief und betrat das Handelshaus. Camilla, für der der Brief bestimmt war, saß an einem Tisch und las in einem Buch. Ihr Bruder, der den Laden führt stand hinter dem Verkaufstresen. „ Ihr seid neu hier in der Gegend“, meinte er. „Kann ich euch weiterhelfen?“
Elizah schüttelte den Kopf und ging zu Camilla hinüber. Sie reichte ihr den Brief. „Er ist von dem großen Blonden Nord“, sagte sie nur und wollte gleich wieder gehen, aber Camilla hielt sie zurück, nachdem sie den Brief geöffnet hatte. „ Dieser Sven kann was erleben, wenn er mir das nächste Mal über den Weg läuft. Bitte seid so gut und richtet Feandal aus, das er jederzeit hier im Kontor willkommen ist.“
Elizah wollte mit dem örtlichen Kleinkrieg nichts zu tun haben und verließ das Handelskontor, nur um Feandal gleich fast über den Haufen zu rennen. Wo sie ihn dann nun schon vor sich hatte konnte sie ihm auch gleich sagen, um was Camilla gebeten hatte. Der Elf sah sie Dankbar an. Er schien es nicht gewohnt zu sein, das andere ihn freundlich behandelten. „Wenn ihr Hilfe braucht stehe ich euch gerne zur Verfügung meinte er dann.“ „Danke, aber ich komme schon alleine klar.“
Sie wollte so schnell es ging ins Gasthaus gehen um sich ein Zimmer zu nehmen und endlich aus den immer noch nassen Klamotten raus zukommen. Dort angekommen, musste sie feststellen, das der Kerl, der Sven hieß im Gasthof als Barde auftrat. Ohne ihm einen Blick zu würdigen ging Elizah zu dem Wirt um nach einem Zimmer zu fragen. Dieser verwies sie an seine Frau, die ihr zeigte wo sie die Nacht verbringen konnte. Zwei stunden später waren ihre Kleidung soweit trocken, das Elizah beschloss sich in die Gaststube zu begeben, um etwas zu essen. Anschließen verschwand sie wieder und legte sich Schlafen. Als sie am nächsten Morgen frühstückte bekam sie am Rande mit, das es wohl gestern Abend noch zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Feandal und Sven vor dem Gasthof gekommen war. Die schienen sich wie die Kinder aufgeführt zu haben dachte Elizah nur. Nach dem Essen wollte sie aufbrechen. Sie würde wahrscheinlich mindestens 7 Tage zu Fuß brauchen um nach Rifton zu kommen. Sie hätte auch nach Weißlauf gehen können um von dort eine Kutsche zu nehmen, aber sie wollte lieber alleine sein. Sie hatte sich mit genug Vorräten eingedeckt und konnte bei Bedarf jederzeit auf die Jagt gehen oder fischen.
Als sie den ort verlassen wollte hörte sie schnelle Schritte hinter sich. „Wartet, ich werde euch begleiten. Es ist viel zu gefährlich alleine auf den Strassen unterwegs zu sein.“ Es war Feandal der angelaufen kam.
„Ich komme alleine klar und brauche keine Hilfe, das sagte ich glaube ich gestern schon einmal.“ Elizah war ungehalten.
„Ich will einen alten Freund in der Fischerei von Rifton besuchen, daher habe ich denselben Weg wie ihr.“
„Ich möchte alleine sein.“
„Ihr werdet mich kaum bemerken, das verspreche ich euch. Lasst uns losgehen.“
Resigniert gab Elizah auf etwas zu sagen. Dann sollte er ihr doch folgen, sie würde versuchen ihn weitestgehend zu ignorieren.

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Dienstag, 2. Oktober 2012, 14:09

Der Weg nach Rifton

Das Wetter war recht unbeständig, aber glücklicherweise Regnete es nicht mehr in einem durch. Elizah übernahm die Führung, Faendal blieb etwas hinter ihr zurück. Am fünften Tag erreichten sie Ivarstatt. Bis hierher waren sie ohne großartige Zwischenfälle gekommen. Elizah war die meiste Zeit recht schweigsam und hing ihren Gedanken hinterher. Faendal hatte es aufgegeben, sie zum Reden zu bewegen. Elizah freute sich darauf, endlich wieder mal in einem richtigen bett zu schlafen. Am nächsten Morgen ging es dann sehr zeitig wieder weiter. Elizah hoffe am übernächsten Abend Rifton zu erreichen und schlug ein flottes Tempo an. Faendal war erstaunt wo sie die kraft und Kondition hernahm.
Es war später Nachmittag, als sie an eine Orkfestung vorbei kamen. Dort tobte ein Kampf mit einem Riesen. Elizah wunderte sich etwas darüber, denn normalerweise waren Riesen friedliche Wesen, die einem Kampf aus dem Weg gingen. Dieser hier griff aber immer wieder das Lager an. es schien schon mehrere Tote gegeben zu haben.
„Lasst uns weitergehen, da geht uns nichts an“, meinte Faendal nur.
Aber genau damit brachte er Elizah erst recht näher zu kommen. Aus sicherer Entfernung feuerte sie zwei Pfeile auf den Riesen ab, die ihn von den Orks ablenkten, so dass diese eine Chance bekamen ihm näher zu kommen und mit ihren eigenen Waffen großen Schaden zuzufügen. Von der hölzernen Festungsmauer aus schoss eine Orkschamin, so vermutete jedenfalls Elizah, Eissplitter auf den Riesen, die ihn bei jedem Treffer zusätzlich verlangsamten. Dann brach der Riese endlich tot zusammen. Elizah und Faendal näherten sich nun der Festung. Atub, die Schamanin bedankte sich bei ihnen für die Hilfe und erzählte ihnen dann, dass sie befürchtete der Stamm würde von einem Fluch heimgesucht, der ihn schwächte, was die Riesen nun ausnutzen um immer wieder über sie herzufallen. Es gäbe zwar eine Möglichkeit durch ein heiliges Ritual den Stamm wieder zu stärken, aber dafür bräuchte sie ein paar seltenen Gegenstände beziehungsweise Zutaten. Sie selbst konnte die Festung nicht verlassen und auch die noch verbliebenen Stammesmitglieder wurden gebraucht um die Festung zu verteidigen.
Elizah fragte um welche Zutaten es sich den handeln würde. Atub sagte ihr das sie ein Daedraherz und etwas Trollfett brauchen würde. Das Daedraherz war besonders schwer zu bekommen, das es nicht viele dieser bösartigen Wesen gab. Elizah versprach die Augen danach offen zu halten und sich bei den Händlern, mit denen sie in Kontakt kommen würde zu erkundigen, ob die möglicherweise eines hätten. Atub war darüber sehr froh und bot Elizah und Faendal an, die Nacht in der Festung als Gäste zu verbringen. Die nächsten Tage wären sie erst mal wieder vor Überfällen sichern. Elizah nahm das Angebot gerne an. Die anderen Orks hielten Abstand zu ihr und ihrem Begleiter, worüber Elizah nicht sonderlich unglücklich war. Nach dem Essen legten sich die beiden schlafen, denn der Marsch hierher war doch anstrengend gewesen. Und Elizah wollte morgen schon früh weiter.
Als am folgenden Morgen die Dämmerung aufzog, brachen Elizah und Faendal auch gleich auf. Atub, die auch schon wach war, verabschiedete sich von ihnen gab ihnen ein paar Vorräte für den Tag mit. Das Wetter versprach am heutigen Tag sehr schön zu werden. Die Landschaft war nun als die Sonne langsam aufging in warme rote töne getaucht. Vor Wochen hätte sich Elizah sehr an diesem Anblick erfreut, denn sie mochte diese Farben sehr, aber nun war es ihr egal. Es hätte auch den ganzen Tag wieder regnen können, es war ihr irgendwie egal. Ursprünglich wäre sie in wenigen Wochen eh hierher gekommen, denn sie hatte ja geplant beim hiesigen Schmied in die Lehre zu gehen. war würde er nun sagen, wenn sie absagte? Sie würde es bald wissen. Immerhin wusste sie schon, wo sie wohnen würde. Da sie die einzig noch lebende Person ihrer Familie war, würde ihr nun das kleine Haus am Stadtrand gehören, Ihre Mutter war hier aufgewachsen und hatte immer von der schönen Lage direkt am See geschwärmt. Vor ein paar Jahren hatten sie ihren Großvater, als dieser noch lebte, hier mal besucht. Er war Fischer gewesen. Dadurch das Ihre Mutter hier aufgewachsen war, hatte sie ihr auch die Möglichkeit vermittelt, beim Schmied unter zu kommen. Und nun war sie hier und stand ganz alleine da, abgesehen von Faendal, der ihr einfach nicht von der Seite weichen wollte, egal wie ungehalten sie sich ihm gegenüber verhielt.
Am späten Nachmittag kamen sie an einem kleinen Hof mit einer Mühle vorbei. Nun war es nicht mehr weit bis zur Stadt. In der nähe brüllte ein Bär. Er schien aber weit weg zu sein, so ging Elizah weiter. Am Südtor von Rifton, wie sie ermutete, standen zwei Wachen. Diese weigerten sich die beiden einzulassen. Sie hatten wohl die Anweisung das man die Stadt nur durch das Nordtor passieren sollte und schickten die beiden dorthin. Eine halbe stunde später standen Elizah und Faendal dann vor dem Nordtor, neben den sich der Stall befand.
Die Wachen musterten die beiden Ankömmlinge erst mal von oben bis unten. Durch die lange reise, waren ihre Kleider recht schmutzig geworden. „Wenn ihr die Stadt betreten wollt, müsst ihr die Besuchsteuer bezahlen“, sagte einer der beiden Wachen.
Elizah sah ihn ungläubig an. Was sollte denn diese Schwachsinn? Zumal sie besuchte die Stadt ja nicht, sie hatte vor hier zu wohnen, denn schließlich hatte sie hier ein Haus. Und wenn sie nicht erst zu Keerava, der Wirtin des Bienestichs müsste um den Schlüssel zu holen, wäre sie gleich durch das Haus in die Stadt gegangen. Ziemlich laut und ungehalten, so das es der Kutscher, der neben den Ställen stand und am beladen seiner Kutsche war, und auch der Stallbesitzer selbst hören konnte, entgegnete Elizah, sie würde nicht dran denken eine Steuer zu bezahlen. Die Wache zweite Wache wurde rot und versuchte zu beschwichtigen.“ Es ist ja schon gut, ich lasse euch passieren“. Elizah warf dem ersten Kerl noch einen ungehaltenen Blick zu, dann betrat sie die Stadt.
War es hier schon immer so dreckig gewesen, fragte sie sich? Der Kanal, der durch die Stadt führte, roch nach abgestandenen Wasser und toten Fisch. Überall standen Fässer herum. Die Balustrade, die die davor schützen sollte in den Kanal zu fallen war teilweise verwittert und sah nicht gerade vertrauenserweckend aus. Auf der Brücke die zum Bienenstich führte stritten sich eine Frau in Lederkleidung und ein wie ein Knecht gekleideter junger Mann. Als Elizah und Faendal näher kamen ging die Frau gerade und der Mann blieb betrübt zurück.
Elizah wusste nicht wieso, denn was ging es sie an, was die Leute für Probleme hatten, aber sie konnte nicht aus ihrer haut raus, denn sie war schon immer hilfsbereit gewesen und versuchte wo sie konnte anderen zu helfen. Allerdings fehlte ihr die Wärme, die sie früher ausgestrahlt hatte und ihre Stimme war kalt und unnahbar, als sie den jungen Mann ansprach. Trotzdem erzählte er ihr, was ihn bedrückte. Die Frau, mit der er sich gestritten hatte, hatte ihm geld geliehen damit er ein paar Waren in Weislauf kaufen konnte, die er hier zu einem besseren preis verkaufen konnte. Allerdings wurde der Transport überfallen und nun stand er ohne Waren und Geld da, aber Saphir bestand trotzdem auf die Rückzahlung ihres Kredits. Sie hatte dabei allerdings angedeudet, das sie von dem Überfall wusste und Shadre, der junge Mann vermutete, dass sie und ihrer Freunde dahinter steckten.
Elizah versprach mit der Frau zu sprechen, wenn sie im Bienenstich war. Dann gingen sie und Faendal hinein. Saphir stand gleich an die Wand gelehnt da, so beschloss Elizah sie gleich anzusprechen. Saphir sah an dem Blick den ihr Elizah zuwarf, dass diese nicht zu Späßen aufgelegt war und so willigte sie ein, Shadre die Schulden zu erlassen. Als das geklärt war, suchte Elizah Keerava auf. Diese erkannte sie sofort wieder, auch wenn es schon Jahre her war, wo Elizah mit ihrer Mutter zu besuch war. Manchmal ist es halt doch von Vorteil gewisse entstellende Narben zu haben, dachte Elizah nur. Keerava ab ihr gleich den Schlüssel für das haus und Elizah wollte hinüber gehen. Faendal wollte ihr folgen, aber Elizah sagte schnell zu der Wirtin. Mein Begleiter benötigt ein Zimmer. Ich hoffe ihr habt noch eines frei.“ Die Wirtin nickte und bat den elfen ihr zu folgen. So verließ Elizah alleine den Bienenstich und begab sich zu dem Kleinen Häuschen nebenan. Sie öffnete erst mal die Fenster um frische Luft hineinzulassen. Hier würde sie die nächsten Tage einiges zu tun haben, um es wieder einigermaßen wohnlich zu machen. Aber brauchte sie es wirklich? Sie wollte ja weiter zur Dämmerwacht und da würde sie sicherlich auch eine Unterkunft finden. Aber es konnte ja nie schaden einen Rückzugsort zu haben, der nur ihr alleine gehörte. Als erste nahm Elizah die Felle, die auf dem Bett lagen und brachte sie nach draußen, wo sie sie erst mal ausschüttelte und dann auslüften ließ. Danach schaute sie was in den Schränken noch an Kleidung war. Sie fand eine einfache alte Tunika, die ihr passte würde. Dann ging sie hinunter zum See und nahm erst mal ein ausgiebiges Bad um sich den Dreck der langen Reise abzuwaschen. Das Wasser war zwar recht kalt, aber das stört sie nicht im geringsten. Sie hatte noch etwas von den Vorräten die ihr Atub am Morgen mitgegeben hatte. Diese aß sie und danach brachte sie die Felle wieder hinein und machte das Bett fertig, wo sie dann auch bald einschlief. In ihren Träumen verfolgte sie diesmal wieder die Bilder ihrer Schwester, die langsam mit leuchtenden orangefarbenen Augen auf sie zukam und um Hilfe bat und das was sie dann anschließen tun musste.

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Mittwoch, 3. Oktober 2012, 23:08

004 Rifton

Elizah erwachte recht früh am nächsten Morgen und fühlte sich alles andere als gut erholt. Aber langsam gewöhnte sie sich daran. Sie wollte heute einen Rundgang durch Rifton machen. Möglicherweise hatte ja der ortsansässige Alchemist die Zutaten, die Atub haben wollte. Dann bräuchte sie nicht selbst auf die Suche danach gehen oder in anderen Orten nachfragen. Auch wollte sie Balimund, den Schmied aufsuchen, um ihm mitzuteilen, das sie sich anders entschieden hatte.
Als sie das Haus verließ stand Faendal vor ihr.
„Ich dachte ihr wärt hierher gekommen um euren Freund zu besuchen? Warum tut ihr das nicht und lauft mir ständig nach?“ Elizah fühlte sich genervt.
„Er ist bei der Arbeit und hat erst heute Abend wieder zeit. Ausserdem habe ich den Göttern geschworen auf euch aufzupassen.“
„Warum, verflucht? Ich habe nicht darum gebeten und will es nicht.“
„Ihr erinnert mich an meinen kleinen Bruder, den ich vor Jahren im Stich gelassen hatte, als er alleine auf eine lange Reise ging. Auch er wollte alleine gehen. Wäre ich bei ihm geblieben, dann würde er heute noch Leben. Nun haben mir die Götter eine Chance geben, meinen Fehler von damals wieder gut zu machen, daher werde ich an eurer Seite bleiben.“
„Ich will es aber nicht, wollt ihr das nicht begreifen? Ich kann auf mich selbst aufpassen, ich will und brauche eure Hilfe nicht.“
Sie drehte sich um und ließ ihn stehen. Faendal kümmerte sich nicht darum. Er hatte es den Göttern versprochen, also würde er, ob sie wollte oder nicht, an ihrer Seite bleiben. Abgesehen davon musste er auch mal für einige Zeit raus aus dem verschlafenen Nest Flusswald, besonders nachdem er feststellen musste, das auch wenn Sven sich wie ein Idiot aufgeführt hatte, sie ihm irgendwie näher stand, was wohl auch daran mit lag, das sie sich von Kindesbein an kannten. Er war nur ein Außenseiter, der zufällig eines Tages aufgetaucht war und in dem ort hängen geblieben war. Elizah schien ähnlich wie er zu sein. Auch sie schien ein schweres Schicksal die Familie genommen zu haben. Damit hatten sie doch schon einiges gemeinsam, wie er fand.
Elizah ging als erstes hinunter zum laden des Alchemisten Elgrim. Sie erinnerte sich daran, ihn mit ihrer Mutter besucht zu haben. Sie konnte nie verstehen, warum er dort unten direkt am Kanal lebte. Seine Frau war davon auch nicht begeistert, aber da sie ihren Mann nicht überzeugen konnte woanders hinzuziehen, lebten sie halt dort unten. Elgrim schlief noch als Elizah den Laden betrat und nur Hafjorg, seien Frau war schon am Tresen beschäftigt und räumte auf. Elizah erkundigte sich bei ihr danach ob sie möglicherweise ein Deadraherz und etwas Trollfett im Angebot haben würde. Die alte Frau sah sie erstaunt an. „Wozu braucht ihr solch wertvolle und obendrein teure Zutat?“
„Ich habe jemanden versprochen zu schauen ob ich eine finden würde, da die Person, die sie braucht nicht fort kann.“
„Nun, ich glaube wir haben noch eines dieser seltenen Herzen, sofern Ingun es nicht für ihre Experimente verschwendet hat. Allerdings ist der Preis dafür recht hoch. Es koste 400 Goldstücke.“
Elizah schluckte. Soviel Gold hatte sie nicht zur Verfügung. „Nun ich werde wohl später vorbei kommen müssen, da ich im Moment noch nicht genug Gold habe.“
„Woher kenne ich euch eigentlich? Ihr seid neu in Rifton und doch kommt ihr mir bekannt vor… die Narbe, die habe ich schon mal gesehen.“
„Jch bin die Enkelin des alten Joss, der vor einigen Jahren verstorben ist. Ich habe Haus nun übernommen und werde wohl häufiger hier anzutreffen sein.“
„Ohja, ich hatte gehört ihr wollte eine Lehre bei Balimund beginnen. Es freut mich, dass ihr schon da seid. Grüßt eure Mutter recht herzlich von mir, wenn ihr ihr schreibt.“
Elizah wurde noch bleicher, als sie eh schon war. „Sie ist tot, genau wie der Rest meiner Familie.“ Sie drehte sich um, um den laden zu verlassen.
„Das tut mir, leid, Kindchen, das wusste ich nicht.“ die alte Frau stockte kurz, bevor sie weitersprach. „Wenn ihr nicht genug gold habt, könnt ihr mir möglicherweise einen anderen Gefallen tun. Elgrim wartet auf eine Erzprobe von Filnjar in Shoresstein. Wenn ihr uns die holen könntet, bekommt ihr das Daedraherz und das Trollfett.“
Elizah drehte sich noch mal um. „Ich danke euch und werde die probe abholen.“ Sie versuchte zu lächeln. Dann verließ sie das Lädchen wieder und ging hinauf zum Markt. Die meisten Händler hier kannte sie nicht. Nur der Mann, der ein merkwürdiges Gebräu verkaufte, kam ihr bekannt vor. Sie ging zu dem Schmied hinüber.
„Was kann ich für euch tun? Braucht ihr eine neuer Rüstung?“ Sie sah an sich herab. Ihre Lederrüstung sah etwas mitgenommen aus, war aber ansonsten in Ordnung. Balimund sah sie genauer an. „Elizah, wenn ich mich nicht irre? Ich hatte euch eigentlich erst in drei Monaten erwartet. Wollt ihr nun doch schon früher anfangen?“
„Es tut mir leid, Meister Balimund, aber ich werde die Lehre nicht machen können. Ich habe meine Pläne geändert. Ich hoffe ihr seid mir deshalb nicht böse.“
„Das tut mir leid, aber dann kann Asborn bei mir bleiben. Er stellt sich doch recht geschickt an. Ihr könnt aber trotzdem wann immer ihr wollt die Schmiede nutzen, wenn ihr möchtet.“
„Danke schön. Ich denke das Angebot werde ich gerne in Anspruch nehmen.“
Elizah drehte sich nach dem Gespräch um und überlegte was sie als nächstes tun sollte. Ihr fiel ein, das sie dem Stallburschen noch gar nicht gesagt hatte, dass er sich keine Sorgen mehr machen müsste. Also beschloss sie ihn aufzusuchen. Außerdem könnte sie sich ein Pferd in den Ställen leihen, dafür müsste ihr Gold sicherlich ausreichen, um nach Shoresstein zu gelangen. Sie begab sich zum Nordtor um die Stadt zu verlassen. Faendal folgte ihr wie ein Schatten.
Sie fand Shadre beim Ausmisten der Ställe und begrüßte ihn freundlich. Nachdem sie ihm erzählt hatte, das er keine schulden mehr bei Saphir hatte wäre er ihr m liebsten um den Hals gefallen, aber die Anwesenheit des Elfen hielt ihn davon ab. „Kann ich irgendetwas für euch tun?“
„Habt ihr ein Pferd, das ihr mir vermieten könnt? Ich müsste nach Shoresstein um etwas abzuholen und zu Pferd könnte ich es bis zum Abend geschafft haben.“ „Hm… könnt ihr denn reiten? Wir haben nur eine etwas übermütige junge Stute zurzeit da.“
Beide hatten nicht mitbekommen, das Hofgir, der Stallbesitzer näher gekommen war.
„Die Kleine kann sehr gut reiten, zumindetens habe ich es noch so in Erinnerung, als sie damals einfach ein Pferd ungefragt ausgeliehen hatte um schnell mal nach Stendars Stern zu gelangen. Natürlich ohne Erlaubnis ihrer Mutter, mit der sie bei ihrem Großvater zu Besuch war.“ Er ging auf Elizah zu um sie sich genauer anzuschauen. „Nun, in einem irre ich mich, Ihr seid nicht mehr so klein wie damals. Wie geht es eurer Mutter? Ist sie mit euch gekommen?“
Wieder einmal wurde Elizah blass. Sie schüttelte den Kopf. „Sie ist tot.“ Hofgir sah sie traurig an und spürte, das er lieber nichts sagen sollte. So wandte er sich nur an Shadre. Gebt ihr die Stute, sie wird schon damit klar kommen.“ Dann schaute er zu Faendal hinüber. „Was ist mit euch, braucht ihr auch ein Pferd, oder teilt ihr euch die Stute mit Elizah?“
„Ich reite alleine“, sagte Elizah schroff. Dann machte sie sich daran das Sattelzeug, das ihr Shadre zeigte, herbeizuholen um die Stute zu Satteln.
„Ich brauche wohl dann auch ein Pferd, wenn ihr noch eines habt.“
„Es ist nur noch der alte Wallach da drüben da, er ist nicht mehr der schnellste, aber doch noch recht ausdauernd.“
„Danke, ich werde ihn dann nehmen.“
Elizah kümmerte sich nicht um ihn, sondern beeilte sich, ihre Stute fertig zu machen. Faendal war noch nicht soweit als sie schon im Sattel saß und losritt.
Hofgir lachte kurz. „Sie hat sich nicht verändert, sie ist noch genauso unvernünftig wie früher.“
Die graue Stute war für Himmelsrandverhältnisse recht schnell und gehörte nicht zu der gutmütigen ruhigen Sorte, sondern schien ihren eignen Kopf zu haben. Trotzdem gelang es Elizah, sie gut unter Kontrolle zu halten. Während sie auf der Stute dahinjagte und ihr der Wind um die Ohren pfiff, fühlte sie sich zum ersten Mal seit Wochen wieder etwas besser und sie vergaß für kurze Zeit was passiert war. Sie bekam nicht mit, wie sich Faendal hinter ihr auf seinem Wallach abmühte hinterher zu kommen. Bald schon war sie aus seinem Sichtfeld entschwunden. Drei Stunden später erreichte sie die kleine Ansiedlung, die um eine Ebenerz Mine herum entstanden war.
Filnjar war froh, das endlich jemand kam, um die Erzprobe abzuholen. Er wollte unbedingt wissen, um was für ein Material es sich da handelte, das man in der Mine gefunden hatte, bevor man es weiter abbauen würde. Allerdings stand die Mine zurzeit eh leer, weil sich dort Riesenspinnen eingenistet hatten. Er und seine Arbeiter trauten sich im Moment nicht mehr in die Mine und befürchteten, das die Tiere bald herauskommen würden. Die Wachen, die man zum Schutz der Mine und des Ortes wegen des Bürgerkriegs abgestellt hatte, trauten sich auch nicht hinein. Elizah überlegte nicht lange. In den Bergen in ihrer Heimat mussten sie oftmals gegen diese Riesenspinnen vorgehen, die sich schnell zu einer Plage entwickeln konnte. Mit Pfeil und Bogen war ihnen normalerweise schnell beizukommen. Glücklicherweise hatte sie ihren Bogen mitgenommen. So sagte sie Filnjar, das sie sich um das Problem kümmern würde. Es dauerte keine halbe stunde, da die Mine nicht sonderlich groß war, da kam sie wieder hinaus und teilten den draußen wartenden mit, das die Mine von den Viechern gesäubert sei. Zur Belohnung gab er ihr einen Haufen Gold, den sie eigentlich nicht annehmen wollte.
In der Zwischenzeit war auch Faendal auf seinem alten Wallach angekommen, der nur so vor schweiß triefte. Die Stute von Elizah war nicht halb so nass gewesen, als sie ankamen und hatte sich in der Zwischenzeit wieder erholt, so dass sie sich auf den Rückweg machen konnte. „Ich sagte doch, ich brauche keine Begleitung“, meinte sie nur, als sie sich auf das Tier schwang und auf den Rückweg machte. Irgendwie tat er ihr leid, denn er meinte es ja nur gut, aber sie wollte einfach keinen Aufpasser haben.
Als sie bei den Ställen ankam, wunderte sich Hofgir, wo sie denn ihren Begleiter gelassen hätte. Elizah zuckte nur mit den Schultern: „Er wird schon irgendwann kommen, sein Pferd ist halt etwas langsam.“ Dann sattelte sie die Stute ab und begann sie trockenzureiben. Als Elizah fertig war ging sie durch das Nordtor wieder in die Stadt. Heute standen dort andere Wachen und ließen sie ohne irgendwelche Anstalten passieren. Sie lief schnell hinunter zu Elgrims Laden, um Hafjorg die Erzprobe zu bringen, damit sie dafür im Tausch das Daedraherz und das Trollfett erhielt. Als sie die Sachen holte sie sich noch etwas zu Essen vom Markt, das sie sich später zubereiten konnte und ging dann nach Hause.

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Samstag, 10. November 2012, 13:14

005 Malacath

Am nächsten Morgen machte Elizah sich zeitig zum Stall auf und sich die Stute noch mal zu leihen. Hofgir und Shadre waren schon mit dem Grossteil ihrer morgendlichen Stallarbeit fertig. Auf einem der Strohballen saß Faendal. „Ihr seid spät dran, Elizah. Ich hatte euch schon früher erwartet.“ Elizah seufzte und ignorierten den Elfen. Sie ging zu Hofgir um nach der Stute zu fragen. „Natürlich könnt ihr sie bekommen, ihr kommt mit ihr ja gut zurecht.“ Elizah bedankte sich gab ihm das Gold und fing an die Stute zu satteln. Faendal hatte vorsorglich auch schon ein Pferd gesattelt. Diesmal nicht den alten Wallach, sondern einen jüngeren kräftigeren, der am Abend zuvor wieder zurückgebracht worden war.
So ritten dann beide Schweigend zum Dorf der Orks. Elizah ritt dabei vor und Faendal hielt sich im Hintergrund.
Als die beiden das Lager der Orks erreichten schien es, als Hätte Atub sie schon erwartet. Sie stand am Zugang zum Lager und begrüßte sie. Elizah übergab ihr das Daedraherz und Trollfett. Daraufhin bat die Schamanin sie, ihr zu folgen, denn sie wäre nun zu einem Teil des Rituals geworden, das sie durchführen musste um ihren Gott wieder Gnädig zu stimmen. Auch wenn sich Elizah unwohl in ihrer Haut fühlte, denn für sie war mit der Beschaffung der Zutaten ihre Aufgabe erledigt, folgte sie der Frau in das Langhaus von Lagashbur.
Im Haus ging die Schamanin zu Yamarz, dem Häuptling, des Stammes. Elizah und Faendal hielten sich im Hintergrund. Nur widerwillig, wie es Elizah schien, ließ sich der Häuptling dazu bringen mit nach draußen zu kommen, damit Atub das Ritual durchführen konnte, damit der Fluch aufgehoben werden konnte. Sie gingen zu einer Art Altar vor dem Landhaus. Diverse herumstehende Orks wirkten ungehalten über die Anwesenheit von Fremden, aber Atub bedachte sie mit einem strengen Blick und sie zogen sich schweigend zurück.
Atub legte das Daedraherz in das Trollfett in eine mit Reisig gefüllte Schale und streute noch ein paar Kräuter darüber. Dann entzündetet sie das Reisig und begann mit ihrer Beschwörung. Der Rauch wurde immer stärker und stank fürchterlich. Elizah musste sich mühe geben nicht zu offensichtlich zu würgen und husten. Dann hörten sie eine dunkle tiefe Stimme, die aus den Flammen heraus zu kommen schien. Malacath, der daedrische Fürst des Betrugs, der gebrochenen Versprechen und der Flüche. Er verlangte das Yamarz, der Häuptling sich zu seinem Schrein in der Fahlsteinhöhle begeben sollte, um die dort lebenden Riesen, die seinen Schrein entweihten zu vertreiben. Als Beweis, dass sie fort waren, wollte der Fürst, das Yamarz die Keule des Anführers hierher zurückbrachte. Nachdem er seine Forderungen gestellt hatte, verklang die Stimme, und der Rauch wurde vom Winde verweht.
Ungehalten ging der Häuptling auf Elizah zu. „Das ist alles eure schuld“, fauchte er sie an. „Ihr werdet mich begleiten und den Rücken freihalten.“. Elizah wollte widersprechen, denn diese Angelegenheit ging sie nun wirklich nichts an und sie hatte andere Ziele. Aber die umstehende Orks schienen derselben Meinung wie ihr Anführer zu sein, also beschloss sie gute Mine zum bösen Spiel zu machen und sagte zu, Yamarz vor der Höhle zu treffen.
Die Höhle befand sich nordöstlich von Rifton. Sie würden, wenn sie zügig ritten am Abend dort ankommen. Faendal war nicht sonderlich begeistert das Elizah sich darauf eingelassen hatte, den Häuptling zu begleiten. Riesen waren sehr stark und auch wenn sie schwerfällig wirkten konnte sie blitzschnell zuschlagen. Und wo sie trafen wuchs so schnell kein Gras mehr.
Yamarz erwartet Elizah und Faendal schon vor der Höhle. Obwohl die beiden zu Pferd waren war der Ork schneller gewesen und auf ihnen unbekannten Pfaden zur Höhle gelaufen. Elizah machte den Vorschlag, erst mal zu ruhen und dann am folgenden Morgen die Höhle zu betreten, aber davon wollte der Ork nichts wissen und so begaben sie sich dann gleich hinein. Die Pferde wurden vor der Höhle angebunden. Elizah hoffte, das sich keine wilden Tiere in der Nähe befinden würden.
Die Höhle, die sie betraten war riesig. Innen drinnen floss ein breiter Wasserlauf. Sie mussten erst mal ein ganzes Ende nach unten gehen. Überall konnte man die Wegmarken und Malereinen der Riesen erkennen. Aber zunächst trafen sie glücklicherweise auf keine der sich hier eingenisteten Höhlenbewohner. Yamarz ging vor und Elizah und Faendal folgten mit gespannten Bögen. An einem großen Lagerfeuer sahen sie einen Riesen friedlich sitzen. Sie beschlossen, sich an ihn vorbei zu schleichen. Yamarz führe sie durch eine flachen Bach in einen weiteren Höhlenbereich. Hier hatten sie nicht so viel Glück. Ein Riese entdeckte sie und so mussten sie gegen ihn kämpfen. Aus dem Hintergrund schossen Elizah und Faendal um die Wette, immer dabei bedacht den Ork nicht zu erwischen, der frontal auf den Riesen losgegangen war. Der Kampf war bald vorbei und die drei schlichen sich weiter vor. Unterwegs trafen sie noch auf mehrere riesige Frostbissspinnen, die kein großes Problem darstellten. Nach einem weiteren schmalen Gang verließen sie die Höhle und gelangten in ein großes Tal. In der Mitte befand sich der Schrein von Malacath erfuhren Elizah und Faendal von Yamarz. Sie waren noch nicht weit gegangen, da blieb der Orkhäuptling plötzlich stehen und dreht sich zu seinen beiden Gefährten um.
„Ich möchte euch ein Angebot machen.“ Elizah schwieg und sagte nichts. Faendal war es der fragte um was es gehen würde.
„Ihr werdet den Riesen töten. Ich werde hier warten. Wenn ihr ihn erledigt habt, bringt ihr mir seine Keule und ich werde im Dorf erzählen, das ich den Riesen beseitigt habe. Ihr werdet für euer Schweigen fürstlich belohnt werden. Was haltet ihr davon?“
Elizah sah Yamarz an und sagte nur ein Wort. „Nichts.“ „Sie hat Recht, es ist eure Aufgabe und die werdet ihr auch selbst in Angriff nehmen. Wir bleiben im Hintergrund und stehen euch wie schon vorhin als Unterstützung mit den Bögen zur Verfügung.“
Kaum hatte der Elf das gesagt, wollte Yamarz wütend auf die beiden losgehen. Bevor er aber dazu kam, hörten sie schon die mächtigen Schritte eines sehr, sehr großen Wesen. Der Riese, schien ihr Gespräch mitbekommen zu haben und sich für seine Verhältnisse leise angeschlichen. Er war noch mal ein Ende größer als seine Gefährten, die sie zuvor in der Höhle gesehen oder getötet hatten. Mit seiner Keule holte er einmal schwungvoll aus. Es gelang Faendal gerade noch Elizah zu Seite zu stoßen, bevor die Keule des Riesen auf dem Boden einschlug, wo sie zuvor stand. Vollkommen überrascht stand sie nun da. Glücklicherweise hatte der Riese sich aber erst mal auf Yamarz konzentriert, der verzweifelt versuchte ihn mit seinem Schwert auf Abstand zu halten. Das nutze Faendal um Elizah weiter fort zu ziehen und sich mit ihr auf einem höher gelegenen Absatz zurückzuziehen, wo der Riese hoffentlich ihnen nicht hinfolgen würde. Nachdem sich Elizah wieder gefangen hatte, griff sie wie schon Faendal zu ihrem Bogen und begann von ihrem sicheren Standort auf den Riesen zu schießen, der sich über den regungslosen Orkhäutpling gebeugt hatte, um ihn zu durchsuchen. Er bot so ein sehr gutes Ziel und mit wenigen gut platzierten Pfeilen ging er dann schwer verletzt zu Boden. Elizah und ihr Gefährte schossen noch ein paar weitere Pfeile ab und warten noch einige Zeit nachdem sich der Riese nicht mehr bewegte, bevor sie sich von ihrem erhöhten Vorsprung hinab begaben.
Yamarz war wie sie vermutet hatten tot. Er hatte aber, bevor er zu Boden ging dem Riesen noch eine schwere Wunde zugefügt. Auch wenn er sich zuvor nicht gerade wie ein Häuptling aufgeführt hatte, war er doch tapfer im Kampf gestorben. Elizah fand nun Zeit sich bei Faendal zu bedanken, weil ohne ihn wäre sie nun wohl schon in Sorvengarde. Anschließend nahm sie die Waffe des Riesen an sich und dann beschlossen sie gemeinsam, sobald sie bei den Pferden waren, erst mal etwas zu schlafen und am nächsten morgen zurück zum Lager der Orks zu reiten. In der Nacht hielten sie abwechselnd Wache, denn man wusste ja nie was kommen könnte. Glücklicherweise blieb die Nacht aber ruhig und so machten sich die beiden früh am nächsten Morgen auf, um die Waffe zurückzubringen.
Am Nachmittag erreichten sie Lagashbur. Auch wenn Elizah sich nun nicht mehr so anstellte, das Faendal sie begleitete, redeten sie kaum ein Wort miteinander. Im Lager wurden sie schon von Atub erwartet. Die Orkschamanin wunderte sich, das Yamarz nicht bei ihnen war. Elizah erzählte mit wenigen kurzen Worten, er wäre Ehrenvoll im Kampf gegen den Riesen gestorben. Atub war froh das zu hören, aber als sie sich dem Altar näherten dröhnte plötzlich wieder Malacaths Stimme durch das Lager und die Luft um den Altar flimmerte. Er widersprach der Aussage, Yamarz wäre ehrenhaft gestorben und bezeichnete ihn als Lügner und Feigling. Elizah schwieg und auch Atub sagte kein Wort. Dann forderte Malacath Elizah auf die Waffe des Riesen auf den Altar zu legen. Nachdem sie das tat, fragte Atub vorsichtig, ob ihr Stamm nun vom Fluch befreit worden wäre? Sie bekam nur zur Antwort, man würde sehen was die Zukunft bringe und ob und wie sich der Stamm nun tapfer den Herausforderungen, die noch auf sie zukommen würden stellen. Er benannte auch gleich einen neuen Häuptling. Es sollte Gularzob werden. Dann verschwand das Flimmern. Malacath war fort. Der neue Häuptling schien nicht glücklich mit der Aufgabe zu sein, aber er würde sich bemühen den Stamm besser zu führen als es Yamarz getan hatte. Er gehörte zu denen, die etwa gegen die Gegenwart von Elizah und Faendal hatten. Nun lud er sie ein, die Nacht im Lager zu verbringen und sie wären jederzeit als Freunde willkommen. Elizah bedankte sich wieder nur kurz, beschloss aber gleich nach Rifton zurück zu kehren um am nächsten morgen sich dann endgültig auf zur Dämmerwacht zu begeben.

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Dienstag, 14. Mai 2013, 20:21

006 Die Dämmerwacht

Es war sehr früh am Morgen als Elizah ihre Sachen zusammenpackte. Draußen war es noch dunkel. Durch das Fenster konnte Elizah sehen, das es neblig war. Sie hoffte zeitig genug zu sein und das Faendal noch schlief. Leise verließ sie das Haus und ging hinter den Ställen herum, um den Weg zu finden der zu Stendars Stern führte. Dort in der Nähe sollte sich der Eingang zur Dämmerwacht befinden, wie sie aus den Gesprächen zwischen den Wachen von Rifton gehört hatte.
Kaum hatte sie die Hauptstraße erreicht, hörte sie schnelle schritte hinter sich. Sie sah sich um und schüttelte leicht den Kopf, ohne was zu sagen. Faendal war ihr gefolgt. Ohne ihm weitere Beachtung zu schenken ging sie weiter. Zu Fuß brauchten sie fast drei Stunden um zu dem Eingang zu gelangen. Elizah hatte den Weg bis hierher kürzer in Erinnerung, aber damals saß sie auf einem Pferd. Der Eingang zum Canon der Morgenröte, wie das Gebiet genannt wurde, war gut versteckt. Aber man hatte an einer der Birken neben dem Zugang ein Zeichen in die Rinde geritzt Sie sah sich noch mal um, bevor die den mit Hängemoos bedeckten Eingang betrat, dann trat sie in den dunklen Gang. Nachdem sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte sie gut 20 weiter hinten ein helles Schimmern erkennen. Das musste der Ausgang sein. Ganz Vorsichtig und langsam ging sie Schritt für Schritt weiter. Elizah dachte, es wäre Sinnvoll gewesen, eine Fackel mitzunehmen. Aber auch so schaffte sie es, den Ausgang zu erreichen Faendal folgte ihr wie ein Schatten.
Hinter dem Gang kam eine zu beiden Seiten von Felsen umgebene Schlucht, der sie eine halbe Stunde lang folgten. Dann wurde die Schlucht breiter und sie gelangten zu einem kleinen See an dem ein Fischerboot lag und ein paar Netze gespannt waren. Der See wurde von mehreren Wasserfällen gespeist. Es war ein malerischer Anblick, wo jetzt auch langsam die Sonne durch die Wolken kam. Vor den Netzen saß ein junger Mann im Gras und aß einen Apfel. Er trug einfache bäuerliche Kleidung. An seinem Gürtel hin eine alte Axt.
Als er Elizah und Faendal kommen sah sprang er auf.
„ Hallo, ihr da“, rief er mit fröhlicher Stimmer. „ Seit ihr auch auf den Weg zur Dämmerwacht?“
Elizah sagte nichts, sie wollte ihre Ruhe haben und eigentlich alleine sein. Daher antworte Faendal an ihrer Stelle.
„Ja, das sind wir.“
„Das freut mich sehr. So ganz alleine irgendwo neu hinzukommen ist doch immer etwas unangenehm. Ich heiße übrigens Agmaer. Bin in Rorikstatt aufgewachsen und als ich hörte, das Vampire ihr Unwesen treiben, habe ich beschlossen, mich gegen sie zu stellen. Und nun bin ich hier.“ Er sah die beiden fröhlich an. „Ich habe gerade Mittagsrast gemacht, wie sieht es aus, möchtet ihr auch ein paar Äpfel? Ich habe noch genug dabei.“ Er nahm eine der Äpfel aus seinem Beutel und wollte ihn Elizah reichen.
Diese ignorierte ihn und setzte ihren Weg schweigend fort. Agmaer sah ihr verwirrt nach. „Habe ich etwas Falsche gesagt oder getan“, fragte er Faendal. „Ich wollte doch nur freundlich sein.“
Faendal nahm ihn den Apfel aus der Hand. „ Ignoriert es einfach. Sie redet nicht mit jedem.“
Dann folgten er und Agmaer Elizah. Man merkte Agmaer an, das er recht aufgeregt und unsicher war und sich insgeheim davor fürchtete sich der Dämmerwacht anzuschließen, aber er hatte es sich in den Kopf gesetzt und würde es irgendwie durchziehen. In seinem bisherigen Leben hatte man ihn kaum etwas zugetraut und er durfte meist die einfachen Arbeiten verrichten. Sein Familie diente einem Großbauern als Knechte. Er selbst musste auch schon frühzeitig mit hinaus auf die Felder und arbeiten. Wie oft hatte er es sich gewünscht Lesen und Schreiben zu lernen, wie die Meisten der anderen Kinder es taten, aber seine Mutter konnte es auch nicht und sein Vater nur ganz wenig und hatte auch weder die Zeit noch die Lust es dem Jungen bei zu bringen.
Als er älter wurde, wurde er oftmals von den anderen Kindern aufgezogen, weil er nicht so viel wusste wie sie. Sie hielten ihn für dumm. Trotzdem bewahrte er sich sein fröhliches Gemüt. Sein Vater starb als er 14 Jahre alt wurde. Er wurde von einem Wild gewordenen Zuchtbullen über den Haufen gerannt und starb kurze Zeit später an den inneren Verletzungen, die er sich zugezogen hatte. Vor zwei Monaten folgte ihm seine Mutter ins Grab, deren wegen er weiter auf dem Hof geblieben war, denn alleine konnte sie ihre Arbeit dort nicht mehr Bewerkstelligen und so nahm ihr Agmaer das Meiste ab. Der alte Bauer hatte fast zeitgleich den Hof an seinen jungen Sohn übergeben, der Agmaer nie sonderlich mochte. Daher beschloss Agmaer fort zu gehen. Er überlegte lange was er tun sollte. Sollte er sich der Armee in Einsamkeit anschließen? Oder zu den Sturmmänteln gehen? Beides gefiel ihm nicht sonderlich, denn das würde bedeuten, das er Menschen umbringen musste. Und das war etwas was ihm gar nicht gefiel. Als er dann eines Tages im Gasthof hörte, das die Dämmerwacht sich neu Formierte um gegen eine neu aufziehende Gefahr zu kämpfen, beschloss er nach Rift zu gehen und sich der Gruppe anzuschließen. Und nun war er hier.
Auf dem Weg zur Festung, die riesig erschien, erzählte Agmaer Faendal fast seine gesamte Lebensgeschichte. Elizah, die ein ganzes Ende vor den beiden ging bekam davon nichts mit.
Am Eingang der Festung wurden sie von Celann empfangen. Er gehörte der Dämmerwacht schon recht lange an.
„Ah neue Rekruten“, begrüßte er die Ankömmlinge. „Da wird sich Isran freuen. Geht einfach rein. Er sollte in der großen Eingangshalle zu finden sein.“
Er öffnete ihnen das Tor und lies sie eintreten. In der Mitte der Eingangshalle sahen sie eine Mann stehen, der mit einer Armbrust übte. Agmaer blieb ehrfurchtsvoll zurück während Elizah auf den Mann zuging. Faendal folgte ihr in einigem Abstand. Dieser senkte die Waffe und sah sich die drei Ankömmlinge genau an. „Was führt euch zu uns?“
„Ich habe gehört, das ihr gegen Vampire kämpft. Darum bin ich hierher gekommen.“
Das habt ihr richtig verstanden. Diese Vampire werden immer mehr aber niemand will es wahr haben. Aber es freut mich, das es doch einige gibt, die die Gefahr erkannt haben und hierher gekommen sind. Also seid Willkommen.“ Wieder musterte er die drei. „Wie steht es um eure Kampfkunst? Wenn ihr Vampire besiegen wollt, müsst ihr den Umgang mit Waffen gelernt haben.“
„Ihr da Junge, kommt mal her.“ Er bedeutete Agmaer näher zu treten. „mit welcher Waffe könnt ihr umgehen?“
Agmaer wurde rot. „Nun,“ begann er stockend, „Ich kann mit meiner Axt umgehen.“ Hilfesuchend sah er sich zu Elizah und Faendal um, die aber beide nichts sagten.
„Wir werden sehen, ob euch die wirklich hilft.“ Dann sah Isran Elizah an. „ Seid ihr schon mal einem Vampir begegnet?“
Elizahs Gesicht wirkte plötzlich wie versteinert. „Ja“, sagte sie tonlos. So hatte Faendal sie noch nie gesehen.
„Habt ihr das Schwert, das ihr bei euch tragt schon mal benutzt?“
Elizah sah auf die alte schartige Klinge, die sie in Helgen an sich genommen hatte und seitdem bei sich trug. Dann blickte sie Isran in die Augen und sagte wieder nur kurz „Ja.“
Isran schwieg kurz und sah Faendal an. „Ihr zumindest seht aus, als würdet ihr mit euren Waffen umgehen können.“
Dann wandte er sich wieder an alle drei.“Folgt mir. Ich zeige euch wo ihr schlafen könnte. Erwarte keinen großen Komfort. Wir haben bisher nicht viel und ihr werdet euch mit einfachen Feldbetten zufrieden geben müssen.“ Er ging vor und brachte sie in einen großen Raum, in dem schon ein paar Feldbetten aufgestellt waren. Isran deutete auf eine Nische, wo weitere betten gestapelt waren, „Nehmt euch jeder seines und stellt es hin wo ihr wollt. Dann sah er noch mal Elizah an. Nebenan haben wir noch alte Reste von den Wandbehängen. Die könnt ihr nutzen um euch eine Art Trennwand zu basteln. Die alten Waffenständer, die dort auch gelagert sind, sollten geeignet sein, um die Wandbehänge daran zu befestigen.
Elizah nickte und ging nach nebenan, um sich dort die notwendigen Dinge zusammen zu suchen. Auch einen Hammer und Nägel Fand sie dort. Sie schleppte, was sie brauchte hinüber und begann sich eine Sichtschutz zu bauen, um so von den anderen etwas getrennt zu sein. Sowohl Faendal als auch Agmaer wollten ihr helfen, doch sie wies jeder Hilfe zurück. Isran, der sie die ganze zeit beobachtete wusste nicht was er von ihr halten sollte.
Faendal, der Waldelf schien zu dem Mädchen zu gehören. Er schien ihr Beschützer und Aufpasser zu sein. Um ihn musst er sich keine Sorgen machen, denn er schien zu wissen was er tat. Das Mädchen selbst stellt ihn vor ein Rätsel. Sie wirkte verschlossen und unnahbar. Sie sah nicht danach aus, als wäre sie eine Kämpferin, und trotzdem hatte sie nicht den Eindruck auf ihn gemacht, sie hätte gelogen, als sie sagte, sie hätte das Schwert schon benutzt. Vielleicht hätte er die Frage nur anders formulieren sollen? Der Junge hatte jedenfalls noch nie eine Waffe in der Hand gehabt und die Axt bisher nur an Holz genutzt. Isran würde. Während Sich die drei Neuankömmlinge noch etwas einrichtete, ging Isran hinaus zu Celann.
„Ihr werdet mit nachher beginnen dem jungen und das Mädchen den Umgang mit dem Schwert bei zu bringen. Sie sehen mir beide nicht danach aus, als hätte es jemals gelernt.“ Celann nickte. Dann ging Isran erst mal wieder alleine rein und begab sich zu den dreien.
„Folgt mir in die Eingangshalle. Ich möchte das ihr, er sah dabei Elizah und Agmaer an, den Umgang mit der Armbrust erlernt.“
Als sie die halle erreicht hatten, nahm er eine Waffe von einer der Kisten und zeigten den beiden wie man sie lud, damit zielte und abschoss. Dann drückte er den beiden jeweils in die Hand und wies sie an auf eine der Kisten zu zielen. Elizah kam die Waffe am Anfang unhandlich und klobig vor. Sie fragte warum sie nicht ihren Bogen nutzen konnte. „Die Armbrust hat ein wesentlich größer Durchschlagskraft als so ein Bogen. Gerade wenn die Gegner schon recht nah dran sind, können sie durch die Wucht des Bolzen zurück gestoßen werden. Das gibt euch mehr Zeit um das Schwert oder die Axt zu ergreifen.“ Das klang einleuchtend, fand Elizah und nickte stumm. Nach einigen Versuchen bekam sie ein Gefühl für die Waffe und es gelang ihr die Kiste zu treffen. Nach einigen weiteren Versuchen landeten die Bolzen fast alle in dem mittleren Teil der Kiste. Isran Lobte sie. „Das sieht sehr gut aus. Ihr habt wirklich Talent im Umgang mit dieser Art Waffe.“ Elizah schwieg einfach nur.
Bei Agmaer lief es nicht so gut. Er war ziemlich aufgeregt und dadurch nicht ruhig genug, um vernünftig zielen zu können. Und die Fehltreffer ärgerten ihn sehr, so das er noch verbissener und verkrampfter versuchte die Kiste zu treffen und es erst recht schief ging. Nach gut einer Stunde ließ Isran die Übung unterbrechen. Zeit fürs Abendessen. Celann, der zwischenzeitlich hineingekommen war hatte einen Eintopf zubereitet. Eingenommen wurde er an der Großen Tafel vor dem Schlafsaal. Auch der Ork Durak hatte sich zu ihnen Gesellt.Während des Essen stellte Isran diverse Fragen zu Herkunft seiner drei neuen Schützlinge. Während Agmaer und Faendal recht locker antworteten, schwieg Elizah lieber. Isran versuchte nicht sie zu drängen. Wenn sie nichts sagen wollte, dann eben nicht.
Nach dem Essen half Elizah Celann beim Abräumen und Saubermachen. Aber auch dabei schwieg sie durchgehend und sagte kaum ein Wort. Als sie fertig waren ließ Isran Agmaer und Elizah wieder in die große Eingangshalle kommen. Celann kam gleich darauf zu ihnen. Er hatte ein drei Holzschwerter dabei. „Lasst nun mal schauen wie ihr damit umgehen könnt, lächelte er. Dann drückte er Elizah und Agmaer je eines in die Hand. Durak, Isran und Faendal hatten sich in den Zugang zum Speisebereich gestellt und beobachteten die drei anderen.
Zuerst Sollte Agmaer zeigen, wie er mit dem Holzschwert umgehen konnte. Der junge Mann wusste nicht so recht wie er es halten sollte. Probehalber ließ er es dann ein paar mal durch die Luft schlagen. Er fühlte sich auch nicht sonderlich wohl, das Isran, Durak und Faendal ihnen zusah. Das verunsicherte ihn wieder. Zaghaft griff Agmaer dann Celann an. Dieser schlug ihm ohne Mühe das Schwert aus der Hand. „Ihr müsst es schon festhalten“, lachte Celann fröhlich. Agmaer wurde rot und sammelte das Schwert gleich wieder auf und versuchte es noch mal. Diesmal brauchte Celann ein wenig länger um ihn zu entwaffnen. Agmaer ließ den Kopf hängen. „Ich glaube ich sollte doch lieber wieder gehen. Mir scheint ich bin vollkommen ungeeignet, was das kämpfen angeht.“ sagte er leise. Celann trat auf den jungen Mann zu. „Nicht gleich aufgeben, mein Freund. Ihr könnt es schaffen, wenn ihr wollt. Ihr müsst nur ordentlich üben und dann wird es schon werden.“ Er lächelte Agmaer aufmunternd an. „ Glaubt ihr wirklich?“ Celann nickte freundlich. Dann drehte er sich zu Elizah um. „Und nun ihr.“
Elizah nahm ihr Schwert fest in ihre Hand und ging sofort zum Angriff damit über. Sie schlug einfach wild auf Celann ein. Aber es nützte ihr nicht viel, nach wenigen Augenblicken wurde auch ihr das Holzschwert aus der Hand geschleudert. „Hui, da ist aber jemand aggressiv am Werke.“lachte Celann wieder. „Ihr habt keine Angst die Waffe zu verwenden. Allerdings bringt es auch nicht viel, blindlings auf den Gegner einzuschlagen.“ Er machte eine kurze pause bevor er weitersprach.
„Ich denke die nächste Zeit werden wir viel zu tun haben, um euch beiden zu lehren, wie man richtig mit einem Schwert umgeht. Für heute jedenfalls soll es genug sein.“ Sie legten die Holzschwerter zur Seite.
Während sich die anderen wieder an den Tisch setzten, wo sie zuvor das Abendessen eingenommen hatten und sich angeregt unterhielten., beschloss Elizah sich ein wenig oben in der Festung umzusehen. Draußen auf einem der Türme setzte sie sich dann auf eine Kiste, und sah der untergehenden Sonne zu. Die Monde standen schon hoch am Himmel, als sich Elizah wieder hinunter begab. Sie begab sich zu ihrem Bett und legte sich schlafen. Das erste Mal seit langer Zeit schlief sie auch gleich ein.

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Donnerstag, 16. Mai 2013, 23:56

007 Die Trübwasserhöhle

In den nächsten Tagen und Wochen trainierte Celann Elizah und Agmaer, wann immer es ging, im Schwertkampf. Mit seiner ruhigen Art, war er als Lehrer hervorragend geeignet und auch Agmaer wurde langsam während des Trainings immer ruhiger und war nicht mehr so aufgeregt. Jedenfalls solange kein anderer zusah. Celann war stolz, wie gut sich die beiden in der kurzen Zeit gemacht hatten. Wenn er seine beiden Schüler gegeneinander kämpfen ließ, war es schwer zu sagen, wer von beiden besser oder schlechter war. Sie hatten bei ihren eigenen Stil entwickelt und wenn Agmaer nicht immer so verdammt schüchtern reagieren würde, wenn andere in der nähe waren, dann hätte er Elizah, was den Umgang mit dem Schwert anging schon längst überholt. Aber dem jungen kamen immer wieder Selbstzweifel an sich, die ihn zurückfallen ließen und Celann ihn erst mal langsam wieder aufbauen musste. Er hatte gehofft Elizah würde auch etwas mehr auf den jungen Mann eingehen, aber sie war wie zu allen anderen auch stets gleichbleibend kühl und unnahbar und sprach nur wenn es unbedingt notwendig war. Mit der Zeit gewöhnten sich alle an ihre Art und versuchten auch nicht mehr sie dazu zu bewegen auch mal etwas von sich aus zu sagen.
Im Umgang mit der Armbrust war Elizah nicht zu schlagen. Nach zwei Wochen traf sie auch bewegliche Ziele fehlerfrei. Agmaer war da immerhin froh, das er irgendwo innerhalb der Kreise auf den Zielscheiben, die man in dem einen Flügel der Festung aufgebaut hatte, traf.
Während Elizah und Agmaer ihre Trainingseinheiten absolvierten, war Durak wieder aufgebrochen um in ganz Himmelsrand nach weiteren Rekruten zu suchen. Isran arbeitete daran, den Trank den er entwickelt hatte und der verhinderte, das man in einem Vampir verwandelt wurde, wenn man einem einem erwischt wurde, zu verbessern. Problem war halt nur, das es kaum Versuchspersonen gab, die ihn testen konnten. Aber wenn ihm zu Ohren kam, es hätte einen Vampirüberfall in der Umgebung auf einen der kleinen Höfe gegeben brach er meist sofort auf und nahm seinen trank mit. Und von denjenigen, die von diesen Vampiren verletzt wurden, überlebte jeder, der es innerhalb von wenigen Stunden einnahm. Demzufolge musste das Mittel wirksam sein. Da Faendal keine besondere Aufgabe in der Festung hatte und auch wusste, das Elizah hier nichts gesehen würde, ging er öfters auf Jagt, um die Vorräte aufzufrischen.
Nachdem die drei Neulinge vier Wochen in der Festung waren kam eines Tages ein älterer Mann zur Festung. Er gehörte den Wächtern Stendars an. Isran war nicht gerade erfreut den Mann hier zu sehen. Isran schien früher wohl auch den Wächtern angehört zu haben, aber dann gab es mit dem Anführer und einigen weiteren Personen wohl recht heftige Auseinandersetzungen, so das sich Isran und auch ein paar andere von der Wächtern getrennt hatten und ihrer eigenen Wege gegangen sind. Und nun kam dieser Tolan hierher und bat um Hilfe.
Eine Gruppe Vampire hat anscheinend die Halle der Wachsamkeit, den Hauptsitz der Wächter von Stendar überfallen, alle dort anwesenden Wächter getötet und dann die Halle niedergebrannt. Die Vampire sollte etwas in einer in der nähe befindlichen Höhle gesucht haben. Was genau, wusste Tolan nicht. Isran überlegte lange, was er tun sollte. Noch war seine Gruppe nicht soweit. Durak war unterwegs nach neuen zu suchen, Celann brauchte er hier um ihn bei den Neulingen zu helfen und der Ausbau der Festung musste weiter vorangetrieben werden.
Einzig Faendal traute er zu, die Aufgabe zu bewältigen, aber er hatte erkannt, das dieser nur hier war, weil er sich dazu berufen fühlte, auf das Mädchen auf zu passen. Also konnte er ihn leider nicht mit Tolan mitschicken. Das Mädchen war im Umgang mit der Armbrust sehr gut und solange sie die Möglichkeit hatte die Gegner aus der Entfernung unschädlich zu machen, dürfte es für sie kein Problem sein. Im Kampf mit dem Schwerst, zeigte sie zwar das es ihr nichts ausmachte, jemanden anzugreifen, aber dabei ging sie noch zu ungestüm vor und vergaß schnell, das man manchmal auch blocken oder sich vorübergehend zurückziehen musste um einen neuen Angriff sauber durchzuziehen.
Den jungen konnte er auf alle Fälle nicht losschicken, auch wenn er sich geschickt mit dem Schwert anstellte, so geriet er doch noch zu schnell aus dem Gleichgewicht. Nicht körperlich, aber doch geistig, da er sich selbst immer als schlechter sah, als wie er wirklich war. Er versuchte das zwar durch seine fröhliche Art herunter zu spielen, aber es änderte nichts daran, das er noch nicht soweit war, um raus zu gehen.
Also entschied sich Isran, Faendal und Elizah Tolan zur Seite zu stellen. Sie würden am nächsten Morgen aufbrechen. Elizah freute sich endlich was tun zu können. Als sie die Festung verließen sah Agmaer ihnen traurig nach. Er wäre gerne mitgekommen. Sie beschlossen sich in Rifton Pferde zu besorgen und dann zu reiten.
Die Trübhöhle befand sich irgendwo südlich von Dämmerstern oben in den Bergen. Sie würden, wenn sie flott ritten sechs Tage brauchen um die Höhle zu erreichen. Das Wetter sorgte dafür das sie doch etwas länger brauchten Am späten Nachmittag des siebten Tages nach ihren Aufbruch von der Dämmerwacht Festung, erreichten sie die zerstörte Halle der Wachsamkeit. Vorsichtig, da sie nicht wussten, ob sich möglicherweise noch Vampire oder anderes Gesindel hier aufhielten, machten sie in sicherer Entfernung halt und Faendal schlich vorsichtig näher, um sich umzusehen. Es war alles ruhig und niemand war dort. Die drei beschlossen, ihr Nachtlager hier aufzuschlagen und am nächsten Morgen den Aufstieg zur Höhle zu machen. Während Elizah sich um ein kleines Feuer kümmerte, an dem sie die Kaninchen, die sie unterwegs erlegt hatten braten konnten, kümmerte sich Faendal um die Pferde. Tolan wollte sich noch etwas umsehen und ging den Pfad zur Höhle entlang. Als Tolan eine Stunde später noch nicht zurückgekehrt war begann sich Elizah und Faendal sorgen zu machen. Elizah stand auf, nahm ihre Armbrust, die sie auf ihre Schafstätte gelegt hatte und folgte Tolan dem Pfad hinauf. Faendal tat es ihr innerlich fluchend nach. Er sollte derjenige sein,d er vorging, aber Elizah tat mal wieder was sie wollte.
Nachdem sie einige Zeit unterwegs waren, entdeckten sie weitere Spuren. Jemand musste vor ihnen hier gewesen sein. Tolan hatte es bemerkt und war den Spuren weiter gefolgt. Faendal schüttelte wieder mal den Kopf, nicht nur Elizah war unvernünftig, auch der Wächter, der es doch eigentlich besser wissen sollte, schien nicht besser zu sein. Denn sonst wäre er umgekehrt und hätte sie zur Verstärkung geholt. Faendal hatte die Spuren von mindestens drei Leuten ausgemacht.Es wurde war dunkel geworden, als sie den Eingang der Höhle fanden. Tolan war nicht hier draußen. Er musste, denjenigen gefolgt sein, die er bemerkt hatte.
Elizah fackelte nicht lange, sie nahm ihre Armbrust zur Hand und schlich in die Höhle. Faendal blieb nichts anderes übrig als ihr wieder zu folgen.
Nachdem sie den dunklen Gang ein paar Meter gefolgt waren sahen sie am Ende ein leichtes schimmern das von Fackeln kommen mussten. Sie vernahmen mindestens zwei Stimmen, die sich miteinander unterhielten. Langsam schlich Elizah weiter und bemühte sich keinen Lärm zu machen. Der Gang mündete in einer großen Höhle, durch deren Mitte ein Wasserlauf führte. Sie waren auf einem schmalen Vorsprung, der sich an der Felswand weiter entlangzog, bis er am Wasser, den Boden der höhle erreichte.
„Er war ein Dummkopf, einfach hier reinzukommen“, hörten sie eine weibliche Stimmte sagen.
„Da habt ihr recht, aber er hat sich tapfer geschlagen, drei von haben es mit dem Leben bezahlt.“
„Auch sie waren dumm, sie hätte ihn nie so nahe an sich ran lassen ....“ . Weiter kam die Frau nicht denn ihr Herz wurde von einem Bolzen durchbohrt und sie starb auf der Stelle. Elizah hatte die Frau im Fackellicht deutlich erkennen können. Ihr Gefährte stand neben einem Feuer so das auch er deutlich zu erkennen war. So schnell Elizah konnte, lud sie ihre Armbrust wieder nach und legte auf dem Mann an. Dieser trat im letzten Moment, nachdem er seinen Schreck überwunden hatte einen halben Schritt zur Seite, so dass Elizah ihn nur an der Schulter erwischte. Aber es reichte aus um ihn auch dem Gleichgewicht zu bringen und sie ihre Armbrust noch mal nachladen konnte. Faendal versuchte unterdessen, den Hund, der sich vor bei den Toten, die nahe des Feuers lagen befand zu erwischen. Das Tier, war schwarz wie die Nacht und kaum zu sehen. Nur seine Augen leuchteten rot und waren der einzige Anhaltspunkt im Dunkeln für Faendal. Da das Tier aber nicht gerade auf sie zu stürmte, sondern Haken wie ein Kaninchen schlug, brauchte auch Faendal mehrere Versuche um das Tier endgültig zu erledigen.
Nachdem die beiden Vampire und der Hund tot waren, warteten Faendal und Elizah noch einen Augenblick auf ihrem im Dunkeln liegenden Vorsprung. Als sich nicht weiter rührte, begannen sie hinunter zu schleichen. Sie fanden Tolan zwischen drei Vampiren und einem dieser Furchteinflössenden Hunde liegen. Er hatte sich wirklich wacker geschlagen und war am Ende der Übermacht unterlegen gewesen. Elizah durchsuchte die anderen toten und nahm ihnen was ihr Wertvoll erschien ab. Dann legte sie mehr Holz in das Feuer bis es Hell und riegig die Höhle erleuchtete.
„Los, die Leichen müssen ins Feuer.“ Faendal sah sie verständnislos an. „Warum?“ fragte er.
Elizah antwortete ungehalten. Wollt ihr das sie möglicherweise wieder erweckt werden? Nur wenn sie verbrannt werden oder man ihnen die Köpfe abschlägt, werden sie wirklich für immer und ewig vernichtet.“ Sie begann die Leichen zum Feuer zu ziehen und hineinzuwerfen. Der Geruch vom verbrannten Fleisch ließ sie fast ohnmächtig werden. Nach einigen Minuten war es geschafft, sowohl alle Leichen, als auch die Kadaver der Hunde waren dabei zu Asche zu werden.
Elizah ging vorsichtig zum Gitter, das sie entdeckt hatten. Sie hatte sich zuvor eine der Fackeln, die überall verstreut herum lagen genommen und entzündet, um mehr sehen zu können. Da hinter musste es noch tiefer in die Höhlen gehen. Aber das Gitter war verschlossen.Es war nichts Schlossartiges daran zu erkennen, mit dem man man es hätte öffnen können. Elizah suchte die Wand nach einem versteckten Schalter ab. Aber auch das brachte nichts. Dann sah sie sich noch mal in der Höhle um. Am gegenüberliegenden Ende sah sie eine Art Nische, durch die Licht schimmerte. Sie gab Faendal ein Zeichen, das sie sich dort umsehen wollte. Er folgte ihr mit gespannten Bogen. In dm hinteren Bereich schien man mal ein Paar räume ein den Felsen gehauen zu haben. Ein Treppe führte in einen höher gelegenen Raum.Hier war ein kleines Fenster, durch das man zu dem Gitter auf der anderen Seite der Höhle hinüber sehen konnte. An der Wand war eine Zugkette. Elizah zog einfach mal dran. Von der andere Seite der Höhle hörten sie ein quietschendes schleifendes Geräusch. Das Gitter schob sich zusammen und verschwand im Boden. Der Weg tiefer in die Höhle hinein war damit frei.
Sie folgten dem Gang hinter dem Gitter. Elizah hatte die Fackel wieder ausgemacht. Im Gang waren Fackeln angebracht die auch entzündet waren. Am ende des Gangs gelangten sie in einen Bereich, der noch größer zu sein schien wie der dem sie die Vampire getötet und anschließend verbrannt hatten. Sie bemühten sich um Dunkeln zu bleiben und von den sich hier befindlichen Feuerschüsseln, die ein wenig Licht spendeten fern zu halten. Faendal gab plötzlich einen leise zischenden Laut von sich. Er hatte auf der anderen Seite sich etwas bewegen gesehen. Elizah blickte in die Richtung in der dann wies. Dann sah sie es auch. Eine in einen dunklen Umhang gehüllte Gestalt stand dort. Sie hatte sie noch nicht bemerkt. Elizah nahm wieder ihre Armbrust und zielte zwischen die ganz blass auszumachenden rötlichen Augen. Ohne eine Lauf von sich zu geben wurde die Person etwas nach hinten geschleudert und ging dann zu Boden. Faendal und Elizah verharrten wieder ein paar Augenblicke ruhig, wo sie waren, bevor sie weitergingen. Die Tote Vampirin trug eine kleine Axt bei sich. Elizah wollte sie ihr Abnehmen, um ihr damit den Kopf vom Leib zu trennen, aber Faendal nahm ihr schweigend die Axt aus der Hand und tat das was gemacht werden musste.
Anschließend sahen sie sich um und sahen an der einen Seite einen weg nach oben führen. Am Ende war eine verschlossenen Gittertür, die sie aber mit dem Heble an der Seite öffnen konnte. Der nachfolgende Bereich musste von den alten Nords als Grabkammer genutzt und umgebaut worden sein. Überall an den Seiten waren Grabkammern in den Wänden zu sehen, in denen Mumien oder Skelette lagen. Von weiten sahen sie wie in der Hauptgrabkammer ein Vampir sich gegen zwei Drauge verteidigte. Niemand wusste warum manche der alten Nords aus Drauge wieder aufstanden und in den uralten Gräbern ihr Unwesen trieben. Der Kampf was schnell entschieden der Vampir und ein Drauge starben während des Kampfes. Den letzten erschoss Elizah. Wieder war es Faendal der dem Vampir den Kopf vom Leib trennte. Dazu nahm er diesmal einen der schweren Zweihänder, den die Drauge bei sich hatten.
Von diesem Raum aus gingen vier mit Gittern versperrte Gänge ab. Drei von ihnen waren Sackgassen, der vierte führte sie in eine größtenteils naturbelassenen Höhle. Auch hier mussten sie gegen einen Vampir kämpfen, der sie diesmal bemerkte. Trotzdem gelang es ihnen ihn mit Bolzen und Pfeilen zu erledigen, bevor er ihnen zu Nahe kommen konnte.
Wieder kamen sie in einen Bereich mit Grabstellen. Direkt vor ihnen lag eine Tote Frostbissspinne. Als sie sich ihr näherten erwachte diese zum Leben. Am Ende der Kammer sahen sie einen Vampir, der einen Zauber aussprach. Er schien die Frostbissspinne verzaubert zu haben. Während sich Elizah um das Tier kümmerte, diesmal mit ihrem Schwert, griff Faendal den Vampir an. Er bevor er ihn auch mit dem Schwert angriff verpasste der Waldelf ihm einen Pfeil zwischen die Rippen, der den Gegner etwas schwächte. Der Vampir ging schnell zu Boden.
Faendal meinte, sie sollten langsam umkehren und später wiederkommen, wenn sie sich etwas ausgeruht hatte. Elizah ignorierte sein Ansinnen und ging einfach weiter. Nach gut einer halben Stunden kamen sie in eine riesige Höhle in deren Mitte eine große Runde Plattform in einem See gebaut worden, die sich weiter unten befand. Sie hörten Stimmen, dann schrie jemand laut vor Schmerz auf, bevor er für immer verstummte. Elizah schlich vorsichtig nähe an die Mauer, die sich vor ihr befand uns sah hinunter. Dort entdeckte sie im schummrigen Licht drei Personen. Zwei von ihnen waren Vampire, wie sie an ihren Augen erkennen konnte, der dritte war ein Mensch. Er musste von den Vampiren verzaubert worden sein, das so das er ihnen widerstandslos diente.
Elizah gab Faendal ein Zeichen, das sie ich um den männlichen Vampir kümmern würde, er solle auf den weiblichen zielen. Vielleicht würde der Bann, den man über den Menschen gelegt hatte mit dem Tod seiner Herren verfliegen. Elizah und Faendal hatten das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Elizah brauchte trotzdem drei Schüsse, denn erst drehte sich der Vampir genau in dem Moment als sie den Bolzen abschoss ein kleines bisschen zur Seite, so das sie sein Herz verfehlte und es gelang dem Vampir irgendwie, sich selbst zu heilen. Faendal erledigte seine Gegnerin mit einem Pfeil. Der verbliebenen Mann stürmte die Treppe hinauf. Er hatte seinen riesigen Kriegshammer gezogen und wollte sich auf Faendal, der Näher zu ihm stand stürzen. Elizahs Bolzen stieß ihn kurz zurück. Obwohl Elizah gut gezielt hatte war der Schuss nicht tödlich, da der Bolzen in der mit Eisen verstärkten Rüstung steckenblieb und den Mann nur leicht verletzte, was ihn nur noch wütender machte. Faendal blieb ruhig stehe und ließ den Mann auf sich zu kommen. Als dieser mit seinem Hammer zuschlug sprang der Elf behände zur Seite.Der Mann geriet durch den Schwung aus dem Gleichgewicht, was Faendal nutzte, um ihn sein Schwert unterhalb der Achseln in den Leib zu rammen. Das überlebte der Angreifer nicht uns sackte tot zusammen.
Elizah ging hinunter zu den beiden toten Vampiren und durchsuchte diese. Dann nahm sie die Axt die Faendal fallen gelassen hatte, als er mit dem Zweihänder den anderen Vampir enthauptet hatte und machte sich dieses mal selbst dran dir Köpfe von den Rümpfen zu trennen. Sie brauchte mehrere Schläge, bis es ihr gelang. Anschließend betraten Sie und Faendal die merkwürdige Plattform. Diese war von kreisrunden Rinnen durchzogen die wiederum Strahlenförmig von fünf geraden Rinnen gekreuzt wurden. An unterschiedlichen Positionen waren in den geraden Rinnen jeweils ein kleinen Feuerbecken, in denen man bläulich schimmernde Asche erkennen konnte. Elizah versuchte eines der Becken zu verschieben aber es rührte sich nicht von der Stelle. In der Mitte der Plattform befand sich eine etwa ein Meter hohe fünfeckige Säule. Auf dieser Säule befand sich ein halbrundes Teil das wie ein Schalter aussah, den man hinunterdrücken konnte. Elizah hatte das Gefühl eine innere Stimme rief sie und wollte das sie die Hand auf das runde Teil legte. Sie konnte sich nicht dagegen wehren. Faendal wollte Elizah von der Säule wegziehen, da er merkte das sie wie im Trance die Hand darauf legen wollte. Aber er war zu langsam. Elizah legte ihre rechte Hand. auf die Säule und kaum berührte sie sie, da fuhr ein Dorn aus dem Inneren der Säule in ihre Hand. Ein paar tropfen Blut fielen auf den Schalter. In dem Moment stieg au der inneren runden Rinne eine blau violettes Leuchten, das sich auch in einer der geraden Rinne fortsetzte. Faendal wich erschrocken zurück. Er wusste nicht war er davon halten sollte. Auch Elizah hatte Angst, aber sie war trotzdem neugierig. Elizah ging zu dem Aschebecken, das in der geraden nun erleuchteten Rinne stand und versuchte erneut es zu bewegen. Diesmal gelang es ihr. Sie schob es bis zum äußersten Ring. Kaum war es in der Position begann eine Flamme in dem Becken aufzuleuchten. Elizah ging zu dem nächsten Becken und schob es so lange vor oder rückwärts, bis auch in diesem Becken eine Bläuliche Flamme erschien. Dasselbe machte sie mit den anderen. Faendal wollte sie davon abhalten, denn er fürchtete sich vor dem was passieren könnte, wenn alle fünf Becken in richtiger Position waren. Es musste eine Art Schalterrätsel sein. Elizah stieß ihn zur Seite und machte weiter. Als sie es geschafft hatte begann der Boden unter ihnen zu beben. Dann fing er an sich Stufenförmig ungefähr zwei Meter ab zu senken. Nur unter der fünfeckigen Säule blieb ein etwas größeres Teil stehen. Elizah ging näher heran.
„Kommt zurück, ihr wisst nicht was noch passiert.!“ Wieder versuchte Faendal Elizah zurück zu halten. Und wieder ignorierte Elizah ihn. Langsam ging sie um die Säule herum. Von außen war nichts zu erkennen. Noch mal ging sie um die Säule. Diesmal hatte Elizah eine Fackel in die Hand genommen und entzündet, um mehr erkennen zu können. Wieder konnte sie nichts erkennen. Dann begann sie die Säule anzutasten. Es dauerte nicht lange und Elizah fand einen sehr gut versteckten kleinen Schalter, den sie betätigte. Kaum hatte sie das getan versanken zwei Seiten des Fünfecks im Boden und eine junge Frau viel aus dem Hohlraum heraus. Auf dem Rücken trug sie eine merkwürdige riesige Schriftrolle.
Elizah kniete sich neben der Frau nieder und drehte sie so um das sie ihr in das Gesicht sehen konnte. Die Frau lebte, stellte Elizah erstaunt fest. Wie konnte das sein? Dann begann sich die Frau langsam zu regen und öffnete die Augen. Elizah Sprang entsetzt auf und zog ihr Schwert.
„Ihr seid ein elendiger Vampir.“ Elizah wollte mit ihrem Schwert zuschlagen, aber Faendal, der näher gekommen war, ergriff ihren Schwertarm und hielt sie zurück. „Tut es nicht!“
Wütend befreite sich Elizah aus seinem Griff und sah den Elfen mit vor Wut funkelnden Augen an. „ Warum sollte ich es nicht tun? Sie ist ein Vampir und wir sind hierher gekommen, um diese Brut zu erledigen. Und genau das werde ich jetzt machen.“ Elizah drehte sich um und erhob erneut ihr Schwert.“ Faendal sprang vor die am Boden liegende Frau. „Dann müsst ihr zuerst mich töten.“
„Verdammt, Faendal was soll das werden?“
„Lasst uns herausfinden warum diese Frau scheinbar über Jahrhunderte in dieser Säule gefangen gehalten wurde. Vielleicht hilft uns das bei der Bekämpfung ihrer Art weiter.“
„Gut, fragt sie warum sie gefangen wurde, aber wenn mir ihre Antwort nicht gefällt, wird sie sterben.“
Elizah trat einen Schritt zurück. Faendal kniete neben der Frau nieder und half ihr sich etwas aufzurichten.
„Wo bin ich?“ fragte sie leise und stockend.
„Wir sind es die hier die Fragen stellen!“ Elizah war ungeduldig und da es Faendal scheinbar die Sprache verschlagen fing sie selbst an.
„Warum wart ihr hier eingesperrt?“
Die fremde Frau sah Elizah in ihre eisig blickenden Augen.
„Nun“, fing sie langsam an. „ Das ist.... kompliziert. Und ich weiß nicht genau ob ich euch vertrauen kann.“
Elizah fing eisig an zu lachen. „Ihr wisst nicht ob ihr uns vertrauen könnt? Nun ihr könnt darauf vertrauen, das ich eurem Leben gleich ein Ende bereite, wenn ihr nicht mehr sagt.“
„Okay, ist ja schon gut....“ die Frau versuchte Elizah zu beschwichtigen.“Wenn ihr die ganze Geschichte hören wollt, dann helft mir, zurück zum Anwesen meiner Familie zu gelangen. Meine Familie wohnte auf einer Insel im Westen von Einsamkeit. Vermutlich lebt sie dort noch immer.“
„Sonst noch Wünsche?“ Elizah wandte sich an Faendal: „Tretet zurück, ich beende das jetzt hier und auf der Stelle.“
„Wartet.... ich heiße übrigens Serena.“ sie machte eine kurze Pause. „Schön euch kennenzulernen.“
„Das beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Also warum wurdet ihr eingesperrt?“
„Darüber möchte ich lieber nicht mit euch sprechen, wenn das in Ordnung ist.“
„Das ist alles andere als in Ordnung, also sprecht endlich, verdammt noch mal.“ Elizah verlor langsam die Geduld.
„Es tut mir leid“, Serena senkte den Kopf. „Es ist nicht so, dass.... ich weiß einfach nicht wem ich vertrauen kann. Bitte lasst uns mein zuhause aufsuchen, dann kann ich euch mehr sagen.“
„Und uns von eurer Familie umbringen lassen. Vergesst es.“ Elizah schwieg kurz bevor sie noch eine Frage stellte.„Wie lange wart ihr in dieser Säule gefangen?“
„Schwer zu sagen... ich weiß es nicht.“ Sie sah Elizah an, das ihr die Antwort nicht gefiel. „Ich weiß es wirklich nicht, tut mir leid. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Wer ist Großkönig von Himmelsrand?“
„Niemand, darüber kann man sich streiten. Die Kaiserlichen halten zu Elizif und die Sturmmäntel zu Ulfric.“
„Oh, wunderbar, Ein Erbfolgekrieg. Gut zu wissen, das die Welt während meiner Abwesenheit nicht langweilig geworden ist. Aber welches Kaiserreich?“
„Cyrodiil“
„Cyrodiil ist ein Kaiserreich? Ich muss länger fort gewesen sein, als ich dachte. Definitiv länger als wir geplant hatten.“
„Wer und was hatte eure Abwesenheit geplant?“
„Bitte bringt mich nach Hause, damit ich herausfinden kann was passiert ist.“
„Elizah“, mischte sich nun Faendal ein.“möglicherweise kann sie uns helfen die Gefahr zu bannen. Lasst uns sie nach Hause bringen und dann sehen wir weiter.“
Elizah sah die beiden lange Zeit schweigend an.......

CKomet

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9

Samstag, 18. Mai 2013, 08:16

009 Seranas heimkehr

„Wenn sie auch nur eine Dummheit macht, stirbt sie...“
Elizah war wütend. Auf Faendal, der sie davon abhielt diesen Vampir zu töten, auf Serena, die sie naiv und freundlich anschaute und auf sich selbst, weil sie in es in diesem Moment nicht schaffte, sich durch zusetzten. Eine innere Stimme hielt sie davon ab, das zu tun was sie machen wollte.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen, senkte Elizah ihre Waffe und ging den Weg den sie gekommen waren zurück. Die beiden anderen folgten ihr mit etwas Abstand. Als sie oben ankam, von wo aus sie die beiden Vampire beschossen hatten, blieb sie am Durchgang verärgert stehen. Ein Gitter versperrte nun den Rückweg. Verdammt, wie sollten sie hier nun wieder raus kommen? Sie untersuchte die ganze Umgebung, aber es war nichts zu finden um das Gitter zu öffnen.
Sie drehte sich zu der Vampirin um: „Gibt es noch einen anderen Ausgang?“
„ich weiß es ebenso wenig wie ihr. Dieser Ort hat sich gegenüber damals, als ich weggeschlossen wurde, stark verändert.“
Wortlos ging Elizah zurück auf die Plattform und wollte sehen wohin die Treppe auf der gegenüberliegenden Seite hinführte. Sie hatte gerade die ersten Stufen erklommen, als ein lautes Geräusch sie zusammen fahren ließ. Einer der beiden Gargoylestatuen hatte die es umgebenen Steinhaut abgeworfen und griff Elizah und ihre beiden Begleiter an. Elizah erholte sich schnell von dem Schreck den sie bekommen hatte und ergriff ihre Armbrust. Der Rückschlag des Bolzen beim eindringen in das angreifende Lebewesen ließ es zurück taumeln. Elizah bewegte sich langsam rückwärts während sie nachlud. Zwischenzeitlich war noch eine weitere Statur zum Leben erwacht. Die war aber noch weit genug weg, so konzentrierte sich Elizah weiterhin auf den das vor ihr befindliche Wesen. Auch der nächste Schuss traf sein ziel. Faendal hatte zur gleichen zeit zwei Pfeile abgeschickt, die auch trafen und dafür sorgen das das Wesen erledigt wurde. Elizah konzentrierte sich auf den zweiten Gargoyle, der langsam näher kam. Sie hatte gerade wieder nachgeladen, als sie neben sich ein klappern wahrnahm. Ein Skelett. Sofort legte sie auf das Teil an und sorgte dafür das die Einzelteil überallhin verstreut wurden.
„Hey, hörte man von hinten Serena höre, der war auf unserer Seite und gehörte zu mir.“
Elizah schoss noch mal auf den Gargoyle, der dann zusammen brach, dann wandte sie sich an Serena: „Macht so etwas nie wieder. Ansonsten landet der nächste Bolzen in eurem Körper.“
„Ist ja schon gut, ich werde versuchen daran zu denken. Nun sollten wir aber weiter gehen.“
mit Mühe unterdrückte Elizah einen weiteren Kommentar und ging die Treppe die sie am anderen Ende im schummrigen Licht erkennen konnte, hoch. Es dauerte nicht lange und sie kamen zu einer Holztür. Dahinter befand sich wieder eine riesige Grabkammer der alten Nords zu finden. Vorsichtig schlichen die drei Treppe hoch. Nichts war zu hören oder sehen. Sie durchsuchten die Kammer und entdeckten eine verschlossene Gittertür. Irgendwo musste sich eine Möglichkeit befinden um dies öffnen zu können. Faendal entdeckte mit Serena einen Hebel und betätigte ihn. Das Gittertor öffnete sich. Aber auch drei Gräber sprangen zeitgleich auf, aus denen jeweils ein Drauge hervorkam. Sie hatten mit diesen Gegnern aber nicht viel zu tun und diese hauchten endgültig ihr Leben aus.
Hinter der Gittertür gelangten sie wieder in eine riesige Höhle, die wie mit ihren Steintreppen, die viereckig nach unten führte wie eine Arena wirkte an an den drei sichtbaren Seiten waren jeweils zwei Stühle auf denen Skelette zu saßen, die nur zu schlafen schienen. Elizah nahm ihre Armbrust und jagte einem der Skelette einen Pfeil zwischen die Fleischlosen Rippen. Es bäumte sich kurz auf und zerfiel dann in seinen einzelnen Bestandteile. Das Skelett auf dem Nebenplatz konnte auch nur gerade aufstehen bevor es von Faendal ins jenseits geschickt wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite musste ein größeres Wesens ein. Wahrscheinlich ein Drauge, dachte Eliza. Aber es war noch schlimmer, es war ein höherer Draugenfürst. Elizah und Faendal versuchten ihn mit ihren Bolzen und Pfeilen außer Gefecht zu setzen, aber ihre Treffer machten kaum schaden. Serena versuchte es mit irgendwelchen zaubern. Sie hätte gerne die zerlegten Skelette wiederbelebt, aber ihr war klar, das Elizah, das selbst in dieser Situation nicht gutgeheißen hätte und ihre Drohung von vorhin wohl wahr machen würde. Sie brauchten fast fünf Minuten, die ihnen aber wesentlich länger vorkamen, bis der Gegner endgültig zu Boden ging. Am anderen Ende der Höhle befand sich wieder eine Holztür, die in einen schmalen Spalt führte, der sich nach draußen auf einen Felsvorsprung brachte. In der Zwischenzeit war der neue Tag angebrochen und die Sonne strahlte hell vom Himmel herab. Jetzt erst bemerkte Elizah wie Müde sie war. Was sie noch wunderte, war, das Serena anscheinend keine sehr großen Probleme mit der Sonne hatte. Normal vermeiden Vampire die Helligkeit und versteckten sich Tagsüber.
Elizah und Faendal beschlossen, ein paar Stunden zu ruhen bevor sie aufbrachen. Elizah wollte nach Dämmerstern und von dort aus mit einem Boot die Küste entlangfahren. Das erschien bequemer als durch die Wildnis und Berge zu laufen. Die beiden anderen hatten keine Einwände.
In Dämmerstern übernachteten sie im Gasthaus. Die Einwohner sahen die Gruppe merkwürdig an. Serena bemühte sich ihren Blick gesenkt zu halten, damit man ihre Augen nicht so sehen konnte. Aber die Meisten Einwohner hatten doch etwas andere Probleme, wie Elizah erfuhr. Irgendwas verhinderte, das die Bewohner von Dämmerstern vernünftig schlafen konnte und sie Nacht für Nacht allesamt von Alpträumen geplagt wurden.
Als Elizah und Faendal am nächsten Morgen erwachten fühlten sie sich auch unausgeschlafen. Beide hatten schlecht geschlafen und wurden von bösen Träumen heimgesucht. Nur Serena war munter und konnte es kaum erwarten das sie weiterzogen. Elizah hätte sie erschlagen können, für ihr fröhliches Getue. Wer weiß vielleicht hatte sie a bald die Gelegenheit das nachzuholen.
Am Strand fanden sie einen jungen Fischer, der sich gegen eine Sonderzahlung bereit erklärte sie zu der Insel zu bringen, auf der die Burg von Seranas Familie lag. Elizah und Faendal mussten alles an Gold zusammenkratzen um die Summer aufzubringen. Serena konnte nichts dazu beisteuern. Mit dem Boot brauchten sie drei Tage um zur Burg von Seranas Familie zu kommen. Das Gemäuer erschien riesig und imposant je näher sie kamen. An einigen Stellen sah man das die Burg am zerfallen war, aber der größte Teil war noch recht gut erhalten. Harlaug, der Fischer legte am Stand nahe der Brücke die zum Haupteingang führte an. Er versprach ihnen hier bis zur Dunkelheit zu warten, dann würde er zurückfahren, ob sie da waren oder nicht. Elizah nickte stumm.
Diesmal ging Serena vor, schließlich war es ihre Heimat. Außerdem konnte Elizah sie so besser im Auge behalten langsam gingen sie die Brücke, auf der mehrere versteinerte Gargoylen saßen entlang. Elizah hatte ihre Armbrust in die Hände genommen. Sie befürchtete, die Steinfiguren könnten jeden Moment zum Leben erwachen, aber glücklicherweise tat sich nichts. Als sie vor dem Tor ankamen tauchte wie aus dem Nichts eine Wache auf. Als er Serana sah viel er fast ehrfürchtig auf die Knie. „Lady Serana, ihr seid zurück. Warte ich öffne sofort das Tor.“
Elizah war verwundert. Wenn die Vampirin schon seit mehr als Tausend Jahren nicht hier war, wie konnte dieser Mann sie überhaupt kennen? Naja, wahrscheinlich gab in der Festung das ein oder andere Portrait von ihr. Vorsichtig betraten sie die Festung. Elizah hatte weiterhin ihre Armbrust Schussbereit. Es war ihr egal ob es unhöflich war oder nicht.
Im inneren der Burg kam ihnen ein Mann entgegen. Elizah erkannte sofort das er ein Vampir war, denn seine Auen leuchteten rot. Es fiel ihr schwer nicht auf das Wesen sofort zu schießen. Sie fragte sich immer noch, warum sie sich darauf eingelassen hatte, hier her zu kommen. Naja immerhin kannten sie nun eines der Verstecke, dieser Wesen.
Vinglamo, wie der Vampir hieß, begrüßte Serana über schwenglich bevor er Richtung großer halle lief und dort laut ankündigte, das Lady Serana zurückgekehrt war. Serana folgte ihm nach unten in die halle, während Elizah und Faendal oben an der Balustrade stehenblieben. Von hier hatten sie eine guten Ausblick in die Halle an zwei Seiten Standen Tische, auf denen betäubte Menschen lagen und mit denen die an der Tafel sitzenden Vampire ihren Hunger nach Blut stillten. Mehre von diesen bösartigen Todeshunden streiften durch die Halle. Elizah drehte sich fast der Magen um, bei dem Anblick. Dann kam ein in kostbare Gewänder gehüllter Mann auf Serena zu.
„Endlich. Meine Tochter kehrt zurück. Ist das meine Schriftrolle, die ihr auf dem Rücken tragt? Es wurde auch Zeit das ihr sie zurück bringt.“
„Nach all den Jahren ist das eure erste Frage an mich?“
„Ach mein Kind, ich freue mich auch euch zu sehen, nachdem eure verräterische Mutter euch mir weg genommen hat.“ Er sah in die Richtung von Elizah und Faendal. „ Aber nun sagt, mein Kind, wer sind die beiden sterblichen Wesen, die ihr da mitgebracht habt?“
Elizah sah das verlange nach ihrem Blut in seinen Augen aufblitze.
„Sie sehen nicht so aus, als würden sie uns mögen.“
„Diese beiden haben mich aus meinem Gefängnis befreit und nach Hause gebracht.“ antwortete Serana.
Der Vater von Serana trat näher an die beiden heran. Elizah rührte sich nicht von der Stelle, ihre Armbrust war immer noch schussbereit. Wenn man sie Angriff, würde sie so viele wie möglich mit in den Tod nehmen, das konnte der Vampir ihrem Blick entnehmen.
„Nun, ich bin euch für die sichere Rückkehr meiner Tochter zu Dank verpflichtet. Sagt mir, wie ihr heißt.“
„Das geht euch nichts an.“
Wie ihr wollt, ich bin Harkon, Fürst dieses Hofes. Meine Tochter wird euch sicherlich erzählt haben, was wir sind.“
„Das kann man auch so erkennen“, erwiderte Elizah ungehalten. „Ihr seid Vampire.“ Die Abscheu in Elizahs Stimme war nicht zu überhören.
Harkon lachte. „Wir sind nicht irgendwelche Vampire. Wir gehören zu den ältesten und mächtigsten Vampiren von ganz Himmelsrand, wenn nicht gar von ganz Tamirel. Wir lebten hier jahrhundertelang, frei von allen Weltlichen Sorgen. Doch damit war es vorbei, nachdem mich meine Frau betrogen und das Gestohlen hatte, was mir am Meisten bedeutete. Ihr habt mir einen großen Dienst erwiesen, indem ihr mir das zurückbrachtet. Ihr sollt dafür eine Belohnung erhalten. Ich kann euch nur ein Geschenk anbieten, das dem Wert einer Schriftrolle der Alten und dem meiner Tochter ebenbürtig ist.“
Elizah wusste nicht was sie davon halten sollte. Der Fürst schien sich mehr darüber zu freuen diese komische Schriftrolle, die Serana bei sich trug wieder zu erlangen, als seine Tochter. Was war das nur für ein Vater?Selbst von einem Vampir hätte sie mehr erwartet.
Harkon sprach weiter: „Ich biete euch mein Blut an. Nehmt es und bewegt euch wie ein Löwe unter Schafe. Die Menschen werden erzittern, wenn sie euch sehen und ihr werdet den Tod nie mehr fürchten.“
„Niemals werde ich das freiwillig tun.“ Auch Faendal war entsetzt über diesen Vorschlag und schüttelte den Kopf.
„Dann werdet ihr beute sein, wie alle Sterblichen. Ich werde euer leben dieses eine Mal verschonen, aber ihr werdet aus dieser Halle verbannt werden.“
Noch bevor Elizah oder Faendal reagieren konnte, fanden sie sich auf der Brücke vor dem Schloss benommen wieder. Als sie sich wider gefangen hatten beschloss Elizah so schnell wie möglich zurück zur Festung Dämmerwacht zu kehren um Isran zu berichten was sie erfahren hatte.